Sophia Löhse: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 2. Februar 2018, 20:31 Uhr

Sophia Löhse (* in Langenholthausen) war 1877-1898 Lehrerin der Mädchen-Oberklasse der Zonser Volksschule.

Lehrtätigkeit

Vor ihrem Wechsel nach Zons hat Sophia Löhse an der Volksschule in Stürzelberg unterrichtet. Zum 1. April 1877 wurde sie Lehrerin an der Mädchen-Oberklasse der Zonser Volksschule.[1] Zuvor hatten die Franziskanerinnen den Unterricht in dieser sowie der gemischten Unterklasse erteilt, die ihre Lehrtätigkeit aufgrund des Kulturkampfes wieder an weltliche Lehrkräfte abgeben mussten. Sophia Löhse erhielt als Gehalt 1.050 Reichsmark und freie Wohnung.[2]

Krankheit und Pensionierung

Bereits am 12. Dezember 1887 musste Sophia Löhse auf Anraten eines Kölner Spezialarztes aufgrund eines Halsleidens die Unterrichtung für unbestimmte Zeit unterbrechen und ein Hospital in Köln aufsuchen. Erst am 1. Mai 1888 konnte sie den Unterricht wieder aufnehmen. Ihre Stellvertretung übernahmen (ohne, dass ihnen hierfür eine Extravergütung gewährt wurde) die Zonser Lehrerkollegen Franz Zanders und Rudolf Claus.[3] Auch vom 19. November 1889 bis zum 17. Februar 1890 fiel sie krankheitshalber aus; diesmal aufgrund eines Leberleidens. Wieder übernahmen die Kollegen Franz Zanders und Rudolf Claus ihre Stellvertretung, indem Ersterer mit Genehmigung der Regierung die Unterrichtung der Kinder der Schuljahre 4 bis 8, Letzterer die der Jahre 1 bis 3 übernahm. Wieder wurde den lehrern hierfür keine Extravergütung gewährt.[4] Krankheitsbedingt bat Sophia Löhse im Januar 1898 bei der höheren Behörde um ihre Pensionierung. Nachdem dieser Bitte entsprochen worden war, trat sie im April 1898 in den Ruhestand.[5] Pfarrer Otten beschreibt in der Pfarrchronik den Abschied der offenbar sehr beliebten Lehrerin ausführlich:

"Wegen öfterer und vielfacher Krankheit sah sie sich genötigt, anfangs 1898 um ihre Pensionierung einzukommen, welche gewährt wurde. Am 5. April fand seitens der Lehrpersonen mit den Schulkindern in der Mädchenklasse eine Abschiedsfeier statt, an welcher viele, namentlich die ehemaligen Schülerinnen der Fräulein Löhse, teilnahmen. Es wurde der Scheidenden ein schönes Kruzifix zum Geschenk gemacht. Am 18. April 1898 war wiederum in der festlich geschmückten Mädchenklasse eine Feier, wobei auch der Kreisschulinspektor Dr. Finkenbrink und der Lokalschulinspektor Pfarrer Otten anwesend waren. Ersterer überreichte im Auftrage der Behörde Fräulein Löhse eine Prachtausgabe des 'Thomas von Kempen' als Lohn und Anerkennung ihrer treuen Wirksamkeit. Der Herr Kreisschulinspektor und Pfarrer Otten hielten Ansprachen. Endlich feierten am 20. April 1898 im Saale des Reiner Peters [später Gaststätte "Zum Stern", in der heutigen Schloßstraße] viele Lehrerinnen aus dem Kreise Neuss und die Lehrpersonen von Zons und Stürzelberg im Beisein des Herrn Dechanten Heimbach von Dormagen und des Pfarrers Otten einen Abschied für Fräulein Löhse. Die Kolleginnen überreichten Geschenke. Unter Vortrag von Abschiedsgedichten, heiteren Reden, Scherzen und Gesängen und bei gutem Kaffe verlief die Abschiedsfeier. Fräulein Löhse verdiente vollauf die ihr dargebrachten Ovationen; sie war eine ebenso gute und brave, als tüchtige und gewissenhafte Lehrerin, ein Muster und Vorbild für die ganze Gemeinde, von ihren Kollegen und Schülerinnen nicht nur, sondern auch von allen sehr hoch geschätzt. Von sehr schmerzlicher Krankheit heimgesucht, lebt sie noch heute, Ende 1907, in ihrer Heimat Langenholthausen bei den Geschwistern. Möge der liebe Gott ihr noch manche gesunde und fröhliche Tage bescheren.“’’[6]

Sonstiges

Sophia Löhse war Patin der am 16. Dezember 1881 in Zons geborenen Adele Ursula Sophia Zanders, Tochter des Hauptlehrers Franz Zanders, die bereits im Alter von zwei Tagen in Zons verstarb.[7]

Belege

  1. Amtsblatt der Regierung Düsseldorf, Nr. 10, 1877, Mitteilung Nr. 638.
  2. Christa Gladden, Die Entwicklung des Schulwesens in Zons seit Beginn des 19. Jahrhunderts, in: BlGZSt, Bd. V (1987), S. 16-40, hier: S. 26-27.
  3. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 31, p. 33.
  4. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 47.
  5. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 75.
  6. PfAZ, Nr. 6, p. 119-120. Vgl. auch die ausführlicheren Schilderungen in der Zonser Schulchronik: AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 15, p. 75-78.
  7. Lisken-FBZ, S. 855.