Schwieren-Chroniken

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Eine der bedeutendsten Quellen zur Geschichte von Zons im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert sind die chronikalischen Aufzeichnungen des Zonser Küsters, Lehrers und Ratsherrn Johannes Peter Schwieren (1704–1775) und seines Sohnes Johannes Hermann (1753–1826). Die über hundert Jahre verschollen geglaubten Aufzeichnungen wurden Ende 1998 von Thomas Schwabach in einem Sammlungsbestand im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf (heute Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland in Duisburg) wiederentdeckt. In den folgenden Jahren erfolgte durch denselben die Transkription und wissenschaftliche Bearbeitung, die in einer gedruckten Edition 2005[1] mündete. Für den hier vorliegenden Text wurde diese Edition verwendet und – wo nötig – überarbeitet.

Vorbemerkungen

Überlieferungsgeschichte der Handschriften

Die beiden äußerlich recht unscheinbaren Hefte oder Bändchen mit den Aufzeichnungen der Familie Schwieren liegen heute im Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland im Sammlungsbestand Guntrum, in loser Form in einer Mappe mit diversem Schriftgut zu Zons und mehreren benachbarten Orten.[2]Zusammen mit zahlreichen anderen Akten und Unterlagen ist der Sammlungsteil am 18. Dezember 1890 dem damaligen Königlichen Staatsarchiv in Düsseldorf unter der Bedingung übergeben worden, dass die Dokumente in der bestehenden Form zusammenbleiben.[3]

Über den Sammler Carl Guntrum (1803–1891) sind wir gut informiert.[4] In Düsseldorf als Sohn eines gut situierten Weinhändlers geboren, ging er dem väterlichen Erwerb nach und war zudem als Kaufmann tätig. Er nahm verschiedene öffentliche Aufgaben wahr. So war er zeitweilig stellvertretender Vorsitzender der Handelskammer Düsseldorf und engagierte sich im Vorstand der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf. Guntrum unterhielt u.a. gute Kontakte zu hoch angesehenen Kreisen der Geschichtswissenschaften, der Archäologie und des Archivwesens, so verkehrte er beispielsweise viele Jahre freundschaftlich mit dem Archäologen Constantin Koenen und dem Archivrat Theodor Joseph Lacomblet.[5] Bereits in seiner Kindheit hatte Guntrum ein leidenschaftliches Interesse für die Geschichte Düsseldorfs und der Umgebung entwickelt. So begann er schon früh mit der Sammlung von diversen Quellen zur Geschichte der Region, für die es zunächst noch keinen geeigneten zentralen Aufbewahrungsort gab. Im Laufe der Jahrzehnte kam so eine sehr beachtliche Sammlung zustande, die von archäologischen über bildliche bis zu archivalischen Quellen reicht. Mittel- und langfristig war er bestrebt, dass seine Stücke in öffentliche Hand kamen, um sie so für die spätere wissenschaftliche Forschung dauerhaft zu sichern. Ein Teil seiner Sammlung bildete den Grundstock des Historischen Museums der Stadt Düsseldorf, des heutigen Stadtmuseums, das er auch als Vorstandsmitglied tatkräftig förderte. In seinen letzten Lebensjahren übergab der ledig gebliebene und seit Jahren völlig erblindete Guntrum teils gegen eine Entschädigung in mehreren Zugängen u.a. dem Staatsarchiv Düsseldorf, dem heutigen Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, eine beachtliche Sammlung von Schriftdokumenten des 14.–19. Jahrhunderts, darunter das erwähnte Konvolut mit den Schwieren-Autografen. Guntrum starb am 6. März 1891. Kurz darauf gingen zahlreiche weitere Sammlungsstücke an öffentliche Einrichtungen.

Carl Guntrum ist – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – kaum mit eigenen Veröffentlichungen hervorgetreten. Stattdessen stellte er seine Sammlung sehr bereitwillig zu Forschungszwecken zur Verfügung. Da in einem Aufsatz aus dem Jahr 1857 in den Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein auf die Schwieren-Aufzeichnungen Bezug genommen wird[6], ist davon auszugehen, dass sich die Autografen bereits zu diesem Zeitpunkt im Besitz Guntrums befanden. Wann genau und wie er in deren Besitz gekommen ist, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Jedenfalls wird die Übergabe in den 24 Jahren zwischen dem letzten Eintrag 1823, wahrscheinlicher jedoch nach dem Tod des Johannes Hermann Schwieren 1826, und 1857 stattgefunden haben.

1880 oder früher übergab Guntrum das ältere der beiden Schwieren-Autografen dem Krefeld-Fischelner Antiquar und Verleger Johannes Peter Lentzen leihweise zur Benutzung, damit dieser Auszüge daraus edieren konnte. Vermutlich hat der Düsseldorfer den Händler auf diese bedeutende Quelle aufmerksam gemacht. Im Juni 1880 erschien unter dem Titel "Aus dem Tagebuche eines Küsters in Zons" ein erster Teilauszug in der zweiwöchentlich erschienenen Zeitschrift "Heimathskunde – Zeitschrift für niederrheinische Geschichte und Alterthumskunde", die von Lentzen und dem Uerdinger Heinrich Faust herausgegeben wurde. In den einleitenden Bemerkungen weist der Antiquar darauf hin, dass die Aufzeichnungen "Manches enthalten, was für die ganze Gegend von Interesse ist, dieselben auch auf Zuverlässigkeit Anspruch machen dürfen, indem die Schreiber dieser Notizen ja die Augenzeugen der Ereignisse waren." Mit einem weiteren Teilauszug im folgenden Heft fand diese erste Edition von Einträgen, die den Zeitraum 1733–1738 umfasste, bereits ihren Abschluss.[7] Offenbar bereitete Lentzen daraufhin die umfassendere Edition (1733–1796) vor, die er im Januar 1881 im Düsseldorfer Sonntagsblatt, einer Beilage zum Düsseldorfer Volksblatt, startete und im Juli desselben Jahres abschloss.[8] 1885 bis 1887 schließlich erfolgte durch ihn die dritte Edition von Teilauszügen (1733–1752) in der von ihm und Faust in zwangloser Folge herausgegebenen Zeitschrift "Der Niederrhein. Zeitschrift für niederrheinische Geschichte und Alterthumskunde".[9]

Diese erste recht umfangreiche Edition stützte sich ausschließlich auf das erste Autograf. Warum nicht auch das zweite Heft herangezogen wurde, könnte mit der etwas anderen inhaltlichen Gewichtung zusammenhängen (s.u.). Aus dem ersten Heft wird zwar ein Großteil wiedergegeben, doch genügen diese Auszüge kaum wissenschaftlichen Ansprüchen. So finden sich nur wenige Erläuterungen, Auslassungen wurden nicht oder kaum kenntlich gemacht, es wurde zum Teil falsch transkribiert oder gelegentlich sogar ein Eintrag mit anderen Worten zusammengefasst. Da jedoch die Originalhandschrift über 100 Jahre verschollen war, stützte sich die Forschung lange auf die Auszüge in "Heimathskunde" und "Der Niederrhein", die 1992 in einem Beitrag zusammenhängend ediert wurden.[10]

Die Autografen

Eine Doppelseite aus dem ersten Autografen zu den Jahren 1771–1776. Rechts unten ist der erste Eintrag Johannes Hermann Schwierens nach dem Tod des Vaters.

Die Aufzeichnungen der Familie Schwieren in der Sammlung Guntrum verteilen sich auf zwei Manuskripte. Das erste im Format 17,2 x 21,2 cm besteht aus drei Lagen (Seiten 1r-20v, 21r-36v, 37r-44v) bzw. 44 Blättern, die später jeweils auf der Vorderseite rechts oben mit Bleistift foliiert wurden. Zusätzlich trägt Heft 2 eine Foliierung in blauem Buntstift jeweils auf der retro-Seite links oben, die nur für die Folioseiten 1r-12r bzw. wieder ab 34r korrekt ist, da versehentlich das Blatt 13 übersprungen wurde und dieser Irrtum erst auf Blatt 34 korrigiert worden ist. Die Bleistiftfoliierung dürfte demnach jüngeren Datums sein. Als Umschlag dienen zwei etwa 1 mm starke Pappen, wobei sich eine vom rechten äußeren Rand der Manuskriptvorderseite bis zur Mitte der Rückseite erstreckt, die zweite, von außen jeweils mittig angenäht, zieht sich von der Mitte der Vorderseite bis zum linken äußeren Rand der Rückseite. Letztere ist im hinteren Teil stark abgenutzt und zerfleddert, so dass etwa ein Drittel der Pappe nicht mehr vorhanden ist, insbesondere im inneren Bereich, wo sie teilweise abgeschnitten wurde. Die Beschädigungen der Manuskriptrückseite sind vor allem auf Feuchtigkeitseinwirkungen zurückzuführen; große Rostflecke ziehen sich über die gesamte Rückseite und drücken in der linken (äußeren) Hälfte teilweise bis Blatt 42 durch. Die Schrifttinte der Blätter 42-44 ist hier in einem Bereich stark ausgewaschen und auf Blatt 44 fast unlesbar. Offenbar hat das Manuskript längere Zeit auf einem feuchten metallischen Untergrund gelegen. Der innere Pappumschlag zeigt auf der Innenseite eine in der Bindung um 145 Grad nach links gedrehte farbige Wappendarstellung, die am unteren Manuskriptrand angeschnitten ist und sich von der Umschlagvorder- bis zur Umschlagrückseite zieht. Das Wappen ist also eindeutig schon vor der Einbindung aufgemalt worden. Es zeigt eine Grafenkrone (fünf Blätter) und weist im Schild zwei rote Balken in Gold auf. Über diesem sind noch die letzten vier Buchstaben ("orst") eines Wortes erhalten. Wahrscheinlich handelt es sich um das Wappen der Grafen von Oldenburg-Delmenhorst. Außer dem Wappen befinden sich auf der Pappinnenseite noch mehrere rote Siegelwachsflecke. Das Autograf, das auf Folio 1r betitelt ist mit: "Annotatio, was durch das Jahr geschehet und sich zugetragen hatt anno 1733 Johannes Petrus Schwieren, pro tempore Custos Zontinensis"[11], ist durchgängig beschrieben und umfasst den Zeitraum von Juli 1733 bis Februar 1796.

Eine Doppelseite aus dem zweiten Autografen mit Einträgen aus den Jahren 1757–58.

Das zweite Manuskript hat das Format 21 x 33 cm und besteht aus einer Lage von ursprünglich 48 Blättern, wovon jedoch im hinteren Teil nur noch 17 Blätter vorhanden sind; herausgetrennt wurde ein Blatt zwischen den Seiten 31v und 32r, von Blatt 41 ist der untere Teil abgeschnitten, die sechs folgenden Blätter wurden herausgetrennt bzw. -gerissen. Wie das erste Manuskript ist auch dieses nachträglich mit Bleistift jeweils auf der Vorderseite rechts oben paginiert worden. Von dem Pappumschlag ist vorne nur noch etwa ein Drittel vorhanden, der Rest ist abgerissen und nicht mehr vorhanden. Auch im hinteren Teil ist diese Pappe kaum noch erhalten; sie geht nur noch knapp über den Heftrücken. Eine zweite, in die Heftnaht außen genähte Pappe erstreckt sich über die gesamte Manuskriptrückseite und hat zahlreiche Schmutzflecke (Feuchtigkeits- und Tintenflecke). Auf der inneren Umschlagpappe ist eine bereits vor dem Einbinden vorhanden gewesene, wenige Zentimeter hohe Darstellung in roter Farbe zu sehen: "Mc+", mit Krone über dem Kreuz. Die untere Zeile ist offenbar Teil einer Jahresangabe in römischen Ziffern. Auf der hinteren, größeren Pappe finden sich außer dem von Schwieren aufgeschriebenen Spruch[12] noch eine senkrecht dazu und darunter verlaufende Notiz, die somit offenbar ebenfalls bereits vor dem Einbinden vorhanden gewesen sein muss: "Wir Vrau Besehesche Hitorff Caton [?] 2 ¾ [...][13] 16 Pfund". Bei dieser Notiz, die von der Frau oder Witwe des Zonser Zollbesehers Jacob von Hittorff (1692–1700)[14] gemacht worden ist, handelt es sich wahrscheinlich um eine Waren- oder Lieferangabe für eine größere Menge Baumwolle (Karttun). Die Besehersfrau ist demnach die Händlerin oder Verkäuferin gewesen. Schließlich ist auf der Pappe noch im unteren Bereich der Namenszug "Schwartz D" (eine Unterschrift?) zu lesen, ohne dass hierzu Näheres bekannt ist. Das sehr dicht beschriebene und nicht betitelte Manuskript wurde im Januar 1750 begonnen und im Januar 1823 geschlossen.

Die Familie Schwieren und das Küsteramt

Als Schreiber tritt uns im 1733 angelegten Titel zum ersten Heft der Küster Johannes Peter Schwieren entgegen.[15] Geboren ist er in Zons 1704 als Sohn des Küsters Peter Schwieren und der Margarethe geborene Schwidden, die in Zons 1697 geheiratet hatten. Die Mutter war aus Zons gebürtig, über die Herkunft des Vaters ist nichts Näheres bekannt. Lediglich die Namen der Großeltern väterlicherseits sind überliefert (Johannes Schweren und Elisabeth geborene Cönen).[16] Die verwandtschaftlichen Verhältnisse lassen eine Herkunft der Familie Schwieren aus dem Kölner Raum vermuten.

Johannes Peter Schwieren, Rufname Peter, hatte insgesamt sieben Geschwister, von denen zwei bereits im Kleinkindalter verstarben. Der Vater Peter Schwieren war von 1696 bis zu seinem Tod 1729 Küster an der katholischen Pfarrkirche St. Martinus Zons. Noch 1729 wurde der 25-jährige Johannes Peter neuer Zonser Küster. 1738 heiratete er Christina Daners aus der Pfarre Bedburg, die bereits kurz nach der Geburt des ersten Kindes 1740 verstarb. Im Jahr darauf heiratete Johannes Peter Schwieren Maria Elisabeth Cremers aus Nievenheim, welcher Ehe sechs Kinder entstammten. Von den insgesamt sieben Kindern erreichten sechs das Erwachsenenalter. Der jüngste Sohn Johannes Hermann Schwieren, geboren 1753, übernahm nach dem Tod des Vaters (30. Oktober 1775) den Küsterdienst an St. Martinus und blieb in diesem Amt, bis er am 9. Februar 1826 starb.[17] Er hat zweimal geheiratet, zuerst 1777 Maria Sybille Schnee aus der Pfarre Zons, die 1791 starb, und 1791 Maria Clara Maltzkorn, ebenfalls aus der Pfarre Zons, gestorben 1811.[18] Johannes Hermann führte die von seinem Vater 1733 begonnenen Aufzeichnungen in den beiden Autografen fort. Bereits der Großvater Peter Schwieren hatte Aufzeichnungen gemacht, in denen er wichtige Familienereignisse festhielt; ein Hinweis darauf, dass das Verfassen derartiger Texte eine längere Familientradition hatte.[19] Die Familie des Johannes Peter Schwieren bewohnte ein Haus bzw. einen Hof an der Feldstraße, der heutigen Schloßstraße, direkt am Kirchplatz. Hier wohnte auch noch später der Sohn Johannes Hermann Schwieren mit Familie.[20] Dort stehen heute die Häuser Schloßstraße 30-32.

Nicht nur durch den Küsterdienst hatte die Familie enge Verbindungen zur Kirche: 1764 hielt ein "Vätter" Johannes Peter Schwierens, Andreas Wiesen, in der Zonser Pfarrkirche seine erste heilige Messe und wurde im folgenden Jahr Pfarrer in Bedburdyck.[21] Im Mai 1766 hielt der Sohn Hubert Reiner Schwieren (* 1740) in der Kölner St. Margarethenkapelle als Vikar seine erste heilige Messe[22], desgleichen der Neffe Andreas Thurn in Köln 1770[23]. Für Letzteren hatten die Eheleute Johannes Peter Schwieren und Maria Elisabeth Cremers im Februar 1769 als finanzielle Unterstützung und Förderung zum weltgeistlichen Stand mit Zustimmung des Generalvikars mehrere Erbgüter im Wert von insgesamt über 800 Reichstalern eingesetzt.[24]

Die alte Pfarrkirche St. Martinus. Lithografie aus dem Jahr 1857.

Der Küster hatte ein wichtiges und breitgefächertes Amt. Wie der Begriff "Custos" (= Schirmer, Bewahrer) zeigt, war seine ursprüngliche und Hauptaufgabe die Überwachung des Kirchengebäudes und des gesamten Inventars, also u.a. der Kirchenkleinodien wie Kelche, Messbücher, Leuchter, Gewänder usw. unter Aufsicht des Pfarrers.[25] Für Verluste hatte er vielerorts mit seinem Vermögen und seinen Einkünften einzutreten.[26] Hinzu kamen die Aufsicht beim Gottesdienst, das Einsammeln und die Aufbewahrung der Oblationen oder Opfergaben (daher der Name Offermann bzw. Opfermann, Oppermann), das Bedienen der Kirchenglocken und das rechtzeitige Öffnen und Schließen der Kirchentüren. Der Küster assistierte dem Pfarrer am Altar, übernahm dort häufig, nämlich bei Fehlen eines Chores, auch die Messresponsorien und begleitete den Pfarrer, wenn er mit dem heiligen Sakrament zu den Kranken ging. In den Kölner Pfarrkirchen war es bereits im 16. Jahrhundert die Pflicht des Küsters, bei Ausbruch eines Feuers im Kirchspiel die Sturmglocke zu ziehen. Als Schreib- und Lesekundiger hatte er in vielen kleineren Orten Kindern Schulunterricht zu geben.[27] Das Gehalt war entsprechend der Vielzahl der Aufgaben und Verpflichtungen häufig nicht festgelegt, sondern der Küster erhielt für die verschiedenen Dienste jeweils unterschiedliche Beträge. "Beerdigungen, Hochzeiten und Taufen waren für den Küster wegen der vielen Sporteln erfreuliche Feste."[28]

Zu dem breiten Aufgabenspektrum des Küsters in Zons finden sich in den Aufzeichnungen von Johannes Peter und Johannes Hermann Schwieren zahlreiche Hinweise. Auch hier war er zur Lehrtätigkeit verpflichtet. Bei der Einstellung Johannes Hermann Schwierens 1775 wurden die Lehrziele folgendermaßen umrissen:

"indessen hätte mehrgedachter neuer Opfermann die Schule daselbst fleißigst zu halten, folglich daran zu seyn, damit die Jugent in der gehörigen Lehr so wohl, als denen Grundsätzen der Christ-Catholischer Religion und guter Sitten wohl unterwiesen werde."[29]

Da die Küsterschule nicht die einzige Schule in Zons war, ergab sich hieraus eine gewisse Konkurrenzsituation, was schon daran erkennbar ist, mit welcher Aufmerksamkeit Johannes Peter Schwieren die Ankunft neuer Lehrerinnen oder deren Fortgang und weitere Einzelheiten notierte.[30] Im Mai 1754 verbat der Schultheiß Schwieren die Unterrichtung von Mädchen, wie auch umgekehrt der Lehrerin die der Jungen.[31] Dieses Verbot scheint der Küster in der folgenden Zeit nicht beachtet zu haben, denn im Oktober 1759 bat die Lehrerin beim Domkapitel, der Küster möge keine Mädchen mehr in seine Schule aufnehmen.[32] In französischer Zeit führte Johannes Hermann Schwieren eine Knabenschule, die von den Kindern vom 5. Lebensjahr bis zu ihrem Eintritt in die örtliche Primärschule (ab dem 6. Lebensjahr für 5-6 Jahre) besucht wurde.[33] Entsprechend niedrig war die Schülerzahl: Im Schulzimmer des Wohnhauses Johannes Hermann Schwierens befand sich nur eine Sitzbank.[34]

Die besondere Überwachungsfunktion des Küsters über das Kircheninventar und das Gebäude insgesamt ist auch in Zons deutlich erkennbar: So hat Johannes Peter Schwieren 1743 die genaue Größe der Kirche ausgemessen.[35] Regelmäßig berichten Johannes Peter und Johannes Hermann Schwieren über Reparaturen in und an der Kirche, Glockenerneuerungen, aber auch über die KirchenVisitationen des Dechanten.[36] Häufig wurde der Küster selbst aktiv, wenn es um wichtige Reparatur- oder Ausbesserungsarbeiten ging: Im Oktober 1797 brachte Johannes Hermann Schwieren die zerbrochene Messglocke, nachdem er sie gewogen hatte, zum Umgießen nach Köln.[37] Als das Innere der Pfarrkirche 1806 geweißt wurde, holte der Küster persönlich den nötigen Kalk im rechtsrheinischen Ratingen und verkaufte den Rest, so dass der Kirche hierfür keine Kosten entstanden.[38] Es kam für den Küster wohl einem Albtraum gleich, wenn er einen Einbruch oder Diebstahl in der Pfarrkirche feststellen musste; so 1795, als bei einem Einbruch neben Silberwerk auch einiges Geld gestohlen und die größte Unordnung verursacht worden war. Vergeblich hatten sich die Einbrecher bemüht, die Sakristei aufzubrechen.[39] Im Juli 1811 musste man ohne erkennbare Einbruchspuren den Diebstahl der silbernen Krone einer Marienstatue feststellen.[40] Wenn die Diebstahlgefahr besonders groß war, bemühte sich der Küster besonders achtsam um die Kirchenkleinodien. So versteckte Johannes Hermann Schwieren Anfang Oktober 1794 im Zuge der allgemein im Ort herrschenden Plünderungs-Panik angesichts der herannahenden Franzosen das Silberwerk an verschiedenen Stellen im Kirchturm, wo es aus Furcht vor einer Wegnahme mehrere Jahre verblieb. Leider vergaß der Küster im Laufe der Zeit, wo er das Pektorale (Brustkreuz des Geistlichen) versteckt hatte. Der örtliche Dachdeckermeister entdeckte dieses 1818, als er einen neuen Hahn auf die Spitze des Turmes setzen wollte, und versuchte, es bei einem Düsseldorfer Goldschmied zu verkaufen. Die Sache flog auf, der Dachdecker und seine Frau wurden verhaftet, und Schwieren ließ das auseinandergebrochene Kreuz bei einem Goldschmied in Köln wiederherstellen.[41] Als seit Ende Juli 1822 aufgrund einer Lichterscheinung an einer Madonna in der Pfarrkirche eine große Zahl von Pilgern nach Zons strömten und die Figur mit Silber- und Goldschmuck beschenkten, ließ der Küster seinen großen Sohn nachts zur Wache in der Kirche schlafen.[42]

Zu den regelmäßigen Pflichten des Zonser Küsters zählten die Hilfe bei den Sakramentenspendungen in der Kirche, insbesondere bei Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, und das Führen eines entsprechenden Registers. Als Johannes Peter Schwieren 1775 starb, notierte der Sohn Johannes Hermann hierin, die Leistungen seines Vaters und Amtsvorgängers zusammenfassend: "Anno 1704, den 21. Decembris ist getaufft worden mein Vatter Johannes Petrus Schwieren, gestorben 1775, den 30. Octobris, [...], 1729, den 6. Septembris zum zeitlichen Opfferman erwöhlet worden, also hatt er 46 Jahr, ein Monath, 23 Däg treu und ehrlich gedient. In der Zeit hatt er helffen dauffen 1866, helffen begraben 1644, copulieren 445 Pahr, also hatt er 222 mehr helffen dauffen als begraben."[43] Wie gesagt waren Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen für den Küster recht einträgliche Feste. Dies rief auch Neid und Missgunst unter der Bevölkerung hervor. Als im April 1765 der Sohn eines Zonser Bürgers getauft wurde, erhielt Johannes Peter Schwieren von den Paten ein kläglich geringes Präsenzgeld. Der Küster revanchierte sich hierauf, indem er vor der Kirche in Gegenwart aller Teilnehmenden das Geld mit den Worten zurückgab: "Ich hab so ville Kinder ümb Gottes Willen helffen tauffen, wan ich mein Praesentzen nit alle haben soll, so will ich hiervon auch nichtß haben und will dieß auch ümb Gottes Willen getan haben!" Hierauf nahmen die Paten das Geld wieder zurück und gingen fort.[44] Es spielten hierbei offenbar persönliche Gründe und Antipathien zwischen der Schöffenfamilie Füngeling bzw. der Ratsfamilie Assenmacher (woraus die Paten hervorgingen) und dem Küster, der auch Ratsherr war, eine gewichtige Rolle. Eine ähnlich unangenehme Situation erlebte der Sohn Johannes Hermann Schwieren als Küster im März 1783 anlässlich der Beerdigung der Tochter des Zollnachgängers Spelt. Auf Wunsch des Vaters unterblieb der Kirchengesang, für den der Küster gewöhnlich eine Extravergütung erhielt, so dass Schwieren von einigen Kirchenbesuchern ausgelacht und mit den Worten "Opfferman, pfeiff ein Stückelgen!" verhöhnt wurde.[45]

Besondere Aufgaben nahm der Küster auch zeitweilig in den lokalen Bruderschaften wahr. 1738 dankte Johannes Peter Schwieren als Brudermeister der Bruderschaft zum Kloster Bethlehem (bei Bergheim) ab, 1744 trug er alle Namen der noch lebenden St. Sebastianus-Schützenbruderschafts-Mitglieder in das neu angelegte Bruderschaftsbuch ein.[46] Seit 1730 war er Mitglied dieser Bruderschaft, wie auch seit diesem Jahr Mitglied der örtlichen St. Antoniusbruderschaft.[47] 1764, im Alter von nur 11 Jahren, trat auch der Sohn Johannes Hermann der St. Sebastianus Schützenbruderschaft bei.[48]

Auch in Zons musste der Küster bei Ausbruch eines Feuers die Sturmglocke ziehen, um die Menschen zu warnen und zu Hilfe zu rufen. Auf einem Herrengeding im September 1737 wurde Johannes Peter Schwieren befohlen, dies auch dann zu tun, "wan es ein Stunt fern von Zonß in einem Dorff däte brennen", sei es dies- oder jenseits des Rheins, da die Einwohner der umliegenden Dörfer ihnen auch bei Brandfällen stets geholfen hätten.[49] Die Verpflichtung zum Ziehen der Sturmglocke im Brandfall bestand auch noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Johannes Hermann Schwieren. Als im Mai 1806 eines Morgens um 2 Uhr zwei Häuser brannten, eilte der Küster im Nachthemd in die Kirche und zog die Kirchenglocke, so dass ihm seine Tochter die Kleidung in die Kirche bringen musste[50] – ein Beleg dafür, mit welchem Pflichtbewusstsein der Küster seine Aufgaben wahrnahm.

Der Zonser Küster bezog kein festes Gehalt. Dies war häufig Auslöser für Unstimmigkeiten. Jeder Haushalt war verpflichtet, dem Küster jährlich ein "Offerbrot" als feste Abgabe zu geben. Dies mag mit ein Grund für das nicht immer sehr herzliche Verhältnis zwischen dem Küster und der Einwohnerschaft gewesen sein. Häufig führte er Klagen gegen Einwohner, die ihm das Offerbrot verweigerten: Anfang Juni 1750 beklagte Johannes Peter Schwieren dies vor dem Magistrat, der ihm eine entsprechende Bescheinigung ausstellte und mehrere Einwohner zitierte. Besonders heftig empörte sich hierüber der betroffene Ratsherr Heinrich Assenmacher, der Johannes Peter Schwieren als Lügner, frechen Kerl und "verwegenen Gast" bezeichnete und sich darüber ausließ, der Vater Peter Schwieren habe seinen Bruder Wilhelm wie einen "Schinder" (Abdecker) behandelt.[51] Ein tief sitzender Hass kennzeichnete offenbar das Verhältnis zwischen Schwieren und Assenmacher, der im Übrigen 1760 zusammen mit seinem Bruder[52] dafür sorgte, dass bei einem Bürgergeding verkündet wurde, dem Küster solle das Offerbrot vorenthalten werden, bis derselbe auf den regelmäßigen Bürgergedingen die Kirchenschlüssel präsentiere.[53] Über einen Vorfall mit der Familie Assenmacher bei einer Taufe 1765 wurde bereits berichtet. 1770 klagte Johannes Peter Schwieren auch erfolgreich beim Domkapitel gegen den jüdischen Einwohner Heymann Levi, der ihm das Offerbrot vorenthielt.[54]

Auch die sonstigen Einkünfte des Küsters waren häufig Gegenstand von Verhandlungen: 1770 wurde eine neue Gebührenordnung für kirchliche Handlungen festgelegt, "wobey dem Herrn Pastoren so woll als Sacellano, Vicario und Offerman bey einem Staatsbegräbnus und Tricenario ein Merckliches abgezohgen und vergringeret worden."[55] An einer Stelle beschwert sich Johannes Peter Schwieren, er habe zwischen 1741 und 1748 regelmäßig anlässlich der Rosenkranzandacht durch Gesang und Schmücken des Altars mitgeholfen, hierfür jedoch nie etwas erhalten.[56] Nachdem Johannes Hermann Schwieren 1792 bereits im achten Jahr kostenlos nebenher als Organist an der Zonser Pfarrkirche gewirkt hatte, konnte er gegen den Willen des Pfarrers beim Kirchenvorstand durchsetzen, dass er hierfür eine Vergütung erhalte. Von den zugesprochenen 8 Reichstalern nahm er schließlich jedoch nur 6 an.[57] Im November 1815 fasste der Kirchenvorstand einen Beschluss, wonach die Bezahlung des Küsters grundlegend neu und übersichtlicher geregelt wurde. Anlass war die undurchsichtige Verteilung der Einkünfte, z.B. aus Bruderschaften, für das Aufziehen der Uhr, als Chorsänger, für die Hilfe beim Läuten usw.; ferner wird beklagt, der Küster mache bei neu einzuführenden Andachten und Feierlichkeiten neue Zahlungsansprüche geltend, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass seine Dienste durch die Abschaffung der sonst üblichen Metten und anderer Gottesdienst-Feierlichkeiten deutlich erleichtert worden seien. Umgekehrt könne es dem Küster nicht zugemutet werden, als Lehrer nur die armen, zahlungsunfähigen Kinder zu unterrichten. Sein bisherigen Gehalt betrug 30 Reichstaler 8 Stüber, ferner aus der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft 48 Stüber und 8 Heller, als Chorsänger 1 Reichstaler 43 Stüber, für das Aufziehen der Uhr 6 Reichstaler und für die Hilfe beim Läuten 1 Reichstaler, zusammen also 37 Reichstaler 39 Stüber, zuzüglich zwei Malter Korn à 2½ Reichstaler von der Bruderschaft "Beatae Mariae Virginis" und 14 Reichstaler für das feuchte Reinigen der Kirche. Zukünftig war der Küster nicht mehr für die "Kirchenwasch" zuständig und erhielt ein Jahresgehalt von 60 Reichstalern. Dafür erhielt er keine besondere Vergütung mehr für einzelne Handlungen wie das Läuten der Glocke usw. Der Küster hatte die Pflicht, das Gotteshaus in seinem ganzen Umfang sauber zu halten und zu allen kirchlichen Veranstaltungen wie bisher zu erscheinen. Nach Vorschrift des Pfarrers unterrichtete er die Schulkinder. Mindestens einmal jährlich hatte er die Kirche komplett zu reinigen bzw. zu entstauben und von allem "Unflat" zu säubern, und einmal wöchentlich musste er Sand zwischen die Bänke streuen, den die Kirchenpächter herbeischafften. Der Küster sollte sich hauptsächlich zu Hause aufhalten, damit er ohne größere zeitliche Verzögerung zum "Krankenversehen" und sonstigen Kirchendiensten herangezogen werden konnte.[58] Noch in diesem relativ späten Regelwerk spiegelt sich also das breite Aufgabenspektrum des Küsters wider.

Der Küster trug ein besonderes Gewand. Im Dezember 1754 bat Johannes Peter Schwieren beim Kirchenvorstand um einen neuen Rock, da der alte "gantz zerschlissen, zerrissen und zerlumbt" sei und er diesen daher bereits seit 18 Monaten nicht mehr benutzt habe. Nachdem ihm diese Bitte zuvor mehrfach abgeschlagen worden war, und zwar, wie Schwieren glaubte "aus Passion, das ich in allen Sachen nit Ja gesprochen"[59], wurde ihm dies nun vom Kirchenvorstand zugesagt, und im Juli 1755 erhielt er das neue Gewand.[60] Johannes Peter Schwieren war sicherlich in den Augen mancher Personen ein unbequemer Zeitgenosse, der seine Meinung argumentativ und mit Nachdruck auch gegen die Mehrheit vertrat. Deutlich wird dies auch in seiner Funktion als Ratsherr, worauf im Folgenden näher einzugehen ist. Dem Sohn Johannes Hermann Schwieren wurde sein Küstergewand im Januar 1795 zum Verhängnis, als er im nahe gelegenen Nievenheim von einem französischen Soldaten durch ein Fenster hindurch angeschossen und an sieben Stellen verwundet wurde, da der Schütze ihn für einen Klostergeistlichen gehalten hatte. Der Küster wurde auf einer Karre nach Zons gebracht, wo man ihm in den folgenden Tagen die Bleistücke herausschnitt.[61]

Am 8. Januar 1750 wurde Johannes Peter Schwieren in den Stadtrat gewählt. Mit einer Gabe von 4 Maß Wein und jeweils einem Weißbrot und einem Taler Sitzungsgeld für jedes Ratsmitglied erbrachte der neue Ratsherr seine notwendige Leistung zum Eintritt.[62] Mit der von nun an regelmäßigen Teilnahme an den Ratssitzungen gewann Schwieren einen tiefen Einblick in die Ratsgeschäfte und die städtische Politik – ein großer Gewinn für die Aufzeichnungen, denn der Küster hielt in der folgenden Zeit die wichtigsten Vorgänge und Beschlüsse fest. Ratsprotokolle sind aus dieser Zeit nicht erhalten geblieben. Bis zu seinem Tod 1775 blieb er Ratsmitglied, also insgesamt 25 Jahre. Der Sohn Johannes Hermann, der schon von seinen schriftlichen Fähigkeiten her offenbar nicht an den Intellekt des Vaters heranreichte[63], folgte ihm nicht auf den Ratssessel. Die Notizen, die sich Johannes Peter Schwieren zu den Ratssitzungen machte, hatten im Gegensatz zu den übrigen[64] stärker die Funktion einer persönlichen Gedächtnisstütze als die der Überlieferung für die Nachwelt, was daran deutlich wird, dass einzelne Beratungspunkte nur stichpunktartig erwähnt werden und so häufig ohne eine Kenntnis des näheren Kontextes nicht oder kaum verständlich sind.[65] Peinlich genau notierte Schwieren die jeweilige Menge dessen, was von den Magistratsmitgliedern bei den Sitzungen verzehrt wurde – und dies war eine beachtliche Palette von Köstlichkeiten von Wein und Brot über Schinken bis hin zu Eiern in der Osterzeit –; ein Hinweis darauf, dass er diesen Gelagen eher kritisch gegenüberstand. Teilweise unterstrich er sogar die Mengenangaben.[66] Regelmäßig verzehrte er jedoch die "Praesentz" mit den anderen "in pace".[67] Immer wieder wird sein Unmut deutlich, wenn Ratsmitglieder trotz Nichterscheinens ihr Sitzungsgeld erhielten.[68] Als der Stadtschreiber und Schöffe Johannes Eberle auf Anordnung des Amtmanns (vermutlich wegen seiner Doppelfunktion) auf einer Magistratssitzung im November 1757 das doppelte Sitzungsgeld erhielt, zeigte sich der Küster äußerst verärgert, resignierte jedoch schließlich mit den Worten: "Wan sie alle Ja sagen, was hilfft mir dan mein Nein-Sagen?"[69]

Das Verhältnis Johannes Peter Schwierens zum Stadtschreiber und Schöffen Johannes Eberle war offensichtlich sehr angespannt. Immer wieder werden der selbstherrliche und anrüchige Führungsstil des langjährigen Bürgermeisters von Schwieren kritisiert und dessen Fehltritte notiert. Und umgekehrt ließ Eberle keine Chance aus, dem Ansehen des Ratsherrn und Küsters zu schaden. Im August 1755 wurde Eberle mit dem Erwerb des Bürgerrechts zugleich Stadtschreiber,[70] Bereits im März 1756 zeigte er sich sehr empört, als er in seiner Funktion als Stadtschreiber aufgefordert wurde, eine Bittschrift zu schreiben. Das dann doch noch von ihm abgefasste Schreiben verfasste er deutlich "ex passione" gegen einen Ratsherrn und verwehrte sich gegen jedwede Kritik.[71] Im April 1757 handelte Eberle eigenmächtig, "ohne ihme gegebene sölche Commission".[72] Am 15. Mai des Jahres weigerte er sich nachts, mit einem "Kriegs Kommissar" zu sprechen, woraufhin derselbe die Drohung aussprach, dass "villicht eine Compagnie Dragoner in kurtzer Zeit auff Execution" kommen werde.[73] Eine Reaktion hierauf war wahrscheinlich, dass ein Quartiermeister in der darauffolgenden Woche den Vizebürgermeister Häring beim ersten Anblick niederschlug, trat und auf dem Rathaus auspeitschte.[74] Nachdem im Juni 1760 der Ratsherr Johannes Schlebusch eingestand, dass dem Küster das Offerbrot zustehe, entfernte Eberle das entsprechende Protokoll fein säuberlich aus dem Protokollbuch, "das man nichtß kan sehen, wo es gestanden hatt."[75] Als Johannes Peter Schwieren auf einer Ratssitzung im Juli 1760 nicht anwesend war, schrieb der Stadtschreiber mit Kreide den Namen des Ratsherrn an dessen Platz und malte darüber als Erkennungszeichen eine große Brille.[76] Dies ist im Übrigen eines der wenigen Details, die uns über das äußere Erscheinungsbild Schwierens überliefert sind. Der Ratsherr mag schon durch seine Brille eine intellektuelle Ausstrahlung gehabt haben, denn nur wenige Menschen in der Mitte des 18. Jahrhunderts besaßen eine Brille. Schwieren sah sich im Rat gelegentlich in die Rolle eines Einzelkämpfers versetzt, wenn es hier zu unlauteren Absprachen kam, denen er sich vehement widersetzte; so im Dezember 1762, als er bei einer Sitzung kurz abwesend war und in dieser Zeit ein Verkaufspreis für Holz, den ein Ratsherr, der gleichzeitig Schreiner war, zahlen sollte, heruntergehandelt worden ist. Kurzentschlossen schritt Schwieren zur Tat: "Und weil ich sah, das es lauter Agentery war, so hab ich diese Schrifft alle ausgewischt, so hatt der Herr Gerichtschreiber [Eberle] mich angefallen wegen des Offerbrotts, das er mir selbiges nit wollen geben."[77] Besonders grausam dürfte für den Küster gewesen sein, dass Bürgermeister Eberle bei einer Bürgerversammlung im Februar 1764 dessen beim Amtmann persönlich übergebene Bittschrift um weitere Befreiung von der allgemeinen Simpels-Steuer öffentlich vorlas. Das Privileg wurde ihm jedoch schließlich vom Domkapitel gewährt.[78] Wohl mit Genugtuung registrierte Schwieren im Mai 1765, dass der Bürgermeister (der Name unterstrichen) bestraft wurde, nachdem er das übliche Osterfest zu spät gefeiert hatte.[79] Auf weitere Missstände, in die u.a. Eberle verwickelt war, wird im folgenden Kapitel einzugehen sein.

Johannes Peter Schwieren tritt uns in den verschiedenen Zusammenhängen immer wieder als ausgeprägter Vernunftmensch entgegen, der gemäß seiner Aufgabe als Ratsherr bestrebt war, dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen, auch wenn zu berücksichtigen ist, dass sich dieses Urteil einseitig auf die Aufzeichnungen aus seiner Feder stützt. So verwundert es beispielsweise nicht, dass Schwieren im August 1755 für die Beibehaltung des gewohnten plebiszitären Wahlprinzips stimmte, als aufgrund eines Vorschlags des Amtmanns, die Bürgermeisterwahl abzuschaffen und das Amt vom ältesten zum jüngsten Schöffen wechseln zu lassen, eine entsprechende Abstimmung im Rat stattfand: "Wir wollen uns bey unser alter Possession halten, und wir bleiben beständig fest mit den Bürgeren und gantzer Burgerschafft, wofür wir unseren Eyt geschworen zu verharren, zu halten und zu manutiniren." Sieben Magistratsmitglieder stimmten für eine Änderung; dies reichte jedoch nicht aus, um das Wahlprinzip zu kippen.[80]

Johannes Peter Schwieren las offenbar Zeitungen[81], war ortshistorisch interessiert und stellte selbst entsprechende Recherchen an: So schreibt er 1751 (historisch nicht ganz korrekt), die Pfarrkirche und der Rheinturm wären von Friedrich von Saarwerden 1404 errichtet worden, und die Kirche sei bei einem Stadtbrand zum Teil abgebrannt, "wovon aber keine Schrifften erfintlich, nur allein, das man das verbrante Holtz oder Bränth in den Mauren findet stecken."[82] 1764/65 bemerkt er, der Glockenturm der Pfarrkirche sei 1630 wieder errichtet worden.[83] Sein Blickwinkel ging jedoch kaum über die lokalen Vorgänge hinaus; größere geschichtliche Zusammenhänge, z.B. zum Siebenjährigen Krieg, werden in den Aufzeichnungen nicht reflektiert.

In seinen letzten Lebensjahren hatte er offenbar nicht mehr die Kraft, die Küsteraufgaben ausreichend erfüllen zu können. Daher bat er auf einem Bürgergeding im Oktober 1771 um einen Gehilfen. Der Sohn Johannes Hermann Schwieren erhielt 220 Stimmen der Bürgerschaft; dennoch "wolten [sie] warten bis nach Dott meiner"[84]. Woran er 1775 starb, ist leider nicht bekannt. Bereits in jüngeren Jahren berichtet er über zwei seine Gesundheit betreffende Ereignisse, von denen er sich jedoch offenbar wieder gut erholte: Im April 1747 ließ er sich ein Stück vom Zeigefinger der rechten Hand abschneiden, möglicherweise aufgrund einer Pilz- oder Nagelerkrankung[85], und im August 1750 wurde er "vom Stierochsen gestossen", so dass er mehrere Tage "medicineren" musste.[86]

Entstehungsraum und zeitlicher Kontext

Das Amt Zons 1751. Karte von Mathias Ehmans.
Eine andere Karte des Amtes Zons 1751 von Mathias Ehmans.

Zons ist heute ein Stadtteil von Dormagen im Rhein-Kreis Neuss. Das ursprüngliche Dorf Zons, das an einem kölnisch erzbischöflichen Fronhof entstanden ist, erlangte seine Bedeutung durch die Rheinzollverlegung 1372 von Neuss nach Zons und die im Jahr darauf erfolgte Erhebung zur Stadt unter Friedrich von Saarwerden. Die Stadtbefestigung war im 15. Jahrhundert abgeschlossen. Zum Gebiet der Stadt bzw. des Amtes Zons gehörten auch Stürzelberg und ein Teil Horrems. Die Einwohner Horrems hatten jedoch mit ihrer kirchlichen Zugehörigkeit zur Pfarrei Dormagen einen Sonderstatus. Kirchlich und gerichtlich gehörten ursprünglich das rechtsrheinische Haus Bürgel und Zons zusammen.[87] Bürgel gelangte wahrscheinlich bereits 1374 durch die Verlagerung des Rheinbettes von der linken auf die rechte Rheinseite. Bis 1794 gehörte das Amt Zons zu Kurköln, südlich begrenzt durch die jülichsche Enklave Dormagen (Amt Bergheim), südwestlich durch die kurkölnische Herrlichkeit Hackenbroich, westlich durch das kurkölnische Kirchspiel Nievenheim als Teil des Dingstuhls Hülchrath, nordwestlich durch die kurkölnische Herrlichkeit Uedesheim (jeweils Amt Hülchrath und Erprath), rechtsrheinisch durch die Honschaften Urdenbach und Baumberg im Herzogtum Berg. Seit der Verpfändung 1463 durch den Erzbischof Dietrich von Moers an das Kölner Domkapitel bis 1796 waren Stadt und Amt Zons eine Art Unterherrschaft des Kapitels. Mit dem Einmarsch der Franzosen 1794 endete die Zugehörigkeit zum kurkölnischen Territorium, Zons wurde französisch, zunächst als Kantons- und Munizipalitätsort und 1798 bis 1814 als Teil des Kantons Dormagen im Arrondissement Köln (Roer Departement). Mit dem Frieden von Lunéville 1801 wurde das gesamte linksrheinische Gebiet auch völkerrechtlich Frankreich einverleibt. 1815 dem preußischen Staatsgebiet zugeschlagen, erfolgte 1816 die Bildung des Kreises Neuss mit der Bürgermeisterei Zons (einschließlich Stürzelberg), seit 1822 Teil des neuen Regierungsbezirks Düsseldorf.

Zons entwickelte sich seit dem 14. Jahrhundert räumlich und demographisch nur wenig, was wohl in erster Linie an der recht ungünstigen Anbindung an das Straßennetz lag. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadt dreimal von schweren Stadtbränden heimgesucht: 1464, 1547 und 1620. Während vor dem letzten Stadtbrand von einer gewissen wirtschaftlichen Blüte vor allem durch Handel berichtet wird, erlebte die Stadt im 17. Jahrhundert aufgrund dieses Brandes, einer Belagerung und eines schweren Beschusses gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges, mehrerer verheerender Pestepidemien und häufiger Besatzungen durch kölnische und französische Truppen einen wirtschaftlichen und demographischen Niedergang.[88] 1648 lebten in Zons 172, in Stürzelberg 49 Personen. Nach einem allmählichen Bevölkerungsanstieg starben im Pestjahr 1666 in der Pfarrgemeinde Zons rund 255 Personen. Seit etwa 1700 nahm die Bevölkerungszahl wieder spürbar zu: 1692 zählte die Pfarrgemeinde 308 Einwohner, 1738 waren es bereits 831 Kommunikanten und 1799 schließlich 1.054 Einwohner.[89] Die Bevölkerung war im 18. Jahrhundert überwiegend katholisch. In diesem Zeitraum lebten dort nur einzelne jüdische Familien, deren Zahl bis 1806 auf fast 50 Personen anwuchs.[90] Die Haupterwerbszweige der Bevölkerung waren die Land- und die Viehwirtschaft. Daneben hatten der Bier- und Weinhandel und verschiedene Handwerke wie das Zieglergewerbe teilweise überlokale Bedeutung. Die Einwohner Stürzelbergs waren im Vergleich zu den Zonsern durchschnittlich deutlich ärmer. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich als Tagelöhner oder Fischer. Eine besonders herausgehobene Bevölkerungsgruppe nach Vermögen und sozialer Herkunft waren die Zollbeamten, die nicht das Bürgerrecht besaßen und dementsprechend keine bürgerlichen Pflichten zu leisten hatten.

Kirchlich bestanden seit dem 14. Jahrhundert enge Beziehungen zwischen Zons und der Abtei Brauweiler: 1368 war die Zonser Kirche durch einen Gütertausch mit der Abtei Deutz an Brauweiler gekommen. Der Abt setzte zusammen mit den Offizialen des Klosters den Zonser Pfarrer ein. Zwischen 1352 und 1826 handelte es sich hierbei um Mönche, die in enger Verbindung zum Kloster Brauweiler standen. Gemäß einer Regelung von 1517 hatte der Zonser Pfarrer bei Amtsantritt dem Abt und den Offizialen von Brauweiler einen Eid zu leisten, wonach er sich in Aussehen und Sitten an die mönchischen Gewohnheiten zu halten hatte.[91] Die Kapelle oder Kirche St. Maternus in Haus Bürgel war ursprünglich die Mutterkirche der Pfarre Zons. Durch die Rheinverlagerung war es ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts schwierig geworden, dort die kirchlichen Sakramente für die Zonser Pfarrangehörigen zu spenden. Doch es dauerte noch bis 1593, bis die Zonser Kapelle St. Martinus zur Pfarrkirche erhoben wurde und dies hier auch möglich wurde. Die Bürgeler Kirche behielt jedoch ihren Status als Mutterkirche mit den früheren Rechten, Privilegien und Gewohnheiten. Nach einem Bericht des Zonser Schultheißen Nolden wurde noch 1662 an allen Sonn- und Feiertagen der Gottesdienst in Bürgel gefeiert. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bestand eine enge kirchliche Verbindung zwischen Zons und Bürgel: Noch 1803 segnete der Zonser Pfarrer das Taufwasser in der rechtsrheinischen Mutterkirche und hielt an Sonn- und Feiertagen dort die Frühmesse mit Katechese. Erst durch die Neueinteilung der Pfarreien 1806 wurde das Band zwischen Zons und Bürgel getrennt. Zons wurde Sukkursalkirche und unterstand der Parochialkirche in Dormagen. Angeblich erfolgte die Auflösung der Pfarre Bürgel im Jahr 1843.[92] Die Kapelle wurde 1916 abgerissen.[93]

Immer wieder wurde das Amts- und Stadtgebiet Zons durch kriegerische Ereignisse und Auseinandersetzungen in Form von Truppendurchzügen, Einquartierungen und Requirierungen beeinflusst. In der Zeit Clemens Augusts war diese Belastung zeitweilig u.a. eine der Folgen der undurchsichtigen Außen- und Bündnispolitik des Landesherrn. Im Berichtszeitraum kam es erstmals im Zusammenhang mit dem Polnischen Thronfolgekrieg (1733–1738) zu Truppendurchzügen. Unter bayerischem Einfluss verband sich Clemens August 1733 mit Frankreich. Im Zusammenhang mit der Thronfolgeproblematik in Polen erklärte Frankreich im Herbst des Jahres Österreich den Krieg, da durch die geplante Heirat der kaiserlichen Erbtochter mit Herzog Franz von Lothringen eine gefährliche Konzentration habsburgischer Macht an der Nord- und Ostgrenze Frankreichs drohte. Bereits im Frühjahr des folgenden Jahres (1734) kam es zur Kriegserklärung des Reichs, da Frankreich bereits die Reichsfeste Kehl belagert und besetzt hatte. Während in der Folge zwar größere Schlachten ausblieben, gab es dennoch belastende Truppendurchzüge am Niederrhein: Preußische und dänische Kontingente belasteten die Untertanen der kurkölnischen und kurpfälzischen Gebiete wegen der Haltung ihrer Landesherrn, während französische Abteilungen gegen Trier und Mainz vorrückten. 1735 kam es schließlich in Wien zur Einigung über die Friedenspräliminarien, die 1737/38 in einem Definitivvertrag mündeten, worin der Herzog von Lothringen auf sein Stammland verzichtete.[94]

Weitere Truppendurchmärsche belasteten die Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–1748). Mit dem Tod Kaiser Karls VI. im Oktober 1740 stellte sich die Frage der Erbfolge in der Habsburger Monarchie. Die Nachfolge Maria Theresias war umstritten. Friedrich II. von Preußen schickte seine Truppen nach Schlesien, und da Karl Albrecht von Bayern für die Kaiserkrone kandidierte, hiermit entsprechende Erbansprüche anmeldete und in der Kandidatur die politische und militärische Unterstützung Frankreichs fand, hatte diese Auseinandersetzung auch Auswirkungen auf die westdeutschen Gebiete. Clemens August unterstützte zusammen mit dem Pfälzer das französische Lager und die Wahl seines Bruders, während die anderen geistlichen Kurfürsten aus Mainz und Trier sich dem anderen Lager zugesellten. 1742 wurde der Bayer zum Reichsoberhaupt gewählt und in Frankfurt von Clemens August zum Kaiser Karl VII. gekrönt. In dem sich fortsetzenden Österreichischen Erbfolgekrieg galt das Reich als neutral, und obwohl sich von den rheinischen Territorialherren nur Preußen aktiv an den Operationen beteiligte, kam es im niederrheinischen Raum zu schweren Belastungen durch Truppendurchzüge, Einquartierungen und sogar einzelne Kampfhandlungen. 1741 bis 1742 befand sich ein französisches Lager bei Kaiserswerth. 1743 marschierte eine "Pragmatische Armee" aus Truppen Österreichs und der Seemächte von den Niederlanden in südliche Richtung den Rhein hinauf. Sie wurde durch ein französisches Korps besiegt, woraufhin in Worms ein Bündnis zwischen England, Österreich und Sardinien unterzeichnet wurde. Clemens August schloss im Frühjahr 1744 wie der Mainzer Kurfürst einen Subsidienvertrag mit England. In der folgenden Zeit verlagerte sich das Handlungszentrum des Krieges in östliche Richtung und in Richtung Niederlande. Mit dem Tod des wittelsbachischen Kaisers 1745 entspannte sich die Lage trotz fortdauernder Kriegshandlungen. Mit den Stimmen der drei geistlichen Kurfürsten erfolgte im September 1745 die Übertragung der Kaiserkrone an Franz von Lothringen. Im Oktober 1748 wurde der Krieg durch den Frieden von Aachen beendet, in dem Maria Theresia für ihre Erblande anerkannt wurde, mit Ausnahme des preußisch eroberten Schlesiens und ihres Mannes als Kaiser.[95]

1756 wurden die bestehenden Allianzen aufgelöst, Preußen verständigte sich mit Hannover-England, und Habsburg versöhnte sich mit Frankreich. Mit dem Einfall Preußens in Sachsen nahm ein neuer Krieg seinen Anfang, der sich auch in den niederrheinischen Gebieten deutlich bemerkbar machen sollte: der Siebenjährige Krieg (1756–1763). Die rheinischen Fürsten schlossen sich mit Ausnahme einiger kleinerer Herren der Opposition gegen Preußen an. Im Frühjahr 1757 zog eine starke französische Armee unter Marschall d`Estrées durch das niederrheinische Gebiet, um die preußischen Gebiete zu besetzen. Nach vergeblichen Bemühungen, die hannoverschen Verbündeten für eine offensive Kriegsführung auf der linken Rheinseite zu gewinnen, musste Preußen Kleve einschließlich der Festung Wesel räumen. Auch in Geldern, wo noch Widerstand geleistet wurde, musste die Garnison kapitulieren. Mit der Schlacht bei Roßbach noch 1757, die von den preußischen Truppen entschieden wurde, endete der Vormarsch der Franzosen in Richtung Osten. Im Frühjahr 1758 gelang es der mit Preußen verbündeten Armee unter Herzog Ferdinand von Braunschweig, die Franzosen über den Rhein zurückzuwerfen. Die Masse der französischen Armee konzentrierte sich Ende April 1758 am Niederrhein. Magazine befanden sich in Wesel, Düsseldorf und Krefeld. Wesel diente auch 1757 als Drehscheibe für die Versorgung der französischen Armee in Norddeutschland. In der Schlacht bei Krefeld am 23. Juni 1758 schlug die Armee Herzog Ferdinands das zahlenmäßig überlegene französische Heer und nahm anschließend Neuss, Roermond und nach einer Beschießung auch Düsseldorf ein. Die sich zurückziehenden Franzosen lagerten vom 24. bis 25. Juni zwischen Zons und Dormagen, wo sie erhebliche Schäden anrichteten.[96] In der Gefahr, durch die Franzosen aufgrund ihrer Operationen beiderseits des Rheins abgeschnitten zu werden, befahl Herzog Ferdinand den Rückzug. Nach vorausgegangenen Gefechten zog die Armee nördlich von Kleve bei Griethausen über den Rhein ab nach Westfalen.[97] Immer wieder zogen in der Folge preußisch-hannoversche Streifcorps u.a. durch das kurkölnische Gebiet. Im Herbst 1760 startete der Erbprinz von Braunschweig mit 20.000 Soldaten einen Angriff auf Wesel. Nach erfolgloser Belagerung zog sich das Heer wieder nach Westfalen zurück. 1762 wurde zwischen England und Frankreich ein Frieden vereinbart. Schließlich endete der Krieg mit der im Februar 1763 erfolgten Unterzeichnung des Hubertusburger Friedens zwischen Preußen und Österreich, in dem die Wiederherstellung der ursprünglichen Verhältnisse in Deutschland festgeschrieben wurde. Erst Anfang März 1763 verließ das letzte französische Regiment die Stadt Düsseldorf.[98] Am 10. Mai des Jahres wurde in der Zonser Pfarrkirche ein Dankfest anlässlich des Kriegsendes gehalten.[99]

Es erfolgten fast drei Jahrzehnte relativer Ruhe, bis Frankreich im April 1792 Österreich den Krieg erklärte und in der Folge kaiserliche und preußische Truppen gegen die französische Revolutionsarmee kämpften. Immer wieder zogen kaiserliche Truppen durch das kurkölnische Gebiet. Ab Herbst 1793 lag das Kriegsglück auf Seite der Franzosen, die im Oktober 1794 das gesamte linke Rheinufer besetzten. Bereits am 5. Oktober ritten französische Soldaten plündernd durch Zons.[100] Die folgenden Monate und Jahre brachten neben tiefgreifenden administrativen, politischen, territorialen, sozialen und religiösen Umwälzungen, auf die teils bereits hingewiesen wurde, auch vielfältige Belastungen durch Einquartierungen. Nach Jahren der Ruhe nahmen die Truppendurchzüge im Zusammenhang mit den Befreiungskriegen ab 1813 wieder zu. Die letzten Franzosen verließen in der Nacht zum 14. Januar 1814 das Dormagener Gebiet, woraufhin als Erste russische Kosaken Zons erreichten. Hierauf folgten im Raum preußische, schwedische und dänische Soldaten, so dass die Belastungen ähnlich denen der beginnenden Franzosenzeit waren.[101] Am 11. April 1814, morgens um 1 Uhr brachte man die Nachricht vom Friedensschluss nach Zons. Sogleich wurde mit den Glocken geläutet, viele Menschen versammelten sich und zogen in feierlicher Prozession durch das Städtchen.[102]

Inhaltliche Bemerkungen zu den Aufzeichnungen

Das ehemalige Rathaus (Mitte) am Schloßplatz.

Die beiden Autografen umfassen ein breites Spektrum unterschiedlicher Themengebiete, wobei der räumliche Schwerpunkt eindeutig auf den lokalen Vorgängen liegt. Ein wichtiger Themenbereich sind die städtische Politik bzw. die regelmäßigen Ratsversammlungen, die gewöhnlich im Rathaus am Marktplatz stattfanden. Als Ratsmitglied notierte Johannes Peter Schwieren für sich privat seit Januar 1750 die wichtigsten Vorgänge und Beschlüsse. Der Stadtrat oder Magistrat bestand aus sieben Schöffen, darunter der Bürgermeister, und sieben Ratsherren oder Ratsverwandten. Seit 1770 wurde die Zahl der Ratsherrenstellen allmählich auf vier reduziert.[103] Die Schöffen besaßen den größten Einfluss im Rat und wurden jeweils auf Lebenszeit aus den Reihen der Ratsverwandten gewählt. Zum äußeren Erscheinungsbild der Magistratsmitglieder erfahren wir an einer Stelle, dass die Schöffen schwarze Mäntel trugen und die Ratsherren "Riethstöcke" hatten.[104] Der Bürgermeister als höchster Beamter der Stadt und Leiter der Ratssitzungen, der aus den Reihen der Schöffen kam, wurde jeweils am ersten Sonntag im Mai von Ratsherren und Schöffen und sieben Vertretern der Bürgerschaft gewählt. Von den sieben Bürgerschaftsvertretern kamen fünf aus Zons und zwei aus Stürzelberg. Eine Wiederwahl war möglich. Der Bürgermeister war nicht nur Repräsentant der Stadt, sondern besaß darüber hinaus auch einige politische und juristische Macht. Er vertrat die städtischen Interessen auf dem kurkölnischen Landtag, wozu ihm der Rat die Vollmacht ausstellte. Ihm oblag die Verwaltung der städtischen Finanzen; als Simpel-Einnehmer war er verpflichtet, hierüber genau Buch zu führen. Am Ende seines Regierungsjahres musste der Bürgermeister über die städtischen Einnahmen und Ausgaben Rechenschaft ablegen, Fehlbeträge hatte er aus eigenen Mitteln zu begleichen. Neben den Simpeln[105] bildeten die Einnahmen aus der Verpachtung der Fähre, des Wegegelds und der Akzise sowie das Bürgergeld die städtischen Haupteinnahmequellen. Die Verpachtungsverhandlungen (Pächter waren sehr häufig Magistratsmitglieder), Rechnungslegungen und die Aufnahme von Neubürgern mit den hiermit jeweils verbundenen Gelagen bilden den Schwerpunkt der Ratsnotizen, neben Einträgen über die Neueinstellung städtischer Bediensteter wie Kühe-, Rinder-, Schweinehirt, Stadtpförtner, Nachtwächter usw. oder die Aufnahme neuer Ratsherren. Regelmäßig wurden im Rat neue Verordnungen des Domkapitels oder des Landesherrn wie auch Berichte über Einquartierungslasten und -lieferungen verlesen.

Die Höhe des Bürgergeldes richtete sich nach dem Vermögen des Aufzunehmenden. Einzelne erhielten das Bürgerrecht gratis. Im Oktober 1754 wurde festgelegt, dass Neubürger drei Eichensetzlinge auf dem ihnen angewiesenen Gemeindestück und mehrere Obstbäume auf eigenem Grund und Boden pflanzen mussten.[106] Diese Nutzpflanzungen dienten ebenso dem Allgemeinwohl wie die zum Erwerb des Bürgerrechts vorgeschriebene Anschaffung eines ledernen Eimers, der im Brandfall zum Einsatz kommen sollte. Der städtische Rat entschied über ordnungs- und gesundheitspolitische Fragen: Gelegentlich wurde ein Einwohner der Stadt verwiesen, wie im Februar 1750 der Stadtpförtner nach einem Diebstahl[107], im Dezember 1750 wurde dem Abdecker auf Verlust seines Geleits verboten, Teile des geschundenen Viehs in die Stadt zu bringen.[108] Dem Nachtwächter untersagte man im September 1751, nachts zu predigen und schrieb ihm genau vor, was er ausrufen und wie er auf dem Horn blasen müsse.[109] Als es 1762 zu Auseinandersetzungen um die Größe des Kohlenmaßes kam, ließ der Bürgermeister dieses mit den Kohlenmaßen benachbarter Städte vergleichen.[110]

Zu den regelmäßigen Aufgaben der Magistratsmitglieder gehörte die vierteljährliche Besichtigung der Schornsteine durch eine Kommission, bestehend aus dem Bürgermeister oder seinem Stellvertreter, dem Gerichtsschreiber, einem Schöffen, einem Ratsherrn und dem Stadtdiener. Gelegentlich lesen wir, dass die doppelte Mannschaft zur Besichtigung loszog, da man ein Quartal ausgelassen hatte. Die Ratsmitglieder hatten auch regelmäßige Fleischbesichtigungen zur Hygieneaufsicht in Metzgereien oder Schlachtereien durchzuführen: Im Oktober 1751 wurde festgelegt, dass die Besichtigung jeweils für ein Jahr durch einen Schöffen und einen Ratsverwandten durchzuführen sei, wobei das Amt entsprechend dem Alter der Magistratsmitglieder vom Ältesten zum Jüngsten wechselte. Wenn jemand dieser Pflicht nicht ordnungsgemäß nachkam, drohte ihm nicht nur der Entzug der Entschädigung in Höhe von 2 Reichstalern, sondern auch der Ausschluss aus dem Rat für ein ganzes Jahr.[111] Die mit dem Verzehr verdorbenen Fleisches verbundenen gesundheitlichen Risiken rechtfertigten diese harte Strafandrohung. Ratsherren führten auch Aufsicht bei den Deichbauarbeiten.[112]

Besonders empfindlich konnte der Stadtrat reagieren, wenn man eine Beschneidung städtischer Gerechtigkeiten befürchtete: Als im Dezember 1755 ein Landvermesser im Auftrag des Domkapitels die Hannepützheide ausmaß und kartierte, wurde er vom Bürgermeister und mehreren Schöffen und Ratsverwandten aufgesucht und hierüber befragt, woraufhin sich der Rat an das Domkapitel wandte.[113] Die Ratssitzungen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, die Beschlüsse waren geheim. Immer wieder mussten die Mitglieder mit harten Strafandrohungen ermahnt werden, nichts an Dritte weiterzugeben.[114] Die Geheimhaltung war jedoch kaum durchzusetzen, da die Sitzungen nicht nur im Rathaus, sondern auch im Haus des Bürgermeisters, des Gerichtsschreibers, des Stadtfähnrichs oder anderswo stattfanden und man sich im Anschluss zu Zechgelagen auch in Schankwirtschaften traf, und dies nicht nur im Zeitraum der Rathaus-Renovierung von August 1754 bis Frühjahr 1755.[115]

Eine Reihe von Klagen der Bürgerschaft gegen den Magistrat im Jahr 1770 führte dazu, dass das Domkapitel eine Kommission schickte. Johannes Peter Schwieren widmet dieser Auseinandersetzung einige Seiten des Autografen, indem er die diesbezüglichen Schreiben der Bürgerschaftsvertreter, des Rates und der Kommission zitiert. Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Küster selbst wesentlich an dieser Aktion der Bürgerschaftsvertreter beteiligt gewesen ist, zumal sich diese implizit und explizit gegen bestimmte Ratsmitglieder wandte, denen Schwieren aufgrund der vorangegangenen Vorkommnisse, über die bereits berichtet worden ist, nicht gerade wohlgesonnen gewesen sein dürfte. Außerdem könnte gerade die Ausführlichkeit, mit der er sich dieser Angelegenheit in seinen Aufzeichnungen widmet, ein wichtiges Indiz sein. Die genannten Verstöße jedenfalls werden für den Küster auch nach der sich in seinen Einträgen widerspiegelnden allgemeinen Rechtsauffassung ein Gräuel gewesen sein. Vielleicht hat er sogar selbst die Klageschriften verfasst; hierauf könnten die zahlreichen eingestreuten lateinischen Floskeln und Redewendungen und der allgemeine Aufbau der Schreiben hindeuten, für die nur ein geübter Schreiber in Frage kommt. Jedenfalls würde dies ganz gut in das Bild des rechtschaffenden Ratsherrn passen, das wir bislang von seiner Person gewinnen konnten; eines Ratsherrn, der zur Durchsetzung von Recht und Ordnung auch zu drastischen Mitteln griff.

Die Klagen bezogen sich zum einen auf einen Eingriff des Rates in die Gemeinderechte: Im Februar 1770 bewilligte der Stadtrat dem Schultheißen Franz Bernhard Mappius, den Wall vor dem Rheintor in der Breite seines Gartens abzustechen und seinen Garten damit anzuheben und einzuebnen. Wenige Tage später wurde ihm der dort befindliche Wall, auf dem sich die Vogelstange befand, für den Spottpreis von einem halben Reichstaler jährlich verpachtet. Allerdings bekam er den Wall sechs Jahre kostenlos unter der Bedingung, dass er dort Obstbäume pflanze. Wenig später erfolgte bereits die Umwandlung in Erbpacht.[116] Bei dieser großzügigen Behandlung dürften persönliche Beziehungen eine Rolle gespielt haben. In einem Schreiben vom 4. Mai 1770 an das Domkapitel[117] klagten die Zonser Bürger über Bürgermeister und Rat, dass diese den Wall an Mappius verpachtet haben und die Schießrute in der Absicht, sie zu versetzen, zerstört worden sei. Den Garten habe Mappius zwischenzeitlich seinem Garten einverleibt und den allgemeinen Bleichplatz so tief abgegraben, dass er de facto nicht mehr zu diesem Zweck zu gebrauchen sei. Daneben beklagen die Bürger weitere Rechtsverletzungen seitens des Magistrats.[118] Der Stadtrat übergab daraufhin am 9. Mai eine Verteidigungsschrift, in der er darauf hinwies, der Wall sei öde und wüst und daher zum Nutzen der Stadt an Mappius verkauft worden. Die Vogelstange sei bereits verfault gewesen und die Versetzung mit dem Brudermeister abgesprochen worden. Da man das Holz noch nicht geliefert bekommen habe, habe man der domkapitularischen Aufforderung zur Wiederherstellung der Vogelstange noch nicht nachkommen können. Man bat, die Namen der anonymen Beschwerdeführer zu erfahren.[119]

Am selben Tag, an dem der Magistrat seine Verteidigungsschrift beim Domkapitel einreichte, erhielt das Kapitel eine weitere Beschwerdeschrift von vier namentlich genannten Bevollmächtigten der Zonser und Stürzelberger Gemeinde. In dieser geht es um Rechtsverletzungen während der letzten Bürgermeisterwahl am 2. Mai. Zunächst wird das übliche Wahlverfahren erläutert: Die jeweils sieben Schöffen und Ratsmitglieder sind im Rathaus, während sich die sieben wahlberechtigten Bürger aus Zons und Stürzelberg in einer oder zwei Gruppen vor dem Rathaus versammeln. Von den insgesamt 21 Stimmen entfallen die zwei der beiden Schöffen, die sich zur Wahl stellen, so dass 19 übrigbleiben. Nachdem die Schöffen vom Ältesten bis zum Jüngsten gewählt haben, tun dies auf gleiche Weise auch die Ratsherren. Die Stimmen zählt ein Kommissar des Domkapitels. Dieser schaut aus dem Fenster und versucht, aus den Stimmen der sieben Bürgerschaftsvertreter die Mehrheit herauszuhören. Besteht Uneinigkeit und Unruhe, werden die Personen einzeln vorgeladen, um ihre Stimmen abzugeben. Gegen diese Regelung sei bei der letzten Wahl verstoßen worden, indem der Wahlkommissar den Bürgermeisterkandidaten Johannes Eberle bei der Entgegennahme der Wahlstimmen zu sich ins Wahlzimmer gelassen habe. Die sieben Bürger seien nicht einzeln vorgelassen, sondern ihre Stimmen vom Kommissar generell verworfen worden, ebenso drei Schöffen- und Ratsstimmen, so dass insgesamt nur neun Stimmen gezählt wurden. Zurecht drängte sich den Beschwerdeführern der Eindruck auf, dass hier Wahlbetrug zugunsten des Eberle stattgefunden habe, die Wahl werde so zum "Affenspiel" und bloßen Zeremoniell, das Bürgermeisteramt verewigt. Doch die Kritik an Eberle geht noch weiter: Er besitze den Weinzapf und werde zum despotischen Regenten, der Bürger hingegen zum Sklaven. Daher wird gebeten, eine Neuwahl ohne Eberle zu veranstalten und gleichzeitig festzulegen, dass eine Person nur maximal zwei aufeinander folgende Jahre Bürgermeister sein könne. Das Domkapitel reagierte hierauf, indem es Eberle aufforderte, sich hierzu zu äußern und ihn bis auf weiteres vom Bürgermeisteramt enthob.[120]

Aufgrund dieser Vorwürfe schickte das Domkapitel eine Kommission zur Untersuchung der Vorgänge nach Zons, die dort vom 25. bis zum 28. Juni tagte, wobei an allen vier Tagen die Bürgerschaft von Zons und Stürzelberg anwesend sein musste. Daneben wurden alle Stadtrechnungen des Bürgermeisters in Anwesenheit mehrerer Schöffen und auch des Ratsherrn Schwieren kontrolliert. Dabei konnten zahlreiche Fehler festgestellt werden, "worüber mehr als 100 Klagten eingebragt worden." Dies hatte zur Folge, dass Bürgermeister Eberle häufig Abbitte tun musste und der Ratsherr Heinrich Assenmacher wegen seiner Verstrickungen abdankte.[121] Wesentlich erweitert wurde der Katalog der Vorwürfe durch ein "Promemoria", das die Zonser und Stürzelberger Gemeinde der Untersuchungskommission vorlegte: Erneut kommt hierin die unrechtmäßige Bepflanzung des Walls durch Mappius und die Zugrunderichtung verschiedener Gemeindebäume durch den Ratsherrn Assenmacher zur Sprache. Die Schilderung der Vorgänge bei der letzten Bürgermeisterwahl liest sich fast wie ein Krimi: Es sei zu Streitereien und Schlägereien gekommen, die durch den Schöffen Füngeling und den Ratsherrn Assenmacher durch Zurufe noch angeheizt worden seien. Bereits vorab seien die Wähler durch Trinkgelage wie auch durch Bedrohungen beeinflusst worden. Eberle selbst trinke nachmittags gerne einen über den Durst und werde dabei auch handgreiflich und brutal. Er als Bürgermeister und Gerichtsschreiber, Mappius als Schultheiß und Schöffe, Füngeling als Schöffe und der Ratsherr Assenmacher haben als Gespann, so der Vorwurf, alle politischen Dinge an sich gezogen. Die Simpeln setze Eberle je nach Sympathie willkürlich fest.[122]

Dass diese Vorwürfe durchaus ihre Berechtigung hatten, belegt die Verordnung des Domkapitels, die bereits am 4. Juli 1770 aufgrund der Untersuchungen erlassen wurde: Hierin wurde angeordnet, dass Angelegenheiten des Gerichts bzw. des Rats nicht mehr in Privathäusern behandelt werden durften. Ferner mussten bei der Ablegung der Stadtrechnungen fortan zwei Personen aus der Gemeinde anwesend sein. Acht Tage vor der Rechnungslegung erhielten zwei Ratsmitglieder als Prüfer eine Kopie der Rechnungen. Die Posten der Rechnungsprüfer wechseln im Rat vom Ältesten zum Jüngsten. Das "ungewöhnliche Drincken" bei der Rechnungslegung wurde ein für allemal unter Androhung einer "willkürlichen Strafe" für die Teilnehmenden verboten. Hinsichtlich der Bürgermeisterwahl wurde festgelegt, dass ein Bürgermeister das Amt höchstens zwei aufeinanderfolgende Jahre ausüben dürfe. Erst im vierten Jahr sei er wieder wählbar. Es wurde verboten, Stimmen anzuwerben. Politische und gerichtliche Angelegenheiten, also Rats- und Gerichtsangelegenheiten, waren in Zukunft zu trennen. Diese Verordnung des Domkapitels wurde im Rat bekanntgegeben, anschließend auf dem Bürgergeding und schließlich noch in der Pfarrkirche von der Kanzel verlesen.[123]

Als im Jahr darauf, am 5. Mai 1771, Bürgermeisterwahl war, kam es erneut zu einem Zwischenfall. Diesmal nahm der Wahlkommissar Bennerscheid, der auch im vorigen Jahr die Wahlleitung gehabt hatte, das Ergebnis mit nach Köln, offenbar als Racheakt wegen der Beschwerden bei der letzten Wahl. Auf mehrere Bittgesuche der Zonser wurde ihnen erst am 28. Juni, also einige Wochen später, das Wahlergebnis vom Domkapitel mitgeteilt. Nach Ziehung der Bürgerglocke verkündete der Zollverwalter Wiesen den Bürgern dieses am nächsten Tag auf dem Marktplatz: Johannes Beyer, der Gegner Eberles, war neuer Bürgermeister.[124] Über erneute Ausschreitungen hinsichtlich der Bürgermeisterwahl 1789, bei der Johannes Eberle wieder kandidierte, berichtet Johannes Hermann Schwieren. Drei "bürgerliche Deputierte" hatten die Wahl Eberles mit Unterstützung mehrerer Einwohner zu boykottieren versucht, veranstalteten einen großen Aufruhr und wurden dafür vom Domkapitel, das die Wahl Eberles bestätigte, hart bestraft.[125] Die öffentliche Ordnung war bedroht, und dies erforderte daher ein hartes Durchgreifen.

