Mathieu Fausten: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 2. Februar 2018, 20:20 Uhr

Mathieu Fausten 1948.

Mathieu Fausten (* 2. Dezember 1903 in Büttgen) war von 1946 bis 1968 Hauptlehrer an der katholischen Zonser Volksschule, als Nachfolger von Peter Breuer.

Ausbildung und Lehrtätigkeit

Nach seinem Examen am Staatlichen Lehrerseminar in Neuss am 19. Februar 1924 arbeitete Mathieu Fausten zunächst als Lehrer in seiner Heimatgemeinde Büttgen. 1933 wechselte er an die Volkschule in Rosellen. 1938 erfolgte der Wechsel zur Volksschule in Nievenheim. Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft kehrte er 1945 zurück und übernahm vorübergehend die Leitung der Nievenheimer Volksschule. Am 5. November 1946 trat er sein Amt als Hauptlehrer in Zons zunächst provisorisch an, wobei er seinen Wohnsitz in Nievenheim behielt und den Arbeitsweg jeweils mit dem Fahrrad zurücklegte. Zum Zonser Schützenfest 1950 notierte er in der Schulchronik[1]:

"Leider ist der Chronist nicht in der Lage, davon zu berichten. Er wohnt nämlich noch immer an seinem früheren Dienstort Nievenheim und war so an den Festlichkeiten nicht beteiligt. Es wird ihm der spätere Leser wohl nicht verübeln, daß er seit 1946 seine jährlichen 4.000 km per Fahrrad für ausreichend erfüllten Dienst erachtet und solche 'Überbelastung' nicht zur Dienstunfähigkeit werden läßt."

Bereits zum 1. Januar 1949 hatte er die Bestätigung seiner definitiven Anstellung als Hauptlehrer erhalten. Aus Anlass seines 25-jährigen Jubiläums als Lehrer veranstaltete die Schule am 19. Februar 1949 in der Oberklasse eine Feier, an der die Kinder der Oberklasse, das Lehrerkollegium, der Elternbeirat, Pfarrer Johannes Klüwer und als Vertretung für den Stadtdirektor Johann Scheer der Rendant der Amtskasse, Johann Baum, teilnahmen.[2]

1962 wurde Mathieu Fausten zum Rektor der Volksschule ernannt.[3] Und am 29. Februar 1964 konnte er sein vierzigjähriges Jubiläum als Pädagoge feiern. In die Schulchronik ist ein Artikel zum Fest aus der Feder von Hans Sürtenich eingeklebt, der die Feier eingehend schildert[4]:

