Franz Aldenhoven: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Franz Joseph Heribert Aldenhoven''' (* 28. Februar 1803 in Zons; † 31. Mai 1872 in Zons) war ein Zonser Gutsbesitzer, liberaler Politiker und Versicherungsdirektor. Er bekleidete Positionen als preußischer Abgeordneter sowie als kommissarischer Landrat des Kreises Neuss und gilt als die überregional bekannteste Zonser Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts.
'''Franz Joseph Heribert Aldenhoven''' (* 28. Februar 1803 in Zons; † 31. Mai 1872 in Zons) war ein Zonser Gutsbesitzer, liberaler Politiker und Versicherungsdirektor. Er bekleidete Positionen als preußischer Abgeordneter sowie als kommissarischer Landrat des Kreises Neuss und gilt als die überregional bekannteste Zonser Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts.


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* Familienverband Broich: ''Chronik der Familie Broich. Geschichte der Familie Aldenhoven-Broich in Zons am Niederrhein'', 1956
* Familienverband Broich: ''Chronik der Familie Broich. Geschichte der Familie Aldenhoven-Broich in Zons am Niederrhein'', 1956


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Aktuelle Version vom 19. Mai 2026, 18:39 Uhr

Franz Aldenhoven als "Landgemeinde-Abgeordneter der Rheinprovinz", wohl in den 1840er Jahren.

Franz Joseph Heribert Aldenhoven (* 28. Februar 1803 in Zons; † 31. Mai 1872 in Zons) war ein Zonser Gutsbesitzer, liberaler Politiker und Versicherungsdirektor. Er bekleidete Positionen als preußischer Abgeordneter sowie als kommissarischer Landrat des Kreises Neuss und gilt als die überregional bekannteste Zonser Persönlichkeit des 19. Jahrhunderts.

Herkunft und Ausbildung

Franz Aldenhoven entstammte einer angesehenen Familie, die Ende des 17. Jahrhunderts von Siegburg nach Zons gekommen war. Sein Vater, Matthias Aldenhoven, amtierte während der französischen Herrschaft als Maire (Bürgermeister) von Zons und erwarb 1803 das säkularisierte Gelände der Burg Friedestrom. Seine Mutter war Maria Catharina Jansen aus Hünshoven.

Nach dem Besuch eines Gymnasiums in Köln von 1818 bis 1822 absolvierte Aldenhoven ein Studium der Kameralwissenschaft in Bonn und Heidelberg. Während seiner Bonner Studienzeit war er mit dem Historiker Ernst Moritz Arndt befreundet. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1821 übernahm er die Verwaltung des familieneigenen Gutsbetriebes in Zons.

Wirtschaftliches Wirken

Aldenhoven widmete sich intensiv der Weiterentwicklung des landwirtschaftlichen Betriebs auf Burg Friedestrom. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag in der Förderung der rheinischen Zuckerindustrie. Nachdem er die Rübenzuckerfabrikation in der Provinz Sachsen und auf einer Studienreise nach Valenciennes im Jahr 1837 kennengelernt hatte, betrieb er in Zons von 1837 bis 1844 eine eigene Rübenzuckerfabrik. Er gilt als Wegbereiter für die Einführung des großflächigen Zuckerrübenanbaus im Rheinland. Neben seinem Engagement für die Landwirtschaft erwarb er 1829 den Zonser Marktplatz von der Gemeinde, um ihn als Vorplatz für sein Herrenhaus zu nutzen. Sein Gutsbetrieb war 1861 das einzige Unternehmen in der Bürgermeisterei Zons, das einen Reinertrag von über 1.000 Talern erwirtschaftete.

Politische Laufbahn

Politisch war Aldenhoven dem rheinischen Liberalismus verbunden und unterhielt enge Kontakte zu führenden Vertretern wie Ludolf Camphausen, Gustav von Mevissen und David Hansemann. Ab 1826 war er Mitglied des Zonser Gemeinderates und bekleidete zudem Ämter als Deichgräf sowie als Mitglied des Kirchen- und Schulrats.

Auf überregionaler Ebene war er von 1841 bis 1845 Abgeordneter der Rheinischen Provinzialstände, wo er sich insbesondere in Ausschüssen für Justizsachen sowie Deichangelegenheiten engagierte und für katholische Belange eintrat. Während der Revolution 1848/49 vertrat er den Neusser Wahlkreis in der preußischen Nationalversammlung in Berlin. Im März 1850 wurde er zum kommissarischen Landrat des Kreises Neuss ernannt. Von diesem Amt trat er bereits im Mai 1851 auf eigenen Wunsch zurück, da er die politische Entwicklung im preußischen Staat nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Bis 1853 gehörte er als Abgeordneter der Zentrums-Fraktion der zweiten preußischen Kammer an.