Zahlreiche Einträge Johannes Peter und Johannes Hermann Schwierens beschäftigen sich mit dem Wetter und Naturereignissen. Für die hauptsächlich landwirtschaftlich orientierte Bevölkerung bedeuteten Wetteranomalien wegen ihrer Auswirkungen auf die Ernte eine existenzielle Bedrohung. Auch die Küsterfamilie selbst besaß landwirtschaftliche Nutzflächen und war daher selbst betroffen. Die Einträge, die von einer ungewöhnlich schlechten oder verspäteten Ernte berichten, sind zahlreich. Mehrfach wird über ungewöhnliche Klimaschwankungen berichtet wie Schnee im April oder Frost im Mai.[126] Gelegentlich ruinierte ein schwerer Hagelschlag die Ernte.[127] Es wird über Hagelkörner in der Größe von Tauben- und sogar Hühnereiern berichtet, wobei hier möglicherweise Übertreibungen "vom Hören Sagen" vorliegen.[128] Stürme, Gewitter und Donnerschläge, bei denen regelmäßig in der Zonser Franziskanerkirche oder der Pfarrkirche "wettergeleutet" wurde, richteten teils erhebliche Schäden an: Im Juli 1735 schlug der Blitz in Geldern in den Pulverturm, der in die Luft flog[129], im Februar 1741 schlug ein Blitz in den Turm des Neusser Quirinus-Münsters und verursachte dort einen schweren Brand und große Schäden[130], im Dezember 1770 war ein so starker Sturm, dass sich die Achse der Zonser Windmühle verschob, "also das jederman sich geförchtet, auff die Mühl zu gehen"[131], im August 1781 kippte bei einem Sturm die Dormagener Bockwindmühle um und stürzte in die Altrheinniederung[132], und im Februar 1799 wurden durch ein schweres Unwetter Bäume ausgerissen und Gebäude zum Einsturz gebracht[133]. Wenige Jahre später, im Februar 1807, stürzte die Scheune des Hofgutes "Walhover Hof" zwischen Zons und Dormagen in sich zusammen und zerstörte dabei Karren und Wagen.[134] Eine große Bedrohung für die Rheinanlieger stellten die regelmäßigen Hochwasser dar, wodurch Felder mit Lehm bedeckt wurden.[135] Die Zonser Altstadt stand regelmäßig so hoch unter Wasser, dass man mit Booten zum einen Stadttor hinein- und zum anderen hinausfuhr. Die vorhandenen Deiche bildeten keinen allzu wirksamen Schutz, gelegentlich konnte jedoch durch Notmaßnahmen, meist im Rahmen der bürgerlichen Hand- und Spanndienste, Schlimmeres verhindert werden. Auch das andere Extrem, starkes Niedrigwasser, so dass der Schiffsverkehr zeitweilig eingestellt werden musste und man angeblich sogar stellenweise den Rhein überqueren konnte, kam gelegentlich vor.[136] Häufiger wird berichtet, dass der Rhein zugefroren sei und die Menschen über das Eis auf die andere Seite gingen.[137] Dieses Naturschauspiel hatte jedoch seine Schattenseiten, etwa wenn sich das Eis in Bewegung setzte, dabei Schiffe und Boote mit sich nahm und zerdrückte, sich viele Meter hoch auftürmte und so noch weitere Schäden anrichten konnte.[138] 1822 wurde durch eine sehr große Trockenheit ein großer Teil der Ernte vernichtet, und eine gewaltige Mäuseplage verschärfte die Situation bis ins Unermessliche.[139] In solchen Fällen wurden häufig Fangprämien für Mäuse und Ratten ausgesetzt, die die Not jedoch kaum zu mildern vermochten. So zogen die Menschen regelmäßig in Bittprozessionen nach Köln zur Klosterkirche St. Gertrud – die heilige Gertrud war die Patronin gegen Ratten- und Mäuseplagen und für die Feldfrüchte.[140] Gelegentlich bedrohten auch Heuschreckenschwärme die Erträge.[141] Die Ernteausfälle spiegelten sich in den Brot- und Getreidepreisen wider und damit in Armut und Not der Bevölkerung. Entsprechend häufig finden sich in den Autografen Notizen über Preisspitzen bei landwirtschaftlichen Produkten. Eine sehr schwere Krise gab es im Jahr 1740: Ein extrem kalter Sommer folgte auf verhältnismäßig kalte Winter- und Frühjahrsmonate, wodurch es in weiten Teilen Europas zu Missernten kam. In Köln stieg der Roggenpreis ab März 1740 steil an und erreichte im Juli seinen Höhepunkt.[142] In Zons und Umgebung waren die Armut und der Hunger bei der Bevölkerung im Juni 1740 so groß, dass sich einige Arme moderige und faulige Viehkadaver von den Abdeckereien holten, um das Fleisch zu verzehren, und zwar, wie Johannes Peter Schwieren anmerkt, "sogar Lung, Leber, Hertz und Zung."[143] 1770 gab es eine weitere und größere Krise, die sich in "eine[r] der schwersten Teuerungen der neueren Geschichte Mitteleuropas" bemerkbar machte und teilweise einen erheblichen Anstieg der Sterblichkeit mit sich brachte. Wieder begann der Preisanstieg in Köln in den Frühjahrsmonaten.[144] Schwieren berichtet diesmal jedoch nicht über so dramatische Auswirkungen wie 1740, sondern beschränkt sich auf die Notierung der Preisspitzen.[145] Groß war die Armut auch 1817: In diesem Jahr gab es so wenig Gemüse, dass viele Bewohner Brennnessel und Klee kochten und aßen.[146]

Zu den lokal weniger dramatischen und existenzbedrohenden, dafür aber von der Bevölkerung mit größter Angst registrierten Naturschauspielen zählen die Erdbeben, von denen mehrere in den 1730er bis 1760er Jahren von Johannes Peter Schwieren notiert werden.[147] Besonders gehäuft traten die Beben, die als Strafe Gottes angesehen wurden, 1755/56 auf. Das Erdbeben am 18. Februar 1756 gilt als das bislang stärkste im Rheinland. Auch Kometen galten als Gotteszeichen. Sie wurden als Zuchtruten Gottes angesehen, mit denen die Sünder bestraft werden sollten. Abergläubigen galten sie als Vorboten für Kriege, Unwetter, Seuchen und Hungersnöte. Mehrfach wird zwischen 1734 und 1807 über Kometenerscheinungen berichtet.[148]

Neben der Landwirtschaft bildete die Viehwirtschaft einen der Haupterwerbszweige der lokalen Bevölkerung. Nahezu jede Haushaltung besaß Vieh zur eigenen Versorgung mit Milch und Fleisch. Dementsprechend verheerend waren die Auswirkungen einer Viehseuche. Im 18. Jahrhundert traten vor allem verschiedene Formen der Maul- und Klauenseuche auf, gegen die es noch keine wirksamen Mittel gab außer der Isolierung. Doch meistens war es hierfür schon zu spät, oder sie konnte nicht wirkungsvoll umgesetzt werden. In ihrer Hilflosigkeit suchten die Menschen auch in diesem Fall ihre Hilfe im Glauben und veranstalteten Prozessionen. So nahmen beispielsweise im Juni 1771 an einer Prozession nach Köln wegen einer schweren Viehseuche etwa 800 Personen aus Zons und Dormagen teil.[149]

Einen bedeutenden inhaltlichen Schwerpunkt der Aufzeichnungen bilden kirchliche bzw. religiöse Ereignisse im weitesten Sinne. Zu den genannten Prozessionen wären noch die sehr verbreiteten und regelmäßigen Kevelaer-Prozessionen zu zählen.[150] Viele dieser Prozessionen waren traditionell, im religiösen Bewusstsein der Menschen verankert und von außerordentlicher Bedeutung: Nachdem die Franzosen alle Prozessionen verboten hatten, stellte man im April 1799 auf dem Kirchhof vier Altäre auf, und so musste man nicht vollständig auf den Bittgang verzichten.[151] Doch die Menschen suchten nicht nur durch Prozessionen die Abwendung von Unheil, häufiger veranstalteten sie in der Pfarrkirche oder der Franziskanerkirche hierzu besondere Gebete.[152] Ein herausragendes Ereignis in diesem Zusammenhang war die Lichterscheinung in der Krone einer Madonna in der Zonser Pfarrkirche im Sommer 1822, deren Kunde sich rasch verbreitete und in der Folge einen gewaltigen Pilgerstrom nach Zons zog. Wie Johannes Hermann Schwieren berichtet, kam am 22. Juli die erste Prozession aus Worringen nach Zons. Dieser folgten zahlreiche weitere, bis die Marienfigur einige Wochen später auf Betreiben des Generalvikars in Aachen und weltlicher Stellen aus der Kirche entfernt und ins Pfarrhaus gebracht wurde. Pfarrer Löhr und Vikar Brings hatten den Pilgerstrom noch unterstützt, die ankommenden Prozessionen mit Glockenläuten empfangen usw. Als Folge dieser Vorkommnisse wurde der Vikar versetzt.[153] Sonstige besondere kirchliche Ereignisse, über die berichtet wird, sind die Amtseinführung eines neuen Pfarrers, die immer nach einem bestimmten Zeremoniell auch im Pfarrhaus stattfand[154], das Kommen und Gehen der Vikare[155] und die Visitationen durch den Dechanten (Offizial) von Neuss[156]. Für besonderes Aufsehen in Zons dürften die Besuche von Bußpredigern in den Jahren 1734 und 1771 gesorgt haben. Johannes Peter Schwieren erwähnt ihre Selbstgeißelungen, mit denen sie Gott um Vergebung baten und die Gläubigen eindrucksvoll zur Buße aufriefen.[157]

Häufig berichten Johannes Peter und Johannes Hermann Schwieren aufgrund ihres Küsterdienstes über diverse Ausbesserungs- und Umbauarbeiten in und an der Kirche, am Pfarrhaus usw. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang der Abbruch der alten und der Bau der neuen, noch heute existierenden Pfarrscheune von April 1753 bis Juli 1754[158], der Abbruch des Pfarrhauses seit April 1770 und die feierliche Grundsteinlegung für den heutigen Neubau am 8. Mai des Jahres[159] und der Abbruch und Neubau der Bürgeler Kirche bzw. Kapelle 1774/76[160]. Der Begräbnisplatz an der heutigen Aldenhovenstraße ist nach einer Notiz Johannes Hermann Schwierens bereits am 24. März 1798 geweiht worden, indem gleichzeitig auch die erste Person dort beerdigt wurde, nachdem die Franzosen das traditionelle Begräbnis auf dem Kirchplatz verboten hatten.[161] Es blieb jedoch zunächst nur bei diesem Versuch eines Begräbnisplatzes "extra muros", da sich beim Hochwasser 1799 Särge gehoben haben und weggetrieben wurden (siehe hierzu die Chronik des Josef Hugo). So welchselte man nach kurzer Zeit wieder auf den angestammten Friedhof neben der Kirche.[162]

Auch über städtische Baumaßnahmen wird häufiger berichtet. An erster Stelle stehen Straßen- und Wegebauarbeiten.[163] Auch die Wege außerhalb der Stadtmauern mussten häufig ausgebessert werden, in der Regel im Rahmen der bürgerlichen Hand- und Spanndienste. Hierdurch kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Stürzelbergern, die diese Dienste regelmäßig verweigerten, wenn hierin nicht auch ein gewisser Vorteil für das Fischerdorf erkennbar war.[164] Die Wegeverhältnisse außerhalb der Stadtmauern waren in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts teils so katastrophal, dass "kein Mensch schier mit einer lediger Kaaren aus- oder einfahren konnte." So dauerten die Ausbesserungsarbeiten, auch aufgrund des zwischenzeitlichen Prozessierens mit den Stürzelbergern, von März 1764 bis April 1768.[165] Im Zusammenhang mit der Beschreibung dieser Arbeiten macht Johannes Peter Schwieren wenig später einen Eintrag, der einer der bedeutendsten, wenn nicht sogar der bedeutendste dieser Aufzeichnungen für die Ortsgeschichtsforschung ist: 1768 sei auch der "krumme Wall Gratt" vor dem Feldtor, also ein Erdwall nahe dem Feldtor, abgebrochen und in die Wege gefahren worden, wobei man auf die Fundamente mehrerer Häuser und ein altes Straßenpflaster gestoßen sei.[166] Die Beschreibung ist leider für eine genauere Interpretation zu ungenau. Was hier als Überrest einer größeren Zahl von Häusern interpretiert wird, könnte auch ein etwas größeres Gebäude gewesen sein. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass es sich um Befunde aus der Zeit vor der Stadtgründung, also vor 1373, gehandelt hat. Für die Lage der vorstädtischen, dörflichen Siedlung sowie des 1288 zerstörten "castrums" Zons gibt es bislang aufgrund fehlender archäologischer oder archivischer Belege nur Mutmaßungen. Der Eintrag lenkt die Aufmerksamkeit auf das Areal nahe dem Feldtor, zumal auch das aufgedeckte Straßenpflaster auf eine besondere, exponierte Stelle hinweist. Neben den Wegebauarbeiten waren auch die Deichbauarbeiten eine ständige Herausforderung u.a. im Rahmen der bürgerlichen Dienstpflichten.[167]

Zu den ganz besonderen Ereignissen im Leben der Bevölkerung der Stadt und des Amtes Zons zählten die Besuche des Landesherrn, des Kölner Kurfürsten. Der Empfang und die Huldigung eines neuen Kurfürsten, wozu die gesamte Bürgerschaft aufzog, wurden stets sehr feierlich umgesetzt.[168] Insbesondere Clemens August (Kurfürst 1723–1761) war regelmäßig im Stadtgebiet anzutreffen, wenn er jeweils von April bis Mai seiner Lieblingsbeschäftigung, der Reiherbeize (Falkenjagd auf Reiher und Milane), nachging[169], für die die weitläufigen Flussauen und die offene Landschaft ideale Voraussetzungen boten. Da die städtische St. Sebastianus-Schützenbruderschaft, die bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts bestand, in dieser Zeit, nämlich jeweils am Sonntag vor Pfingsten, ihr Königsvogelschießen veranstaltete[170], nahm auch Clemens August hieran zweimal (1739 und 1744) teil und errang beide Male die Königswürde.[171] Ohne Zweifel zählten diese beiden Feste, bei denen sich der Kurfürst als Schützenkönig sehr spendabel zeigte und großzügig Bier und Wein zum Besten gab, zu den Höhepunkten der Schützenbruderschafts-Geschichte und des Ortes. Bei dem Fest 1739 ließ der Kurfürst auf dem Marktplatz vier Musikanten aufspielen, und so wurde bei Bier und Wein vergnügt bis spät in die Nacht "gesprungen und gedantzt". Doch durch ein ganz anderes Ereignis sollte Clemens August für die Zonser Geschichte des 18. Jahrhunderts kurzzeitig besondere Bedeutung gewinnen: Seit der Verpfändung im 15. Jahrhundert waren Stadt und Amt Zons Pfandbesitz des Domkapitels, das hierüber fortan in Art einer Unterherrschaft wachte. Als die Hofkammer 1740 im Auftrag des Kurfürsten eine Liste derjenigen Pfandschaften zusammenstellte, deren Einlösung besonders lohnend war, standen hier Zoll, Stadt und Amt Zons an erster Stelle. Anfang Juni 1740 machte Clemens August daher dem Domkapitel seine Ablösungsabsicht bekannt. Das Kapitel erwirkte ein Urteil beim Reichskammergericht in Wetzlar zu seinen Gunsten aufgrund der Tatsache, dass Clemens August die Ablöse als Herzog von Bayern und nicht als Kurfürst beabsichtigte, doch nach früheren Verträgen nur eine Ablöse durch den Kurfürsten zulässig war. Zugleich verwies das Reichskammergericht die beiden Parteien auf einen ordentlichen Prozess, der viele Jahre dauern konnte. Auf mehrere vom Kurfürsten festgelegte Zahlungstermine ging das Domkapitel nicht ein. Daher nahm die zur Zahlungsabwicklung gebildete Kommission im Auftrag Clemens Augusts am 7. August 1741 mit 50 oder 70 Soldaten[172] Stadt und Amt Zons in Besitz. Während die domkapitularischen Beamten in ihren Ämtern verblieben, übernahm die Kommission die Verwaltung. Ungeachtet der Proteste des Domkapitels gab der Kurfürst erst am 3. September 1743 nach vorangegangenen Verhandlungen Stadt, Amt und Zoll Zons an das Kapitel zurück.[173] Die Rückgabe wird von Schwieren interessanterweise nicht erwähnt.

In zahlreichen Einträgen spiegelt sich eine hohe Kriminalität für das 18. und beginnende 19. Jahrhundert wider. Auffällig ist die Häufung von Brandstiftungen in den 1730er Jahren in Zons und Umgebung.[174] Daneben werden für den Gesamtzeitraum noch zahlreiche weitere Brände genannt, bei denen teils ebenfalls Brandstiftung zu vermuten ist.[175] Einmal, im Dezember 1804, standen auch die Scheune und der Stall Johannes Hermann Schwierens in Flammen, wurden aber innerhalb von einer Stunde wieder gelöscht.[176] Parallel zu den Brandstiftungen kam es in den 1730er Jahren in der Zonser Umgebung auch gehäuft zu Kirchenräubereien.[177] Einen besonders brutalen Überfall erlitt der Pfarrer im rechtsrheinischen Bilk im November 1739: Er wurde dermaßen misshandelt, dass er wegen der gesundheitlichen Folgen einige Jahre später sein Amt niederlegen musste.[178] Im Mai 1737 wurde auch das Zonser Franziskanerkloster gleich zweimal heimgesucht, nachdem man im Vormonat die nahe gelegene Antoniuskapelle aufgebrochen hatte.[179] Über Diebstähle in der Zonser Pfarrkirche wird sehr viel später zweimal, nämlich 1795 und 1811, berichtet.[180] Auf kleinere Räubereien standen auffälligerweise noch im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert entehrende und demütigende Prangerstrafen: Im November 1793 musste eine Einwohnerin mit einem Weizenbündel, von zwei bewaffneten Soldaten bewacht, am Rathaus stehen, da sie Weizen gestohlen hatte, im April 1794 stand eine andere Frau mit Heu an derselben Stelle.[181] Und schließlich musste auch im Juni 1817 eine Frau mit Erbsenkranz mit gleich vier bewaffneten Mann Bewachung am Rathaus stehen.[182] Die betreffenden Personen waren damit sicherlich in den Augen der Mitbewohner auf längere Sicht gezeichnet. Doch auch auf andere Delikte standen demütigende Strafen: Nachdem der kurz zuvor abgesetzte Stadtdiener am Fastnachts-Montag 1769 nachts in aller Öffentlichkeit betrunken über den Magistrat geschimpft und seine Nachbarin als Hexe bezeichnet hatte, musste er sich zunächst bei ihr persönlich in ihrem Haus entschuldigen, woraufhin er durch die Stadt geführt wurde und an drei Stellen nach Trommelschlag mit entblößtem Haupt laut hörbar die Vorwürfe gegen den Magistrat wie auch gegen seine Nachbarin zurücknahm, wobei drei Magistratsmitglieder als Zeugen anwesend waren.[183] In Extremfällen wurde auch ein Stadtverweis ausgesprochen, der häufig die völlige soziale Entwurzelung bedeutete: So wurde im Oktober 1769 der Schweinehirt zunächst für drei Tage ins Gefängnis gesetzt und anschließend der Stadt verwiesen, nachdem er seine Dienstpflichten vernachlässigt hatte.[184] Im Oktober 1811 musste ein Zonser für 40 Tage nach Köln ins Gefängnis, nachdem er seine Frau geschlagen hatte.[185] Besonders hart waren in französischer Zeit die Strafen für Schmuggel (Waren durften nicht über den Rhein geführt werden): Im November 1811 mussten zwei Zonser wegen dieses Delikts für ein halbes Jahr ins Gefängnis.[186] Ein schweres Unglück ereignete sich in diesem Zusammenhang im September 1803: Mehrere Stürzelberger versuchten, auf einem Nachen Früchte auf die andere Rheinseite zu schmuggeln, wurden dabei jedoch von gleich neun Zollbeamten, ebenfalls in einem Nachen, erwischt, woraufhin zwei der Stürzelberger im Zuge der handfesten Auseinandersetzung ins Wasser sprangen. Einer der beiden ertrank.[187]

Umgekehrt konnte die Kriminalität extrem widerwärtige Formen annehmen, wie mehrere Beispiele belegen: Im Januar 1739 wurde der 16-jährige Schweinehirt von Haus Bürgel mitten am Tag von einem Mann tödlich niedergestochen, und zwar so brutal, dass sich das Messer durch den Arm und die Brust ins Herz bohrte.[188] Zwei Jahre später, in den Monaten Januar bis Februar 1741, zog man aus einer Dormagener Fischkuhle insgesamt 27 Stücke einer männlichen Leiche heraus, die der Mörder, wie Schwieren betont, "gleich auff selbige Weis [zerlegt hat], wie man ein Schwein pflegt auseinander zu schneyden und hawen, als nemblich 2 halbe Köpff, die Schincken, Schulderstücker, Seyden etc. etc., wie man ein Schwein pflegt zu hawen."[189] Und schließlich fand man im September 1782 auf der hinteren Landstraße die Leiche eines 29-jährigen Mannes, dem man den Kopf ganz zerschlagen hatte.[190] Nur allmählich entwickelten sich wirkungsvolle Maßnahmen gegen die häufig noch in Banden auftretenden Kriminellen. In Zons gab es mehrere Gefängnisse, die jedoch mehr schlecht als recht geführt wurden: Johannes Peter und Johannes Hermann Schwieren berichten über mehrere gelungene Ausbruchsversuche von Inhaftierten.[191]

Schließlich sei noch ergänzend auf ein paar weitere bemerkenswerte Einträge hingewiesen: Im April 1737 berichtet Johannes Peter Schwieren über einen jungen, etwa 5 m langen Wal, den man auf einem Schiff am Rhein besichtigen konnte.[192] Erst 62 Jahre später, im Mai 1799, sollte auch der Sohn die Gelegenheit haben, einen kleineren Wal auf einem Kohlenachen zu besichtigen. Sicherlich hat das berühmte Panzernashorn Clara, das erste und für lange Zeit einzige Nashorn, das man lebend in Westdeutschland zu sehen bekam, auf die Zonser einen weit größeren Eindruck gemacht: Für 2 Stüber konnten sie es am 1. Dezember 1753 am Rhein besichtigen.[193] Als am 12. Juni 1816 mit dem englischen Räderschiff "The Defiance" das erste Dampfschiff den Rhein hinauf an Zons vorbeifuhr, war dies verständlicherweise ein so herausragendes Ereignis, dass viele Zonser zum Rhein liefen, um es zu sehen. Auch Johannes Hermann Schwieren, der in der Notiz seine Verblüffung zum Ausdruck bringt[194], war wohl bei diesem symbolträchtigen und zukunftweisenden Ereignis als Augenzeuge dabei.

Transkriptionsteil

Editorische Bemerkungen

Der Edition liegen die beiden Chroniken zugrunde, die von Johannes Peter Schwieren und Johannes Hermann Schwieren zwischen 1733 und 1823 geführt wurden und heute im Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland liegen. Diese werden vollständig, ohne jegliche Auslassung ediert, um den Gesamtcharakter dieser Überlieferung nicht zu verfälschen, ergänzt durch eine Reihe von Notizen aus den von den Küstern geführten Kirchenbüchern im Pfarrarchiv St. Martinus Zons, die sich hier inhaltlich einfügen und auf die auch in den Chroniken hingewiesen wird.[195] Der Umstand, dass sich beide Chroniken zeitlich überschneiden, ist darin begründet, dass die zweite von Johannes Peter Schwieren 1750 zur Aufzeichnung von Notizen zu den Ratssitzungen begonnen wurde, während die andere weiterhin für allgemeinere chronikalische Notizen verwendet wurde.[196] Im Mai 1757 beginnt der Küster jedoch auch hier mit der Notierung allgemeinerer Vorgänge, so dass die Unterschiede zunehmend verwischen.[197] Häufig wird von den Schreibern in einem Autografen auf das andere Bezug genommen. In diesen Fällen erfolgt in den Anmerkungen ein Hinweis auf den entsprechenden Paralleleintrag. In wenigen Fällen finden sich auch Einträge doppelt, und zwar nicht nur in den beiden Heften notiert, sondern sogar in ein und demselben Heft. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass die Einträge nicht immer fortfolgend jeweils kurz nach dem Ereignis aufgezeichnet wurden, sondern offenbar teils erst Wochen oder sogar Monate später. Dies machte es möglich, in der Endfassung noch eventuelle Korrekturen oder Nachträge vorzunehmen. Als Gedächtnisstütze dienten hierbei kleine Notizzettelchen, von denen sich eines erhalten hat: Es ist am Ende des zweiten Autografen eingefügt.[198] Aufgrund dieser Vorgehensweise sind die Einträge nicht streng chronologisch. Hier editorisch einzugreifen, indem die Reihenfolge geändert wird, wäre ein zu radikaler Eingriff gewesen. Daher ist eine Konkordanz angefügt, die alle genannten Daten auflistet. Dies macht es auch möglich, erwähnte Daten außerhalb des Berichtszeitraums ausfindig zu machen. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Daten von den Schreibern offenbar nicht immer korrekt wiedergegeben werden: Teilweise stimmen die Daten nicht mit denen im Delhoven Autografen überein[199], manchmal lässt sich auch ein Widerspruch zwischen Wochentag und Datum ausmachen. Doch dies sind eher seltene Ausnahmen. Zum Teil wurden auch zu den Notizen Jahre oder sogar Jahrzehnte später noch Nachträge von Johannes Peter oder Johannes Hermann Schwieren vorgenommen. Diese nachträglichen Hinzufügungen sind jedoch aus dem Kontext klar erkennbar und daher nicht besonders hervorgehoben.

Die Edition orientiert sich an den "Empfehlungen zur Edition frühneuzeitlicher Texte" der Arbeitsgemeinschaft außeruniversitärer historischer Forschungseinrichtungen von 1980.[200] Die wesentlichen Editionsprinzipien lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Interpunktion wird behutsam und sinnwahrend dem heutigen Gebrauch angepasst.
  • Groß- und Kleinschreibung werden entsprechend der heutigen Schreibweise angepasst, mit Ausnahme der Wörter, die lateinisch flektiert sind. Große Anfangsbuchstaben werden am Satzanfang, bei Orts , Monats-, Personennamen sowie Anrede- und Höflichkeitsformen (z.B. "Ihro Churfürstliche Durchlaucht") verwendet.
  • Die Getrennt- und Zusammenschreibung von Wörtern werden im Interesse der besseren Lesbarkeit behutsam dem heutigen Gebrauch angepasst; zusammengehörige, jedoch im Autographen getrennt geschriebene Wörter (z.B. "Schul Jungfer") werden mit Bindestrich wiedergegeben.
  • Abkürzungen werden entsprechend der sonstigen Schreibweise des Autografen in dem jeweils passenden Kasus aufgelöst (z.B. "Reichstahler" für "Rthlr.", "Novembris" für "9bris", "Herr" für "h.").
  • Die Schreibweise von Wörtern wird beibehalten, auch bei offensichtlichen Buchstabenverdrehern. Fehlt ein Buchstabe, wird dieser in eckigen Klammern eingefügt, sofern es das Verständnis erfordert. Dies gilt entsprechend auch für fehlende Wörter.
  • Die Benutzung von "U" und "Ü" wird beibehalten (z.B. "Burger" statt "Bürger", "ümb" statt "umb"). In unsicheren Fällen erfolgt im Interesse der besseren Lesbarkeit eine Behandlung je nach Lautwert.
  • Zum besseren Verständnis werden in den Einträgen jeweils Jahreszahlen und Daten in eckigen Klammern ergänzt.
  • Durchgestrichene Textpassagen werden durchgestrichen wiedergegeben, wenn sie interessante zusätzliche Angaben enthalten, also nicht nur durch bloßes Verschreiben zustande gekommen sind.
  • Unterstreichungen werden entsprechend der Vorlage übernommen.
  • Ergänzungen der Chronisten am Textrand werden in Fußnoten wiedergegeben.
  • Marginalien bzw. Rubra, wie sie Johannes Peter Schwieren im zweiten Autografen jeweils links neben den Haupttext gesetzt hat, stehen in fetter Schrift am Anfang des entsprechenden Eintrags, so dass deren ursprüngliche Funktion als Orientierungshilfen gewahrt bleibt. Bezieht sich ein Rubrum auf mehrere Einträge, wird dieses an den Anfang des jeweiligen ersten Eintrags gesetzt und in einer Anmerkung darauf hingewiesen.
  • Auf fehlende Textstellen oder Auslassungen wird durch "[...]" hingewiesen.
  • Versehentliche Wortwiederholungen werden ignoriert.
  • Zitate und Abschriften werden kursiv gesetzt.
  • Die Blattzahlen der Autografen, wie sie nachträglich mit Bleistift eingefügt wurden, werden in eckigen Klammern jeweils mit Vorder- und Rückseite ("r" für "retro"=Vorderseite, "v" für "verso"=Rückseite) eingefügt. Zur besseren Unterscheidung wird hier im Anhang 2 jeweils ein "p." für "pagina" (= Seite) vorangestellt.
  • Die Notizen auf den Heftumschlägen und der ersten Seite des ersten Heftes werden im Anhang 1 wiedergegeben.
  • Untergegangene, veraltete oder unklare Begriffe, Ortsbezeichnungen, lateinische Floskeln usw. werden in einem eigenen Verzeichnis im Anhang erläutert, wie auch in einem speziellen Verzeichnis Maße, Münzen und Gewichte.
  • Im Zweifelsfall sei auf die Originalhandschriften im Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland verwiesen.

Die Liste der Amtsträger etc. 1730–1825 dient ebenso der besseren Texterschließung wie die Karten und das Orts- und das Personenregister. Nähere Einzelheiten sind den jeweiligen Vorbemerkungen zu entnehmen. Die Erläuterungen von Begriffen und Redewendungen führen auch unklare oder untergegangene Ortsnamen auf.

Erstes Autograf

<1> [1v] Laus Deo semper

<2> Anno 1733, am Ent Julii hatt unser gnädiger Herr Graff von Fugger[201] als zeitlicher Ambtherr angefangen, den Mullengraben renoviren zu lassen und die Kanahl aus selbigem Graben bis in die Leymkuhl machen lassen, so von Ziegelstein gemacht ist.

Das 1733 vor der Franziskanerkirche errichtete Kreuz (heute auf dem Kirchplatz).

<3> Anno 1733, im Augusto unter dem Reverendre Patre Guardiano Maurus Sturm ist das steine Kreutz vor die Pater-Kirch gesetzt worden aus ihren Kösten.[202]

<4> Anno 1733, den 10. Novembris hatt es drey Schläg lauth gedonnert umb den Mittag.

<5> Anno 1734, im Januario hatt es des Abents späth in der Nacht 2 mahl lauth gedonnert und hell geblitz, so ville Leuth gesehen und gehört haben.

<6> Anno 1732 wie auch 1733 ist Ihro Churfürstliche Durchleucht von Cöllen Clemens Augustus beyde Jahren umb das Osterfest hier in Zonß gewesen und in hiesigem Felt und Busch die grosse Jagt gehalten.

<7> Anno 1734, den 2. Aprilis seint die Strassen hier zu Zonß unter der Regierung des Herrn Burgermeister Schieffer[203] angefangen worden gantz aus dem Fundament new zu machen, wobey auch die Bänck und die Brücken vor den Haußthewren seint abgebrochen und vernichtiget worden.

<8> 1734, den 29. Junii hatt man des Abents umbtrint 11 Uhren in der Lufft ein fewrig Klotz mit einem langen Schweiff von oben hinunter uber die Statt sehen flegen.

<9> Anno 1734, die Sabbathi, den 3. Julii, ist des Mittags umb 12 Uhren die erste gröne Traguners-Confange von Neuß hierhin nach Zonß kommen und seint selbigen Dags zwischen 3 ad 4 Uhren hinweg marschieret mit 2 Schiff Pulver bis auff Cöllen zu lieberen.

<10> Anno 1734 seint die Bußherren hier gewesen und haben ihre Andacht angefangen den 15. Martii und seint den 23ten Martii auff Schlebuschroth hinweg marschieret, und dienstweiß haben die Burger sie mussen hinweg fahren, mit Nahmen der erste Pater Muhlman, 2 Kellerhofen, 3 Hermanß.

<11> Anno 1735, den 19. Januarii hatt es des Abents umb halber sechß 3 mahl gedonnert, das wir und auch die Patres haben mussen leühten, es hatt aber offt gewetterleuchtet.

<12> [2r] Anno 1735, den 31. Januarii hatt der Rhein in der Mullengassen gestanden bis an Wilhelmi Schmitz seine Mist.

<13> 1735, den 11. Februarii noster sacellanus Gallus Immendorff abivit. 1735, eodem anno, den 12. Februarii dominus sacellanus Damian Cremer venit.

<14> 1735, den 16. Mertz des Abents umb halber zehn Uhren hatt der Zehnhoff hier in Zonß gebranth, welcher im Ferckesstahl ist angesteckt worden, welcher Stahl bis auff den Grunt abgebrant, das Hauß, Scheur und übrige Stähl aber mit Gottes Hulff und ville Manschafft seint errettet worden.

<15> 1735, den 24. Martii hatt sich in der Lufft aus dem Bergische Lant inß Westen-Grath uber die Statt ein fewrige Strahl sehen lassen, so im Westen zweyspältig gewesen.

<16> 1735, den 11. Junii seint die Strassen wegen Pafäung unten in der Mullegassen fertig worden.

<17> 1735 im Julio ist die Statt Gellar durchs Donnerwetter, so in den Pulverthurn geschlagen, in die Lufft geflogen und grossen Schaden getahn.[204]

<18> 1735, den 22. Augusti ist des Morgens umb 2 Uhren ein Ertbiebung gewesen hier.

<19> In selbigem Monath [August 1735] ist ein Jubilaeum gehalten worden zur Erhaltung des lieben Friedens.

<20> 1735, den 19. Octobris seint dem Herrn Burgermeister Schieffer unten auffm Grinth durch böse Leuth 2 Berm Hew angestochen worden des Abents umb 7 Uhren, so er 2 Stunden zuvor gekaufft hatt.

<21> 1735, den 5. Novembris bin ich des Nachtmittagß oben der Orgel mit einem Fuß durch das Gewölb getrotten.

<22> 1735, den 24. Novembris haben wir Zonsische Burger die erste Einquatierung bekommen von den Käyserlichen Soltahten, so aus Dennenmarck kommen, und deren seint gewesen 40 und ein halben Dragoner.

Die ehemalige Mädchenschule, Hospitalplatz 1.

<23> 1735, den 24. Novembris ist die dugentsahme Jungfer nomine Schmitz Jesuitessa als Schullmeisterin hier nach Zonß in die Mägtges-Schull kommen.

<24> 1736, den 1. Januarii seint selbige Käyserliche dänische Solthaten des Morgens umb 10 Uhren hinweg marschieret auff Lück.

<25> 1735, im Sommer hatt Herr Kirchmeister Nolten ein newen Klepper in Trappe Klock lassen machen, welcher aber mehr als 12 Pfunt lichter als der alte Klepper war und dessentwegen drauß gehenckt worden.

<26> [2v] 1736, den 16. Januarii, des Nachmittags umb 4 Uhren seint des Hertzogs von Braunschweigs[205] Soltahten mit sehr vill Bagasche hier eingerück und den 19ten selbigen Monaths wider hinweg gezohgen des Morgens umb 8 Uhren auff Neuß und Käyserswerth.

<27> 1736, den 6. Aprilis hatt es das erstemahl getonnert, nachmittagß 4 Uhren.

<28> 1736, den 5. Aprilis seint 9 Hauser mit Schewren und Stähl in Esch abgebrent des Morgens fruh, durch die Dieb angestochen worden.

<29> 1736, den 12. Aprilis hatt der zeitlicher Herr Burgermeister Nolten[206] den Herrn Adolff Adams als Haubtman und den Herrn Lambert Braun als Statt Fendrig der gantzer Burgerschafft beym Burgergeding vorgestellet.

<30> 1736, den 20. Aprilis, des Abents halber acht ist Ihro Durchleucht Churfurst zu Cöllen Clemens Augustus hierhin nach Zonß kommen und den 2ten Mey des Morgens halber sechß wider hinweg marschieret auff Bruell.

<31> 1736, den 26. Mey hatt es das zweytemahl gedonnert – und den 28. Mey zum dritten.

<32> 1736, im Monath Mey und Junio ist das Zehnhoffs Hauß auffgebawet worden.

<33> 1736, den 22. Junii hatt es sölcher Massen starck gedonnert, das es des Mittagß 2 Uhren angefangen und des Nachtß 2 Uhren auffgehört, seint zusammen 12 Stunden.

<34> 1736, im Monath Augusto ist im hiesigem Kloster unter dem Reverendre Patre Guardiano Adamus Bungß das Korn verkaufft worden vor 5 Gulden oder 30 Blaffert.

<35> Anno 1736, den 21., 22., 23. Septembris ist hier zu Zonß in der Pfahrkirchen das 40 stündige Gebett pro impetranda pace gehalten worden.

<36> Selbigen Jahrs [1736] haben die Herren patres observantiae hieselbst dasselbige 40 stündige Gebett pro impetranda pace gehalten den 28., 29., 30. Septembris.

<37> 1736, den 11. Octobris hatt Petrus Josephus Wolters das Fehr über den Rhein hier zu Zonß zu fahren gepfachtet von sämblichen Herren Scheffen und Rath, das er alle Jahr auff Remigii-Dag soll rechenen und zahlen das letzte Quartall mit 27 und ½ Reichstahler, facit per annum hundert und zehn Reichstahler Species. Selbiges Fehr hatt er gepfachtet 12 stätige Jahr, und das letzte Jahr in festo Remigii aus ist und den letzten Dag sein soll, und der erste Dag Novembris soll er anfangen zu fahren.

<38> [3r] Anno 1736, den 17. Octobris hatt es des Nachmittags umb ½ funff lauth gedonnert.

<39> 1736, den 18. Septembris ist unser gnädiger Herr Graff von Fugger als zeitlicher Ambtherr hieselbst in Beysein des hochwurdigen Herrn Gabach, Thumbherr in Cöllen[207], und des Thumb Syndicus Bähren[208] und des gnädigen ambtherrlichen Commissarius de la Clerg hier auffm Schloß gewesen, und der hochwürdiger Abt von Brawweiler nomine Mathias Grein hierhin ist beruffen worden wegen des Zehnhoffs Simplen und übrigen Lästen und Zehnessens, so hatt sich der hochwurdiger Abt mit seinem mitgebrachtem Gesellen Pater Benedictus Scheben und mit dem zeitlichen Herrn sacellano Damiano Cremer auffm Schloß eingefunden und dargegen disputiret, so ist aber auff selbigen Dag beschlossen worden, das der Zehnhoff hinführo Simplen, Schatz, Wachten, Kriegslästen und Zehnessen halten solle wie auch die übrige Bürger allesambt, welches der zeitlicher Herr Praelath auch bewilliget, ausgenohmen das Zehnessen könte er allein nit bewilligen, sonderen dieses müste das gantze Convent bewilligen.

<40> 1737, den 1. Februarii ist ein Man von Hackenbroich, so aber ein Newenbürgische Soltath war, im Mullengraben bey der Mullen nahe im Wasser dott gefunden worden, so villicht mehr als 14 Dag zuvor darin gefallen und verdruncken war. Sein Nahm ware Petrus.

<41> 1737, den 23. bis 24. Februarii ist zu Stommel die Kirch des Nachtß bestohlen worden.

1737, den 24. bis 25. Februarii, des Nachtß ist zu Pulheim die Kirch bestohlen worden.

Acht Dag darnach ist zu Wieler die Kirch bestohlen worden. 1737, vom 11. bis den 12. Martii ist des Nachtß zu Dormagen die Kirch bestohlen worden.

<42> 1737, den 3. Aprilis ist des Nachmittagß alhier ein junger Wahlfisch, so allein 5 Dag alt gewesen, dott in einem Schiff gewesen, so über 18 Fuß lang gewesen, welcher gantz schwartz ware.

<43> 1737, vom 19. bis den 20. Aprilis, als vom Charfreytag biß Osterabent, ist des Nachtß von bösen Leühten das St. Thönes Häußgen mit Eiseren auffgebrochen worden, und haben das Schloß von der Theur abgebrochen und mitgenohmen, welches Schloß hier in die Statt nachgehents ist ve[r]kaufft worden.

<44> [3v] Anno 1737, den 25. Aprilis, des Nachmittags 7 Uhren ist Ihro Churfürstliche Durchleucht von Cöllen Clemens August hier nach Zonß kommen, und am siebenten Maii ist sein Herr Bruder Prinß Theodorus, Bischoff von Ausburch[209] hier hin kommen, und allebeyt am 9ten Maii wider weg marschieret auff Bonn.

<45> Anno 1737, des Nachtß, vom 9. bis den 10ten Maii ist ein Dieb aus Johannis Winckels seinem Gärtgen in das Kloster Spreches durch ein Glaßfenster gebrochen und aldo das Geltkästgen bestohlen, in welchem er ungefehr 1 Reistahler gefunden.

<46> Nota bene: Selbigen Jahrs [1737], vom 23. bis den 24. Maii seint wider ein oder mehr Dieb ins Klosterwinterstube durch ihren Garten des Nachts gewesen, haben aber weiters nit können kommen, weil die Thewr selbigen Zimmers auswentig verschalt gewesen.

<47> 1737, von 6. bis den 8ten Augusti hatt Herr Burgermeister Mey[210] und Nolten und Schieffer aller drey vor dem gnädigen Herrn Ambtherren Graffen von Fugger sich selbst ihrer Scheffenstelle bedancken getahn und abgedanckt.

<48> Den 8ten Augusti [1737] ist auff new zum Scheffen erwöhlt worden vom gnädigen Ambtherren als Henricus Schültgen und Joannes Wilhelmus Dahl.

<49> 1737 haben die Herren Patres observantiae hiesigen Closters das 40 stündige Gebett gehalten den 23., 24. und 25. Augusti, welches wir jahrlichs in unser Pfahrkirchen in den Pfinstfeyrdägen halten.

<50> 1737, den 29. Augusti haben wir in unser Pfahrkirchen gehalten das 13 stündige Gebett wegen des villfältigen Regen, welches Gebett die Herren Patres alhier gehalten haben den 1. Septembris 1737.

<51> 1737, den 13. Septembris ist durch den Herrn Commissarium de la Clerg das Brüchten-Verhör gehalten worden bis auff den 19ten Septembris.

<52> Den 23ten Septembris [1737] ist unser gnädiger Herr Graff von Fugger selbst hier gewesen und die Brüchten empfangen bis auff den 30ten Dag Septembris. Und am 23ten Dag Septembris ist Herrengeding gewesen, und am 30ten Septembris ist auch Herrengeding gewesen oder gehalten worden wegen des Brants im Ancker.

<53> Den 26. Septembris [1737] ist Renerus Umblauff zum Scheffen erwöhlt worden, und Engelbertus Westhofen hatt seinen Soltahten-Dienst bekommen.

<54> Nota bene: Was die Kevelarische Procession angehet, suche in anno 1740 im August-Monath.[211]

<55> [4r] 1737, den 28ten Septembris ist des Morgens halber 4 Ohren den Stahl im Anckerß-Hoff gelegen von bösen Leuhten angesteckt worden, und die Anckers-Schewr und -Ställ mit den Freuchten, 4 Kühe und 1 Saw mit Schnacken verbrent, und die zwey Schewren der Fraw Beschehers Wolters[212] sambt 2 Ställen und sehr vill Früchten bis auff den Grunt verbrent, also das ich des Morgens halber 4 Uhren wie auch umb 10 Uhren, auch umb halber 7 Uhren des Abents, auch umb halber acht Uhren des Abents hab mussen auff die Klock schlagen, und am 30ten Septembris beym Herrengeding der gnädige Ambtherr Graff von Fugger mir öffentlich befohlen in Gegenwarth allen Bürgerren, das ich soll auff die Glocken schlagen, wan es ein Stunt fern von Zonß in einem Dorff däte brennen, es mögte sein dieß- oder jenseit des Rheins, damit die Manschafft däte hinzugehen und ihnnen helffen löschen, weilen die Woringer, Dormager, Horremer, Stürtzelberger, Ordenbacher, Baumberger uns in selbigem Branth auch so trewlich beygestanden und geholffen. Und am 30. Septembris einem jeder Burger zu Zonß, Sturtzelberg und Nachbahr zu Horrem befohlen worden, in Zeit 6 Wochen ein guten lederen Eymer in sein eigen Hauß zu schaffen.

<56> 1737, den 27. Novembris ist des Abents vor 5 Uhren der Schwärtz Hoff zu Nivenheim angestochen worden, und ich umb ½ sechß Uhren selbigen Abents dessentwegen auff die Klock geschlagen, und seint mehr als 100 Man dahin gelauffen, umb zu löschen helffen.

<57> Eodem anno [1737] seint auffm Schloß aus den kleinen Fensteren lauter grosse Fensteren gemacht und in die Kuche auffm Underschloß den Putz gemacht worden.

<58> 1737, den 16. Decembris hatt Johannes Knoch angefangen, sein Hauß auff die Statt-Platz, neben dem Zehngarten gelegen, ohn einig Widersprechen der Brawweiler Herren angefangen auffzurichten und gebawet etc.

<59> [4v] Anno 1737, von 25. bis 26. Decembris, als vom Christag bis auff Stephani Dag, des Nachtß ist die Nivenheimer Kirch bestohlen worden.

<60> Anno 1738, den 1. Januarii ist des Morgens fruhe umb halber funff Uhren dem Gerardo Fehr[213] sein Schewr auffm Kirchhoff hinter dem Beinhäußgen von bösen Leuhten angestochen worden, und selbige Schewr verbrent, ausgenohmen das Breuhauß, so darin gestanden. Item: Durch selbigen Branth Petri Wolffs Schewr verbrent, und des Herrn Bürgermeisters Schullmeisters[214] seine Schewr halb verbrent ist. Wegen Verstörhnus des Morgens kein Gottes-Dienst ist gehalten worden in der Pfahrkirchen, ausgenohmen das Hohe Ambt, und des Nachmittagß Vesper und Complet seint auch gehalten worden. Des folgenden Dagß ist ein Danckfest in der Pfahrkirchen gehalten worden, des anderen Dagß, als den dritten Januarii, ist ein Danckfest bey den Patres gehalten worden, welcher Branth kein Mensch ehender gesehen als ich, zeitlicher Offerman, indäm ich vor 5 Uhren in die Kirch wolte gehen, umb newe Kertzen auff den hohen Altar zu setzen etc. Gott behute uns alle fur Fewr und Branth allezeit! Amen.

<61> Den 1. Januarii [1738], des Nachmittagß ist die von Festen und Schwebel gemachte Lonhte in Gerardi Fehr seiner Schewren gefunden worden.

<62> Den 9. Januarii [1738] ist in Petri Wolffs Schewren, als sie die Scherber und Dreck haben hinweg gefahren und gearbeitet, so haben sie under demselbigen Dreck auch eine aus alten Placken gemachte Lonhten gefunden.

<63> Anno 1738, den 21. Januarii hatt hiesiges lobliches Gericht dem Herrn Burgermeister Jacobo Schieffer alle seine Mobilien angefangen dem meisten Biedenten zu verkauffen, und den 24ten gemelten Monaths auff gehört und getahn bekommen. – Und im Februario ist sein Hauß und Hoff, Lanth und Santh alles verkaufft worden, so ein Man oder Herr aus Cöllen alle gekaufft hatt vor 2719 Reichstahler.

<64> [5r] Anno 1738, den 21. Februarii ist zu Riferden das erste Hauß hier nach Zonß des Nachmittagß umb 4 Uhren von bösen Leuhten anstochen worden und gantz abgebrenth.

<65> Anno 1738, den 3. Martii ist die erste newe Vogelsroth, so zu Woringen im Broich gewackssen und auch alda von dem Capituls-Zimmerman[215] gezimmert worden, hierhin nach Zonß von den Woringer gebracht worden. Der Vogel aber ist vorhin allezeit vor etlichen hundert Jahren auff Santh Peters-Thurn auffrichtet und darvon geschossen worden, welches aber ein hochwürdiges Thumb Capitul nit mehr hatt wollen leyden.[216]

<66> Anno 1738, den 5. Martii seint die zwey newe einen zwey- und einen dreykäntige Galgen durch die Horremer dienstweiß von Worringen hierhin gebracht worden und vor die Rheinpforts nidergelegt worden, welche Galgen aber zu Woringen mit der Vogels-Rohten sein gezimmert worden.[217]

<67> Anno 1738, den 7. Martii ist dem Anton Baum zu Riferden des Abents umb 8 Uhren sein Schewr angestochen worden von bösen Leuhten, und also sein Pfert, Kuhe, Kalber, Schwein, Kahr, alle Stähl und etwas vom Hauß und dan seinem Nachbar Spenrath sein Schewr und sein halb Hauß abgebrenth, alwo die Zonser Bürger jetzt so woll als vor 14 Dagen die meiste Wehr getahn.

<68> Anno 1738, vom 9. bis den 10. Martii haben die Schelmen zu Gohr zum drittenmahl die Kirch bestohlen und haben alles rein hinweg genohmen, das der Herr Pastor[218] kein Meeß hatt können lesen.

<69> Anno 1738, den 15. Martii ist dem Joannes Schültgen zu Riferden sein Hauß durch böse Leuth des Morgens fruhe halber funff Ohren angestochen worden, und Hauß, Schewr und Stähl alles abgebrenth, und die Zonser Bürger die meiste Wehr getahn.

<70> Anno 1738, den 10. Aprilis haben die Herren Holtzgrieffen Johannes Peffgens und Jacobus Schieffer und die 2 Herren Buschförster Johannes Hendrig Stelsman et Johannes Wilhelm Dahl das übrig gebliebene Gelt wegen des Busch des Nachmittags hier im Schwanen auff jedes Seyl ad ein Reichstahler ausgetheilet, welches Gelt aber vor 2 Jahr übrig geblieben ist gewesen.

<71> [5v] Anno 1738, den 20. Aprilis ist des Nachmittagß halber 7 Uhren Ihro Churfürstliche Durchleucht von Cöllen Clemens Augustus hier nach Zonß kommen und ist am 10ten Maii widerumb hinweg marschieret des Nachmittagß umb 2 Uhren.

<72> Anno 1738, den 23. Aprilis ist des Nachmittags ein so erschröckliches Donnerwetter gewesen, das man hatt gemeint, alle Häuser wären vom Knall über ein Hauffen gefallen, und man meinte, es hette in Jacobi Wolffs sein Hauß ingeschlagen, und ich dessentwegen auff die Klock geschlagen. Als man ins Hauß ist kommen, so hatt man doch nichtß können sehen, noch finden. Und der Hagel hatt vill geschadet.

<73> 1738, den 1. und 2. Dag Mey hatt es schier den gantzen Dag einmahl geregenet und grausamblich gehagelet.

<74> 1737 hatt der Herr Controleur Heribertus Entenich die Ehr gehabt, das er das letzte Mahl den Vogel von Santh Peters Thurn herab geschossen hatt, und ist in der Statt das letzte Mahl Schützekönig worden etc.

<75> 1738 hatt der Herr Controleur Heribertus Entenich die Ehr auch gehabt, das er baussen der Statt von der newer von einem hochwürdigen Thumb-Capitul in Cöllen alhier auffgebawter Vogels Rothen auch das erstemahl ist Schützekönig worden und den Vogel abgeschossen.

<76> 1738, den 1. Junii haben die Jungesellen baussen der Felt-Pforten von dem Linden Baum umb ein newen Huth den Vogel abgeschossen, und alda ist Wilhelm Hendrig Meyer als Glaßmächer Schützekönig worden.[219]

<77> 1738, den 14. Junii ist des Abents Anton Barth oder Raben Dockter an der Rhein-Pforten arrestirt worden und am folgenden Dag mondags morgens umb 7 Ohren auff die Felt-Pfort geführt worden, und am Mittagß auff den Pfahr-Kirchhoff gesprungen, und am Mitwoch des Morgens umb 10 Uhren von dem Kirchhoff bis ins Closter gesprungen[220], und die folgende Woch ist er forth kommen, das keiner weiß, wie oder wan oder wo.

<78> [6r] 1738, den 22. Junii hatt Wilhelm Hendrig Meyer und Francis Schullmeister[221], beyde Jungegesellen, noch einmahl gantz und gar allein bausen der Pfelt-Pforten von dem Eschen-Baum den Vogel abgeschossen. Und weilen sie selbigen aber nit bald konten hinunterschiessen, so hatt sich der Herr Controleur ihrer erbärmt und den Vögel abgeschossen und damit den newen ausgesetzten 12 Schillingß Huth gewohnnen, welchen Huth er seinem Knecht, als Martino Bock, geschenckt hatt.

<79> 1738, den 13. Julii ist alhier in der Zonsischer Pfahr-Kirchen gehalten worden das 13-stündiges Gebett, damit der allmächtige Gott uns armen Menschen wolle gutes Wetter geben und den Türcken wolle hinweg schlagen.[222]

<80> 1738, den 14. Julii hatt ein hochwürdiges Thumb-Capitul zu Cöllen alhier zu Zonß die 2 newe Galgen lassen auffrichten, so dieß Jahr den 5. Martii seint hier hin bracht worden, als seint die 7 Herren Scheffen sambt dem Herrn Schulteiß Mappius[223] und Herrn Gerichtschreiber Schullmeister zu Pfert gesessen und nach der Gerichtß-Platz, so bey der Dormager Wintmullen gelegen, geritten, und alda der Herr Schulteiß sambt allen Herren Scheffen die erste Hant mussen anschlagen, und dem nechst auch alle Herren die 2 erste Nägel eingeschlagen. Nachdäm dieser Galgen von 20 Horemer Männer auffgerichtet[224], seint die Herren alle wider zu Pfert gesessen und nach dem Stütgen gereisset, zu bevor aber auff dem Sturtzelberg ein fruhe Stuck genohmen und darnach nach dem ander Gericht geritten und aldort wider die erste Hant alle angeschlagen, und auch die 2 erste Nägel jeder Herr ein Schlag auff getahn und eingeschlagen, und die 20 Man von Horrem, deren 6 mit Schuppen und 14 mit Gaffelen waren, haben selbigen auch völlig auffgerichtet und haben darnach zu Horrem ein Gelag Bier bekommen, und die Herren Scheffen haben nichtß bekommen, sondern das frühe Stuck aber auff dem Sturtzelberg hatt jeder müssen bezahlen.

<81> [6v] Anno 1738, den 15. Julii ist des Henrici Schmitz seehlig die in Process gestandene Fehrschall verkaufft worden durch das Zonsische Gericht, und Herr Petrus Josephus Wolters als zeitlicher Fehrpfächter selbige gekaufft vor 50 Reichstahler pro 80 Albus.

<82> Anno 1738, den 7. Augusti seint des Morgens 2 so erschröckliche Donnerwetter gewesen, das erste hatt zu Neuß, Dusseldorff und denselben Streich ein grawsahmen Schaden an Gläser und Feltfruchten getahn, und das zweyte Wetter ware schwatz und dunckel, das, wan ein Meeß in der Kirchen wäre angewesen, man ein Kertz hette müssen anzunden. Etliche sagen, zu Neuß wären Hagelstein gefahlen als Hönereyer, etliche sagen, zu Dusseldorff wie Dubeneyer, ich habe doch hier zu Zonß selbst gesehen Hagelstein wie ein mittelmässiger Ommergahn. – Gott behute uns alle und alles!

<83> Anno 1738, den 1. Septembris ist des Abents umb 8 Uhren der newe auffgebawte Stahl im Ancker, so vorm Jahr abgebrenth ist, widerumb von sich selber eingefallen, das Dach und auch die Wänth hinder und vor, uberall.

<84> Anno 1738, den 22. Septembris, ümb den Mittag ist unser Herr Pastor Leonardus Marx gottseehlig im Herrn entschlaffen und durch den ehrwürdigen Pater Prior begraben worden.

<85> Anno 1738, den 28. Septembris ist der Herr Vicarius Beatae Mariae Virginis Petrus Rütgerus Schoß auffm Beth dott funden worden zu Bürgel, alwohe er Halffman gewesen, und den 2. Octobris in Baumberg begraben worden.

<86> Anno 1738, den 17. Octobris ist der hochwürdige Herr Official von Neuß[225] als Visitator in Nahmen des Ertzbischoffs des Abents halber sechß Uhr hier hin kommen, und so balt die Ankunfft gewesen, so gleich ist mit allen Glocken zusammen geleuth worden, gleich hatt der Herr Pastor ihme an der Kirchthur das Weywasser müssen präsentieren, [7r] nota bene: und die sacramentalische Benediction müssen geben. Nach gegebener Benediction ist das Tabernaculs Häußgen sambt alles, was darin ist, den hohen Altar und beyde Seythe-Altär und Tauff visitirt worden von dem Herrn Visitatore und Secretario als Pastor zu Lihnn[226]. Des anderen Dagß ist umb 9 Uhren das Hohe Ambt cum ministris gehalten worden, unter welchem post credo der Herr Secretarius die Kinderlehr gehalten. Nach der Meeß ist daß Vicarii-Hauß, darnach die Junge- und die Mätgersschull visitirt worden, und die Kirch hatt 3 Reichstahler, die Vicariae Beatae Mariae Virginis 3 Reichstahler, die Armen 3 Reichstahler, der Herr Pastor 3 Reichstahler und die Statt 3 Reichstahler ihme müssen geben, von welchen er doch nit mehr als 5 Reichstahler bekommen. Die 10 Reichstahler hatt das Tractament gekostet etc. etc.[227] – Suche weiters in anno 1746 und 1762.[228]

<87> Anno 1738, den 24. Octobris ist der ehrwürdige Herr Werren[229] als Vicarius Beatae Mariae Virginis durch den Herrn Sacellan Damian Cremer als Vice-Pastor, weil der rechte Pastor dott ist, einstelliret worden, erstens am Altar, darnacher in der Vicariath. Erstens däte er die Thur selbst auff, darnacher 2 Fensteren, im Garten hatt er ein Schüpp gegraben und ein Zwigelgen von einem Struch abgeschnitten, und er wolte den Haal schürtzen, es ware aber keinen im Hauß.

Beda Groten (1697–1756), Zonser Pfarrer 1738–1753, Abt von Brauweiler 1753–1756.

<88> Anno 1739, den 14. Januarii hatt unser wohl ehrwürdiger Herr Pastor Beda Groten alhier in unser Pfahrkirchen solemniter Possession genohmen in praesentia Domini Cellerarii Aemiliani Horn et Patris Andreae Bechem Brawwilerensium etc. Also ist es geschehen: Ersten thäte er die Kirch-Thur auff, darnach in der Sacristey das Röcklein und Stolam angetahn und vor dem hohen Altar stehen geblieben, bis der Herr Keller ihn dem Volck vorgestellet, und er darnach das Tabernaculs-Häußgen eröffenet, darnach die Tauff[230], in den Beich[t]stuhl und Predigß-Stuhl gangen und dar von dannen bis vor den hohen Altar und also solemniter "Te Deum Laudamus" angefangen.[231]

<89> [7v] Anno 1739, den 9. Januarii ist ein Jung von 16 Jahren mit Nahmen Wilhelm Hendrig Baurbach[232], gebürtig aus Baumberg, von einem Man, auch zu Baumberg wohnhafft, im Hauß Bürgel vor in dem Gang nach der Haußthur auff der unterster Trappen umb den Mittag umb 12 Uhren mit einem Messer durch den lincken Arm bis mitten ins Hertz erstochen worden, und er noch fünff Viertel-Stunt gelebt, und also ohne alle heilige Sacramenten gestorben. Und gleich von Baumberger Schützen bewagt worden ist das Hauß, damit das Zonser Gericht ihn nit solte besehen, so auch nit geschehen, sonderen von den gemelten Schützen ist abgekehrt worden.[233] Bis am 10. dito hatt das Monheimer Gericht ihn besehen auff dem Hauß in dem an der Pumb, halber Trappen gelegenes Milchstübgen, und auch alda lassen auffschneiden, und am 12. dito in die Kirch zu Bürgel von unseren Zonser Pfahr-Herren ist begraben worden. Requiescat in pace.

<90> Anno 1739, den 15. Januarii hatt es des Abents zwischen 7, 8 und 9 Uhren lauth 2mahl gedonnert und sehr offt gewitterleucht.

<91> Anno 1739, den 23. Januarii, weilen der wohl ehrwürdige Herr Pastor Beda Groten zu Bürgell in der Kirchen noch kein Possessionem genohmen wegen übelem Wetter und grossem Wasser, derhalben hatt der Herr Pater Ferdinant Bodife als Vice-Pastor aus Befehl des Herrn Vicarii generalis[234] an gemeltem 23. dito das Grab des am 9ten dieses Monaths alda erstochenen Jüngleins widerumb lassen eröffenen und die Lahde mit dem Doten vor die Kirch auff den Kirchhoff lassen tragen und eröffenen. Und weilen das das Zonser Gericht diesen dotten Menschen vorhin nit haben können besehen, so ist er von sämbtlichen Herren Scheffen, Gerichtschreiber, 2 Balbierer, 2 Zeugen und vom Notario Hohnrath aus Cöllen recht besichtiget [8r] und visitirt worden, welcher dotter Mensch noch gantz frisch ware, und hatt sich befunden, das das Messer 8 Zohl durch den Arm bis ins Leib und durchß Hertz ist gegangen. Und also durch den geistlichen gemelten Herrn und zeitlichen Offerman Joannem Petrum Schwieren mit allen Kirchen Ceremonien ördentlich wider begraben worden, und wir durch den zeitlichen Herrn Burgermeister und Gerichtschreiber völlig seint zahlt worden. Requiscat in pace.[235]

<92> Dieser Kirchhoff zu Burgel muß ringß umb die Kirch 12 Fuß breith sein, und der Halffen alda umb denselbigen mit Stangketten und wo man hinein gehet mit einer Thur muß machen lassen.

<93> Anno 1739, den 26. Januarii hatt unser wohlehrwürdiger Herr Pastor Beda Groten zu Burgel Possession genohmen, erstlich die Kirchthur auffgetahn, nur allein ein Stolam umbgetahn und am Altar, an der Tauff und Klocken Possession genohmen und widerumb dernacher an den Altar gegangen und eine Antiphon und Collect gesungen.

<94> Anno 1739, den 22. Februarii, als den 2ten Sondag in der Fasten, haben wir alhier das 13stüntiges Gebett gehabt wegen der Pest[236] und Türcken-Krieg etc. Und dieses 13stündiges Gebett ist auch alhier bey den Patres in der Closter-Kirchen gehalten worden den 24. Februarii selbigen Jahrs etc.

<95> 1739, den 3. Martii ist der wollehrwürdige Herr Capellan Damian Cremer von Zonß nach Sinteren marscheret und alda Pastor worden, und den 16ten Martii hatt er Possessionem alda genohmen.

<96> 1739, den 14. Martii ist der wollehrwürdige Herr Capellan Ambrosius Harnerßmächer[237] als Capellan hier nach Zonß kommen.

<97>1739, den 29., 30., 31. Martii, als auff Ostersondag, Ostermondag und Osterdingstag, hatt es immerwehrent balt geregenet, balt gehagelt und geschneyet, also das keiner nach Emaus hatt gehen können, sonder nach der heyligen Meeß umb die Kirch gegangen seint.

<98> [8v] Anno 1739, den 3. Martii ist die Kirch zu Nivenheim angefangen worden abzubrechen und auffzubawen, und ist vill länger und weiter gemacht worden als die alte Kirch gewesen ist.[238] Und dieß ist geschehen unter dem wollehrwürdigen Herrn Pastor Godefrido Kroscht. Den 24. Julii ist das Maurwerck ringß umb die Kirch fertig worden, das sie an selbigem Dag den Mey auff die Mauren gesetzt, und das Dach ist 67 und ein halb Roth groß, dem Leydecker veraccordirt pro Roth 5 Gulden Collnisch, facit 101 Reichstahler und 20 Albus.[239]

<99> Anno 1739, den 13. Martii des Abents umb halber sieben ist die fallende Schoßpfortz vor der Rhein-Pforten ohne Unglück von sich selbsten nieder gefallen, und am 14. Martii des Morgens 7 Uhren wider auffgezogen worden.

<100> Anno 1739, den 18. Aprilis des Nachmittags 5 Uhren ist Ihro Churfürstliche Durchleucht zu Cöllen alhier zu Zonß glücklich ankommen, und am 12. Maii des Morgens 9 Uhren wider nach Bonn marschieret.

Die eigenhändige Unterschrift von Kurfürst Clemens August (1739) im Bruderschaftsbuch der Zonser St. Sebastianus-Schützenbruderschaft (PfAZ, Nr. 227).

<101> Nota bene: Anno 1739, den 10. Maii hatt Ihro Churfürstliche Durchleucht zu Cöllen alhier zu Zonß auffm Schloß sich selbsten eigenhändig Clemens Augustus in das Bruderschaffts Sancti Sebastiani-Buch eingeschrieben, und auch mit nach dem Vogel geschossen und selbsten den Vogel aus losser Hant abgeschossen, und seinem Cammerdiener den Vogel von ihme ist umbgehänckt worden und auch den Krantz auffgesetzt selbsten hatt. Hernacher der Cammerdiener von allen Brüderen wie bräuchlich durch die Statt ist geführt worden, und [9r] nota bene: Darnacher hatt Ihro Durchleucht den Brüderen ohne die gewöhnliche 3 Ahmen Bier auff dem öffentliche Marck ½ Ahm Wein und noch 2 und ½ Ahm Bier zum besten gegeben, und 4 Musicanten haben alda mussen spielen, und mit 3 Wacks Flambawen geleuchtet. Und also die Brüder gesprungen und gedantzt bis des Nachtß 10 Uhren. Nota bene: Den 6. Maii aber ist der alte Schußekönig, als nemblich der Herr Controleur, sambt dem Haubtman, Fenderich und alle Brüder mit dem Gewehr und mit dem übergülten Vogel mit völligem Trummenschlag auffs Schloß gezohgen des Nachmittagß umb halber zwey und haben alda den übergülten Vogel auff ein silberne Schüssel gelegt und ihn durch ein klein Kint, so zu einem Engel angetahn, mit Nahmen Heribertus Nolten, mit Beysein des alten Herrn Schützekönigß Ihro Churfürstlicher Durchleucht praesentiret worden.

<102> 1739, den 24. Maii, als in festo Sanctissimae Trinitatis hatt der Herr Controleur Heribertus Entenich aus seinem eigenen Plasier alhier zu Zonß von der Vogelsroden fur der Rhein-Pforten den Vogel vor ein Bestech als Messer und Gaffel lassen abschiessen, worzu ein jeder 2 Stuber hatt eingesetzt, welche Stuberen der Herr Controleur auch nach abgeschossenem Vogel widerumb im Ancker zum besten gegeben, und Joannes Schimmelpfenning hatt diesen Vogel abgeschossen.

<103> Nota bene: 1739, den 18. Aprilis, des Nachmittagß halber drey hatt die Äst in dem Joannis Dubendahl[240] seinem Hauß gebranth, aber gleich mit vill Leuhten gelöschet worden.

<104> 1739, den 12. Julii ist der Burggrieff seelig gestorben Jacobus Mercken – und den 13. Julii ist widerumb zum newen Burggrieff erwohlt worden Paulus Peltzer.

<105> 1739, den 24. Julii ist alhier den Ziegelofen verfertiget und angestochen worden. Selbiger Ziegelofen ist groß 20 Münt und 1 Blath, worzu die Beerbten, so mit haben lassen ziegelen, schaffen müssen per Munt ad [9v] 26 Malder Geriß und 25 Wagen Kohlen, worvon aber 20 Malder Geriß übrig geblieben, und der Ziegelbecker bekombt von jeder Munt zu machen [...].[241]

<106> Anno 1739, den 27. Julii hatt Herr Pastor Beda Grooten seine Pfortz an der Einfahrt des Pastoris-Hoffß in Stein lassen anfangen auffzumauren und ist den 24. Augusti fertig worden.

<107> Anno 1739, den 30. Julii ist der Stütger Busch von bösen Leuhten angestochen worden des Mittagß, und also starck gebrenth, das es nit balt zu löschen war, und hatt gebrent im 4-jährigen Holtz etliche 50 Morgen ab, im Haw gegen dem Gericht, ober dem Volckes-Haw hier hin nach Zonß.

<108> Anno 1739, von 2. bis auff den 3ten Augusti, des Nachts ist der Fohrtter Hoff, bey Hackenbroch gelegen, an 3 Ecken im Branck gesteckt worden, und alles bis auff den Grunt abgebrenth. Gott behüte uns!

<109> Anno 1739, den 25. Augusti ist zu Dormagen des Morgens 3 Uhren im Schwanen die Schewr und Stähl im Branth gesteck worden und abgebrent sambt 3 Kühe, 2 Rinder, 1 Fühllen, 2 Kälber und etliche 40 Schaaff, mit Findung eines Brantbrieffs.

<110> 1739, den 27. Augusti ist alhier zu Zonß ein so starckes Donnerwetter entstanden, das man in der Kirchen hatt mussen Licht anzünden, das man sich hatt können betten. Des Nachmittagß umb halber sechß Uhren ware es. Gott behute uns!

<111> Anno 1739, den 23. Augusti ist von der Cantzel ausgeruffen worden, das die Dusseldorber Stuber nichtß mehr sollen gelten, und auch von keinem Gutt Brandewein mehr zu brennen, es sey dan von purrer Wachelder Körner, Flieren oder von Obst, aber ohne einig Gutt.[242]

<112> 1739, den 20. Septembris ist alhier in der Pfahr Kirchen das 13-stündiges Gebett gehalten worden wegen des Türcken-Krieg und gutem Wetter, so die Herren Patres den 8. Septembris gehalten haben.

<113> Anno 1739, den 5. bis den 6. Novembris ist der Herr Pastor zu Itter Bilck[243] samb seinem Herrn Vätter, Koch und Magt von den Schelmen jämmerlich gebunden und geschlagen worden, und ihnnen alles abgenohmen. Und der Herr Pastor etliche Dag darnach von diesen Schlägen gestorben. Er lebet noch.[244]

<114> [10r] Anno 1739, anfangß Novembris ist zu Lihnn bey Ürtingen des Nachtß die Kirch von ihrem eigenen Pfahrkint, dasigem Schloßmächer, alleinig beraubet und bestohlen worden, welches sie doch alles wider bekommen, und der Dieb inhafftirt und gehenckt worden. Requiescat in pace.

<115> 1739, im Decembri hatt der Herr Controleur Heribertus Entenich als zeitlicher Brudermeister St. Sebastiani und der Herr Bürgermeister Petrus Schullmeister mit noch 3 Schloß-Soltahten mit ihrem Gewähr das pure golte Schilt, so Ihro Churfürstliche Durchleucht Clemens August an den Zonser Vogel geschenckt, zu Cöllen bey einem hochwürdigen Thumb-Capitel abgeholt. Selbiges waget zwolff und ein halbes Loth in Golt.

<116> 1740, den 10. Februarii ist die Zonsische Branthspreutz, als der Rhein zu Grimlinghausen mit Eiß fest gestanden, auff einer Schlitten alda über den Rhein bis hierher geschlittert worden, und den 12. Februarii ist sie des Morgens umb 10 Uhren zum erstenmahl vor der Pater-Kirchen probirt worden. Sehe weiters nota bene: Nota bene: Diese hier gemelte Branthspreutz ist den 9. Martii 1740 von Zonß auff einem Roßwagen mit 4 Pfert nach Collen zum gnädigsten Capitull geholt worden, weilen es für 2 Dagen alda zu Cöllen auff der Weyerstrassen gebranth hatt.

<117> Anno 1740, den 5. Januarii hatt es angefangen so hart zu frieren, den 24. Januarii hatt es geschneyet, und selbigen Schnee hatt gelegen bis den 12. Martii selbigen Jahrs.[245] Den 9. Februarii in diesem Jahr hatt der Rhein zu Sturtzelberg gestanden, ist aber den 12. Februarii herab gerücket. Den 19. Februarii seint zu Stürtzelberg die Leuth über den Rhein gegangen, den 22. Februarii ist Simonis Reinartz, ein Jung von 16 Jahren, alhier zu Zonß das erstemahl über den Rhein gegangen. Nota bene, nota bene: 1740, den 5. Martii ist der Herr Sacellanus Ambrosius Harnischmächer und ich, Johannes Petrus Schwieren als Custos, des Morgens 9 Uhren alhier zu Zonß unten am Bildenstöckelgen mit unserem lieben Herrn[246] über den Rhein gegangen nacher Bürgell und haben alda auff dem Hauß Bürgel einen Knecht mussen berichten und auch die letzte Öhlung gegeben. Gott behute uns etc. – [10v] Und den 10. Martii ist die allergröste Kält etwas umbgeschlagen, und hatt etwas geregenet. Vom 10. bis den 12. Martii ist der Rhein auffgegangen und gottlob ohne einigen Schaden hier zu Zonß fliessent worden. Gott behute uns fur allem Übel!

<118> Anno 1740, den 1. Aprilis hatt es des Nachtß hart Eis gefroren und des Nachtmittagß gesch[n]eyet. Den 2. Aprilis hatt es des Morgens geschneyet.

<119> Anno 1740, den 25. Aprilis gilt das Korn alhier zu Zonß 5 Reichstahler Species – die Haber gilt 20 Schillingen und der Weitz 6 Reichstahler Species, das Zonser Seyl Hew 6 Reichstahler Species – der Rübsahm 1 Malder 100 Reichstahler Species. Das Pfunt Sahm aber gilt 15 Stuber, auch 20 bis 30 Stuber, das Faß Sommer-Wicken ad 6 Schillingen. Anfangß Maii aber gilt das Hew Seyl ad 8 Reichstahler Species, das Malder Korn 8 Dahler Species, der Weitzen 6 Reichstahler.

<120> Anno 1740, den 3. Maii ist es des Morgens umb 5 Uhren ein halben Fuß dieb geschneyet gewesen und hart Eyß gefrohren, und des Mittagß ware dieser Schnee alle wider geschmoltzen. – Wie auch den 4ten, den 5ten, den 6ten und den siebenten dieses hatt es durch den Dag offt geschneyet und gehagelt, und ist dabey sehr kalt gewesen, das man den halben Maii hatt mussen einstochen.

<121> Anno 1740, den 18. Maii hatt es des Nachts ungefehr 2 Ströhe-Hälm dick gefrohren. – Und am Ent Mey hatt das Korn gegolden 7 Reichstahler und 10 Stuber.

<122> Anno 1740, den 20. Mey ist die allererste Korn-Ahr kaum gesehen, und auff selbigen Dag ist auch die erste Kirschen-Blum gesehen, den 12. Junii ist aber die erste Korn-Blüth oder Korn-Blum gesehen worden, und ein Beckers-Brott ad 7 Pfunt kostet 10 Stuber.