"Schon am Vorabend brachte die Sing- und Spielgemeinschaft ihrem Ehrenvorsitzenden ein Ständchen, für das sich der Jubilar sehr herzlich bedankte. Der Festtag begann in der Pfarrkirche St. Martinus mit einer Schulmesse. Man versammelte sich im Anschluß daran in der Aula der St. Martinus-Schule, die zu diesem Anlaß festlich hergerichtet war. Als Gäste waren Ehrendechant Klüwer, Dr. med. Disselhoff, Rektor Dr. Hein aus Stürzelberg, Rektor Czirba [sic.] aus Krefeld, Hauptlehrer Schindler aus Rosellen, Bürgermeister Lerch, Stadtdirektor Elicker, Stadtdirektor a.D. Johann Scheer, das gesamte Lehrerkollegium, die Schulpflegschaft sowie Mitglieder des Schulausschusses erschienen. Konrektorin Fräulein Tasch unterstrich die großen pädagogischen Fähigkeiten des Jubilars, von denen alle, die mit ihm arbeiten durften, profitiert hätten. Dies könnten die Kollegen, die an der Zonser Volksschule Dienst taten, bestätigen. Sie seien zwar inzwischen zu Schulleitern avanciert, kämen aber immer noch gerne nach Zons. Die stets korrekte und väterliche Art des Schulleiters Fausten sei ihnen allen unvergessen. Im Namen des Lehrerkollegiums und der Schüler wünschte sie dem Jubilar für das spätere Leben Glück und Gesundheit.
Pastor Wipperfürth gratulierte im Namen des Ehrendechanten Klüwer und streifte im Verlauf seiner Ansprache Wesen und Aufgabenbereich des Lehramtes. Der Lehrer sei in das vierte Gebot mit eingeschlossen und habe die übertragenen Vollmachten des Elternhauses nach bestem Wissen und Gewissen zu handhaben. Die Verantwortung, die ein Lehrer damit übernimmt, werde von dem Jubilar sehr ernst genommen, und man sollte ihm danken, daß er aus dieser Verantwortung heraus wirkt. 'Möge der Herr ihm die Kraft verleihen, daß er dieses Amt noch lange Jahre mit dem gleichen verantwortungsbewußtsein führen kann'. Pastor Wipperfürth entbot die Gratulation auch im Namen der Pfarrgemeinde und des Kirchenvorstandes.
Bürgermeister Lerch überbrachte die Glückwünsche der Stadt und des Rates und überreichte dem Jubilar, der ein begeisterter Amateurfotograf ist, einen Projektor als Geschenk. Rektor Fausten sei in den 18 Jahren seiner Tätigkeit aufs engste mit der Stadt verbunden und habe das ihm anvertraute Amt nach besten Kräften verwaltet. 'Wir haben ihm das Beste, was wir besitzen, unsere Jugend, anvertraut, und wir wissen, daß sie bei ihm in guten Händen ist.'
Stadtdirektor Elicker gratulierte im Namen der Verwaltung und des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Elicker gab zu verstehen, daß man mit den Leistungen des Jubilars zufrieden sein könne. Fausten habe sich neben seinem Beruf auch einige Jahre um die Geschicke des Verkehrs- und Verschönerungsvereins bemüht. 'Wenn Ihre Forderungen manchmal auch etwas hoch waren, so müßen wir ihnen doch bescheinigen, daß alles, was Sie an und herantrugen, stets im Sinne der Schule und nur zum Wohle unserer Kinder diente.'
Rektor Czirba, der früher selbst an der Schule in Zons als Lehrer tätig war, dankte Fausten für die Zeit, die er mit ihm arbeiten durfte. 'Wenn wir auch damals in der schlechten Zeit mitunter mit Kalkstücken auf abgeschriebenen Tafeln schreiben mußten, weil eben nichts anderes da war, so war diese Zeit für uns doch ungeheuer fruchtbar.' Für die Schulpflegschaft wünschte Vorsitzender Klein dem Jubilar Gesundheit und Glück für die Zukunft und weiterhin fruchtbare Zusammenarbeit. Für das Stürzelberger Lehrerkollegium gratulierte Rektor Dr. Hein, der daran erinnerte, daß die gemeinsam durchstandene Notzeit die Menschen gleichzeitig auch formte.
Für die evangelische Kirchengemeinde Dormagen gratulierte Pastor Keller, der dem Jubilar alles Gute wünschte.
Dann aber kamen die Kinder zu Wort, die unter der Leitung von Fräulein Tasch ein Singspiel vortrugen, in dem sich der Ablauf eines Schultages widerspiegelte. Gedichte, Lieder, kleine Stegreifspiele, Rezitationen großer deutscher Dichter sowie selbstverfaßte Verse aus dem Zonser Schulleben wechselten einander ab, wobei die Kinder Instrumente (Xylophon, Akkordeon, Klavier) vortrefflich zu handhaben wußten. Die Zonser Schulkinder ließen dabei nicht die Möglichkeit aus, den anwesenden Stadtvertretern und dem Stadtoberhaupt ihre Wünsche vorzutragen (jedenfalls soweit es Werkraum und Kochküche betrifft).
Rektor Fausten bedankte sich herzlich für die vielen Glückwünsche und die schöne Feierstunde. Zur Ehre der Stadt Zons müsse er sagen, daß man sich stets bemühte, ein gutes Verhältnis zur Schule zu pflegen. Dies beweisen jedenfalls die Eintragungen einer alten Schulchronik aus dem vorigen Jahrhundert, die er aus den Trümmern gerettet und neu habe einbinden lassen. 'Ich werde auch weiterhin meinem Grundsatz treu bleiben, zu tun, was dem Kinde dient.'
Zu den Gratulanten des Tages gehörten auch die Zonser Vereinsvorstände, die ebenfalls ihre Aufwartung machten. – Die Feier schloß mit dem gemeinsamen Lied 'Lobet den Herrn'. Ihre Verbundenheit mit der Schule und ihren Lehrern bewiesen die 'Ehemaligen' mit einer kleinen Hobby-Schau, die eigens zu diesem Anlaß aufgebaut worden war."

Mathieu Fausten trat 1968 in den Ruhestand.

Engagement in Zons

Fausten war fünf Jahre Geschäftsführer des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, er war Vizevorsitzender des FC Zons 1911 e.V. und Ehrenvorsitzender der Sing- und Spielgemeinschaft. 1956 wurde er zum Rendanten der Kirchengemeinde St. Martinus Zons gewählt.

Belege

  1. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 134-135.
  2. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 128-129; PfAZ, Nr. 7, p. 178-179.
  3. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 174.
  4. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 182.