Johann Josef Nasheuer

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Johann Josef Nasheuer (* 12. April 1795 in Weyer bei Mechernich; † 2. Oktober 1828 in Zons) war wahrscheinlich seit 1817 bis 1828 Lehrer der Zonser Elementarschule, als Nachfolger von Franz Anton Sourilliot und Vorgänger von Peter Wilhelm Sticker.

Beruflicher Werdegang

Im November 1817 wechselte der Elementarschullehrer Franz Anton Sourilliot von Zons an die Elementarschule in Worringen. Es ist davon auszugehen, dass Johann Josef Nasheuer in diesem Monat oder kurz später als neuer Lehrer angestellt worden ist: Am 5. Dezember 1820 leitete der Schulpfleger, der Dormagener Pastor Kreißel, ein Gesuch von Nasheuer an die Kirchen- und Schulkommission in Düsseldorf, in dem jener um eine Anstellung als Elementarschullehrer in Zons bat. Der Schulpfleger betonte in seinem Begleitschreiben, dass der Lehrer bereits seit einiger Zeit in Zons unterrichte und sich dabei durch Fleiß, Geschicklichkeit und gute Sitten hervorgetan habe, so dass er die Liebe der Einwohner und des Schulvorstands gewonnen habe. Nach Ablegung der vorgeschriebenen Prüfung in Düsseldorf wurde seine Anstellung genehmigt. Er erhielt einen Garten und fünf Morgen Land zur freien Benutzung sowie ein Gehalt von 82 Talern (davon zahlte die Gemeinde 22, die Kirche 60 Taler).

Die Elementarschule befand sich in einem Raum im Erdgeschoss des alten Vikariegebäudes an der Pfarrkirche, der nicht nur zu klein war, sondern auch wegen zu kleiner Fenster schlechte Luftverhältnisse und kaum Licht hatte. 1824 klagte Nasheuer bei der Regierung über seine gesundheitliche Beschwerden:

"Was meine eigene Person anbetrifft, so habe ich in dem Local meine Brust so verdorben, daß ich es unmöglich länger darin aushalten kann."

Obwohl die völlig ungenügende räumliche Situation allgemein bekannt und anerkannt war, zogen sich die Verhandlungen über ein neues Schuldomizil einige Jahre hin; für Johann Josef Nasheuer offenbar zu lange, denn er starb am 2. Oktober 1828 im Alter von nur 37 Jahren an den Folgen einer Tuberkulose-Erkrankung. In der Zeit seiner Erkrankung war er von Peter Wilhelm Sticker, dem in diesem Jahr neu angestellten Hilfs- oder Unterlehrer der Schule, der von ihm Kost und Logie erhalten hatte, vertreten worden.[1]

Familie

Johann Josef Nasheuer, Sohn von Servatius Nasheuer und Anna Maria geborene Halfen (* in Kommern;† 1. April 1820 in Weyer bei Mechernich), heiratete am 25. Juli 1820 in Zons Anna Catharina Simons (~ 7. Januar 1801 in Zons; † 17. August 1842 in Zons), Tochter des Landwirts Heinrich Simons (* um 1766 in Worringen; † 15. Oktober 1827 in Zons) und der Gertrud Schieffer (* 12. April 1771 in Norf; † 31. Januar 1826 in Zons). Mit ihr hatte er sechs Kinder[2]:

  • Heinrich Hubert (* 29. April 1821 in Zons), der am 11. Februar 1856 in Zons die vermögende “Rentnerin" Agnes Josephine Jacobine Steinberger (* 31. Oktober 1807 in Köln), Tochter des Kölner Notars Joseph Steinberger († 4. Februar 1822 in Köln) und der Elisabeth geborene Schmitz († 14. Juni 1854 in Zons), heiratete und Verwalter auf Haus Graffeln bei Paderborn wurde[3]
  • Gertrud Elisabeth (* 18. November 1822 in Zons; † 22. Februar 1823 in Zons)
  • Johann Baptist (* 10. Dezember 1823 in Zons)
  • Ursula Hubertine (* 22. November 1825 in Zons; † 7. Juli 1851 in Zons)
  • Catharina Hubertine (* 24. Juli 1827 in Zons; † 20. Oktober 1828 in Zons)
  • Peter Josef (* 8. März 1829 in Zons; † 3. Januar 1830 in Zons)

Die Witwe Nasheuer heiratete am 1. September 1830 in Zons den Landwirt Wilhelm Worringen (~ 18. Oktober 1793 in Zons; † 20. Februar 1842 in Zons). In den Jahren 1831-1841 erblickten sieben Kinder des Paares das Licht der Welt.[4]

Der älteste Sohn, Heinrich Hubert, half dem Nachfolger seines Vaters an der Elementarschule, Peter Wilhelm Sticker, 1837, also im Alter von nur 16 Jahren, in der Schule für Ruhe und Ordnung zu sorgen, wozu er die Kinder auch züchtigte. Zudem vertrat er den Lehrer sogar an den Urlaubstagen. Nachdem sich der Landrat hierüber bei der Regierung beschwert hatte, wurde Ende April 1837 ein neuer Unterlehrer angestellt.[5]

Belege

  1. Christa Gladden, Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts, in: BlGZSt, Bd. V (1987), S. 16-40, hier: S. 19, 23.
  2. Lisken-FBZ, S. 498.
  3. AiRKN, Zivilstandsregister Zons, Heiratsurkunde Nr. 2/1856.
  4. Lisken-FBZ, S. 853.
  5. Christa Gladden, Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts, in: BlGZSt, Bd. V (1987), S. 16-40, hier: S. 23.