<123> Anno 1740 nota bene, nota bene: im Junio ist ein sölche betrubte schlechte Zeit gewesen, das die Gängeler oder Bettler, auch etliche arme Leuth von Dormagen und Riferden 2 gebarste, abgeschundene Kühe von Dormagen und den 17. Junii auch alhier aus hiesiger Schinders-Kuhlen selbige Menschen auch ein geschundene Kuhe gantz hinweg geholt und gessen, sogar Lung, Leber, Hertz und Zung.

<124> [11r] Anno 1740, im Junio und Julio hatt das Korn gegolten 7, sage sieben, Reichstahler Species pro 80 Albus, und ist alhier kein zu bekommen gewesen. Das Malder Gersten oder Maltz kostet 4 Reichstahler, 1 Pfunt Rübsahm ad 15 bis 20 Stüber, das Malder Rübsahm 16 und 17 Pistohlen gelden thuet, weil die Sahm-Rüben alle verkahlt gewesen. Im Bergische Lant und Dicker Lant hatt ein Bausch Korn-Strohe gekost ad 5 Stuber. Hier gilt 1 Pfunt Butter 15 bis 16 Fettmenger, 25 Eyer ad 8 Blaffert, 1 Pfunt weiche Kuhe-Käß ad 3 Stuber, ist aber gar kein holländischen oder Kanter Käß für Gelt zu bekommen, ein Pfunt Weitzen-Meehl ad 4 Stuber. Auch wenig Brott der gemeine Man für Gelt bekommen kan. Und ist so voll inwendige und auswendige Armen, das schier etliche 80 däglich hier bettelen gehen, ohne die heimliche Noth leydende Hauß-Armen, welche etliche mahl 3 Däg und Nachten ohne ein Munt voll Brott gewesen seint. Diesen Winter kan wohl genent werden der lange kalte Winter, weilen man schier balt 8 gantzer Monath hatt mussen in die Ofen einstochen. O Gott, was ein grosse Noth ware zu selbiger Zeit, Gott behüte uns noch einmahl darfür!

<125> 1740, den 9ten Julii seint die 2 newe geistliche Schull-Jungferen, beyde mit Nahmen Strunts, das erstemahl hierhin nach Zonß kommen in die Mätgers-Schull, und auch gleich hier blieben, und weilen die Mätger den gantzen vorigen Monath bis hierhin Spiltag gehabt, so haben diese beyde vorgemelte Jungfern am 11. dieses Monaths die Schull zum ersten wider angefangen.[247]

<126> Nota bene: Anno 1740, den 27. Julii hatt man alhier zu Zonß zum erstenmahl angefangen, den Sahm und das Korn zu schneyden und hawen, weilen dieß Jahr ein so spähtes Jahr ist, das man anfänglich [11v] beängstiget gewesen, das Korn mögte dieß Jahr nit reiff werden. Die Winter-Gerst ist dieß Jahr alle instgesambt verkaltet, also das man in der gantzer Zonser Herschafft kein drey Morgen Wintergerst, ja keinen Morgen Winter-Gerst konte finden.

<127> 1740, den 4. Augusti haben viele Menschen aus Mangel des Brotts ein Kährgen weich und naß Korn müssen einfahren, obschon es mahlen zu lassen noch vill zu weich und nit trücken gnug gewesen, so haben sie es auff den Ästen und in den Backofen müssen trücken, damit sie widerumb an das liebe Brottessen seint kommen. Und widerumb wegen Mangel des Brotts hatt man auch den 13. Augusti das Korn nochmahlen halb naß müssen einfahren, und wegen bestäntigem Regen-Wetter ist das abgeschnittene Korn auffrecht stehent schier alle mehr dan ein Finger lang in den Ahren gewachssen, also das 10 bis 20 Schobben einen gantzen Fraaß ineinander gewachssen seint, derohalben man nit recht hatt können einfahren bis den 18. Augusti. Und wegen bestäntigem Regen-Wetter hatt der Herr Pastor angefangen den ersten Augusti bis acht Dag lang, des Morgens mit der Monstrantz in der ersten Meeß den Seegen gegeben. – Den 15. Augusti, als am Fest Mariae Himmelfahrt, haben wir alhier wegen Regenwetters das 13-stündiges Gebett gehalten. – Den 16. Augusti auff Anstehen der Nachbahren bey dem Herrn Pastoren ist alle Morgens in der erste Meeß ohne Seegen den heyligen Rosekrantz gebett und ein Leithlein: "Jesu, zu dir schreyen wir", und dreymahl "Alles meinem Gott zu Ehren" bis Mariae Geburths-Dag gesungen worden. Und alle Abents umb sieben Uhren in der Kirchen den Rosekranß gebett, und die [12r] Muttergottes Litaney, das "Salve Regina" mit der Collect und dreymahl das "Ave Maria" mit dem "Benedicamus" gesungen worden. Darnach gabe der Herr Pastor mit der Hant den Seegen und mit Austheilung des Asperges. Inzwischen wurde gesungen 3mahl das "Gegrüsset seystu Maria", wie auch 3mahl "Alles meinem Gott zu Ehren", und ist diese Andacht also beschlossen worden, und wir gottlob durchß Gebett gutt Wetter erhalten haben.

<128> Anno 1740, den 30. Augusti hatt man das letzte Korn eingefahren und also getahn gemacht am Korn, und alle Sommerfrüchten, so dieß Jahr alle zimlich gerahten, seint mit dem Korn zugleich zeitig und reiff worden. Den 27ten und 29ten Augusti hatt man alhier noch Rüb-Weyden gepflüget und gesähet. Nota bene, nota bene, nota bene: Dieß Jahr hatt der Hagel droben im Lant alle Früchten zerschlagen, und durch ihr beständiges Betten hatt der allerhöchste Gott Geträith oder Korn-Früchten lassen regenen mit einer grosse Menge von Welchen Früchten. Am 30. Augusti 1740 ein Viertel zu Cöllen auff den Wasser-Mühlen ist gemahlen worden. Diese Fruchten seint ohne Schall und seint ganß weiß, so runth wie Herschell.

<129> 1740, im Augusto ist die Kohlhütte vor der Rhein-Pforten zum erstemahl fertig worden. Und die Statt durch den Herrn Bürgermeister Umblauff zum ersten die Kohlen selbst geliebert, die Waag Kohlen vor 8 Blafferten und das Malder Geriß vor 8 Blafferten und 2 Stuber.

<130> 1740, dieß Jahr im Augusto hatt der Herr Controleur das Hauß auff die Hoßpitallsplatz gesetzt.

<131> Nota: 1737 seint die Zonsische Pilger zum erstenmahl zu Kevelaer mit dem Venerabel eingeholt worden, und eodem anno auch zum ersten die Musicalische Meeß gehabt, welche jährlichs mit einem Reichstahler muß zahlt werden an die Oratorische Herren zu Kevelaer. Und 1740 [12v] haben die Zonsische Pilger zum ersten die Ehr und Gnatt gehabt den 6. Septembris des Nachtmittagß 5 Uhren, das die gantze Procession das gnadentreiche Miraculösche Biltgen geküsset hatt.[248] Nota bene.

<132> 1740, den 15. Septembris gilt das newe Korn 9 Gulden 16 Albus. 1740, anfangs Octobris gilt das newe Korn 14 Gulden, und den alten Weitzen gilt 9 Reichstahler Species.

<133> 1740, den 11. Octobris ist des Morgens das gantze Ertreich voll Schnee gelegen, und sich daran gehalten bis des Morgens 7 Ohren.

<134> Und man hatt den 6. Octobris [1740] wegen scharffen Frost die Ofen mussen anstochen. Die Türckische Bohnnen seint an den Stecken verkahlt, und am Weinstock ist das Holtz nit reiff worden, will geschweigen die Trauben. Den 11. ist es ein Strohehalm dick auff das Wasser in die Häuser gefrohren.

<135> Und am Ent Septembris [1740] hatt man die letzte Haber eingefahren.

<136> Dieß Jahr [1740] ist sehr viel Gromet gerahten und eingefahren worden.

<137> 1740, anfangß Octobris kostet 1 Pfunt Butter 16 Albus 8 Heller.

<138> 1740, den 24. Octobris haben die Zonsische gemeine Bürger dem Simon von Dhiellrath des Morgens mit Gewalt ohne Scheffen und Rath, ohne Gereichttschreibr 29 Malder Korn hinweg genohmen, weilen zu beförchten wäre, das das gantze Lanth möchte ledig gefahren werden, und dieß haben sie getahn auff Chürfürstlichen Fuß. Und seint gleich 4 aus der Gemeinden auff Bonn zum Churfürsten langß das gnädige Thumb-Capitul gangen und dieß angegeben.

<139> Dieß Jahr [1740] seint die Äpfel auff den Bäumen befrohren und wegen vielfältigem gefallenem Schnee gantze halbe Äpffel- und Eichenbäum, auch andere Bäum, zerbrochen seint, alwo der Schnee auff den Bäumen und Blätter ist hangen blieben, dessentwegen die Bäum in Vielheit zerbrochen seint, also das etliche Platzen vor die Wintschläg vor ein gantze Carolein ist und seint verkaufft worden. Und der Schnee dieß Jahr an den Bäumen viel grossen Schaden getahn.

<140> [13r] 1740 ist vom zeitlichen Herrn Pastor Beda Grooten und Herrn Praefecto Heriberto Entenich, weilen die Brudermeisteren auff dem Termin wegen der Kevelaerser Procession schier überall ausgemacht werden, verordinneret worden, das die zeitliche Brudermeisteren 4-mahl im Jahr hier durch Zonß wegen dieser Procession terminiren sollen, und hingegen soll auch kein auswendigen Kertzen-Termin hier gelitten werden.

<141> Anno 1740 ist Ihro Päbstliche Heyligkeit Benedictus der dreyzehnten gottseehlig im Herrn entschlaffen.[249] – 2. Eodem anno ist der König von Preussen[250] gestorben. – 3. Eodem anno ist Ihro Käyserliche Majestät Carolus der sechste im Herrn gottseehlig entschlaffen. – 4. Eodem anno ist die Ezarin[251] im Herrn entschlaffen. – 5. Eodem anno ist der König in Schweden gestorben.[252] – 6. Eodem anno ist dem König in Pohlen[253] seine Königin[254] im Karosche dottgeschossen[255] und der König selbst durch ein Arm vom Schuß verwunt worden.

<142> Eodem anno [1740] hatt Ihro Churfürstliche Durchleucht Clemens Augustus die Früchten ins Bergische Lant über Rhein zu fahren verbotten, wie auch keine Früchten in die Statt Cöllen, es mag sein für Gelt oder Pfachtung, ohne Unterscheit der Perschonen, geistlich oder weltlich, mehr zu lieberen, bey Verliehrung der Früchten und 50 Goltgülden, und der Anbringer die Früchten halb zu geniessen hatt. Auch ist das Brandeweinbrennen von Korn verbotten in Cöllen und Cölnischen Lant, aber im Gülischen und Bergischen ist das Brandeweinsbrennen von allerhant Früchten verbotten, ausgenohmen von Äpffel, Flehren, Wachholder und dergleichen dörffen sie brennen.[256]

<143> Anno 1740, den 27. Novembris, als den 1. Sondag im Advent, haben wir alhier angefangen, in der Pfahr so woll als bey den Patres mittagß von 11 bis 12 ein Stunt geleuhtet zu Ehren und Trost Ihro Römischer Kayserlicher Majestät seligen Andenckens, und dieses Leuhten währet 6 Wochen lang, worzu die Stürtzelberger Männer auch haben müssen helffen leuhten, und nach den Zonser ihren Anfang genohmen haben, nahmens Carolus der sechste. Requiescat in pace.

<144> [13v] Anno 1740, dieß Jahr hatt man im December noch etliche Sommerfrüchten eingefahren, und Ihro Churfürstliche Durchleucht zu Cöllen alle Früchten in Cöllen zu liberen im December wider zugelassen hatt, mit dieser Bedingnus, das, wans Lant diese Früchten widerumb vonnöhten hette, so sollen die Cöllnische Herren dieselbige vor Gelt, aber ohne Aufflag oder Unkösten wider herausfolgen lassen.[257]

<145> Den 9., 10., 11., 12. Decembris [1740] ist der Rhein so hoch auffgelauffen, das man ist gezwungen gewesen, an der Schinners-Kuhlen mit Gewalt mit 150 Bauschen Strohe und Ert in der Geschwindigkeit zu dichen, und der Rhein hatt gestanden in der Statt in St. Peters-Hoff bis an das Hauß "Im Schiffgen" genant, über die gantze Rheinstraß und Marck bis an die Dreckgaß, und ich mit einem Schiff von St. Peter bis auff den Marck selbst gefahren bin. – Den 13. Decembris aber hatt es angefangen zu fallen, schier alle Keller seint voll Wasser gewesen. Fur der Felt Pforten hatt man ohne Schiff an keinen Garten können kommen, und zimlich hinweg gefallen. Vide ulterius.[258]

<146> 1740, den 14. Decembris ist der Herr Mathias Aldenhofen[259] zum Rathßherrn erwöhlet worden auff Georgen Münchraths Platz.

<147> Das Korn gilt jetzt [Ende 1740] 4 Reichstahler, die Gerst 20 Schilling, der Buchweitzen 20 Schilling, ein Pfunt grönes Schweinefleisch 10 Albus, 1 Pfunt Butter 11 Albus 4 Heller, 1 Maaß Baumöhl 21 Stüber und ein Maaß Rubohl 24 Stuber, 1 Pfunt Unschlicht-Kertzen 25 Fettmenger, 1 Malder Erbssen 4 Reichstahler Species.

<148> Anno 1740, im Augusto hatt der Herr Beseher als Kirchmeister Alexander Stefert[260] die newe Fenster sambt den Wapen auffm Chor an der Jungergesellen-Kertzen gegeben, und die übrige Fensteren sein renovirt und gewaschen worden.

<149> [14r] Anno 1740, den 18. Decembris ist der Rhein widerumb gewachsset in der Geschwindigkeit, das am 21. Decembris des Morgens umb 1 Uhr Menschen und Viehe aus der gantzer Müllen-Gaß bis an den Pfahr-Kirchhoff haben müssen flüchtig werden, und selbigen Morgen stunde der Rhein umb acht Uhren nach der Pfelt-Pforten auffm Kirchhoff mehr dan einen Fuß hoch, also das wegen Verstörnus am 21., als auff das Fest des heiligen Thomae, kein hohe Meeß, noch Predig oder Vesper ist gehalten worden, und ist noch mehr gewacksen, das es des Mittagß bis langß die Pastoraths-Haußtheur und grosse Kirchen-Theur auffm Kirchhoff gestanden, also, das die Stühl und alle Gräber, so gar des Herrn Pastoris sein Grab auffm Chor, ja alle versuncken seint, ausgenohmen der Keller in der Kirchen, so in statu quo geblieben, dergestalt, alwo die Kuhlen waren, hatt das Gruntwasser dem Kellersteinen gleich in der Kirchen gestanden, das ville Menschen umb Nachsagens halber sich in der Kirchen vom Gruntwasser gewaschen haben. Des Nachmittagß stunde der Rhein schier durch die gantze Statt, das man mit Schiffen zu einer Pforten hinein und zu der ander Pforten hinaus hatt können fahren, ausgenohmen von des Engel Stummels[261] Erb in der Langer Gassen bis an die Cron und Heuman Jut[262] sein Haußtheur auffm Rohren Örthgen und dan hinter der Mauren und in der Vicarie, in welchem District nur 40 gantze Häuser waren, in welchem das Wasser nit gestanden, zu welchen Örhteren die übrige Menschen und Viehe haben sich müssen flüchtig machen, und sehr ville Pfert und Kühe under dem blosen Himmel müssen stehen bleiben, und seint mit villen Schiffen däglich auff den Kirchhoff bis an die Pastorathß-Haußtheur nach der Kirchen gefahren. Im Closter hatt der Rhein im Creutzgang gestanden und selbigen gantz verdorben, und in selbiger Kirch auch die Gräber auch gesuncken, und mit dem Schiff konte man mit der Spitze bis in die Closter-Kirche fahren, das man aus dem Schiff woll in die Kirch konte aussteigen. Und 23. Decembris hatt es still gestanden, und am [14v] Abent 4 Uhren hatt es angefangen zu fallen. Kaum aber ware es 4 Fuß gefallen, so finge es am 27. Decembris des Nachmittagß 3 Uhren widerumb an zu wacksen, und ist doch nit gar so hoch gesteigen dan ein Fuß niderer blieben wie zu vor. Bey selbiger Zeit ist niemahl umb ordinarie Zeit die frühe Meeß geschehet, sonderen beym hellen Dag. Den 30. Decembris hatt es widerumb des Nachmittagß angefangen zu fallen. Kaum war es 6 Fuß gefallen, so finge es 1741, den 4. Januarii des Abents wider an zu wackssen, und stunde durch die Wasser-Gossen über die Straß bis an die Kloster-Kirch, und am 8. Januarii ist es des Morgens 6 Uhren gefallen anzufangen, vom 12. bis auff den 13. Januarii finge es wider an zu wacksen, und den 16. Januarii finge es des Mittagß an zu fallen. Es ware aber noch nit zwischen dem Ofer, wie es soll sein, so finge es den 4ten Februarii an zu waschen und ist in villen Kelleren gewesen, aber nit in der Statt. Dieser Wasserschaden wird dieses Jahr im Zonser Felt gerechnet mehr als zehn Dausent Reichstahler, sage 10000 Reichstahler. Gott behute uns mehr fur einem solchen Wasser!

<150> Anno 1741, den 28. Januarii hatt der Herr Controleur Heribertus Entenich in seiner von den Dormager Nachbahren gepfachter und unten dem Dorff an den Hecken gelegenen Fischerey gefischet, wobey er in drey Fischzüg 27 Stücker von einem gemordeten Mans-Perschon gefunden und gefischet, welcher ware zerhawen gleich auff selbige Weis, wie man ein Schwein pflegt auseinander zu schneyden und hawen, als nemblich 2 halbe Köpff, die Schincken, Schulderstücker, Seyden etc. etc., wie man ein Schwein pflegt zu hawen, und am 1. Februarii seint in selbiger Kuhlen vom Herrn Controleur durch das Fischen noch 5 Stücker von diesem Menschen gefunden worden, und am 7. Februarii haben die Herren Scheffen in Dormagen den untersten Pütz im Dorff wegen Argwohn der Fettigkeit des Wassers lassen durchfischen, und haben in diesem Putz an [15r] dem 7. Februarii noch funden das Ingeweyth und das Hertz, facit 34 Stück.[263]

Die Stadt Neuss um 1740. Tuschzeichnung von Mathieu Antoine Xhrouet.

<151> Anno 1741, den 6. Februarii des Morgens umb 1 Uhr hatt das Donner-Wetter zu Neuß in den grossen Stiffts-Kirchenthurn oben in die Spitz geschlagen, und also die 2 Thürn und das Dag auff der Kirchen gantz abgebrent, und die Glocken alle verschmoltzen, und das Uhrwerck ist auch alle zuschanden gangen. In der Kirchen ist nichtß beschädiget.[264]

<152> Anno 1741, den 14. Maii, als am Sondag vor Pfingsten, ist der Bruderschaffts-Vogel vor der Rhein-Pforten auff gewöhnlichem Ohrt abgeschossen worden, und weilen 2 bis 3 Brüder dieser Bruderschafft nach Abschiessung dieses Vogels in Streitt gerahten, das ein jeder den Vogel wolte abgeschossen haben, weilen sie alle drey zugleich geschossen, so ist gleich von den Herren Vorsteheren befohlen worden, in Eyl ein newen Vogel zu machen, und ist in einer halben Stunden Zeit ein newen Vogel ohne Flügelen und Stertz gemacht und auffgerichtet worden, und hatt ihn abgeschossen der Johannes Hendrig Falckenberg, Jungergesell vom Stürtzelberg, und wurde also der Streitt geendiget an demselbigen Dag.

<153> Anno 1741, den 7., 8., 9., 10. und den 12. Dag Junii ist die Zonser Pfahrkirch, so vorhin durch das hohe Wasser eingesuncken ware, widerumb angefühlt und gleich gemacht worden, kostet an Mäurer- und Daglohn 18 Gulden Cölnisch und 21 Albus Cölnisch und 4 Heller. Nota bene, nota bene: Den Santh und Materialia haben die Stürtzelberger müssen fahren dienstweiß.

<154> Anno 1741, den 28. Julii ist durch ein Jungen mit Nahmen Duppelgarten den Eschen Baum, so oben auff dem krommen Wall Grath fur der Felt-Pforten auff der Ecken gestanden, im Branth mit einer Lonthen gesteckt worden, und weilen die Bürger ihn nit haben können löschen, so haben sie ihn müssen abhawen, und der Jung ist am 29. Julii in den Krötsch-Thurn geführt worden und am 30ten Julii widerumb auff Anhalten des Herrn Pastoris loß gelassen worden, und der Baum ist den Bürgeren verkaufft worden für 7 und ein halben Gulden Cöllnisch.

<155> [15v] Anno 1741, den 3. Augusti ist Ihro Churfurstliche Durchleucht von Cöllen Clemens August mit der Jagt zu Wasser hier langß gefahren.[265]

<156> Anno 1741, dieß Jahr ist sehr wenig Korn oder andere Winterfrüchten gerahten, also welche sönsten jahrlichß 50, 60 bis 70 Wagen Korn haben ingefahren, selbige haben dieß Jahr kaum 9 oder 10 Wagen Korn ingefahren, dergestahlt, welche 4 Pfert haben zu ihrem Baw nothwendig, dieselbige haben auff einen Dag alles ihres Korn können einfahren. – Ein Pfunt Speck kostet jetzt im Julio, Junio und Augusto 9 Stuber, das Pfunt Butter 6 bis 7 Stuber, ein Malder new Korn 4 Reichstahler Species pro 80 Albus.

<157> Anno 1741, im Monath Junio ist bey hiesigen Pateren im Klocken-Thurn das Meeß-Glöcklein gebarsten, und das jetzige Meeß-Glöcklein ist eodem anno, den 27. Julii bey hiesigen Pateren hinter in ihrem Garten wider der Statt-Mauren auffs new gegossen worden und am 30ten Julii in der Closter-Kirchen von Pater Guardian gebenedicirt worden mit Nahmen Maria. Die Patten seint gewesen die vier Zoll-Herren, als Herr Hubert Wiesen, Zollverwalter, Herr Alexander Stefert, Beseher, Herr Conradus Spelt, Nachgänger, Herr Heribertus Entenich, Controleur und geistlicher Vatter, und dessen Söhngen Franciscus Jacobus Entenich. Die Gotthen seint gewesen Maria Agnes Tappers, Herrn Zohlverwaltersche, und dero jungfräuliche Dochter Maria Catharina Wiesens, Johanna Sophia Tilmetz, Herrn Bese[he]rsche, mit ihro Döchterlein Girtrudis Steferts, Jungfer Sibilla Spelt, des Herrn Nachgänger sein Dochter, und die Jungfrau Anna Maria Entenich, des Herrn Controleur sein jungfräuliches Döchterlein. Die Schrifft auff diesem Glöcklein ist diese: "Ave Maria gratia plena F. F. B. G." Diese Buchstaben heischen: Frater Fernandus Bürfenich, Guardian, und die zweyte Rey auff diesem Glöcklein heischt: "Praefecti telonii Zontini sunt mei Domini", und ist also den 31. Julii in den Thurn gehänckt worden.

<158> [16r] Anno 1741, den 7. Augusti des Morgens halber 9 Uhren hatt Ihro Churfurstliche Durchleucht von Cöllen Clemens Augustus alhier die gantze Zonser Herschafft mit allem Zubehür und Gerechtigkeit durch 70 Man Soltahten und 4 Commissarien ohne Wissen und Willen eines hochwürdigen Thumb-Capituls und auch ohne Wissen eines Menschen in Zonß unter seine Bottmässigkeit alles in Possession genohmen, als erstlich die Soltahten blieben fur der Rhein-Pforten still stehen, bis ihnnen die Schlüsselen von beyden Pforten fur die Statt gebracht worden, und die Herren Commissarii die Rhein-Pfort ersten selbst zugeschlossen und gleich wider auffgeschlossen und dem Commendant alstan die Schlüsselen fur die Pfort praesentirt, so marschierten alle Soltahten gleich in die Statt hinein bis auff den Marck. Gleich drauff nahmen die Soltahten die Possession an der Rhein-Pforten-Wacht, und die Herren Commissarii nahmen in dieser Zeit die Possession auffm Schloß, gleich drauff auch auff dem Canthor im Zollhauß, wobey sie auch noch ein Schloß auff die Theur des Canthors gehenckt, ohnedem das die 4 Zohl-Herren vom Canthor und Herrn Burggrieff vom Schloß alle Schlüsselen haben mussen ablegen, und dabey befragt worden, ob sie Ihro Churfürstliche Durchleucht fur ihren Herrn wollen erkennen und ihm wollen dienen oder nit. Selbigen Dag nahmen sie auch Possession in der Jagt, in der Fischerey, an der Pfeltpforten, des folgenden Dagß auff der Winthmühlen, des dritten Dagß auff den Stütger Walt oder Busch, des 5ten Dagß auff den hier im Rhein gelegenen beyden Wertheren, und den 12. Augusti des Morgenß 8 Uhren haben sie Possession genohmen auff dem Rathhauß, und gleich der Herr Schulteiß Mappius und Herr Bürgermeister Umblauff mit den übrigen 6 Herren Scheffen und Herrn Gerichtschreiber Schullmeister den Herren Commissarien in Nahmen Ihro Churfürstlichen Durchleucht den Eyth müssen ablegen. Und selbigen Dagß des Nachmittagß haben die 4 Zohl-Herren auch ihren Eyth müssen schweren. Den 17. Augusti ist Ihro Churfürstlichen Durchleucht sein Geburthsdag, des Morgens 8 Uhren bey den Herren Patres und umb 10 Uhren in hiesiger Pfahrkirchen Solemniter gehalten und nach dem Ambt der heiligen Meeß das "Te Deum Laudamus" gesungen worden. Und des Nachmittagß haben die Bürger den Pfacht wegen der Leim-Kuhlen ad 14 Gulden in gutem Bier verzehret, und im Abent haben die 4 Zohl-Herren 3 Tharthonnen auff der Wiesen gegen dem Canthor lassen anzünden mit offt Loßschiessung etlicher kleiner Stück bis des Nachtß 11 Uhren, und die Zonser Herren haben oben [16v] auff dem Wall an der Vogelsroden 5 Tharthonnen lassen im Branth stecken, wodurch auch alda den in Arrest gelegenen Nachen mit im Branth ist gesteckt worden, und auff dem Schloß seint die grosse Stück vom Morgen bis des Abents abgefewret worden. Und den 20. Augusti seint die Herren Comissarien wider hinweg marschieret.

<159> 1741, den 9. Septembris ist Melchior Bock mit Gewalt in Chur-Cöllnischen Krieg-Diensten gezwungen worden und selbigen Dag des Abents 11 Uhren hinweggefahren.

<160> 1741, den 16. Septembris ist das fransösche Läger unter bey Neuß und Holtzem auffgeschlagen worden und eingerückt ad 40 Dausent Man starck.

<161> 1741, den 21. Septembris ist Ihro Durchleucht Clemens Augustus des Nachtmittagß halber 4 Uhren hier nach Zonß kommen und ist von allen Bürgeren in Zonß und Stürtzelberg und Horrem mit dem Gewähr empfangen worden, und Ihro Churfürstliche Durchleucht ist mit dem allerköstlichsten Auffzug den 22. Septembris mit sämblicher Hoffstatt inß Läger marschieret und hat alles in Augenschein genohmen, und am Sondag, den 24. Septembris hatt Ihro Durchleucht den Generalissimum mit noch villen anderen Herren Officiers auß dem fransösischen Läger mit 4 Abgesanthen auffm Schloß alhier auff das Allerköstlichste tracktieret. Und ist verbotten, kein Früchten aus dem Cöllnischen ins Bergische oder Gülische Lanth, in specie gar kein Früchten in Cöllen zu führen, so gar das Gemüß, welches die Cöllnische Bürger selbst haben waschssent gehabt, ist nit in Cöllen gelassen worden, und den Früchten-Tax ist gemacht worden, das 1 Malder Korn soll gelten 3 Reichstahler, 1 Malder Weitzen 4 Reichstahler, 1 Malder Gerst 5 Gulden, 1 Malder Buchweitz 5 Gulden, 1 Malder Haber 4 Gulden, den Centner Hew ½ Reichstahler. – Fleisch und Butter oder was sönsten noch ist, hatt man können verkauffen, wie man gewolt hatt[266], also kostet 1 Pfunt Butter alhier über Lanth 12 Albus, in Cöllen aber 16 Albus, 1 Pfunt Speck alhier 13 Albus 4 Heller, in Cöllen 17 Albus 4 Heller, 1 Pfunt Rinthfleisch alhier überall 4 Albus, in Cöllen 10 bis 12 Albus. Den 25. Septembris hatt Ihro Chürfürstliche Durchleucht die hiesige Thumb-Capituls Stattsoltahten, so fürhin wegen dieser Possession abgedanckt gewesen, widerumb in ihre vorige Possession und in seine Diensten auff- und angenohmen und wie zuvor ihre völlige Lehnung gegeben.

<162> [17r] Anno 1742, den 12. Augusti haben die Zonser Bürger wider zum ersten an der Pfelt-Pforten die Wacht getahn, und eben mässig die Schloß Soltahten an der Rhein-Pforten die andere Manschafft abgelüst, und der Herr Major die Weedt also den 14. dieses mit völliger Companie auff Neuß gezohgen.

<163> Anno 1742, den 10. Julii ist der newe Herr Sacellan Gabriel Alstorff erstens nach Zonß kommen, und der alte Herr Sacellan Ambrosius Harnischmächer hinweg marschiert.

<164> Nota bene: Anno 1740 ist der Römischer Käyser Carolus der sechste gottseehlig im Herrn entschlaffen.[267]

<165> Anno 1742, den 24. Januarii, Mitwoch post Septuagesimam, ist Churbeyeren zum Römischen Käyser erwöhlt worden mit Nahmen Carolus der siebente, und am Donnerstag nach Eschtag, als am 8. Februarii, zum Römischen Kayser gekrönet worden, und am Mondag post Invocavit, als am 12. Februarii, ist die Kayserin[268] gekrönet worden, und den 26. Augusti eodem anno ist ein Käyserliche Abgesanhter zu Schiff nach Cöllen kommen, umb den Cöllnischen Bürgeren am 27. und 28. Augusti ihren Eyt schwören zu lassen.

<166> Anno 1742, dieß Jahr sein so ville allerhant Sorthe von Farb, grosse und dicke Mäuß im Felt gewesen, also das sie auff etlichen Stückeren das Korn und Gersten so rein abgefressen, die Ahren alle abgebissen und zur Erden hineingeschleifft, den Halm aber zu Hetzel zerbissen, dergestahlt, das man auff etlichen Stückeren Lants, so einen Morgen groß waren, sich woll mit Kahren und Wagen hatt können herumb drähen und hatt doch kein Ahr oder Halm angerühret, das etliche Menschen einen halben Morgen Früchten auff einmahl nach Hauß getragen, und selbige Mäuß haben gewahret aus dem Korn in allerhant Früchten ins Graß, Mohren, Rüben etc. Und derhalben wir Zonsische Bürger und die Dormager mit uns am 26. Augusti, Sondag, des Morgens halber 4 Uhren mit einer Procession nach Cöllen in St. Gertrudis-Kirch uns Gebitt getahn und Hohe Meeß und Predig gehört und des Nachmittagß zu Wasser nach Hauß gefahren. Und diese Procession ist geschätzt worden ad 1000 Man starck. Vide ulterius in anno 1756, [17]59, 1772.[269]

<167> Anno 1742 auff unser Zonser Gottestragt [8. April] haben wir das newe weise Pluvial oder Chorkabb, und auff Mariae Himmelfahrt [15. August] haben wir die Casull mit den 2 Levittenröcken new bekommen, kosten in alles 260 Reichstahler Species mit dem Machlohn. – Der Machlohn kostet 80 Gulden oder 24 Reichstahler Species, facit in toto 260 Reichstahler Species.

<168> [17v] Anno 1743, den 12. Februarii seint nacheinander alle drey grosse Glocken renoviret und in die Aschen wider fest gemacht worden, und auff der allergröster Glock stehet geschrieben wie folgt: "S. † Maria Magdalena heisch ich, Gott lobe ich, die Lebendige ruffe ich, die Dotten beweyne ich anno 1630 – das Ungewetter zerbreche ich, Joannes Helling gauß mich, die Bürger in Zonß zahlten mich." – Auff der Mittelglock, so oben der Trappen hanget, stehet also von Wort zu Wort: "S. Martini Glock bin ich genant, zu Zonß getaufft wider Fewr und Brant, Ungewitter, Donner und Hagelschlag durch Gottes Gnatt abwenden mag, renovata super Domino Pastore Nicolao Engelskirchen, Domino Woltero Weber, Consule, Domino Mathia Stam Aedili et Scabino, sumptibus Dominorum Batronorum et Civitatis Anno 1710 – Reverendissimus Dominus Petrus Bequerer[270], locum tenens, Reverendissimus Dominus Matthias Francken, Abbas Brauweilerensis, Reverendus Dominus Petrus Rutgerus Schoß, Vicarius Beatae Mariae Virginis, Illustrissimus Dominus Berdramus Carolus Sancti Romani Imperii Comes de Nesselrath et Reichenstein, Dominus zum Stein, Ehrenstein, Herten, Bürgell[271], Perillustris Dominus Jodocus Emundus Baro de Reuschenberg, Dominus in Setternich[272], Perillustris Dominus Rudolphus de Geyr, Generalis Receptor Coloniensis et Dominus in Müddersheim, Dominus Petrus Brewer, Praedor in Deutz et Illustrissimi Capituli Metropolitani Cellerarius, Dominus Georg Matthias [Nolden], Praetor, Jacobus Esken, Laurentius Schmitz, Georg Conen, Reinerus Olligschläger, Scabini, Petrus Esken, Joannes Schimmelpfenning, Henricus Cratz, Joannes Baum, Senatores. – Johan Peter Edel, Straßburg, Curpfelsicher Stückgiesser, goß mich 1710." Nota bene: 2318 ½ Pfunt schwer. Auff der kleinster Glocke im Thurn stehet: "S. Materni und Nicolai Klock bin ich getaufft, auff meinen Klanck zur Kirchen laufft, mein liebe Christen, und sagt Gott Danck vor täglich empfangene Speiß und Tranck, renovata sumptibus civitatis Zontinensis, cum gratioso subsidio Reverendissimi et Illustrissimi Capituli Metropolitani, Domino Jacobo von Hittorff, Beseher, piae memoriae Domino Gerardo Wolters, Beseher, Domino Daniele Speck, Nachgänger. M. Johann Wickraht[273] von Cöllen goßß mich im Jahr 1700."

<169> In selbiger Wochen eodem anno [1743] ist eine newe Asche in das Meeßglöcklein gemacht worden, und dar auff diesem Glöcklein stehet: "Ad gloriam Dei Joan Lehr me fecit Coloniae Anno 1667." Dieses Glocklein hab ich selbst gewacht, und ist schwer mit dem Klepper 57 Pfunt. – Gott behute sie und uns!

<170> [18r] Anno 1743, den 2. Martii, des Nachmittagß ein Viertel fur 4 Uhren, ist zum ersten ein schweres Donnerwetter kommen und hatt sehr offt gewetterleucht und gedonnert.

<171> Anno 1743, den 1. Septembris ist zu Cöllen auff dem Thumhoff Sancti Joannis-Baptistae-Kirch im hellen Dag umb den Mittag gantz abgebrent bis in den Grunth.

<172> Anno 1743, den 10. Octobris hab ich alhier zu Zonß als Offerman den Kirchthurn gemessen, und hatt sich befunden, das das Maur Werck hoch ist 56 Fuß – und das Ley-Dach ist bis oben an den Bley 60 Fuß und 10 Zohl hoch – und der Bley bis oben den Hahn ungefehr 14 Fuß hoch – facit das Maurwerck mit der Spitz bis oben den Hahn 130 Fuß hoch. – Und selbiger Thurn erstreckt sich das Maurwerck mit der Spitz bis an den Bley uber die Ert bis an die Kirchmaur nach dem Schwanen zu – und mit der Spitzen und Hahnen bis gegen mein Schewren-Dheur. 1764, den 30. Junii ist der Thurn durch den Leydecker noch einmahl auff sölche Maaß gemessen worden.

<173> Anno 1744, im Januario und Februario ist der Rhein so klein gewesen, das kein Schiff auff Cöllen haben können fahren, ja sogar, das man mitten im Rhein die Stein hatt können zehlen. Auch hatt man alhier mitten aus dem Rhein einen 30-pfündigen Stein hinaus gearbeit. Anfangß Martii hatt der Rhein so starck gewackssen, das der Rhein am 5ten Martii in der Statt über die gantze Rheinstraß und in der Müllengassen bis oben langß des Müllers Hauß gestanden hatt. Am 9ten Martii hatt es angefangen zu fallen. An der Schinners-Kuhlen ist der Deich, so 1740 vom hohen Wasser durch gebrochen, noch nit gemacht gewesen. Derhalben ist der Rhein alda widerumb übergelauffen ins Felt bis nach dem Heckhoff und in den Rhein, das man kaum mit einem Pfert von Zonß auff ein Dorff hatt durchß Wasser können reiten. – Gott behüte uns weiters für Unglück!

Kurfürst Clemens August als Falkenjäger um 1732.

<174> Anno 1744, Mondag, den 27. Aprilis ist Ihro Churfürstliche Durchleucht Clemens Augustus des Abents 8 Uhren zu Schiff hier nach Zonß kommen. Nota bene: Und hatt ihro Churfürstliche Durchlucht den 13. Mey sich selbst mit eigener Hant in das newe Bruderschaffts-Buch geschrieben, und den 17. Mey hatt Ihro Churfürstliche Durchleucht alhier zu Zonß den Vogel abgeschossen, und den sieben Jungferen, so ihm den Kranß haben auffgesetzt, denselben hatt er selbst gleich gegeben 12 Ducaten [18v] in Golt, welche Ducaten machen 33 Reichstahler Species, und den folgenden Mondag hatt sämbliche Bruderschafft bekommen eine gantze Ahm Wein. Und an gemeltem Mondag, den 18. dito, ist Ihro Churfürstliche Durchleucht von Zonß auff Brüell marschieret. Von diesen obigen 12 Ducaten hatt jede Jungfer bekommen 4 Reichstahler 14 Blafferten und 2 Stuber. Hiervon hat jedes Mägtgen ½ Reichstahler an Unkosten angelegt.

<175> Anno 1744, im Fröhling kostet ein Malder Korn 14 Schilling, ein Malder Gerst 11 Schilling, ein Malder Haber 9 Schilling, und frey an den Rhein zu lieberen.

<176> Eodem anno, im November und December kostet 1 Malder Korn 13 Schilling und 1 Malder Gerst 10 Schilling, 100 Pfunt Hew 9 Blaffert.

<177> Anno 1745, den 11. Januarii haben hiesige Herren die Beletter gemacht, und den 12. dito umb 12 Uhren ist ein Companie Holländer hierhin kommen, so am 13. dito des Morgens 7 Uhren hinweg nach Neuß marschieret, und eodem dito des Nachmittagß umb 2 Uhren seint auff den Stürtzelberg 1 gantze Companie und nach Horrem eine halbe Companie und hier nach Zonß anderthalb Companie und auch der Stab, so auch so starck gewesen als ein gantze Companie, Sacksische Gotha-Völcker hierhinkommen, und seint den 11. Februarii des Morgens 9 Uhren auff Merrem und Nippes bey Cöllen marschieret.

<178> Den 22. Februarii [1745] ist der Herr Pregadier mit aller Bagage hinweg marschieret.

<179> Den 25. dito [Februar 1745] ist ein Companie ad 65 Man Oranier-Soltahten hierhin kommen und seint den 26ten auff Longerig marschieret.

<180> Anno 1745, den 13. Septembris ist Ihro Romische Kayserliche Majestät Franciscus Stephanus zum Römischen Kayser erwöhlt worden und den 4. Octobris zu Franckfurth gekrönet worden.

<181> Anno 1745, den 30. Octobris ist der Herr Lambertus Braun und Herr Hermanus Hugo zum Scheffen erwöhlt worden und ihren Eyth gleich abgelegt.

<182> Anno 1744, den 19. Decembris ist der Herr Sacellanus Placidus Thomas als Capellan nach Zonß kommen, und der alte Herr Sacellan Gabriel Alstorff ist am 26. Decembris hinweg marschieret.

<183> 1745, den 22. Novembris seint wir Zonsische Bürger, so ad 507 Man starcker Procession, wegen Sterbent des Horn-Viehe des Morgens halber 9 nacher Nivenheim unseres Gebitt gehalten und gegangen, und alda unser Capellan eine hohe Meeß gehalten und alstan den Umbweg[274] wider nach Hauß gegangen.

<184> [19r] Anno 1746, den 11. Martii ist die newe Kirchroster nach dem Schwanen gemacht gantz new und dargelegt worden, so waget ad 311 Pfunt oder 2 ½ Waag und 11 Pfunt. Die Waag kostet 13 Gulden 8 Albus oder 4 Reichstahler. Nota bene: Die Waag ist 120 Pfund. Nota bene: Der Schloßmächer von den 3 Rosteren verdienet 12 Reichstahler.

<185> Anno 1745, Sambstag, den 30. Octobris ist das Sancti Sebastiani-Chor oder -Letter schlössig gemacht worden und zu einem Kirchmeisters-Stuhl verordinirt worden, und das Muttergottes-Letter mit einem Stück gelengt worden, also das die Chorsänger auff einer Seythen bleiben sollen, welches aber nit woll geschehen kan wegen der Jugent, so helffen singen, welches Sancti Sebastiani-Letter über 100 Jahr zu einem Chor-Letter ist gebraucht worden. Under dem Herrn Pastoren Beda Grooten und Herrn Kirchmeister Heribert Entenich, Controleur, ist diesse Verenderung geschehen. Suche weiters in anno 1754 im Augusto.[275]

<186> 1746, den 31. Mertz hatt es so lauth gedonnert, das wir und die Herren Patres haben müssen leühten.

<187> 1746, den 17. Aprilis ist von hier eine Procession wegen Sterben des Horn-Viehes nacher Bethlehem ausgeführt worden. Gott behüte uns vom Übel!

<188> 1746, den 3. Maii ist ein Danckfest gehalten worden mit einer hohe Meeß mit Aussetzung des Venerabels und darnach mit "Te Deum Laudamus" beschlossen worden, weilen Ihro Churfürstliche Dürchleucht Clemens August wider gesunt worden.

<189> 1746, den 1. Maii ist die Bürgermeisters-Wahl gehalten worden, und weilen die Bürger nit eins konten werden, derhalben ist Man fur Man abgehört worden, und ist das Loß gefallen auff Herrn Ge[richts]schreiber Johannen Petrum Schullmeister.

<190> 1746, den 21. Meii, des Sambstagß, des Abents umb 8 Uhren seint alhier zu Zonß die Winter- und Sommerfrüchten, Wiesen und Garten vom schweren Donnerwetter und Hagelschlag gantz und zumahlen zerschlagen, dermassen, das man nit mehr auff etlichen Platzen hatt können erkennen, was fur Früchten auff den Stückeren gestanden hatt, und alle Bletter auff den Baumen und Hecken mit den Schalen abgeschlagen. Gott behüte uns für sölchen Schaden mehr.

<191> 1746, den 22. Maii hette der Vogel sollen geschossen werden, welcher aber wegen grosser Betrübnus des Hagelschlagß dieß Jahr nit ist geschossen worden. Gott behute uns von allem Übel! Amen.

<192> 1746, den 30. Junii ist das Ungarische Läger, so bey Himmelgeist gestanden, auff der ander Seythen, auffgebrochen und abmarschieret.

<193> 1746, den 7. Septembris ist das newe Uhrwerck gantz new auff das Schloß- oder Juden-Thurn sambt 2 newen Uhr Zeiger oder Uhrweisen auffgesetzt worden.

<194> [19v] Anno 1746, den 5. Septembris ist die Procession nacher Kevelaer in gutem Wetter ausgeführt worden, aber den zweyten und dreyten Dag beständig vom Morgen bis des Abents gereynet, das alle Pilger durch und durch bis auff die Hauth naß worden, derhalben am dritten Dag des Nachmittagß umb 2 Uhren aus Kevelaer gegangen, und haben alle an der newer Kirchen müssen schlaffen bleiben, und am 4ten Dag des Abents umb halber 9 Uhren wegen Finsterheit mit Leuchten und Flambawen vom Stürtzelberg bis nach Zonß in die Kirch seint heimgeholt und nach Hauß geführt worden.

<195> Anno 1746, den 14. dito [September] ist Ihro Hochwürden Herr Officialen von Neuß als Visitator des Abents von Üdesheim hier nach Zonß kommen und Visitation gehalten. Ehe er in die Kirch aus der Pastorath ginge, wurde mit den zwey kleinen Klocken zusammen geleüth. Als er in die Kirch kam, hatt der Herr Pastor Beda Grooten ihme an der Kirchtheur das Weywasser praesentirt, und gleich als er an dem behangenden am Predigstuhl auffm Chor stehenden Stühlgen kniente, so gabe der Herr Pastor die Benediction. So balt die Benediction gegeben, ginge der Herr Official in die Sacristey und kleyte sich an und ginge und visitirte das Tabernacul, alle Altär, die Tauff und alle Kirche-Mobilien in der Sacristey. Und des anderen Dagß umb 9 Uhren die hohe Meeß, nach dem Credo war die Christliche Lehr durch Herrn Secretarium gehalten, und darnach die Meeß geendiget. Und Herr Official hatt im Closter gessen und geschlaffen, seine Knechtß seint mit Sack und Pack im Schwanen gewesen, und hatt also die Kirch und keiner ein eintzigen Heller gekostet, ausgenohmen die Statt hatt etliche Gülden mussen zahlen. Suche weiters in anno 1738 und [17]62.[276]

<196> 1746, den 24. Octobris ist das Herrengeding auffm Schloß gehalten worden.

<197> 1746, den 18. Decembris, sondagß, ist alhier das 13-stündige Gebett gehalten worden in der Pfahr-Kirchen und bey den Herren Patres den 21. wegen Sterbden des Horn-Viehes und wegen der Pest. Gott behüte uns vor allem Übel!

<198> Nota bene: 1746, den 19. Decembris ist Märtin Däten[277], zu Dhielrath wohnhafft, seine Haußfraw wegen Abwesenheit ihres Herrn Pastoris, Herrn Vicarii und Custodis durch hiesige Herren Patres aus hiesiger Pfahrkirch mit allen heiligen Sacramenten deren Sterbenden in Dotsnöhten vollig versehen worden.

<199> [20r] 1742, im Mertz hatt ein Cometstern gestanden, so über 8 Dag lang schier gantze Nachten hindurch, jedoch veränderlich gesehen worden. Sein Schweiff ware 6 Gradus lang. – 1680 ist ein Cometstern von 60 Grath langen Schweiff gesehen worden.

<200> 1744, im Junio hab ich alle Nahmen deren noch lebendigen Brüder und Schwesteren aus dem alten Bruderbuch der löblicher St. Sebastiani-Bruderschafft ausgeschrieben, so befinden sich deren noch an der Zahl 373. Ita testor Johannes Petrus Schwieren, Custos.

<201> Anno 1747, nota bene, nota bene: Dieß Jahr ist der Kuhehirt, Rinderhiert und Schweinshirt durch hiesige Magestrat gezwungen worden, ins Donnerwetter helffen zu leuhten, welches auch geschehen ist. Gott behute uns fur allem Übel!

<202> 1747, den 14. Maii, auff Vogelschiessents-Dag hatt der ehrwürdiger Herr Bernardus Baum[278] in unser Pfahrkirchen sein erste Meeß gehalten.

<203> 1747, den 17. Julii hatt hiesige Pfahrkirch dem Herrn Pastor Beda Groten und Herrn Sacellano Placido Thomas jedem ein newes Röcklein schaffen müssen.

<204> 1747, auff St. Andreae-Dag [30. November] ist die newe Spreutz von einem hochwürdigen Thumb-Capitul hier nach Zonß geschickt worden zu Wasser herab, und 1748, den 8. Novembris ist sie vor dem Closter zum ersten probieret worden.

<205> 1747, den 1. Decembris seint die Kayserliche Reuther hier nach Zonß ins Garnison kommen und 1748, den 19. Martii hinweg auff Mastricht gezogen, und wir Zonser haben für 10 Dag die Rationen mit 3 Dienst-Kahren und 9 Pferden müssen nachfahren bis nach Bosselar, und seint den 23. dito diese Kahren widerkommen.

<206> 1747, den 7. Decembris hatt Joseph Homan und Johannes Esser das Hauß auff dem Zehnplatz auffgerichtet und seint gleich lastbahr worden und haben keine Freyheit erlanget.

<207> 1747, den 5. Decembris hatt es umb den Mittag offt gedonnert und hell gewetterleucht, das wir haben müssen leuhten.

<208> 1747, Anfang dieses Jahrs ist die Zonser Kirchen-Länderey, so in hiesigem Circul liegen, ohne die, so zu Rosellen liegen, auff 12 Jahr verpfachtet worden, und erstrecket sich der trückener Weinkauff ad 102 Dahler, sage hundert zwey Dahler Species 41 Albus 4 Heller, [20v] die welche Dahler machen 228 Gulden 10 Albus 8 Heller, und das Lanth zu Rosellen sambt zwey Häuser, Stähl und Schewren ist voriges Jahr durch zeitlichen Herrn Pastoren Beda Groten und Herrn Kirchmeister Herrn Heribert Entenich, Controleur, verkaufft worden dem Kuckuchß Halbwinner[279] fur 250 Reichstahler.[280] 1748 noch empfangen an drückenen Weinkauff in hiesigem District ad 18 Gulden 20 Albus 8 Heller. Nota bene: Pro simposio pro hoc anno ist gegeben worden 11 Dahler Species 4 Albus. Vide infra in anno 1748. Nota bene: Suche auf der ander Seithen.[281]

<209> 1747, den 14. Maii hatt Franciscus Meuter den Vogel abgeschossen.

<210> 1747, den 16. Decembris ist der Rhein so hoch gestanden, auff der Rheinstrassen durch die Gossen-Löcher gesteigen bis ahn Cratz Hauß, auffm Marck bis an Umblauftß Hauß und durch die Felt-Pfort bis an die Pater-Kirch. Gott behute uns fur Übel!

<211> 1748, nota bene: Sondag, als auff heiligem Dreyfaldigkeits-Dag, den 9. Junii, in Abwesenheit unseres Herrn Pastoris Beda Groten, ist dem Jut Heuman sein Vätter mit Nahmen Motgen gestorben, und die Juden wolten diesen Leichnambt auff dieses unseres Fest ohne Ansprach der Herren Geistlichen begraben. So Herr Vice-Pastor Märtin Rehden und Herr >u>Sacellan Placidus Thomas selbigen dotten Juden auffs Befehl des regierenden Herrn Bürgermeisters Lambert Braun durch den Statt-Diener Henricum Dock lassen restieren bis zur Bezahlung der Begräbnus-Kösten. So haben selbige Juden diese Gelder auff den dritten Orth als bey dem Herrn regierenden Herrn Bürgermeister gelegt, bis diese Sach ausgemacht wäre. So hatt Herr Vice-Pastor diesen Leichnambt doch nit auff unseren Feyr-Dag folgen wollen lassen bis des Nachtß nach 12 Uhren, so balt nun die zwölff geschlagen und der Dotte zwischen der Felt-Pforten gelegen ungefehr dritte halbe Stunt, so ist er nach geschlagen 12 Uhren heraus gelassen worden.[282] Diese Jura seint dem Herrn Pastor 1 Reichstahler, Herrn Sacellan 1 Dahler, der Kirche ein halben Dahler, dem Offerman 1 Dahler, facit 4 Dahler Species.

<212> [21r] Anno 1748, den 16. Augusti ist das dreyeckige Bilten-Stöcklein gemacht und ferdig worden. Die Schildereyen zu mahlen kosten 5 Reichstahler, die 3 Eichen-Bredder 2 Gulden. Die Stein seint von Commissarii Hilgen-Häußgen genohmen worden, die Biltnus der Mutter-Gottes ist zu Cöllen in der Schnurgassen an das Miraculößbilt der allerseligster Jungfraw Mariae angestrichen. Das Gelt für das gantze Biltestöcklein hatt Herr Bürgermeister Lambertus Braun und ich, Johannes Petrus Schwieren als Offerman, durch die Gemeinde beyeinander termineret, und hatt sich erstrecket ad 7 Reichstahler 19 Blaffert.

<213> 1748, den 8. Januarii ist eine Procession wegen Sterben des Horn-Viehe nach Nivenheim mit Auffopfferung einer 10-pfündigen Kertzen des Morgens fruhe ausgeführt worden und alda gleich nach dem heiligen Meeßopffer alle ohne den gringsten Auffenthalt widerumb nach Zonß geführt etc.

<214> Und am 11. Januarii 1748 ist aus dieser obgemelter Ursachen alle Abents den ersten Rosekrantz mit Singung eines Lietleins St. Rochi oder St. Sebastiani gehalten worden bis den 6. Aprilis, als Palmabent.

<215> 1748 ist auch aus selbiger Ursachen in festo St. Sebastiani [20. Januar] kein Bier von der Bruderschafft gedruncken worden, sonderen sein an gemeltem Dag lauter heylige Meessen fur gehalten worden, wie dan auch am Mondag, den 22ten wie auch am Mondag, den 29. Januarii, auch am Mondag, den 5. Februarii lauter Messen wie auch jederzeit ein hohes Ambt mit Aussetzung des Venerabels ist gehalten, und auch diese drey Mondage gleich nach dem Hohen Ambt eine grosse Procession, aber ohne Venerabel, nach dem Sancti Antonii-Hillgen-Häußgen oder die 7 Fußfäll ist ausgeführt worden.

<216> [21v] 1748, den 5. Maii hatt sich ein Comet Stern über Engelant sehen lassen, so aber sich nit lang hatt lassen sehen, auch nit überall ist gesehen worden, auch nit offt.

<217> 1748, den 17. Junii ist der Abhang oder daß Dag und die Bleye-Kallen angefangen abgebrochen worden von dem Abhang an Sti. Sebastiani-Altar, und den 31. Augusti ist der Leydecker erstens ferdig worden, so aus Kirchemittel alles zahlt worden ist, aus dem vorigen Jahr empfangenen trückenen Weinkauff.

<218> 1748, den 26. Junii seint 2 Männer, 1 Fraw mit 3 Kinder, so Wännläpper gewesen seint, hier angegriffen worden, und seint alle auff einer Kahren den 2. Augusti nach Käyserswerth ins Stockhauß geführt worden, auch noch 1 Fraw mit einem Jungen.

<219> 1748, den 12. dito [Juni] ist unser gnädigster Herr Graff von Königseeg[283] als Ambtherr morgens halber 8 Uhren zum erstenmahl hierhin nach Zonß kommen und ist 3 Dag auff die Jagt gegangen und widerumb abmarschieret.

<220> 1748, den 16. Augusti, in festo Sancti Rochi, ist das newe Graduale zum erstenmahl gebraucht worden, und aus Kirchenmittelen mit 22 Reichstahler Species und 8 Blaffert zahlt worden.

<221> 1748, den 11. Septembris ist die Procession von Kevelaer wider nach Zonß unter dem Pater Concionator Sturm und Pater Jodocus und Brudermeistern Johannes Schlebusch und Wilhelm Assenmächer geführt worden, und haben in diesem Zurückgehen im Stütger Büsch mit einem Husaar einen Zang gehabt, und dessen Zabul mit nach Zonß ist gebracht worden.

<222> Nota bene, nota bene: 1748, den 2. Januarii ist die erste Kuhe hinauß geschleifft worden und hatt gedauret bis den 13. Mey, also das in der Zahlt 261 gestorben, und halben Julii widerumb angefangen bis den 15. Octobris, also in dieser zweyter Zahl 69, facit in toto zusammen 330 Stück an Horn-Viehe, sowoll an Kelber als an Rinhter, Ochssen und Kühe. Dessentwegen der Altar Sancti Sebastiani ein gantzes Jahr lang im Ziehrat ist stehen geblieben, worauff die Leuth durchß Jahr ville Unschlichtß-Kertzen und Wachß-Kertzen auffgeopffert haben. Gott beheute uns weiters fur allem Übel! Nota bene: Und umb selbige Zeit seint auff dem Stürtzelberg in toto 186 und zu Horrem 11 und auff dem Hauß Bürgell 25 Stück Viehe hingefallen, und erstrecket sich in der Zahl in toto 552 Stück, sage fünffhundert fünfftzig und zwey Stück. O Herr, behüte uns von allem Übel!

<223> [22r] Anno 1748, den 30. Novembris ist Herr Michael Arnoltsweiler und Herr Lambert Flehn zum Rathsherrn erwöhlt worden – und 1749, den 6. Novembris ist Arnoltsweiler im Herrn entschlaffen. Requiescat in pace.

<224> 1749, den 2. Februarii hatt es nachtmittagß 2 Uhren 2mahl lauth gedonnert und geblitz – und den 5. dito hatt es zuerst angefangen zu frieren.

<225> 1749, den 13. Februarii, auff den Donnerstag fur Fastelabent, ist des Morgens 11 Uhren in praesentia Patris Guardiani Chrysanti Langen aus hiesigem Closter der ehrwürdige Pater Casimirus Hansen im Rhein an der Urdenbach verdruncken und am 14. dito von 8 Zonser Jungergesellen vom Rhein in die Observanten-Kirch und post missam auch bis ans Grab getragen worden. Requiescat in pace.

<226> 1749, den 16. Martii, auff Laetare, ist Herr Christian Aldenhoven zum Herrn Haubtman und Herr Michael Schmitz zum Statt-Fendrig erwöhlet worden.

<227> 1749, den 21. Martii ist Jacob Stummel mit seiner Frau Odilia Putz und 2 Kinder arrestirt worden, und am 24. Martii seint sie aus der Statt gewissen worden.

<228> 1749, den 23. Martii, als Judica, ist dem Arnoltsweiler sein arrestirte Knecht ins Closter gesprungen, und am 26ten dito haben die Herren Patres ihn frey für die Portz geliebert, und er also glücklich entsprungen.[284]

<229> 1749, den 24. Aprilis ist das Pörtzgen zwischen dem Schloß und Rathshauß widerumb eröffnet und ferdig worden unter dem Herrn Bürgermeister Braun.

<230> 1747, Donnerstag fur der Cöllnischer Gottestragt, den 13. Aprilis, hab ich mein furdersten Finger an der rechter Hant mit einer Scheren ein Theil darvon lassen abschneiden.[285] Gott behüte mich weiters!

<231> 1749, den 16. Junii ist durch Herrn Bürgermeistern Braun Bürgerding gehalten worden.

<232> 1749, Sondag für Pfingsten, den 18. Mey, ist der St. Sebastiani-Brudervogel von den Brüderen in Entbährung der Vogelsruhten von hiesiger Wintmühllen Flügel fur der Statt stehent geschossen worden.

<233> 1749, den 7. Julii hatt man dieses Jahr alles zugleich als: Korn und Gersten und Graß zum ersten angefangen zu schneiden und abzuhawen.

<234> 1749, dieses Jahr hatt allezeit sogar im Januario der Pflug im Felt gegangen und gehen können. Nota bene: Und man hatt den gantzen Sommer hindurch bis ans Ent Junii die Stuben-Offen müssen einstochen.

<235> [22v] 1749, den 18. Julii ist mein Korn an dem Pluchß-Büschgen vom Zonser Gericht arrestirt und eingefahren – und am Ent Decembris gemelten Jahrs ausgetreschen worden, und 1750, den 8. Januarii, ohne den gringsten Heller zu geben, hatt selbiges hiesiges Gericht mit Beylegung 5 Faß Roggen oder das Gelt fur 5 Faß Roggen ad 17 Schilling selbiges Korn und Stroh ohne Fracht, ohne Schewren-Hewr, ohne Dreschlohn mussen herausgeben.

<236> Anno 1749, den 13. Julii ist das 13-stündige Gebett umb gutes Wetter zur Arntzeit zu erhalten, und den 12. Octobris ist das 13-stündige Gebett wegen grosser Straff der Hewschrecken und allem Übel gehalten worden.

<237> Dieses Jahr [1749] seint im Augusto, Septembri et Octobri die 4 Schluysen hinter dem Schloß alle aus dem Fundament auffs new gemacht oder auffgemauret worden durch den Herrn Bürgermeistern Lambertum Braun.

<238> 1749, in fine Novembris hatt Herr Beseher Cornelius de Breun[286] in Nahmen des gnädigen Ambtherrn von Königseeg den Zaun vor der Rhein-Pforten von der Spitzen langß das kleine Schluyßgen unten durch den Grunt bis auff den Berg ans Creutz machen lassen ohne Wissen der Bürgerschafft. Und weilen die Majestrath sich darüber beschwert, so ist Herr Bürgermeister Umblauff et Braun zum gnädigen Ambtherrn geschickt worden, so ihnnen geantwort, es soll der Bürgerschafft nit schätlich sein, sonderen die Bürger könten und solten die eingezeute Platz brauchen wie vorhin allezeit, und diese Abfrag und Antwort ist geschehen 1750, den 23. Februarii, und ist auch also auffm Rathhauß protocollirt.

<239> 1749, im Decembris ist der Pütz fur Santh Peters-Hauß zur Pompen gemacht und verfertigt worden, und kostet 56 Reichstahler und 62 Albus in toto.

<240> 1750, den 20ten und 21ten Martii seint die Limitten durch hohe Obrigkeit, sowohl Cöllnische als Gülische, langß die Gülische Seith als nemblich an den vier Rähder hinten Horrem den Anfang gemacht und so forth bis auff das oberste Rhein-Werth geendigt, gegangen worden. Und am 23. Martii seint die Limitten-Stein aus hohem Befehl an die gestochene Löcher gefahren und daran gelegt worden.[287]

<241> [23r] 1749, den 15. Julii ist das Dach und Kalle von dem Abhang oben Muttergottes-Altar angefangen worden abzubrechen, und weilen die Glaßfinster-Rahmen nit ehender ferdig worden, deshalben die Glaßfensteren nit ehender bis den 9. Martii 1750 erstens eingesetzt worden, und die inwendige Fensteren seint ernstens ferdig worden den 13. Novembris 1751, als die Kirch geweist worden ist.

<242> 1750, im Januario bis den halben Februarii ist der Rhein so klein gewesen, das man an etlichen Örthen durch den Rhein hatt können gehen, und hier in Zonß in keinem Pütz klahr Wasser gnug, sonderen alle schier balt trücken waren, also das hiesiger Hospes im Schwanen nomine Johannes Hendrig Falckenberg mit der Kahren Wasser zum Brewen aus der Leimkuhlen mussen holen. Und den 18. Februarii ist der Rhein angefangen zu wachssen.

<243> 1750, den 22. Februarii ist unser gnädiger Ambtherr Graff von Königseeg erstens als Thumbaffter-Dechant in Auffziehung der Bürger und Jungergesellen unter Lösung der Canonen und Cammeren nach Zonß des Abents kommen, und am 24. dito mit Auffziehung und Lösung des Geschütz wie zuvore und mit Hergebung fur die Bürger und Jungesellen ad 2 Pistohlen in Golt widerumb nach Cöllen gefahren.

<244> Dieß 1750ste Jahr ist es so lang kalt geblieben, das es im Felt auff Pfingstag, den 14. Mey noch Eiß gefroren und etliche Ahren am Korn verkältet und die Kornblum auffgehalten, und den 20ten Meii die erste Korn-Blum erstens ist gesehen worden, und seint aber Gott sey gelobt ville Früchten gerahten, das Scheuren und Schöbb alles voll worden und ville Bärm für die Scheuren seint gesetzt worden.

<245> 1750, den 23. Mey, sambstagß abents für Dreyfaltigkeit, in der zweyte Pauß im Meyleuhten ist die kleinste Glock im Thurn alhier gebarsten.

<246> 1750, den 26. Mey ist die Branthspreutz im Probieren auffm Marck zersprungen und im Junio wider verferdiget worden.

<247> Anno 1750, den 12. Augusti bin ich vom Stierochssen gestossen worden, und den 20ten Augusti hab ich angefangen zu medicineren, und bin gottlob curirt worden.

<248> 1750, den 3. Septembris, nachmittagß umb 1 Uhr ist des Nagelschmits Petri Aldenraths Söhngen mit Nahmen Henricus an dem steinen Creutz vor dem Closter von einem dicken Stein dottgefallen worden.

<249> [23v] 1750, den 16., 17., 18. Septembris seint die Daubendahls-Mobilien durchß Gericht plus offerenti verkaufft worden.

<250> 1750, den 20. und 21. Martii seint die Limitten in Gegenwarth hoher Obrigkeit beiderseythß gegangen worden langß die Gülische Seith, und haben hinten Horrem an den 4 Räder den Anfang gemacht, und an jedem Orth ein Loch gestochen worden. Zu Horrem gehet es in einem Hoff über den Backoffen und in einem anderen Hoff durch den Pferts-Stahl, alwo unter der Pferts-Krippen ein Loch geschlagen und durchgekrochen ist worden, und also forthgangen bis an den Rhein, und am 23. Martii seint die Limittenstein an die Löcher gefahren worden. Den 5. und 6. Octobris seint die Limittenstein in Gegenwarth beyderseithß hoher Obrigkeit gesetzt worden, ausgenohmen den Stein an den 4 Räder und dan den Stein hier hinten der Wintmühlen auffm Dich.[288]

<251> Den 8. Octobris [1750] ist Herrengeding und Brüchten-Verhör gehalten worden.

<252> Den 15. bis den 16. Decembris [1750] ist wegen grossen Sturm-Wint dem Stefen Schwint[289] das Dag von seiner Schewren gantz über ein Hauffen gefallen, und ist den 12. Januarii 1751 widerumb auffgerichtet worden. Gott behüte uns!

<253> Item: Den 15. Maii [1750] ist ein Arrestant von Freißheim des Abents hierhin kommen und den 16. des Morgens 5 Uhren zu Wasser für Gelt durch Zonser Bürger auff Käyserswerth geführt worden.

<254> Item: Den 5. Junii [1750], abents ein viertel auff 11 Uhren ist der Esser von Horrem Wilhelm Heckhausen gefänglich nach Zonß auff den Judenthurn gebracht worden, und den 11. dito wider loß gelassen worden.

<255> 1750, den 27. Novembris, freydagß, seint wir Zonser das erstemahl nach gehaltenem hohen Ambt und gegebenen sacramentalischen Seegen mit der Procession nach dem Sancti Rochi-Bildenstöckelgen gegangen, und dieß hatt gewehret bis den letzten Freydag fur der Fasten 1751 [19. Februar]. Dieß ist geschehen wegen Hinfallung des Hornviehe. Gott behüte uns fur allem Übel!

<256> 1751, den 27. Januarii ist unser gnädiger Ambtherr nach Zonß kommen und am 31. dito wider abmarschieret.

<257> 1751, den 16. Aprilis, als am Freydag nach Ostern, ist Jacob Cretz[290], Bürger hier in Zonß, von hier auff Romm gegangen, Gott begleite ihn, und ist den 15. Martii 1752 widerkommen.

<258> [24r] Nota bene: Unser Zonsische Pfahr Kirch und St. Peters-Thurn hatt lassen auffbawen Ihro bischöffliche Gnaden Fridericus de Sarrwerden im Jahr 1404[291], und welche Kirch mit ihrem Klocken-Thurn nachgehents das Dag oder Holtzwerck abgebrenth, wovon aber keine Schrifften erfintlich, nur allein, das man das verbrante Holtz oder Bränth in den Mauren findet stecken.[292] Gott behute sie und uns alle!

<259> 1751, im Monath Martii und halben Aprilis und den 21. Maii ist der Rhein so hoch gestanden, das er über den Dich hinter der Müllen bis über die Benden, über die Schinnerskuhl bis ins Felt gelauffen und überall, ja so gar langß den gantzen Rheinstraum sehr villen grossen Schaden im Felt und Wiesen verursachet.[293] Gott behute uns!

<260> 1750, den 10. Martii ist Conradus Förster als Churwächter wegen einer gestohlener Kahr-Rungen mit Weib und Kinder der Herrlichkeit verwissen worden.[294]

<261> Eodem ist des Nachtß auff den Stürtzelberg eine GeneralVisitation ausgeschickt worden, den 10. Martii 1750.

<262> 1750, den 1. Julii hab ich mein Schewr hinden mit Borth lassen bekleyden, kostet in toto 4 Reichstahler 11 Albus 4 Heller. Gott behüth sie fur Feur etc.

<263> 1751, den 28. Junii hatt man angefangen, das Gesteiger in der Kirchen zum Weissen zu machen, der Mähler hatt angefangen zu mahlen. Den 22. Julii – den 14. Augusti seint die Steiger abgebrochen worden, den 6. Novembris ist das letzte Glaßfenster fertig worden, den 15. Novembris ist der Mähler in der Kirchen fertig worden. Eodem anno ist auch aus Sancti Sebastiani-Bruderschaffts-Mittelen den Altar Sancti Sebastiani angestrichen und renoviret worden.

<264> 1751, den 1. Julii hatt Christiani Sahls Eythumb Johannes Eberle erstens angefangen Schull zu halten, Jungen und Mägtger untereinander.[295]

<265> 1751, den 12. Julii ist die kleinste Klock, weil sie im Mey zerbrochen, gantz auff einmahl zum Thurn hinausgeworffen worden, so auch gantz geblieben, und am 13. dito durch eine Dienst-Kahr auff [24v] Cöllen gefahren worden, so 1106 Pfunt schwer ware, und den 12. Augusti in Cöllen widerumb auff new gegossen worden, und in des Herrn Weybischoffs[296] seiner Behausung den 25. dito gebenediciret, und am 26. dito auff einer Zonser Dienstkahre herunter gebracht, und am 27. dito in den Thurn gezogen worden, und ist 1243 ½ Pfunt schwer, und stehet darauff ein Crucifix-Bilt, die unbefleckte Empfängnus Mariae und St. Materni und St. Huberti-Bildnüssen mit der Beyschrifft: "Zu Gottes Ehr hang ich hier, das Ungewitter zu kieren und Gottes Lob zu mehren, und bin aus Statt Zonß Mittelen angeschafft worden. Joannes Fuchß in Cöllen goßß mich 1751." Gott behütet sie und uns alle für allem Übel! Amen.

<266> 1751, den 29. Junii, in festo Petri et Pauli, hatt man aus der Pfahr-Kirch angefangen zum ersten die Procession zu gehen wegen des Jubel-Jahrs.[297] Erstens hatt man das Gebett verricht in der Pfahr-Kirche, 2tens in der Stürtzelberger Capell, 3tens in Sancti Antonii-Capell auffm Felt, 4tens bey hiesigen Patres observantiae, 5tens widerumb in hiesiger Pfahrkirche. Und jeglicher hatt 5-mahl gehen müssen. Und dieses Jubilaeum ist beschlossen worden den 27. Decembris.

<267> 1751, den 12. Septembris, des sondagß, ist alhier den Bruderschaffts-Vogel von der gantz aus dem Fundament new auffgerichteter Ruhden geschossen worden und wegen einfallendem Regen aber nit abgeschossen worden. So ist er des mondagß von Ihro hochgräfflichen Excellenz Graff von Königseeg-Ollendorff gantz abgeschossen worden. Und die Jungfern, so ihme den Krantz auffgesetzt, haben 3 Ducaten in Golt bekommen. Nota bene: Den 16. dito ist widerumb einen kleinen Vogel auffgesetzt worden und auch gleich von gemeltem hochgräfflichen Excellentz abgeschossen worden. Nota bene: Und den 19. dito hatt unser gnädiger Ambtherr noch einen Vogel lassen auffrichten und eodem dito auch lassen von den Zonser Brüderen abschiessen, umb zu vernehmen, ob auch gute Schützen alhier in Zonß wären, [25r] auff welchen Vogel unser gnädiger Ambtherr gesetzt auff den Kopff 40 Albus, auff den Stertz 40 Albus, auff jeder Flügel 20 Albus, dem Tambaur 2 Reichstahler, den Brüder ½ Carolin für ein Ahm Bier, dem Schützekönig einen halbmässigen silberen übergüldeten Becher ad 32 Loth schwer, und kostet 30 Reichstahler. Der Schütze-König ist worden der Jungergesell Wilhelmus Schmitz. Nota bene: Den 12. dito haben die Brüder bekommen 3 Pistohlen für ein Drinckgelach etc.

<268> 1751, den 16. Octobris ist Christina Fehr[298], eine Zonser Dochter, auff einer Horremer Kahren und mit 6 Horremer Schützen auff 3 Jahr lang ins Spinhauß nach Käyserswerth geführt worden.

<269> 1751, den 16. Octobris hatt mein Schwager Thurn[299] und ich uns mit unserem Schwager Assenmacher wegen der vätterlicher Theilung vergleichen.

<270> 1751, den 12. Martii hatt der Rhein angefangen zu wachssen und ist am 15. dito über die Rheinstraß und Marck gestanden, und den 16ten bis den 17ten dito ist des Nachtß wegen des hohen Wassers der Graben hinter der Wintmühlen eingefallen, und an der Feltportzen hatt man so hoch gedicht, das das Wasser alda nit hinein konte kommen, und am 17ten nachtmittagß in der Mühlen-Gassen so starck gewachssen, das die Pützen und Kellneren in der Müllegassen und auff der Feltstrassen alle übergelauffen, also das es den 18. dito morgens über die Straß bis am Schwanen-Hauß gestanden, und am 19. ist es bis langß die Closter-Kirch gestanden, und vom 19. bis den 20. des Nachtß eine starcke Hant breith gefallen.[300]

<271> Item: Den 19. Octobris [1751] hatt der Rhein widerumb angefangen zu steigen, das er über alle Wiesen gelauffen und vill Gromet versoffen ist, und den 23. dito angefangen zu fallen.

<272> 1751, den 18. Novembris, Donnerstag Klock 12 Uhren ex commissione Domini Sacellani Placidi Thomas ist das vorhin vom Herrn Nachgängers Herrn Henrici Spelt[301] in der Kirchen vom Stuhl abgebrochenes Schloß durch Henricum Assemächer wider still angeschlagen worden und die Theur [25v] offen stehen zu lassen. Nota bene: Über welches Schloß der Herr Nachgänger Spelt mit dem Herrn Pastore Beda Groten procidiret und er, Herr Nachganger, alles gewohnnen. Nota bene: Und er, Herr Pastor, dieses Schloß 1753 wider an lassen schlagen.

<273> 1751, den 14. Julii ist der newe Klepper in Sancti Martini Klock erstens eingehänckt worden, ist schwer 84 ½ Pfunt, per Pfunt 6 Stüber, facit 8 Reichstahler 9 Blaffert. Der alte Klepper wagt 76 Pfunt, pro Pfunt 2 Stüber, facit 50 Blaffert 2 Stüber. Ergo bleibt zu zahlen 5 Reichstahler 3 Gulden 1 Stüber.[302]

<274> 1751, den 8. Novembris ist angefangen worden zu dienen an dem Dich an der Schinners-Kuhlen, jeder Mensch und Kahr ad 6 Dag, und hernacher von den löblichen Lantständen hatt bezahlt sollen werden. Nota bene: Diesen Deich ist aber nit ferdig worden bis im Jahr 1754 im Julio.

