Heinz Riffel: Unterschied zwischen den Versionen

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Heinz Riffel war seit 1922 verheiratet mit Katharina Hahn (*18. April 1897 in Zons; † 25. Februar 1991 in Neuss), Tochter des [[Johann Hahn]], Inhaber des [[Gaststätte "Zum Volksgarten"|Restaurants "Zum Volksgarten"]] vor dem [[Rheintor]], und der Anna geborene Hesemann.<ref>''Lisken-FBZ'', S. 261.</ref> Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Das Paar bezog 1927 unmittelbar hinter dem [[Gaststätte "Zum Volksgarten"|"Volksgarten"]] an der [[Gartenstraße]], der heutigen [[Parkstraße]], ein neu errichtetes Wohnhaus, das noch heute existiert (heute Parkstr. 3).<ref>Der Gemeinderat bewilligte in seiner Sitzung vom 21. September 1927 eine Hypothek von 5.000,- Reichsmark für den Hausbau (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 210.</ref> 1941 ließ Heinz Riffel sich von seiner Frau scheiden und zog nach [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]. Er heiratete noch ein zweites Mal und lebte mit seiner zweiten Frau Marlene zuletzt in [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen], wo er 1965 starb.<ref>[[Jost Auler]], ''Händchen für Heimat und Heilkraut - Portrait des Zonser Heimatforschers Riffel/ Museum und Schauspiel lagen ihm am Herzen'', in: NGZ vom 29. Januar 1985.</ref>
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Heinz Riffel war seit 1922 verheiratet mit Katharina Hahn (* 18. April 1897 in Zons; † 25. Februar 1991 in Neuss), Tochter des [[Johann Hahn]], Inhaber des [[Gaststätte "Zum Volksgarten"|Restaurants "Zum Volksgarten"]] vor dem [[Rheintor]], und der Anna geborene Hesemann.<ref>''Lisken-FBZ'', S. 261.</ref> Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Das Paar bezog 1927 unmittelbar hinter dem [[Gaststätte "Zum Volksgarten"|"Volksgarten"]] an der [[Gartenstraße]], der heutigen [[Parkstraße]], ein neu errichtetes Wohnhaus, das noch heute existiert (heute Parkstr. 3).<ref>Der Gemeinderat bewilligte in seiner Sitzung vom 21. September 1927 eine Hypothek von 5.000,- Reichsmark für den Hausbau (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 210.</ref> 1941 ließ Heinz Riffel sich von seiner Frau scheiden und zog nach [https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%BCsseldorf Düsseldorf]. Er heiratete noch ein zweites Mal und lebte mit seiner zweiten Frau Marlene zuletzt in [https://de.wikipedia.org/wiki/Solingen Solingen], wo er 1965 starb.<ref>[[Jost Auler]], ''Händchen für Heimat und Heilkraut - Portrait des Zonser Heimatforschers Riffel/ Museum und Schauspiel lagen ihm am Herzen'', in: NGZ vom 29. Januar 1985.</ref>
  
 
== Engagement für Zonser Geschichte und Fremdenverkehr ==
 
== Engagement für Zonser Geschichte und Fremdenverkehr ==

Aktuelle Version vom 29. Juni 2021, 15:11 Uhr

Heinz Riffel 1938.
Heinz Riffel mit Schulklasse um 1930.

Heinrich Adam Josef Riffel (* 7. März 1895 bei Bingen; † 1965 in Solingen) war 1918-1922 und 1927-1941 Lehrer an der Zonser Volksschule. Er hat sich vielfältig für die Zonser Stadtgeschichte engagiert, so durch Veröffentlichungen, die Planung und Umsetzung des Heimatmuseums im Rheinturm sowie der Freilichtbühne im Zwinger von Schloss Friedestrom.

Lehrtätigkeit

Heinz Riffel unterrichtete vom 20. August 1918 bis zum 1. April 1922 und vom 1. Oktober 1927 bis zum 1. September 1941 an der Zonser Volksschule. Am 2. Februar 1920 absolvierte er in Zons vor den Herren Schulrat Dr. Sondermann, Seminaroberlehrer Loef und Hauptlehrer Peter Breuer seine zweite Lehramtsprüfung.[1] Am 1. April 1922 wechselte er durch Stellentausch nach Kempenich. Für ihn kam am 25. April des Jahres der dortige Lehrer Hanns Dederichs an die Zonser Volksschule.[2]

Riffel unterrichtete bis Ende September 1927 an der Volksschule in Kempenich. Am 1. Oktober 1927 übernahm er wieder die Unterrichtung in Zons von Hanns Dederichs, der bereits zum 1. September nach Köln gewechselt ist.[3]

Ab dem 1. September 1941 unterrichtete Riffel an einer Schule in Uedesheim, später in Neuss. Seine Nachfolgerin in Zons wurde Käthe Rasten.

