Karl Kress

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Karl Kress (* 19. März 1945 in Dormagen) ist ein Politiker der CDU und ein lokaler Ehrenamtsträger. Er war von 2000 bis 2010 Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus prägt er seit Jahrzehnten das politische und kulturelle Leben der Stadt Dormagen, insbesondere des Stadtteils Zons.

Leben und Beruf

Karl Kress wurde in Dormagen geboren, wohnt seither in Zons und gilt dort als stark verwurzelt. Nach seiner Schulausbildung absolvierte er eine Ausbildung im chemisch-technischen Bereich, die unter anderem die Abschlüsse als Chemielaborjungwerker und Chemielaborant umfasste. Im Anschluss folgten eine Weiterbildung am Institut für Polymerphysik der Universität Mainz sowie der Besuch der Chemotechnikerfachschule.

Beruflich war Kress seit den 1960er Jahren bei der Bayer AG in Dormagen tätig. Er arbeitete dort zunächst als Chemielaborant, später als Chemotechniker und schließlich als Pharmareferent.

Karl Kress ist mit Irmgard Kress verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Politische Laufbahn

Seine politische Arbeit begann im Jahr 1972 mit dem Eintritt in die CDU Dormagen-Zons. Innerhalb der Partei übernahm er früh Führungsaufgaben: Von 1972 bis 1975 war er Vorsitzender der Jungen Union Zons und von 1974 bis 1977 Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Zons. Seit 1972 war er kontinuierlich im Vorstand des Ortsverbandes aktiv, dessen Vorsitz er im April 2013 von Wiljo Wimmer übernahm.

Kommunalpolitik

Im Jahr 1975 wurde Kress in den Rat der Stadt Dormagen gewählt, dem er zunächst bis 1988 und später erneut von 2014 bis 2020 angehörte. Ab 1988 war er Mitglied im Kreistag des Kreises Neuss (heute Rhein-Kreis Neuss), wo er bis 2009 verblieb und zudem als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion fungierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag kehrte er verstärkt in die lokalen Gremien zurück, übernahm den Vorsitz des städtischen Kulturausschusses Dormagen und engagiert sich weiterhin als sachkundiger Bürger.

Landtag

Bei der Landtagswahl im Jahr 2000 zog Kress für den Wahlkreis Neuss II (später Rhein-Kreis Neuss II) als direkt gewählter Abgeordneter in den Landtag von Nordrhein-Westfalen ein. Er gehörte dem Landesparlament über zwei Legislaturperioden vom 2. Juni 2000 bis zum 8. Juni 2010 an. Bei der Landtagswahl 2010 trat er nicht mehr an; sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Wiljo Wimmer.

Politisches Wirken und Positionen

Karl Kress vertrat über Jahrzehnte hinweg die Interessen der Region Dormagen und Zons auf verschiedenen politischen Ebenen. Neben seiner Arbeit als Fachmann für Umweltpolitik, bei der er im Beirat für Immissionsschutz mitwirkte und sich mit Themen wie Feinstaubanalytik und Hygienestandards befasste, setzte er mehrere lokale Initiativen um:

  • Trinkwasserqualität: Im Jahr 1990 stellte er als Kreistagsabgeordneter den Antrag auf Entkarbonisierung des Trinkwassers für Zons. Nach langjährigen Verhandlungen beschloss der Aufsichtsrat der Kreiswerke Grevenbroich im Jahr 1997 die Umsetzung.
  • Verkehrsplanung: Im Rahmen des "11. Forums Zons" schlug er den Bau einer Umgehungsstraße vor, um den historischen Ortskern vom innerörtlichen Verkehr zu entlasten und gleichzeitig neue Baugebiete im Norden und Westen der Stadt zu erschließen.
  • Innere Sicherheit: Kress forderte erfolgreich die dauerhafte Wiederbesetzung des zuvor vakanten Zonser Polizeipostens mit einem Bezirksdienstbeamten.

In städtebaulichen und gestalterischen Fragen bezog Kress ebenfalls Stellung. Er kritisierte die moderne Architektur des Theo-Blum-Hauses auf dem Schlossgelände als wenig akzeptabel für das historische Gesamtensemble, setzte sich jedoch gleichzeitig nachdrücklich für die Bewahrung des künstlerischen Nachlasses des Malers Theo Blum ein. Zudem moderierte er öffentliche und sensible Debatten, wie etwa den Ausbau von Parkflächen vor dem Rheintor.

Kultur und Heimatpflege

Neben seiner politischen Laufbahn bildet die regionale Kultur- und Heimatpflege einen Schwerpunkt von Kress’ Tätigkeiten.

Kultur- und Heimatfreunde Stadt Zons e.V.

Im Jahr 1993 gehörte Kress zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Kultur- und Heimatfreunde der Stadt Zons e.V., dessen Vorsitz er über viele Jahre ununterbrochen innehatte. Unter seiner Leitung trieb der Verein zahlreiche Projekte zur Vermittlung der Ortsgeschichte voran:

  • 1999: Anbringung einer Bronzeplakette für den Stadtgründer Erzbischof Friedrich von Saarwerden am Rheintor.
  • 2010: Aufstellung einer lebensgroßen Bronzestatue (Saarwerden-Denkmal) im öffentlichen Raum.
  • Geschichtsvermittlung: Er initiierte die "Zons-Comix", eine populärwissenschaftliche Heftserie zur Stadtgeschichte (von der ein Heft erschien), die in Zusammenarbeit mit den Historikern Dr. Karl Emsbach und Heinz Pankalla herausgegeben wurde. Zudem gehen Veranstaltungen wie die "Lebende Krippe" in Zons auf seine Initiative zurück.
  • Ausstellungen: Organisation historischer Fotoausstellungen und Exkursionen, beispielsweise zur rheinischen Flussbettverlagerung.

Weitere Vereinsgründungen und Engagement

Kress entwickelte die Idee zur Gründung des Vereins „Förderverein Denkmalschutz Stadt Zons e.V.“ mit, unter dessen Federführung unter anderem die Überdachung des südlichen Wehrgangs umgesetzt wurde. Er gründete zudem einen Verein zur Förderung der regionalen Mundart im Rhein-Kreis Neuss und zählt zu den Mitgründern des Tischtennisvereins Zons.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die internationale Verständigung, insbesondere die Pflege der Städtepartnerschaft mit dem polnischen Kreis Mikołów. Hier initiierte er einen deutsch-polnischen Literaturpfad und förderte den kulturellen Austausch durch Gemeinschaftsprojekte wie Kochbücher und Fotoausstellungen. Er nutzte er seine Kontakte, um Förderer und Schirmherren für lokale Vorhaben zu gewinnen.

Mandate und Funktionen (Auswahl)

  • Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied im Aufsichtsrat der [ Kreiswerke Grevenbroich GmbH]
  • Stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrates sowie Funktionen im Beirat der Sparkasse Neuss
  • Mitglied im Kuratorium der Sparkassenstiftung "Kulturpflege und Kulturförderung"

Auszeichnungen

  • 2001: Bundesverdienstkreuz am Bande (verliehen durch Bundespräsident Johannes Rau für sein langjähriges politisches und ehrenamtliches Engagement).
  • 2021: Goldener Ehrenring der Stadt Dormagen (die zweithöchste Auszeichnung der Stadt) für sein Lebenswerk in Politik und Ehrenamt.
  • Partnerschafts-Ehrungen: Mehrfache Auszeichnungen für den Einsatz im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit durch den Landrat des Rhein-Kreises Neuss sowie durch die polnischen Partner.