<275> 1751, den 29. Decembris ist das St. Rochi newe Bilt erstens in die Kirch kommen und kostet 12 ½ Reichstahler, aber ohne das Anstreichen.

<276> 1752, den 16. Octobris haben die Dienste-Kaaren und Schüppen-Diensten aus dem gantz Ambt Hüllichrath und Libberig hier angefangen, die Deichen zu machen an der Schinner-Kuhlen sowohl als auch an Sancti Antony Capellen, und am Ent dieses Jahrs haben sie auffgehört zu arbeiten an gemelten Dichen, und ist nit ferdig worden.

<277> 1752, Sondag, den 5. Novembris ist der Bruderschafftsvogel geschossen worden, und Herr Controleur Heribert Entenich ist Schützekönig worden, und hatt für Ihro hochgräffliche Excellenz von Blanckenheim[303] geschossen. Die Jungferen haben für den Krantz bekommen 4 Ducaten in Golt, facit 12 Reichstahler Coranth.

<278> 1752, den 12. Novembris, Sondag, hatt unser gnädiger Ambtherr von Königseeg für ein sicheres Stück Golt ad 5 Ducaten schwer den Vogel lassen abschiessen, und ist damahl Schützekönig worden Franciscus Heenen, Bürger in Zonß.

<279> 1753, den 8. Martii, Donnerstag, ist die wochentliche Postkahr zum erstemahl auff Cöllen gefahren durch Wilhelm Santh, [26r] so aber mit einem halben Jahr auffgehört zu fahren.

Die 1753/54 errichtete Pfarrscheune von St. Martinus Zons (s. Eisenanker "1754").

<280> 1753, den 13. Aprilis hatt Herr Pastor sein Schewr angefangen abzubrechen, und den 16. Octobris angefangen wider auffzumauren, und ist ferdig worden im Julio anno 1754[304], und nota bene: ex anno 1753 bis in [17]54 hatt Herr Pastor die Schewr und gantzen Hoff über 5 ad 6 Fuß hoch aus der gemeiner Schinners-Kuhlen gehöcht und gefühlt. Und wegen des Hauß suche in anno 1770.[305]

<281> 1753, den 11. Octobris, Donnerstag nach unser Kirmes, hatt mein Schwester Agnes durch einen Fahl den rechten Arm zerbrochen.

<282> 1753, den 5. Septembris ist abents Ihro hochwürdiger Herr Praelath Mathias Grein gottseehlig gestorben in Brauweiler. Requiescat in pace, nota bene: Und den 17. Septembris ist unser wohlewürdiger Herr Pastor Beda Groten zu einem hochwürdigen Herrn Praelathen per 32 Stimmen in Brawweiler erwöhlt worden, und deren Stimmen seint in toto nit mehr als 36.[306]

<283> 1753, den 8. Novembris ist der wohlewürdige Herr Damian Cremer, Pastor in Sinteren, zu einem Herrn Pastoren in Zonß erwöhlt worden und den 20. Novembris alhier Possessionem genohmen per Dominum Pastorem in Widersdorff, und den 23. Novembris hatt er Possessionem genohmen in Bürgel, und den 27. Novembris, dingstagß, als Pastor die erste hohe Meeß und in festo St. Andreae [30. November] die erste Predig gehalten. Vide ulterius in anno 1739 im Januario.[307]

<284> 1753, den 16. Novembris ist durch Herrn Zollbeambten Nachganger Spelt et Controleur Entenich zum ersten von den Zonser den Zoll wegen der Kohlen abgefordert worden per platten Nachen 2 Reichstahler Species, die welche 2 Reichstahler auch gleich per Herrn Bürgermeistern haben müssen erlegt werden, welche 2 Reichstahler hernacher aus Befehl des hochwürdigen Thum-Capituls herausgegeben und alles in statu quo zu bleiben befohlen worden.

<285> Nota bene, nota bene: Dieß Jahr 1753 ist der erste Ablaß Sancti Martini alhier gehalten, so durch den Eremit-Bruder Godefridum Weber als ein Zonser Sohn ohne Befehl oder ohne hiesigen Herren Begehr ist hierhin gebragt worden, wofür er aber nichtß bekommen fur seine Mühewaltung.

Das Nashorn "Clara" auf einem Souvenirbild 1747.

<286> [26v] 1753, den 1. Decembris ist ein grosses Thier lebendig, so ein Naßhorn genant, hier gewesen am Rhein. Derjeniger, so es hatt wollen sehen, hatt 2 Stüber geben müssen.

<287> 1754, den 22. Januarii, weilen Herr Scheffen Schültgen im Herrn entschlaffen, hatt Herr Scheffen Aldenhofen seinen Scheffens-Eyt abgelegt und eodem dito den Scheffen Stuhl zum ersten besessen.

<288> 1754, den 5. Februarii ist Henrig Assemächer zum Rathß-Herrn creeret worden, und 1770 abgedanckt.[308]

<289> 1754, den 5. Martii ist dem Wilhelmi Santh sein Hauß und Hoff plus offerenti dem Kloster Brawweiler fur 323 Reichstahler verkaufft worden.

<290> Den 26. Martii [1754], weilen kein Futter noch Strohe mehr zu bekommen, so ist deßwegen die uhralte Kuhetrifft von der fürdeste Heyden bis auff die hinderste Heyt ausgestochen worden, damit die Kühe und Rinder darauff seint getrieben worden, ihr Futter zu suchen.

<291> Dieß Jahr [1754] kostet ein Malder dicke Bohnnen 12 Reichstahler Species oder die Maaß Bohnnen 8 Albus. Im Martii kostet 1 Pfunt Butter 12 Albus.

<292> 1754, den 30. April hatt Herr Nachgänger Spelt zum erstemahl die 12 Ochssen in die jetzige newe Weith getrieben und aus den Speicheren oder Graß-Benden oder Wiesen einen Ochssen-Kamb gemacht.

<293> 1754 ist das Pferts- und Kuhefutter so theur gewesen, das man hier das alte 2- ad 3-jährige faule, stinckende Hew und Gromet untereinander gemischet und pro 100 Pfunt für 3 Gülden Cölnisch verkaufft hatt mit allem Anhalten, und man hette noch mehreres verkauffen können, wan man noch mehr Hew gehabt hette.

<294> 1754, den 6. Maii ist die geistliche Jungfer nomine Müllers erstens alhier angekommen und hatt den 8. dito zum erstemahl die Mätgers Schull wider angefangen, und den 30. Mey Herr Schultheiß Frans Bernard Mappius selbsten mir die Instruction der Mätger verbotten, gleich wie er auch selbsten der gemelten Jungfer die Instruction der Jungen, so mögen so klein sein als sie wollen, alle verbotten hatt.[309]

<295> [27r] 1754, den 2. Augusti die geistliche Jungfer Sibilla Fischers[310] alhier als Schull-Jungfer angelangt und hatt den 5. dito zum erstens die Schull hier in Zonß angefangen.

<296> 1754, den 10. Junii ist under dem Herrn Bürgermeistern Aldenhoven angefangen worden, durch die Statt die Strassen auszubesseren und auch vorm Rathhauß per Accorth ad 9 ½ Reichstahler.

<297> 1754, den 1. Julii ist widerumb angefangen worden, den Deich an der Schinners-Kuhlen alles für Gelt forth ferdig zu machen, den Dag ad 12 Stunden zu arbeiten, pro Dag die Kaar ad 40 Stüber und die Schüp ad 12 Stüber, und den 13. Julii haben sie angefangen, an dem Deich an St. Antonii-Capelgen zu arbeiten, und am Ent Julii unten am Heckhoff.

<298> Den 12. Julii [1754] hatt man angefangen, das erste Korn zu hawen.

<299> 1754 ist durch zeitlichen Herrn Pastoren Damian Cremer in festo assumptionis Beatae Mariae Virginis, den 15. Augusti, in dem Sancti Sebastiani Chor oder in selbigem Letter widerümb Possessionem genohmen worden, so Herr Controleur Heribertus Entenich 1745 in festo omnium sanctorum [1. November] zum ersten als ein Kirchmeisters-Stuhl oder -Sitz in Possessionem genohmen hatt[311], und jetzt aber widerumb wie für alters zu einem Chor gemacht worden, mit gröstem Verdruß des Herrn Kirchmeisters Heriberti Entenich.

<300> Den 22. Octobris 1754 hatt Herr Scheffen Schullmeister seine Scheffen-Stelle auff seinen Eythumb Joan Ferdinant Lieb resiniret, und den 23. Octobris hatt der Scheffen Lieb seine Scheffens-Patent bekommen, und den 26. dito hatt er seinen Scheffens-Eyt abgelegt.

<301> 1754, im Augusto ist unter dem regierenden Herrn Bürgermeister Aldenhoven das Rathaus ringßümb eluminirt und vorn mit einem italienischen Gipffel auffgeführt worden.

<302> 1754 nota bene: Dieß Jahr seint in festo Sancti Martini [11. November] in der hohe Meeß auff dem Altar gewesen 49 brennende Kertzen, und in der Complet 95 Kertzen, und mit den 6 Flambawen waren deren Kertzen auff dem hohen Altar 101, und in toto auff den 3 Altären und durch die gantze Kirch hindurch an der Zahl 195 brennende Kertzen.

<303> [27v] 1754, den 19. Novembris ist durch 2 Gesanthen eines hochwürdigen Thum-Capituls alhier die hinderste Heyth besichtiget und den Grunt alda visitirt worden, das sie villicht soll umbgebawet und -geackert werden.[312]

<304> 1754, den 28. Decembris hatt der Herr Arme-Provisor Henricus Schmitz die Arme Rechnung wie von alters her bräuchlich und der Herr Brudermeister Jacobus Heineman auch zugleich die Sancti Sebastiani-Bruderschaffts-Rechnung wollen halten wie man gewöhnt in der Pastorath. Und weilen der Herr Pastor Damian Cremer sambt Herrn Sacellan Placidus Thomas sich mit dem Herrn Schultheiß Frans Bernard Mappius und Herrn Bürgermeister Mathias Aldenhoven sambt anwesenden Herren wegen der Praecidenz oder Befehl zu geben zusammen gezänckt, dan der Herr Pastor sagt, er wäre das Oberhaubt von der Kirchen, von den Armen und Bruderschafft, dan dieß ginge den Herrn Schultheiß und die übrige nichtß an, hierin hette er, Herr Pastor, gantz alleinig zu befehlen und zu ordiniren und kein ander, und seint derohalben alle ahnwesende Herren unverrichter Sachen ungerechnet von einander gegangen in praesentia Herren Häring[313], Braun, Hügo als Scheffen und Schimmelpfenning[314], Flehn, Assemächer junior als Senatores und Heineman, Stattfelt[315] als Bürger.

<305> 1755, den 6. Januarii hatt Herr Pastor diese beyde oben gemelte Rechnungen in absentia Herrn Schultheiß forthsetzen wollen, wobey aber keiner auff die Citation oder auff das Befehl des Herrn Pastoris gefolget ist, noch erscheinen wollen als nur allein ausgenohmen der Herr Arme-Provisor Henrig Schmitz und Senator Schimmelpfenning und der Bürger Stattfelt. Und weilen eodem die keiner mehr in der Pastorath erscheinen ist als diese ernente drey, derohalben sie auch gleich ungerechnet abmarschieren müssen.

<306> Nota bene: 1754, den 1. Decembris, in Dominica, ist in hiesiger Pastorath nach altem Brauch die Kirchenrechnung vom Herrn Controleur Heriberto Entenich gehalten worden, und weilen ich in Zeit 18 Monath kein Röcklein, sogar auch in den höchsten Fest[t]ägen, mehr angetahn hab, weilen selbiges [28r] Röcklein gantz verschliessen, zerrissen und zerlumbt ware und ich ümb ein newes Röcklein den zeitlichen Herrn Pastoren mehrmahlen angesprochen hab, und weilen sie mir aus Passion, das ich in allen Sachen nit Ja gesprochen, kein Röcklein wollen geben, derhalben ich auff vorgemeltem Dato nach gehaltener Kirchenrechnung die sämbtliche anwesende Herren, geistlichen und weltliche Herren, ümb ein newes Röcklein angesprochen, für welches Röcklein sie alle per vota mir versprochen zu geben eine Pistohl ad 5 Reichstahler. Diese Pistohl ich auch empfangen und 1755, den 8. Julii mir ein newes Röcklein hab machen lassen, obschon der Herr Pastor und Herr Sacellanus dieses nit gestatten wollen, und Herr Gerichtschreiber Schullmeister zeugte, das sein Vatter seehlig und sein jetziger Bruder als Cüstor zu Benrath sich jeder- und allezeit selbst das Röcklein haben anschaffen müssen, welches aber einen groben, fetten Lügen ware, sondern die Kirch ihnnen jederzeit hatt müssen anschaffen, und hiesige Kirch zu Zonß den beyden Herren Geistlich 1747, den 17. Julii hatt müssen anschaffen jedem ein newes Röcklein.[316] Nota bene: Dieses Röcklein ist mir versprochen worden vom Herrn Schultheiß Frans Bernard Mappius, Johannes Mathias Aldenhoven, Bürgermeister, und von samblichen Anwesenden, ausgenohmen Herr Pastor, Herr Sacellan, Herr Gerichtschreiber, Herr Schullmeister.

<307> Anno 1755 hatt der Rhein oder das Eiß im Rhein dieß Jahr vom 4ten bis den 5ten Februarii des Nachtß zum ersten unverhütet langß Zonß bis nach Baumberg gestanden, und seint alle Zonser Schiff und Nachen sambt dem holländischen, mit Peiffen-Ert beladenem hier im Arrest gelegenem und an den Meistbiehtenden fur 310 Reichstahler Species verkaufftes Schiff alle verletzt oder doch etliche Schiff gar hinweg getrieben. Und den 5. dito ist der Rhein noch offt angerücket, und den 6. dito seint des Morgens woll 20 Menschen ohne [28v] Letzung darüber bis auff die ander Seith gegangen. Eodem haben die Fehrleuth die vom Eiß mitten auff den Rhein gegen die Urdenbach getriebene Zonser Schale mit noch zwey andern Nachen gantz aus dem Eis loßgehawen. Den 7. Februarii ist es durch die gantze Statt, über alles Felt 2 Fuß hoch geschneyet, also das kein Mensch gedenckt, das so viel Schnee auff einmahl aus der Lufft gefallen ist. Den 12. dito, als auff Eschdag, ist die gemelte Fehrschale gantz an das Urdenbacher Lanth mit grosser Mühe über das Eis gebracht worden. Den 13. dito ist das Eis morgens ümb 7 Uhren angerucket und hatt das hier liegende verkauffte holländische Schiff gantz und zumahlen totaliter zerschmettert. Und den 15. dito des Nachtmittagß halber 4 ist der Rhein widerumb gantz loß worden bis langß die Urdenbach, nur von oben herab in die Länge des Rheins den dritten Theil zu rechnen, gantz loß worden und Gott Lob hier ohne Schaden des Lants dardurch gangen, und übrige zwey Theil, als nemblich ein Theil dießseiths und das andere Theil an der ander Seiths des Rheins, ist das Eis Häuser hoch, als nemblich 40 Fuß hoch, durchgehents gleich wie ein Gähes Ufer mit höchster Gefahr gantz fest stehen geblieben, also das es sehr erschröcklich und entsetzlich ware anzusehen. Und das dieses erschröckliche Eis langß den Rhein Strohm keinen Schaden getahn hatt, ein sölches ist die Ursach, weilen das Ertreich sehr dieff und hart gefrohren ware, welches Eis aber hernacher langßsahm eins nach dem anderen vor und nach mit Stücker Häuser hoch und dich[317] ins Wasser abgefallen, hinweg getrieben und zerschmoltzen. Gott wolle uns doch weiters für Schaden behüten!

<308> 1755, den 7. Junii ist Johannes Eberle Gerichtschreiber worden, den 17. dito hatt seine Possession genohmen, den 18. dito hatt er sein Patent bekommen.

<309> [29r] 1755, den 18. Octobris ist Herrengeding auffm Schloß gehalten worden, wobey abgelesen worden, das die Bürger ihres Rechtsahm wegen der Bürgermeisters-Wahl behalten sollen wie von alters.

<310> 1755, den 8. Aprilis hatt man angefangen, den Dich zwischen den Garten von Sancti Antonii-Heyligen-Häußgen bis hier auffs das Creutz vor der Feltpforten angefangen zu machen.

<311> Und gleich darauff [1755] ist der Diech von der Steinstraß durch die Kuheweith bis auff den Rhein angefangen und am Ent dieses Jahrs verfertigt worden.

Die Abtei Brauweiler von Südost um 1795.

<312> 1755, den 26. Decembris, als auff das Fest Sancti Stephani, hatt sich leyder Gottes alhier zu Zonß und ville Stunden weith und breith herümb sowohl dieß-, als jenseith Rheins des Nachmittagß zwischen 3 und 4 Uhren eine kleine Ertbebung verspühren lassen, und die folgende Nacht aber umb halber ein Uhr die erste und ümb ein Uhr die zweyte und ein viertel Stunt auff ein Uhr die dritte Ertbebung in dieser Nacht hintereinander sich gar starck haben verspühren lassen, also das es bey vielen Menschen eine grosse Forcht und Schrecken eingejagt, nota bene: also und dergestalt, das die Herren Capuciner in Bonn und die Herren Observanten in Neuß in selbiger Nacht aus Forcht vom Chor zum Garten hinein gelauffen.[318] Und vom letzten Decembris bis den ersten Januarii 1756 nota bene: ist gantz Statt Cöllen verühig gewesen, also das ville Dausent Menschen immerwehrent die gantze Nacht mit Processionen aus einer Kirchen bis in die andere bis entlich zur hohen Thumb-Kirchen bettent gegangen aus Forcht, das dieselbe Statt, wie gesagt ist worden, mögte versincken, bey welcher Andacht aber die Thumb-Kirch vill zu klein gewesen. Gott erhalte sie und uns alle!

<313> 1756, den 26. Januarii des Morgens ein viertel Stunt auff 3 Uhren ist widerümb eine Ertbebung gewesen, aber nit starck.

<314> [29v] Item: Den 29. Januarii [1756], des Morgens halber 6 Uhren hatt es gar hell geblitzet oder gewetterleucht. Gott behüte uns alle!

<315> 1756, den 18. Februarii, des Morgens grath ümb 8 Uhren ist widerümb eine starcke Ertbebung gewesen, welche aber auch ville Menschen verspührt, und ville Menschen dieselbige auch nit verspührt. Obschon dieselbige Menschen auch in einem Hauß gewesen, so ist der einer im Hauß selbige gewahr worden, und die anderen in der Stuben selbige nit gewahr worden. Gott hilff uns! So ist diese würcklich die sechste Ertbebung gewesen.[319]

<316> Die 7te Ertbebung ist gewesen den 19. Februarii [1756], morgens ungefehr 8 Minuten vor 6 Uhren. Gott bewahre uns!

<317> Nota bene: Die sechste Ertbiebung [1756] ist so starck gewesen, das zu Brawweiler die Cloister-Kirch creutzweiß durch und durch gebarsten oben das Gewölbt.

<318> Die 8te Ertbiebung ist gewesen den 20ten [Februar 1756], morgenß gleich für 4 Uhren, und die 9te Ertbiebung ist gewesen grath ümb halber fünff, so aber nit so starck gewesen als die letzt gewesene. Gott beschütze uns!

<319> Die 9te Ertbiebung ist gewesen den 21. Februarii [1756], abents ümb 10 Uhren, aber nit starck. Gott behüte uns! Und seint deren noch ville gewesen, welche ich nit annotirt hab. Gott seye uns gnadig!

<320> 1756, den 7. Februarii, nachmittagß 4 Uhren ist unser gnädigß-gnädiger Ambtherr Graff von Königseeg gottseehlig im Herrn entschlaffen, und den 9. dito haben wir angefangen, dieser Ursachen zum Dotten zu leuthen ad 6 Wochen lang mittagß von 11 bis 12 Uhren.[320] Und den 11. dito ist unserm jetziger gnädiger Ambtherr Graff von Königseeg[321] erwöhlt worden, und den 12. dieses ist der seehliger gestorbener Ambtherr begraben worden.

<321> Den 15. Martii [1756] ist der jetziger Ambtherr Maximilian Graff von Königseeg des Abents 5 Uhren zum ersten Mahl gantz still ohne einigen Auffzug der Bürgerschafft hierhin kommen und ist den 24. Martii des Nachmittagß ümb 2 Uhren wider nach Cöllen gefahren.

<322> [30r] 1756, den 8. Aprilis, Donnerstag für Palmdag, morgens ümb 9 Uhren ist Wilhelm Santh mit Fraw[322] und Kinder auff Anstehen des Herrn Sacellan Placidi Thomas von Gerichtß wegen durch 2 Soltahten und Gerichtßbott zum Hauß hinaus gesetzt worden.

<323> 1756 auff Osterdingstag, den 20. Aprilis, ist der newe, mit den Heiligen besetzten St. Martini- und St. Huberti-Biltnüssen: Bürgerfahnen oder Fendel, so 40 Reichstahler kostet, per Reverendrem Dominum Pastorem Damian Cremer nach der Hohe Meeß mit einer singender Benediction b[e]nediciret worden, und durch zeitlichen Herrn Bürgermeistern Aldenhofen zahlt ist.

<324> 1756, Sondag für der Creutz-Wochen, Rogate genant, den 23. Maii, ist der newe, mit den Biltnüssen des St. Sebastiani und St. Rochi besetzten Bruderschafftsfahnen, so auch 40 Reichstahler kostet, per Dominum Pastorem Damian Cremer nach der hohe Meeß gleich wie vorhin auff Osterdingstag benedicirt und per Brudermeistern Herrn Jacobum Heineman zahlt worden. Und zwischen der Hohe Meeß alle Brüder und Schwesteren der Ursachen seint zum Opffer gegangen.

<325> 1756 auff Pfingstdingstag, den 8. Junii, ist der allererster newer, mit der Himmelfahrt Mariae Biltnüß gemachter Jungergesellen-Fahnen nach der Hohe Meeß durch gemelten Herrn Pastoren auff fürgemelte Weiß singent benedicirt und durch zeitliche Junggesellen mit Hülffers Hülff und zusammen terminirteß Gelt mit 32 und einen halben Reichstahler zahlt worden. Derhalben auch alle kleine Jungen und Junggesellen, auch alle kleine Mätger und grosse Jungferen zwischen der hohe Meeß zum Opffer gegangen seint, also das man ein satzsahmes Vergnügen daran gehabt und allen Menschen woll gefallen.[323]

<326> [30v] 1756, den 19. Junii, sambstagß nach Corporis Christi, ist ein schwäres Donner-Wetter gewesen, also das am Platz Hagelstein klare Stücker Eyß aus der Lufft gefallen, das an etlichen Örtheren selbige Stücker 7 Loth und an etlichen Örtheren 10 Loth schwär gewesen, und an allen Ortheren, wo dieses Wetter hingekommen, alle Früchten und wie auch in Cöllen alle Fensteren zerschlagen. Gott behüte uns weiters für allem Übel!

<327> 1756, Sondag, den 11. Julii ist des Morgens frühe ümb 3 Uhren nach gehaltener heiliger Leeß-Meeß und gegebenem sacramentalischen heiligen Seegen ümb halber 4 Uhren die Procession nach St. Girtrudis-Kirchen in Cöllen wegen der villfältiger Mäuß im Felt ausgefuhrt worden mit einer 12-pfündiger gelber Wacks-Kertzen zum Opffer, und des Nachmittagß ist die gantze Procession zu Schiff hinunter gefahren, und hatt jeder Perschon an Fahr-Gelt müssen zahlen 2 Stüber. Nota bene: Der Fahnenträger hatt in toto bekommen 10 Stüber und der Junge, so die Fahnen-Bücks getragen, 6 Stüber. Gott behüte uns für allem Übel! Vide ulterius in anno 1742 und auch 1759.[324]

<328> 1756, vom Dingstag bis auff den Mitwoch, als vom 20ten bis den 21. Julii, des Nachtß gleich ümb 12 Uhren ist hinter der Mauren nach der Rheinpforten das mittelste kleine Wachtthürngen, alwo der Rinderhirt jederzeit seine Wohenung gehabt, so jetzt mit Nahmen Conrath Förster sich nennet, von einem Donnerkeyl von oben bis unten beschädiget, und den Rinderhirt sein Kuhe im Stahl durch selbigen Keyl dott geschlagen worden. Gott behute uns!

<329> 1756, Sambstag, den 2. Octobris, als Kirchweyhungß-Abent, seint die drey newe Schwenck Fahnen oder -Fendelen oben in hiesige Pfahrkirch als zum Ziehrath ausgesteckt worden und seint bis den 18. Octobris hangen blieben.

<330> 1756, den 24. Octobris ist der hochwürdige Herr Praelath von Brawweiler Beda Groten des Nachtß in Cöllen in St. Aperen-Kloster zwischen 10 und 11 Uhren gestorben, den 25ten aber nach Brawweiler gefahren und am 27ten dito in [31r] Brawweiler begraben worden.[325] Requiescat in pace. Und den 9. Novembris ist der hochwürdige Herr Amandus Herreger zum Herrn Praelathen erwöhlet und den 12ten Decembris in Cöllen benedicirt worden. Beda Groten ist 3 Jahr und 1 Monath Praelat gewesen.[326]

<331> 1756, in festo Simonis et Judae, den 28ten Octobris, des Nachtß ein viertel für eilff ist eine Ertbebung gewesen.

<332> 1756, den 2. Novembris ist Ihro hochgräffliche Excellentz als unser gnädigster Ambtherr des Abents ümb 6 Uhren erstens als Ambtherr hier hin kommen und von der Bürgerschafft empfangen worden als auff folgende Weis: Erstens die Jungferen an den Limitten, 2tens darbeneben die Bruderschafft mit ihrem Fahnen, 3tens gleich darbey die Junggesellen mit ihrem Fahnen, 4tens die Bürgerschafft mit ihrem Fahnen hier an der Pfortzen, und ist also gleich zum Schloß hineingefahren.

<333> 1756, den 19ten Novembris, des Morgens zwischen 2 ad 3 Uhren ist widerümb eine schwäre Ertbebung gewesen. Gott behüte uns!

<334> 1756, den 12. Novembris ist Scheffen Herman Hügo gottseehlig gestorben, und an dessen Platz ist kommen der Herr Gerichtschreiber Johannes Eberle, so sein Scheffens-Patent bekommen den 30. Decembris, und 1757, den 18. Januarii zum ersten den Scheffen-Stuhl besessen.

<335> 1757, den 9. Januarii ist Johannes Mathias Aldenhoven als regierender Herr Bürgermeister in der Regierung gottseehlig gestorben, und an dessen Platz ist kommen Wilhelm Assemächer, so sein Scheffens-Patent bekommen den 25. Januarii, und hatt den Scheffen-Stuhl zum ersten besessen den 3. Februarii.

<336> 1757, den 22. Februarii ist Renerus Ümblauff als vice-regierender Herr Bürgermeister zu Bonn auffm Lanttag gottseehlig gestorben, welcher nahmens seines verstorbenen Eythumbs Joannis Mathiae Aldenhovens die Regierung bekommen, und auch in dessen Nahmen auff den Landtag gezohgen und alda gestorben. Und an dessen Platz ist kommen und auff des Umblauffs Platz ist erwöhlet worden als Bürgermeister Herr Bürgermeister Braun, und auch als Vice-Bürgermeister dieß Jahr auff den Lantdag gereiset. Und der Braun ist den ersten Sondag im Maii [1. Mai] zum Bürgermeister erwöhlet und confirmiret worden, und auff des Scheffen Ümblauffs Platz. Vide ultra.[327]

<337> [31v] Nota bene: Anno 1757 ist die Kirch-Länderey auffs new widerümb ad 12 stätige Jahren verpfachtet worden. Dieß ist aber nota bene: ein Jahr voraus geschehet, weilen die Kirch hinter in Schult gewesen ist, und derhalben die newe angenohmene Pfachter nit ehender ihre gefachtene Länderey können besähmen als 1758, und die Lantpfächter so woll als Graßpfächter nit ehender schären oder geniessen bis [17]59, und auch den ersten Pfacht [17]59 schüldig seint zu geben. Und diese Pfachtung ist ergangen mit folgenden Conditionen, so auch alles schrifftlich gemacht und auch per Herrn Gerichtschreiber allen Pfächteren zugleich in der Pastorath im Fürhauß diese Conditionen fürgelesen worden, als nemblich, das jeder Pfächter an trückenen Weinkauff soll geben pro Morgen einen Dahler Species, und jedes Jahr pro Morgen 1 Stüber für den Himmel zu tragen, und wan ein Jahr das ander einläufft oder mit dem Pfacht fangen thut, so soll derselbiger Pfächter seines trückenen Weinkauffs und auch seiner Pfachtung entlassen sein, so ebenmässig, wan sich in Zeit Unterpfächter würden einfinden, so soll der rechter Pfächter auch seines Pfachtß entlassen sein. Auch hatt jeder Pfächter für anzuschreiben müssen zahlen pro Morgen 10 Albus, und ein newer Pfächter hatt für anzuschreiben müssen zahlen pro Morgen 30 Albus. Der gantzer trückener Weinkauff ertracht sich ad 81 Reichstahler 8 Albus 4 Heller. Und die Symposiums-Gelder erstrecken sich ad 22 Reichstahler 42 Albus. Aus den Symposiums-Gelder seint zahlt worden 14 Massen Wein, pro Maaß 16 Stüber, 3 Massen Bier 12 Albus, an Weisbrott 12 Albus, und das Übrige ist gleich getheilt worden, als Herr Pastor 4 Reichstahler, Herr Schultheis 4 Reichstahler, Herr Sacellan 5 Gülden, Herr Gerichtschreiber 10 Gulden, Herr Bürgermeister, 2 Scheffen, 2 Rathßherren, 2 Bürger und Offerman, deren in als 7 gewesen, jeder 6 Schilling, Pastors Koch 4 Schilling, der Lehnboth, das er die Leuth inwendig und auswendig citirt, 4 Schilling, also das alles getheilet worden [32r] ist. Und dieß ist geschehen und angefangen worden den 11. Octobris und ist den 13. Octobris beschlossen und geendigt worden, in praesentia Herrn Pastoris Damian Cremer, Sacellan Placidus Thomas, Herrn Schultheiß Frans Bernard Mappius, Lambert Braun als Kirchmeister und Bürgermeister, Laurentz Haering, Scheffen, Johannes Eberle als Scheffen und Gerichtsch[rei]ber, Henrig Schmitz et Henrig Assemächer als Rathsherren, Johannes Hendrig Falckenberg et Jacob Heineman, Cives, und Johannes Petrus Schwieren, Custos. Nota bene: Jeder Garth hatt die Halbscheith des Pfachtß an trückenen Weinkauff zahlen müssen und jeder Garth fur anzuschreiben 4 Albus, aber die Garten seint freygelassen vom Himmel zu tragen.

<338> 1757, den 5. Octobris, als auff unseren Kirmeß-Mittwoch, ist hiesiger Statt-Diener Henricus Dock des Nachmittagß fortgegangen, das kein Mensch weiß, wo er geblieben. Bis den 14. Novembris selbigen Jahrß hatt man die Kleyder als Rock, Camesahl und Wämmesgen zu Düsseldorff gesehen und dardurch vernohmen, das er im Rhein vor ungefehr 14 Dagen zuvor alda verdruncken ist gefischet worden und auch alda am Rhein begraben worden. Requiescat in pace.

<339> Und den 19. Octobris [1757] ist dessen Eythumb Joseph Ignatius Beck zum Statt-Diener auff- und angenohmen worden, so den 17. Aprilis 1760 seelig im Herrn entschlaffen.

<340> Nota bene: Anno 1758, den 7. Aprilis, als auff Cölnische Gottestragt, seint für dieß Jahr die erste frantzösische Völcker Weißröck hier in Zonß eingerückt und seint den 8ten dito abmarschieret.

<341> Den 9. Aprilis [1758], als auff unsern Gottestragt, seint widerümb Weißröck Frantzosen ad 79 Officiers und 79 Knechten, 64 Serganten, 26 Fendrigß, 850 Gemeine hier eingerückt, und seint hier blieben liegen halb bis den zweyten Junii, und den 4ten Junii ist die andere Halbscheit zusammen abmarschieret bis auff Düsseldorff, und wir Bürger haben diesen Frantzosen in hiesiges Magasin Fuderasche als Hew, Haber und Strohe den 9., 11., 13., 15., 17., 19ten Aprilis lifferen müssen.[328]

<342> [32v] Sondagß, den 4. Junii [1758] seint des Abents 10 Uhren 600 Man blawe Frantzosen hier eingerückt mit sehr ville Bagage und haben zwischen 11 und 12 Uhren des Nachtß eine dotte mitgebrachte Fraw mit den Kleyderen auff hiesigen Kirchhoff begraben und seint den 5ten dito abmarschieret auff Düsseldorff.

<343> Sondag, den 11. Junii [1758] seint 150 blawe und weise gemeine Reuther mit villen Officiers hier eingerückt, und seint den 14ten dito noch hierbey kommen 240 Man blawe gemeine Reuther ohne die Officiers, und ist deshalben heuth keine hohe Meeß gehalten worden. Von diesen letzten seint aber 120 Man auff den Stürtzelberg verlegt worden, und seint alle miteinander mit allen Zonser Pferden zum Fürspann den 15ten dito hinweg marschieret.

<344> Den 20. Junii [1758] seint hier eingerückt 160 Man Weißröck Frantzen, 6 Serganten und 4 Officiers. Dieß ware nota bene: sehr elendig Volck.

<345> Den 24. Junii [1758], als in festo Sancti Joannis, ist des Morgens 7 Uhren die frantzosische Armee, so des vorigen Dagß bey Crevelt zerschlagen und sich bis Neuß abgewichen, in hiesige Kämpffger, Benhden, Kranen-Orth und Wasserkämpff mit allen Equipagen eingerückt[329], also das wir an diesem Dag keine hohe Meeß haben können halten, und diese Völcker seint am 25. dieses, als am Sondag, des Nachmittagß ümb 1 Uhr zwischen Dormagen, Hackenbroich und Worringen gezohgen und haben in diesen 30 Stunden hier im Felt mehr als 1000 Reichstahler überflüssigen, willmühtigen Schaden getahn, und der gantzer Schaden über 3000 Reichstahler geschätzt wird, theils wegen Abforderaschierung, theils wegen willmühtigen gemachten Weegen.

<346> H:[330] Den 26. dito [Juni 1758] seint des Nachtmittagß 4 Uhren 6 Man schwartze Hannoverische Husaren oder Dottenkopff genant[331] ohne Molestien hier gewesen und haben hinten dem Schloß auff den Wiesen einen [33r] frantzosischen Fendrig erdabt und mit sich genohmen.

<347> Den 27. dito [Juni 1758] seint 32 frantzosische Husaren hier gewesen, auch ohne einige Forderung gleich abmarschieret.

<348> H: Den 29. dito [Juni 1758] seint 7 Hannoveraner gröne Husaren[332] hier gewesen, welchen die Statt 50, der Herr Pastor 2 und der Herr Beseher 3 Cronen-Dahler hatt geben müssen. Und selbige haben den 3 Juden Golt, Silber, Leinen und Wüllen abgenohmen.

<349> H: Den 30. Junii [1758] seint 10 Hannover gröne Husaren hier gewesen, und die Statt hatt ihnnen so vill hinzugeben müssen bey die am 29ten dito gegebene 50 Cronen-Dahler, das es in toto seint worden 50 Schilt-Loisdoren, welche zusammen machen ad 366 Reichstahler und 40 Stüber, und ein viertel Ahm Wein, der Herr Pastor hatt müssen geben 3 Schilt Loisdor, und Herr Beseher, Herr Nachgänger, Herr Controleur, Mey, Aldenhoven haben alle Gelt geben müssen, wie vill ist unbekanth, und Krater[333], Cöllens, Wilhelm Assemächer und Jut Abraham[334] haben Winckels-Waaren geben müssen.

<350> Den 3. Julii [1758] seint des Morgens 5 Uhren 53 frantzösische Husaren hier durch marschieret bis auff die hinderste Heith, alwo ihrer 1000 Man diesen Morgen sich haben niedergelassen bis in den Busch an das Gericht, und haben ringß ümb alles abforderaschieret, und was die Leuth an Früchten abgemacht haben, das haben sie hinweg geholt. Dieselbe seint selbigen Nachmittag widerümb auffwarths hinweggezohgen.[335]

<351> H: Den 5. Julii [1758] seint widerümb etliche Hannover Husaren des Morgens 4 Uhren hier gewesen, aber ohne Molestien.

<352> H: Den 6. Julii [1758] seint des Morgens 3 Uhren 5 Hannover Husaren hier gewesen, so den Herrn Bürgermeister Braun vor die Pfort begerth und denselbigen alda abgefraget.

<353> H: Vom 12. bis den 13. Julii [1758] seint des Nachtß ümb halber 12 Uhren etliche Hannover Husaren über die äusserste Felt-Pfortz gesteigen und haben an der zweyte Pforten das kleine Pörtzgen balt [33v] voneinander geschlagen, und weilen hiesige Patres gleich angefangen in die Metten zu leuhten, seint sie verstöhrt worden, in Meinung, es wäre Allarm in der Statt gewesen, seint der Ursachen ohne Einlassung gleich abgegangen.

<354> Den 14. Julii [1758], morgens halber 8 seint 25 Man Frantzosen roth Tragoner hier gewesen, ümb die Hannover Husaren auffzusuchen.

<355> H: Sondag, den 16. Julii [1758], nachtmittagß 2 Uhren seint 8 Hannover Husaren mit einem Postilion hier an der Portzen gewesen, seint aber nit hinein gelassen worden.

<356> Mondag, den 17. Julii [1758] seint 50 Frantze Husaren hier in der Statt und vor der Portzen gewesen.

<357> Eodem [17. Juli 1758] seint des Nachmittagß halber sieben 36 Man Frantze Fuß-Völcker hier gewesen, ümb grosse Schiff auffzusuchen, aber vergebens, gleich abmarschieret.

<358> H: Eodem [17. Juli 1758] seint des Abents 9 Uhren etliche Hannover Husaren an der Portzen gewesen, aber nit eingelassen worden.

<359> Den 18. Julii [1758], morgens 10 Uhr seint 24 Pfältzische Solthaten am Stürtzelberg auff dießseith gefahren und seint hier langß bis auff Antzel marschieret.

<360> Den 21. Julii [1758] ist ein Officier mit 5 Man Frantze Schweitzer hier gewesen.

<361> Den 22. Julii [1758] ist ein Officier mit 6 Man Frantze Schweitzer hier gewesen.

<362> H: Vom 22ten bis den 23ten dito [Juli 1758] seint des Nachtß 2 Hannover Diserteurs an der Portzen gewesen, aber nit eingelassen worden.

<363> Den 23. Julii [1758], morgens 10 Uhren ist ein Frantze Officier mit 10 Man hier in der Statt gewesen, auch gleich abgangen.

<364> Den 25. Julii [1758], nachmittagß 4 Uhren ist ein Frantze Officier mit 25 Man hier gewesen und hier von auff Gnadentahl marschieret.

<365> Sondag, den 30. Julii [1758] seint sehr vill Kaaren aus dem frantzösische Lazareth zu Crevelt mit vill Blessierten nachmittagß halber 7 hier einkommen.

<366> Eodem [30. Juli 1758], in der Nacht ümb 11 Uhren seint 63 Kaaren mit Mehl, so die Frantzosen erobert und erbeuth haben, hierein kommen, und seint den 31ten Julii alle Kaaren mit den Blessierten und Mehl auff Cöllen gefahren.

<367> [34r] Den 1. Augusti [1758], morgens 8 Uhren seint etliche Tragoner Frantze hier gewesen, ümb das auffgefangene Pfert widerzuholen, und haben sölches Pfert dem Lamberto Engels vom Pflug abgespannet.

<368> Den 8. Augusti [1758], morgens 8 Uhren seint 600 Man weise frantzösische Infantery hier eingerückt und seint den 9ten dito mittagß halber 12 auff Neuß marschiert.

<369> H: Den 10. Augusti [1758], morgens 8 Uhren seint die Hannoveraner ohne Plünderung gantz still durch die Ratinger Portz aus Düsseldorff abmarschieret.

<370> Den 15. Augusti [1758], nachmittagß 5 Uhren sein 15 frantzosische Tragoner mit 50 Hannoverische Arrestanten hier auffs Schloß eingerückt und seint den 16. dito auff Düsseldorff marschieret.

<371> Den 20. Augusti [1758] seint 3 Officiers Frantzen mit 64 Man gemeine Solthaten mit 125 Man Hannoverische Arrestanten nachmittagß 1 Uhr hier auffs Schloß eingerückt und seint den 21. dito alle auff Düsseldorff marschieret. Und den 22. dito seint diese 3 Officiers mit den 64 Man von Düsseldorff zurück kommen und seint den 23. dito hiervon auff Cöllen marschieret.

<372> 1758 seint die Dormager auff ihre Gottestragt [16. April] mit ihrer Procession nit hier gewesen in unser Kirchen, sonderen über den Grönen Weg bis auff den Dich und nach Reinfelt bis auff Dormagen gegangen. Und wir Zonser seint in der Creutzwochen [30. April - 2. Mai] wegen der villfältigen Durchzeugen der Solthaten auch zu Dormagen, Bürgel und Nivenheim nit gewesen, sonderen wir seint jeder Dag die 7 Fußfäll gegangen.

<373> 1758, anfangß Julii ist der Rhein über alle Wiesen so hoch ausgelauffen unverhofft, das, was die Frantzosen nit haben verdorben, alles, wo dieses böses Wasser in den Wiesen hatt gestanden, die Wurtzelen in der Erden gantz verfaulet und also sehr gestuncken, das man sölchen Gestang sehr weith reichen konte, und wegen übelem Gestang die Fisch im Wasser haben müssen sterben, und wo dieses stinckendes Wasser gestanden, von allen Menschen dieß Jahr von selbigen Wiesen keine eintzige Hant voll Hew bekommen können. Nota bene: In diesem Wasser seint ville Früchten als Weitzen, Korn, Gersten kommen getrieben, welche Früchten ville Zonßer Leuth in der Menge gefischet haben.

<374> 1759, Sambstag, den 6. Januarii seint alhier 700 Man Frantzosen mit allerhant Coleuren Röcken aus dem Lazareth zu Wiesel in Zonß eingerückt und seint des mondagß, den 8. dito bis auff Longerich abmarschieret.

<375> [34v] 1759, den 13. Januarii seint 8 Companie Frantzosen Weisröck eingerückt, und den 27. dieses seint 2 Companie hiervon auff den Stürtzelberg kommen, und den 4. Februarii ist hiervon diesen noch 1 Companie auff den Stürtzelberg eingerückt, und eodem dito seint die auffm Stürtzelberg gelegene 2 Compagnie auff Nivenheim marschieret. Und den 8. Aprilis, als auff Palm Sondag, seint dieselbige 8 Companie alle des Morgens 8 Uhren hiervon bis auff Düsseldorff marschieret.

<376> Den 20. Martii [1759] ist Gerard Fehr und Thomas Richrath wegen des Müllen-Diebstahls eingezohgen worden, und den 22. dito ist Gerard Fehr des Morgens halber 8 Uhren von dem Juden-Thurn hinweg gelauffen. Und den 27. Aprilis, als auff Cöllnische Gottestragt, ist Thomas Richrath des Morgens ümb 5 Uhren, nachdäm er 39 Dag auff St. Peters-Thurn gesessen, von selbigem Thurn lauffen gegangen.

<377> Den 22. Aprilis [1759], als Dominica in albis, seint 900 Man gemeine Weisröck, 24 Capitains, 27 Leutenants, 60 Serganten, 30 Tamburen hier eingerückt. Und den 23. dito ist die Halbscheit dieser Manschafft hiervon abgezohgen bis auff Dormagen. Und den 30. Aprilis ist noch ville zu Mörsch hinterlassene Manschafft, ungefehr ad 100 Man, hier eingerückt. Nota bene: Diesen Völckeren haben die Hormer Lacken, Decken und Strohe hierhin liefferen müssen.

<378> Den 22. Aprilis [1759], als Dominica in albis, ist das Jubilaeum wegen des newen erwöhlten Pabst[336] alhier publicirt und angefangen und in Dominica jubilate, den 6ten Maii, geendiget worden.

<379> Den 12. Maii [1759] seint des Abents späth noch 40 Man krancke Frantzosen, zu Schiff komment, hier eingerückt, so den 13. dito abmarschieret bis auff Cöllen.

<380> Den 14. Maii [1759] seint die Völcker, so am 22. Aprilis hier eingerückt, des Morgens 5 Uhren abmarschieret bis auff Merheim und Niel.

<381> Den 20. Maii [1759] seint widerümb 300 Man weisse Frantzosen mit 13 Officiers hier eingerückt und den 21. dito abmarschieret auff Cöllen.

<382> Vom 26ten bis den 27ten Maii [1759], als vom Sambstag bis auff den Sondag, des Nachtß seint alhier die Türckische Bohnnen, Ertaepffel und auch das junge, 2-jährige Eichenholtz alles verkaltet.

<383> Nota bene, nota bene: 1759, den 16. Junii haben die Zonser Jungesellen zum erstenmahl von 15 Jahren an bis zum Ältisten einen [35r] und die Jungen auff dem Stürtzelberg und Horrem auch einen Junggesellen müssen ausziehen mit Lösser, welcher als Solthat hatt müssen dienen 3 Jahr in Diensten Ihro Churfürstlicher Durchleucht von Cöllen.[337] Und weilen in dieser Herschafft kein Loß hierüber gezohgen worden, so haben hiesige Zonsische Jungesellen Theodorus Pohl für 120 Reichstahler und 5 Reichstahler Hantgelt zu sölchem Dienst gekaufft. Und Herr Schultheiß Frans Bernard Mappius und Herr Gerichtschreiber Johannes Eberle sölche Jungesellen darzu angehalten, dieses Gelt und ein jeder sein Quantum herzuerlegen. So ist es den grossen Jungen 18 Schilling und den kleinen Jungen 9 Schilling anbefohlen worden herzugeben. – Eben also haben die Stürtzelberger und Hormer Jungesellen solches auch gemacht und haben zu diesem Dienst angekaufft den Zonser Junggergesel Christianus Abels fur 120 Reichstahler Species. Und diese zwey Recruten seint mondagß, den 9. Julii abmarschieret bis auff Cöllen.

<384> 1759, den 8. Julii, sondagß, ist in hiesiger Pfahr das 13-stündiges Gebett gehalten worden wegen allerhant Übelen.

<385> 1759, den 10. Julii ist die Procession wegen der villfältiger Mäuß des Morgens fruhe ohne gehaltener heiliger Meeß nach gegebenem heiligem Seegen vor 3 Uhren nach Cöllen geführt worden in St. Girtrudis-Kirch, und zu Cöllen in gemelter heiliger Kirchen die heilige Meeß gehört mit Opfferung einer 9-pfündiger gelber Wax-Kertzen, und alhier eine 4-pfündige gelbe Kertz für das Martini-Bilt, und für abzufahren zu Wasser des Nachmittagß hatt ein jeder Mensch gegeben 3 bis 4 Fetmenger, wobey aber der Herr Geistlicher, das Chor und Fahnen-Dräger frey mitgefahren seint, und die Brudermeister ebenmässig. Der Fahnendrager hatt bekommen 1 Gulden per 24 Albus. Vide ulterius 1742 und 1756, 1771, 1772.[338]

<386> 1759, den 7. Junii seint 14 Man blawe Frantzosen des Abents 10 Uhren hier angelangt, deren 2 Man an der Feltpforten und die übrige alle unten am Rhein-Fehr ihre Posten gefasset und den Rhein bewahret, welche den 9ten dito einbelettiret worden, also das man ihnnen Essen und Drincken geben solle, aber gleich ohne Essen und Drincken eodem dito gleich abmarschieret.

<387> Nota bene: Siehe weiters den Verlauff in dem anderen grossen Buch, was die Solthaten und den Krieg betrifft.[339]

<388> [35v] 1760, nota bene: den 14. Februarii, nathmittagß 4 Uhren ist der steinere hohe Gipffel oben der Feltpforten inwendig der Statt, weilen die Frantzosen vorhin alda unter dem Dach die Höltzeren und Eiseren-Anckeren ausgebrochen, durch einen grossen Sturm-Wint in die Straß der Statt abgejaget, wodurch drey unmündige Kinder, als Joannes Paulus Oblahden im 5ten Jahr, Maria Hieronimus Oblahden im 3ten Jahr und Margaretha Deutz im 5ten Jahr alt, als zwey Brüder mit ihrem Nichtgen, dott geblieben und gantz zerschmettert seint. Requiescant in pace.

<389> 1760, auff unser Gottestracht [20. April] sein die 2 newe Leuchten, so neben dem Venerabel getragen werden, verschenckt worden, und kosten zu übergölden 5 Gulden 13 Albus 4 Heller, mit Farben anzustreichen 5 Gulden, an Glaß 6 Gulden 12 Albus, facit 17 Gulden 1 Albus 4 Heller.

<390> 1760 haben die Brudermeistern Lambertus Schürman und Petrus Fischer von der Muttergottes-Bruderschafft nacher Kevelaer zum ersten den newen Fahnen und auch die 4 übersilberte newe Bruderschaffts-Stefe gemacht, und diese 4 Steff kosten 6 Reichstahler.

<391> 1760 hatt Ihro Churfürstliche Durchleucht von Cöllen Clemens Augustus in den Stütger Walt an die Dingbanck das grosse schöne steinere Creutz geschenckt und auffrichten lassen, und auch die 6 newe grahde Weeg auff das Creutz angehent, durch diesen Walt hawen lassen.[340]

<392> 1761, Donnerstag nach Aschermitwoch, als den 5. Februarii, ist Ihro Churfürstliche Durchleucht von Cöllen Clemens Augustus von Bonn zu Lanth abgefahren und des Abents eodem dito zu Coblentz angelangt und ist am folgenden Dag, als am 6. Februarii, des Abents in Gegenwarth Ihro Churfürstlichen Durchleucht von Trier[341] im 38ten Jahr seiner Regierung und im 61ten Jahr seines Alters ümb 5 Uhren gottseehlig im Herrn entschlaffen, und des sambstagß, als am 7. Februarii, zu Wasser wider auff Bonn gebracht worden. Requiescat in pace. Zum Trost der lieben Seele haben wir Zonser erstens und hernacher die Stürtzelberger den 19. dito müssen anfangen des Abents von 5 bis 6 Uhren, 3 Paussen zum Dotten Leuhten, und dieß hatt continuiret bis den 25ten Martii. Und der hohe Leichnamb ist am Dingstag post Dominicam in albis [31. März] Vormittag auff Cöllen zu Wasser mit den Bönnischer Schiffbrücken [36r] bis an die Saltzgassen-Pfort gebracht und darvon dan bis in den Thumb ins hohe Chor getragen und am folgendem Dag, als am Mitwoch, den 1. Aprilis, nach gehaltenem heiligen Gottesdienst in den Thum an das 3 Könige-Chörgen zur Erden bestattiget worden. Nota bene, nota bene: Diese 2 letzte Däg, als den letzten Martii und 1. Aprilis, haben widerümb wir alhier 3 Paussen müssen leuhten des Mittagß von 11 bis 12 Uhren.

<393> 1761, den 1. Aprilis hatt die newe Schull-Jungfer nomine: Beyers[342] zum ersten die Metgers Schull widerümb angefangen.[343]

<394> 1761, den 6. Aprilis, als auff unseren Hagelfeyrs-Dag, ist unser gnädigster Ambtherr als Thumdechant Maximilian Friderich Graff von Königseeg zum Churfürsten in Cöllen erwöhlt worden. Nota bene: Den weiteren Verlauff suche in dem grossen Annotations Buch in anno 1761 in initio.[344]

<395> 1761, Dingstag, den 25. Augusti ist Bürgergeding gehalten worden, weilen unser zeitlicher Herr Pastor Martinus Rheden mit den Begräbnus-Jura wilt auffsteigen, als vom Abholen 20 Stüber, von der Meeß 20 Stüber, so vorhin diese 2 Theil seint gewesen 18 Stüber, und ist beschlossen worden, das keiner mehr unter Straff zahlen solle als wie vorhin.

<396> 1761, wegen des Erdäpffel Zehntens suche in dem grossen Buch.[345]

<397> 1761 ist Ihro gräffliche Excellentz Graff Truxes[346] Ambtherr worden. Suche im grossen Buch.[347]

<398> 1761, den 11. Septembris ist Johannes Beyer zum Scheffen erwöhlt worden.

<399> 1761, den 15. Octobris hatt der Herr Ponthani[348] als zeitlicher Herr Vicarius Sancti Antonii alhier per Dominum Pastorem Martinum Rheden Possessionem genohmen in praesentia Herrn Kirchmeisters Josephi Kratter et Custodem Johannes Petrus Schwieren. Vide ulterius im grossen Buch.[349]

<400> 1762, im Junio gilt das Korn 7 Reichstahler, und es war hier in Zonß wenig mehr zu bekommen, und 1 Pfunt Butter 9 bis 10 Stüber, jedes Ey 8 Heller.

<401> 1761 ist das 40-stündige Gebett zum erstemahl durch zeitlichen Herrn Pastoren Martinum Rheden ordineret worden, das es alle 3 Däg durch die gantze Statt und Stürtzelberg ümbgehet.

<402> 1761, Dingstag, den 2. Junii ist Ihro hochwürdiger Thumbherr Joseph Carl Graff von Truxes zum Thumdechant und Zonsischen Ambtherrn erwöhlt worden.

<403> 1761, initio Julii ist mit der Elumination am hohen Altar den Anfang gemacht und den 31. Octobris ferdig worden, kostet im Accorth ohne Kost, Dranck und Schlaffen 85 Reichstahler. In diesem Jahr seint auch die höltzeren, silberen Leuchteren angeschafft worden.

<404> [36v] 1761, in fine Junii hatt ein hochwürdiges Thum-Capitul die Cordigath oben der Rhein Pforten gantz auffs new bawen lassen, alwo ein fallende Schießpfortz gewesen, welche bey diesem Baw vernichtigt worden.

<405> 1761, auff unser Gottestragt [5. April] hatt hiesiges Muttergottes-Biltnus das newe weise, golten Stucks Kleith mit der roden Hüllen bekommen vom Herrn Vicario Werren.

<406> 1761, weilen Herr Vicarius Ponthani per licentiam Ihro hochwürdigen Herrn Officiaten von Neuß[350] an St. Sebastiani-Altar, und Ihro hochwürdiger Herr Vicarius generalis zu Cöllen[351] sölches nit für gutt erkenth, derhalben hatt Herr Ponthan den 6. Novembris noch einmahl Possessionem nehmen müssen. Vide supra.[352]

<407> Anno 1762 hatt das Dormager Chor auff ihrer Gottestragt [2. Mai] in hiesiger Sacristey nichtß und wir Zonser in ihrer Sacristey auch nichtß bekommen zum erstemahl, und deshalben bey der Rechnung beschlossen, das nach gehaltener sölcher Procession der Offerman soll haben 12 Albus, jeder Chorsänger 8 Albus vom zeitlichen Kirchmeistern.

<408> Dieß Jahr [1762] als von Pfingstsondag bis auff den Mondag, als vom 30. bis den 31. Maii, ist es so kalt gewesen und geriemet, das alle Türckische Bohnnen und Ertäpffel verkaltet seint, wie auch oben im Lanth der Weinstock.

<409> Anno 1762, den 25. Julii, Sondag, in festo Jacobi, ist Ihro hochwürdiger Herr Official von Neuß, Pastor zu Linn, als Visitator mit Herrn Pastore von Lanck[353] als Secretarius abents 7 Uhren hierhin mit der Scheessen bis an die Kirch-Roster kommen, alda ausgestanden, den Thalar-Rock angetahn, das Bareeth in der Hant gehent bis an die Kirch-Theur hiesiger Seithen, alwo ihme das Weywasser praesentirt worden, gleich ginge er zur Kirchen hinein bis auffs Chor an das behangende am Predigstühl stehende Stühlgen oder Knien-Bäncklein, alsobalt finge der Herr Official selbst an zu singen "Veni Sancte Spiritus", welches das Chor ausgesungen, und Herr Vice-Pastor Beda Leven[354] unten am Pedall des hohen Altars stehent und die Versus "Emitte Spirit" mit der Collect gesungen, darauff das Venerabel ausgesetzt, thurificirt und das "Genitori" gesungen, den Seegen mit dem Venerabel gegeben, sogleich finge der Herr Secretarius an, das Volck anzureden und zu invitiren, [37r] auff Morgen ümb 9 Uhren die hohe Meeß mit Aussetzung des Venerabels, und nach dem Credo die Christliche Lehr, worzu alle eingelahden, und jeder seine Kinder fleissig hinschicken sollen, und am Nachmittag ümb 2 Uhren können diejenige in der Pastorath sich melden, die etwas zu klagen haben gegen nomen nescio. Des mondagß, in festo St. Annae [26. Juli], wurde das Hohe Ambt umb 9 Uhren de festo gehalten vom zeitlichen Herrn Vice-Pastore Beda Leven, post Credo die Christliche Lehr per Dominum Secretarium, in welcher Christlicher Lehr dem Herrn Officialen ein Sessel mitten vor den Hohen Altar rückwartz gegen den Altar, weil das Venerabel ümbgewendet, gesetzt, worauff der Herr Official gesessen bis zum Ent der Christlicher Lehr. Darnach wurde das Hohe Ambt vollendet. Darnach ginge der Herr Visitator ohne Stola-Ankleidung mit dem Herrn Secretario an den Hohen Altar, visitirte selbst die 2 Ciboria, das Venerabel, den nackent stehenden St. Sebastiani-Altar, die Blumen-Scheffer, den Muttergottes-Altar, die Tauff, darnach in der Sacristey alle Paramenta, darnach durch die gantze Kirch, ringß ümb die Kirch das Bein-Häußgen. Nota bene: In der christlicher Lehr solten die Kinder aus dem Büchlein auffsagen, so aber nit geschehen, weil es bis dato niemahl geschehen ist.[355] Nota bene: Weil der Pedell voraus kame, sobalt man die Herren an den Hecken sahe kommen, hatt man gleich angefangen, mit den 3 Glocken zusammen zu leuhten, bis sie ausgesteigen seint, und die Herren mit Knechten und Pferden haben in der Pastorath gessen und geschlaffen und seint des Mondagß nachmittagß halber 4 Uhren abgefahren bis auff den Sturtzelberg, alda die Capell visitirt und weiters forth bis auff Neuß. Und diese Kösten hatt bezahlt Herr Pastor, die Kirch und die Arme. Suche weiters in anno 1738 et 1746.[356]

<410> 1762, den 1. Maii hatt Joannes Fleischhäwer seine Ehefraw Elisabetha Zöllers in hiesiger Pfahrkirchen zwischen dem Hohen Ambt öffentlich die Glaubents-Bekäntnus getahn, so 1772, den 24. Maii gestorben und den 26. dito begraben worden.

<411> 1762, den 31. Septembris ist Ihro hochwürdiger Herr Praelath von Brawweiler mit seinem Gesellen Pater Georgius Heck und der Herr Hoffrath Bennerscheit[357] als Thum-Syndicus hier gewesen und haben wegen des Wasserfall in der Zehngassen eine Commission oder Besichtigung gehalten, und befohlen worden, eine Canal durch die Gaß zu machen zum Ablauff des Wassers.

<412> [37v] 1762, den 10. Novembris hatt unser ehrwürdiger Herr Pastor Ferdinandus Bodife alhier solemniter Possessionem genohmen. Suche weiters im Tauffen Buch.[358]

<413> 1763, Sondag, den 23. Januarii, morgens 7 Uhren hatt es im Duppelen Adler bey Engel Westhofen im Hauß gebranth, das ich hab auff die Glock schlagen müssen, gottlob doch wider gelöscht worden, ohne grossen Schaden, welchen Branth von den Frantzosen in der Stuben angestochen worden.

<414> 1762, den 23. Julii, Freydag, ist das Kohl-Sümber, weil alle Bürger sich beklagten, das selbiges vill zu klein wäre, gemessen worden, so hatt selbiges sich befunden, das es 5/4 Zoll in der Höhe zu klein ist, welches sich per Malder ertracht 1 Faß zu klein.

<415> 1762, den 31. Julii, mittagß 1 Uhr ist eine Ertbiebung gewesen.

<416> 1762, vom 21. bis den 22. Octobris, des Nachtß 11 Uhren ist ein schwäres Donner-Wetter gewesen, das die Patres und wir haben müssen leuhten.

<417> 1763, Fastelabents-Mondag, den 14. Februarii, des Abents halber 8 Uhren ist beym Christian Aldenhoven ein Baal gehalten worden, wordurch auff dem Baal-Zimmer im Camin ein Branth entstanden, das ich auff die Klock hab müssen schlagen. Gott behüte uns! Und nach dem Löschen ist der Ball forthgesetzt worden.

<418> 1763, den 18. Martii ist Bürgergeding gehalten worden, wobey notificirt ist worden, das das Ertäpffels-Process verspilt ist, und Henrig Assemächer und Joseph Homan seint nominirt, sölches weiters forth zu treiben.

<419> 1763, Sondag, den 4. Decembris ist des Morgens halber 5 Uhr von bösen Leuhten der Rheinfelder Hoff in Branth gesteckt worden, und Scheur, Stell, Schöpp sambt allen Freuchten seint alle totaliter verbrenth, ausgenohmen das Hauß, Pfertsstall mit allem Viehe wie es Nahmen hatt, sambt einem über den Fohrweeg ausgesätzten Korn-Barm, dieses alles ist glücklich errettet worden, weshalben ich hier auff die Klock hab geschlagen. Gott behüte uns!

<420> 1764, Mondag, den 6. Januarii ist in unser Pfahrkirchen ein Danckfest gehalten worden, das Gott uns alhier wegen des hohen Wassers für grossen Schaden behütet hatt, mit Aussetzung des Venerabels und nach dem Credo den Rosekrantz zu betten.

<421> Item: Weilen das Wasser den 7. Februarii [1764] wider auffgelauffen, so hatt Herr Pastor die gantze Woche hindurch nachmittagß ümb 2 Uhren den Seegen in der Kirchen gegeben, den Rosekrantz gebett, die Litaney "Beatae Mariae Virginis", 3-mahl "Ave Maria", "Benedicamus" gesungen und den Seegen gegeben.

<422> [38r] 1764, auff New-Jahrs-Dag, den ersten Januarii, ist der Rhein so hoch in die Statt gesteigen, das es am 2ten dito schier bis langß die Closter-Kirch durch die Strassen-Gosse und vom Marck bis an den vorm Closter stehenden Brunnen gestanden, wans aber noch einen halben Finger dick gewachssen wäre, so wäre es alda beysammen gelauffen, und dieses wäre doch geschehen, wan an der Felt-Pforten durch den zeitlichen Herrn Pastore keinen Dich wäre gemacht worden, und am 5ten dito finge es an zu fallen, und der Leinen-Path war noch lang nit bloß, so ist es am 26ten dito widerümb etwas gewachssen, am 30ten Januarii hatt es an der Müllen widerümb in der Statt gestanden, am 6ten Februarii ist es über die Felt-Strasse zur Feltpforten hinein bis in den Statt-Graben, bis langß die Closter-Kirch und bis an hiesige grosse Kirchroster gelauffen, und am 8ten dito morgens frühe finge es an, starck hinweg zu fallen.

<423> 1764, Freydag, den 27. Januarii hatt es des Abents halber zehn offt gewetterleucht und gedonnert. Dingstag, den 31. Januarii, nachmittagß halber 4 Uhren hatt es widerümb gedonnert.

<424> 1764, den 30. Junii, nach einer geschehener Sangmeeß und begehrtem Vatterunser ist unter dem hochwürdigen Herrn Pastor Bodife und Herrn Kirchmeistern Kratter den auffm Kirchthurn stehenden, vor 41 Jahren new gemachten, mit der Jahrzahl 1723 gezeichneten, jetzt aber mit newem feinem Golt übergüldeten, renovirten Hahn durch den Leydecker-Meistern Renerum Töller glücklich widerümb auff den Kirche-Thurn gesetzt worden. Das Übergülden kostet jetzt 4 Reichstahler, und dem Leyendecker 2 Reichstahler Species, und ist alles aus Kirchen-Mildelen zahlt worden. Nota bene, nota bene, nota bene: Und welcher denselbigen zukünfftig widerümb abnehmen und auffsetzen wilt, derjeniger kan sich woll in Acht nehmen, dan ich und der Herr Pater mit Nahmen Pius, so die Meeß deßfahls in hiesiger Kirchen wie oben gemelt getahn, und auch noch mehrere haben gesehen, das das Creutz auff dem Thurn beym Auffsetzen des Hahns gleich oben dem Pingapffel sich mehr als ein Fuß auff die Pastorath zu übergebeugt hatt etc. Gott behüte uns alle!

<425> 1764, wegen an den Wegen zu dienen suche im grossen Buch.[359]

<426> 1764, Sondag, den 8. Julii ist zu Dormagen den Vogel geschossen worden umb einen fetten Ochß, so 40 Reichstahler geschätzt ist, und Nußbaums Halffen ist Schützekönig worden.

<427> [38v] 1764, Mitwoch, den 18ten Julii hatt unser ehrwürdiger Herr Vätter Andreas Wiesen alhier in unser Pfahr-Kirchen seine erste Meeß an Muttergottes-Altar gelesen, und ist 1765 Pastor worden in Bethbur, den 25. Decembris.

<428> 1764 hatt unser ehrwürdiger Herr Pastor Ferdinandus Bodife zum erstemahl hiesige Judenschafft durch ambtherrlichen Befehl gezwungen, das jede Juden-Haußhaltung ihme jährlichß ümb Ostern müssen geben 30 Stüber vor die Ostereyer, welches die Juden alle Jahr zahlen sollen.

<429> 1764, Freydag in festo Petri et Pauli [29. Juni] haben hiesige Jungesellen den Vogel geschossen ümb 1 Paar silberne Schuh-Schnallen, ümb 1 Paar Hosen-Schnallen und ümb 1 Paar Hembder-Knöpff, alles von reinem Silber, auff den Kopff und Stertz jeder ein Bestech, auff jeder Flügel ein Schnubtuch. Weilen gemelter Vogel an diesem Dag nit völlig hatt können abgeschossen werden, so haben sie Sondag, den 1. Julii noch einmahl darnach geschossen, und Theodorus Pohl als Jungergesellen-Haubtman ist Schützekönig worden.

<430> 1764, den 12. Novembris hatt unser Herr Pastor in hiesiger Pfahr-Kirchen wegen vill zu vill langwirigem Regen und Überschwemmung des grossen Wassers angefangen, nachmittagß diese Woche hindurch ümb 2 Uhren den heiligen Seegen zu geben, den Rosekrantz zu betten, die Litaney "Beatae Mariae Virginis" zu singen und so forth wie sönsten bräuchlich, mit dem heiligen Seegen beschlossen.

<431> 1764, den 23. Novembris, morgens 8 Uhr, als für Jungfer Maria Catharina Hildens zum Dotten geleuht worden, ist die gröste Glock zersprungen. Und den 5. Decembris hatt man angefangen, das Stück aus selbiger Glocken auszuhawen, und dieses Stück ist den 6. Decembris mit einem dicken Fewr Hammer daraus geschlagen worden, so 71 Pfunt schwer ist. Selbige Glock ist den 22. Decembris ümbgehengt worden.

<432> Der Klepper in der gröster Klocken, so anno 1640 in 1641 gemacht worden, kostet 37 Gulden und 18 Albus.

<433> Nota bene: Diese gröste Glock ist gegossen worden 1630.

<434> Nota bene: Der Glocken-Thurn ist nach Abbrennung wider auffgerichtet worden 1630. Nota bene: Das Creutz auff dem Thurn kostet 32 Gülden 12 Albus, und der Pingapffel auff dem Thurn kostet 8 Gülden.

<435> Anno 1765, in festo assumptionis [15. August] ist die Procession aus der Pfahrkirchen bis auff das Hohe Örthgen, die Lange Gaß hinein, durch die Zehngaß und durch die Newe Gaß hinauff bis auff die Rheinstraß geführt worden, und da von dan bis in die Kirch, weilen auff diesem Weege 4 newe Pfennigen an die Monstrantz sein praesentiret worden.

<436> [39r] 1766 nota bene: auff unser Gottestragt, den 13ten Aprilis, ist unser Herr Sacellan Arnoldus Kocks[360] auff dem Stürtzelberg mit der Monstrantz niedergefallen auff die Knie.

<437> 1766, im September hatt Herr Bürgermeister Eberle die newe Parier-Pfortz an der Pfelt-Pforten aus dem Grunt mit dem Maurwerck und Holtzwerck machen lassen, kostet an Zimmerlohn, ohne das Holtz zu schneiden, ad 21 Reichstahler Species, auch ohne die Stein und Mäurer.

<438> 1766, den 27. Septembris, Sambstag für der Dormager Kirmeß, seint am Welffer Hoff die vor die Scheur gesetzte zwey grosse Bärm Früchten mittagß 1 Uhr angesteckt worden, wordurch dasige Scheur und etliche Stähl abgebrenth mit den 2 Bärmen.

<439> Nota bene: 1765 ist das heilige Osterfest gewesen den 7. Aprilis, und Quasi modo ist gewesen den 14. Aprilis, und Herr Bürgermeister Johannes Eberle dieß Jahr sein Osterfest gehalten am Freytag in festo Sanctae Crucis, den 3ten Maii, der Ursachen er gestrafft worden ist.

<440> 1765, den 25. Julii, in festo Sancti Jacobi, hatt der ehrwürdiger Herr Canonicus Johannes Jacobus Stevert[361] seine erste Meeß solemniter in hiesiger Pfahr-Kirchen gehalten.

<441> 1766, den 1. Maii hatt mein Sohn Hubertus Renerus Schwieren als Vicarius in Bettbürdick seine erste Meeß in St. Margaretha-Capelgen binnen Cöllen gehalten.

Der romanische Taufstein in der Maternuskapelle von Haus Bürgel in einer Zeichnung von 1892.

<442> 1767, vom 7. bis den 8. Januarii hatt der Rhein langß Zonß fest gestanden, und den 10ten dito ist Petrus Fleischhäwer, Jungesell, das erste darübergangen, und den 13ten ist Herr Pastor Bodife und ich mit meinem Sohn Johannes Hermanus, weilen hiesige Tauff[362] zu Grunt befrohren und in die Stux gesetzt worden, selbige von Hitz gantz verzehrt[363], über den Rhein gangen und zu Bürgel die befrohrene Tauff mit Stücker loßgehawen und ohne Kann die Tauff in einem Korb hierhin getragen.

<443> Und der Rhein den 2. Februarii [1767] ist etwas gerückt, den 4ten dito, abents halber 10 Uhren ist er in der Mitten loß, gottlob ohne Schaden fliessent worden.

<444> 1767, den 20. Januarii, in festo Sancti Sebastiani, ist wegen grosser Kält kein Predig gehalten.

<445> 1767, auff Gottestragt [3. Mai] ist hiesige Mutter Annae silberen Kron ad 22 Loth und 3 sechßzehnten Theil Loths schwär, kostet 22 Reichstahler Species und 11 Stüber, von den Zonser kleinen Jungferen, als nemblich 2 Foenens, 2 Worringen, 1 Liebs, 1 Opffer[364], 1 Fleischhäwers, 1 Beisenkamp[365], 1 Güßgen, 1 Schmitz, terminiret, gemacht und bezahlt worden.

<446> 1767, den 3. Maii, auff unser Gottes Tragt, hatt unser gnädigster Ambtherr als Thum-Probst in hiesiger Pfahr-Kirche das Hohe Ambt solemniter gehalten, und mit der Flambaw die Procession bis für die Portz ans Creutz begleitet.

<447> [39v] 1767, den 3. Augusti seint in hiesiger Pfahr wegen der seehliger verstorbener Käyserin[366] die Exequien gehalten. Und den 2ten dito ist des Morgens 1 Stunt, des Mittagß 1 Stunt und den 3ten dito nur zwischen der Meeß 1 Stunt mit allen Klocken geleuhtet worden. Requiscat in pace.

<448> 1767, den 25. Junii ist die Rechnung wegen der verkaufften Stöcken aus dem Stütger Walt gehalten worden, und hatt sich erstreckt ad 220 Reichstahler Species und 41 Stüber, wovon aber nota bene: 9 Stüber übrig geblieben, so nit konten getheilt werden, facit pro Seyl 5 Reichstahler Species und 4 Stüber, die welche 220 Reichstahler auch gleich pro Seyl seint zahlt worden.

<449> In festo Sancti Martini [11. November 1767] hatt unser gnädigst-gnädiger Ambtherr als Thumbprobst in hiesiger Pfahrkirchen das Hohe Ambt solemniter gehalten. An selbigem Tag ist die Lobpredig St. Martini für der heiligen Meeß gehalten worden.

<450> 1768, den 8ten Januarii hatt der Rhein hier mit Eiß fast gestanden, und den 10ten seint etliche Menschen drüber gegangen, und ist hier ohne Schaden loßgangen und zu Düsseldorff am Werff grossen Schaden getahn.

<451> Nota bene: 1767, den 10ten Maii, als auff Dormager Gottestracht, weilen dasiger Herr Pastor[367] mit seiner Procession, wie allezeit bräuchlich, nit mehr hier nach Zonß in unser Kirch kommen wolten, derhalben ist selbige Procession auff Anstehen unseres Herrn Pastoren Ferdinandi Bodife durch geistliche Obrigkeit gezwungen worden, ihren alten Weeg bis in unsere Kirch zu gehen und Meeß und Predig zu hören und darnacher ördentlich nach Hauß zu gehen.

<452> 1766, im Decembris ist alhier sölcher Mangel an Brunnen-Wasser gewesen, also das in anno 1767 im Januario die mehreste Pützen gar drücken gewesen, das an etlichen Pützen, alwo noch ein wenig Wasser in ware, die Ketten geschlossen waren, weilen aus anderen Nachtbahrschafften, so zu selbigen Brunnen nit gehört, ümb halb Nacht das Wasser zum Kochen so vill geholt, wan es morgens Tag worden, in selbigen auch kein klares Wasser zu bekommen war. Ja, es war also rahr, das das Pützwasser in Cöllen zum Kochen mit Eymeren verkaufft worden.

<453> 1767, wegen der Wegen zu machen und daran zu dienen, suche in dem anderen grossen Buch.[368] Und haben den Anfang zu dienen gemacht den 3. Decembris und geendiget den 2. Aprilis 1768 auff Osterabent.

<454> [40r] 1769 hatt die Zonser Gemeinde alhier geziegelet in den Zonser Kämpffger pro Munt 1.500 Stein und pro Munt an Gelt 36 Reichstahler und die Kohlen und Santh zu fahren jeder für seine Portion.[369]

<455> 1769, den 2. Februarii ist Ihro päbstliche Heyligkeit Clemens der dreyzehnter gottseehlig im Herrn entschlaffen. Requiscat in pace.

