Schweinebrunnen

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Der Schweinebrunnen ist eine im Jahr 1959 errichtete Brunnenanlage in Zons, die sich vor dem ehemaligen Feldtor befindet. Das Denkmal erinnert an ein markantes Ereignis der Stadtgeschichte, die sogenannte Zonser Schweinefehde aus dem 16. Jahrhundert.

Entstehung und Gestaltung

Der Brunnen wurde nach einem Entwurf des Düsseldorfer Bildhauers Bernhard Lohf (1887–1970) aus Mayener Basaltlava gestaltet. Die Anlage war ein Geschenk des "Niederrheinisch-Bergischen Gemeinschaftswasserwerks" an die Stadt Zons. Die zentrale Figurengruppe des Brunnens zeigt einen in die Ferne schauenden Mann mit fünf wasserspeienden Schweinen. Eine seitlich angebrachte Inschrift erläutert den historischen Hintergrund, wobei sie fälschlicherweise vermerkt, die Zonser hätten die geraubten Schweine selbst zurückerhalten; tatsächlich wurde ihnen nach dem Ende des Streits lediglich der Geldwert der Tiere erstattet. Die Einweihung durch Bürgermeister Hermann Schmitz und Stadtdirektor Johann Scheer erfolgte im November 1959.

Im Jahr 1987 wurde der Platz um den Brunnen neu gestaltet und die Anlage durch fünf lebensgroße Bronzeschweine des Kölner Bildhauers Herbert Labusga (* 1939) ergänzt, um den Platz aufzuwerten und insbesondere für junge Besucher attraktiver zu gestalten.

Die endgültige Gestaltung der bronzenen Tiere 1987 sorgte im Vorfeld für eine humorvolle Debatte in den städtischen Gremien: Nachdem der Kulturausschuss der Stadt Dormagen das erste Musterschwein bereits abgenickt hatte, intervenierte ein ortsansässiger Landwirt in der entscheidenden Ratssitzung. Er bemängelte aus fachlicher Sicht, dass der Ringelschwanz des Modells nach links eingedreht war – biologisch korrekt ringele sich ein Schweineschwanz von hinten betrachtet jedoch stets nach rechts. Die Fraktionen nahmen den Einwand unter großem Gelächt auf und erteilten dem Künstler die formelle Auflage, die Bronzeschweine ausschließlich als "rechtsdrehende Säue" auszuführen.

Historischer Hintergrund

Das Motiv des Brunnens bezieht sich auf den Konflikt zwischen dem Kölner Erzbischof Salentin von Isenburg (1532–1610) und dem Kölner Domkapitel in den Jahren 1575 bis 1577.

Um seinen Besitzanspruch auf das verpfändete Zons zu untermauern, ließ Salentin durch seine Soldaten eine Herde von 50 Schweinen, die dem Amtmann des Domkapitels 1574–1586 Herzog Friedrich von Sachsen-Lauenburg (1554–1586), Chorbischof, gehörte, von den Weiden im Mühlenbusch nach Kaiserswerth und Linn treiben. Die Zonser Bürger und ihr Amtmann leisteten Widerstand, woraufhin sich ein diplomatischer Kleinkrieg entwickelte. Der Streit endete siegreich für Zons, als Salentin von seinem Amt zurücktrat und der Stadt Schadenersatz für die Tiere geleistet wurde.

Die "Schweinefehde" war der Stoff des gleichnamigen von Martin Schaefer geschriebenen Schauspiels, das erstmals 1939 auf der Zonser Freilichtbühne aufgeführt wurde.

Bedeutung für das öffentliche Leben

Der Standort des Brunnens war bereits vor seiner Errichtung unter dem Namen "Pohl" (von Pfuhl) ein zentraler Versammlungsort der Gemeinde.

Seit der Umgestaltung des Platzes und dem Abriss der alten Schule im Jahr 1967 nutzt die St. Hubertus-Schützengesellschaft das Areal für die jährliche Jubilarehrung und die Frühparade.

Die Aufstellung der Bronzeschweine im Jahr 1987 löste zunächst öffentliche Debatten darüber aus, ob eine Ehrung von Schützenjubilaren zwischen "grunzendem Borstenvieh" angemessen sei. Diese Bedenken erwiesen sich jedoch als unbegründet.

Traditionell wird am Schweinebrunnen am 1. Mai jeden Jahres die touristische Saison mit einem Volksfest und dem Maibaumsetzen eröffnet.

Quellen und Literatur

  • Karl Emsbach: Zons – Portrait einer alten Stadt. Dormagen 2000