Späte Jahre und Tätigkeit in Köln

Im Mai 1854 übernahm Aldenhoven den Posten des Direktors der Kölnischen Hagel-Versicherungs-Gesellschaft. Er übte diese Funktion rund 14 Jahre lang aus und lebte während dieser Zeit teilweise in Köln, wo er sich auch im Vorstand des Zentral-Dombau-Vereins engagierte. Zu Beginn des Jahres 1868 trat er aus gesundheitlichen Gründen von seinem Direktionsposten zurück und gab im selben Jahr seinen Sitz im Zonser Gemeinderat an seinen Sohn August ab.

Franz Aldenhoven verstarb am 31. Mai 1872 nach einem langjährigen Leberleiden in Zons. Er hinterließ ein bedeutendes Vermögen, zu dem neben dem Schlossgut Friedestrom umfangreiche Ländereien in Zons und Umgebung sowie Immobilien in Köln und Geilenkirchen gehörten. Das Zonser Schlossgut wurde 1875 von den Erben an den Freiherrn Daniel von Diergardt verkauft.

Familie

Franz Aldenhoven heiratete in erster Ehe am 23. April 1827 in Benrath Clara Leven (* ca. 1805 in Benrath; † 28. März 1828 in Zons), Tochter des Gutsbesitzers Peter Urban Leven und der Maria Catharina Hebes. Die einzige Tochter dieser Ehe verstarb unmittelbar nach der Geburt.

In zweiter Ehe heiratete er am 7. November 1829 in Elsen Maria Magdalena Hubertine Broich (* 27. April 1809 in Noithausen; † 12. September 1830 in Zons), Tochter des Gutsbesitzers Theodor Broich und der Maria Margarethe von der Kall. Das Paar hatte einen Sohn:

  • Theodor Mathias Hubert Maria (* 12. September 1830 in Zons; † 9. Mai 1864 in Bad Ems), Gutsbesitzer und preußischer Abgeordneter, der unverheiratet blieb.

In dritter Ehe heiratete er am 1. Mai 1832 in Pfaffendorf Maria Therese Broich (* 12. November 1811 in Glesch; † 9. Oktober 1881 in Köln), Tochter des Gutsbesitzers und Maires Johannes Broich und der Maria Margarethe Friedrichs. Das Paar hatte 12 Kinder[1]:

  • Bertha Margarethe Hubertine Maria (* 26. März 1833 in Zons; † 25. Januar 1913 in Köln), die am 8. Oktober 1868 Franz Wirtz heiratete
  • Johannes August Hubert (* 12. Oktober 1834 in Zons; † 18. Februar 1899 in Zons), Gutsbesitzer, der am 24. Juli 1864 Johanna Hubertine Catharina Engels heiratete
  • Edmund Mathias Hubert (* 24. April 1836 in Zons; † 29. März 1901 in Bonn), Bergwerksdirektor, der am 27. April 1867 Hulda Gethmann heiratete
  • Elise – Elisabeth Catharina Margarethe Hubertine (* 21. Juli 1838 in Zons; † 20. April 1894), die am 26. Oktober 1867 Michael Engels heiratete
  • Johannes Maximilian Hubert Josef (* 29. November 1839 in Zons; † 10. September 1894), Gutsbesitzer und Maire, der am 14. September 1865 Sybille Kaulhausen heiratete
  • Johannes Hubert (* 24. November 1841 in Zons; † 9. Februar 1907 in Zons), Gutsbesitzer, der am 17. Januar 1877 Christina Hellersberg heiratete
  • Maria Elisabeth Hubertine (* 14. November 1843 in Zons; † 26. Februar 1909 in Köln), die ledig blieb
  • Catharina Josephine Hubertine (* 30. Juni 1845 in Zons; † 15. September 1889 in Köln), die ledig blieb
  • Agnes Elisabeth Hubertine (* 19. Januar 1847 in Zons; † 7. Februar 1901), die am 30. Mai 1874 in Köln Andreas Glasmacher heiratete
  • Martin Franz Hubert (* 5. Oktober 1848 in Zons; † 23. Januar 1849 in Zons)
  • Maria Luise Hubertine (* 17. Februar 1851 in Zons)
  • Therese Hubertine (* 14. Februar 1852 in Zons; † 8. Juli 1869 in Zons), die ledig blieb

Quellen und Literatur

  • Martin Lambertz: Gutsbesitzer Franz Aldenhoven (1803–1872). Ein Lebensbild des überregional bekanntesten Zonsers des 19. Jahrhunderts. In: Stephen Schröder/ Thomas Schwabach (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt. Sankt Augustin 2023, S. 268–311
  • Werner Lisken (Bearb.): Die Familien der historischen Stadt Zons und der katholischen Pfarre St. Martin von 1664 bis 1900. Ein genealogisches Nachschlagewerk. Köln 2014
  • Thomas Schwabach: Die Entwicklung des Zieglergewerbes in Zons (15.–20. Jahrhundert). Dormagen 2004
  • Aenne Hansmann: Geschichte von Stadt und Amt Zons. Düsseldorf 1973
  • Familienverband Broich: Chronik der Familie Broich. Geschichte der Familie Aldenhoven-Broich in Zons am Niederrhein, 1956

Belege

  1. Lisken-FBZ, S. 331–333.