Kreismuseum

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Das KreisMuseum Zons (Museum des Rhein-Kreises Neuss) ist eine am 24. Mai 1972 eröffnete Kultureinrichtung in Zons. Es ist im Bereich der Vorburg der Burg Friedestrom untergebracht und bildet zusammen mit dem Archiv im Rhein-Kreis Neuss, dem Internationalen Mundartarchiv Ludwig Soumagne sowie einer Veranstaltungshalle ein regionales Kulturzentrum.

Geschichte und Entwicklung

Die Planungen zur Errichtung eines Heimatmuseums für den damaligen Kreis Grevenbroich begannen im Jahr 1956. Nachdem Standorte in Grevenbroich, Wickrath und Jüchen verworfen worden waren, bot die Stadt Zons nach dem Erwerb des Schlossgeländes im Jahr 1962 die dortigen Gebäude an. Im Jahr 1963 fiel die Entscheidung für Zons als dauerhaften Sitz des Museums.

Unter der wissenschaftlichen Leitung der ersten Direktorin Helene Blum-Spicker entwickelte sich das Haus von einer anfänglichen Galerie ohne eigenen Fundus zu einem überregional bedeutenden Spezialmuseum. Ein wesentlicher Teil der Konzeption basierte auf der Idee des Museumspflegers Wilhelm Borger, das Fehlen eigener Bestände durch häufig wechselnde Sonderausstellungen zu kompensieren. Seit 2017 wird das Museum von Anna Karina Hahn geleitet; von 2007 bis 2017 war Angelika Riemann die Leiterin.

Gebäude und Architektur

Das Museum umfasst heute drei bauliche Komplexe, die verschiedene Epochen repräsentieren. Das im Kern barocke Herrenhaus der Vorburg aus dem 17. Jahrhundert dient als Haupteingang und beherbergt Ausstellungsräume sowie einen für Konzerte genutzten Gewölbekeller mit zwei Brunnenanlagen.

Der ehemalige Pferdestall aus Backstein wurde im Jahr 1974 als zweiter Bauabschnitt für Museumszwecke restauriert. In ihm befindet sich eine Stuckdecke von 1652, die Szenen der Weihnachtsgeschichte zeigt und ursprünglich aus einem Patrizierhaus in Emmerich stammt.

Im Jahr 1994 wurde ein moderner Erweiterungsbau fertiggestellt. Die Konstruktion aus Glas und Stahl ermöglicht eine transparente Präsentation der Sammlungsbestände.

Sammlungen

Das Kreismuseum verfügt über mehrere Sammlungsgebiete von überregionaler Bedeutung. Der bedeutendste Eigenbestand ist die Jugendstil-Zinn-Sammlung mit über 1200 Einzelstücken; hinzu kommt die Orivit-Sammlung von Gertrud Funke-Kaiser.

Zum Bestand gehört außerdem das Lebenswerk des Kölner Malers und Zonser Ehrenbürgers Theo Blum, das mehrere tausend Arbeiten umfasst. 1989 kamen durch die Schenkung des Textilkünstlers Helmut Hahn rund 900 Werke hinzu, darunter textile Wandbehänge.

Eine kleine archäologische Abteilung präsentiert Funde aus den Ausgrabungen im Bereich der Burg Friedestrom. Zu den Exponaten gehören merowingerzeitliche Funde, mittelalterliche Keramik und gusseiserne Mörser aus dem 15. Jahrhundert.

Veranstaltungen und Pädagogik

Das Museum bietet Sonderausstellungen, Dichterlesungen, Kammerkonzerte und Vortragsreihen. Zu den jährlichen Höhepunkten gehören der Ostereiermarkt und der vorweihnachtliche Adventsmarkt, auf denen Kunsthandwerker ihre Arbeiten präsentieren.

Museumsleitung

Quellen und Literatur

  • Helene Blum-Spicker: 600 Jahre Stadt Zons. 1373–1973. 5. Auflage, Dormagen 1985
  • Karl Emsbach: 10 Jahre Kreismuseum Zons. In: Almanach für den Kreis Neuss 1983, S. 5–11
  • Karl Emsbach: Zons. Portrait einer alten Stadt. Dormagen 2000
  • Angelika Riemann: Zum Titelbild: Kontinuität und Wandel im KreisMuseum Zons. In: Der Niederrhein, H. 1/2011, S. 2–4
  • Maria Heer: „Was ein Museum alles kann ...“. Zons als Modell: Denkmalpflege und moderne Architektur schufen ein Kulturzentrum für die Region. In: Neues Rheinland, 40. Jg. (1997), Nr. 7, S. 12–13
  • Marion Roehmer: Burg Friedestrom in Zons. Mittelalterliche Keramik und Baubefunde einer rheinischen Zollfestung. Köln 1998