<456> 1769, den 21. Februarii Ihro hochgräfliche Excellentz Fransciscus von Salm[370] mit seiner Gräffin[371] zum erstemahl solemniter in seine Herrschafft Dick eingeführet worden.

<457> 1769, den 8. Aprilis seint hiesige Haußarmen zum ersten processionsweis durch die Statt geführt worden, Allmosen einzuholen.

<458> 1769, im Septembris hatt sich etliche Nachten ein Cometstern siehen lassen.

<459> 1770, den 1. Januarii hatt unser geistlicher Herr Vätter Thurn seine erste Meeß gelesen und gehalten: Andreas Thurn.

<460> 1769, im Decembri ist der Rhein angefangen zu steigen und ist am 27. dito langß das Closter nach der Pfeltpforten zusammen gelauffen, und am 28. dito angefangen zu fallen, und den 20. Januarii 1770 widerumb angefangen zu wackssen, also das er den 24. dito unten in der Müllengassen gestanden, und den 27ten dito angefangen abzuweichen. Nota bene: Dieß Jahr ist das Wasser immehrwährent hochgesteigen und wider gefallen, gesteigen und gefallen, und im Junio immerwährent geregnet, das kein Hew hatt können gemacht werden. Desfahls der Herr Pastor däglich den heiligen Seegen geben und den Rosenkrantz gebett.

<461> 1770, den 13. Junii von uns Bürger beym hochwürdigen Thumb-Capitul begehrter Commission wegen des Bürgermeisters Eberle und wegen der Vogelsruhten suche im grossen Buch[372], so aber den 25., 26., 27., 28. dito gehalten ist.

<462> 1770, wegen gehaltenem Jubilaeo wegen Erbawung der newer Pastorath, wegen Wachssung des Rheins, wegen Absetzung der Feyrtäg, wan man das Korn angefangen einzufahren, wan die Galgen auffgerichtet worden, was das Korn gilt, wegen geschehenen Branth und Sturm-Wint etc. suche alles im grossen Buch.[373]

<463> [40v] 1771, Freydag, den 15. Februarii seint die Bußherren, nahmentlich Mülleweeg, Schuhmächer und Beuth, hierhin kommen etc. Such weiters in dem grossen Buch.[374]

<464> 1771, Sambstag, den 9. Martii ist Ihro Churfürstliche Gnaden von Westpfalen abents halber 6 Uhren hierhin kommen, suche im grossen Buch.[375]

<465> 1771, den 23. Mey ist bey der Büschrechnung 90 Reichstahler hinweg gelegt worden, und nota bene: noch 18 Reichstahler weniger 3 Stüber zu behuff der Auslage zurück in reservo gelegt und behalten worden, facit diese beyde Theil in toto 107 Reichstahler 57 Stüber, die welche der Meyer, Schmitz, Lingens, Burbach und Nolten haben hergeben müssen.

<466> 1771, den 12. Junii ist wegen des Viehefall eine Procession nach Cöllen in St. Brigittae-Kirch ausgeführt worden. Suche weiters im grossen Buch.[376]

<467> 1771, den 28. Octobris ist Bürgergeding gehalten worden, weilen ich einen Adjunctum begert hab. Nota bene, nota bene: Wobey gesagt worden und auch protocollirt ist, sie wolten warten bis nach Dott meiner, und dieß ist geschehen, weilen mein Sohn über 220 Stimmen gehabt.

<468> 1771, in fine Maii ist 1 Malder Korn bezahlt worden für 9 und 10 Reichstahler. Im Julio gilt 1 Pfund Butter 12 bis 14 Stüber, ein Pfunt Speck 12 Stüber.

<469> 1772, den 26. Augusti ist wegen villfältiger Mäuß eine Procession nach Cöllen in St. Girtrudis-Kirch ausgangen. Suche weiters in dem grossen Buch, den Verlauff suche 1756, 1759, 1772.[377]

<470> 1773 ist unser Pfahr-Kirch im Mey mit Platten belegt und durch die gantze Kirch gehöcht geworden, und ist in 30 Tagen gantz fertig worden, wovon der Maurer von der Kirchen verdienet 38 ½ Reichstahler Species.

<471> 1773, den 15. Novembris, als auff unser Kirmes-Mondag, ist mein Fraw[378] die Trap von Sühler für dott hinunter gefallen.[379] Gott behüte sie und uns alle! Amen.

<472> [41r] 1774, den 16. Februarii, auff Eschtag, des Abents nach 6 Uhren hatt es dreymahl hell gewetterlucht und gedonnert.

<473> 1774 ist der newe grosse Kelch gegen einen anderen Kelch ausgetausch worden im Februario, kostet 92 Reichstahler in toto. Hingegen ist der alte Kelch an Bezahlung mit heraus gegeben worden.

<474> 1773, den 10ten Decembris ist der Herr Gallus Peffgens als Sacellanus hierhin nach Zonß kommen.

<475> 1774, Mondag, den 20. Junii seint die Herren Jesuiter in Cöllen vom Herrn Vicario generali[380] aus ihren Beichstühlen ausgewissen und die Herren Pastores darin geführt worden.

<476> 1775, vor Ostern [16. April] haben wir in dieser Pfahrkirch das silberen Rauchfaß und Schiffgen, so über 100 Reichstahler kostet, und die newe Lambe und 6 newe Leuchteren bekommen, so alle übersilbert.

<477> 1775, Freydag nach Pfingsten, den 9. Junii, ist die Leim-Kuhl von allen Bürgeren gemeinsam ausgefischet worden.

<478> 1775, im Junio gilt das Korn höchstens 7 Reichstahler, am Ent Julii, weilen man eingeschewret, gilt das Korn 3 Reichstahler, und die Butter schier dieß gantze Jahr kostet 1 Pfunt 10, 11 bis 12 Stüber. Nota bene: Im Junio kostet 1 Pfunt Brott 2 Albus.

[Es folgen die Einträge von Johannes Hermann Schwieren]

<479> 1776, Sampstag, den 27. Januarii hatt der Rein sich gesetzt, und am Sondag, den 28. der Jacobus Sant das ersten darüber gegangen des Nachmittags, und am 6. Februarii er des Abends sieben Uhren iß er losgangen.

<480> [41v] 1776, den 7. April ist Oster gewessen, so ist die Dauff hier gesegnet worden, wegen das zu Bürgel die Kirch noch nit ferdig war, beym Sacellano Gallus Peffgen.[381]

<481> Den 11. Maii [1776] hatt der Herr Vicarius Mäntzer hier zu Zons Possescion genohmen an Muttergottes Altar, hernach gehet er in das Hauß, machet die Dürren und Fensteren auf, 3 Schupfen Grunt aufgehoben, 3 Zweige von den Bäumen abgeschniden, zuvor würde mit allen Klocken zusammen geleutet per Dominum Pastorem Ferdinant Bodife et Gallus Peffgens als Zeug et Johannes Hermann Schwieren, Custos, wir beyde haben uns mussen unterzeigenen als Zeug, Amen.

<482> Den 8. Julii [1776] ist die alte Cudegart abgebrochen worden, Wilhelmus Schmitz als Bürgemeister.

<483> 1776, den 24. September, als auf Kirmes-Dienstag, seind zu Dormagen 11 Häuser und einige Scheuren abgebrent abents 6 Uhren.

Die 1776 fertiggestellte neue Maternus-Kapelle in Haus Bürgel in einer Zeichnung von 1892.

<484> 1774 ist zu Bürgel die Kirch abgebrochen worden bist auf den Grundt, und [17]76 ist sie ferdig worden, und ist den 15. Julii geweit worden per Reverendrem Dominum Pastor Ferdinant Bodife et Sacellano Gallus Pefgens et Petrus Vlatten, Cellerarius, et Edmundus Rosarius et zwey Patres hier aus dem Closter, der Guardian[382] et Dominicalis, et Johannes Hermanus Schwieren, Custos. Die Kinder haben alle Stübers-Bröttger bekommen, die mit seind gewest. Gott behüte sie vor Schaden!

<485> 1777, halben April hatt das Korn gekostet 20 Schilling.[383]

<486> [42r] 1777, den 16. Januarii, als der Ober-Reihn ist kommen, so seynd einige Nachen mit treiben gangen und von Cöllen die neue Loh-Mühl, welche unten Ürdingen ist geläntter[t].

<487> Den 26. Maii 1777 ist den Anfang gemacht worden, hiesige Pfahr-Kirch zu weissen von einem Italgener mit Nahm Carl, und ist veracordirt worden vor 55 Reichstahler. Er hatt sein Anfang gemacht den 26. Maii und geendiget den 25. Junii. In diesem Acord ware die Orgell anzustreichen und den Predig-Stuhl abzuwaschen. Es ware aber alles sehr schlecht gemacht worden, pro dolor.

<488> Nota bene: 1777, den 18ten Mertz seind drey Hirschböck gegen Baumberg durch den Reihn kommen biß auff die Spitz, da durch das Loch biß gegen das Schloß, und alda von dem Jäger mit Nahmen Lucas Busch geschoßen ist worden im Wasser. Der Jäger hatt aber oben auff der Schloßmaur gestanden. Also hatt er ein Hirsch im Schwämmen geschossen.

<489> [17]85, den 16. Majus, auff Pfingst-Mondag, ist ein Lutischer Jüngeling mit Namen Peter Oberster aus dem Bergischen catholisch worden. Zwischen dem Ambt seint alle Menschen zum Opffer gegangen. Also hatt dieser Jüngeling sehr viel Opffer bekommen. Gott gebe, was ihm selich ist!

<490> [17]81, den 27. Augus ist die Dormager Windtmühl am Zonßer Galgen durch ein Sturm-Windt umbgeworffen worden, 2 Menschen unverletz heraus kommen.[384]

<491> [42v] Vor Ihro Churfürstliche Gnaden Maxmilian Friederich, welcher [17]84 den 15. April gestorben, haben wir ein Hohes Ambt gehalten mit Schlagung der Orgell, und ist auch ministiriret worden. Auff dem Tumba ist gewessen Mutz, Kelch und Chorhutt, auff einer Seit der Stab, ander Seit das Schwert. Auch ist vom Capitel befohlen zu leuten, aber wie langt ist mir abgefallen, doch ist gewiß, wie es in Zons vorbey war, haben die Stürtzelberger angefange unter Wilhelm Schmitz als Burgermeister, Humpertz[385] als Stattdiener. Und weilen es beyde nit wüsten und in der Müllengassen zum zweytemahl angefangen, deshalben ich dem Schmitz dieses gesagt habt, also auch gleich dem Stattdiener ist befohlen worden, die Sturtzelberger zu citiren, welches auch geschehen ist.

<492> 1784 ist der neue von Composition gemachte Krantz umb das Tabernacul, auch 2 Permitten Hubertus et Martinus gemacht worden, welches zusammen kostet 91 ½ Reichstahler.[386]

<493> [17]84 ist hiesige Pfahrorgell renovirt worden durch Max Schuten von Jüchen. Den Acort wahre 85 Reichstahler und kein Drinckgelt, wohernach 2 Cron gegeben worden, auch 15 Reichstahler Zusatz wegen dem Hoßpitium sein grosser Forderung summarum 103 Reichstahler 50 [Stüber].

<494> [43r] [17]92, den 29. Januarii seind durch 4 Husaren 2 Spitzbuben von Worringen nach Zonß bracht worden, den 30. noch einer, und sein an diesen Tag an Handt und Füß geschloßen worden. Den 12. Mertz des Morgens 3 Uhr dieser letze, welcher unten im Loch gesessen, der oberste Geseßene ein Strohseyl vom untersten herauffgezohgen, durch die Maur auß die Trap und die Seyl von der Uhr genohmen sambt dem Strohseyl und neben der Uhr-Weiß sich herunter gelaßen in des Westhovens Hoff, in Closter und durch hiesigen Pater Guardianus Marius Strauch fort geholffen. Den 27. Junius ist der Mörs[387], welcher sich zu Worringen loßgebrochen, durch 6 Husaaren an den Kolnischen Gränsen, so durch die Preusen aus den Diensten geliebert, hier ankommen. 15. December das abens loßgeschlossen, an Händt und Fuß loßgeschlossen, hernach durch 2 Husaren, etliche Schützen aus Worringen nach Arensberg in Stockhauß gefuhrt wegen dem Fransosen-Krieg.[388]

<495> [17]93, den 4. April hatt der Arnolts die 2te neue Orgel angefangen, 3 Man ihrer 13. Maii abgegangen, 27. widerkommen, 14. Junio abgegangen, 27. September 4 Man, so ist die Orgel den 14. November durch Pater Blasius propirt, alles gut befunden, den 18. hatt er unser Orgel angefangen zu stimmen, auszuputzen, 45 Reichstahler acortirt.[389]

<496> [43v] Wegen der Gemeinde suche in dem grossen Buch.[390]

<497> [17]93, den 15ten Novembris hatt Anna Margaretha Hövels[391] wegen dem gestohlen Weitzen mit einer Weitzenbürden ein Stundt am Rathhauß stehen müssen, 2 Soldaden mit den Gewär darneben.[392]

<498> [17]94, den 1. April Johannes Knoch sein Frau und Häu am Rath-Hauß gestanden, so sie gestohlen.

<499> Am 24. April [1794], Donnerstag nach Osteren, Johannes Stelsman, weilen er nicht nach dem Busch gewesen, so hat kein Erb ihm zudrincken sollen unter Straf einer Teuten Bier-Straf, so hatt er selbst das Helffgen genohmen, derowegen er 18 Stüber Straff gleich zahlen mussen. Johannes Fuß von Stürtzelberg ein voll Helffgen Bier seinem Knechten gegeben, so ist ihm auch 18 Stüber zur Straff angesacht, er wolte sie aber nicht zahlen. Bürgermeister Schmitz im gesagt, er solte in Zukunfft vom Glach bleiben oder die 18 Stüber geben.

<500> [17]93 ist die Orgel bey den Patren, Marius Strauch Guardianus, neu gemach worden durch den Arnolts vor 712 Reichstahler, die erste hat allein 4 Jahr gestanden.[393]

<501> [17]94 ist das Korn vorkaufft worden vor 7, 8 und 8 ½ Reichstahler, von [17]93 dem Herbst an die Butter 17 Stüber in den Winckelen.

<502> [17]95 bey dem Welfer Halffen[394] das Korn verkauft per Malder 16 Reichstahler, da halb im Wasser.

<503> [44r] 1794, den 5. October, Kirmes Sondag, nachmittags 3 Uhr seind die Franzosen als Schaslör zu Ferdt hier gewessen, haben Herrn Kupper[395], Pastor, Lenders[396], Besehr[397], Controleur[398], Wiesen[399] und noch vielen Bürgeren besucht, wobey dieselbe haben geben müssen gantze Sack Cron-Thaler, Uhr, Loß, Zucker in den Winckelen, in Zumma was sie haben wolten.[400] Des Tinstags 1 Uhr, als den 7., kamen die Truppen, wie viel Tausendt Mann umb Zonß und darinnen gelegen, wuste keiner, diesen Abendt wurde aber ein Einrichtung gemacht, da nahmen sie nichts, sonderen man muste ihnen alles geben, was sie wolten. Man müste gleich alles vorrätige Mehl bey bringen, so jar würde alles Mehl von der Mühlen geholt, auff 15 Plätz wurde Brot gebacken, woran Becker und andere Bürgen helffen müsten. Zons müste auch den 8. dieses 16 Ahmen Wein geben, dienstweiß nacht Masterich fahren. Das Durchmarschieren daurte immerzu starck, man konte nicht gnug annotiren, man konte auch nicht erfahren, wie starck sie waren, den sie gingen hin, wo sie wolten, suche weiter.

<504> [44v] [17]95, den 27. Januarii bin ich das 1ste Hauß oben der Weyen durch die Stuben-Fenster vom einem Soldat in Meinung ich wär ein Geistlicher geschossen worden, auff 7 Blätzen verwund. Den 29. seind mir 2 Stücker Bley heraus geschnitten worden, den 1. et 5. Februar wider ein. Zaums Karrig hat mich bist hierhin gefahren. Gott behüte uns vor die!

<505> [17]95, den 29. Januarii ist das Volck abmarschirt[401] wegen hohen Waßer, so das viele Soldaten am Rein versoffen seind.

<506> [17]96, den 14. Mertz hatt es zu Dormagen des Morgens halber sieben gebrenth, Scheur und Stell[402], des selben Abents zu Nievenheim im der Schmitt und bey dem Finck alles abgebrenth.

<507> Den 17. [März 1796] auffm Stürtzelberg des Abendts 8 Uhr 4 Häuser, 4 Scheuren, Korrich[403], Stamm[404], Kuber[405], Dorren[406] [abgebrannt], et Gasen[407] sein Hauß ist stehen blieben, allein die Scheur.[408]

<508> 24. Februarii [1796] ist unser gnadigster Ambther und gewessener Weybischoff Graff Carl Aloysius Königseg-Aulendorf-Stauffen[409] im Herrn entschlaffen, den 29. seind die Exequien hier in der Pfahr gehalten worden und ministriert, an selben Tag haben sie auch anfangen zu leuthen von 11 bist 12 drey Täg lang.

Zweites Autograf

<509> [1r] Anno 1750, den 8. Januarii, Donnerstag, nachtmittagß umb 4 Uhren bin ich auff Michael Arnoltsweilers Platz von Herrn Bürgermeistern Braun, Herren Scheffen Schullmeister, Häring, Schültgen, Umblauff, Hügo, nota bene: und Boß[410] abfuit – und Herren Rathsverwanten Schimmelpfenning abfuit, Schmitz, Santh, Aldenhoven, Assenmächer, nota bene: und Flehn abfuit zum Rath auff- und angenohmen worden, wobey ich gleich 4 Maassen Wein hab müssen zahlen ad 80 Stüber und jedem Herrn ein Weißbroth, wie auch hernacher jedem Herrn für ihre Praesentz ein Dahler. Gott gebe mir alles, was mir dienlich und ersprießlich sey!

<510> Den 11. Januarii [1750] ist Jacob Worringen mit einem Sohn nomen nescio zum Bürger erwöhlt worden und hatt müssen zahlen 7 Reichstahler und 8 Dahler für 16 Massen Wein, Weißbrott jedes per 1 Stuber.

<511> Nota bene: Eodem [11. Januar 1750] Wilhelm Santh gesagt, das Johannes Georgen Schimmelpfenning wegen Simpels-Rechnung der Statt noch schüldig ist ad 200 und etliche 60 Gülden.

<512> Den 23. Januarii [1750], freydagmorgens 9 Uhren ist auffm Rathhauß fürgelesen worden das ambtherrliche Befehl wegen quartaliter Geniessung jede Pershon aus Majestrat 1 Dahler[411], item auch wegen Verbott des Charten Spills unter Straff 4 Goldgulden, auch den Schein vom Nolten wegen des Fehr-Pfachtß und wegen der Dörn auszurupffen und die Kuhe-Weith auffm Grienth umbzubawen. Nachmittagß 3 Uhren ist von Majestrat das alte Archivium oder die Eiche-Kist und das abgehawene Lindenholtz plus offerenti verkaufft worden, in absentia Herrn Böß, Scheffen, Schmitz et Flehn, Rathsverwanten.

<513> Mitwoch, den 28. Januarii [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß wegen des Herrn Nolten[412] seines Rheinfehrs und dessen ruckständigen Pfachtß, wobey beschlossen, das Herr Gerichtschreiber Schullmeister und Herr Aldenhoven als Deputati zum gnädigsten Ambtherrn gehen sollen.[413]

<514> Eodem wegen des Rückstants des Juden Abrahams Levi, so beschlossen, das er soll geben 14 Dahler Coranth und dem Stattdiener ½ Dahler.

<515> Anno 1750, den 31. Januarii ist auffm Rathhauß Bürgergeding gehalten worden wegen des von Petern Nolten für 16 Monathen gefachteten Rhein-Fehrs, wobey aber er, Nolten, und Henrig Stattfelt sich mit Reden ausgelassen und öffentlich ausgesagt, das die gantze Majestrat das Stattgelt däten unter sich theilen und getheilet hetten, worüber aber die sämbtliche Majestrat sich sehr wegen der Unwarheit beschwäret gefunden und hierüber beym gnädigen Ambtherrn und beym hochwürdigen Thumb-Capitul sich beklaget mit Begehren eines öffentlichen Widerruff und Satisfaction, wobey die sämbtliche Majestrat sich unterschrieben hatt.

<516> Item ist auch fürgetragen worden wegen eines newen Felt-Pförtener, wegen eines newen Kuhe-Hiertens, Rinderhirtens und Schweinshirtens und eines newen Scheffens anzunehmen, in absentia Herren Bös, Scheffen, Schimmelpfenning, Schmitz et Flehn.

<517> 1750, den 3. Februarii ist auffm Rathhauß das Rhein-Fehr plus offerenti widerumb auffs new verfachtet worden, und ist für einen jährlichen Pfacht ad 46 Reichstahler Species den zwey Gebruderen Wilhelm et Herman Fleischhawer anheim gefallen, welche gemelte Pfächter quataliter den vierten Theill von gemelter Pfacht zahlen sollen und wollen, und haben zum Bürger[414] gestehlt Herrn Controleur Heribert Entenich, und die 2 erste Monathen haben sie umbsönst, und den 1. Aprilis gehen ihre Jahren an.

<518> Den 5. Februarii [1750] ist Conrat Förster bey Ablegung seines Eyts zum Stattpförtner und Kuhehiertens, auch Joseph Stoltzenbach als Schweinshirt, seinen Sohn Davit als Rinderhirt auff- und angenohmen worden.

<519> Den 14. Februarii [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß, und ist beschlossen worden, das Herr Bürgermeister Braun et Rathsverwanter Wilhelm Assenmächer auff Cöllen als Deputati von sämbtlicher Majestrat geschickt, [1v] umb die Sach zwischen Majestrat und dieser Gemeinden, so sich den 31. Januarii jetzigen Jahrs auffm Rathhauß zugetragen[415], dem gnädigen Ambtherrn klagent furzutragen und Satisfaction zu begehren. Auch ist eodem gefunden ein Kauffbrieff wegen der Horremer begehrter Freyheiten, das selbiges Lanth unfrey ist. Eodem Herren Scheffen Umblauff et Rathsverwanten Aldenhoven, Assenmacher et ego jeder ein Prothocoll mit nach Hauß genohmen, umb zu durchlesen.

<520> Ausweisung des Conradi Förster. Den 23. Februarii [1750] ist auffm Rathhauß das ambtherrliche Befehl wegen Stattfelt et Nolten, auch wegen Sancti Andres-Herren zu Horrem liegender Länderey, item auch das Herrn Gerichtschreiber Schullmeister seine 4-jährige Rechnung in acht Dagen Zeit solle ablegen, abgelesen worden, und Herr Bürgermeister Braun et Umblauff umb das Andreae-Process forthzusetzen auff Cöllen geschickt, und weilen Conrath Förster als Stattpförtener und Kuhehiert und Kuhrwächter sich des Nachtß nit woll gehalten, das er die Rungen von den Kahren hinweg genohmen und er die Dieberey soll stöhren und er selbst begangen, derhalben er gleich auf ewig die Statt und Herrschafft verwiesen worden.[416]

<521> Den 27. Februarii [1750] ist Herr Burgermeister Braun et Umblauff auff dem Rathhauß mit ihren zu Cöllen geholten Ordern einkommen, und ist dem Herrn Bürgermeistern befohlen, dem Herrn Hoffrath Beeren ein Salm zu verehren, und vom Herrn Schultheisen Klein die Gravamina wegen Horrem, so er mit nach Fleisten genohmen, widerumb durch einen Expressen abzuholen. Item ist Daniel Bellen als Kuhehiert und Stattpförtner angenohmen worden. Nota bene: Eodem ist auch beschlossen worden, das keiner mehr hinführo aus der Rathsstube, was beschlossen worden, etwas forth sagen soll unter willkühriger Straff.

<522> Den 2. Martii [1750] seint auff dem Rathhauß die Gravamina vom Herrn Schultheisen Klein von Fleisten geholt wegen Horremer Wachten bey den Deliquenten einkommen und die Injurien wegen Stattfelts Bescheith, wie auch dem Flehn sein petitum punctatim beantwortet, und Herrn Bürgermeister Braun mit Herrn Rathsverwanten Aldenhoven als Deputati dieß beym gnädigsten Ambtherrn zu verantworten auff Cöllen geschickt.

<523> Eodem [2. März 1750] hatt Herr Bürgermeister Braun et Herr Gerichtschreiber Schullmeister und ich das Tüppenbeckers[417]-Gärtgen an seinem Hauß besehen, und ihnnen die Fuhr angewiesen, und den 30. Aprilis ist selbiges Gärtgen dem Caspar Bungartz[418] für einen jährlichen halben Reichstahler Pfacht verpfachtet worden.

<524> Den 5. Martii [1750] hatt Herr Bürgermeister Braun und ich die Befelcher von Ihro Churfürstlicher Durchleucht wegen des Verbotts, das kein Branth , noch Bawholtz mehr aus dem Lanth solle geführt werden und auch in Cöllen kein Holtz solle gefahren werden, auffgebrochen.[419]

<525> Den 31. Mertz [1750] ist dem Herrn Bürgermeistern Braun auffm Rathhauß die Lanthdagß Vollmacht-gegeben[420], und der Mäurer Joseph Mettman zum Bürger gemacht, so in toto 6 Reichstahler Species gegeben, wovon 2 Reichstahler pro communitate abgehen. Item: Auch ist Christian Gewer zum Bürger creeret worden mit Gebung 8 Reichstahler Species et 3 Viertel Wein pro Maaß 20 Stuber, wovon 2 Reichstahler pro urbe abgehen. Item ist außgemacht, das Herr Bürgermeister Braun und Herr Gerichtschreiber Schullmeister am 1. Aprill wegen der Limitten-Stein auff Dormagen sollen gehen und mit dasigen Scheffen zu reden, wan selbige sollen gesetzt werden.

<526> [2r] Den 1. Aprilis [1750] ist auffm Rathhauß beschlossen, das Herr Bürgermeister Braun et Herr Gerichtschreiber Schullmeister et Herren Rathsverwanten Henrig Schmitz et Wilhelm Assenmächer den 2ten Aprilis auff Knechtstäden sollen gehen und alda den Vergleich machen wegen der Freyheiten oder Process der Horremer Höfen, welchen Vergleich an gemeltem Dag aber nit getroffen worden.

<527> Kalbsbrahden. Den 3. Aprilis [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß, und ist des Lamberten Flehn sein Bescheit oder dessen Supplique vorgelesen, und Herr Bürgermeister Braun seine Schüldigkeit wegen am 31. Mertz empfangener Vollmacht mit 4 Viertel Wein pro Maaß ad 1 Gulden und jeden 2 Albus Weißbrott und 1 Kalbsbrahten alles gutt gemacht und im Frieden verzehrt worden.

<528> Den 8. Aprilis [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß, als Herr Gerichtschreiber seine Bürgermeisters-Rechnung abstatten wollen, wobey dem Herrn Gerichtschreiber gesagt worden, das er die Saxigotische Beletter und mit etlichen Einwöhner eine Richtigkeit machen soll und selbiges beybringen, wobey auch eodem dito Lambert Flehn und Hendrig Stattfelt sich mit Gewalt haben beysetzen wollen, selbige Rechnung anzuhören, welches ihnnen beyden mit Gnaden abgeschlagen und abgewiesen worden seint. Postea Herr Gerichtschreiber von seinem eigenen Bier 2 Krüg voll holen lassen, so auch consumirt worden im Frieden.

<529> Den 20. Aprilis [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß, als die Ordenbacher hier gewesen wegen der Beletter, wobey aber gleich 2 Frawen von der Ordenbach zahlt haben.[421]

<530> Den 22. Aprilis [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß, als Herr Gerichtschreiber Schullmeister seine Rechnung hatt wollen thuen in praesentia deren Herren Scheffen Schullmeister als Rechner und Herren Häring, Hügo et Boß und Herren Rathsverwanten Schimmelpfenning et Aldenhoven et ego und Gemeinsmänner, als Munchrath, Bungartz et Lieb. Und weilen nit alle zugegen waren, derhalben nichtß vollzogen oder angefangen worden.

<531> Nota bene: Den 28. Aprilis [1750] hat Herr Bürgermeister Schullmeister seine erste Simpels-Rechnung gehalten. Den 29. Aprilis hatt Herr Bürgermeister Schullmeister seine 2te Simpels-Rechnung gehalten.

<532> Eodem [29. April 1750] hatt Herr Bürgermeister Braun sein Simpels-Rechnung vom Jahr 1749 in [17]50 gehalten.

<533> Den 30. Aprilis [1750] hatt Herr Bürgermeister Schullmeister seine 3te Simpels-Rechnung vom Hagelschlag halten wollen, und weilen dieß nit hatt geschehen können, so hatt Herr Bürgermeister Lambertus Braun seine Statt-Rechnung gehalten, und ist 1054 Gulden 10 Albus 3 Heller schüldig blieben der Statt.

<534> 1750, den 3. Mey ist der Herr Bürgermeister Lambertum Braun von sämbtlicher Majestrat einhällig vereinbahret zum newen Bürgermeistern widerumb erwöhlet und confirmirt worden ohne die 7 Stimmen der Bürgerschafft.

<535> Nota bene: 1750, den 23. Februarii ist Herr Bürgermeister Braun et Herr Scheffen Umblauff zum zeitlichen gnädigen Ambtherrn Graff von Königseeg wegen des vor der Rhein-Pforten stehenden Zaun auff der Gemeinden geschickt worden und sich in Nahmen der Statt darüber beschwärt, so hatt gleich ein gnädiger Ambtherr gesagt, dieser Zaun soll keinem Bürger einmahl schätlich sein, sondern die Bürgerschafft solle die eingezäunde Platz allezeit brauchen wie vorhin, wie auch prothocollirt ist worden.

<536> Nota bene: Den 3. Junii [1750] fuit Congregatio, wobey ich als zeitlicher Offerman geklagt, das etliche aus der Gemeinden mir das Offerbrott weigeren. Derhalben sämbtliche Herren Scheffen und Rath mir ein schrifftlich Bescheit gegeben, das jeder mir sölches Brott verschült ist zu geben. Item ist vorkommen, das keiner mehr für die Juden solle Krauth holen, item, das kein Viehe auff den Diech wegen der geposten junger Bäum solle getrieben oder gehürt werden, wobey 3 Viertel Weins et jedem 8 Hellers Weisbrötgen verzehrt worden, in praesentia Herrn Bürgermeister Braun, Herrn Gerichtschreiber Schullmeister, Häring, Schültgen, Umblauff et Hügo als Scheffen, und dan als Rathsverwanten Schimmelpfenning, Schmitz, Aldenhofen, Assenmächer et Schwieren, in absentia Herrn Scheffen Böß et Rathsverwanten Santh, nota bene: et Flehn. Eodem ist dennen Stürtzelberger Mitbürger verbotten worden die Auffbehaltung des verwiesenen Conradi Förster[422], und dieses ist dasigem Schullmeister schrifftlich zugeschickt worden.

<537> [2v] Anno 1750, den 11. Junii hatt Herr Bürgermeister Braun Bürgergeding gehalten, und ist die Weith und Schweith ausgemacht worden wie von alters, und das zukünfftig [17]51ten Jahr die Rindertrifft langß die Schinners-Kuhl über die Gewang bis auff die Heith gehen soll, in praesentia gantzer Majestrat, absque Boß et Flehn.

<538> Den 15. Junii [1750] fuit Congregatio, wobey Henrig Assenmächer, Melchior Bock et Henrig Berrendorff[423] citirt worden wegen Enthaltung meines Offerbrotts, wobey er, Assenmächer, mich zimlicher Massen offt geschant ein Lügener, ein verwegener Gast, ein frecher Kerl, auch offt außgesagt, mein Vatter seehlig[424] hette seinen Bruder Wilhelmum tractiret wie ein Schinner. Nota bene: Und weilen Herr Gerichtschreiber mein gegebenen Befehl mit diesen Wörteren unterschrieben: "quoram nomine subscripsit Johannes Peter Schullmeister, Stattschreiber", derhalben befragt worden, ob ihn dieß Befehl nit anginge, worauff er geantwort: Nein, dan er hilte sich daraus, dieses hette er aus Commission geschrieben der Herren Scheffen und Rath.

<539> Den 5. Julii [1750] fuit Congregatio, und ist des Herrn Gerichtschreibers Befehl vom gnädigen Ambtherrn, das er, Gerichtschreiber, seine Rechnungen in acht Dagen Zeit halten soll, auch den Bescheit vom Nolten und Stattfelt, auch vom Flehn abgelesen und beantwortet worden.

<540> Den 16. Augusti [1750] fuit Congregatio wegen des Jacobi Worringen gemeinter Freyheiten des Weggelts, item auch wegen der bösen Stierochssen abzuschaffen und 3 brauchbare Ochssen unter die Herth durch zeitlichen Herrn Capellan angeschafft werden sollen[425], wobey im Grönenwalt 12 Quarten Weins und 13 Stübers Brötger seint verzehrt worden, in absentia Herren Scheffen Boß et Rathsverwanten Flehn.

<541> Den 4. Septembris [1750] fuit Congregatio, wobey Christian Aldenhoven geklagt, das der Herr Capellan ihme den 26. Augusti seinen auffm Felt stehenden Kappes mit gnugsahmen Manschafft sub titulo als Zehenden hinweggenohmen, worauff beschlossen, das 10ten dito Bürgergeding soll gehalten werden, und Herr Bürgermeister Braun et Scheffen Häring und Rathsverwanten Schimmelpfenning zum Herrn Capellan geschickt worden und befragt, unter was fürm Schein er sölches getahn, so hatt Herr Capellan nomine Placidus Thomas geantworth, er hätte ihre Reden gehört.

<542> Den 10. Septembris [1750], nachmittagß umb 1 Uhr ist Bürgergeding gehalten worden, wobey Herr Bürgermeister Braun furgetragen, ob die Abtey Brawweiler wegen Geniessung ihres Zehndens in hiesigem Zonser Felt nit verschült wäre, 3 Ohssen, Bier, Rotheych, Bloch, Leimkauhl und Zehnessen zu halten, worauff Scheffen und Rath, forth anwesende Gemeinde auffm Rathhauß geantwort, das Majestrat es mit der Schärffe angreiffen solle, in absentia Herrn Gerichtschreibers Schullmeisters, so geklagt, er wäre lahm, et Scheffen Böß et Flehn. Aus den gemeinen Bürgeren seint gegenwärtig gewesen auffm Rath beym gemelten Bürgergeding als nemblich: Wilhelm Lierfelt, Johannes Eichhorn, Johannes Hann, Mathaeus Heineman, Joseph Homan, Johannes Esser, Wilhelm Scheuß, Paulus Deutz, Gerart Rodekirchen, Henrig Bürgell, Johannes Steigerman, Michael Schmitz, Christian Aldenhoven, Johannes Güßgen, Johannes Müllenberg.

<543> Visitatio Caminorum. Den 26. Septembris [1750] seint die Schorrenstein durch die Statt visitirt worden durch Herrn Bürgermeistern Braun, Herrn Gerichtschreiber, Scheffen Umblauff et Schültgen, Rathsverwanteren Schimmelpfenning et Schwieren. Weilen ein Quartal vergessen, derhalben Herr Bürgermeister jetzt mit tubbelter Manschafft die Visitation gehalten.

<544> [3r] Acies-Verpfachtung. Den 1. Octobris [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß, alwo der Herr Scheffen Schültgen et Rathsverwanter Aldenhoven ihre Acies-Rechnung gehalten, und Frans Schullmeister sein Weggelts-Pfacht zahlt, und Frans Schullmeister pro hoc anno die Acies und auch das Weggelt dieß Jahr gepfacht, die Acies fur 96 Reichstahler und Weggelt fur 46 Gülden. Auch ist eodem dito der Herr Scheffen Schültgen und Rathsverwanter Schmitz per plurima vota zum newe Fleischbeseheren creiret worden, wobey 4 Viertel Weins und für 16 Groschen Weisbrott mit etlichen Pfunt Holländischen Käß seint verzehret worden. Nota bene: Und des Abents ist der Herr Bürgermeister geschlagen worden.[426]

<545> Den 10. Octobris [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß wegen Johannis Esser et Gerardi Jungbluths ihres Rückstants des Pfachtß vom Fehr, wobey der Herr Hoffrath Beeren dem Herrn Gerichtschreibern befohlen vorzutragen, das wir den Lamberten Flehn widerumb solten annehmen, und er, Flehn, durch den Stattdiener beruffen worden, erscheinent sagent mit Hanttastung, das er von der Magistrat anders nichtß wüste als alle Ehren und Gutt, auch hatt Herr Hoffrath Beeren gesagt selbst, das der gnädiger Ambtherr däte begehren, das die gantze Magistrat in den Wirthshäuseren sich von den gemeinen Bürgeren däte enthalten und für sich allein halten solten, in absentia Herren Braun et Assenmächer, und er, Flehn, sein Tractament versprochen zu halten oder zu geben.

<546> Den 22. Octobris [1750] fuit Congregatio, wobey Herr Bürgermeister schrifftlich ingeschickt, das der Herr Flehn kein Kauffman der Kohlen und auch selbsten messen soll, auch, das sie, Mödder, 8 Heller von jeder Keuffen nehmen zu messen, welches zu vill ist, auch das Befehl wegen Johannis Esser wegen des gehabten Rein-Fehrs und dessen Rückstants, auch wegen der restierenden Simplen von der Eulen genant, auch ist das Stattkohlsümber auff das Rohrische Kohl-Küfen-Maaß gemacht worden, in absentia Herren Bürgermeister Braun et Scheffen Böß.

<547> 12. Novembris [1750] ist in Herrn Bürgermeisters Brauns Behausung den Brieff vom Procu[ra]tore Eingelgen[427] wegen des Herrn Rensingß[428] Process, so balt in desert gelauffen, eröffnet worden, und dessentwegen Herr Rathsverwanter Assenmächer mit 28 Gulden 18 Albus Gerichtßkösten auff Cöllen geschickt worden.

<548> Den 23. Novembris [1750] fuit Congregatio auffm Rathhauß, alwo des Procuratore Eingelgen sein Schreiben widerumb praesentirt, und müntlich gegen die Herren Scheffen protestirt wegen des Statt-Siegels, derselbe nit dem Gericht, sonderen der Statt zu ist, und in Statts-Afferen die Herren Scheffen obligirt sollen sein, denselbigen ümbsönst auffzutrücken, in absentia Herren Bürgermeister Braun et Schültgen et Böß und Rathsverwanten Santh, wobey etliches Probbier verzehrt worden. Auch ist den Rheinfehrs-Pfachtbrieff und des Rathsverwanten Flehn sein Widerrufung ist prothocollirt worden.

<549> Den 29. Novembris [1750] Congregatio auffm Rathhauß, wobey das Bescheit wegen Nolten et Stattfelt, von Cöllen vom Herrn Hoffrath komment, abgelesen, auch wegen GeneralVisitation vom 9. Octobris ist auch vorgelesen worden, so aber nit vollzogen worden.

<550> Visitatio Caminorum. Den 16. Decembris [1750] seint die Schorrenstein durch die Statt durch Herrn Bürgermeister Braun, Herrn Gerichtschreiber, Laurenz Häring, Scheffen, et Lambert Flehn visitiret worden.[429]

<551> Den 27. Decembris [1750], wobey etlichen Männeren ihre Tauffen-Brieff seint praesentirt worden, und Lambertus Flehn sein Raths-Jura zahlt, jedem 10 Blaffert und 4 Massen Wein und ein Stübers Brötgen, und Herr Bürgermeister auch noch 2 Viertel Wein holen lassen, in absentia Herrn Scheffen Böß, verte folium.[430]

<552> 1751, den 2. Januarii fuit Conventio auffm Rathhauß, wobey die Supplic der newen anstehenden Bürgeren, auch das Bönsche Befehl wegen des Ambtsverwaltern von Hüllichrath wegen der verschossenen 114 Reichstahler 10 Stüber ratione des Vorspannß der Käyserlicher Reuhter, weßwegen Herr Gerichtschreiber auff Cöllen geschickt worden, wie auch das ambtherrliche Befehl ratione der Herren von Knechtstäden vermeinter Freyheit ihres hiesigen Weggelts, worüber Henrig Assenmächer ist abgehört [3v] worden in senatu, so bekant, als er das Weggelt im Pfacht gehabt vor etlichen Jahren, das ihm ohne Widerreth von den Knechtstäten Fuhrleuhten, so das hiesige wachssende Hew zum Behuff des Closter Knechtstäten mit etlichen Wagen geholt, pro Wagen sein gebührliches Weggelt ist gegeben worden.

<553> 1750, den 27. Decembris ist dem Herrn Bürgermeister auffgegeben, dem Abdecker[431] oder salva venia dem Schinner anzusagen lassen, das er auff Verluß seines Geleiths kein Fell oder Fett, noch Haren oder das Geringste von dem gebarsten Viehe solle hier in die Statt bringen.

<554> 1751, den 2ten Januarii hatt Herr Bürgermeister mit etlichen Herren hinten Jut Heumans Hauß die Statt-Mauren besichtiget, wobey befohlen worden auff Herren-Brüchten-Straff, keiner den Dreck oder den Mist hinführo wider die Stattmaur mehr zu werffen. Eodem dito, den 2ten Januarii, ist Petrus Schimmelpfenning widerumb zum Chorwächter angenohmen, und also das den 1. Februarii er soll anfangen, die Chorwacht allein zu halten und auch allein die Jura darab geniessen, welche sönsten die 2 Churwächter zusammen genossen haben.[432]

<555> Den 14. Januarii [1751] fuit auffm Rathhauß Conventio, alwo das ambtherrliche Befehl wegen der 6 newer Bürger zu creeren, item wegen des Fleischhackers, item wegen der Knechtstäder vermeinte Weeggelts-Freyheit, worüber 3 Bevollmächtigte nach Cöllen geschickt worden, ist abgelesen worden, in absentia Herrn Böß, Scheffen.

<556> Den 16. Januarii [1751] fuit auffm Rathhauß Conventio, wobey abgelesen worden das Injuriose-Bescheit vom Nolten und Stattfelt, auch das Bescheit von Bonn wegen der 114 Reichstahler und 10 Stüber, wovon den 2. Januarii ein Bescheith ankommen ist, in absentia Herrn Scheffen Böß. Auch ist gehandelt wegen des Herrn Vicarii von Dormagen[433] seiner hier bey die Wittib Cratz gefleuhteder 2 Kühe, weilen zu Dormagen das Hornviehe also starck verrecket[434], worauff Herr Bürgermeister Braun geantwortet, das Herr Schultheiß die 2 gemelte Kühe wider loßgegeben, frey aus der Statt zu treiben. Auch ist verabrett worden, wan hinführo ein Bescheith vom Nolten und Stattfelt einkombt, so soll der Rathsverwanter Flehn zu Hauß bleiben und nit citiret werden.

<557> Den 26. Januarii [1751] fuit Congregatio auffm Rathhauß, als des Herrn Gerichtschreibers seine Statt- und Accies-Rechnung solte gehalten werden, welches aber nit konte geschehen, bis das er von allem den völligen Empfang mit Praesentirung eigenhändiger deren Accies- und Weeggelts-Collecteren getahner Rechnungen zeigen wird coram omnibus. So ist eodem beym Herrn Aldenhoven fur 12 Stüber Weisbrott und 10 Stuber Brandewein verzehrt worden, facit 22 Stüber, in absentia Herren Scheffen Hügo et Senatorum Schmitz et Schimmelpfenning.

<558> Den 31. Januarii [1751] ist Peter Erasman et Gerart Crapo[435] zum Burger creeret worden, und Erasman gibt in toto 4 ½ Reichstahler et Crapo in toto 4 Reichstahler, in absentia Herren Scheffen Schullmeister et Böß.

<559> Den 11. Februarii [1751] in Conventione ist das Churfürstliche Befehl, das die freye, adeliche, geistliche Höffe sollen angegeben werden, eröffnet worden, auch hatt Johannes Wilhelm Newkirchen sein Bürger-Eyt abgelegt mit Gebung eines Viertel Weins per 1 Reichstahler, in absentia Herren Scheffen Schullmeister, Hügo, Böß et senator Flehn, wobey 8 Quarten Prob Bier gedruncken worden.

Zons und Haus Bürgel um 1735. Tuschzeichnung von Renier Roidkin.

<560> Den 12. Februarii [1751] in Conventione seint die Häuser auffm Stürtzelberg ad 24 und zu Horrem die Häuser ad 12[436] und das Hauß Bürgel und Heckhoff annotirt worden aus Befehl Ihro Churfürstlichen Durchleucht, in absentia Herren Scheffen Schullmeister et Böß, wobey 4 Viertel Wein und 14 Stüber Weisbrott sein verzehrt worden, in praesentia Herrn Schultheißen Mappius.

<561> Den 1. Martii [1751] in Conventione ist das Chürfürstliche Befelch wegen der 114 Reichstahler, so auch den 2. Januarii eins ankommen und abgelesen worden, worauff befohlen, sich zu vergleichen. Auch ist Johannes Hinneman[437] furgewesen, so in der Wachtstuben gesagt, das die [4r] hiesige Magistrat das Gelt alle hilten, worüber er mit einer gringer Straff bestraffet worden. Item Girtrud Jamer, genant Pliesters[438], ist abgehöret worden, weme die Platz, alwo sie gewohnt, als nemblich das Gärtgen hinten Jacobi Lommertz Schewren, rechtmässig zuhörte, worauff sie, Girtrud, gleich geantwort, das Hauß, das darauff gestanden hatt, das hette der Statt zu gehört, und der Grunt däte an hiesige Pfahrkirch jährlich 2 Faß Roggen, in absentia Herren Gerichtschreiber Schullmeister, Hügo et Böß. Item: Auch ist dem Herrn Gerichtschreiber schrifftlich befraget und auffgegeben, in Zeit 8 Dagen seine 4-jährige Stattrechnung ins Rein punctatim per annum zu setzen und abzuführen, wobey 4 Maassen gutt Bier verzehrt und per Herrn Bürgermeistern Braun zahlt worden.

<562> Den 7. Martii [1751] fuit Conventio in Herrn Bürgermeisters Haus, alwo Herren Umblauff et Santh et Assenmächer zum Herrn Gerichtschreiber geschickt worden, umb die Quittungen wegen der Liberantzen und Fürspann der käyserlicher Reuther einzuholen, so sie aber nit empfangen haben, weil des Herrn Gerichtschreibers Fraw[439] nach Cöllen gewesen und er nit wüste, wo selbige wären. Auch ist Herr Bürgermeister Braun et Aldenhoven zu Pfert am 8. dito nach Newkirchen geschickt, umb mit dem Herrn Ambtsverwalteren von Hüllichrath[440] wegen der verschossenen 114 Reichstahler sich zu vergleichen, wobey 9 Massen Bier seint verzehrt und vom Herrn Bürgermeister zahlt worden. Auch ist der Schweins- und Rinderhirt widerumb gemiedet worden.

<563> Den 16. Martii [1751] Conventio auffm Rathhauß, alwo des Gerichtschreibers Schullmeisters vom Herrn Hoffrahten geholten Bescheith, das wir ihm von der Statt-Rechnung sollen abhelffen, ist vorgelesen und den gantzen Morgen seinen Empfang examinirt worden. Item des Nachmittags eodem dito seine Ausgab examinirt worden, wobey des Morgens an Brandewein 4 Albus und Weisbrott 4 Albus und des Nachmittagß im Grönenwalt an Bier 2 Gulden sein verzehrt worden, in absentia Herren Gerichtschreiber et Böß, scabini.

<564> Eberle seine Supplic. Den 5. Aprilis [1751] Conventio, wobey die alte beyde Fehrleuth Johannes Esser und Gerart Jungbluth den Vergleich wegen des Pfachts vom Fehr mit Magistrat getroffen, und Johannes Esser sein Quantum ist gewesen 17 Reichstahler, und ihm ist nachgelassen 2 Reichstahler, ergo soll geben, wie er auch versprochen hatt, 15 Reichstahler[441] und des Herrn Schultheissen seine Dieten. Item Gerardus Jungbluth sein Quantum ist gewesen 23 Reichstahler, so ist ihm nachgelassen 3 Reichstahler, ergo bleibt er schüldig zu zahlen 20 Reichstahler, die welche er, Gerart Jungbluth, gelobt, in 4 Jahren Zeit alle Jahr 1 Pistohl zu zahlen, facit in 4 Jahren 20 Reichstahler. – Item: Auch ist Mathias Führnen examinirt worden, das er sich soll Bürger machen, welcher sich keineswegß wolte einstellen. – Nota bene: Auch ist des Christiani Sahls Eythumb nomine Ebeler[442] sein Supplique wegen der hiesiger Schullen praesentirt worden[443] in praesentia Herrn Schultheisen Mappius, Herren Bürgermeister Braun, Schullmeister, Häring, Umblauff, Schültgen, Scheffen, et Santh, Aldenhofen, Assenmächer, Flehn, Schwieren als Rathsverwanten. Und ist hernacher eodem die acceptirt worden gemelte Supplique, in praesentia Herren Schultheisen, Bürgermeister Braun, Scheffen Häring et Schültgen und Rathßverwanten Santh, Aldenhofen et Assenmächer. Die übrige hier gemelte praesentes seint abgegangen und hinweg gewesen, wobey im Grönenwalt des Abents seint verzehrt worden 8 Massen Bier.

<565> Den 12. Aprilis [1751] ist Herr Bürgermeister Braun die Lantdagß-Vollmacht gegeben, und ist verzehrt worden 6 Viertel Wein, 2 kleiner Brahden, jederm ein Stübers Brötgen et 2 Ostereyer. Eodem ist der Christian Schieffer zum Bürger creeret worden und hatt in toto zahlen müssen 4 Reichstahler Species, und einen ledern Eymer in natura hergeben soll in Zeit von 3 Wochen.

<566> Bürgergeding. Den 17. Aprilis [1751] ist von gantzer Magistrat die Kuhetrifft über die Schinnerskuhl über die Gewang bis auff den Eichelskampffs-Patt mit Reiser ausgesteckt [4v] worden über brach und besähnt Lanth, in praesentia Herren Scheffen Schullmeister, Häring, Schültgen et Hügo, Herren Rathsverwanten Schimmelpfenning, Schmitz, Aldenhoven, Assenmächer, Flehn et Schwieren. Und des Nachmittagß am Abent im Grönewalt etliche Massen Bier verzehrt worden, und desfahls am 19ten dito ist Bürgergeding gehalten und sämbtlicher Bürgerschafft sölches fürgehalten und fürgelesen worden. Und weilen nota bene: unser zeitlicher Herr Pastor ist angereitzt worden, weilen gemelte Trifft durch seinen Wintersahm gehet, sölches nit zuzulassen, darwider protestirt, so ist Scheffen und Rath eodem, den 19ten, am Abent in Herrn Gerichtschreibers Hauß beysammen gewesen. So ist beschlossen worden, die Trifft soll gehen, wie sie ausgesteckt ist, und des anderen Dagß soll der Hiert dahin treiben sicut factum est, in praesentia Herren Scheffen Häring, Schullmeister, Schültgen, Hügo, Rathßverwanten Schmitz, Aldenhoven, Assenmächer, Flehn et ego.

<567> Den 27. Aprilis [1751] fuit Conventio auffm Rathhauß wegen Herrn Schullmeisters seiner Rechnung. Weilen aber wenig zugegen gewesen, derhalben ist dieselbe Rechnung auffgeschoben worden, und gleich beym Aldenhoven etlichen Brandenwein mit jedem 8 Hellers Weisbrott verzehrt worden.[444]

<568> Visitatio Caminorum. Den 28. [April 1751] ist Schorrensteins-Visitation in Zonß gehalten worden per Dominos Scheffen Böß, cujus loco ivit Schültgen, et Henrig Schmitz, in absentia Herrn Bürgermeistern Braun.

<569> Den 7. Maii [1751] fuit Conventio, und ist das Bescheit wegen des gehabten Rheinfehrs des Nolten, wie auch das Bescheit und mit nominirten Gezeugen wegen des Weggelts vermeinter Freyheiten der Abtey Knechtstäten abgelesen worden, und das Bescheit von Knechtstäten ist beantwortet worden.

<570> Den 14. Maii [1751] ist dem Herrn Gerichtschreiber Schullmeister seine 4-jährige Bürgermeisters Rechnung abgehört worden, und ist Herr Rechner Schullmeister der Statt schüldig verbleiben 1487 Gülden 14 Albus 9 Heller.[445] Item: Wobey auch der Herr Bürgermeister Umblauff seine von etlichen Jahren her gestandene Rechnung wegen der frantzosichssen Liberantzen und die darabempfangene Gelder berechnet und abgelegt, coram omnibus excepto Lamberto Braun, wobey Herr Gerichtschreiber 4 Viertel Wein zahlen müssen.

<571> Propter Nolten et Besehung der Felder. Den 5. Junii [1751] fuit Conventio, und ist des Noltens Bescheit wegen des Rheinfehrs wie auch das Zeugnus wegen der Besichtigung der Äcker und Wiesen von den zweyen unparteyischen Scheffen abgelesen, auch wegen der newer Klocken zu giesen und desfahls Bürgergeding zu halten, verabhandelt worden, coram omnibus exceptis Scheffen Braun et Boß und Rathsverwanter Assenmächer.

<572> Bürgergeding. Den 8. Junii [1751] fuit commune consilium in curia oder Bürgergeding, alwo dem Herrn Bürgermeister Umblauff auffgegeben worden, das er dem Herrn Sacellano Placido Thomas soll sagen, das er 3 Ochssen bey die Heerde soll schaffen oder er soll keinen Zehnden haben. Auch ist die Viehetrifft abgelesen worden, sönderlich aber von der fürderster Heyden bis auff die hinderste Heyt. Item wegen der newer Glocken zu giessen und deßfahls eine algemeine Umblag zu machen, auch wegen der 114 Reichstahler, so vom Herrn Ambtsverwalter Colvenbach seint verschossen worden. Dieß ist alles abgehandelt worden coram omnibus exceptis Scheffen Haering et Böß et Rathsherrn Santh.

<573> Wegen Capitul St. Andreae. Den 23. Junii [1751] fuit Conventio in curia, alwo etliche Landerey vom Capitul Sancti Andreae seint nachgesucht worden, aber vergeblich, in praesentia Herrn Schulteiß Mappius et in absentia Herrn Scheffen Braun et Rathsherren Santh et Aldenhofen.

<574> Den 6. Julii [1751] fuit in curia Conventio, wobey dem Herrn Bürgermeister Umblauff auffgegeben worden, das er 100 Reichstahler nahments der Statt soll auffnehmen und die zersprungene Klock wider vergiessen und die Strassen hier in der Statt [5r] visitiren und ausbesseren lassen. Auch hatt Herr Bürgermeister refirirt, was die Lantstänt, so am 4ten dito dieses alhier die Besichtigung wegen der Wasser-Deichen gehalten, gesagt haben, Responsum: Sie sollen gemacht werden; in absentia senatoris Santh.

<575> Accort der Klocken. Den 11. Julii 1751 ist in Conventione auffm Rathhauß den Accort wegen Giessung der newer Glocken getroffen worden, und soll der Glockengiesser Joannes Fucks darab verdienen 62 Reichstahler, und 1 Reichstahler fur die Knechten, dessen muß der Meister sie aus und in den Thurn liefferen. So ist dernacher im Grönenwalt verzehrt worden 17 Maassen Wein und 16 Stübers Brötger et 10 Stüber Britzelen, wovon aber der Glockengiesser gleich 4 Maassen Wein bezahlt, ergo so bleiben 13 Maassen zu bezahlen, in praesentia der gantzer Majestrat und des Glockengiessers. Die alte Glock ist schwär 1106 Pfunt, die newe Klock ist schwer 1243 ½ Pfunt.[446]

<576> Propter Kolvenbach. Zahlung des Fürspanns. Den 18. Julii [1751] fuit Congregatio in Herrn Bürgermeisters Hauß, alwo die Brieff und auch die Rechnung des Ambtsverwaltern Kolvenbachß seint eröffnet und examinirt worden, das am 22. hujus die Gelder wegen des Vorspann der käyserlicher Reuter in Newkirchen sub executione sollen erlegt werden, worüber den Stürtzelberger und Horremer ein Recess zugeschickt worden, damit sie ihr Empfangnus-Quantum widerumb obrück und heraus geben sollen, wobey Zonß 44 Reichstahler, Stürtzelberg 12 Reichstahler und Horrem 10 Reichstahler herausgegeben und zahlen müssen.

<577> Visitatio Caminorum. Den 16. Augusti [1751] seint die Schorrenstein visitirt worden per Herren Bürgermeistern Umblauff, Gerichtschreibern, Scheffen Hügo, Senatorem Santh.

<578> Auffkündigung des Capitals. Den 22. [August 1751] fuit Conventio in curia vel in senaculo, worin dem Herrn Bürgermeistern ein Extract aus dem Prothocoll wegen des Weeggelts gegen die Abtey Knechtstäden ist gegeben worden, wie auch ein Zeugnus oder Specification des erlittenen Wasserschadens, welchen in die General-Convention soll ingeliebert werden. Und Herr Bürgermeister den 23. auff Cöllen gemarschieret, selbige Sachen einzulieberen, in absentia Scheffen Häring, Braun et Böß. Und wie auch im Lämbgen auff der Breider Strassen das Capitall sambt den Interessen auffzukündigen, das selbiges wider obrück soll gelegt werden.

<579> Den 26. Augusti [1751] hatt Herr Bürgermeister Umblauff und ich das Protocollum wegen des Weggelts vom Rathhauß geholt und dem Herrn Gerichtschreiber ins Hauß getragen, weilen den Extract des Weggelts wegen des Closter Knechstäden den 22. dito nit recht geschrieben gewesen und derhalben auffs new soll und mus geschrieben werden.

<580> Zahlung der Klocken. Den 28. [August 1751] fuit Conventio in domo Consulis, wobey dem Glockengiesser 50 Reichstahler und 60 Albus seint bezahlt worden, in praesentia Herren Bürgermeister Umblauff, Schültgen et Braun, Scheffen, und Schmitz, Assenmächer, Flehn et Schwieren, Senatores, wobey den Brandewein ist verzehrt worden.

<581> Den 31. Augusti [1751] hatt Herr Bürgermeister, Senator Schmitz et ego das am 26ten dito geholtes Protocollum widerumb auffs Rathhauß geliebert und noch ein anderes vom Jahr 1736 geholt und dem Herrn Gerichtschreiber ins Hauß geliebert. Und selbiges Protocollum ist den 6. Septembris 1751 wider ad locum unde geliebert worden.

<582> Descriptio des Empfangß et Ausgaab. Wegen einer Haußplatz Mathiae Klauth. Den 6. Septembris [1751] fuit Conventio in senaculo, wobey der gnädige Ambtherr durch Herrn Schultheiß Mappius alle Ausgaben und gantzer Empfang schrifftlich gefordert, wie ihme auch gegeben worden. Item ist auch dem Mathiae Klauth eine unbebawte Haußplatz bewilliget worden zu bebawen, worüber er der Magistrat eine Supplicque eingeliebert, in absentia Domini Scabini Böß et Senatorum Santh et Flehn.

<583> [5v] Descriptio aller Restanten-Gelder. 1751, den 7. Septembris seint auffm Rathhauß alle Restanten ausgeschrieben und dem gnädigen Ambtherrn eingeliebert worden, coram Bürgermeister Umblauff et Scheffen Braun und Rathsverwanten Assenmächer et ego.

<584> Den 8. Septembris [1751] ist in domo Consulis in praesentia Consulis et Scabini Hugo et ego den Brieff wegen der Auffkündigung des Capitals im Lämbgen auff der Breider Strasse eropffenet worden.

<585> Peter Esser et Wimmar Schmitz Bürgereyt abgelegt. Den 21. Septembris [1751] fuit Conventio in senaculo, worin Peter Esser für sein Bürgerrecht zahlt 4 ½ Reichstahler, und Wimmar Schmitz aber zahlt 5 Reichstahler, und beyde ihren Eyt gleich abgelegt, und die übrige haben Ausstant bekommen bis Martini-Dag [11. November]. Eodem ist Peter Schimmelpfenning beruffen und ihme gesagt worden, das er des Nachtß nit mehr soll predigen und wie er soll blasen und ruffen, worüber er sich sehr empört, in absentia Herrn Gerichtschreibers et Senatoris Schmitz, welche doch alle beyde ihre Praesentz bekommen.

<586> Accies- et Weeggelts-Verpfachtung. Den 1. Octobris [1751] fuit Congregatio in curia, alwo Frans Schullmeister sein Rechnung wegen gehabter Accies abgelegt und desfahls er der Statt noch schüldig bleiben 31 Reichstahler 10 Albus 4 Heller. Und das Weggelt aber hatt er, gemelter Schullmeister, völlig bezahlt und pro futuro hatt die Accies an sich gepfachtet Wilhelmus Assenmächer für 90 Reichstahler, und das Weeggelt hatt gepfachtet Franciscus Schullmeister für 52 Gulden, wobey 3 Viertel Wein, 7 Pfunt holländischen Käß et 14 Stüber Weisbrott verzehrt worden. Nota bene: Auch ist zum newen Fleischbeseheren auserkohren worden die zwey Seniores, als Scheffen Häring und Rathsverwanter Schimmelpfenning, und ist ausgemacht und vereinbahret worden, das die Fleischbesichtigung annue vom den Ältisten bis zu den Jungsten alterniren soll, und welche ihres Besichtigungß-Ambt nit woll vertretten und können überzeugt werden, dieselbige sollen ihre 2 Reichstahler Jura nit allein, sonderen sie sollen auch ein gantzes Jahr vom Rathhauß cassirt sein, in absentia Scheffen Schullmeister, Hügo, Böß et Rathsverwanter Santh.

<587> Den 18. Octobris [1751] fuit Conventio in senaculo, alwo die copeyliche Obligation, auch zugleich den Brieff, wie hoch diese Obligation oder darin gemelte Gelder sich jetzt belauffent, eröffnet worden. Die Obligation lautet auff 431 harter Reichstahler und etliche Stüber. Jetzt belauffet sich selbige Obligation ad 604 Reichstahler und etliche Stuber bey jetzigem Gelt, in praesentia Herren Bürgermeistern, Scheffen Haering, Schültgen et Hugo, Senatorum Santh, Flehn et Schwieren.

<588> Herregeding. Ein newes Schatzbuch. Herrn Brauns Rechnung deren Simplen. Den 25. Octobris [1751] ist auffm Schloß Herren-Geding gehalten worden, wobey des Nachtmittagß Magistrat und etliche Bürger aus Zonß, Stürtzelberg und Nachbahren von Horrem seint citirt worden, und ihnnen angesagt worden, das sie den Deich an der Schinners-Kuhlen et Hagelcreutz und an Sancti Antonii-Hilgenhaußgen halb dienstweis und halb für Gelt verfertigen sollen. Und coram omnibus den 28. erat Conventio in senaculo, alwo die Supplique des hiesigen Wintmüllers[447] und der Beckeren und Brewer und Petri Schimmelpfenning als Churwachter seint abgelesen und beantwortet worden. Et Herren Bürgermeister Umblauff, Scheffen Braun et Senator Aldenhofen zum gnädigen Ambtherrn beruffen worden und mit Herrn Scheffen Sturm von Dormagen den Limitten-Stein auffm Dich hinter der Müllen besichtiget, wobey Magistrat des Abents mit dem Herrn Crippen-Commissario Bilgen im Ancker 8 Massen Wein verzehrt, und in absentia Schullmeister, Boß, Santh et Flehn. Und des anderen Dagß, als den 29. Octobris, haben die Dienst-Kahren und Schüppen-Diensten angefangen, an den Deichen zu arbeiten. Nota bene: Dahe die Zonser und Stürtzelberger allesambt gedienet, so haben die Horremer den 6ten [6r] Novembris das Dienen untersagt und nit dienen wollen. Und den 8ten und 9ten Novembris ist ein newes Schatzbuch gemacht worden, so sich erstrecket ad 295 Gulden 20 Albus 7 Heller, wobey ein Drunck Bier verzehrt worden. Und am 10ten Novembris hatt Herr Bürgermeister Braun seine letzte von 17 Simplen, wie auch die Bürgermeisters- und 3jährige Schatzrechnungen abgehalten, wobey die Statt dem Herrn Rechenern Braun schüldig verbleiben 935 Gulden 21 Albus 9 Heller, facit an Reichstahler, so die Statt schüldig bleib dem Herrn Braun zu zahlen, 280 Reichstahler 2 Gulden 13 Albus 9 Heller, wobey 3 Viertel Wein et 29 Stübers Brötger seint verzehrt worden, coram omnibus excepto Herrn Gerichtschreiber.

<589> Den 15. Novembris [1751] fuit Congregatio, alwo ein Bescheith der Bierbräwer und Befehl der hiesiger Accies ist abgelesen worden, coram omnibus exceptis Ümblauff, Boß et Santh.

<590> Paulus Fischer juravit. 21. Novembris [1751] Congregatio in senatu, alwo der Metzger oder Schlächter Paulus Fischer sein Bürger-Eyt ausgeschworen unentgeltlich, so die Bürgerschafft von unserm gnädigen Ambtherrn geschenckt gratis bekommen, wobey er auch seinen Sohn Johannes Petrus Theodorus in die Bürgerschafft hatt lassen annehmen und einschreiben, derhalben er, Fischer, propter filium gegeben ad libitum eine Recreation als einen Stumpff Brahten, 12 Massen Wein und jedem 2 Stubers Brötger. Und Herr Burgermeister auch noch 2 Massen Wein zahlt und holen lassen, facit 14 Massen Wein.

<591> 30. Novembris [1751] Congregatio in domo consulis, wobey gesagt worden, das wir uns des Herrn Rensings Process wollen abmachen, und das Herr Zolverwalter Hubertus Wiesen das versprochene Gelt ad 160 Reichstahler, so bey dem Capital der Ablegung im Lämbgen in Cöllen zu wenig ware, gantz untersagt, und weiters forth zu treiben, das der Wintmüller eine Waag in die Mühle schaffen solle[448], in absentia Scabinorum Braun et Boß et Senatorum Schmitz et Flehn.

<592> Visitatio Caminorum. In mensa Decembris [1751] fuit Visitatio Caminorum per Dominos sequentes Herrn Bürgermeistern Umblauff, Herrn Gerichtschreiber, Scheffen Häring et Braun, Senatores Aldenhofen et Assemächer. Nota bene: Weilen ein Quartal übergeschlagen, derhalben ist hierbey die Manschafft verdubbelt worden.

<593> 1752. Bürgergeding. Den 22. Februarii ist Bürgergeding gehalten worden, wobey das Bescheith vom hiesigen Müller ist abgelesen worden, et post factum seint wir alle sämblich gegangen und haben dem Matheisen Klauth die auffm Junckers-Platz gelegene Bawplatz angewiesen, so neben dem Düppenbecker ad 20 Fuß breith gelegen. Gleich darauff hatt er, Mathias Klauth, 12 Maassen Wein gegeben, und Herr Bürgermeister 26 Stübers Brötger und 4 Maassen Wein holen lassen, in absentia Herren Scheffen Häring, Schullmeister, Braun et Böß.

<594> Den 27. Februarii [1752], Sondag, fuit Conventio in senaculo, alwo dem Müller seint geschicktes Bescheit wegen der Müllen so woll als auch wegen der Lehnstückeren vermeinter Simpelsfreyheiten ist beantwortet worden, und seint post factum 4 Viertel Wein und für 24 Stüber Weisbroth verzehrt worden, wobey aber die Kohlmüdder ihr jahrliches Quantum zu zahlen haben, und in absentia Herren Scheffen Schültgen et Böß.

<595> Visitatio Caminorum. 1752, den 10. Martii seint die Schornstein visitirt worden per sequentes Dominos Herrn Bürgermeistern Ümblauff, Herrn Gerichtschreiber, Scabinum Hügo et Senatorem Flehn.

<596> 1752, den 3. Aprilis fuit Congregatio in domo Consulis, wobey die durch Herrn Bürgermeistern Umblauff vom Lantdag mitgebrachte Müllenorthnung abgelesen, und ein Stück Käß, ein Butter-Weck, jederem 2 Ostereyer et in toto 30 Stübers Brötger und 12 Massen Wein seint verzehrt worden.

<597> Mathias Führnen den Bürgereyt abgelegt. 1752, den 19. Junii fuit Congregatio in curia, worin dem Bürgermeister Braun versprochen worden, das er in einem Jahr Zeit solle bezahlt werden, was die [6v] Statt ihme schüldig ist. Auch ist Mathias Führnen zum Bürger gratis auffgenohmen worden, und seine Supplique schrifftlich dem gnädigen Herrn beantwortet worden.

<598> 1752, den 4. Augusti fuit Conventio in curia, und Herr Bürgermeister fürbracht ein Schrifft wegen des Knechtstäder Hoff zu Horrem und dessen Hoffß vermeinter Freyheiten, so Herr Bürgermeister beym gnädigen Herrn und hochwürdigen Thumbcapitul melden solle, coram omnibus excepto Senatore Santh.

<599> Accies- et Weggelts-Pfachtung. Den 2. Octobris [1752] fuit Congregatio in senatu, wobey Wilhelmus Assemächer sein gehabte Accies-Rechnung abgelegt, und den Überschuß ad 58 Reichstahler 21 Albus 4 Heller dem Herrn Bürgermeister Braun auff seine an der Statt Foderung gleich zahlt hatt, et pro futuro hatt plus offerenti die Accies an sich gefachtet Mathias Aldenhoven für 96 Reichstahler. Und das Weeggelt hatt an sich geschrieben Christianus Aldenhoven für 67 Gülden, wobey im Ancker 4 Viertel Wein und 40 Stüber Brotger seint verzehrt worden und etliche Pfunt holländischen Käß. Auch ist zum newen Fleischbesichtiger creeret worden Herr Scheffen Schullmeister et Senator Schmitz.

<600> Visitatio Caminorum. Den 4. Septembris [1752] fuit Visitatio Caminorum per Herrn Bürgermeistern Umblauff, Gerichtschreiber, Böß et ego. Et illa Visitatio per Zonß et Stürtzelberg facta est, et jeder accepit 10 Stüber, und der Statt Diener accepit 5 Stüber.

<601> Befehl der Dichen. Den 13. Octobris [1752] fuit Congregatio in senatu, alwo das Chürfürstliche und Thumbcapitularische Befehl abgelesen worden, das sie alle Dichen dienstweiß sollen gemacht werden und alle Jahr solle besichtiget und visitiret werden, und auch alle Jahr vor und nach dem Winder renoviret werden, und der ohne Noth darüber fahret oder reytet oder das Viehe darüber treibt, soll neben ersetztem Schaden mit 5 Goltgulden oder mit dem Stockhauß bestrafft werden[449], in absentia Scabinorum Schültgen et Böß et Senatoris Assemächer.

<602> Den 21. [Oktober 1752] Conventio in senaculo, alwo die Herrn Rensingß Process Sachen seint abgelesen worden. Auch ist ausgemacht, das jede Perschon ex senatu als Obsichter auff dem Dich hinder der Müllen alternative sein solle, und Herr Bürgermeister nit alleinig, damit er sowoll als keiner etwas desfahls zu geniessen hatt, in absentia Herrn Schullmeister, Boß, Scheffen, et Santh et Aldenhoven, Senatorum.

<603> Den 25. Novembris [1752] Congregatio in curia, wobey Herr Scheffen Häring als Commissarius auff dem Deich creeret pro Dag 10 Stüber. Auch ist abgelesen die Supplique von Conrado Förster. Auch ist der Churwächter[450] beruffen worden, so aber nit erscheinen, wobey 2 Viertel Wein und 16 Albus Weißbrott verzehrt worden, in absentia Herren Böß, Scheffen, et Schimmelpfenning, Schmitz, Santh, Assemächer, Flehn. Und ich bin in senatu gewesen, und bey dem Drincken bin ich hinweg gewesen.

<604> Visitatio Caminorum. Den 22. Decembris [1752] fuit Visitatio Caminorum per Herrn Bürgermeistern Ümblauff, Herren Gerichtschreiber, Scabinum Haering et Senatorem Schimmelpfenning.

<605> 1753. Hendrig Schiffer, Michael Flick, Wilhelm Esser, Johannes Peter Peters den Bürgereith abgelegt. Den 21. Januarii 1753 Henrig Schiffer sein Bürgelt zahlt 5 Reichstahler, Michael Flick auch 5 Reichstahler, Wilhelm Esser 6 Reichstahler und Johannes Petrus Peters 6 Reichstahler, und gleich ihren Bürgereyt ausgeschworen, wobey 4 Viertel Wein und 30 Stübers Brötger geholt worden. Hiervon zahlt der Schimmelpfenning für seinen Kohlmüthers Eyt 4 Maassen und Flehn et Vidua Schullmeisters[451] jeder ein Dahler Species.

<606> Den 4. Martii [1753] fuit Congregatio in curia, alwo 3 Viertel Wein und 15 Stübers Brötger verzehrt. Nota bene: Und den 5. dito seint 4 Viertel Wein, wovon aber 2 Viertel abgehen wegen gegebener Volmacht des Lanttagß, ergo bleibt zu zahlen 2 Viertel Wein, und 22 Stüber Weisbrott verzehrt worden.

<607> [7r] Visitatio Caminorum. Den 28. Martii [1753] fuit Visitatio Caminorum per Herren Vice-Bürgermeistern Braun, Gerichtschreibern, Scabinum Schültgen et Senatorem Henrig Schmitz.

<608> Churwächter. Den 29. Martii [1753] fuit Conventio in senaculo, wobey der Davit[452] und der Rinderhirt Johannes Klein als Churwächter angenohmen seint worden, und per Dominum Consulem Braun das Bescheith des newen Hamecher zum Bürger zu creeren praesentirt worden, in absentia Herrn Scabini Böß et Senatorum Schimmelpfenning et Santh.

<609> Den 8. Aprilis [1753] Conventio in senaculo, wobey die 6 Simplen zu heben, so Palmdag [15. April] fellig werden, zum Collector Herr Scheffen Braun ist angesetzt worden, und den Brieff wegen des Fehrs Process mit dem Nolten abgelessen. Auch ist der Christinae Webers[453] das neben dem Rathhauß ligenden Häußgen ad 6 stätige Jahren zu dreyen auffzukundigen für 3 Reichstahler Species termino 1ma Maii zu zahlen schüldig verpfachtet worden, mit der Condition, das sie auch wachten soll, in absentia Scheffen Ümblauff et Boß und Senatoris Assemächer.

<610> Den 19. Maii [1753] fuit Conventio in senatu, alwo Herr Bürgermeister Schullmeister das Befehl gelesen, das die Abtey Knechtstäden wegen des Weeggelts-Process mussen haben 104 Reichstahler und 28 Albus, und dem Herrn Bürgermeister angetragen worden, nach der Abtey zu gehen und umb Ausstant zu begehren, in absentia Scabinorum Umblauff, Hügo et Boß et Senatorum Schmitz et Santh.