Familie

Heinz Riffel war seit 1922 verheiratet mit Katharina Hahn (* 18. April 1897 in Zons; † 25. Februar 1991 in Neuss), Tochter des Johann Hahn, Inhaber des Restaurants "Zum Volksgarten" vor dem Rheintor, und der Anna geborene Hesemann.[4] Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Das Paar bezog 1927 unmittelbar hinter dem "Volksgarten" an der Gartenstraße, der heutigen Parkstraße, ein neu errichtetes Wohnhaus, das noch heute existiert (heute Parkstr. 3).[5] 1941 ließ Heinz Riffel sich von seiner Frau scheiden und zog nach Düsseldorf. Er heiratete noch ein zweites Mal und lebte mit seiner zweiten Frau Marlene zuletzt in Solingen, wo er 1965 starb.[6]

Engagement für Zonser Geschichte und Fremdenverkehr

Riffel engagierte sich vielfältig ortsgeschichtlich und im Fremdenverkehr: Auf seine Initiative hin wurde 1931 das Heimatmuseum im Rheinturm eröffnet, das bis 1958 bestand. Er fertigte zusammen mit seinen Schülern bis Anfang 1929 ein aufwändiges Stadtmodell, das ab 1931 im Heimatmuseum ausgestellt wurde und heute in der Touristinfo Zons steht.[7] Nachdem bereits 1930 ein kleinerer Beitrag zur Geschichte der Zonser Windmühle von ihm erschienen war[8], wurde 1933 der Fremdenführer "Zons und seine Stadtmauern" aus seiner Feder veröffentlicht.[9] 1935 wurde unter seiner tatkräftigen Mitwirkung im Zwinger von Schloss Friedestrom die Freilichtbühne eröffnet. Er wirkte in den Anfangsjahren der Bühne auch selbst als Darsteller mit.

In der Sitzung des Gemeinderats vom 18. Mai 1942 würdigte Bürgermeister Flücken das große Zons-Engagement von Riffel:

"Herr Riffel habe sich große Verdienste um die Einrichtung und Verwaltung des Museums, der Volksbücherei, des Fremdenverkehrs, der Freilichtbühne und nicht zuletzt um den Luftschutz und die Kriegschronik erworben. All diese Tätigkeiten habe H. Riffel ehrenamtlich, mit großer Liebe und Hingabe ausgeführt. Dafür gebühre ihm Dank und Anerkennung der Stadt Zons."

Im Zweiten Weltkrieg (Luftschutz und Kriegschronik)

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs organisierte Riffel den Luftschutz in Zons. Er führte eine Zonser (Schul-)Kriegschronik, die den Krieg leider nicht überstanden hat: Im März 1943 sollte die Zonser Volksschullehrerin Käthe Rasten diese Chronik fortsetzen. Dazu wurde auch das Fotomaterial zur Chronik von Riffel aus seinem Haus in Düsseldorf nach Zons gebracht. Am 28. Juni 1943 schreibt Riffel an den Zonser Bürgermeister, er wolle in der kommenden Zeit eine Reinschrift der Kriegschronik verfassen. Dies sei jedoch aufgrund der Zeitumstände schwierig. Am 6. Juni 1944 schreibt er, sein Haus sei bei einem Fliegerangriff getroffen worden, wobei sein gesamtes ortsgeschichtliches Material vernichtet wurde. Offenbar ist dabei auch die Kriegschronik zerstört worden, weshalb heute nur noch das Fotomaterial erhalten ist.[10]

In einem Entnazifizierungsverfahren wurde er kurz nach dem Krieg in die Kategorie V (unbelastet) eingestuft.[11]

Belege

  1. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 60.
  2. AiRKN, DO 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 69.
  3. AiRKN, Do 08, Schulchroniken Dormagen, Nr. 16, p. 86-87.
  4. Lisken-FBZ, S. 261.
  5. Der Gemeinderat bewilligte in seiner Sitzung vom 21. September 1927 eine Hypothek von 5.000,- Reichsmark für den Hausbau (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 210.
  6. Jost Auler, Händchen für Heimat und Heilkraut - Portrait des Zonser Heimatforschers Riffel/ Museum und Schauspiel lagen ihm am Herzen, in: NGZ vom 29. Januar 1985.
  7. Der Gemeinderat nahm in seiner Sitzung vom 13. März 1929 zur Kenntnis, dass das Stadtmodell der Gemeinde übereignet werden sollte. Für Materialien hat Riffel 400,- Reichsmark erhalten. In seiner Sitzung vom 1. Oktober 1929 bewilligte der Gemeinderat 135,- Reichsmark für den Ankauf des Modells (AiRKN, DO 07, Ratsprotokolle Dormagen, Nr. 85, p. 240, p. 258.
  8. Riffel, Heinz: Historische Windmühle in Zons am Rhein, in: Beiträge zur Geschichte und Technik der Industrie 20 (1930), S. 160-161.
  9. Riffel, Heinz: Zons und seine Stadtmauern, hg. v. Peter Norff (Köln), Köln-Deutz o.J. [1933].
  10. AiRKN, Augias 146.
  11. LAV_NRW_R, NW 1014-EF, Nr. 3132.