Nicolaus Kohl

Aus ZonsWiki
Version vom 2. Februar 2018, 20:22 Uhr von Zadmin (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nicolaus (Claus) Kohl (* in Dortmund), war von 1900 bis 1909 Bürgermeister von Zons, als Nachfolger von Hermann Heckmann und Vorgänger von Josef Trapet.

Vor der Ernennung zum Zonser Bürgermeister

Vor seiner Zeit in Zons war Kohl mehrere Jahre beim Landratsamt in Neuss als Bürogehilfe und Gemeindeempfänger von Kaarst tätig.[1]

Einführung in Zons

Nach längerer Zeit der Personalunion mit Nievenheim war mit Kohl erstmals wieder als Bürgermeister nur für Zons zuständig. Seine Einführung als Bürgermeisteramts-Verwalter durch den Neusser Landrat von der Leyen war am 14. September 1900. Am Abend des 29. September 1900 wurde ihm seitens der Gemeinde eine besondere Ehrung zuteil, wie die Pfarrchronik festhält:

Auf dem Schulplatze vor der Wohnung des Herrn Bürgermeisters hielt Pfarrer Otten eine Ansprache über das Amt des Bürgermeisters, worauf dieser mit einer Programmrede erwiederte. Hochrufe, Musikspenden und Gesänge wechselten miteinander ab. Hierauf machte das neue Oberhaupt mit Gemahlin eine Rundfahrt in Begleitung eines Fackelzugs durch die schön illuminierte Stadt. [...] Pfarrer Otten fuhr in demselben Wagen mit dem Bürgermeister.[2]

Die definitive Anstellung als Bürgermeister wurde im März 1901 publiziert.[3]

Engagement für die Zonser Geschichte und den Fremdenverkehr

Allgemein

Er setzte sich besonders für den Fremdenverkehr und die Geschichte des Ortes ein: Auf seine Initiative hin wurde 1904 der Verkehrs- und Verschönerungsverein gegründet, dessen Vorstand er angehörte. Im selben Jahr erhielt Zons auf seine Initiative hin das Recht, das heutige Stadtwappen zu führen. Das aus diesem Anlass gefeierte erste Stadtfest wurde wesentlich durch den Bürgermeister organisiert.

In der Fortbildungsschule, die im Herbst 1908 in den Gebäuden der Volksschule gestartet wurde, hielt Nicolaus Kohl Vorträge.[4]

Monografie "Zons am Rhein" (1904)

1903 recherchierte Kohl persönlich im Staatsarchiv in Düsseldorf sowie im Kölner Stadtarchiv und im Archiv des Erzbistums Köln zur Zonser Geschichte, denn er plante die Erstellung und Herausgabe der ersten Monografie zur Zonser Geschichte. Ihm war bekannt, dass der Pfarrer Adam Otten denselben Plan verfolgte. Als Otten's Zons-Buch dann bereits Ende 1903 erschien, war Kohl dementsprechend verärgert, wie er dem Staatsarchivleiter um die Jahreswende 1903/04 schreibt, denn damit habe der Pfarrer gegen eine mündliche Abmachung verstoßen. Jedenfalls sah sich Kohl nun mit der Fertigstellung sehr unter Zeitdruck, da er befürchtete, dass das Interesse an einem weiteren Buch mit der zunehmenden Verbreitung der Otten-Monografie erheblich abnehme. Seine Monografie "Zons am Rhein. Beiträge zur Geschichte der Stadt Zons" erschien dann Im Selbstverlag im August 1904, rechtzeitig zum Stadtfest (20./21. August). Das illustrierte Buch im Umfang von 110 Seiten kostete 1,- Reichsmark und war damit 0,60 Reichsmark günstiger als das 1903 von Pfarrer Adam Otten ohne Illustrationen erschienene Buch "Zons am Rhein" (Schwann-Verlag Düsseldorf, 144 Seiten), was Otten in der Pfarrchronik hervorhebt.[5]

Weggang von Zons und weitere Tätigkeit

Zum Weggang von Bürgermeister Kohl gibt es unterschiedliche Angaben: Laut der Pfarrchronik reichte er im Jahr 1909 auf Veranlassung von Landrat Alexander von Brandt seinen Rücktritt ein, wonach er eine Anstellung bei der "Mittelstands-Bewegung" in Düsseldorf fand.[6] Die Schulchronik hingegen berichtet, der Bürgermeister sei am 30. Juni 1909 in den Ruhestand getreten.[7]

Belege

  1. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf, Nr. 37, Jahrgang 1900, Mitteilung Nr. 1125; PfAZ, Nr. 6, S. 128-129.
  2. PfAZ, Nr. 6, S. 128-129.
  3. Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Düsseldorf, Nr. 13, Jahrgang 1901, Mitteilung Nr. 371.
  4. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 139.
  5. PfAZ, Nr. 6, S. 142.
  6. PfAZ, Nr. 6, S. 174.
  7. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 142.