<611> Den 25. Junii [1753] fuit Conventio in curia, alwo ein Schrifft von Petro Nolten abgelesen, das die Statt ihm wegen seines Bürgermeisters-Rückstant noch schüldig blieben, und selbe pro hac vice, weil zu vill absentes ware, nit beantwort. Auch ist abgelesen die Klag-Schrifft vom Churwächter Schimmelpfenning, so er vom gnädigen Ambtherrn der Majestrat zugeschickt, und ist selbe beantwort, in praesentia Herren Bürgermeister Schullmeister, Scabinorum Schültgen, Häring, Ümblauff, Hügo et Senatorum Schimmelpfenning, Aldenhoven, Flehn et Schwieren. Gleich darauff ist beym Aldenhoven consumirt 10 Albus Brandewein et 4 Stüber Weisbrott. Und das Gegen-Bericht soll der Stattdiener auff Cöllen dragen, weil Herr Bürgermeister unvermögent ist.

<612> Den 26. Julii [1753] fuit Conventio in curia, wobey Herr Bürgermeister das Petitum des Hendrig Thünninger seines begehrten Bürgerrechtß abgelesen, und dem Herrn Bürgermeistern aufferlegt, das er gemelten Thünninger, Zanders[454] et Wasser[455] zusammen ineinander ihr consensum schliessen soll, in absentia Herren Scheffen Braun et Hügo et Senatoris Flehn.

<613> Den 5. Septembris [1753] fuit Congregatio in senaculo, und hatt Herr Schultheis den begehrten Vergleich wegen Peter Noltens fürgelesen, und Senator Assemächer eine Klagschrifft eingeliebert gegen den Flehn als Kohlmühdder, coram Domino Praetore et omnibus.

<614> Den 30. Septembris [1753] hatt Herr Praelath von Brawweiler[456] der Magestrath ein Drunck Wein ad ¼ Ahm gegeben, wobey 32 Stübers Brötger und 16 ¾ Pfunt holländischen Käß geholt. Nota bene: Der Käß und 300 Baumnüß ist halb verwahret bis auff morgen in festo Remigii, coram omnibus.

<615> Visitatio Caminorum. Den 1. Octobris [1753] fuit Visitatio Caminorum per Herren Bürgermeistern, Scabinos Umblauff, Braun et Senatores Santh et Aldenhoven. Nota bene: Weil ein Quartall verflossen, derhalben ist jetzt die Manschafft verdubbelt worden.

<616> Accies- und Weggelts-Pfachtung. Den 1. Octobris [1753] ist Conventio gewesen in senatu, wobey Mathias Aldenhoven seine Accies- und Christian Aldenhoven sein Weeggelts-Rechnung abgestattet, et pro futuro hatt plus offerenti die Accies an sich gefachtet Henrig Assemächer für 98 bleibende Reichstahler Species. Und das Weeggelt ist anerfallen dem Johann Ferdinant Lieb für 65 Gülden bleibent[457], und seint hierbey 6 Viertel Wein und 40 Stübers Brötger coram omnibus verzehrt worden. Nota bene: Der Käß aber ist vom vorigen Dag übrig gehalten worden.

<617> Den 2. Octobris [1753] ist im Grönenwalt den vom 30ten Septembris übrig gebliebene Wein, in dem ¼ Ahm vom Herrn Praelaten, coram Domino Praetore et Scabinis omnibus et Senatore Schmitz völlig verzehrt, und noch 4 Maassen Wein, 6 Stuber Weisbrott und 2 Stüber Nüß dabey verzehrt worden.

<618> [7v] Noltens processus. Den 18. Octobris [1753] fuit Conventio in curia, alwo das ambtherrliche Befehl in causa des Peter Nolten verspilten Statt-Process und dessen begehrten Vergleich abgehandelt, und ist deßfahls Herr Bürgermeister Schullmeister, Scheffen Umblauff et Senatores Aldenhoven et Assemächer ausgesetzt, den 20. dito auff Collen zu reisen, bey Herrn Hoffrahten Behren, selben Vergleich zu machen, in absentia Dominorum Scabinorum Häring, Hügo et coram omnibus Senatoribus.

<619> Noltens Vergleich. Den 21. Octobris [1753] fuit Conventio in senatu, alwo mit dem Petro Nolten den Vergleich solte getroffen werden, und die Statt an ihme, Nolten, in toto sechß hundert und etliche 70 Reichstahler zu forderen, und selbige Foderung ihme nachgelassen worden bis auff 300 Reichstahler, worzu er, Nolten, nit mehr in allem gebotten zu geben 125 Reichstahler, und wir alßo den Accorth nit haben treffen können, coram omnibus exceptis Hügo et Böß, Scheffen.

<620> Niehsen, Zanders, Wasser, Thönninger, Beisenkampff den Bürgereyt getahn. Den 4. Novembris [1753] Conventio in senatu, wobey Wilhelm Niehsen sein Bürgeltgelt mit 5 Reichstahler, Caspar Zanders 5 Reichstahler, Wilhelm Wasser 5 Reichstahler, Henricus Thönninger 5 Reichstahler, Peter Beisenkampff 4 Reichstahler zahlt und den Bürger-Eyt ausgeschworen. Nota bene: Peter Beisenkampff aber restirt von diese 4 versprochenen Reichstahleren noch zu zahlen schüldig 5 Gülden der Statt, und wobey etliches Prob-Bier geholt, coram omnibus excepto Scheffen Hügo.

<621> Kohl- und Geriß-Zoll. Den 17. Novembris [1753] fuit Conventio in senaculo, alwo proponirt, das der Lambert Flehn am 16. dito auff das hiesige Zollhauß auffs Canthor beruffen worden, weilen er dieß Jahr die Kohl-Liberantz an sich hatt genohmen, und selbigen dito einen Nachen oder Schiff mit Kohlen und Geriß bekommen, das er denselbigen mit 2 Reichstahler verzollen solle, worüber aber in senatu beschlossen, das Herr Bürgermeister Schullmeister, Scheffen Braun, Senatores Flehn et Assemächer gleich zum Canthor solte[n] gehen und sich verbürgen nomine civitatis so lang, bis das es beym hochwürdigen Thumb-Capitul ausgemacht ist, ob wir Zonser das Geriß und Kohlen sollen verzollen oder nit, so aber niemahlen bis dato gegeben, noch gehört oder gelesen worden, in absentia Scheffen Umblauff, Hügo et Böß, Rathsverwanter Santh et Aldenhofen. Und Herr Bürgermeister Schullmeister, weilen die Zollbeambten keine nota bene: Bürgerschafft haben annehmen wollen, gleich 2 Reichstahler erlegen müssen bis zur ausgemachten Sachen.

<622> Vergleich des Noltens Processus. Eodem [17. November 1753] ist den Contract oder Vergleich getroffen mit Petro Noltens wegen dessen gefuhrten Process mit der Statt, also das er, Nolten, umb zukünfftig Ostern [14. April] 1754 die Gelder ad 175 Reichstahler ohne Einrett der Statt erlegen solle und wolle, und wohe aber nit, so solle das Judicatum und den daruber ergangenen Executions-Bescheit in statu quo seine Krafft behalten, worüber er, Nolten, mit seiner Frawen sich unterschrieben haben, in absentia Senatoris Schimmelpfenning, wobey 14 Massen Wein und 12 Stübers Brötger genossen worden.

<623> Visitatio Caminorum. 1754. Den 31. Januarii fuit Visitatio Caminorum per Herren Scheffen Hügo et Senatorem Assemächer.

<624> Henrig Assemächer ist in senatu angenohmen et Caspar Woringen sein Eyt abgelegt.[458] Den 5. Februarii [1754] Conventio in pleno senatu, wobey Henricus Assemächer zum newen Rathsverwanter creeret worden. Item: Er gleich 4 Massen Wein gegeben, und er jedem auch einen Dahler versprochen für den Eintritt.

<625> Eodem [5. Februar 1754] Caspar Worringen seinen Eyt abgelegt, wofür er zahlt hatt 3 Reichstahler Species, wovon ihm 4 Stüber wieder obrück gegeben worden.

<626> Eodem [5. Februar 1754] ist den Bescheith von dem hochwürdigen Thumb-Capitul wegen hiesigen Zolls in das Prothocoll geschrieben und auch eigenhändig fast gemacht worden, wobey in allem vier Viertel Wein, 30 Stübers Brötger et 6 ½ Pfunt Käß verzehrt. Nota bene: Von diesen 4 Viertelen Wein zahlt Henrig Assemächer ein Viertel. Ergo bleibt noch 3 Viertel zu zahlen fur die empfangene 3 Reichstahler.

<627> [8r] Den 1. Martii [1754] fuit Congregatio in senatu, alwo der Schweins-Hiert[459] ist gemedet worden, und ihm befohlen ist, das er von einem St. Peter [29. Juni] bis den anderen St. Peter austreiben soll, coram omnibus.

<628> Bürgergeding. Johannes Wolter den Bürgereyt getahn. Den 4. Martii [1754] ist Bürgergeding gehalten worden, wobey Martin Linnartz als Kuhehirt et Johannes Klein als Rinderhiert angenohmen worden. Und die Bürgerschafft gleich die 14 Gulden wegen der Leimkuhlen im Ancker verzehrt, auch gleich Johannes Wolter sein Bürgereyt abgelegt, solvit 5 ½ Reichstahler, so für sich privative allein Bürger worden und kein Kint zum Burger angenohmen worden, in absentia Herren Scheffen Hügo et Böß.

<629> Simpels-Rechnung Herr Umblauff. Den 20. und 21. Martii [1754] hatt Herr Bürgermeister Umblauff seine 2-jährige Bürgermeisters- und auch Simpels-, Schatz- und Klocken-Rechnung abgehalten, also das er, Rechner Umblauff, der Statt schüldig bleibt 67 Reichstahler 11 Albus 5 Heller, wobey in diesen 2 Dagen jeder Morgen 1 Pinth Brandewein und 13 Fetmengers Brötger, auch einmahl, des 2ten nachmittagß, 3 Maassen Bier, in diesen 2 Dagen 28 Maassen Wein, 42 Stübers Brötger, 4 Pfunt Cantert, 4 ½ Pfunt holländischen Käaß, pro Maaß Wein 16 Stüber, facit in toto an Weisbrott 55 Stüber, in absentia Herrn Scheffen Böß seint consumirt worden.

<630> Wegen der Sanths-Schewren. Den 17. Aprilis [1754] fuit Convention [sic.] in curia, wovon alle Magistrat, ausgenohmen Scheffen Böß, abgangen in Wilhelmi Santhß Schewr und alda den Herrn Sacellan Placidus Thomas haben lassen beruffen, so aber nit hatt wollen erscheinen. Deshalben gantz Magistrat dem Leydecker und Zimmerman das Abbrechen an gemelter Schewren verbotten unter ambtsherrlicher Brüchten-Straff, wobey gleich in Herrn Gerichtschreibers Hauß 3 halbe Pinten Brandewein und 11 Fetmengers Stütger seint consumirt worden.

<631> Lantdagß-Vollmacht. Den 21. Aprilis [1754] Congregatio in pleno senatu. So ist dem Herrn Bürgermeistern Schullmeisteren die Langßdagß-Vollmacht gegeben worden, so den 4. Maii erstens angehet, wobey 6 Viertel Wein und 32 Stüber Weisbrott verzehrt worden, und 2 Kalbs-Braden, wovon aber Herr Bürgermeister 2 Viertel Wein geben mus, ergo bleibt der Statt zu zahlen 4 Viertel, coram omnibus.

<632> Nota bene: Des folgenden Dagß [22. April 1754] ist Herr Bürgermeister, Scheffen Aldenhoven et Senator Assemächer zum Herrn Pastore geschickt worden, umb ihm anzudeuten, das er mögte einhalten mit Abbrechen der Santhß-Schewren, welches er, Herr Pastor, fur genehm gehalten und geschehen soll, wobey auch verzehrt worden etc.

<633> Visitatio Caminorum. Den 4. Mey [1754] fuit Visitatio Caminorum per Herren Bürgermeister Schullmeistern, Scheffen Böß et Senatorem Flehn. Nota bene: loco Scheffen Böß ist gegangen Scheffen Braun.

<634> Brauns Simpels-Rechnung. Den 20. [Mai 1754] fuit Conventio in senatu, und hatt Herr Bürgermeister Braun seine Rechnung von 6 Simplen abgelegt, und hatt sich befunden, das er, Rechner Braun, jetzt an der Statt wegen vorige restierender Schuldigkeit nichtß mehr zu praetendieren hatt, hingegen, das er, Braun, jetzt der Statt schüldig bleibt 23 Reichstahler 25 Albus 3 Heller, in absentia Herrn Gerichtschreiber, Hugo, Boß, Scheffen, und Santh et Schwieren, Senatores, wobey verzehrt worden 2 Viertel Wein und 10 Stübers Brötger, wovon aber Herr Rechner Lambert Braun vier Massen zahlen wilt und zahlen muß.

<635> Den 27. Maii [1754] fuit Conventio in senatu, alwo dem Herrn Bürgermeistern Aldenhoven schrifftliche Vollmacht gegeben worden, die Hormer Gemeinde wegen der 88 Morgen und der new erbawter Häuser vollig in den Simples-Tax anzusetzen und die Widersetzer mit der Execution zu verfahren. Gleich auch im Morian 10 Albus Brandewein und 5 Stüber Weisbroth verzehrt worden, in absentia Herrn Gerichtschreibers, Hügo et Boß, Scheffen, et Santh et Henrig Assemächer, Senatores.

<636> Den 12. Junii [1754] fuit Conventio in domo Consulis, alwo den Accort wegen Verbesserung der Strassen ist geschlossen worden ad 10 Reichstahler, in absentia Scabinorum Schullmeister, Braun, Böß, Senatorum Schmitz et Assemächer senior.

<637> Den 17. Junii [1754] fuit Congregatio in pleno senatu, wo[r]in beschlossen, das der Herr Scheffen Umblauff und Braun ihre in Händen habende Schüldigkeit zur Renovirung des Rathhauß sollen herausgeben, wobey gleich 5 Viertel Wein consumirt worden, worzu Lambertus Flehn seinen Dahler als Kohlmüdder zahlen soll, in absentia Herrn Gerichtschreibers.[460]

<638> Den 24. Junii [1754] fuit Conventio in curia, wo die alte Brieff aus dem Scheffgen alle umbgelesen [8v] worden, wovon Herr Bürgermeister Aldenhofen ein gantzes altes Legerbuch wegen der Hormer Gemeinden wie auch noch mehr Brieffschafften mit nach Hauß genohmen. Gleich darauff im Ancker an Bier verzehrt ad 1 Gulden, in absentia Herren Braun et Boß, Scheffen, Santh et Assemächer junior, Senatores.

<639> Wegen des Herrn Schultheiß Mappius Forderung. 29. Junii [1754] fuit Conventio in domo Consulis, und ist die Copiam der geschickter Forderung von Herrn Schulteiß Mappius ad 53 Reichstahler wegen der Achens Erbgenohmen, so sein Groß Elteren vorgeschossen, abgelesen worden, wobey geantwordet worden ist, das man bey 2 ad 3 Advocaten gehen soll und deren Sentiment schrifftlich einholen, und gleich drauff auch die Rhein Maur langß das Werff besichtiget, damit selbige verbessert wird, in absentia Scheffen Boß et Senatoris Santh.

<640> Den 16. Julii [1754] fuit Congregatio in domo consulis, alwo die Sententz von zweyen Herren Doctores wegen der Forderung des Herrn Schultheisen Mappius deren 53 Reichstahler ist vorgelesen worden, wie auch ist der Mäurer nomine Michael[461] fürgestehlt worden, das er zum Bürger gern auff- und angenohmen wäre, und den Brandewein, so eodem dito verzehrt, selben muß der Mäurer Michael bezahlen, in absentia Scheffen Braun et Böß, Rathsverwanthen Schimmelpfenning, Schmitz, Santh.

<641> Den 22. Julii [1754] fuit Conventio bey Herrn Stattfendrig Schmitz, alwo des Abents gleich ad einen Gülden Bier verzehrt worden.

<642> Den 25. hujus [Juli 1754] fuit Conventio in domo Domini Consulis, alwo einen newen Schweinshirten mit Nahmen Johannes Theobald Klein ist ahngenohmen worden, weil der alte Schweinshirt Joseph Stoltzenbach hinweg gelauffen.

<643> Conventio wegen Brawweiler. Den 26. dito [Juli 1754] fuit Conventio in curia, wobey unsere Gravamina gegen die Abtey Brawweiler wegen des geführten Processus wegen des Zehnessen ist an die Hant gesucht, und dem Herrn Gerichtschreiber selbiges Prothocoll mit nach Hauß genohmen, umb selbiges abzuschreiben, und gleich an Bier verzehrt ist worden ad 1 Gulden, in absentia Senatorum Santh et Assemächer.

<644> Visitatio Caminorum. Den 19. Augusti [1754] fuit Visitatio Caminorum per Herrn Bürgermeistern Aldenhoven, Herrn Gerichtschreiber, Scabinum Haering et Senatorem Schwieren, ego accepi pro me 10 Stüber.

<645> Den 25. Augusti [1754] fuit Conventio in domo Consulis, wobey alle Schüldigkeiten der Statt, wovon die Statt Pension geben muß, aus Befehl eines hochwürdigen Capituls auffgezeichnet, und Herr Bürgermeister selbiges Quantum, so sich erstreckt 1634 Reichstahler, mit auff Cöllen zum Capitul genohmen, auch 3 halbe Pinten Brandewein verzehrt, in absentia Scabinorum Häring, Schulmeister et Böß, Senatoris Schimmelpfenning.

<646> Schilberg, Rangen et Stamm den Bürgereyt getahn. Den 15. Septembris [1754] fuit Conventio in senatu, alwo Wilhelm Schilberg, Theodor Rangen und Wilhelm Stamm zum Bürger angenohmen, und der Schilberg et Stam jeder zahlt an Bürgergelt 5 Reichstahler und der Rangen 6 Reichstahler, und der Rangen restirt noch zu zahlen 3 Reichstahler, und gleich 2 Viertel Wein, 11 Stübers Brötger und 5 Pfunt Cantert consumirt seint, in absentia Herrn Gerichtschreibers, so kranck ist, und Scheffen Böß sich excusieren lassen, so doch alle beyde ihre Jura genossen und empfangen.

<647> Den 21. Septembris [1754] fuit Conventio in senatu, wobey Arnold Ubber zum Bürger angenohmen, den Eyt abgelegt und sein Bürgergelt zahlt mit 5 Reichstahler, in absentia Herrn Gerichtschreibers, so kranck ist und seine Praesentz empfangen, und Scheffen Boß fuit absens et nihil accepit.

<648> Accies- et Weggelts-Pfachtung. Den 1. Octobris [1754] fuit Conventio in senatu, alwo Henrig Assemächer seine Accies-Rechnung und Lambertus Flehn die Weggelts-Rechnung abgestatt und auch gleich alles richtig bezahlt, et pro futuro plus offerenti die Accies an sich gepfachtet Herr Christian Aldenhoven für 98 bleibende Reichstahler. Und das Weggelt ist anerfallen Henrig Schmitz für 43 bleibende Gülden. Und zum Fleischbeseheren seint creeret worden Lambert Braun und Wilhelm Assemächer. Und seint hierbey 5 Viertel Wein, 40 Stübers Brötger und ½ holländischen Käß verzehrt worden, in absentia Herrn Scheffen Hügo.

<649> Citatio der Horremer wegen der 88 Morgen. Den 9. Octobris [1754] fuit Congregatio in curia, bey welcher die Benachbahrte von Horrem wegen Vergleich der Simplen der 88 Morgen Artlanth und ihrer Häuser seint citirt worden, warumb sie vorhin selbst angestanden, wie auch ihrer sieben Man erscheinen und darüber noch 8 Dag Ausstanth begehrt, in absentia Herrn Gerichtschreibers, Häring et Braun.

<650> Brüchtenverhör. Den 21. Octobris [1754] ist Herrengeding gewesen, wobey Magistrat schrifftlich eingeliebert eine Schrifft wegen der Horremer, auch wegen Closter Brawweiler, wie auch nota bene: wan [9r] einer zum Bürger creeret wird, das derselbiger 3 Eiche-Stahlen auff die ihme angewissene Gemeinde possen solle, wie auch, das ein jeder etliche Obsbäume auff seine eigene Wisen setzen solle.

<651> Johannes Korrig sein Bürgereyt getahn. Den 10. Novembris [1754] fuit Congregatione in curia, alwo Johannes Korrig sein Bürgereyt abgelegt und sein Bürgergelt zahlt mit 5 Reichstahler, wobey wir alle unser zukommende Praesentz in pace verzehrt und in toto 2 Brahden, wobey auch 36 Stübers Brötger und 9 Viertel Weins consumirt worden, in absentia Wilhelmi Assemächer, Senatoris.

<652> Den 13. Novembris [1754] fuit Congregatio in curia, alwo Herr Bürgermeister vorbragt, das die Stürtzelberger nit dienstweis unser Weeg für der Pforten wollen helffen machen. So ist beschlossen, das Herr Bürgermeister sie solle excutiren lassen.

<653> Visitatio Caminorum. Den 24. Decembris [1754] fuit Visitatio Caminorum per Herrn Bürgermeistern, Scheffen Ümblauff, Gerichtschreiber und Senatorem Henrig Assemächer.

<654> Wegen der Arme-Rechnung. Den 29. Decembris [1754] fuit Conventio in senatu in praesentia des Herrn Schultheisen, wobey alle Gegenwärtige examinirt und annotirt wegen der am gestrigen Dag in der Pastorath unverrichteter Armen- und Bruderschaffts-Rechnung[462], und dem Herrn Schultheisen Vollmacht gegeben worden, selbiges weiters auszumachen, in absentia Senatoris Wilhelmi Assemächer, und des Nachmittagß 7 Viertel Wein und 13 Stüber Britzelen verzehrt worden, in absentia Scabini Hügo et Senatorum Santh et Wilhelmi Assemächer.

<655> 1755. Den 29. Januarii ist in senatu die dritte Schrifft wegen der Versagung der Weeg-Diensten deren Stürtzelberger beantwortet worden, wobey etliche alte Bürger eytsweis seint abgehört worden, so geantwortet, das sie anders nit wüsten, als das die Stürtzelberger allzeit nach den Zonser auff allen Plätzen gedienet, wobey etliche Massen Bier seint verzehrt worden, in absentia Häring et Böß, Scheffen, und Schimmelpfenning, Senator, et Stattschreiber Schullmeister.

<656> Vergleich mit den Hörmer Häuser. Den 21. Februarii [1755] ist in pleno senatu mit den Hörmer ein Vergleich gemacht worden, das sie pro futuro wegen ihrer Häuser in einem Simpel sollen geben 2 Gülden Cöllnisch und den Rückstant mit 9 Blaffert zahlen sollen, wobey 30 Quarten Weins und 54 Stüber Weisbrott und 8 Haleces verzehrt worden, in absentia Scabinorum Häring et Boß und Gerichtschreibers, wovon die Hormer aber 16 Quarten zahlen mussen.

<657> Bürgergeding. Den 26. Februarii [1755] ist per Dominum Consulem Aldenhoven Bürgergeding gehalten worden, so der Stattdiener Sondag, den 23ten in der Kirchen auff 10 Marck Straff denen Ausbleibenden ausgeruffen, und seint alle Bürger nach Orthnung abgelesen worden, und die Weith und Schweith des Viehe und andere Bürger-Gerechtigkeiten alle, so in dem Bürgerbuch begrieffen, seint abgelesen worden. Und gleich drauff seint von sämbtlichen Bürgeren den Pfacht ad 14 Gülden wegen der Leimkuhlen-Fischerey verzehrt worden, in absentia Böß et Lieb, Scheffen, et Schimmelpfenning et Assemächer junior et Stattschreibers Schullmeister.

<658> Den 28. Februarii [1755] fuit Conventio in domo Consulis, alwo das Reprodue wegen der Stürtzelberger Untersagung der Weege zu dienen helffen und auch das Bescheith vom Scheffen Böß wegen seines enthaltenen Quartals ist eröffnet, gelesen und beantwortet worden, wobey den Brandewein verzehrt worden, in absentia Scheffen Braun et Böß.

<659> Den 22. Martii [1755] fuit Conventio in domo Consulis, und ist das Bescheith wegen der Diensten bey deren Weegen, so die Stürtzelberger insinuiren lassen, abgelesen worden, und derohalben Senator Assemächer auff Cöllen geschickt worden, selbes zu beantworten.

<660> Eodem [22. März 1755] ist des Nachmittagß von gemelten Sturtzelberger Gemeinden eine Schrifft abgelesen worden, das sie sich beklagt wegen der auff die hinderste Heith ausgestochene Kuhe-Trifft, als wan dieses ihnnen zum Nachtheil geschehen wäre, wobey aber 10 Stüber verzehrt worden.

<661> Visitatio Caminorum. Den 5. Aprilis [1755] fuit Visitatio Caminorum per Herrn Bürgermeistern Aldenhoven et Scabinos Braun et Hügo et Senatores Schimmelpfenning et Schmitz. Weil ein Quartall verflossen gewesen, so ist die Manschafft verdubbelt worden.

<662> Lantdagß-Vollmacht. Den 6. Aprilis [1755] fuit Conventio in senatu, und ist dem Herrn Bürgermeistern Aldenhoven die Lantdagß-Vollmacht gegeben worden, so den 10. Aprilis angehet, und ist hiebey 5 Viertel Wein, 2 Brathen und [...][463] Stübers Weisbrott verzehrt worden, coram omnibus excepto Judicii Scribae.

<663> [9v] Den 7. Aprilis [1755] fuit Conventio in domo Consulis, und ist das Bescheith von der Stürtzelberger Gemeinden wegen des Dienens an den Weegen abgelesen und den Hendrig Assemächer verorhtnet worden, den 10. dito auff Cöllen zu gehen, selbes zu beantworten, wobey etlichen Brandewein verzehrt worden.

<664> Creatio des Wachtmeisters. Den 5. Maii [1755] fuit Conventio in senatu pleno, und ist der Humpertz[464] einhällig zum Wachtmeister erwöhlt worden, mit Hergebung 3 Viertel Wein und 16 Stübers Brötger, und die übrige 4 Viertel Wein und 7 Stübers Brötger und 3 Pfunt Käß die Statt zahlen muß.

<665> Bürgermeisters Rechnung. Den 14. Julii [1755] fuit Conventio in curia coram omnibus, und hatt Herr Bürgermeister Aldenhoven seine Simpels-Rechnung von 14 Simplen ad 3 Bücher gehalten. Nota bene: Und das vierte Buch von 4 Simplen hatt er noch nit können halten, weilen er noch nit alles empfangen, weil in diesem Termino 2 Simplen nur allein vom Lanth seint nachgelassen worden, ergo so ist das 4te Buch in reservo geblieben. Auch hatt er, gemelter Herr Bürgermeister, seine Statt-Rechnung gehalten, worbey 3 Viertel Wein und 15 Stübers Brötger verzehrt seint.

<666> Schüllmeisters Rechnung. Den 28. Julii [1755] fuit Conventio in pleno senatu, und hatt Herr Scheffen Lieb seines Schwiegers-Vatters seehlig[465] Rechnung als Bürgermeisters-Rechnung und Simpels- und Schatz-Rechnung abgehalten, und hatt sich befunden, das dießfahls die Erbgenohmen Schullmeisters der Statt schüldig verblieben 174 Reichstahler 20 Albus 4 Heller, die welche er, Scheffen Lieb, an Herrn Christiano Aldenhoven alle ablegen solle, alwo verzehrt worden 4 Maassen Wein, pro Maaß 16 Albus, wie auch noch 8 Maaßen Bleichart, 5 Pfunt gawischen Käß et 30 Stübers Brötger, in absentia Herrn Scheffen Böß, wie auch 3 Maassen Bier.

<667> Visitatio Caminorum. Den 4. Augusti [1755] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Aldenhoven, Gerichtschreiber Eberle, Scheffen Böß, cujus loco inivit Scabinus Ümblauff, et Senatorem Santh.

<668> Accorth des Rathhauß. Den 5. Augusti [1755] fuit Congregatio in domo Consulis, alwo den Accorth mit dem Mäurermeister Ludowig Newkirch[466] wegen des Rathhauß unten inwendig auff seine Kösten einzuschlagen und mit Plister alles ferdig zu machen (ausgenohmen, das die Statt ihme Leim und Kalck et Stein anschaffen soll) für 19 Reichstahler Species, in absentia Scabinorum Böß et Lieb, Senatorum Schmitz et Assemächer senior, wobey 5 halbe Pintger Brandewein verzehrt worden.

<669> Nota bene: Eine General-Verhör wegen der Bürgermeisters-Wahl. Sondag, den 10. Augusti [1755] hatt der Herr Commissarius Beehren und Herr Schulteiß Mappius alle Scheffen und Rathsverwanden einen jeden particulariter abgefraget, wie sie gesinnet wären, ob die Bürgermeisterswahl solte abgeschafft werden, das es bey den Herren Scheffen das Bürgermeisters-Ambt vom Ältisten bey zu dem Jungsten solte ümbgehen oder nit, oder ob die Bürger wie von alters ihre Wahl solten halten. Und weil unser gnädiger Ambtherr Graff von Königseeg sölche Abschaffung gern gesehen, so ist erstens der eltister Scheffen gefraget worden, und dießfahlß der Häring, Braun, Hügo, Böß, Lieb als 5 Scheffen wie dan auch der Schimmelpfenning et Wilhem Assemächer als 2 Rathsverwanten geantwortet, sie wären zufrieden, wie der gnädiger Herr dieses ordinieren däte, das sie abgeschaffet würde. Aber der Ümblauff und Aldenhoven als 2 Scheffen und Henrig Schmitz, Santh, Flehn, Schwieren et Henrig Assemächer als 5 Rathsverwanten, diese sieben Letztgemelte haben geantwortet: Wir wollen uns bey unser alter Possession halten, und wir bleiben beständig fest mit den Bürgeren und gantzer Burgerschafft, wofür wir unseren Eyt geschworen zu verharren, zu halten und zu manutiniren. Und des Mittagß nach der hohe Meeß seint auch etliche aus der [10r] gemeine Bürgerschafft citiret worden, welche auch alle haben geantworth, sie wolten bey alter Possession bleiben.

<670> 1755. Creatio des Stattschreibers Eberle. Den 24. Augusti fuit Conventio in curia, alwo der Johannes Eberle zum Bürger mit seinen Kinderen und zugleich auch zum Stattschreiber ist creeret worden[467], und beyde Eyt ausgeschworen und an Bürgergelt soll zahlen 4 Reichstahler und 4 Quarten Wein, und wegen der Stattschrieberey er ein Drunck Wein mit holländischen Käß und Weißbrott gegeben, und der Herr Bürgermeister auch ein Viertel Weins gegeben aus der Statt Kösten, in absentia Rathsverwanten Santh.

<671> Aldenhovens Schatzrechnung. Churwächter. 25. Augusti [1755] fuit Congregatio in senaculo, und hatt Herr Bürgermeister sein Schatzrechnung abgetahn, und hatt sich befunden, das der Herr Bürgermeister Aldenhoven dießfahls als Rechner der Statt schüldig bleibt 61 Reichstahler 12 Albus 9 ½ Heller. Auch ist befohlen, das der Christian Aldenhoven mit diesem Gelt alles vollig solle bezahlt werden in Zeit von 3 Monathen. Nota bene: Auch ist dem Churwächter Petro Schimmelpfenning anbefohlen worden, das er alle Jahr auffs new als in festo Remigii [1. Oktober] soll angenohmen werden, und auff selbigen Dag er jährlichß verschüldet soll sein, das Horn auffs Rathhauß zu lieberen und alda zu praesentiren, wobey 3 Viertel Wein und für 14 Stüber Weisbrott consumirt seint, in absentia Herrn Böß, Scheffen.

<672> Bürgergeding. Den 22. Septembris [1755] ist per Herrn Bürgermeister Aldenhofen auffm Rathhauß Bürgergeding gehalten worden, wobey in specie die Kuhe-Trifft von der vörterster Heyden bis auff die hinderste Heyt ist vorgelesen worden, in absentia Scheffen Häring et Böß und Rathßverwanten Schimmelpfenning, Schwieren et Assemächer junior.

<673> Accies- et Weggelts-Verpfachtung. Den 1. Octobris [1755] fuit Conventio in curia, und hatt Christian Aldenhoven seine Accies-Rechnung und Henrig Schmitz sein Weggelt abgestattet, et pro futuro hatt Henrig Schmitz et Henrig Assemächer plus offerenti die Accies mit 79 Reichstahler an sich geschrieben, und Lambert Flehn das Weggelt für 41 Gülden an sich geschrieben. Und Fleischbesehern seint creeret worden Herman Hügo et Lambert Flehn, und seint hierbey verzehrt worden 5 Viertel Wein, 40 Stübers Brötger et einen halben holländischen Käß, coram omnibus et in absentia Scheffen Lieb.

<674> Visitatio Caminorum. Den 2. Octobris [1755] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Aldenhofen, loco ejus fuit Dominus Ümblauff, Herr Gerichtschreiber et Scabinum Lieb et Senatorem Assemächer senior.

<675> Laque sein Bürgereyt getahn und auch Lambert Engels.[468] Den 10. Novembris [1755] fuit Conventio in curia, und ist Lambert Laque zum Bürger auffgenohmen worden, gibt an Bürgergelt 4 ½ Reichstahler, und ist gleich 6 Viertel Wein und einen Brahten und 33 Stübers Weisbrott verzehrt worden.

<676> Wegen Horrem. Den 17. Novembris [1755] fuit Conventio in senatu, wobey den Nachbahren von Horrem jedem sein Quantum furgehalten und furgelesen worden, was sie wegen des Rückstants sollen geben, jedem particulariter. Nota bene: Wie auch Lambert Engels seinen Bürgereyt abgelegt und an Burgergelt zahlt 4 ½ Reichstahler. Nota bene: Und die Horremer haben Ausstant bis new Jahrs-Dag.

<677> Wegen der Zonser Heyden. Bürgergeding wegen der Heyden. Den 15. Decembris [1755] fuit Conventio in curia, wobey Herr Bürgermeister furbracht, das ein hochwürdiges Thumbcapitull unser Zonser allgemeine hinderste Heyde jetzt würcklich im Abmessen und ümb der Gemeinden alhier abzunehmen und zu sich zu ziehen gesinnet und begrieffen wären, weshalben gleich Herr Bürgermeister mit Scheffen Braun, Böß, Rathsverwanter Santh und Assemächer hinaus geschickt auff die besagte Heyde, ümb den Lantmesser[469] abzufragen. So balt sie auff die Heyde kommen und den Lantmesser befragen, aus welcher Commission er sölches getahn und thäte, er, Lantmesser, gleich geantwortet, ex commissione eines hochwürdigen Thumbcapituls. Herr Bürgermeister gleich gesagt, wan es zum Nutzen der Gemeinden geschehen däte, so wäre es gutt, wo sölches aber nit, so thäten sie hierüber protestiren[470], weswegen den 16. Decembris gleich Bürgergeding gehalten worden. Und an selbigem Dag der gantzer Bürgerschafft insgesambt [10v] diese[471] so hochschätliche Sach vorgetragen, worauff einhällig von allen beschlossen, das 2 Deputirten, als ein Scheffen und ein Rathsverwanter, zu einem Rechtsgelehrten sollen gehen und sich befragen, wie man sich hierin zu verhalten hatt, worüber Scheffen Boß und Rathsverwanter Henrig Assemächer auserkohren worden, sich in Nahmen der Statt hierüber zu erkündigen in Düsseldorff bey 2 Herren Doctores, welche aldorth bey 3 Herren Doctore gewesen.

<678> Den 18. Decembris [1755] fuit Conventio in domo Consulis, alwo die 2 Deputati wegen der Heyden von Düsseldorff abkommen und Bescheit bracht, und gleich diese 2 gemelte Herren Deputati sich auch gleich auff Collen zum hochwürdigen Thumbcapitul geschickt, ümb aldorth eine Supplic einzuliefferen[472], wobey 3 halbe Pinten Brandewein verzehrt, in praesentia Herrn Bürgermeister Aldenhofen, Braun, Hügo, Böß et Lieb, Rathsverwanten Schimmelpfenning, Flehn, Schwieren et Henrig Assemächer.

<679> 1756, den 6. Februarii fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Aldenhofen, Scriba, Scheffen Häring und Senatorem Flehn.

<680> 1756. Visitatio Caminorum. Den 7. Februarii fuit Conventio in domo Consulis wegen der zerbrochener Feltpforten, in praesentia Domini Consulis, Haering, Ümblauff, Lieb et Senatoris Schmitz, Flehn, Schwieren et Henrig Assemächer, und seint 2 halbe Pinten Brandewein verzehrt worden.

<681> Wegen der Horremer und Bürgerfahnen. Den 23. Februarii [1756] fuit Conventio in senaculo, und seint die Horremer wegen ihrer Häuser-Rückstant hier gewesen, so theils zahlt und theils Ausstant begehrt. Und ist verabredet, das Herr Bürgermeister mit Rathsherrn Flehn auff Cöllen sollen gehen und einen newen Bürgerfahnen bestellen. Und hatt jeder Scheffen und Rathsherr fur seine Dioet bekommen 20 Stüber, exceptis Scheffen Häring, Hügo et Böß.

<682> Bürgergeding und Bürgermeisters-Vollmacht. Den 1. Martii [1756] ist Bürgergeding gehalten worden, und hatt Herr Bürgermeister sein übergebenes Bescheit und auch die Supplique wegen der Heyden an ein hochwürdiges Thumbcapitul der Gemeinde lassen vorlesen alhier. Auch seint die 3 Hirten gemiedet worden, auch ist Herrn Burgermeistern seine Lantdagß-Vollmacht gegeben worden, so am 8. dito abmarschieret und eodem dito die Proposition geschicht[473], wobey 5 Viertel Wein und 40 Stübers Brötger und 2 Kalbßbrahten verzehrt ist, praesentibus omnibus.

<683> Wegen der Kuhe-Drifft auff die hinderste Heith. Den dritten dito [März 1756] ist die Trifft auff die hinterste Heith ausgestochen worden, in absentia Scheffen Ümblauff, Braun, Hügo et Boß, Scheffen, und Assemächer senior, Rathßverwanter, und seint im Ancker gleich 11 Massen Bier verzehrt worden.

<684> Conclusum wegen der Heyden. Den 18. Martii [1756] fuit Conventio in curia, und ist das vom 24. Decembris ergangenes Thumbcapituls-Conclusum wegen der Zonser Heyden, so dem Herrn Bürgermeistern Aldenhofen zu Bonn auffm Lanttag den 14ten dieses insienirt worden, öffentlich fürgelesen worden, in praesentia aller Scheffen und Rathßherren, excepto Scheffen Aldenhoven und in praesentia etlicher Gemeins-Manneren, als Johannes Hendrig Falckenberg, Jacob Heineman, Humpertz, Stattfelt, Michael Schmitz, Homan, Führnen, und vom Stürtzelberg Schmickenhalffen[474] et Henrig Schnee, und ist beschlossen, das hiesiger Stattschreiber eine Supplique solle machen an das Thumcapitul, worüber gemelter Stattschreiber Eberle sich aber sehr hefftig empöret.

<685> [11r] Den 21. Martii [1756] fuit Conventio in absentia domini consulis Aldenhoven wegen des Lantdagß in domo onsulis Ümblauff, alwo der Scriba die verfertigte Supplique, wie ihm am 18ten dito befohlen worden, fürgelesen worden, welche Supplique er, Schreiber, grath gegen den Henrig Assemächer ex passione gemacht, und auch kein Possessorium darin gesetzt. Als wir aber gegen diese 2 Puncten etwas geredet, so hatt er sich widerümb empört und geantwordet: "Ich schreibe und mache sie nit anders", und seine Schrifft genohmen und davon gegangen.

<686> Den 22. Martii [1756] fuit Conventio in domo Scriba, und in absentia Consulis haben sich folgende unter die verfertigte Supplique unterschrieben als Haering, Ümblauff, Braun, Hügo, Lieb, Scheffen, und Schimmelpfenning, Schmitz, Santh, Assemächer, Flehn, Schwieren, Assemächer junior, Senatores, und Münchrath[475], Caspar Bungartz, Homan, Stattfelt, Führnen, Michael Schmitz, Humpertz, Cives. Nota bene: Aber Scheffen Böß und Henrig Falckenberg et Schnee als Mitbürger vom Stürtzelberg haben dieses nit unterschreiben wollen. Und ist also diese unterschreibene Supplique dem gnädigen Ambtherrn alhier auffm Schloß insinuirt und übergeben worden.

<687> Den 3. Aprilis [1756] fuit Conventio in senatu, und ist der vom Lantdag durch den Herrn Bürgermeistern geschriebenen Brieff wegen der Freyheit der 88 Morgen, zu Horrem liegent, abgelesen worden, und die Horremer seint citirt, aber seint alle ausblieben. Und ist auch dem Scheffen Lieb seiner Frawen[476] das Recess wegen der 170 auffgekündigter Reichstahler ist furgelesen worden, in absentia Herrn Bürgermeisters Aldenhovens, Braun et Lieb, und dan Schimmelpfenning et Assemächers junior.

<688> Wegen der Bürgermeisters-Wahl. Den 21. Aprilis [1756] ist per Herrn Gerichtschreibern Eberle Bürgergeding gehalten worden, und zware jeder Bürger auff 4 Goldgulden Straff zu erscheinen aufferlegt worden, wobey abgelesen worden, wie die Bürgermeisters-Wahl solle gehalten werden.

<689> Simpels-Rechnung. Den 27. Aprilis [1756] hatt Herr Bürgermeister Aldenhoven praesentibus omnibus in pleno senatu sein Schatz-, Statt- und Simpels-Rechnungen abgehalten, und seint 4 Viertel Wein und 32 Stüber Weisbrott verzehrt worden. Und haben die Zonser Junggesellen angestanden hierbey ümb eine Beysteur zum newen Fahnen, und ist denselben eine Pistohl zugesagt worden, mit dieser Condition aber, das der Fahne jederzeit gleich den Bürgerfahnen auch auff dem Rathhauß im Verwahr solle auffbehalten bleiben.

<690> Visitatio Caminorum. Den 30. Aprilis [1756] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Aldenhoven, Scheffen Ümblauff et ego.

<691> Den 10. Maii [1756] fuit Conventio in curia, wobey die Horremer den volliger Rückstant wegen der Häuser bezahlt und auch Scheffen Lieb die 173 Reichstahler, so wegen seiner Schwiegervatters seehlig gehaltener Rechnung noch restierent, an Herrn Christian Aldenhoven völlig abgelegt, und wir also vom Herrn Aldenhoven die in Händen gehabte Obligation wider obrück bekommen, wobey 13 Stübers Brötger, 7 Pfunt Kantert und 3 Viertel Wein verzehrt, wovon Herr Christian Aldenhoven aber 2 Maassen zahlen wilt, in absentia Scheffen Böß, Senatorum Santh et Assemecher senior.

<692> Veneris, den 16. Julii [1756] fuit Conventio in curia, wobey von der Stürtzelberger Gemeinde ihre uns insinuirte Schrifft ist abgelesen und auch beantwortet worden, in absentia Scheffen Haering, Hügo, Böß et Lieb et Senatoris Santh et Stattschreibers Eberle.

<693> Visitatio Caminorum. Den 9. Augusti [1756] fuit Caminorum Visitatio per Dominum Consulem Aldenhoven, Scheffen Braun, loco ejus fuit Scheffen Lieb, et Senatorem Henrig Assemächer.

<694> Accorth wegen der Trappen. Martis, den 14. Septembris [1756] fuit Conventio in curia, und ist Anton Müller, Caspar Nix et Michael Klein Burger creeret worden, gibt ein jeder 5 Reichstahler. Auch ist mit Henrig Assemächer die newe Trap im Rathhauß von gutem Eichenholtz, auch den Balcken von einem Gipffel bis an den anderen und unden die 2 Finster-Rahmen zusammen veraccordiret worden für 36 Reichstahler Species, und dan die alte Trapp. Auch ist den Accord gemacht worden mit Michael Klein, [11v] das er unten die 2 Unterschläg solle ausbrechen und alles alda zupleisteren auff seine Kösten, und das er auch die Pliester-Höltzer schaffen solle für 19 Reichstahler Species. Die Trapp aber solle im Martio 1757 gantz auffgericht werden; wobey 18 Maassen Wein und 15 Stübers Brötger consumirt worden, in absentia Senatoris Santh.

<695> Weggelts-Pfachtung. Den 1. Octobris [1756] fuit Conventio in curia, wobey der Lambert Flehn die Weeggelt Rechnung gehalten und alles richtig zahlt und gleich auch das jetzt lauffende Weggelt für 36 bleibe Gülden an sich geschrieben. Und Fleischbesichtigere seint creeret worden Mathias Aldenhoven et Schwieren. Und ist hierbey consumirt 10 Pfunt holländischen Käß, 42 Stübers Brötger et 4 Viertel Wein, in absentia Scheffen Böß et Ümblauff, der Ümblauff aber hatt doch sein nota bene: Jura oder Portion völlig bekommen. Und weilen die Krämer und Brandeweins-Brenner wolten geben jährlichß was sie wolten, derhalben kein Accies-Pfächter pfachten könte, so ist verorthnet nach gehaltener Accies-Rechnung, das am 11. dito alle Krämer und alle übrige und Juden, so nur Accies mussen geben, sollen citirt werden und mit ihnnen eine Orthnung gemacht, und alstan sölche Accies plus offerenti verpfacht werden solle. – Und ist also am 12. dito diese nach Orthnung vollzogen worden und plus offerenti die Accies dem Wilhelm Henrig Mayer für 85 bleibende Reichstahler anerfallen, und seint hierbey in absentia Scheffen Haering et Hügo verzehrt worden 16 Maassen Wein und 18 Stübers Weisbrötger und 4 Albus Nüß. Nota bene: Wie abgeredet, das die 2 Kollmühdder wegen des Sümbers in dieser Consumation ihre jährliche 2 Dahler zahlen sollen und wollen.

<696> Ambtherrliche Portion wegen des Intritß. Den 9. Novembris [1756] hatt der gnädige Ambtherr Graff von Königseeg Maximilian hiesiger Magistrat mit einem Viertel Ahm Wein, ½ holländischen Käß und jedem ein Stübers Weisbrott seinen Eintritt gegeben, wobey auch der Herr Haubtman[477], die 2 Fendrigen[478], Bürger-Wachtmeister[479] und Acciesheber[480] gewesen seint, in absentia Scheffen Umblauff und Hügo, so doch ihre Portion bekommen.

<697> Vergleich mit Jacob Worringen. Den 18. Januarii [1757] fuit Conventio in curia in praesentia Domini Praetoris, und hatt Jacob Worringen seine Schültigkeit wegen Adolphi Adams gepfachteter Accies, wovon er noch schüldig gewesen ad 38 Reichstahler 57 ½ Stüber, die welche er, Worringen, zahlt hatt mit 25 Reichstahler und 16 Stüber 4 Heller für Käß und 8 Gulden für 2 Viertel Wein, und Herr Bürgermeister auch 2 Viertel Wein und 15 Stübers Brötger holen lassen, in absentia defuncti Consulis Aldenhoven et Braun, Scheffen, et Flehn et Hendrig Assemächers, Rathsverwanten.

<698> Den 24. Januarii [1757] fuit Congregatio in senaculo, und ist wegen Absterben des regierenden Herrn Bürgermeisters Aldenhovens in pleno senatu zur Regierung gestelt und gesetzt worden dessen Schwiegervatter Renerus Ümblauff, so den Empfang, Ausgab und Lanttag soll fortsetzen, aber alles in Nahmen der hinterlassener Wittib[481], welcher alles soll zum Nutzen kommen, sowoll der Lanttag, als auch der Empfang der Simplen, welches auch alles protocollirt ist worden, in absentia Senatoris Assemächers senioris, so 4 Dag zu Collen müssen bleiben, das er sein Scheffenßpatent bekommen, so den 22. dito auff Cöllen gegangen und den 25. dito widerkommen nach Zonß.

<699> Johannes Beyer sein Bürger-Eyt. Creatio Joannis Schlebüsch als Rathsherr. Recreatio. Den 3. Februarii [1757] hatt Johannes Beyer sein Burgereyt abgelegt, und gibt an Bürgergelt 5 Reichstahler. Item: Eodem dato ist Johannes Schlebüsch an Platz Wilhelmi Assemächer zum Rathßherrn creert worden mit Hergebung jedem seine Praesentz, 4 Massen Wein und jedem auch 1 Stübers Weisbrötgen. Ebenfahls auch eodem die der Assemächer jedem ein Stübers Weisbrötgen und 1 Viertel Wein, und Herr Bürgermeister hatt gegeben 2 Viertel Wein, facit 4 Viertel Wein.

<700> Visitatio Caminorum. Den 7. Februarii [1757] fuit Visitatio Caminorum per Vice-Dominum Consulem Ümblauff et Scabinos Böß et Lieb, cujus loco fuit Scabinus Braun, et Senatores Schimmelpfenning et Schmitz.

<701> [12r] Lanthdagß-Vollmacht. Den 10. Februarii [1757] fuit Conventio in curia, und ist Herrn Bürgermeistern Ümblauff die Lanthdagß-Vollmacht gegeben worden und die am 14. dito Proposition anzuhören und alda ein Supplique einzugeben wegen hiesiges Orths-Miswacks, wobey 4 Viertel Wein und 30 Stübers Weisbrötger verzehrt worden, in absentia Scheffen Eberle.

<702> Wegen des Wint-Müllers. Den 4. Februarii [1757] fuit Conventio in domo Scribae, alwo dem Wintmüller seine überschickte Schrifft ist beantwortet worden in scriptis, et omnes fuerunt praesentes.

<703> Den 26. Martii [1757] fuit Conventio in senatu, wobey das von Ihro Churfürstliche Durchleucht ergangenes Mandat wegen Korn, Weitzen, Gerst und Haber examinirt und specifice den 28. dito beantwortet und auff Bonn geschickt, und hatt sich also wenige Früchten in Zonß, Stürtzelberg und Horrem befunden, das wir in hiesiger Herschafft bis termino Remigii [1. Oktober] noch an Korn allein müssen haben 1022 Malder, und ist pro Man nur allein für das gantze Jahr auff 2 Malder angerechnet worden.

<704> Visitatio Caminorum. Den 1. Aprilis [1757] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Haering et Eberle, Assemächer, Scheffen, et Santh, Senatorem.

<705> Wegen der 4 Dienst-Kahren auff Neuß, so 7 Reichstahler gekostet. Donnerstag nach Ostern, den 14. Aprilis [1757], ist der Herr Gerichtschreiber Eberle des Nachmittagß umb 7 Uhren ungefehr mit den 2 Dienst-Kahren von Zonß, 1 vom Stürtzelberg und von Horrem eine, nota bene: welche aber ausgeblieben, als Deputirter von hier bis auff Neuß geschickt worden, welche Kahren aber den 15ten dito, als des anderen Dagß, grath ümb 12 Uhr wider von Neuß hierhin kommen, und Herr Gerichtschreiber Eberle gibt an am 16ten dito auffm Rathhauß, das er dem Herrn Commissario nomen nescio zu Neuß 5 Reichstahler weniger 20 Albus hette geben müssen, wodurch er diese Kaaren ehe das sie angespannen – nota bene: auch ohne ihme gegebene sölche Commission – loßgekaufft, für welche Reise er für sich an Diaeten nota bene: 2 Reichstahler Species genohmen, in absentia Scheffen Böß.

<706> Beletter die erste. Den 21. Aprilis [1757], morgens 8 Uhren seint die erste Beletter für 152 Man Frantzosen auffm Rathhauß gemacht worden, in absentia Scheffen Böß und Rathsverwanten Schimmelpfenning. Diese seint Weisröck gewesen.

<707> Vorspann nach Dormagen. Eodem [21. April 1757] fuit Conventio in domo Consulis Braun, alwo abgelesen, das vom Oberquartiermeister befohlen, das Statt Zonß 3 zweyspännige Kaaren am 22. dito des Morgens Glock 4 Uhren zu Dormagen sein solten, ümb ihre Kriegß-Equipage hinweg helffen zu fahren, welche auch zugesagt, aber nota bene: weil etliche von uns dieses nit wolten bewilligen, so seint der Ursachen 4 aus der Gemeinden von den Meistbeerbten darzu beruffen worden, welche dieses auch nit wolten gestehen, und diesem uneracht sölches doch geschehen solte, so seint des Nachtß Herr Haubtman Christian Aldenhofen und der Schwanen-Wirth Johannes Hendrig Falckenberg hingangen und haben den gebotten Dienstkahren sölches auffgekündiget bis auff weiters Befehl, und sie seint auch hier geblieben, und ist kein Befehl dießfahls mehr hier hin kommen.[482]

<708> 2te. Den 5. Maii [1757] seint die 2te Beletter für 56 Man krancke Frantzosen gemacht worden, die welche am sechsten dito abmarschieret auff Neuß, Weisröck.

<709> 3te. Den 10. Maii [1757] seint 674 Gemeine ohne Officiers zu Fuß mit roden Röcken eingerücket, wovon wir 232 Man auff den Stürtzelberg geschickt, so 5 Fahnen bey sich gehabt. Bey diesem Beletter-Machen ist gewesen Herr Scheffen Häring allein, Senator Schimmelpfenning, Schmitz, Schwieren et Henrig Assemächer. Diese wahren frantzosische Schweitzer.[483]

<710> Den 13. Maii [1757] seint auch Beletter gemacht worden, seint aber keine Soltahten heran kommen.

<711> Sondagß, den 15. Maii [1757] ist ein Kriegß-Commissarius hier gewesen wegen der Visitation der Früchten, als Korn, Weitzen, Haber. Seine bey sich habende Patent aber lautent nur allein auff den regierenden Herrn Bürgermeistern und Stattschreibern, und Herr Bürgermeister, zu Beth liegent, hatt also gleich den Stattschreibern an sein Hauß 3-mahl lassen ruffen und citiren, so hatt er, Stattschreiber, doch nit erscheinen wollen, worüber der Herr Commissarius sich lauten lassen, das wir Zonser wegen dieser Ursach villicht eine Compagnie Dragoner in kurtzer Zeit auff Execution bekommen würden.

<712> 4te. 18. Maii [1757], in Vigilia ascensionis, seint 140 Man Reuther mit 14 Officiers, Weisröck, mit 3 Standaren eingerückt und 2 Trumpetter, und in festo ascensionis [19. Mai], des Morgens ümb halber 9 bis auff Neuß hiervon abmarschieret.

<713> [12v] 5te. Attollerey. Den 21. Maii [1757] seint eingerückt 140 Man blawe gemeine Rheuter und 24 Officiers, ein Paucker, 2 Standaren, 3 Trumpetter, haben aber ungefehr 220 Pfert und ungefehr 50 Knecht, auch etliche Weiber und Kinder bey sich gehabt, und alle hier geblieben. Nota bene: Und des Abents ümb halber 9 Uhren ist die Attollerey mit 13 Officiers und 40 Man Gemeinen zu Schiff hierhin kommen und des Naths hier geblieben und den 22. dito auff Grieffrath bey Neuß abmarschieret.

<714> 6te. Den 23. Maii [1757] seint eingerückt 150 Man rode Reuther und sehr ville Officiers mit 1 Paucker, 2 Standarten, 2 Trumpetter und den 24. dito auff Dusseldorff marschieret. Nota bene: Welcher Quartiermeister den ältisten Scheffen Häring als viceregierenden Herrn Bürgermeistern bey erstem Anblickt gleich zur Erden geschlagen auff dem Marck und mit Füssen gestossen und auff dem Rathhauß mit seiner Peitschen geschlagen.

<715> 7te. Den 24. Maii ist die militarische Execution geschehet. Den 24. Maii [1757] seint 4 Compagnie Weisröck ad 140 Man Rheuter, 1 Herr General und villen Officiers und sehr villen Bagage eingerückt, also das des anderen Dags beym Abmarsch bis auff Neuß aus dieser Herrschafft 40 Pfert zum Fürspann nöhtig haben angeschafft müssen werden.

<716> 8te. Den 25. Maii [1757], ehe und bevor die Rheuter abmarschieret, seint die newe Quartiermeistern widerümb hier gewesen und seint widerümb 4 Compagnie blawe Tragoner ad 160 Man Gemeine und ville Officiers sambt dem gantzen Stab hier eingerückt, wovon aber 1 Compagnie auff den Stürtzelberg wie dan auch eine nach Horrem verlegt worden, und seint des anderen Dagß abgezohgen.

<717> Pferts-Diensten 144 Pfert. Nota bene: Den 26. Maii [1757], nach Annotation des Stattdieners haben in diesen 8 Durchmarschen bis auff diesen Dag 56 Pfert nur allein aus Zonß angeschafft müssen werden, ümb die Portionen und Rationen zu Dormagen abzuholen, und 88 Pfert beym Abzug zum Fürspann mit müssen gehen.

<718> 9te. Das erste Strohe empfangen. Den 27. Maii [1757] seint auch 4 Compagnie blawe Tragoner mit einer Standaren und 2 Trummelen hier eingerückt, jede Compagnie ad 40 Man Gemeine ohne Officiers, wovon aber 2 Compagnie nach dem Stürtzelberg und Horrem gelegt worden. Nota bene: Und haben 5 Pfert[484] mit 3 Karren die Furage zu Dormagen geholt, und haben 90 Rationen Hew und auch 90 Rationen Strohe bekommen, und wir Zonser haben heuth zum erstemahl die Rationen Strohe bekommen, und seint den 28. dito abmarschieret.

<719> Fürspann nach Wesell. Den 1. Junii [1757] fuit Conventio in pleno senatu, in absentia Herr Bürgermeistern Braun et Senatoris Schimmelpfenning, und wobey 10 Bürger aus Zonß, vom Stürtzelberg und 4 von Horrem gewesen seint, und ist hierbey vereinbahret worden, das 6 Kaaren von Zonß, 4 vom Stürtzelberg und 2 von Horrem, jede mit 2 güter Pfert bespannen und mit Leyderen besetzte Kaaren am 4. dieses nach Wesel fahren sollen, und soll jede Kaar mit 2 Pfert pro Dag haben 2 Reichtahler Species und kein Haber noch Hew, und wan einer zu Wesell solte Gelt bekommen vom Herrn Commissario, so vill als er alda bekombt, dasselbige soll ihm alhier abgezohgen und darauffgezelt werden. Und aus dieser Ursachen seint diesen Morgen 2 Deputirte, als Christian Aldenhoven und Johannes Hendrig Falckenberg, zu Pfert zum hochwürdigen Thumbcapitul und weiters bis auff Bonn hingereiset, und nota bene: am 3ten Junii in praesentia des Herrn Schultheisen ist noch einmahl von semblichen Obengemelten beschlossen worden, das 11 Pfert aus Zonß, 8 Pfert vom Stürtzelberg und 5 Pfert von Horrem in diese 12 Kahren sollen eingespannet werden und auff Wesel fahren – vide infra.[485]

<720> [13r] Churfürstlich Colnischer Einquartirung. Und am 3ten Junii [1757] seint Beletter gemacht worden für die Chürcöllnische von Käysertwerth hierhin verlegtes Garnison ad 130 Man[486], von welchen am 4. dieses 40 Man nach Stürtzelberg und Horrem seint verlegt worden, und seint am 25. Junii abgezogen.

<721> Den 4. dieses [Juni 1757] seint des Morgens ümb 4 Uhren die 12 Kahren nach dem zu Wesel stehenden Magasein abmarschieret, ümb aldasiges Magasin auff die Statt Münster zu fahren, wobey die Zonser 11 Pfert, 6 Kaaren, Stürtzelberg 8 Pfert und 4 Kaaren, Horrem aber 5 Pfert und 2 Kaaren geliebert und anschaffen müssen, und nota bene: Das fünffte Pfert von Horrem hatt bey das eilffte Pfert in die Zonser Kaaren spannen müssen alhier zu Zonß. Und diese gemelte 24 Pfert sambt den 12 Kaaren seint eilff Dag auff der Reisen gewesen und seint den 14. dito wider nach Zonß zurück kommen.

<722> Den 11. Junii [1757] fuit Conventio in curia, und ist vorbragt, das die Zoll-Herren bey der Einquartierung der Solthaten frey sein wollen und solten, so aber schrifftlich bey einem hochwürdigen Thumbcapitul beantwortet werden soll[487], in absentia Scheffen Böß und Assemächer et Senatoris Schlebüsch.

<723> Den 12. dieses [Juni 1757] fuit Conventio in domo Consulis, und ist abgelesen worden, das wir die Repartition deren frantzosischen Durchzüg, wie vill deren gewesen und wie vill Fürspann und Unkösten darauffgegangen, machen sollen und auff Bonn schicken sollen.

<724> Item: Eodem [12. Juni 1757] ist auch alda die Supplique deren Zollbeambten vermeinten Freyheit fürgelesen worden, in praesentia Herrn Bürgermeistern Braun, Scheffen Häring, Senatorum Schimmelpfenning, Schmitz, Flehn und Schwieren.

<725> Den 21. Junii [1757] fuit Conventio in curia, und ist die Repartition des Fürspanß der frantzosischer Völcker gemacht worden, in praesentia Herrn Bürgermeister Braun, Scheffen Häring, Böß et Eberle, Senatorum Schmitz, Flehn, Schwieren et Henrig Assemächer.

<726> Visitatio Caminorum. Den 30. Junii [1757] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Braun et Scabinum Haering et Senatorem Flehn, in absentia nota bene: Judicii Scribae.

<727> Der Zollherren Einquartirung. Den 7. Julii [1757] fuit Conventio in curia, in praesentia Praetoris, und ist die von einem hochwürdigen Thomcapitul ausgeschriebene Sententz wegen der Zollherren Personalfreyheit der gewöhnlicher Einquartierung der Solthaten abgelesen und auch ins Prothocoll geschrieben worden de verbo ad verbum.

<728> Wein-Recreatio. Den 8. Julii [1757] fuit Conventio in curia, in praesentia Praetoris, und ist die Repartition wegen der bey Belettirung der Auswendigen, welche 1 Gulden im Simpel geben, dieselbige seint ad 4 Albus in den Kriegßlästen angeschlagen worden, und ist hierbey 29 Stübers Weisbröttger, 3 Viertel Wein und 4 ½ holländischen Käß consumirt worden, in absentia Scheffen Haering et Lieb et Senatoris Schlebüsch.

<729> 11. Beletterung. Den 16. Julii [1757] seint des Morgens 4 Compagnien Weisröck frantzosische Lanthmilitz alhier zufuß eingerückt, welche am 17. dito des Morgens frühe abmarschieret bis auff Neuß. Der Ursachen halber 6 zweyspännige Kahren aus dem Nivenheimer Kirspell des Abents zuvore hierhin müssen kommen, ümb deren Bagage hinweg bis auff Neuß zu fahren, und 2 Pfert aus Zonß seint an den Rüßwagen gespannen worden[488], jede Compagnie ad 65 Man starck, und 3 Kahren aus Zonß haben auch Fleisch und Brott und für der Herrn Officiers Pfert das Hew und Haber müssen holen zu Dormagen.

<730> Den 1. Octobris [1757], bey Verpfachtung der Accies und Wegelt ist verzehrt worden 4 Viertel Wein, 2 halbe holländische Käß und 52 Stübers Weisbrötger.

<731> Den 14. Octobris [1757] fuit Conventio in curia, wobey prothocollirt worden, das die Auswendige wegen in hiesiger Herschafft liegenden Güter die Einquartierungß-Gelter, und zware 4 Albus pro Dag, so in einem Simpel einen Gulden geben, zahlen sollen, und Herr Bürgermeister Braun in Mißzahlungß-Fall die Länderey verkauffen solle, in praesentia Herrn Schultheiß Mappius, Braun, Häring, Lieb, [13v] Eberle et Assemächer, Scabini, et Schimmelpfenning, Schmitz, Flehn, Santh, Schwieren, Assemächer, Senatores.

<732> Beck ist zum Schütz angenohmen und auch zum Bürger creert. Wein-Recreatio. Den 19. Octobris [1757] fuit Conventio in curia, und ist Joseph Ignatius Boeck zum Bürger creeret worden, und ist ihm das zur Statt gehörige Gelt, so er wegen Bürger machen hette zahlen müssen, geschenckt worden, und hatt zahlt 4 Reichstahler, und ist auch, weilen sein Schwieger-Vatter den 5. Octobris hinweg gegangen, das niemanth weis, wo er geblieben, gleich zum Stattdiener auffgenohmen und seinen Eyth deßfahls ausgeschworen, wobey 4 Viertel Wein, 6 Pfunt holländischen Käß und 26 Stübers Weisbrott consumirt worden, in absentia Scabini Böß et Senatoris Schlebüsch.

<733> Den 4. Novembris [1757] fuit in curia Conventio, wobey das Befehl aus der General-Convention abgelesen und auch zugleich beantwortet worden, was und welche verscheidene gleichen hier im Anschlag der Simplen seint und wie vill etliche geben.

<734> Visitatio Caminorum. Den 5. Novembris [1757] ist die Schorrensteins-Visitation gehalten worden per Dominum Consulem Braun et Scribam, Böß, cujus loco ivit Assemächer, Scabinus, et Schwieren.

<735> Vergleich mit dem Stattschreiber wegen des Quartals. Den 6. Novembris [1757] fuit Conventio in senatu, und ist dem Stattschreiber duppeln Praesentz eingewilliget pro dolor worden, weil der gnädige Ambtherr sölches befohlen, welches auch prothocollirt ist worden, das bey einer newer Auffnahm eines Stattschreibers hinführo nit mehr geschehen soll, wobey meine Antwort gewesen also: „Wan sie alle Ja sagen, was hilfft mir dan mein Nein-Sagen?“, und ist geschehen in absentia Santh.

<736> Attollery ad 105 Pfert. Den 8. Decembris [1757] seint die Biletter für die Pfert von den Rüstwagen verfertigt worden und bey 4 Pfert ein Man, und 3 Officiers, welche Pfert und Officiers den 9. dito eingerückt. Und am 10. dito ist mit den Bürgeren den Accorth getroffen worden, das ein jeder Bürger, wo die Pfert und Manschafft im Quartier seint, von 4 Pfert und einem Man soll per Monath haben 10 Schillingen, welches Gelt auff den Simples-Fuß soll ausgeschlagen und die Logimenter daraus bezahlt sollen werden.

<737> Wein-Recreatio. Den 27. Decembris [1757] fuit Conventio, und ist das Befehl eines hochwürdigen Thumbcapituls wegen des Magasingß-Hauß und Schewr abgelesen worden, das wir oder die Statt Zonß sich keinesweegß darin bewilligen sollen, sonderen die Liberanthen sollen sölches selbsten anschaffen, wobey 4 Viertel Wein und 25 Stübers Weisbrott verzehrt, in absentia Scheffen Böß et Assemächer, et Senatores omnes fuerunt praesentes.

<738> 1758. Creatio Senatoris Adami Schneider loco Wilhelmi Santh. Wein-Recreatio. Den 13. Januarii fuit Conventio in curia. Weilen der Rathßverwanter Santh in frantzosische Diensten getrotten und abmarschieret ist, derhalben ist der Adamus Schneider zum Rathßherrn erwöhlet worden, wobey 8 Viertel Wein und 30 Stübers Weisbrott verzehrt worden, wovon nota bene: Adamus Schneider aber 2 Viertel Wein und 15 Stübers Weisbrötger bezahlt hatt.

<739> Repartition der 100 Livers Pfert. Wein-Recreatio. 27. Januarii [1758] fuit Conventio in curia, und ist die Repartition der frantzosischen Officiers, Knechten und 100 Pfert gemacht worden, in praesentia Herrn Schultheiß, Bürgermeister Braun, Scheffen Lieb, Eberle, Assemächer et Rathsverwanten Schimmelpfenning, Schmitz, Flehn, Schwieren, Assemächer, Schlebusch, Schneider, auch ist in praesentia des Morgens gewesen der Herr Provisor von Knechtstäden, Scheffen Sturm von Dormagen et Nolten et May, und des Nachmittagß nach der gemachter Repartition ist verzehrt 2 Viertel Wein et 12 Stübers Bröttger.

<740> Visitatio Caminorum. Den 31. Januarii [1758] fuit Caminorum Visitatio per Dominum Consulem Braun et Scribam et Lieb, cujus loco ivit Scabinus Haering, et Henrig Assemächer.

<741> [14r] Creatio civium Reneri Töller et Hilgeri Erkelenz. Den 8. Februarii [1758] fuit Congregatio in pleno senatu, und ist heuth Renerus Töller zum Bürger und gibt 5 Reichstahler Species, und Hilgerus Erkelentz auch zum Bürger angenohmen worden und gibt 9 Reichstahler Species.

<742> Ablegung der drey Schlüsselen. Den 14. Februarii [1758] fuit Conventio in curia, und seint die Biletter für die zweyte ankommende 100 Pfert geschrieben worden, in absentia Senatorum Schimmelpfenning et Flehn, wobey ich die Rathßschlüsselen dem Confrater Schneider abgelang hab zu verwahren gegeben.

<743> Vollmacht. Wein-Recreatio. Den 16. Februarii [1758] fuit Conventio in pleno senatu, excepto Scheffen Böß, wobey dem Herrn Bürgermeister Braun die Lanthtagß-Vollmacht gegeben worden, und seint hiebey 3 Viertel Wein, wovon Herr Bürgermeister 2 Viertel zahlen muß, und 26 Stübers Weisbrott verzehrt worden.

<744> Bürgergeding und Verzehrung der 14 Gülden. Den 22. Februarii [1758] ist in absentia Herrn Bürgermeisters Braun das Bürgergeding per Herrn Bürgermeister Häring das gewöhnliche Bürgergeding gehalten worden, und sein die 3 Hirten gemiedet worden, und ist dem Rinderhirt Zusatz getahn, das er von einem Rinth, so ein Winter-Fudder gessen, ebensowoll 6 Albus soll haben als auch von einer Kuhe, und der Schweinshirt, so gemiedet ist worden, ist gebürdig aus Nivenheim mit Nahmen Hilger Dümpel, in absentia Scheffen Böß et Rathwanter Assemächer. Und post factum seint im Ancker die 14 Gülden wegen der Fischerey von den Bürgeren verzehrt worden.

<745> Bürgereyth. Den 5. Martii [1758] fuit Conventio in curia, und hatt alda Henricus Burbach und Johannes Hamecher den Bürgereith ausgeschworen, und nota bene: den 12. Martii hatt Antonius Obladen sein Bürgereith ausgeschworen, und jeder gibt 5 Reichstahler.

<746> Eodem [5. März 1758] haben die Patres suppliciret ümb 1000 Ziegelstein von der Statt, die welche aber Magistrat abgeschlagen, das die Statt ihre Stein selbst höchstnöhtig hatt.

<747> Adami Kux et Lambert Becker den Bürgereyt getahn. Recreatio. 27. Martii [1758] fuit Conventio in pleno senatu, und ist Lambert Becker mit seinem Sohn zum Burger angenohmen mit Hergebung 5 Reichstahler, und der Schlechter von Wiefelinghofen Adamus Kux mit seinem ältisten Sohn zum Bürger angenohmen worden mit Hergebung 5 Reichstahler, 2 Viertel Wein und einen Brahden mit 17 Stübers Weisbrötger, und Herr Burgermeister auch ein Viertel Wein darbey gegeben.

<748> Nota bene: Den 12. Martii [1758] hatt Scheffen Sturm von Dormagen aus seinem eigenen Kopff eine fransöschisse Marschruth gemacht und selbige hierhin an unsere Magistrat geschickt, lautet also: 1 Commendant, 1 Major, 10 Capitäins, 10 Leutenants, 600 Man. Zonß mus lieberen 760 Portionen Fleisch, 760 Portionen Brott, 82 Rationen Hew, 82 Rationen Haber, worauff wir aber bis dato kein Solthaten bekommen.[489]

<749> Nota bene: Den 16. Martii [1758] hatt Scheffen Sturm ein fransöschiffer[490] Capitäin mit bey sich habender Compagnie oder Manschafft und Beletter, so auff Rheinfelt lautent, durch ihren Feltschützen als Weegweiser hierhin nach Zonß geschicht, die welche Manschafft wir aber hier an der Portzen bis auff Rheinfelt gewiesen haben.

<750> Nota bene: Den 29. Martii [1758] ist ein müntzerische Quartiermeister hier ankommen und anbragt, das der Staab und 6 Compagnien Weisröck mit roden Auffschläg[491] selbigen Abents hier solten einrücken als Reuhter, so wir auch mit guten Worten abgewiesen.[492]

<751> Nota bene: Den 30. Martii [1758] ist ein fransöschisser Printz mit 12 beladene Mauleselen und 12 Pfert hierein kommen, so auch mit gutem Accorth gleich ohne Verfertigung der Beletter widerümb abmarschieret.

<752> Wegen der Bäum an der Rhein-Pforten. Den 1. Aprilis [1758] fuit Congregatio in curia, und hatt Herr Bürgermeister Häring vorbragt, das die hiesige 4 Zollbeambten die 4 Baum am Creutz für der Rheinpforten, wie auch die Bäum auff dem Wall, wo die Vogelsruth auffstehet, ohne Recht eigenmächtig haben scheeren und flicken lassen, worüber beschlossen und befohlen worden, das Herr Bürgermeister Häring das geflickte Holtz durch eine Dienstkaaren und Hülff des Stattdieners soll hinweg nehmen und auffs Rathhauß führen lassen. Wie befohlen, also geschehen, und sein 3 Kaaren Gehöltz darvon auffs Rathhauß gefahren worden, ohne dasjenige Holtz, so der Holtzhewer ohne Recht nach Hauß getragen hatt.

<753> [14v] Visitatio Caminorum. Den 8. Aprilis [1758] seint die Schornstein visitirt worden per Dominum Consulem, Scribam et Scabinum Assemächer et Senatorem Schlebüsch.

Die Belagerung Düsseldorfs durch die Franzosen am 7. Juli 1758.

<754> Visitatio Caminorum. Den 15. Septembris [1758] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Braun, Scribam et Scabinum Haering et Senatorem Schneider.

<755> Accies-Recreatio. Den 2. Octobris [1758] ist in curia in pleno senatu excepto Wilhelm Assemächer die Accies plus offerenti verpfachtet worden, und ist anerfallen dem Herrn Krater vor 86 bleibende Reichstahler, und das Weggelt ist dem Georgen Schimmelpfenning vor 11 Gülden anerfallen. Und darbey ist verzehrt worden 4 Viertel Wein, pro Maaß 1 Gulden, und 40 Stübers Bröttger und etlichen Käß.

<756> Vidua Aldenhovens Rechnung Recreatio. Veneris, den 17. Novembris [1758] ist in pleno senatu excepto Scheffen Böß der Wittib Aldenhovens die 2-jährige Rechnung wegen ihres Mans seehlig gehalten worden, und ist die Wittib desfahls der Statt schüldig bleiben 660 Gülden 23 Albus und 2 ½ Heller, wobey 2 Viertel Wein und 28 Weisbrötger consumirt worden. Nota bene: Selbige Wittib ist auch wegen der Horremer hiesiger Statt aparte noch schüldig blieben 10 Reichstahler Species, ergo facit in toto 694 Gulden 7 Albus 2 ½ Heller.

<757> Wittib Ümblauffs Rechnung Recreatio. Den 20. Novembris [1758] hatt die Wittib Ümblauffs ihre Rechnung abgelegt, und ist der Statt noch 6 Reichstahler schüldig blieben, wobey 3 Viertel Wein und 24 Stübers Brötger in absentia Senatoris Schimmelpfenning verzehrt.

