Rheintor: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Rheintor''' (historisch auch "Zolltor", "Peters portze" oder "Rynportzen") ist das nordöstliche Stadttor der ehemaligen Zollfeste Zons. Es bildet gemeinsam mit dem unmittelbar anschließenden [[Rheinturm|Rheinturm (Zollturm)]] ein prägendes Ensemble der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung.


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== Geschichte und Bauweise ==
Die Errichtung des Tores steht in direktem Zusammenhang mit der Verlegung des Rheinzolls von Neuss nach Zons im Jahr 1372 durch Erzbischof [[Friedrich von Saarwerden]]. Die Toranlage wurde planmäßig als Teil der Stadtbefestigung konzipiert und vermutlich zeitgleich mit der Vollendung des [[Rheinturm]]s im Jahr 1388 fertiggestellt. Urkundlich ist das Tor erstmals im Jahr 1459 als "Peters portze" erwähnt.
 
Ursprünglich war das Rheintor als Doppeltoranlage mit zwei getrennten, durch Parallelmauern verbundenen Torbauten ausgeführt. Beim großen Stadtbrand von 1464 wurde die Anlage beschädigt und in den Folgejahren wiederaufgebaut. Im Jahr 1761 ließ das [[Domkapitel]] das Fallgitter (Falltor) entfernen, um Platz für den Bau einer neuen Wachtstube zu schaffen, die als Übergang zwischen dem 1760 neu errichteten [[Zollhaus]] und der Toranlage noch heute existiert.
 
Im Jahr 1860 wurde das äußere Tor weitgehend abgetragen, um Platz für den Bau der neuromanischen [[Kapelle "Maria von den Engeln"]] (Rheintorkapelle) zu schaffen. Erhalten geblieben ist im Wesentlichen das stadtseitige (innere) Tor sowie ein Torbogen des äußeren Tores aus Hausteinen. In den Angeln des verbliebenen Bogens hängen noch schwere Eichenflügel, die früher allabendlich verschlossen wurden. Die Torschlüssel mussten nachts auf dem [[Schloss Friedestrom]] hinterlegt werden.
 
== Material und Architektur ==
Die Toranlage wurde aus Basalt, Trachyt sowie Tuff- und Backsteinen errichtet. Der Durchgang ist von einer flachen Tonne überspannt. Über der Einfahrt befindet sich eine Schutzengelfigur, die im Jahr 1860 zusammen mit der Kapelle nach Entwürfen des Franziskanerbruders Paschalis angebracht wurde.
 
== Quellen und Literatur ==
* [[Marion Roehmer]]: ''Burg und Stadtbefestigung von Zons. Eine bauhistorische Charakterisierung'', in: [[Stephen Schröder]] / [[Thomas Schwabach]] (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt. Sankt Augustin 2023, S. 70–123.
* [[Aenne Hansmann]] / Margret Wensky: ''Rheinischer Städteatlas Zons.'' 2. Aufl. Köln 1990
* [[Karl Emsbach]]: Zons – ''Portrait einer alten Stadt.'' Dormagen 2000
* [[Marion Roehmer]]: ''Der Rheinturm von Zons. Turmfestung und Zollstelle.'' Dormagen 2025
* Udo Mainzer: Stadttore im Rheinland. Neuss 1976
* [[Hermann Kienle]]: ''Der Rheinturm in Zons mit Toranlage, Kapelle, Vincentinerinnenhaus und Heimatmuseum.'' In: Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg, Bd. II. Dormagen 1984, S. 18–24.
 
 
[[Kategorie:Tore]]
[[Kategorie:Stadttore]]
[[Kategorie:Stadtbefestigung]]

Aktuelle Version vom 23. Juni 2026, 08:53 Uhr

Das Rheintor (historisch auch "Zolltor", "Peters portze" oder "Rynportzen") ist das nordöstliche Stadttor der ehemaligen Zollfeste Zons. Es bildet gemeinsam mit dem unmittelbar anschließenden Rheinturm (Zollturm) ein prägendes Ensemble der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung.

Geschichte und Bauweise

Die Errichtung des Tores steht in direktem Zusammenhang mit der Verlegung des Rheinzolls von Neuss nach Zons im Jahr 1372 durch Erzbischof Friedrich von Saarwerden. Die Toranlage wurde planmäßig als Teil der Stadtbefestigung konzipiert und vermutlich zeitgleich mit der Vollendung des Rheinturms im Jahr 1388 fertiggestellt. Urkundlich ist das Tor erstmals im Jahr 1459 als "Peters portze" erwähnt.

Ursprünglich war das Rheintor als Doppeltoranlage mit zwei getrennten, durch Parallelmauern verbundenen Torbauten ausgeführt. Beim großen Stadtbrand von 1464 wurde die Anlage beschädigt und in den Folgejahren wiederaufgebaut. Im Jahr 1761 ließ das Domkapitel das Fallgitter (Falltor) entfernen, um Platz für den Bau einer neuen Wachtstube zu schaffen, die als Übergang zwischen dem 1760 neu errichteten Zollhaus und der Toranlage noch heute existiert.

Im Jahr 1860 wurde das äußere Tor weitgehend abgetragen, um Platz für den Bau der neuromanischen Kapelle "Maria von den Engeln" (Rheintorkapelle) zu schaffen. Erhalten geblieben ist im Wesentlichen das stadtseitige (innere) Tor sowie ein Torbogen des äußeren Tores aus Hausteinen. In den Angeln des verbliebenen Bogens hängen noch schwere Eichenflügel, die früher allabendlich verschlossen wurden. Die Torschlüssel mussten nachts auf dem Schloss Friedestrom hinterlegt werden.

Material und Architektur

Die Toranlage wurde aus Basalt, Trachyt sowie Tuff- und Backsteinen errichtet. Der Durchgang ist von einer flachen Tonne überspannt. Über der Einfahrt befindet sich eine Schutzengelfigur, die im Jahr 1860 zusammen mit der Kapelle nach Entwürfen des Franziskanerbruders Paschalis angebracht wurde.

Quellen und Literatur

  • Marion Roehmer: Burg und Stadtbefestigung von Zons. Eine bauhistorische Charakterisierung, in: Stephen Schröder / Thomas Schwabach (Red.): Zons. Neue Erkenntnisse zur Geschichte einer alten Stadt. Sankt Augustin 2023, S. 70–123.
  • Aenne Hansmann / Margret Wensky: Rheinischer Städteatlas Zons. 2. Aufl. Köln 1990
  • Karl Emsbach: Zons – Portrait einer alten Stadt. Dormagen 2000
  • Marion Roehmer: Der Rheinturm von Zons. Turmfestung und Zollstelle. Dormagen 2025
  • Udo Mainzer: Stadttore im Rheinland. Neuss 1976
  • Hermann Kienle: Der Rheinturm in Zons mit Toranlage, Kapelle, Vincentinerinnenhaus und Heimatmuseum. In: Blätter zur Geschichte von Zons und Stürzelberg, Bd. II. Dormagen 1984, S. 18–24.