<758> Visitatio Caminorum. Den 15. Decembris [1758] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem, Scribam et Scabinum Lieb et Senatorem Schimmelpfenning, cujus loco ivit Senator Schmitz.

<759> 1759. Vollmacht-Recreatio. Den 30. Januarii ist Herrn Bürgermeistern Braun die Lanttagß-Vollmacht gegeben worden, wobey 26 Stübers Weisbrott und 3 Viertel Wein verzehrt worden, wovon der Herr Bürgermeister ein Viertel zahlen muß, und die Statt auch ein Viertel muß zahlen.

<760> Visitatio Caminorum. Den 23. Februarii [1759] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Assemaecher, loco Consulis Braun, et Scribam, Scabinum Lieb et Senatorem Schimmelpfenning.

<761> Besichtung der Weegen Recreatio. Den 28. Februarii [1759] ist die Kuhe-Trifft auff die Heith ausgestochen worden, und eodem seint auch die Horremer Weeg wegen des Abbawens besichtiget worden, und darauff in curia 3 Viertel Wein und 22 Stübers Brötger consumirt worden, in absentia Herrn Bürgermeistern Braun, Scheffen Böß et Senatoris Schmitz.

<762> Verpfachtung des Fehrs Recreatio. Den 28. Junii [1759] ist das Rhein-Fehr verpfachtet worden in curia, und ist plus offerenti anerfallen dem Johannes Hendrig Falckenberg vor 25 Reichstahler Species, und ist anbey verzehrt worden 34 Stübers Brötger und 4 Viertel Wein, pro Maaß 8 Blafferten, dessen eins der Pfächter 2 Viertel und auch die Statt 2 Viertel bezahlen, auch 8 Pfunt hollendischen Käß, in absentia Scheffen Böß et Senatoris Schlebüsch. Nota bene: Dessen hatt er, Falckenberg, die erste 9 Monath ümbsönst zu fahren.[493]

<763> Visitatio Caminorum. Den 13. Julii [1759] seint die Schorenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Scribam Eberle et Scabinum Assemächer et Senatorem Flehn.

<764> Creatio civis Wilhelm Heiden. Den 25. Julii [1759] ist Wilhelm Heiden mit Zeigung seines Tauffen-Scheins zum Bürger angenohmen worden, gibt 5 Reichstahler, in absentia Scheffen Böß et Lieb et Senatoris Schneider, und nota bene: weil Scheffen Böß nit citirt ist worden, so ist seine Praesens oder Jura ihme doch zu gutt getahn und per Dominum Consulem verwahrt worden.

<765> Visitatio Caminorum. Den 1. Octobris [1759] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Scribam Eberle et Scabinum Häring et Senatorem Schwieren.

<766> Accies-Recreatio. Eodem [1. Oktober 1759] ist die Accies plus offerenti verpfachtet worden, und ist Christian Aldenhoven für 91 bleibende Reichstahler und das Weeggelt dem Scheffen Böß für 24 Gulden anheimgefallen, wobey 5 Viertel Wein und ½ hollendischen Käß und 44 Stüber Weisbrott verzehrt worden, dessen mussen diese beyde Pfächter ihre Schüldigkeit in dieser gemelter Consumation mit helffen bezahlen.

<767> 1760. Creatio civis Joannis Schieffers. Den 6. Januarii ist Johannes Schieffer, Jungergesell, mit Zeigung seines Tauffenscheins zum Bürger erwöhlt worden, gibt 10 Reichstahler und 1 Dahler für den Eymer und 6 ½ Stüber, in absentia Scheffen Böß, so kranck ist.

<768> Visitatio Caminorum. Den 8. Januarii [1760] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Scribam Eberle, Scabinum Braun et Senatorem Assemächer.

<769> Recreatio. Den 11. Februarii [1760] fuit in curia Congregatio, und hatt Wilhelm Assemächer, Scabinus, über den einen Termin von 5 Simplen sein Rechnung getahn, und von diesen fünff Simplen ist Überschuß gewesen 199 Gülden, 14 Albus, 4 Heller, und wobey 8 Massen Wein seint verzehrt worden, jede Maaß pro 20 Stüber, coram omnibus excepto Scabino Böß.

<770> [15r] 1760. Vollmacht-Recreatio. Sambstag, den 23. Februarii [1760] ist dem Herrn Bürgermeister Eberle in curia die Lanttagß-Vollmacht gegeben worden, wobey 4 Viertel und 2 Maassen Wein, ein Stück Käß und 28 Stübers Brötger consumirt worden, excepto Scheffen Böß, coram Domino Praetore cum omnibus aliis.

<771> Bürgergeding propter custodem. Den 27. Februarii [1760] ist Bürgergeding per Dominum Consulem Braun gehalten, und auff Anstifftung deren zweyen Assemächer ist den Bürgeren vorgelesen worden, das sie dem zeitlichen Offerman kein Offerbrott, noch Sommer geben sollen, bis daran, das er am Bürgergeding jederzeit die Schlüsselen[494] präsentieret.

<772> Visitatio Caminorum. Den 20. Martii [1760] seint die Schorrenstein visitiret worden per Dominum Consulem Braun, Scabinum Lieb und Senatorem Schlebüsch, auff dessen Platz hatt gegangen Senator Schwieren, in absentia Domini Scribae.

<773> Creatio civis Vögeling. Den 14. Aprilis [1760] ist Jacob Vögeling zum Bürger auffgenohmen worden, gibt 9 Reichstahler und 2 Gülden Bier, coram omnibus excepto Eberle.

<774> Nota bene: Den Anfang oder den Verlauff der Durchmarschen suche in dem kleinen Buch vom Jahr 1758 und 1759[495], und den 11. Junii [1759] seint 150 Frantze Curassierreuhter Weißröck mit rothen Auffschlägen hier eingerückt und seint den 12. dito morgens 9 Uhren auff Düsseldorff abmarschieret.

<775> Sondag, den 19. Augusti [1759], morgens 10 Uhren seint 2 Officiers, 2 Serganten, 49 Man frantzösische Schweitzer Rothröck und blaw Auffschläg zufuß hier eingerückt.

<776> Solthaten-Einquartirung.[496] Sondag, den 26. Augusti [1759], seint diese obige 53 Man abgelöset und so vill newe von selbigem Regiement morgens 9 Uhren auff diese Platz kommen. Und Sambstag, den 1. Septembris seint diese obige 53 Man Schweitzer abmarschieret auff Düsseldorff.

<777> Donnerstag, den 1. Novembris [1759] ümb ein Uhr seint 4 Compagnie und ümb halber 4 Uhren noch 2 Compagnie Reuhter Weißröck und des Abents ümb 8 Uhren noch 60 Man Schweitzer Rothröck zufuß hier eingerück, und die Schweitzer seint den 2. dito abmarschieret, und die Reuhter seint den 3. dito morgens halber 9 Uhren auff Düsseldorff abmarschieret.

<778> Sondag, den 25. Novembris [1759], nachmittagß 3 Uhren seint 36 Officiers mit 600 Man Weisröck-Frantzen von Münster hier eingerückt, und haben ihnnen gleich 119 Rationen Hew und Haber lieberen müssen. Dieselbige seint den 26. dito abmarschieret auff Cöllen.

<779> Mitwoch, den 28. Novembris [1759] seint von Düsseldorff 2 Batailions Frantzosen, als 1 Batailions Weisröck und 1 Batailion Blawröck ohne Officiers ad 1.200 Man Gemeine, hier eingerückt, also das 10, 20 bis 24 Man Gemeine in einem gemeinen Hauß und 2 Capitains, 3 Leutenants in einem Hauß beysammen gelegen und ligen müssen. Und das Batailion Weißröck seint Sambstag, den 22. Decembris morgens 9 Uhren auff Düsseldorff wider abmarschieret, und den 24. Decembris, des Mondagß-morgens 9 Uhren seint die Blawröck auff Cöllen abmarschieret mit Hinterlassung viller Bagage, viller Weiber, einen Officier und 50 Man Gemeinen. Und den 3. Januarii 1760, des Nachtß ümb 11 Uhren ist alle diese hinterlassene Bagage mit Solthaten und Weiber abgeführet worden auff Düsseldorff.

<780> 1760. Mondag, den 7. Januarii, nachtmittagß 1 Uhr seint 150 Man Weisröck-Frantzen mit 3 Officiers hier eingerückt und seint dingstagß, den 8. dito morgens 7 Uhren auff Cöllen marschieret.

<781> Einquatirung.[497] Sondag, den 13. Januarii [1760] seint aus dem Lazareth 30 Man Krancken und Recruten hierein kommen und seint Mitwoch, den 16. dito abgereiset auff Betbur-Riferscheit.

<782> Freydag, den 18. Januarii [1760] seint 135 Man Weisröck frantzen Reuhter ohne Officiers hier einkommen und den 19. dito bis auff Crevelt abmarschieret.

<783> Und Sambstag, den 19. Januarii [1760] seint auch widerümb 2 Officiers, 16 Man gemeine Frantzen weisse Reuhter hir hin kommen. Und Sondag, den 20. dito bis auff Crevelt abmarschieret.

<784> Eodem dito, den 19. Januarii [1760], seint des Nachtßmittagß 11 Officiers mit 240 rode Schweitzer hier eingerückt und seint den 20. dito abmarschieret auff Cöllen.

<785> Mitwoch, den 6. Februarii [1760], nachmittagß 3 Uhren seint 2 Officiers, 2 Serganten, 69 Man Frantze Weisröck hierhin kommen von Cöllen und seint den 16. Februarii widerümb abmarschieret auff Cöllen.

<786> [15v] 1760. Frantzen. Sambstag, den 16. Februarii [1760], nachmittagß 1 Uhr seint widerümb so vill Manschafft, als wie heuth Frühe abmarschieret seint, aus Cöllen von selbigem Volck hier eingerückt und seint des Dingstag, den 26. dito des Morgens auff Cöllen widerümb abmarschieret.

<787> Frantzen. Dingstag, den 29. Aprilis [1760], des Mittagß seint 14 Officiers, 8 Serganten, 390 Man Frantze Weisröck und 12 Tambauren hier eingerückt.

<788> Visitatio Caminorum. Dingstag, den 20. Maii [1760] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Eberle, Scabinum Assemacher et Senatorem Schneider.

<789> Frantzen. Donnerstag, den 22. Mey [1760] seint aus Cöllen 13 Compagnien weisse Frantzosen hier eingerückt morgens halber 12 Uhren und seint am Freydag, den 23. dito morgens 6 Uhren abmarschieret bis auff Heert.

<790> Frantzen. Den 25. Maii [1760], als am heiligen Pfingstsondag, seint die am 29ten Aprilis hirhin gekommene 390 Man sambt ihren Officiers morgens ümb 5 Uhren abmarschieret bis auff Kleinenbroich.

<791> Creatio civium Johannes Fausten et Henrig Scheiffer. Recreatio. In festo Trinitatis, den 1. Junii [1760], in curia coram omnibus hatt Johannes Fausten, hiesiger Wintmüller, und auch Hendrig Schieffer den Bürgereith ausgeschworen, und er, Fausten, gibt 5 Reichstahler und ¼ Ahm Wein, und Schieffer gibt 5 Reichstahler, wobey Herr Bürgermeister 2 Brahten und 30 Stübers Bröthger gegeben.

<792> Herr Gerichtschreiber Eberle. Den 21. Junii [1760] fuit Conventio in curia, wobey Herr Rathsverwanter Schlebüsch seine Fleschweins mit Gelt bezahlt wegen der festo Trinitatis geschehener Frag, und das er, Schlebüsch, geantwort, dem Offerman gebührt das Offerbrott, worüber das Protocollum gehalten und ins Protocoll geschrieben worden. Selbiges aber nota bene: an gemeltem 21. Julii[498] durch Herrn Gerichtschreiber Eberle fein das gantze Blath ausgerissen worden, das man nichtß kan sehen, wo es gestanden hatt.

<793> Visitatio Caminorum. Den 18. Julii [1760] seint die Schorrestein besichtigt und visitirt worden per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Häring et Senatorem Schimmelpfenning. Der Herr Burgermeister Eberle et Senator Schimmelpfenning seint gantz allein gegangen, weilen der Herr Scheffen Häring lahm und der Stattdiener dott ist.[499]

<794> Creatio civis. Sondag, den 27. Julii [1760] in senatu ist Johannes Hermanus Esser zum Bürger creert worden, und gibt an Bürgergelt 6 Reichstahler, wobey der Herr Bürgermeister mir an mein Platz meinen Nahmen geschrieben und mit Kneith auch einen grossen Brill gemacht.

<795> Creatio civis. Creatio des Stattdieners. Mitwoch, den 30. Julii [1760] in senatu ist Mathias Jais[500] zum Bürger creirt worden, und sein Bürgergelt gleich wie auch seinem Antecessori ist geschenckt worden, und gibt in toto 4 Reichstahler, in absentia Scheffen Böß und Senatoris Schlebüsch. Und Sondag, den 30. Augusti ist gemelter Mathias Jais zum Stattdiener in pleno senatu erwöhlt worden und seinen Eyt abgelegt.

<796> 1761. Creatio civis. 1761. 1761, den 20. Januarii ist Georgen Coenen zum Bürger creeret, und gibt an Bürgergelt 7 Reichstahler, auch der Schlechter von Dormagen[501] sein Bürger-Eyt alhier abgelegt, und gibt an Bürgergelt [...].[502]

<797> Creatio civis. Den 24. Februarii [1761] ist Hendrig und Johannes Krapol zum Bürger creeret worden, und geben an Bürgergelt zusammen 9 Reichstahler.

<798> Visitatio Caminorum. Den 2. Martii [1761] seint die Schorrenstein visitiret worden per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Lieb et Senatorem Schwieren.

<799> Rheinfehr. Nota bene: 1759, den 28. Junii ist hiesiges Rheinfehr plus offerenti dem Joan Henrig Falckenberg für 25 Reichstahler anheim gefallen und 12 Jahr verpfachtet worden. Suche weiters vorhin.[503]

<800> Frantzen. 1760, Sondag, den 20. Julii seint 30 Man Frantzen Weisröck von Cöllen hier eingerückt, so die alhier in Arrest gebrachte grosse und kleine Schiff verwahren müssen.

<801> Den 21. Julii [1760] seint 15 von dieser Manschafft wider auff Cöllen abmarschieret.

<802> Den 23. Julii [1760] seint die übrige 15 von dieser Manschafft des Morgen auch auff Cöllen gezohgen.

<803> Bürgergeding wegen Ertepffel. Den 20. Septembris [1760], Sambstag, ist Bürgeding gehalten worden per Herrn Bürgermeister Eberle. Weilen der Herr Capellan von den Ertäpffelen den Zehnten wolte nehmen, so einmahlen bräuchlich gewesen, so ist von allen Bürgeren beschlossen worden, das sie die Gewalt mit Gewalt zusammen stöhren wolten, und wan der Herr Capellan, Placidus Thomas genant, einen Bürger mit einem Process privative angreiffen würde, so solle dieses Process die Statt in Nahmen des Bürgers an sich nehmen und ausmachen.

<804> [16r] Zehnten. 1760, den 3. Octobris hatt Herr Bürgermeister Eberle 3 Zehnhüter, so heimlich den Ertäpffel-Zehnten in Arbeit waren hinwegzunehmen, an der Feltpforten angehalten und in das Bürgergefängnuß führen lassen, und am 4ten dito wider loßgelassen.

<805> Frantzen. 1761[504], Mondag, den 13. Octobris seint des Mittagß ad 60 Officiers, 6 Fahnen, 27 Tambauren und 800 Man gemeine frantzosische Schweitzer hier eingerückt.

<806> Item: eodem [13. Oktober 1760], des Abents halber 8 seint von 4 Regementer zu Wasser 8 Officiers, 300 Man krancke Frantzen auch hier eingerückt, und seint den 14. dito diese Krancke auff Neuß und die Schweitzer auff Düsseldorff abmarschieret. Und wegen grossem Sturm-Wint diese Krancke per Schiff nit haben fahren können, so haben dieselbige am Sturtzelberg angefahren und haben alda alle Pfert und Ochssen angespannet und damit hinweggefahren.

<807> Donner. Den 20. Novembris [1760] hatt es morgens halber 5 3mahl hart gedonnert und geblitzet, das die Patres und wir haben leuhten müssen. Den 22. Novembris, nachmittagß 2 Uhren hatt es ebenfahls 3mahl lauth gedonnert, das die Patres und wir haben müssen leuhten.

<808> Die 8 Detachementer.[505] Freydag, den 12. Decembris [1760], mittagß halber 1 Uhr ist ein Detachement ad 150 Man Gemeine, 3 Capitains, 2 Leutenants Weisröck-Frantzen von Cöllen hier eingerückt.

<809> Den 21. Decembris [1760] ist das 2te Detachement ad 150 Man Weisröck von Cöllen hier eingerückt.

<810> 1761. Den 1. Januarii ist das 3te Detachement mit schwartzen und blawen Auffschlägen von Cöllen hier eingerückt ad 150 Man wie zuvore.

<811> Sondag, den 11. Januarii [1761] ist das 4te Detachement, wie vorhin 150 Man Gemeine, eingerückt.

<812> Mitwoch, den 21. Januarii [1761] ist das 5te Detachement, 150 Man, hier eingerückt.

<813> Sondag, den 1. Februarii [1761] ist das 6te Detachement, 150 Man, hier eingerückt. Nota bene: Von welchen den 2ten dito 50 Man zurück auff Worringen gezohgen.

<814> Den 11. Februarii [1761], Mitwoch, ist das 7te Detachement ad 100 Man hier eingerückt.

<815> Sambstag, den 21. dito [Februar 1761] ist das 8te Detachement ad 100 Man hier eingerückt und seint den 26. dito morgens 7 Uhren auff Cöllen abmarschieret.

<816> Freydag, den 27. Februarii [1761] seint etliche 60 Man Feltscheerer ohne die Officier mit 6 Wagen und 20 Kaaren hier eingerückt und seint den 28. dito bis auff Cöllen marschieret.

<817> Sambstag, den 28. Februarii [1761] seint ville Officiers mit 700 Man gemeine Weisröck hier eingezohgen und seint den 1. Martii abgangen bis auff Cöllen.[506]

<818> Jut. Nota bene: 1760, den 15. Julii hatt Jut Schawman an die Magistrat zahlt mit 10 Reichstahler Species für sein Bürgerrecht.

<819> Johannes Peter Peters und Herman Baum disertirt. 1761, den 10. Februarii ist Johannes Petrus Peters und Hermanus Baum, weilen sie dem Juden etliche Fehl des Nachtß abgestohlen, auffs Schloß als Dieb gesetzt worden. Die erste Nacht ist der Herman Baum aus dem Beckers-Kämmergen disertirt, und weil Johannes Petrus Peters im Juden-Thurn wegen grösser Kält kranck worden, derhalben ist er in seinem Hauß bewacht worden durch die Horemer Nachtbahren, und nachdem er alda 2 Nachten gewesen, so ist er am dritten Abent, als den 4ten Martii, disertirt etc.

<820> Creatio unseres gnädigsten Churfürsten Maximilian Friderich. 1761, Mondag, als auff unser Hagelfeyrs-Dag, den 6. Aprilis, ist unser gnädigster Ambtherr Maximilian Friderich Graff von Königseeg als Thumb-Dechant zu Cöllen im Thum zum Cölnischen Churfürsten erwöhlet worden und ist am 10ten dito morgens 10 Uhren als Churfürst hierhin nach Zonß kommen. Und weilen die Zonser Jungferen in Streit gerahten, derhalben seins die 8 kleine Jungferen, so die Mutter Anna getragen, auff der ander Seythen von Rheinfelt, aber doch auff dem Cölnischen Bohdem gewesen und haben alda Ihro Churfürstliche Gnaden mit einem Seythen-Banth, Strauß und Sprüch empfangen. Auff dem Deich nechst bey dem Creutz haben die 8 grosse Muttergottes-Jungferen, gleich darbey die 4 Herren Zollbeambten, nächst darbey haben alle Jungesellen ex Horrem, Stürtzelberg und Zonß mit 8 woll ausgezierten Engelen, darnach die St. Sebastiani-Bruderschafft, darnach die Bürger alle mit dem Gewehr, alle 3 Companien mit fliegenden Fahnen, auch alle 3 Companien mit klingendem Spiel und Trommelen den Herrn empfangen. Einen Trith gleich hinter der Engergassen [16v] haben gestanden die Herren Scheffen mit schwartzen Mäntelen, die Rathßherren mit ihren Riethstöcken, demnegst der Herr Pastor, Herr Sacellan, Herr Vicarius, Custos, Chori Socii, alle Herren Patres, die 2 Schullen, und haben also nach des Herrn Pastoris gehaltener Anreth uns alle ümbgewenth mit Creutz und Fahn und haben alstan gleich angefangen zu singen "Veni Creator" bis an die Portz, und an der Portz ist angefangen worden das "Te Deum Laudamus", und weil Ihro Churfürstliche Gnaden nicht mit uns gleich in die Kirch gangen, sonderen auffs Schloß gefahren, so seint die Herren Patres doch mit uns in die Kirch gegangen und haben alda das "Te Deum Laudamus" mit uns gantz ausgesungen, und unser Herr Pastor am Altar die Collect darauff gesungen.

<821> Einführung Ihro Churfürstlichen Gnaden Maximilian Friderig. Donnerstag, den 23. Aprilis [1761], weilen unser Herr Pastor Martinus Rheden etliche lateinische Carmina und teutsche Lietger componiret und dieselbe Ihro Churfürstlichen Gnaden den 22. Aprilis auff dem Schloß praesentiret und die 4 Herren Zollbeambten ein Feurwerck zu Cöllen verfertigen lassen, und haben den gnädigsten Fürsten in hiesige Pfahrkirch invitiret, und die 4 Herren Zollbeambten auch an gemeltem 23. dito ein Hoheß Ambt mit Trompetten und Heerpaucken und mit anderen musicalischem Spiel halten lassen, derhalben wir sowoll als alle Herren Patres an gemeltem 23. dito ümb halber 11 Uhren mit einer Procession vom Schloß abgeholt, welcher gnadigster Churfürst uns aber halbweg entgegen kommen, wir aber gleich rechtß ümbgekehrt und "Veni Creator" zu singen angefangen bis in die Pfahrkirch, alwo auff dem Chor schicktß fast bey St. Huberti-Pilaar ein Thron, Sessel und Kniebanck gesetzt und gemacht worden, alwo Ihro Churfürstliche Gnaden geknient, und unter dem Chor seint 12 Stühl oder Bänck mit Tapeten bekleidet worden. Eodem dito haben die gantze Zonser Gemeinde, als Horrem, Stürtzelberg und Zonß, von dem gnadigsten Lantsfürst zum Drinck-Gelach bekommen [...] Carolinen in Golt, facit [...][507], und die Jungesellen 20 Cronen-Dahler, facit 38 Reichstahler Coranth, und die 4 Herren Zollbeambten haben des Mittagß in St. Peter ein völliges Gastmahl gehalten, wobey sich ungefehr 40 Perschonen eingefunden, und im Abent haben die gemelten 4 Herren Zollbeambten ümb 10 Uhren das zu Cöllen verfertigte Feurwerck alhier in den Wiesen über dem Schloß und Rathhauß anzünden lassen, und Sondag, den 3. Mey, auff Bürgermeister-Wahl-Dag, so gewesen ist der Sondag für Pfingsten, haben die St. Sebastiani-Brüder den Bruderschaffts-Vogel in Gegenwarth Ihro Churfürstlichen Gnaden geschossen, und der Herr Controleur Heribert Entenich ist Schützekönig worden.

<822> Nota bene: Mondag, den 4. Mey [1761] hatt Ihro Churfürstliche Gnaden noch auffs new zum Vogelschiessen eingesetzt einen grossen silberen Zupffen-Löffel, 6 silbere Messer, Gabelen und Löffelen, welche 19 Theil kosten 112 Reichstahler weniger 18 Albus. Hierbey haben aber keine auswendige Schützen mit dörffen schiessen als nur allein Zonß, Stürtzelberg und Horrem, und ist Schützekönig worden Henricus Weiler aus Horrem.[508] Und dieser gemelter Schützekönig Henrig Weiler hatt am Freydag, den 8. Mey in hiesiger Pfahrkirche eine Sangmeeß de festo lassen halten mit Spendung für die Armen, jeder ein 7 bündiges Brott ad ein Malder Korn, auff das der höchste Gott dem gnädigsten Lantsfürsten eine glückliche Regierung und langes Leben verleyhen wolle.

<823> Freydag, den 8. Mey [1761] ist Ihro Churfürstliche Gnaden hier von dannen bis auff Bruell marschieret, und hatt die gantze Zonser Herrlichkeit, die Männer so woll als Jungesellen, gleich wie beym Einzug mit ihren fliegenden Fahnen und Trummelen vor der Feltpforten im Gewehr stehen müssen, und die [17r] Armen haben auch widerümb zusammen leuhten müssen, und seint alle Cammeren und Stück alhier gelöset worden.

<824> Visitatio Caminorum. Den 11. Junii [1761] seint die Schorrenstein visitirt worden per Vice-Consulem Braun et Scabinum Assemächer et Senatorem Assemächer.

<825> Visitatio Caminorum. Den 1. Septembris [1761] seint die Schorrenstein visitirt worden per Consulem Eberle et Scabinum Häring et Senatorem Schlebüsch, cujus loco ivit Henrig Assemächer.

<826> Visitatio Caminorum. Den 26. Novembris [1761] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Braun et Schneider, Senatorem.

<827> Recreation. Den 10. Decembris [1761] fuit Conventio in curia, und hatt Scheffen Beyer sein Eintritt gegeben mit 2 Viertel Wein, und die Statt hatt gegeben 1 Viertel Wein, 2 Brathen, 38 Stübers Brötger, und Joseph Homan zahlt auch 1 Viertel wegen Antrettung der Herschleyen als Pfächter auff Wilhelm Scheuß sein Platz, facit 4 Viertel Wein.

<828> Recreatio civis. Recreatio. Den 27. Decembris [1761], in festo Sti. Joannis fuit Congregatio, und Johannes Esser zum Bürger angenohmen worden, und gibt an Bürgergelt 10 Reichstahler, und seint verzehrt worden 4 Viertel Wein und 14 Stübers Brötger.

<829> 1762. Rechnung. Den 15. Januarii hatt Herr Bürgermeister Eberle seine 2-jährige Bürgermeisters Rechnungen, auch wegen empfangen Einquatierungs-Gelder, abgehalten und abgerechnet, und ist er der Statt schüldig blieben 801 Gülden und [...][509] Albus, wobey 3 Viertel Wein, 28 Stübers Bröttger und 7 Pfunt Cantert verzehrt.

<830> Visitatio Caminorum. Den 15. Februarii [1762] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Lieb et Senatorem Schimmelpfenning. Nota bene: Scabinus Lieb ivit pro Scabino Böß.

<831> Recreatio civis. Den 22. Martii [1762] ist Conradus Schütz zum Bürger angenohmen, gibt 5 Reichstahler.

<832> Eodem [22. März 1762] ist Bürgergeding gehalten worden per Consulem Braun, und die Hirten angenohmen und gemiehdet worden.

<833> Frantzosische Hew-, Haber- und Holtz-Liberantz. Eodem [22. März 1762] hatt Scheffen Lieb seinen Empfang und Ausgaab wegen der frantzosischen Hew-, Haber- und Holtz-Liberantzen berechnet, und der gantzer Empfang (dahe ein jeder, welcher einen Albus in einem Simpel gegeben, derselbiger muß in dieser Liberantz 9 Albus geben) belaufft sich in toto 967 Reichstahler 71 Albus 4 ½ Heller, hingegen die gantze Ausgaab zu Cöllen und Bonn 848 Reichstahler 26 Albus 5 Heller.

<834> Visitatio Caminorum. Den 15. Maii [1762] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Lieb et Senatorem Schmitz.

<835> Visitatio Caminorum. Den 6. Augusti [1762] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Assemächer et Senatorem Flehn.

<836> Kohl-Sümber zu messen. Mondag, den 16. Augusti [1762] ist Bürgergeding gehalten worden, weilen auff Anstehen der 4 Kohlliberanthen, als nemblich Scheffen Wilhelm Assemächer, Rathsverwanten Lambert Flehn, Wilhelm Hendrig Meyer und Hendrig Stattfelt, das vorm Jahr newe grath auff die rohrrische Maaß gemachte Kohlsümber zwey Zohl abgeschnitten worden, weilen sie angegeben, das selbiges so vill zu groß wäre. Nachdäm sie selbiges abgeschnittene kleine Sümber bis heuth dato gebraucht und die Bürger verspühret, das es vill zu klein ware, derhalben hierüber geklagt und Herr Bürgermeister Eberle widerümb ein newes Sümber machen lassen, und die 4 Kauffleuth, wie hier oben benant, dieses newe Sümber nit vor gutt erkennen wollen, derhalben Herr Bürgermeister dieses newe Sümber nach Ürdingen expresse fahren und alda meessen lassen, und auch von Neuß die Maaß von dem Keufen mitgebracht, welchem die 4 ober bemelte Kauffliberanthen doch widerstrebet, sonderen sie wolten die Kohlmaaß von Düsseldorff haben, derhalben am 18ten dito zu Düsseldorff das Düsseldorffische Statt-Kohl-Keufen mit altem Rübsahm durch dasigen geschworenen Kohlmüdder messen lassen[510], so hatt sich befunden, als wir heuth dato unseres newes grosse Kohlsümber auch mit dergleichen Sahm gemessen mit Cölnischer Wein-Maaß, das das unsrige zweyte new gemachte grosse Sümber noch mehr als zwey kleine Käntger oder ein Wein halbe Pinth zu klein ware, derhalben ist gleich auff dem Rathhauß so vill Holtz aus dem Kohlsümber ausgearbeith worden, das es grath Maaß gemacht worden, und jetzt sowoll alß allezeit viertzigdrey, sage 43 &frac18; Theil und ein halbeß Pingen, Cölnische Wein Maaß starck halten muß und soll, und [17v] dieses alles ist geschehet in praesentia Herrn Bürgermeister Eberle, Scheffen Braun, Lieb, Assemächer et Beyer und Rathsverwanten Schimmelpfenning, Schmitz, Flehn, Schwieren, Assemächer, Schlebüsch et Schneider, und dan einen Bürger, Wilhelm Henrig Meyer, welches auch alles prothocollirt worden, und wir praesentes unsere Nahmen alle eigenhändig selbst unterschrieben haben, in absentia Herrn Scheffen Böß.

<837> Visitatio Caminorum den 30. Septembris [1762] per Dominum Consulem et Scabinum Braun et Senatorem Schwieren.

<838> Verkauffung des Baumes in der Müllengaß. Mondag, den 27. Decembris [1762], in festo Joannis, Congregatio in curia, wobey Herr Bürgermeister Eberle zu verstehen gegeben, das das Ertäpffel-Process schier verspilt wäre, auch hatt er dem Hendrig Assemächer den Baum, so unten in der Müllengaß gestanden, und er, Assemächer, mit Urlaub ohne Verderb zu schären, so er aber gantz ohne Urlaub in den Grunt geschoren, verdorben und nach Hauß gefahren, verkaufft vor 8 Reichstahler und 1 Viertel Wein, und er, Assemächer, sich hernach in curia ausgelassen und gesagt, das er für den Baum 5 Reichstahler thäte geben, ümb mich zu vexiren, weil ich ab hab tretten müssen und nach der Vesper müssen gehen und inzwischen den Kauff gemacht ist worden. Und hernacher haben sie ümb das Oberholtz und Schluchten geschrieben mit lauter Agenterey bis 8 ½ Reichstahler. Und weil ich sahe, das es lauter Agentery war, so hab ich diese Schrifft alle ausgewischt, so hatt der Herr Gerichtschreiber mich angefallen wegen des Offerbrotts, das er mir selbiges nit geben wolte.

<839> 1763 als Clara Lemer. Den 6. Januarii fuit in curia Conventio, wobey die Jungfer Clara Lemer Urlaub bekommen, das sie kan und mag kauffen und verkauffen wie andere Bürger auch thuen, wobey sie, Clara, gegeben 5 Reichstahler, praesentibus omnibus.

<840> Visitatio Caminorum den 14. Januarii [1763] per Dominum Consulem et Scabinum Böß, loco ejus fuit Scabinus Lieb, et Senatorem Assemächer.

<841> Recreatio Jacobi Vögeling. Mitwoch, den 9. Februarii [1763] hatt Scheffen Jacob Vögeling seinen Eyth abgelegt, und seint 6 Viertel Wein, 6 ¾ Pfunt holländischen Käß und 28 Stüber Weisbroth verzehrt worden, wovon aber nota bene: der Scheffen Vögeling wenigsten 2 Viertel zahlen muß, Dominus Praetor adfuit.

<842> Recreatio. Donnerstag, den 10. Februarii [1763] hatt Herr Bürgermeister Eberle seine Rechnungen abgelegt und gerechnet, also das die Statt ihm in allem schüldig geblieben 4 Gulden und etliche Albus, und des Nachmitdagß seint 2 Brahten, 1 Büffel und 44 Stüber Weisbrott, 5 Viertel Wein verzehrt worden, in absentia Scheffen Böß, Lieb et Assemächer, in praesentia Domini Praetoris et fratris ejus.

<843> Lantdagß-Vollmacht. Mondag, den 14. Februarii [1763] ist dem Herrn Bürgermeister Eberle die Lanttagß Vollmacht gegeben worden, wobey an Platz 3 Brahten, 24 Pfunt Grönfleisch, 32 Stubers Weisbrott und 5 Viertel Wein seint verzehrt worden, praesentibus omnibus, wovon Herr Bürgermeister zwey Viertel Wein zahlen muß.

<844> Creatio civis. Eodem [14. Februar 1763] ist Lambertus Gewer zum Bürger creeret und gibt in toto 4 Reichstahler.

<845> Visitatio Caminorum den 16. Maii [1763] per Dominum Consulem, Scheffen Lieb et Senatorem Schlebüsch.

<846> Attollerey-Pfert.[511] 1761, Pfingstmondag, den 11. Mey seint über 220 Attollerey-Pfert hier eingekommen und seint den 12. Maii abmarschieret auff Norff.

<847> Mondag, den 25. Maii [1761] seint 32 Officiers mit 456 Man weise Frantzosen eingerückt und seint den 26ten dito abmarschieret auff Neuß.

<848> Freydag, den 29. Maii [1761] seint morgens 11 Uhren 10 Officiers mit 40 Man rothe Reuther hier eingezohgen und seint den 30ten dito abgezohgen auff Neuß.

<849> Detachementer[512] Den 14. Augusti [1761] ist ein Detachement weise Frantzen, 1 Officier mit 10 Man, hier eingezohgen, ümb den Rheinstrum zu bewahren, und den 26. Septembris seint noch 5 Man darbey kommen. Diese 15 Man seint mit dem Officier den 9. Novembris abmarschieret auff Düsseldorff.

<850> Eodem [1761], den 9ten Novembris ist ein Detachement, 1 Sergant und 9 Man Weisröck, hier eingezohgen und seint den 25. dito auff Düsseldorff abgezohgen.

<851> Kupffer Käpger.[513] Eodem [1761], den 25. Novembris ist ein Detachement weise Frantzen, 1 Officier, 24 Man, von Cöllen hier eingekommen.

<852> Den 1. Decembris [1761] ein Detachement, 1 Officier, 20 Man bloe Röck, eingezohgen.

<853> Den 11. Decembris [1761] [ein] Detachement, 1 Officier, 20 Man Bloe, eingezohgen.

<854> Den 17. Decembris [1761] [ein] Detachement ad 9 weise Rheuter mit Kupffer-Käpger hier bey eingezohgen, und seint diese Rheuter und Füsser den 21. dito abmarschieret.

<855> [18r] Den 21. Decembris [1761] ein Detachement ad 9 weise Rheuter hier einkommen und seint den 25. dito abmarschieret.

<856> Den 21. Decembris [1761] seint auch 24 zu Fuß weise Frantzosen eingerückt.

<857> Den 25. Decembris [1761] seint widerümb 9 weise Rheuter eingerückt, und diese seint durch fünff Dragoner den 26. dito abgelöset worden.

<858> 1762. Den 1. Januarii seint 31 bloe Frantzen eingerückt und auch 3 bloe Dragoner.

<859> Den 11. Januarii [1762] ein Detachement Bloe ad 23 Man eingerückt.[514]

<860> Den 17. Januarii [1762] seint die 3 Dragoner abmarschieret, und den 19. dito seint wider 3 andere Dragoner hierhin gekommen.

<861> Den 22. Januarii [1762] ist das Detachement von 23 Man Bloe abgangen, und den 21. Januarii ist das ander Detachement ad 23 Man schon eingerückt.

<862> Den 1. Februarii [1762] ein Detachement 23 Man Bloe eingezohgen.

<863> Den 11. Februarii [1762] ein Detachement ad 23 Man Bloe eingezohgen.

<864> Den 21. Februarii [1762] ein Detachement ad 23 Man Bloe eingezohgen.

<865> Den 1. Martii [1762] ein bloe Detachement ad 23 Man.

<866> Den 11. Martii [1762] ein bloe Detachement ad 23 Man.

<867> Den 21. Martii [1762] ein weises Detachement ad 23 Man.

<868> Den 1. Aprilis [1762] ein bloe Detachement ad 23 Man.

<869> Den 11. Aprilis [1762] ein bloe Detachement ad 23 Man.

<870> Den 21. Aprilis [1762] ein weises Detachement mit dem Sergant ad 15 Man.

<871> Den 2. Maii [1762] ein bloe Detachement mit dem Sergant ad 27 Man.

<872> Den 11. Maii [1762] ein bloe Detachement mit dem Sergant ad 27 Man.

<873> Den 21. Maii [1762] ein bloe Detachement mit dem Sergant ad 30 Man, welche alle mit hiesigen Rheuteren den 25. dito auff Cöllen abmarschieret seint.

<874> Den 26. Maii [1762] ein weisses Detachement mit dem Sergant ad 10 Man.

<875> Den 11. Junii [1762] ein weises Detachement mit dem Sergant ad 10 Man.

<876> Den 21. Junii [1762] ein weises Detachement, 1 Officier mit dem Sergant, 10 Man.

<877> Den 24. Junii [1762] ist ein weises Detachement ad 20 Man bey die hier Liegende ankommen.

<878> Den 1. Julii [1762] ein weises Detachement mit dem Sergant ad 24 Man.

<879> Den 11. Julii [1762] ein weises Detachement mit dem Sergant ad 24 Man.

<880> Den 21. Julii [1762] ein weises Detachement mit dem Sergant ad 25 Man, und diese seint den 1. Augusti abents 7 Uhren abgezohgen bis auff Cöllen ohne Ablösung.

<881> Standarmen. Mondag, den 2. Augusti [1762] seint morgens 9 Uhren die erste bloe Standarmen mit den Domestiquen ad 40 Man zu Pfert hier hin kommen und durch die Statt gemarschieret bis an den Rhein und langß den Rhein hinauff bis balt an die Piwib und alda auff dem so genanten Burchert unter einer Zelten Dag und Nacht campieret, und werden alle 24 Stunden von anderen Standarmen alle abgelöset aus Cöllen.

<882> Den 8. Augusti [1762] ist ein Detachement bloe Standarmen, so die vorige abgelöset, bis unten Zonß hinab gezohgen bis grath über das Rheinfehr ad 7 Man ohne die Domestiquen, und seint am 16. dito nachmittagß 3 Uhren alle abmarschieret.

<883> Den 18. Augusti [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 17 Man, eingerückt.

<884> Den 22. Augusti [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 17 Man, eingerückt.

<885> Den 27. Augusti [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 17 Man, eingerückt.

<886> Den 1. Septembris [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 17 Man, eingerückt.

<887> Den 6. Septembris [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 16 Man, eingerückt.

<888> Den 11. Septembris [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 16 Man, eingerückt.

<889> Den 16. Septembris [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 16 Man, eingerückt.

<890> Den 21. Septembris [1762] ein weises Detachement, 1 Officier und 16 Man, eingerückt.

<891> Den 26. Septembris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<892> Den 1. Octobris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<893> Den 6. Octobris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<894> [18v] Den 11. Octobris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<895> Den 16. Octobris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<896> Den 21. Octobris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<897> Den 26. Octobris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<898> Den 1. Novembris [1762] ein weises Detachement, 1 Sergant und 16 Man, eingerückt.

<899> Den 6. Novembris [1762] ein weises Detachement, 1 Corporal und 16 Man, eingerückt.

<900> Den 11. Novembris [1762] ein weises Detachement, 1 Corporal und 16 Man, eingerückt, und ist den 16ten dito ohne Ablösung abmarschieret.

<901> 1763, den 7. Januarii ist 1 Commendant, 1 Major, 11 Capitains, 4 Leutenants und 600 Man weise Frantzosen eingerückt und seint nach villen geübten Muthwillen und Unbilligkeiten den 8. dito auff Cöllen abmarschieret.

<902> Den 22. Januarii [1763] ist 1 Commendant, 1 Major, 13 Capitains, 7 Leutenants und 621 Man weise Frantzosen eingerückt und seint den 23. dito auff Cöllen gezohgen.

<903> Dingstag in der Creutzwochen, den 10. Maii [1763], ist alhier in der Pfahrkirchen das Danckfest wegen des so lang erwünschten Friedens[515] durch eine Sang-Meeß und gleich drauff das "Te Deum Laudamus" gehalten worden. Gott behüte uns fur weiteren Krieg!

<904> Kohlmüdder creatio. Recreatio. Den 16. Augusti [1763] fuit Conventio in domo Consulis, und ist abgelesen worden, das kein auswendiger Schlechter mehr Fleisch hier in Zonß lieberen soll. Auch ist Johannes Schmitz zum Kohlmüdder creeret worden, und hatt zum Eintritt nach ausgeschworenem Eyt müssen zahlen 4 Maassen Wein, wobey wir in toto noch 6 Maassen mehr gedruncken, in absentia Herrn Scheffen Böß und Senatoris Schmitz.

<905> Visitatio Caminorum. Den 17. Augusti [1763] seint die Schorrestein visitirt worden per Dominum Consulem, Scabinum Assemacher et Senatorem Schneider.

<906> Bürgergeding wegen des Zehnden. Recreatio. Mondag, den 29. Augusti [1763] ist Bürgerding gehalten per Dominum Consulem Eberle wegen des Zehndens, das kein Zehnherr den Zehnden vom Lanth soll nehmen, es sey dan, das der Eigenthümber gegenwertig ist, welches Conclusum dem Herrn Sacellan Paulo Engels auch insinuiret worden, wobey dem Heckhalffen[516] den Stattsiegel auff eine Schrifft gesetzt worden, und derohalben [...][517] Maassen Wein verzehrt worden, in absentia Senatoris Schwieren et Scheffen Böß.

<907> Recreatio. Sondag, den 4. Septembris [1763] fuit Conventio in curia wegen des Schlechters von Wifelekofen[518] seiner Wacht- und Hantdiensten, und ist ordiniret, das er wegen der Wacht wegen der verflossenen Jahren in toto soll zahlen 8 Reichstahler und 45 Stüber, und wegen der Einquartierungß und Diensten 12 Reichstahler, wobey 12 Maassen rohten und 1 Maaß weisen Wein, 14 Stüber Weisbroth und etliche Pfunt Cantert consumiret worden, in absentia Scheffen Braun et Böß.

<908> Visitatio Caminorum. Den 23. Septembris [1763] seint die Schorrenstein visitiret worden per Dominum Consulem, Scabinum Beyer et Senatorem Schmitz.

<909> Horremer Kirmes. Den 26. Septembris [1763] fuit Congregatio in domo Consulis, alwo Henricus Weiler von Horrem einen Accorth gemacht wegen der Horremer Kirmes-Recreation, das er alle Jahr loco des Kirmes-Tractament der Magistrath wilt geben 1 Pistohl oder 5 Reichstahler Species, in absentia Scheffen Böß et Senatoris Schwieren.

<910> Accies-Pfachtung. Sambstag, den 1. Octobris [1763] ist in pleno senatu die Accies und Weeggelt auffs new verpfachtet worden, und seint diese beyde gemelte Theil plus offerenti Johannes Hendrig Falckenberg anerfallen, und seint zum Fleischbesichtigere de nove creeret worden Scheffen Lieb et Senator Schwieren.

<911> Creatio civis. Sondag, den 23. Octobris [1763] hatt Johannes Caspar Berrertz sein Bürgereyt abgelegt, und gibt 6 Reichstahler, praesentibus omnibus excepto Scheffen Böß.

<912> Jungfer Spelts. Sondag, den 6. Novembris [1763] fuit Conventio in curia, und die Jungfer Maria Josepha Spelt Urlaub bekommen, das sie kan und mag verkauffen gleich anderen Bürgeren, wobey sie gegeben 5 Reichstahler, 42 Albus, 4 Viertel Wein, 7 Pfunt Kanterth, 24 Stübers Bröthger, praesentibus omnibus excepto Scheffen Böß.

<913> Lantstagß-Vollmacht. Den 10. Novembris [1763] fuit Conventio in pleno senatu, und ist dem Herrn Bürgermeistern Eberle die Lantstagß-Vollmacht gegeben worden, so den 13ten Novembris angehet, und ist verzehrt worden 2 Stümpff und 28 Stübers Weisbrott und 4 Viertel Wein, excepto Scheffen Braun.

<914> Visitatio Caminorum. Den 10. Novembris [1763] sein die Schorrenstein visitiret worden per Dominum Consulem, Scabinum Vögeling et Senatorem Schimmelpfenning.

<915> [19r] 1763. Den 17. Decembris fuit Conventio in senatu, und seint der Stürtzelberger ihre Kühe von der vorderster Heyden nach Zonß auff die Herberg eingetrieben worden, und seint desfals, weilen sie auff gemelter Heyden keine Weyth noch Schweith haben, durch zeitlichen Herrn Vice-Bürgermeister Lieb mit [...][519] Reichstahler, [...] Stüber bestrafft worden, in praesentia Herrn Vice-Bürgermeister Lieb, Scheffen Assemächer et Vögeling et Senatorum Schimmelpfenning, Flehn, Schwieren et Assemächer. Item: nota bene: Seint auch etliche Zonsser Kinder, so auff gemelter Heyten die Kühe gehört, ad 69 an der Zahl der Kühe gewesen, weilen sie die ümbliegende Früchten verdorben, mit 5 Reichstahler in toto bestraffet worden, und den geschehenen Schaden damit ersetzt worden.

<916> 1764. Brüchten-Verhör. Mondag, den 13. Februarii ist auff dem Schloß Herrengeding gehalten worden, und gleich darauff seint die Brüchten besessen und geschoren worden, und nota bene: den 16. dito ist Scheffen Vögeling und Rathßverwanten Henrig Assemächer jeder mit 10 Goldgulden bestraffet worden, weilen diese zwey dem Jut Schauman des Nachtß die Finsteren eingeschlagen haben.

<917> Burgergeding. Nota bene: Den 23. Februarii [1764] hatt Herr Bürgermeister Eberle meine im Brüchten-Verhör beym Herrn Hoffrathen eingegeben Supplique wegen meiner langjähriger gehabter Simpels-Freyheit allen Bürgeren öffentlich vorgelesen.

<918> Organist begehret obige[520] Simpels-Freyheit. Den 5. Martii [1764] fuit Conventio in curia, wobey Gerart Rodekirchen erscheinen und die Simpels-Freyheit wegen des Orgelsstücks-Graß begehrt, welche Freyheit im auch zu erkent worden und auch protocollirt worden ist.

<919> Schwaab seinen Eyt. Eodem [5. März 1764] hatt der Schwaab als Schlechter von Dormagen seinen Bürgereith abgelegt, und weilen er vorhin 5 Reichstahler gegeben[521], so gibt er jetzt noch einmahl 5 Reichstahler, und wegen seiner 2 Döchter und einem Sohn gibt er ein halb Kalb zum Brahten und 8 Maassen Wein, und Herr Bürgermeister 4 Maaß und 32 Stübers Brötger, in absentia Senatoris Henrici Schmitz.

<920> Brauns Simpels-Rechnung. Den 18. Aprilis [1764] hatt Herr Bürgermeister Eberle des seehligen Herrn Bürgermeister Braun seine Simpels-Rechnung getahn, und ist der Eberle der Statt schüldig blieben 1300 Reichstahler 3 Gulden 3 Albus, ohne des, was er zu Cöllen am Canthor noch schüldig bleibt. Auch hatt aparte noch 45 Reichstahler vom Dücker[522] wegen des hundersten Pfenning und 50 Dahler von Lamberto Becker wegen einer abgelegter Obligation in Händen, auch hatt er die letztjährige Simpels-Rechnung von 1763 in [17]64 noch nit gehalten, wobey verzehrt seint 2 Viertel Wein, 20 Stüber Weisbrott und 5 Pfunt Käß, in absentia Senatorum Schimmelpfenning, Schwieren, Schlebüsch et Schneider.

<921> Bürgergeding. Mondag, den 18. Junii [1764] ist Bürgergeding gehalten, wobey Herr Bürgermeister Eberle das Befehl von Ihro Chürfürstliche Gnaden wegen Reparation deren Weegen[523], welches er den 11. hujus empfangen, wie auch das Bescheith vom Herrn Hoffrathen Bennerscheit in puncto deren Weegen, auch den gnädigen ambtherrlichen Bescheith wegen des Sahmzehnten, das der Eigenthümber dem Zehnhütern soll ansagen, wan er sein Sahm hollen wilt, diese 3 Theil eröffnet, auffs Rathhauß gebragt und allen vorgelesen, auch müntlich vorgebragt, das das Ertäpffels-Process cum expensis verspilt, vorbragt, wobey beschlossen worden, das eine Appell wegen der Ert[ä]pffel soll angelegt werden, in absentia Herrn Scheffen Böß und Lieb, Scheffen, und Schlebüsch, Rathsverwanten. Und heuth ist die erste Zusammenkunfft gewesen von Meydag an.

<922> Freydag, den 3ten Augusti [1764] ist der Restant von Sohlingen des Nachmittagß loßgelassen worden.

<923> Visitatio Caminorum. Sambstag, den 11. Augusti [1764] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem, et loco Scabini Böß ivit Scabinus Vögeling, et Senatorem Flehn.

<924> Freydag, den 17. Augusti [1764] fuit Conventio in curia wegen der Tortschen, Ertäpffel und Weeg zu machen, wobey ich abgetrotten bin. Eodem ist Jut Schauman mit 1 Viertel Wein gestraffet worden, so Senator Assemächer angegeben, das er, Jut, an seinem Hauß den Zaun bis an die Schloß-Maur gemacht, in absentia Böß, Scheffen, Schimmelpfenning, Schlebüsch et Schneider, Senatores.

<925> Creatio civium. Sondag, den 26. Augusti [1764] haben Folgende den Bürgereith ausgeschworen als: Ferdinant Küpper gibt 6 Reichstahler, 3 Viertel Wein, ein halben holländischen Käß, 30 Stübers Brötger, Cornelius Rixen gibt 6 Reichstahler, Cornelius Jansen gibt 5 Reichstahler, Wilhelm Hendrig Hackenbroich gibt 5 Reichstahler, Andreas Hermans gibt 4 Reichstahler, Petrus Schmitz gibt 5 Reichstahler, coram omnibus Scabinis et Senatoribus.

<926> Visitatio Caminorum, nota bene: Mondag, den 22. Octobris [1764] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Lieb et Senatorem Schwieren, aber ohne Stattdiener, et tamen accepit juram suam.

<927> [19v] 1765. Visitatio Caminorum. Den 30. Januarii seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem, Scabinum Assemächer et Senatorem Assemächer.

<928> Creatio civium. Den 26ten Martii [1765] ist Herrn Bürgermeistern die Vollmacht[524] gegeben worden.

<929> Stattrechnung. Den 27. Martii [1765] hatt Herr Bürgermeister Eberle seine Simpels-, Schatz- und Bürgermeistersrechnung gehalten, und ist hierbey er, Rechner, der Statt 548 Gulden 10 Albus 5 2/5 Heller schüldig blieben.

<930> Eodem [27. März 1765] ist Mathias Köbben[525] Bürger worden und gibt 6 Reichstahler.

<931> Sackuhr. Nota bene: Den 27. Martii [1765] ist Henrico Assemächer die Hannoverische Sack-Uhr plus offerenti verkaufft worden für 11 Reichstahler Species.

<932> Und den 28. Martii [1765] ist Henrico Assemächer den vor der Rheinpforten auff dem Waall stehenden Nußbaum fur 2 Gulden 12 Albus verkaufft worden.

<933> Visitatio Caminorum. Den 1. Augusti [1765] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem, Scabinum Vogeling et Senatorem Schneider.

<934> Ertäpffel. Den 4. Septembris [1765], weilen das Ertäpffels-Process völlig verspilt, so hatt Etmundus Rosarius als Zehnherr auff Joannis Daeden[526] seinem Stück, in der Herschleyen gelegen, zum erstemahl die Ertäpffel ohne nota bene: einige Einreth verzehnt, und hatt auff diesem Stück hatt er noch mehr als 2 Malder Ertäpffel an Zehnten bekommen.

<935> Acciesrechnung. Dingstag, den 1. Octobris [1765] hatt plus offerenti die Accies an sich geschrieben Johannes Hermanus Esser für 96 Reichstahler, und das Weeggelt in anerfallen Josepho Homan für 54 Gülden, und Scheffen Wilhelm Assemächer et Senator Schlebüsch seint als Fleischbesichtiger creeret worden.

<936> Visitatio Caminorum. Den 28. Octobris [1765] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem, Scabinum Vögeling et Senatorem Schimmelpfenning.

<937> Recreatio. Den 10. Novembris [1765] fuit Recreatio in curia, wobey 3 Viertel Wein, 29 Stübers Brötger verzehrt, in absentia Scheffen Boß, Schimmelpfenning et Schmitz.

<938> Creatio senatoris. Den 30ten Novembris [1765] ist Wilhelmus Schmitz zum Rathsverwanten per 9 Stimmen creeret worden, wobey er einem jedem seine Praesentz und 3 Viertel Wein, jedem ein Stübers Weisbröthgen und 6 Pfunt Cantert zahlen mus.

<939> Visitatio Caminorum. Den 23. Decembris [1765] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Assemächer, Scabinum, cujus loco ivit Scabinus Beyer, et Senator Flehn.

<940> 1766. Creatio civis. Den 19. Januarii ist Adamus Wolter Bürger worden, und gibt 5 Reichstahler und 1 Viertel Wein.

<941> Nota bene: wegen meiner Freyheit. Nota bene: Den 19. Januarii [1766] ist prothocollirt worden, das ich als Offerman bey meiner alter Possession verbleiben soll wegen der Simplen wegen Hauß und deren Ländereyen, so zum Offerdienst gehörig, mit Hergebung eines Viertel Weins, in praesentia Herrn Bürgermeisters Eberle et Scabinorum Assemacher, Beyer, Vögeling, in absentia Böß, Braun und Lieb seint dott, in praesentia Senatorum Schimmelpfenning, Flehn, Assemächer, Schlebüsch, Schneider et Schmitz.

<942> Creatio civis und Jut Jordans Levi.[527] Den 6. Februarii [1766] ist Wernerus Bastian Bürger worden, gibt 5 Reichstahler.

<943> Eodem [6. Februar 1766] ist dem Jüt Jordans Levi erlaubt worden zu handelen, der Ursachen er, Jüt, zahlt hatt 10 Reichstahler.

<944> Visitatio Caminorum. Den 3. Aprilis [1766] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem, Scabinum Assemächer et Senatorem Schwieren.

<945> Visitatio Caminorum. Den 18. Augusti [1766] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem, Scabinum Vögeling et Senatorem Assemächer.

<946> Accies-Rechnung. Mitwoch, den 1. Octobris [1766] hatt die Accies an sich plus offerenti geschrieben Joseph Homan für [...][528] bleibende Reichstahler. Das Weeggelt ist erfallen Lambert Flehn für [...][529] Gülden Cöllnisch. Als Fleischbesichtiger seint creeret worden Scheffen Beyer und Senator Schneider.

<947> [20r] Visitatio Caminorum. Den 3. Octobris [1766] seint die Schorrenstein visitirt worden (welches doch nota bene: in das vorige Jahr einschlagt) per Dominum Consulem et Scabinum Böß, an dessen Platz ist gewesen Scheffen Vögeling, und Senatorem Schlebüsch.

<948> Messung der Kohlsümberen. Sambstag, den 25ten Octobris [1766] fuit Conventio in senatu, und seint die 2 newe Kohlsümberen auffm Rathhauß mit altem Rübsahmen und Weinmaaß durch einen Trichter lauffen lassen gemessen worden, und hatt sich befunden wie anno 1762 im Augusto beschlossen[530], das jedes Sümber haltet 43 Cöllnischer Weinmaaß und ½ Pingen, von welchen Sümberen eins zu den ewigen Dagen auffm Rathhauß zur Gedächtnus und Nachricht soll stehen bleiben, in praesentia Herrn Bürgermeister Eberle und Assemächer, Beyer, Fögeling, Scheffen, und Schimmelpfenning, Flehn, Schwieren, Assemächer, Schneider et Schmitz, Senatores.

<949> Creatio civium. Den 30ten Novembris [1766] ist Adolph Lemper Bürger worden, gibt 5 Reichstahler. Eodem ist auch Henricus Klein Bürger worden, gibt 8 Reichstahler.

<950> Visitatio Caminorum. Den 24. Decembris [1766] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Assemächer et Senatorem Schneider.

<951> 1767. Creatio civium. Den 15. Februarii [1767] fuit Conventio in pleno senatu, und ist Michael Schön[531] zum Bürger creeret worden, und gibt 7 ½ Reichstahler. Und ebenmässig ist Peter Buchem[532] zum Bürger gemacht, und gibt 7 Reichstahler, wobey etliche Quarten Wein verzehrt, praesentibus omnibus.

<952> Visitatio Caminorum den 5. Martii [1767] per Dominum Consulem et Scabinum Beyer et Senatorem Schmitz.

<953> Sententz der Wegen zu machen. Den 31. Augusti [1767] fuit Conventio in pleno senatu, und ist durch Herrn Hoffrath Bennerscheit die Sententz oder Urtheil wegen des Process mit den Stürtzelberger, so das Dienen deren Weegen zu machen betrifft, abgelesen worden, das die Statt Zonß vollig gewohnnen, und hatt Zonß sowohl als Stürtzelberg jeder gleich vor dem Ablesen 6 Reichstahler Sportelen zahlen müssen.

<954> Recreatio. Donnerstag, den 3ten Septembris [1767] fuit Conventio in senatu, und seint die 3 Schlösser an das newe Schaff geschlagen worden, und hernacher ein Schinck und auch ein Glaß Wein zum besten gehabt.

<955> Visitatio Caminorum den 31. Octobris [1767] per Scabinum Beyer, loco Scheffen Böß, et Senatorem Flehn. Nota bene: Beyer ivit nomine Böß.

<956> Herrengeding. Den 10. Novembris [1767] ist Herrengeding gehalten worden, und den 10ten und 12. seint auch die Brüchten gegeben worden. Nota bene: Eodem ist unser Herr Schulteiß Frans Bernart Mappius und Georgen Coenen zum Scheffen erwöhlt worden, weil Laurentius Häring und Lambert Braun, gewesen Scheffen, mit Dott abgangen.

<957> Visitatio Caminorum den 24ten Decembris [1767] per Dominum Consulem, Scabinum Assemächer et Senatorem Schwieren.

<958> 1768. Den 22. Februarii ist Bürgeding gehalten, und hernacher hatt die Bürgerschafft die 14 Gülden wegen der Fischerey verzehrt, und Magistrat 2 Gülden, 4 Albus aparte verzehrt.

<959> Visitatio Caminorum den 7. Martii [1768] per Scabinum Assemächer et Senatorem Schimmelpfenning.

<960> Reparirung der Weegen. 1764, den 14. Martii seint die Weeg ümb die Statt von der Schinnerskuhlen bis an beyde Stattpforten, zwischen allen Garten hin bis an das Rhein-Fehr erstens von den Zonsser angefangen worden mit Kaaren und Schüppen zu repariren und zu machen. Und am Sambstag, den 17ten dito gemelten Jahrs hiesige Einwöhner oder Bürger zum letzten gedienet. Und weilen das Dienen hier gantz ümbgangen ist und die Stürtzelberger am folgenden Wercktag anfangen solten zu dienen, welche sölches Dienen untersagt haben und darüber procidirt, derhalben ist die Reparation der Weegen still liegen geblieben. Und weilen von hoher Obrigkeit befohlen worden anno 1767, den 1. Decembris ein newes Kaarspor zu machen[533], auch wegen hiesiger schlimmer Weege kein Mensch schier mit einer lediger Kaaren aus- oder einfahren konte, derhalben seint gemelte Stürtzelberger durch hohe Obrigkeit gezwungen worden, den 3ten Decembris anno 1767 den Anfang zur Reparation hiesiger Wegen zu machen, nach denselben die Hormer auch anfangen zu dienen, darnach widerümb die Zonsser [20v] angefangen, diesen seint die Stürtzelberger und Hormer wider gefolget und also forth, so offt ümbgangen, so woll mit Spann- als Hant-Diensten, bis die Hormer zum Dienen Osterabent, den 2ten Aprilis 1768 zum letzten für dieß Jahr den Schluß gemacht haben.

<961> Der Wall. Dieß 1768te Jahr ist auch der krumme Wall-Gratt für der Felt-Pforten abgebrochen und in die Weege gefahren worden, in welchem Wall sich einige Fundamenten von den vorhin gestandenen Häuseren, wie auch die Pafäyung der gemeinen Strassen seint gefunden worden.

<962> Visitatio Caminorum. Den 11. Augusti [1768] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Beyer, loco ejus fuit Vögeling, et Senatorem Flehn.

<963> Creatio des Stattdieners. Mitwoch, den 15. Septembris [1768][534] ist Mathias Geiß als Statt-Diener in pleno senatu abgesetzt worden, und Donnerstag, den 16. Septembris ist Henrig Nix als Statt-Diener angenohmen worden, und hatt sein Ambtseyt gleich ausgeschworen.

<964> Visitatio Caminorum. Den 15. Novembris [1768] seint die Camein visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Vögling, loco ejus fuit Beyer, et Senatorem Schwieren.

<965> Creatio civium. Recreatio. Den 30. Novembris [1768] ist Andreas Kippels und Gerard Malskorn zum Bürger angenohmen worden. Kippels gibt 8 Reichstahler, Malskorn gibt 5 Reichstahler. Und eodem seint 3 Brahten, 28 Stübers Bröthger und etliche Maassen Wein consumirt worden.

<966> Creatio civium. Den 4. Decembris [1768] hatt Balthasar Linnartz sein Bürgereyt abgelegt, gibt 8 Reichstahler, in absentia Herrn Schultheiß und Henrig Assemächer.

<967> 1769. Visitatio Caminorum. Den 30. Januarii seint die Camin visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Coenen et Senatorem Schlebüsch.

<968> Widerruffung Mathaei Gäiß. Weilen Mathaeus Gäiß auff Fastnacht-Mondag, den 6. Februarii [1769], in der Trunckenheit auff offentlicher Strassen die gantze Magistrat verunehret und geschendet, wie auch seine Nachtbahrin geschänt für eine Hex ausgeruffen, derhalben hatt dieser abgesetzter Stattdiener Mathaeus Gäiß am 9ten dieses Monaths des Adami Schneiders Haußfraw[535] als seine Nachbahrin, welche er geschendet, in ihrer Behausung ümb Verzeihung und auff drey Platzen in der Statt die Trommel geschlagen worden, wornach er, gemelter Gäiß, gar lauth mit entecktem Haubt ein öffentlichen Widerruff wegen der Magistrat sowohl als auch wegen Adami Schneiders Frawen thuen müssen in Gegenwarth dreyen aus Magistrats Gelieder als Zeugen.

<969> Reparirung der Weegen. Den 9. Januarii [1769] haben wir Zonser Bürger angefangen, die Weegen zu machen und zu reparieren, wornach die Stürtzelberger und Hormer in Orthnung ohne Einrett gefolget mit Kaaren- und Schüppen-Diensten.

<970> Die Zehngaß-Pafeyung. Mondagß in der Charwochen, den 20. Martii [1769], ist die Zehngaß zur Pafeyung zum erstenmahl angefangen worden, und ist accordiret, und das Heygen mit eingerechnet pro Ruth 12 Schillingen, und ist den 15ten Aprilis, als des sambstagß, nach unser Gottestragt gantz fertig worden.

<971> Visitatio Caminorum. Den 10. Maii [1769] seint die Camin visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Assemächer et Senatorem Assemächer, loco Schlebüsch.

<972> Visitatio Caminorum. Den 28. Julii [1769] seint die Camin visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Fügeling et Senatorem Schneider.

<973> Arrestierung der 2 Hirten. Den 16. Octobris [1769] fuit Congregatio in curia, und seint die 2 Hirten, als Kuhehirt und Schweinshirt, wegen übelen Verhalten festgesetzt worden. Siehe weiters wegen der Churwacht.[536]

<974> [21r] Visitatio Caminorum. Den 17. Octobris [1769] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Beyer et Senatorem Schmitz.

<975> Eodem [17. Oktober 1769] fuit Congregatio in curia, und ist der Kuhe-Hirt und Schweins-Hirt wegen Verabsaumung ihrer Churwacht beyde in Arrest gesetzt worden, und von der Churwacht beyde abgesetzt, und der Schweins-Hirt von allem entsetzt und zur Statt hinaus verweist, nachdem er zuvor 3 Tag gesessen im Gefängnüs.

<976> 1770. Churwacht. Den 12. Januarii [1770] fuit Congregatio in curia, wobey der Statt-Diener Henrig Nix als Churwächter angenohmen worden.

<977> Visitatio Caminorum. Den 23. Januarii [1770] seint die Schorrenstein visitirt worden per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Coenen et Senatorem Scheurman[537].

<978> Pafeyung. 1769 im Decembri ist in der Newer-Gaß die Pafeyung angefangen worden auff den Accorth, wie auch im Anfang dieses Jahrs in der Zehn-Gaß gewesen ist, und ist fertig worden den [...][538].

<979> Wegen gemachter Ziegelstein. 1769 haben wir Zonsser Bürger geziegelt in den Zonsser Kampger jeder Munt ad 15000 Stein, pro Munt 36 Reichstahler, dessen mus man ihnnen den Santh und Kohlen hinzufahren. Diese zwey Offen seint 30 Münt starck.[539]

<980> Wegen gemachter Kirchen-Jura deren Begräbnüssen. 1770, den 12. Januarii ist in Herrn Gerichtschreibers Hauß einen newen Tax deren Kirchen-Jura, wan einer stirb, gemacht worden, wobey dem Herrn Pastoren so woll als Sacellano, Vicario und Offerman bey einem Staatsbegräbnus und Tricenario ein Merckliches abgezohgen und vergringeret worden, in praesentia Herrn Pastoris Ferdinand Bodife et Sacellani Arnoldus Kochs, Herrn Schulteis Mappius, Herrn Bürgermeister und Ge[richt]schreiber Eberle, Scheffen Assemächer et Fügeling, Rathßverwanten Schneider et Scheurman, Gemeins-Männer Aldenhofen et Heineman und ich, Johannes Petrus Schwieren, als Custos.

<981> Creatio civium. 1770, den 4. Februarii ist zum Bürger angenohmen Josephus Cremer, Henricus Esser, Johannes Stummel, Wilhelmus Henrig Beyer und Wilhelmus Tolles.

<982> Verkauffung des halben Junckers-Platz. Eodem dito, den 4. Februarii [1770], hatt hiesige Majestratt dem Düppenbecker Gerardo Wimmer hiesigen Junckers-Platz genant die Halbscheit verkaufft für [540], dessen soll er 8 Albus in jeder Simpel bezahlen, 4 Albus vom Hauß und 4 Albus von dem jetzt auffstehendem alten Hauß, facit 8 Albus. Dessen soll er 15 Jahr von dieser Platz wegen Simplen und Schatz die Freyheit haben, und gibt der Majestrat ein Glaß Wein.

<983> Simpels-Rechnung. 1770, den 30. Januarii hatt Herr Bürgermeister Eberle seine Rechnung von Simplen und Schatz de anno 1768 in 1769 gehalten, und ist der Statt 780 Gülden 13 Albus 4 ¾ Heller schüldig verblieben.

<984> Der Wall für der Rhein-Pforten.[541] Item: Den 4. Februarii [1770] ist Herr Schulteissen Mappius bewilliget worden, den Wall für der Rhein-Pforten, so weith sein gepfachten Kirche-Garten ligt, abzustechen und gemelten Garten damit anzufüllen und gleichmachen.

<985> Item: Den 13. Februarii [1770] ist dem Herrn Schulteissen Mappius den gemelten Graben, worauff die Vogelsruth stehet, gantz für ½ Reichstahler pro Jahr verpfachtet worden, mit Bedingnus, das gemelter Herr Schultheiß, weil er selbigen Wall zum Garten wilt machen, 6 Jahr ümbsönst geniesen solle. Nota bene: Etliche Täg hernach ist gemelter Wall dem Herrn Schultheiß für ein Erbpfacht verpfachtet worden.

<986> Visitatio Caminorum. Den 2. Maii [1770] seint die Schorrestein visitirt worden per Dominum Consulem Eberle, Scabinum Assemächer et Senatorem Schimmelpfenning.

<987> [21v] Eine auserörthenlich thumbherrliche Commission. 1770, Mondag, den 25. Junii ist alhier zu Zonß durch Ihro hochgräffliche Excellenz von Ollendorff als Thumdechant und Bischoff[542] und durch Ihro hochwürdige Gnaden Thumherrn von Schamba[543] mit ihrem Thumsecretario Herrn Scheffen Bollig[544] in absentia unseres gnadigst-gnädigen Ambthern eine von hiesiger Bürgerschafft begehrte Commission gehalten worden wegen Streitigkeit der letzterer nit allerdingß recht gehaltener Bürgermeisters-Wahl Joannen Eberle, wobey dem gemelten Bürgermeistern alle wie sie sein mögen seine gehaltene Simpels-, Schatz-, Statt-Liferungß-Rechnungen und -Protocollen, Kirchenbuch, Büschbücher seint examiniret worden, in praesentia Herren Scheffen Böß, Assemächer, Beyer und Rathsverwanten Schwieren, in welchen Bürgermeisters gehaltenen Rechnungen sehr ville grosse grobe begangene Fehler seint befunden worden, worüber mehr als 100 Klagten eingebragt worden. Derohalben selbige gröste Fehler von gemeltem Herrn Secretario protocolliret und mit auff Cöllen zur weiterer Examination ins hochwürdige Thum-Capitul seint genohmen worden, in welcher Commission gemelter Bürgermeister Eberle offt Abbettung getahn und thuen müssen. Und diese Commission hatt gewärth Mondag, Dingstag, Mittwoch und Donnerstag, den 28ten dito geendiget. Und die Bürger aus Zonß und Stürtzelberg haben alle insgesambt diese 4 Täg alhier müssen erscheinen, wobey nota bene: Ihro hochgräffliche Excellenz von Ollendorff als Bischoff am 26., 27., 28ten dito hier in unser Pfahrkirchen sehr ville Kinder und grosse Menschen gefirmet. Eodem dito hatt der Rathsverwanter Henrig Assemächer von seiner Rathsstelle sich selbst abgedancket, und ihme deßfahls vom gegenwartigen gemelten Herrn Secretario Bollig gleich ein Zeugnus gegeben ist worden.

<988> Wegen gehaltener Commission ist eine Orthnung vom hochwürdigen Thumcapitul auff Zonß geschickt worden, lautet also wie folgt:

<989a> Mercurii, 4. Julii 1770 auff vorbragt und verlesen binnen Zonß abgehaltenes Commissions-Protocollum in Betreff deren daselbst bishero obgeschwebten Zwistigkeiten und Gebrechen wird vom hochwürdigen Thumcapitul die Inhalts sothanen Protocolli der mehreren beschriebene Vergleichung wegen der Vogelsruhten so woll als des Walls-Bepflantzung, dan auch die Bürgermeisters-Wahll, forth die Schaaffstrifft und das Dienen oder Weegmachen, auch sönstige Beschwerden, deren Stürtzelberger angehent, vorläuffig hiemit bestattiget und demnegst verordnet:

<989b> 1mo: Das das Gericht auff denen einmahl bestimbten Dägen ohnfehlbahr gehalten werden, bey Entstehung dessen aber scharffe Andung ohnausbleiblich seyn soll.

<989c> 2do: Wan ein Fall sich ereigenet, wohe eine auserordentliche Zusammenkunfft des Gerichtß vonnohten ist oder da eine Parthey ein Nothgeding zu gesinnen veranlasset wird, so sollen sämbliche darzu gehörige Gerichtßperschonen so zeitig auff die Gerichtß-Stub durch den Gerichtß-Botten [22r] abgelahden werden, das selbige insgesambt füglich daselbst erscheinen mögen, in keines seinem privatem Hauß aber dergleiche, wie auch sönsten das gemeine Wesen angehende Zusammenkünfften, unter welchem Praetext es auch seye, zu halten erlaubet, sonderen bey Vermeidung scharffen Einsehens verbotten seye.

<989d> 3tio: Die von einem hochwürdigen Thumcapitul einschickende Befelcher oder Conclusa und was sönsten das Gericht oder die Gemeinde angehet, soll bey dem an gewöhnlichem Orth versambletem Gericht allemahl vorbragt, somit einem jeden darab die behörige Nachricht mitgetheilet werden und hingegen alleinseithiges Verfahren in Politicis so wohl als Judicialibus so nichtiglich als sträfflich sein.

<989e> 4to: Sollen zur jährlicher Abthuung deren Stattrechnungen zwey Gemeinheits-Leuhte hinführo mit beruffen werden, auch erscheinen, und zware alle Jahr zwey newe aus der Gemeinde, von den Älteren dem Rang nach anzufangen bis zu denen Jüngsten.

<989f> 5to: Sothane Rechnungen sollen mit ihren abschrifftlichen Justificationen acht Täge vor deren Abthuung zweyen aus dem Rath, von denen Älteren anzufangen bis zu denen Jüngsten, zur Untersuchung von Bürgermeisteren zugestellet, auch ersagte Rechnungen des Endes in duplo beschrieben und übergeben werden.

<989g> 6to: In sothanen Rechnungen soll das ungewöhnliche Drincken auffm Rathhauß nicht mehr passiren, sonderen durchaus abgeschaffet sein, und sofern diesem zuwider gehandelt würde, die daran Theilhabende die ungebührliche Auslage nicht allein ersetzen, sonderen gegen dieselbe auch willkührliche ohnausbleibliche Straff vorbehalten sein.

<989h> 7mo: Soll ein letztgewesener Bürgermeister, den jetzigen Bürgermeistern mit eingeschlossen, abermahlen zum Bürgermeister nicht wöhlbahr sein, wan er zwey Jahr nacheinander sothanes Ambt würcklich versehen hatt. Jedoch verbleibet die Gemeinde bey ihrem Wahlrecht, alle Jahr nemblich sölches ausüben zu mögen, weniger nicht auch nach Verlauff zweyer Jahren einen vorhin gewesenen Bürgermeistern abermahlen wöhlen zu können, alles aber mit Vorbehalt und anderster nicht, dan wan vorher die Rechnung sowohl wegen Burgermeisters-, als Simpels- und Schatz-Empfangß von demjenigen, so nach abgeflossener vorbestimbter Zeit nochmahle zum Bürgermeistern eligiret, gewöhnlichermassen abgelegt sein wird.

<989i> 8vo: Soll niemant entweder selbst oder durch andere, ümb zum Bürgermeisters-Ambt zu gelangen, Stimmen anwerben, vill weniger

<989j> 9no: desfahls einige Versprechungen, Schenckungen oder sönsten Vergünstigungen thuen oder auff die künfftige Wahl zechen lassen, widrigens die erfolgte Wahl nicht allein nüll und nichtig gehalten werden, sonderen auch die Übertretter, fort welche das Versprochene oder Geschenckte angenohmen oder auff die Wahl gezechet haben, mit gebührender Straff [22v] angesehen, dan auch die Wirthe, wobey auff den künfftigen Bürgermeister gezechet wird, ihrer Forderung verlüstig sein sollen.

<989k> 10mo: Die Politica sollen mit denen Gerichtßsachen hinführo nicht vermischet werden, sonderen wen Letztere angehen, sich mit Ersteren nicht zu bekümmeren haben.

<989l> 11mo: Die Accise soll künfftighin denen Beckeren selbsten nicht mehr, sonderen anderen ausverpfachtet werden.

<989m> 12mo: Zeitlicher Bürgermeister hätte die Stattschlüsselen jederzeit zu sich zu nehmen und dieselbe nicht mehr an der Pforten zu belassen.

<989n> 13tio: Die Simpels-Quittungen seyen desfalsigen Contribuenten jederzeit cum expressione termini deutlich und unverfänglich zu ertheilen, und mit denenjenigen, so hierunter ein Beschwär zu haben vermeinen, sich alsoforth zu berechnen.

<989o> 14to: Ümb das newe Lägerbuch zu completiren, soll derjeniger aus der Gemeinde (so seine einhabende Gründe annoch nicht gehörig auffgetahn hatt) sölche von Stück zu Stück also forth binnen 14 Tagen Zeit unter Straff der Confiscation auffthuen, und wird dabey besonder Christian Aldenhoven hiemit angewiesen, seinen Besitz, es seye Pfacht oder Eigenthumb, hierunter getrewlich in nemblicher Zeit und unter nemblicher Confiscations-Straff anzugeben, Bürgermeisteren und Rath auch unter scharffester Andung befohlen, sölcher Gestalten vorgedachte Completirung des Lagerbuchß ohne Zeitverlust zu befürderen, weniger nicht auch diejenige, welche aus Mangel der obbemeldeter Berichtigung an Simplen bishero zu wenig bezahlt haben, zu desfalsiger Ersetzung fürdersambst anzuhalten, forth wie ein und anderes geschehen binnen dreyen Monahten Zeit anhero ohnfehlbahr zu berichten.

<989p> 15to: Soll das Viehe langß die Hecken und Weegen mehrmahlen befohlenermassen nicht geschweidet, noch an Stricken geleitet, sonderen in die Kuhe-Weyde (welche hinlänglich gnug und wofür nur etwa 18 Stüber pro Stück Viehe zahlt zu werden pflegen) gehörig getrieben werden, im gleichen

<989q> 16to: sollen die Schwein dem Hirten allemahl vorgetrieben, sönsten aber in dennen Ställen belassen werden, mithin das Lauffen deren Schweinen über die Strassen nicht mehr gedüldet, sonderen hiemitten verbotten sein bey Straff, das widrigens die Schwein weggenohmen werden und verlüstig sein sollen, auff welch ein und anderes dan der Magistrat ümb so genawer Achtung zu nehmen hatt, als widrigens bey nicht geschehender [23r] Befolgung derselb dafür angesehen und in scharffe Straff genohmen werden soll.

<989r> 17mo: Kann ein hochwürdiges Thumcapitul aus bewegender Ursachen geschehen lassen, das der von denen Häuseren mit drey Schillingen bishero zahlter Schatz einesweilen bis auff anderweitere Verorthnung nur mit ein und einem halben Schilling von der Bürgerschafft entrichtet werde.

<989s> 18vo: Soll an Statt des freywillig abgestandenen Rathsherren Henrichen Assemächer kein newer gewöhlet, sonderen damitten, wie auch fernerhin, alslang annoch vier Rathsherren übrig seint, mit newer Wöhlung deren Rathsherren einesweilen bis auff nähere Verorthnung Anstand genohmen werden.

<989t> Obigen wie auch übrigen sönst vor und nach ergangenen thumcapitularischen, forth ambtherrlichen Verorthnungen soll ein jeder, so es angehet, so gewiß nachleben, auch Fried und Einigkeit untereinander beyzuhalten suchen, als lieb ihme ist, die thumcapitularische scharffe Andung zu vermeiden, mithin dieses zu jedermans Wissenschafft und Nachachtung gewöhnlichermassen zu publiciren befohlen worden ist, urkunth auffgetrückten thumcapitularischen Insiegels, forth hoch desselben Rath und Secretary Unterschrifft, geben Cöllen wie oben

J. M.[545] Bollich

Praesentatum et publicatum Zons in senatu 12ma Julii 1770.

Denuo publicatum mittels gehaltenen Bürgerdings hac 14ta Julii 1770. Joan Eberle, Scriba.

Etiam publicatum in ecclesia Zontinensi hac 15ta Julii 1770. Frater Ferdinand Bodife, Pastor Zontinensis.


<990a> Pro Memoria

Damitten eine anwesende gnädige Commission einen guten Anfang und Forthgang haben möge, übergibt Zonsser und Stürtzelberger Gemeinheit gegenwärtiges Pro Memoria mit beygefügte einiger ohnvergreifflicher, der Bürgerschafft zum Vortheil gereichenden könnenden Errinnerungen mit diemühtiger Bitt, demselben gemäß zu verfahren, und zware wäre

<990b> 1mo: ohnmaßgeblich vor allem nöhtig, den entnohmenen Walls, dessen Bepflantzung und zum Theil beschehene Abtragung, so dan den ausgefahrene Bleichplatz in Augenschein zu nehmen und diese beyde Theile soforth durch Herrn Mappius oder auff dessen Kösten durch dadurch zu benennende Arbeithsleuth cum refusione expensarum salvo regressu contra Magistratum in vorigen Stant herstellen zu lassen, damitten die Bürgerschafft wenigstens in ihrer beherig und entnohmener Possession herstellet bleibe, wan villicht Magistratus dagegen allenfahls höheren Örthen in forma juris ferner handelen wolte und konte.

<990c> [23v] 2do: Auch durch diese Besichtigung des Henrich Assemächers bisheriges Abhawen deren auff der Gemeinheit theils zierlich, theils nützlich gestandenen Bäumen nachgesehen werden, signanter bey vorgehabter jüngeren Transportierung der Vogelsruth einen schönen Linden-Baum auffm Wall, item einen vor einigen Jahren daselbsten in seiner bester Fleur gestandenen jungen Nußbaum auffm Wall, item einen dagegen gestandenen Quetschen-Baum, welchen derselb durch seinen und andere auffgewickelte Buben vollents zerrupffet und zugrunt richten lassen, item einen schönen grossen Linden-Baum in der Müllengassen, worunter in festo Corporis Christi ein Altar gemacht und die Benediction gegeben wird, item die Behawung dessen auff denen Jülischen Limitten, welcher so ville Folgen hatt, wovon die Bürger das Gehöltz dienstweis ans Rathhauß, in continenti aber mit Einverstäntnus des Eberle, als wäre das Gehöltz zu grob zum Verbrennen, eben also mithin ohne Fahrlohn an sein Hauß geführt worden. Warümb muß dieser Henrich Assemächer diese Bäum allezeit mit Ausschliessung anderer allein haben? Hinc doc[e]atur de reali et convenabili solutione et non ficta.

<990d> 3tio: Wegen beschehener Ausschliessung der Bürgerschafft wäre die jüngst vor sich gegangene Bürgermeister-Wahl null und nichtig zu erklähren, in Massen stattkündig, man submittiret auch auff diejenige Herren, welche diese Wahl mehrmahls abgehalten, das, wan auch unter denen Bürgeren keine Contradiction entstehet, jedoch die 5 Zonser und die 2 Stürtzelberger Vota per Deputandos auffs Rathhauß gebragt und vom Herrn Commissario ad Protocollum genohmen werden müssen, und bey vorfallender Uneinigkeit, wie vor dießmahl zum Beweis deren blühtigen Kopffen, Man vor Man auff das Rathhauß ad votandum gelassen werden müssen. Es wird aber zum geschwinden Beweis auff Erfragen keiner aus dem Volck hervortretten können, ein sölches gesehen oder getahn zu haben, diese nöhtige Erinnerung ist auch durch Scheffen Assemächer und Rathsverwanten Schwieren dem Herrn Commissario[546] annoch geschehen, von selbigem aber in Antwort ertheilt worden, das hierzu kein Zeit hätte, welche derselbe aber nehmen müssen und haben können, wan hora alias consueta ümb halb zwölff nach der letzte Meessen und nicht circa horam primam auffm Rathhauß erscheinen, durch verbottenen widerholten heimlichen Zutritt in sein Wahlzimmer mit dem Eberle sich so lang verweilet hätte, das dem Aldenhoven et Falckenberg so ville Zeit gelassen hette, in denen nechstgelegenen Wirthshäuseren so vill Brandewein lauffen lassen, das desto füglicher einige Gemühter von der Beyers-Partie ab- und dem Eberle zuziehen mögte, durch welche volle Köpff dan auch die Schlägerey entstanden, doch aber durch den im Fenster auffm Rathhauß liegenden Scheffen Füngeling und Henrich Assemächer beständiges Auffhetzen und Zuruffen selbige desto mehr unterhalten und vermehret worden, zudeme

<990e> 4to: ware nicht allein der Eberle vor dießmahl von dem Consulat auszuschliessen und ein anderer zu wählen, weilen derselbe seine Rechnung pro anno 1769 noch nicht vor dem Wahldag abgeführet, wie jedoch sub poena exclusionis gemäß einer ambtsherrlicher Verorthnung erförderlich, sonderen [24r] auch, weilen derselb durch Beyhülff des Herrn Schultheisen Mappius, Henrich Assemächer, Füngeling, Aldenhoven et Falckenberg vor der Wahl so viele Vota theils durch Sauffen, theils durch Bedröhungen post electionem aber bis hiehin dergestalten damitten forthgefahren habe, das dadurch villicht die Majora bey einer newer Wahl erzwingen dörffte, hierüber wäre unter anderen in specie Joan Busch[547] etc. etc. die Gerichtßdieners-Fraw Andernachs[548] zu befragen, cujus iussu letztere abents vor dem Wahltag unterm Schein einer Vertrewlichkeit ebengemelten Busch pro Eberle zu votiren bereden sollen, und bey beschehener Verweigerung angerathen, wenigstens vom Marck zu bleiben, wohe nicht recessirt sein wolte, wie dan nun auch gleich in einer über Jahr und Tag still gelegener Sachen von Herrn Mappius geschehen ist. Einen annoch unwidersprechlichen Beweis dessen gib uns das Instrumentum notariale in fine, was sich mit dem alten ehrlichen Casparen Bungartz zugetragen, wie weith aber des Eberle Passion, sönderlich wan derselb nachmittagß etwas getruncken hatt, mussen dessen Confratres sogar und die gantze Statt überhaubt sagen, man vernehme noch in specie den Scheffen Böß, welchen sogar nicht zum Wahltag abladen lassen, man vernehme die Fraw des Petern Peters[549], welche er bluthrüstig geschlagen, man vernehme dessen jungsten Sohn[550], wie er sich in Gegenwarth Herrn Pastoren et Scheffen Assemächer einer nöhtiger Visitation mit Einschlagung deren Fensteren befragen, man befrage Joan Peters, wie unschüldig er denselbig auffm offentlichen Wegen geprügelt und was sich sönsten mit einem holländischen Pfertstreiber zugetragen, wie unglücklich er durch selbigen sein können, wan er keine gute Hülff bey sich gehabt hette etc. etc.

Was fur grössere Folgen solten nun von einem sölchen zu befahren sein, wan derselb das Consulat widerümb zu hoffen, wan derselb Statt- und Gerichtschreiber, dessen Compagnon Herr Mappius Scheffen und Schultheiß zugleich bleiben solte. Letzterer hatt vor einigen Jahren peu a peu angefangen, seith deme er aber Scheffen worden, mit Eberle et Füngeling fast alle Politica abgetahn, wohe nur denselben die Contentiosa angehen und dahin auch allein billig zu verweisen wäre, ahnstatt dessen und Füngeling, forth des Rathverwanters Assemächers andere anzuordenen wären, der Füngeling ist bey Errichtung einer gerichtlicher Obligation keinen Batzen gesessen.

<990f> 5to: Der Eberle als Gerichtschreiber verfertiget das Legerbuch oder die Heebregisteren, als Bürgermeister fordert derselb die Simpla, hatt ein newes Legerbuch verfertiget, fordert dafür 40 Reichstahler, wohe dessen Antecessores gegen eine Douceur mit Beyhülff deren Rathsverwanten ein sölches sönsten getahn, die Bürger zahlen ihre Simplen aus einem Jahr ins andere sine expressione termini, wissen also viele nicht, ob zu vill oder zu wenig zahlen. Der eine zahlt zu vill, und der andere wird übertrieben und übernohmen, und werden nebst unnöhtigen Executionen annoch mit Ohrfiegen tractiret, wovon die Stürtzelberger, signanter Kirberg[551], Henrigs[552], Classen[553], Jansen et Schwidden, Beweis geben können. Über die Geld-Horten und Manier, selbiges zu empfangen, wird partout geklagt von denjenigen, welche nicht pro Eberle oder dessen Adhaerentes portirt seint. Ein frisches Exempel gibt junge Meisterkoch nach jüngerer Bürgermeister-Wahl, wie wirthschafftlich die Magistrat sönsten seye, beweiset unter anderen ein sicherer, auffm Stürtzelberg mit Adolph Witgens sich zugetragener Vorfall, [24v] dessen Bürgerrecht betreffent, hingegen seint diejenige besser daran, welche pro Eberle und dessent Adhaerenten portirt seint, und zware gibt

<990g> 6to: der Falckenberg abstrahendo, ob derselb mit dem Bürgermeister in Simplis und sönsten richtig seye, jedoch in jedem Simpel 2 Gülden weniger als zu geben schüldig ist, der Aldenhoven, welcher seine Länderey noch wohl bey jetzigem Bürgermeister nicht specificirlich wird angegeben haben, der Füngeling und Henrich Assemächer mussen ihren Vortheil auch woll beym Eberle haben, desuper wäre Wilhelm Assemächer zu constituiren. Diese seint Protocols-kündig woll mehr dan vor 20 Jahren her, die so genante Bürgermeistermächer, welche die Bürger durch Sauffen und Schmeichelen, durch Bedröhungen dieses oder jenes respective Verlustes oder Vortheils in denen gemeinen Wirthshäuseren so wohl als überall, sönderlich vor der Wahl auff des Eberle Beutel und auff dessen Seithe bringen und zwingen, wie doch sönsten wegen dergleichen vor einigen auff das Scharffiste durch ambtsherrliche Befelcher verbotten gewesen. Es seint aber beyde, Scheffen Füngeling und Rathsverwanter Assemächer, über ihre bekante Aufführung in Protocollo ümsönsten also renomirt, das nicht woll meritiren, einem sölchen Ambt vorzustehen. Man lese nur das jüngere Brüchten-Protocollum, was sich mit beyden und dem Juden Salomon Mendel dahier zugetragen. Solte selbiges der Nachwelt geschewet worden sein zu hinterlassen und nicht dem Protocollo deshalben inseriret sein, es gibt hierüber annoch gnugsahme Zeugen, man sehe wegen Letzteren das uhralte Protocollum nach, es wird sich Villes vorfinden, man frage die Magistrat, wie er bey Abmessung der Heyden vor einigen Jahren sich gegen Illustrissimum Capitulum et mandatum magistratus gehandelet, wie er sich mit einer Sackuhren, welche ein Hannoveraner dahier verbrochen, von der Statt reparirt werden müssen, betrogen habe[554], man befrage Herrn Pastore, wie er sich vor einigen Jahren in festo Mathaei [24. Februar], annoch jüngst bey Widersetzung der Vogelsruhten zu transportiren in pleno auffm Rathhauß gegen denselben ausgelassen, mit welch groben Scheltwörteren er denselben in einer Deflorationssachen, seinen Sohn betreffent, in seinem Hauß begegenet etc. etc., das selbiger nicht allein billig aus vorgemelten Ursachen aus dem Rath und Bürgerschafft auszuschliessen zu condemniren wäre, worüber die alte Protocolla des Graffen von Fugger hochseehligen Andenckens nachzusehen waren.

<990h> 7mo: In vorgemeltem Brüchten-Protocollo, wan nicht eben ein sölch Bedencken gewesen, doch eben so erweislich ist, würde sich auch äusseren, wie vill Glauben dem Stats-Protocollum zuzustellen seye, wan die Fleischlieferungen des Schwabs mit dem Salomon Mendel eingesehen würde, wessen Bestättigung sich durch die jüngere so offter abgeänderte Wallverpfachtung geben dörffte, weshalben gebetten wird, sogleich deren Protocolla und Rechnungen sich zu bemächtigen, fort wird gebetten,

<990i> 8vo: die so höchst sträffliche Verpfachtung des Schaaffs-Schweiffs einzuziehen und was dabey heimlich vorgegangen und auffm Rathhauß verzehret worden, gnädig zu untersuchen.

<990j> [25r] 9no: Klagen die hiesige Eingesessene sowohl als die dahier Passirende über die schlechte Beobachtung der Rhein-Überfahrt, das der Statt dadurch so nützliche Nahrung und Weeggelt benohmen werde. Es ist aber der Pfächter ein Bürgermeister-Macher Falckenberg. Es darff derselbe nicht angehalten werden, sönsten fallet derselbe mit seinen Brüderen auffm Stürtzelberg mit dem sogenanten Fußschmitt daselbsten und mit dessen Vätteren, des Heckhalbwimneren Sohn, welcher kein Votum hatt, jedoch jüngst mit ebengemeltem Fußschmitt die erstere Schlägerey angehoben, dem Eberle bey der Wahl votando contraire, es könten deren auch woll Einige dem Eberle im Beutel verwant sein und also in allem obligirt sein, es könten noch hier mit den Pfacht-Gelderen wohl eine Bewantnus haben, wie in der grafflich Sigismundischer Verorthnung enthalten und respective verbotten.

<990k> 10mo: Es klaget der Kirberg auffm Stürtzelberg über das Verfahren ex anno 1766 gegen seine beyde Söhne, die Schlägerey des Steltzmans betreffent, wohe derselbe und seine Söhn ihre Unschult vorgeschützet, auch unschüldig eingezohgen und die rechte Thäter bekant seint, der Kirberg erga cautionem auch derzeit demühtigst beym Gericht die Entlassung seiner Söhn gebetten, aber alles vergebens. Es haben selbige 17 Täg und Nachten bey Wasser und Brott auffm Stroh sitzen und schwitzen müssen, bittet derohalben, selbige nicht allein obrück, sonderen auch dem Gericht in Zukunfft auch eine behutsamere Inquisition auff das Scharffeste einzubinden.

<990l> 11mo: Es bittet auch die Gemeine in der gleichen und kleinen dergleichen Vorfallenheiten, nicht pro extra ordinarias diaetas, sonderen selbige in ordinaria abzuthuen und selbige, wie von einem hochwürdigen Thumb-Capitul vorgeschrieben, fleissiger als bis hiehin und nicht nach Willkuhr abzuhalten.

<990m> 12mo: Über die stättische Oeconomie, ausgeschriebenen Liferungen, Zehrungen auffm Rathhauß, stättische Rechnungen, einseithiges Verfahren des Mappius und Eberle Partie, forth das bey Haubtsachen und gar keine Gemeins-Männer sub regimine moderno, wie sönsten bräuchlich, mehr adhibirt werden, was sich auch in Auszahlung von 40 Reichstahler bey des Herrn Nachgänger Spelt anerkaufften Dückers-Gütheren zugetragen, wären der Scheffen Böß, Beyer, Assemächer et Rathsverwanter Schwieren pflichtmässig zu vernehmen. Caetera et particularia dabit praesentia civium.


<991a> Hochwürdigst durchleuchtigst Hoch- und Wollgebohren, hochwürdige gnädigst-gnädige Herren etc. etc.

Ewer hochfürstliche durchleuchtigst hochgräffliche Excellentz und hochwürdige Gnaden gnädigst-gnädig geruhen zu erlauben, das die hoch- und schwär betrübte arme Bürgere zu Zonß ihre nothtringlichste Klag und Beschwerden wieder ihre vorgesetzte Obrigkeit, als Bürgermeister und Rath daselbst, bey heutiger Session an- und vorbringen mögen, darinnen bestehent erstens, das ein Zonsser Magistrat dem Herrn Schulteisen Mappius als Mitscheffen ohne gezimmende Zuziehung und Vorwissen ihrer [...][555] den vor dem Rheinthor gelegenen, von undäncklichen Jahren von den Bürgeren in Brauch, Besitz und Abnutzung gehabten Rampart gegen Auszahlung eines Spotgelts ad einen halben [25v] Reichstahler pro Jahr entweder in Erb oder aber auff beständige Jahren in Pfachtung verliehen, zweytens auch die vor etwa dreissig Jahren von einem hochwürdigen Thum-Capitul der Schützen-Bruderschafft mildest geschenckte, mit austrücklich damahligem Befehl durch den Magistrat selbst auff diesen angewiesenen Wall zu stellen befohlene Schieß-Ruhte auff ihre Kösten, und zware mit solcher Gewalt, das verschiedenes und das mehriste Gehöltz von diesem Thumcapitularischen Geschenck oder Schießruhten zerbrochen und unbrauchbahr worden, abnehmen, weniger nicht drittens unerhörter Dingen einige Bürger auffbiethen lassen, diese eigenmächtig zerstöhrte Schießruhte auff einen näher zur Statt und dahero gefährlicher gelegener, jedoch gemeinen Orth dienstweis zu transportiren, forth auff diesen Orth eine newe Schießruhte theils aus Magistrats-, theils auff Bruderschaffts-Kösten auffrichten wollen, des gleichen viertens die vor etlichen Jahren von einem pro tempore gnädigen Ambtherrn denen Zollbeambten geschenckte und von selbigen zum Zierath und Nutzen auff diesen Wall gesetzte Castanien-Bäum hinweg genohmen, diesem Vorgangen hatt obgemelter Herr Schultheiß Mappius nicht lang gefieret, seine an diesen Wall anstossende Gartenheck ausrotten, diesen obgehörter Massen gepfachteten Wall zur Anfüllung gleich gedachten Gartens abfahren, denselben mit Bäumen bepflantzen, ja, den Wall seinem Garten einverlieben und mit der Gartenheck einschliessen zu lassen, also das dieser Wall alias locus communis sensim sine sensu ejusdem juris particularis et privativi werden dörffte, wessen der Garten selbsten ist.[556]

<991b> Hierbey ist es auch nicht geblieben, sonderen er hatt die ümb den Wall befintliche Frasen abstechen und den nechst dabey liegenden Bleichplatz (dessen sich so woll Reiche als Arme zum Waschen und Tuchbleichen, Trücknen und also dardurch ihr Brott zu verdienen gebrauchen, im Frühjahr darauff ihr hunriges Viehe weyden, ja, die gemeine Leuthe das gesambte Krauth für die Winternahrung ihres Viehes, ohne einen anderen bequämen Platz dafür zu haben, kummerlich trückenen müssen) dergestahlt dieff abfahren lassen, das derselbe schwerlich in zehn oder mehreren Jahren zu vorigem Behueff wieder brauchbahr werden dörffte. Die Betränglichkeit dieses Schadens ist leichtlich daraus zu ermessen, das der mit Herrn Schultheiß Mappius colludierende Herr Bürgermeister Eberle einen armen, jedoch ehrbahren Bürger, nahmentlich Peter Peters, vor etlichen Jahren nur allein darümb, weilen derselbe einen Korb oder Mengen Leimen aus diesem Bleichplatz und einer würcklich angebrochener Kuhlen für unter das Geriß zu mischen gestochen hatte, in den Thurn geworffen, gleichwohlen nun der gäntzlicher Ruinerung und Entziehung dieses so nützlich als unentbährlichen Bleich- und Wallplatzes villicht auff ewig so gelassen zusehet, gewißlich mus es bey selben heischen: "Si duo faciunt idem, non est idem", wie vor Zeiten ein gewisser Voigt zu Berchheim gesagt haben soll.

<991c> [26r] Ewer hochfürstliche durchleuchtigst hochgräffliche Exellentz und hochwürdige Gnaden haben zware auff unterthänigstes Anstehen des Herrn Besehren de Bruyns als Bruderschaffts-Praefecti den Herstellungs-Befehl der spoliative hinweg geschafften Schiesruhten inhaesive ertheilet, wofür die Bürger als Mitglieder dieser Bruderschafft den unterthänigsten Danck hiemit abstatten. Weilen selbe aber gehoffet, bey eben selbiger Gelegenheit in ihren obigen Betrückungen gleichfalsige provisionelle Remedeur zu erhalten, mithin Bedencken getragen, sich ferners gegen ihre Obrigkeit zu äusseren oder villmehr einem hochwürdigen Thumcapitulo desfahls lästig zu fallen, gleichwollen an des Herrn Schultheisen Arbeit ersehen, auch gantz gesichert wissen, das wider der eine, wider der andere die gute Parition leisten, villmehr abermahlen bey Ewer hochfürßlichen durchleuchtigst hochgräfflichen Excellentz Hochwürden und Gnaden am Platz schüldigster Folgleistung nähere Vorstellung und Verzögerung machen, forth ümb eine Local-Commission anstehen wollen oder bereits angestanden und bey derselben Verweigerung höheren Orths zu appellieren dem Herrn Schulteisen Vollmacht ertheilet haben, ümb die Bürger aus ihrem Besitz- und Nutzbahrkeiten heraus, sich aber darin fest, mithin die Sach in das weithe Felt zu setzen, ja, dadurch Gelegenheit zu haben, die unterschriebene Bürger durch feintseelige particulaire Anfälle unter sich zu zertheilen.

<991d> Nebst vorgewehnten Beschwerden hatt auch Magistrat zu Zonß noch dieses hinzugesetzet, das er unwissent der Bürgerschafft und ohne vorherige gewöhnliche Abruffen die den Bürgeren selbst so nöhtig als nützliche Schaaffs-Schweit ahn Auswärtige verpfachtet, desselbigen Magistrats Mitgliet Assemächer aber auff seinen Vorschlag und Magistrats Begünstigung unterscheitliche Gemeinheits-Bäume, nemblich jenen in der Müllengassen, worunter in festo Corporis Christi ein Altar gemacht und die Benediction gegeben wird, wie auch einen jungen Nusbaum auffm Wall, weniger nicht den auff der Gräntzen des Ambts an die fünfftzig Jahr gestanden habenden Baum abhawen und respective abscheren, forth durch die Bürger das Holtz davon dienstweis an das Rathhauß (wovon dannen der Assenmächer selbiges zu sich nimbt) fahren lassen, durch welche Newerungen und Thätlichkeiten der Gemeinden das eine Gerechtsam oder Besitz vor das andere nach entrissen und also mit der Zeit die Magistrales fett, die Bürger und Gemeine aber kahl gemacht werden. Als gelanget zu Ewer hochfürstlich durchleuchtigst hochgräffliche Excellentz und hochwürdige Gnaden obgehörter Zonsischer Bürgeren oder derselben Bevollmächtigten unterthanigst-unterthänige Bitt, dieselbige bey ihrer unvordencklicher Possession, Gebrauch und Abnutzung des Walls, Bleichplatzes und sönstiger Gerechtsahmer obigen Inhalts kräfftigst zu hanthaben, restitutionem spolii et rei ad pristinam faciem, wie auch die Abschaffung aller Newerungen, provisionaliter respective et suis spoliantis sumptibus nachtrücksambts per applicationem remediorum opportunorum et executivorum signanter cassationis vel suspensionis ab officio et denegandae eo usque audientiae vel alias einzubinden, forth allen und jeden Beschwerden ungesaumbte Abstellung oder wie besser via regia und [26v] ambtshalber zu verschaffen.

<991e> // Darüber // ewer hochfürstliche durchleuchtigst hochgräffliche Excellentz und hochwürdige Gnaden // unterthanigst-unterthänige Bürgere zu Zonß in adjunctio benent. – Überschrifft = Unterthänigst-unterthänige Beschwehrführung sambt Bitt an Seithen Zonser Bürgeren in adjunctio benent. – Contra Magistratum, Praetorem Mappius et Senatorem Assenmächer ibidem. Praesentatum Illustrissimo et Reverendissimo Capitulo Metropolitano Coloniensis hac 28. Aprilis 1770.

Gegenwärtige Beschwehrführung ist Beklagten des Ents zu communiciren befohlen worden, gestalten sich darüber binnen 8 Tagen Zeit rechtßbeständig vernehmen zu lassen, wohe in dessen klagenderseiths

Empfangen Zonß, den 4. Mey 1770, Johann Eberle


<992a> Verantwortung

Hochwürdigst durchleuchtigst hochwürdig hochgebohrne auch wohlgebohrne gnadigst-gnadige Herren etc.

Auff die dahiesigen Bürgeren angebragte Beschwerfuhrung solle unter rechtsbedinglichen Vorbehalt ab Seithen Bürgermeister, Scheffen und Rath unterthänigst diemühtigst erinneret werden, was Gestalten hiesiger Magistrat alliege zu dahiesiger Statt gehörige Häuser und Gründe jedesmahlen unwiderretlich verpfachtet habe, und die daraus eingangene Gelder zum Nutzen der Statt und Gemeinheit (wie augenscheinlich nachzuweisen ist) jederzeit verwendet worden. Sölch eingeführtem Herbringen gemäß hatt eben besagter Magistrat seiner hochgräfflichen Excellentz, unserem gnädigen Ambtherrn, einiges Lant am Judenberg zum Gebrauch gestattet, darbeneben den vor hiesiger Statt oet und wüst gelegenen Wall höchst und hoch dero Schultheisen Mappius auff dessen Ansuchen pfachtweis ausgelehnet. Solte man nun vorgesehen haben, das Magistrat hierzu allein nicht befügt, sonderen die Einwilligung erwehnter Bürgerschafft hierzu eben nöhtig gewesen wäre, würde jene sicherlich nachgesucht worden sein, noch ümb so mehr, wan man sich vorgestehlt haben solte, das durch sothane Verpfachtung hiesiger Bürgerschafft die mindeste Beeinträchtigung geschehen wäre.

<992b> Der Vogel wurde vor 30 und mehreren Jahren auff hiesigem Rheinthurn jedesmahlen geschossen. Ümb Willen aber hierdurch besagtem Thurn ein nicht gringer Schatt zugefügt worden, haben ewer hochfürstlich durchleuchtigst hochgräffliche Excellentz Hochwürden und Gnaden sich gnädigst-gnädig gefallen lassen, hiesiger Bruderschafft eine Vogelsruth zu schencken, welche auff den von Magistrat angewiesenen Wall ist gesetzt und mittlerweil schon einmahl von besagter Bruderschafft auffs new erbawet worden. Dahe nun Magistratus erwehntem Anpfächteren den Wall zu lieferen sich anheischig gemacht, hatt selbiger sich mit Brudermeistern[557] berührter Bruderschafft dahin verstanden, das jener quaestionierte Ruth auff seine Kösten, und zware auff eine ebenwohl bequämen und entgegen übergelegene Gemeinheits-Platze versetzen, die Bruderschafft hingegen anstatt das daran verfaulten Holtzes newes anschaffen wolle. Zu sothaner Vereinbahrung hatt man ebenwoll den Praefectum und Schützenkönig der Bruderschafft zuziehen wollen. Weilen aber beyde ausstättisch waren, hatt erwehnter Brudermeister sothane Vereinbahrung erwehntem Praefecto zu hinterbringen übernohmen, [27r] wie Anlag sub numero 1mo mit mehrerem nach sich führet. Des anderen Tags gleich nach getroffener Vereinbahrung hatt der des Ents ebenwohl abgelahdener Schützenkönig von dem zur Zeit regierendem Bürgermeister Fingeling erfraget, warümb er gestrigen Tages zum Magistrat wäre abgelahden worden, welcher jenem den oben angeführten Vortrag in Betreff der Vogelsruth eröffenet, so dieser auch vergenehmet. Eben erwehntem Vortrag gemäß ist von Seithen Magistratus die Abnehmung der Vogelsruthen vorgenohmen worden, ohne das weder Praefectus, weder ein oder anderer Bruder gegen Abbrech- und Versetzung derselben das Mindeste eingewendet, viel weniger novum opus haben dementüren lassen, mithin ist Magistratus in bona fide zu Werck gangen, ohne jemahlen im Sinn gehabt zu haben, sich desfahls einer Thätlichkeit beschüldigen zu lassen, welches sich auch aus vorherigem Vorgang von selbsten erörteren wird.

<992c> Diesem ungeachtet hatt berührter Praefectus in Zustant einiger Brüder sich beygehen lassen, hiesigen Magistrat einer desfalls unterlauffen sein sollender Thätlichkeit zu belästigen, zugleich ohnbefügter Dingen anzubringen, das von Seithen Magistratus das Gehöltz an vill bemerckter Schießruthen wäre zerhack, verbrochen und unbrauchbahr gemacht worden, worab aber das Gegentheil bey Beaugenscheinigung deren darunter gelegenen Sohlen wird verthätiget werden, in Rücksicht jene völlig verfaulet und deswegen gantz und zumahlen unbrauchbar seint. Auff dessen Vorstellung haben höchst- und hoch-dieselbe gnädigst-gnädig geruhet, die Herstellung sothaner Ruhten dahiesigem Magistrat mittels eines gnädigst-gnädigen Capitular-Schlusses anzubefehlen, höchst und hoch welchem die unterthänigst diemühtigste Folge zu leisten und gehorsambst anerkennen, auch mit der Arbeit bereits den Anfang gemacht haben. Sothane Ruthe wurde auch schon würcklich hergestellet sein, dafern die darzu jenseiths Rheins im Bergischen bestehlte newe Sohlen ans Wasser hetten gebragt werden können, welche aber erster Tags ausweis der Anlag sub Numero 2do werden beygeschafft werden, entstehen wir also nicht, die Herstell- und Auffrichtung derselben eiffrigst zu beförderen und höchst- und hochdennenselben ein sölches in wenigen Tagen gehorsahmbst anzuzeigen. – Es hatt zwar der zu selbiger Zeit regierender Bürgermeister Fingeling ein und anderen zu Verbringung des Gehöltz unversehener Dingen dienstweis auffbiethen lassen, welche aber davon gegangen seint, und nachgehents sothane Verbringung mittels Zahlung ist beförderet worden.

<992d> Die auff besagtem Wall noch gestandene 6 oder 7 Castanien-Bäum seint theils zur Ausbesserung der langß die Garten stehende Allee verwendet, zwey hingegen neben ein steinernes Creutz und einer in die Müllengaß gesetzet worden. Zu derselben Versetzung würde Magistratus durch höchst und hoch dero Beseheren und Nachgängeren ümb so mehr allerdingß veranlasset, als jene ohne Vorwissen erwehnten Magistrats zu nicht gringem Nachtheil dahiesiger Bürgerschafft schon würcklich einige derenselben Bäumen auff Gemeinheitsgrunt eigenmächtig auswerffen und die Löcher, worin jene gesetzt werden sollen, auff gleichem Grunt stehen lassen, worzu doch jene weniger als befügt sein könten. Zu einem weith mehrerem Ziert gereichet die von Anpfächtere beförderte Anpflantzung, wie ein jeder bey dessen Augenscheinigung beurtheilen wird, obwohlen nun Anpfächter [27v] seinen Garthen so wohl als die Halbscheit des Walls mit einem Zaun hatt einschliessen lassen, so folgt gleichwohlen hieraus gar nicht, das dieser dessen Eigenthumb sich wird zumessen können und mögen, mithin zerfallet die jenseith habende Vermühtung. – Die durch Abstechung des wenigen Waasens so wohl als Ausstechung des Grunts auff der vorgegeben werden wollender Bleichplatz lasset man der seinerzeit höffentlich darab einzunehmender Beaugenscheinigung vollents anheim gestelt sein, wobey sich dan sonnenklahr ergeben wird, wie neidig sölches Angeben vorgebragt worden seye. Darbeneben hatt berührter Schultheiß nicht allein, sonderen auch andere Bürger, als Jansen, Peters, Rixen und noch mehrere, aus eben erwehntem Platz Grunt gestochen, und zware so, das es demselben weniger als nachtheilich zu sein scheinet.

<992e> Der mit Petern Peters anno 1766 geschehene Vorfall ist in selbigem Jahr bey seiner hochgräfflichen Excellentz unseres gnädigen Ambtherrens kläglich vorbragt und von hoch jenem untersuchet, forth das von seithen hiesigen Bürgermeistern beschehenes Betragen vergenehmet worden, und zware der Ursachen willen, weilen dieser wieder das von dahiesigem Magistrat erlassenes Verbott schnurgrath gehandelet hatt. – Bey höchst und hoch dero Stelle ist bekant, das hiesiger Magistrat ümb das Gehör und eine Local-Commission unterthänigst-unterthänig angestanden habe. Unwahr ist es aber, das hiesigem Schultheißen höheren Orths zu appelliren die Vollmacht seye ertheilet worden, mithin lasset man die dieserthalben so wohl als auch sönstige nicht zu erweisende Anzöpfflichkeiten auff seinem Unwerth beruhen, und werden Gege[n]theile ihres Unfugs durch die Folge seinerzeit überführet werden.

<992f> Hiesige Bürgerschafft ist zum Schaaffschweith ohnwidersprechlich berechtiget, ümb Willen aber diese wegen Abgang deren Schaaffen in etwa 20 und mehreren Jahren sich derselben nicht mehr bedienet hatt, gleichwollen dieser von denen so Gülich als Cöllnischen Benachbahrten steetshin beeinträchtiget wurde, forth diese dem Ansehen nach sich bemüheten, das Gerechtsam hiesiger Bürgerschafft von allen Seithen zu beschmähleren, so hatt jenes hiesigen Magistrat bewogen, sothane Schaafftrifft höchst und hoch dero Halbwinneren-Wittiben Schmitz zu Nivenheim zu Beybehaltung dieses Gerechtsambs gegen jährlichs dahiesiger Bürgerschafft zu gebender einer Ahmen Bier zu verpfachten. Mithin solte ja nicht zu vermühten sein, das die Bürgerschafft durch sothane Verpfachtung beeinträchtiget seye, noch ümb so weniger, als die Stürtzelberger Einsassen ausweis der bereits angebragter Klag beym Besitz quaestionierter Schaafftrifft einseithig gehanthabet zu werden gebetten haben, fölglich diese das Gerechtsam sothaner Schaafftrifft hiesiger Bürgerschafft schon würcklich infrage ziehen und streitig machen wollen.

<992g> Ja, allen Gemeinheiten ist kuntbahrer Dingen herbragt, das derselben Vorstant Bäum anpflantzen und abhawen lassen könne. Fölglich wird hiesiger Magistrat ebensowohl darzu befügt gewesen sein, diemehr, als die darab eingegangene Gelder nicht zu unserem, sonderen vielmehr derselben Vortheil befördert worden, welcher, so erforderlich, nachgewiessen werden kan. Es lasset sich hieraus sattsam entnehmen, das hiesige Bürgerschafft mit keinen Newerungen und Thätlichkeiten beschwehret, sonderen villmehr derselben Vortheil beförderet worden. Es würde jene desfahls einmahlen eine Rege gemacht haben, wan nicht andere abtrinnige Absichten und auffrührische Anstifftungen darunter verborgen wären, so sich seinerzeit schon erklähren [28r] werden, gleichwie nun hiesigem Magistrat bishero noch unbekant, welche Bürgere gegen jenen ihr Beschwehr angebragt haben, hingegen man dieses gesichert sein müste, mit weme man in Judicio zu stehen und diesseitige Nothturfft zu communiciren hätte. – Als werden ewer hochfürstliche Durchleucht unterthänigst diemühtigst gebetten, höchst und hoch dieselbe geruhen gnädigs-gnädig klagenden Bürgeren die Communication ihrer habender Vollmacht einzubinden, hiesigen Magistrat aber zu Beybehaltung ihrer Authoritaet und Ansehen bey ihrer herbragtem Gerechtsamb zu hanthaben und zu schützen, zu höchst und hoch dero Gnaden etc. Ewer etc.

<992h> Adjunctum Numero 1, Sabbathi, 24ta Februarii 1770 in senatu.

Von Seithen Magistratus würde erinneret, entschlossen worden zu sein, das die auffm Wall stehende Vogelsruhte auff den an der Statt stehenden Wall versetzet werden solle. Derselben Besicht- und Verbringung seye Rathsverwanten Assemächer als Werckverständigen auffgetragen worden, diesem gemäß referiret, jener quaestionierten Ruthe besichtiget und befunden zu haben, das die derselben unterliegende Sohlen vollents verfaulet, anbey das übrige Gehöltz in schlechtem Stant wäre, gleichwollen letzteres noch zum Theil verbrauchet werden könte. Nach gepflogener Unterredung ist für gutt befunden worden, Brudermeistern Heineman und Schützenkönig zu Anhörung eines Vortrags ad senatum abladen zu lassen, so Stattdiener ist auffgegeben worden, welcher refireret, beyde betaget zu haben, Schützenkönig aber ausheimisch zu sein. Brudermeister Heineman ist also erscheinen, welchem die Gesinnung hiesigen Magistrats wegen zu Verbringung der Vogelsruthen ist kunth gemacht worden, mit dem Bedeuten, das Magistratus sothane Ruhte auff ihre Kösten für dießmahl et citra consequentiam versetzen lassen wolle, hingegen von seithen der Bruderschafft zu Stellung deren verfaulten Sohlen das darzu nöhtige Holtz angeschafft werden möge, welchen Vortrag erwehnter Brudermeister nicht nur sich hatt gefallen und vergenehmet, sonderen auch nahmens der Bruderschafft dahin erklähret, das ab seithen derselben das darzu nöhtige Holtz angekaufft und beygeschafft werden solle. – Als man nun Praefectum der Bruderschafft zur Vernehmung hatt vorbescheiden lassen wollen, zeigt Brudermeister Heineman an, das dieser ausser Statt gefahren und nicht anwesent wäre, gleichwollen er selbigem den gemachten Vortrag hinterbringen wolle. Diesem Vorgangen ist besagtem Assemächer die Verbringung quaestionierter Ruthen auffgetragen worden, actum Zonß ut supra – pro extractu protocolli Johann Eberle, Gerichtschreiber.

<992i> Adjunctum numero 2: Hochedler insonders hochgeehrter Herr. Auff dero letzteres vom 5ten Maii diene in schüldigster Anworth wegen dem schwären Balckengehöltz, das, weil die Habersaath eingefallen, selbiges bis dato noch nicht an den Rhein haben fahren können. Ich werde aber besorgen, das selbiges dies erste Woch ans Wasser gebragt wird, wovon meinem hoch zu edler Herrn per expressen gleich advisiren werde, der ich übrigens etc. J. P. Speck, Urdenbach, den 5ten Maii 1770.

<992j> Unterthänigst-unterthänige Verantworthung loco exceptionis an Seithen Bürgermeister, Scheffen und Rath zu Zonß wider die in forma zu benennende Bürgere ibidem:

Praesentatum Illustrissimo et Reverendissimo Capitulo Metropolitano Coloniensis hac 9na Maii 1770.

Gegenwärtiges Exhibitum seye abseiths, ümb sich in angerechten Puncten darüber ferner vernehmen zu lassen, dan auch die Vollmacht vorhin aufferlegter massen beyzubringen cum termino von 8 Tägen abschrifftlich zu communiciren. Signatum Cöllen wie oben.

J. H. Bollich.


<993a> [28v] Contradictio medio Reproduction et recessus und Beybringung legaler Vollmacht den 23ten Maii 1770. / Ab ante rationibus / 4 Reichstahler

Protocollo der Wahl-Consensionum eodem facta reproductis cum adjunctio eines ambtsherrlichen Befehls de 14. Julii 1749, quod nemo consul confirmetur nisi redditis etc.

<993b> Hochwürdigst durchleuchtigst hoch- und wohlgebohren, hochwürdige gnädigst gnädige Herren etc.

Ewer hochfürstliche durchleuchtigst hochgräffliche Excellenz, hochwürdige Gnaden wird zweiffelsohne annoch errinnerlich beywohnen, was für schwäre Klagten die Zonser Bürgere wider den abgestandenen Bürgermeister Eberle am 28ten Aprilis anno currente unterthänigst-unterthänig vortragen und gnädigst gnädig zu remediiren gebetten haben. Ehe und bevor aber diese Beschweren gäntzlich gehoben, so kommet noch ein newes Gravamen, die Bekränckung ihrer Gerechtsahmen und alten Herbringens in Puncto der Bürgermeisters-Wahl betreffent, hinzu. Bevor aber dieses Beschwer vorgetragen und erkant werden mag, so will es nicht undienlich sein, das alt und jüngere Herbringen bey der Bürgermeisters-Wahlen vorauszusetzen.

<993c> Es ist bräuchlich und woll herbragt, das den 1ten Sondag im Monath Maii eines jeden Jahrs der Magistrat in sieben und die Scheffen gleichfalls in sieben Perschonen bestehent sich auffm Rathhauß zu Zonß, die Bürgere aber und die Stürtzelberger vor dem Rathhauß entweder in einem oder zwey Hauffen versammelen, ümb einen Bürgermeister zu erwöhlen, wobey dan der Rath sieben, die Scheffen sieben und die Bürger zu Zonß fünff, die Stürtzelberger hingegen zwey Vota haben, mithin 21 Vota ausmachen. Ferners werden die zwey Subjecta passiva zur Bürgermeisters-Stelle aus denen sieben Scheffen herausgenohmen und zur Wahl ausgestellet, wodurch dan zwey Stimmen von den einundzwantzig, mithin nur 19 Vota activa bleiben. Anbelangent die Magistrat- und Scheffen-Vota deductis binis subjectis seu votis passivis in 12 Votis bestehen, derenselben Vota colligirt ein thumcapitularischer Commissarius und Praeses auffm Rathhauß, und macht der ältiste Scheffen mit dem Votiren den Anfang, dem dan die übrige Scheffen den Rang nach und nach, diesem die Rathsglieder folgen, ihre Vota dem Herrn Praesidi zu notiren abgeben und alsdan forthgehen, mithin den Herrn Praesidem auff der Rathsstuben allein lassen müssen, ohne das jemant erlaubt seye, in sölcher Zeit zu hoch demselben zu tretten. Anbelangent die übrige sieben Stimmen, deren fünff von den Zonsseren und 2 von den Stürtzelbergeren, wie oben insinuiret, dem Herbringen gemäß gegeben werden, so werden dieselbe von dem zum Fenster heraussehenden Herrn Praeside, fals derselbe bey frietlichem Hergang die Majora sehen, hören und wahrnehmen kan, zu den übrigen Rath- und Scheffenstimmen und auff die Perschon, deme sie entweder einhellig oder parcellenweis gegeben, notiret. Gehet die Wahl bey den Zonser- und Stürtzelbergeren aber unrühig, schreyent und uneinträchtig her, also das dieselbe sich nicht concordiren wollen nachlassen, so setzet das ebenselbige Herbringen dem Herren Praesidi folgendes Ziehl und Maaß, das er die Zonser und Stürtzelberger Man für Man vor sich lasse, einem jeden sein Votum abnehme und den übrigen Magistral- und Scheffen-Votis, und also demjenigen, dem sie es gegeben, zuschreiben müsse, welchem Vorgangen, so computiret und liquidirt der Praeses die Vota und proclamirt alstan denjenigen [29r] zum Bürgermeister, dem die Majora assistiren.

<993d> Gegen dieses Herbringen ist bey jüngerer, den 6ten dieses vorgewesen uneiniger Bürgermeisters-Wahl haubtsächlich darin angestossen, das ein Thumcapitularischer Herr Wahl-Commissarius dem Herrn Bürgermeister Eberle unerlaubter Dingen den Zutritt auff die Rathsstuben und zu sich verstattet, wodurch dan dieses muthmäßlich veranlasset worden, das mehrgedachter Herr Wahl-Commissarius so wenig die Zonser als Stürtzelberger sieben Votanten als auch in praesenti hypothesi discordiae nach bürgerlichem Begehren und altem Herbringen die sämbtliche Bürgerschafft Man für Man zu Abgebung ihrer Votorum nicht auff die Rathsstuben und vor sich gelassen, sonderen den aus vielen den 28ten Aprilis anno currente bey einem hochwürdigen Thumcapitul würcklich vorgekommenen und ferners vorkommenden Ursachen für diesesmahl nicht acceptabelen und untüchtig erklährten Eberle mit 9 Stimmen zum Bürgermeisteren abermahl proclamiret und die auff den Scheffen Beyer würcklich gefallene 3 Raths- und Scheffenstimmen sambt den sieben bürgerlichen und dahero zusammen eilff, fölglich die Majora machende oder sönstige sämbtlicher Bürgerschafft Man für Man in casu abgeblich gewesene Vota recht- und observantz-widrig verwintschlaget hatt, welches dan dem Scheffen Beyer so wohl als die auff dessen Perschon votirende 3 respective Scheffen und Rathsherren, wie auch die Zonser und Stürtzelberger, veranlasset hatt, gegen diese den Rechten und Herbringen wiedrige Wahl in continenti et in indesinenter coram Domino Praeside zu protestiren und selbe einer unheylbahrer Nichtigkeit zu beschüldigen.

<993e> Dahe nun ewre hochfürstliche durchleuchtigst hochgräffliche Excellentz und hochwürdige Gnaden von Erleuchtest einsehen, was diese Newerung für Snitten und Eingreiffe in das alte Herbringen mache, und zware dieses, das auff sölche Arth die Convocation der Bürger nur ein bloses Ceremoniel und Apffenspiel, das Zonser Consulat aber durch Hülffers Hulff bey dem Bürgermeister Eberle wider den Willen der das Wahlrecht habenden Bürgeren verewiget und lebenslänglich werde, worunter dan das gemeine Wohl und der Statt Beutel (womit sölche ewige Officianten nach Willkuhr ümbgehen, haußhalten, zehren und rechnen wie sie wollen, bey jetzigen Ümbständen, wo der Bürgermeister Eberle den Wein-Zapff und den Herrn Schultheis Mappius also zum Mitregenten hatt, nicht wenig leydet, der Bürgermeister Eberle zum despotischen Regenten und reichen Man, der Bürger aber zum Schlaven, das Wahl-Regale gleich den übrigen Gerechtsahmen ohnvermerckt mit der Zeit zu nichtß wird.

<993f> Als gelangt zu ewer hochfürstlich durchleuchtigst hochgräfflichen Excellenz und hochwürdigen Gnaden unterthänigst diemühtigst Suppliciren der Zonß- und Stürtzelberger rechtliche Bitte, höchst und hoch dieselbe geruhen, sie bey ihrem woll herbragten Wahl-Regali kräfftigß zu hanthaben, diese nichtig- und unrichtige Wahl des eilff Jahren hintereinander gewesenen Bürgermeisteren Eberle ob defectum majoritatis votorum et ex causis supra tactis de plano zu cassiren und hingegen den drey Scheffen- und Magistral-Vota habenden Scheffen Beyer (welchem die wider des Eberle Wahl protestirt habende und jetzt supplicirende Zonser und Stürtzelberger mit ihren Votis Domino Praesidi declaratis gleich accediret seint, und hiemit nochmahls accediren) als Bürgermeistern zu bestättigen oder wenigstens eine newe Wahl dem Herbringen gemäß excluso Eberle sub novo Praeside baldigst zu verstatten, weniger nicht zu Abkehrung eines verewigenden Consulats, forth daraus entstehenden Inconvenientzien eine gnädigst-gnädige Verorthnung dahin, das das Bürgermeister-Ambt nicht länger dan 2 oder zum wenigsten 3 Jahr in uno et in una eademque persona dauren und bleiben solle, zu erlassen oder wie besser.

<993g> Ewrer hochfürstlichen durchleuchtigst hochgräfflichen Excellentz und hochwürdigen Gnaden [29v] unterthänigst-unterthänige der Zonser und Stürtzelberger Gemeinden Bevollmächtige Cornelius Jansen, Wilhelm Heyden, Jacob Müllenberg, Johannes Kirberg unterthänigst-unterthänige Supplication und Beschwerführung sambt Bitt an Seithen inwendig unterschriebenen Bevollmächtigten der Gemeinden zu Zonß und Stürtzelberg wider den ihnnen obtrudirt werden und sich ingeriren wollenden Bürgermeister Eberle zu Zonß et quoscunque. – Praesentatum iIllustrissimo et Reverendissimo Capitulo Metropolitano Coloniensis hac 9na Maii 1770.

Gegenwärtige Supplication ist dem Eberle zu Vernehmlassung cum termino von 8 Tägen zu communiciren befohlen, jedoch aber demselben einesweilen und provisionaliter bis auff ander weitere Verorthnung das Bürgermeister-Ambt zu vertretten forthfahren zu mögen verstattet worden. Signatum Cöllen wie oben.

J. H. Bollich

Dieses hab ich dem Herrn Bürgermeister relicta copia zurecht intimirt. Signatum Zons, den 12ten Maii 1770. Mathias Andernach, Gerichtßdiener.


<994> Visitatio Caminorum. Den 8. Augusti [1770] fuit Visitatio Caminorum per Dominum Consulem Eberle et Scabinum Beyer et Senatorem Schwieren.

<995> Visitatio. Den 5. Novembris [1770] seint die Caminen visitirt per Dominum Consulem, Fügeling et Schlebüsch.

<996> 1771. Creatio civis. Wilhelmi Schmitz seine Schop am Hauß. Den 7. Januarii [1771] ist Johannes Schult zum Bürger angenohmen worden, gibt 10 Reichstahler, und Johannes Schmitz, der Liebs[558] Eythumb, zum Bürger creeret, gibt 8 Reichstahler, und ist dem Rathsverwanter Wilhelmo Schmitz bewilliget worden, einen Schop hinter sein Scheur zu setzen, mit Vorbehalt, wans nöhtig ist, also zu machen, das er hinweg gesetzt oder gebrochen, oder dardurch hin mit einer Kaaren kan gefahren werden, mit Hergebung eines Viertel Weins.

<997> Visitatio Caminorum. Den 4. Februarii [1771] seint die Schorrestein visitirt worden per Dominum Consulem et Scabinum Coenen et Senatorem Schneider.

<998> [17]70[559] ist in der Fasten abgelesen worden, das 17 Feyrtäg abgesetzt seint[560], zum ersten Osterdingstag dieß Jahr nit gefeyret worden ist.

Das 1770 errichtete neue Pfarrhaus von St. Martinus.

<999> Pastorath-Hauß. 1770, Mitwoch nach Osteren, den 18. Aprilis, ist erstens angefangen worden, die hiesige Pastorath abzubrechen, und Dingstag, den 8. Mey ist per zeitlichen Herrn Pastore Ferdinandum Bodife den ersten Stein benedicirt und 2 heilige Reliquien darin getahn und also in die Eck nach der Vicariae, wobey alle gegenwärtige Kinder ein Fetmengens Weck bekommen.

<1000> Eodem anno [1770], den 19. Julii ist der Rhein angefangen langsahm zu wachssen, das er am 29. dito über alle Benden und Graß gestanden, also das das Graß wegen mitgebrachten Leth gantz und gar verdorben ist, und am 31. dito einen halben Fuß gefallen, und schier dieß gantze Jahr hindurch mit dem wachssenden Licht allezeit der Rhein auch gewachssen und gefallen. Und den 26. Novembris ist der Rhein so hoch gesteigen, das er des Abents an der Müllen in der Statt gestanden, und den 28. dito des Abents am Closter über die Straß zusammen gelauffen, also das man am 29ten mit Schiff zu einer Pforten hinein und zur ander hinaus hatt fahren können. Und am 30ten abents angefangen zu fallen, und nota bene: den Diech zwischen den Garten an Sanths-Creutz[561] ist an 3 Platzen beschädiget, und ist hernacher gefallen bis zwischen den Leinen-Path, gleich darauff ist er wider gewaschen, das er den 16. Decembris an der Müllen in der Statt widerümb gestanden.

<1001> [30r] 1770. Korn einfahren. Sambstag, den 4. Augusti [1770] hatt man leyder Gottes dieß Jahr erstens recht angefangen, das Korn einzufahren wegen vielfältigen gehabtem Regen-Wetter.

<1002> Auffrichtung der Galgen. Den 11. Octobris [1770] ist das Gericht bey der Dormager Wintmüllen auffs new auffgericht worden, wobey Herr Schultheiß Mappius und Scheffen, als es ineingezimmert und die Nägel fästgeschlagen waren, die erste Hant angeschlagen und hernacher auffgerichtet worden.

<1003> Nota bene: Im October [1770] gilt ein Malder Korn 7 Reichstahler und ist hernacher gesteigen bis 40 Albus mehr. – Die Gerste 5 Reichstahler, der Buchweitzen 4 Reichstahler, 20 Albus, die Haber 2 Reichstahler, 20 Albus, nota bene: und anfangß Novembris ist das Korn zu Cöllen im Brawweiler Hoff[562] verkaufft worden für 28 Gülden Cöllnisch, die Butter aber gilt überall 10 bis 11 und 12 Stüber.

<1004> Sondag, den 18. Novembris [1770] ist zu Horrem Bernardo Braun des Abents sein Hauß abgebrenth, und

<1005> Sondag, den 2. Decembris [1770] zu Nivenheim abents der Zaums-Hoff, Hauß, Hoff, Schewr und Stähl, abgebrent.

<1006> Mitwoch, den 19. Decembris [1770] ist durch grossen Sturm-Wint die Müllen-Achß über 3 Füß ausgeweyet, also das jederman sich geförchtet, auff die Mühl zu gehen.

<1007> 1771. Den 10. Martii ist Petrus Flatten[563], Johannes Becker, Anton Carris et Johannes Schmitz zum Bürger angenohmen und creeret worden.

<1008> Visitatio Caminorum fuit den 10. April [1771] per Dominum Consulem Eberle, Scabinum Assemächer et Senatorem Schmitz.

<1009> Nota bene: Im April [1771] gilt 1 Malder Korn 8 Reichstahler Species und 20 Albus, die Gerste aber gilt 5 Reichstahler Species und 20 Albus, 1 Pfunt Butter 16 Albus, 1 Pfunt Speck 16 Albus.

<1010> In fine Aprilis [1771] gilt 1 Malder Korn 9 Reichstahler Species, und in fine Maii gilt das Korn ad 10 Reichstahler.

<1011> Visitatio Caminorum fuit den 8. Augusti [1771] per Dominum Consulem Beyer et Scabinum Eberle et Senatorem Scheurman.

<1012> Nota bene: Wegen der Bürgermeisters-Wahl nota bene: 1771, Sondag, den 5. Maii haben wir Magistratsglieder und gantze Bürgerschafft die Bürgermeisters-Wahl wie bräuchlich gehalten und den Herrn Scheffen Johannes Beyer zum Bürgermeister per plurima vota erwöhlet. Weilen aber nota bene: der Herr Commissarius Bennerscheit, so die Stimmen dieß Jahr sowohl als vorig Jahr als Commissarius abgehört und empfangen, dem Scheffen Beyer wegen vörigjähriger gegen die Bürgermeisterswahl Protestation nit günstig, so hatt gemelter Herr Commissarius die dießjährige Vota mit auff Cöllen ins Capitul genohmen und alhier nit notificirt oder kunthgetahn, wer die meiste Stimmen gehabt, und wegen villem Suppliciren den 28ten Junii beym hochwürdigen Thumcapitul erstens auskommen, das per plurima vota Herr Scheffen Johannes Beyer zum newen Bürgermeistern erwöhlet worden, welches durch zeitlichen Herrn Zollverwaltern Augustum Wiesen den 29ten Junii, als in festo Petri et Pauli, nach Ziehung des bürgerlichen Glockenschall mittagß ümb 11 Uhren der Magistrat auffm öffentlichen Rathauß und gleich drauff auffm öffentlichen Marck der gantzer Bürgerschafft ist proclamirt, notificirt und ausgeruffen worden.

<1013> Visitatio Caminorum per Herrn Consulem Beyer, Ge[richt]schrieber, Scabinum Assemächer et Senatorem Schwieren, so geschehen den 3. Februarii.[564]

<1014> [30v] Creatio civis. Den 3ten Februarii [1771] ist Severin Coenen zum Bürger creeret worden.

<1015> Bußherren. 1771, Freydag, den 15. Februarii seint die Bußherren mit Nahmen Müllenweeg, Schuhmächer und Beuth des Abents hierhin kommen und haben des Sambstagß abents, den 16. dito, in der Kirchen eine kleine Anreth getahn, und des Sondagß eine vollige Mission wie auch mondagß und des Dingstagß gehalten, und Herr Beuth hatt sich in drey Pausen 148 Schläg gegeben, und der Pater Müllenweeg in 10 Pausen 361 Schläg gegeben, und der Herr Schuhmächer in 5 Pausen 276 Schläg gegeben. Die übrige Täg seint alle Täg Predig gewesen, und seint immerwährent Beichtß-Täg gewesen, der Herr Beuth hatt in meiner Schull, der Herr Schuhmächer auffm Rathhauß und der Herr Mülleweeg in der Vicarie Beicht gehört, und die Statt hatt diesen 3 Herren den Branth anschaffen müssen für die Wärmde und zum Kochen. Und Dingstag, den 26. dito, haben die Kinder zum erstemahl in Engels-Kleydung die heilige Communion empfangen, den 27. dito ist mitten auffm Kirchhoff das Wasser in einer Büdden von 6 Ahmen groß noch ohne die 2 kleine Büthen und Eymeren voll benediciret worden, und dieses Wasser ist über 3 Stunden weith geholt worden, und die Borth zum Theatro hatt die Statt müssen anschaffen. Die Statt hatt selbige Herren zu Grimmelinghausen an der Brück mit einer zweyspanniger Kaare und auch 2 Pfert, so aldort in ihre Kaar gespannen worden, müssen dienstweis abholen und auch dienstweis den 28. dito auff Büthgen müssen hinweg fahren[565], so auch 1738 hier gewesen im Mertz[566].

<1016> Ihro Churfürstliche Gnaden seint des Sambstagß, den 9. Martii [1771], aus Westpfahlen hier nach Zonß abents halber 6 Uhren kommen. Derhalben haben die Horremer, Stürtzelberger und Zonser mit dem Gewähr den gnädigen Herrn empfangen müssen, und deßfahls die gantze Magistrat und alle im Gewehr stehende Bürger und Jungesellen von unserem gnädigen Ambtherrn jeder mit einem rothen und gelben Strick auff den Huth begnädiget worden. Die Jungferen, so Ihro Churfürstliche Gnaden empfangen, haben gestanden auff dem Büschweeg, die Magistrat vor der Pforten am Creutz, die Jungesellen gleich für der Portzen, die Bürger von der Pforten bis ans Schloß, das Chor mit allen in der Kirche habenden Fahnen und Creutz und 2 Schullen haben hier in der Gasse[567] gestanden, die Herren Patres haben für dem Closter gestanden, und gleich sobalt der Kutsche zu gegen war, haben wir und auch die Herren Patres den "Te Deum Laudamus" angefangen, und jeder in seiner Kirche völlig ausgesungen mit folgender Collect etc. Und Ihro Churfürstliche Gnaden seint den 10den dito, auff Laetare-Tag, abmarschieret auff Bonn.

<1017> 1771, den 19. Februarii, abents halber 9 ist zu Rheinfelt des Wolteri Bremer sein Hauß und alles abgebrenth, so auch 1738 alles abgebrenth ist.

<1018> 1771, vom 21. bis 22. Februarii, des Nachtß ümb 12 Uhren ist zu Rheinfelt des Wolteri Böß seehlig seiner Dochter Hauß und alles und alles Viehe verbrenth, also das sie alle in blosen Hembder haben hinaus lauffen müssen. Gott behüte uns für allem Übel!

<1019> [31r] Procession St. Brigittae. 1771, den 12. Junii ist eine Procession per Dominum Pastorem Ferdinant Bodife des Morgens 3 Uhren wegen des höchst schätlichen villfältigen Viehefall auff Cöllen mit einer 20-pfündiger Kertzen zum Opffer in St. Brigitae Kirch ausgeführt worden, und weil die Dormager sich darzu begeben, weil unser Procession in der Dormager Kirche den Seegen empfangen, so ist die Procession in toto 800 Man geschätzt worden, das Chor und Fahnen-Träger seint frey gangen, die übrige hatt jeder für abzufahren müssen geben 2 Stüber. Gott behüte uns weiter!

<1020> Visitatio Caminorum den 29ten Aprilis per Dominum Consulem Beyer, Scribam, Fügeling et Schlebüsch.[568]

<1021> Procession St. Girtrudis. 1772, Mitwoch, den 26. Augusti ist wegen villfältiger Mäuß im Felt des Morgens ümb 3 Uhr nach gehaltener heiliger Meeß und darauff gegebenen heiligen Seegen gleich nach dem sacramentalischen Seegen ümb halber 4 Uhren eine grosse Procession mit einer 15-pfündiger Kertzen zum Opffer in St. Girtrudis auff Cöllen ausgeführet worden und seint alda ümb 9 Uhren ankommen, und Herr Sacellan[569] und der Zehn-Herr Etmundus[570] hatt ein jeder für Lesung der heiligen Meeß alhier in der Kirche und zu Cöllen das Hohe Ambt zu ministriren nit mehr bekommen als 13 Stüber, und unser Herr Pastor Bodife ist zu Fuß mitgangen und zu Cöllen das Hohe Ambt gehalten, hatt bekommen einen halben Cronen-Dahler ad 56 Stüber 4 Heller, und ist auch zu Fuß wider herabgegangen, der Fahnenträger bekommen 1 Gülden, und etliche seint abgegangen, etliche zu Schiff abgefahren. Gott behüte uns für allem Übel!

<1022> Creatio civis. Den 17. Decembris [1772] ist Mathias Haller zum Bürger creeret worden, gibt ohne Eymer 6 Reichstahler 20 Stüber. Eodem Johannes Kirsch als Bürger, gibt mit dem Eymer in toto 7 Reichstahler. Eodem Mathias Gabriel Andernach per misericordiam vel gratis zum Bürger creeret worden.

<1023> Visitatio Caminorum per Dominum Consulem, Scribam et Assemächer et Schimmelpfenning.[571]

<1024> Creatio civis. Den 7. Martii [1773] ist Johannes Huppert, Nicolaus Niesen et Johannes Henrig Wüllenweber zum Bürger creeret worden.

<1025> Visitatio Caminorum per Dominum Consulem, Scribam et Fugeling et Schwieren.

<1026> Den 22. Novembris [1773] ist Wilhelm Hendrig Peltzer zum Bürger creeret worden, und gibt 6 Reichstahler und 40 Stüber für den Eymer.

<1027> 1774. Visitatio Caminorum per Consulem, Assemächer et Schürman den 24. Januarii.

<1028> Rechnung. Den 9. Februarii [1774] hatt Herr Bürgermeister Beyer seine letzte Rechnung getahn, und ist in toto der Statt schüldig blieben 547 Gülden 1 Albus 11 ¾ Heller.

<1029> April. Visitatio Caminorum per Dominum Consulem, Beyer et Schimmelpfenning den 20. Aprilis.

<1030> Creatio civis. Den 30. Junii [1774] ist Jacobus Wingens zum Bürger creeret worden, gibt 6 Reichstahler.

<1031> Visitatio Caminorum den 9. Augusti [1774] per Dominum Consulem, Fügeling et Schwieren.

<1032> Visitatio Caminorum den 17. Novembris [1774] per dominum consulem, Coenen et Schlebüsch.

<1033> Visitatio Caminorum. 1775, den 3. Januarii per dominum consulem, Schmitz et Schneider.

<1034> Creatio civis. Den 19. Martii [1775] ist Johannes Gerard Wilhelmus Lehnen zum Bürger angenohmen worden, gibt 5 Reichstahler ohne den Eymer.

<1035> Visitatio Caminorum den 27. Aprilis [1775] per Dominum Consulem, Assemächer et Schürman.

<1036> Visitatio Caminorum den 3. Augusti [1775] per Dominum Consulem, Scribam, Beyer et Schwieren.

[Es folgen die Einträge von Johannes Hermann Schwieren]

<1037> 1788, den 1. Octobris ist ein Conclusum geschickt worden, das wir die Lantstraß solten machen, worauff Majistrat öfter berichtet hat, [17]88 hernach seint unterschietliche Bürgergeding gehalten worden, hernach die Bürger [31v] sich von Majistrat abgehalten, weilen sie hiebey selber begangen haben, so haben die Bürger 3 Deputirte gesetz und unter sich Bürgergeding gehalten ohne Majistrat und ein Confert eröffenet, welches an Herrn Aldenhoven[572] adtressirt gewesen, von Köllen von seinem Bruder durch die Deputirte abgeholt, worin die Extractum-Prodocolli waren. Dies haben sie auffm Marck eröffnet, hierauff sie auch ein Officials-Mandatum bekommen von Aldenhoven, das sie sich erköhnt haben, sein Confert zu eröffen, das stünde ihm zu, alsdan hätten sie doch die Extractum können haben. Den 21ten Junius [1789] ist die Bürgermeisters-Wahl gewessen[573], und weilen des Abents zuvor ein Conclusum aus dem Capitul kommen, das jeder sein Votum selbst solte abgeben, so die mehrste Bürger nicht getahn, sonderen die 3 Deputirte solten ihre Stimm insgesambt abgeben, welche der Hoffrath nicht wolte annehmen, und der Eberle solte auch fähig sein zur Wahl, rieffen die mehreste Bürger, so ist er doch von den Rathsglieder und 5 Bürger erwahlt worden, den Deputirten ihre Stimmen seind nicht angenohmen worden.[574] Des Montags darauff ist Verhohr gehalten worden wegen Scheffen Hugo[575], das er des Vorabents dem Peter Fleischhaewer sein Fraw[576] ein Ohrschlag gegeben, welches ihm in die 30 Reichstahler gekoß.[577] Die Deputirte, als Kiepels, Stelsman, Jacob Assemacher, von Johannes Esser vor die Statt aufgenohmen, auch noch so viel Kösten gemacht[578], ist hernacht im Novembris [17]93 alles verkaufft, Stelsman allein die Gereider, ein halben Morgen Landt, ½ Morgen Graß, beym Assemacher alles, Kiepels hatt sein Gelt erlegt.[579]

<1038> [32r] [17]92, den 26. Januarii ist Gerardus Rodenkirchen gestorben, gewesser Organist. Am 27. ist Johannes Peter Schimmelpfenning das ernent worden. Weilen ich ins 8. Jahr geschlagen und nichts bekommen hab, war alles gut, wie aber zu verdienen war, da war der Pastor mir zugegen und wolte, das ich nichts soll haben, doch haben die Herren, als Mappius[580], Eberle, Gerichtsschreiber, Bürgermeister, Schmitz, Senator Schneider, Kupper, Jacob Worringen et Niesen, mir zugesagt, die Halbscheit von diesem Jahr, auch 8 Reichstahler von der Kirchen, wo ich aber 2 darvongethan, ich wolte mich mit 6 begnügen laßen, wobey der ankommende ¼ Wein zum besten gegeben.

<1039> Mir war [17]85 vom Kirchen-Rath versprochen, weilen ich der Man bey seinem Brott gelaßen, ich solte des hernach gewiß sein.

<1040> Anno [17]92, den 26. Januarii, des Abens seind 2 Spitzbuben durch vier Husaren von Worringen hiehin gebracht worden, den 30. noch einer, welche auch an diesem Tag an Handt und Füß geschloßen. Einer saß im Beckers-Kämmerchen, der ander auff dem Guten-Thurn, der 3te unten im Loch, welches 25 Fuß dief ist, wegen Füchtigkeit dieser aber kranck geworden, so ist er am 1ten Februarii herausgezogen worden und auf dem Ober-Schloß hinten an die Stuck in ein Gefängnüß gesätz worden. Zu Worringen sitzen noch 2 Männer, 1 Fraw, 2 Kinder. Bey diesen seind gefunden worden 3 Geschüß, ein Brecheysen und ein Bohr, auch waren als Zitz und dergleichen, welcher am 30. hier gebracht, derselbe am 6. Februar sich loßgebrochen, im Brechen erdapt und gleich unten ins Loch gesetz, den 12. Mertz der Oberste i[h]m ein Stroh Seyl herunter gelassen, er 2 dick nander gebunder 1 ½ Fuß gleich einer Leyder sich herauf gearbeit, wider ein Loch gebrachen an der Trap und oben an der Fenster neben dem Uhr-Zeicher das gemachte wie auch ein Seyl von der Uhr an ein ander gebunden, sich herunter gelaßen und ins Closter gesprungen, wohin weiß man nit. Den 22. Biesenkampf et Schimmelpfennig in Arest wegen sie die Nacht gewacht und nichts gewahr worden. Den 27. Junius ist der Mörsch, welcher sich zu Worringen ausgebrochen, von Wiesel ausgeliebert[581], [32v] durch Kölnische Husaren nach Zons gebracht, derselbe am 9. September alle Schlößer abgearbeit und an der Thür gebroch, aber erdapt und gleich ins Loch gelassten worden. Den 15. December alle 3 an Händt und Füß loßgeschlossen wegen dem Krieg der Fransosen, aber doch im Gefängnuß blieben, sehe unten.[582]

<1041> 1793, den 23. Januarii seind die 1ste Esterhasische Ungarisch Soldaten[583] von Niehl hier eingerückt ad 672 Man, am 25. des Morgens 7 Uhr auf Grefenbroich marschiert.

<1042> Den 2. [Februar 1793] seind 12 Wagen mit Brott kommen, den 3. fünf Wagen Haber aufs Schloß ins Magesein.

<1043> Den 3. [Februar 1793] seind von Kallenbergs Regent ein Division und ein Kompanie.

<1044> Den 4. [Februar 1793] ist der Stab von Kallenbergs eingerück und die Attollere ad 187 Pferdt, ein Kompanie, diesen Abendt so viel Brott kommen, das 120 Pferth auf Schloß.[584]

<1045> Den 6. [Februar 1793], des Morgens 8 Uhr seind ist ein Division von Stürzelberg und ein Companie von Udesheim hier eingerück, und diese seind dahin kommen.

<1046> Den 26. Februar [1793] ist der Staab von hier auf Grevenbroich marschiert mit den 2 Companie, und alle Umbliegende auch angerück.

<1047> Den 28. Februar [1793] ist einer von den 3 Spitzbuben des Morgens 7 Uhr aus dem Bolder[585] oder Schloß-Pförtener seiner Behaußung fort gekommen, weil er kranck gewessen und da nit bewacht wurde, den 1. Mertz sein die ander, als Mörs et W. Nobel, von 2 Husaren und 6 Worringer auf einer Kahr nach Arentzberg ins Stockhauß geführt worden.

<1048> [17]93, den 15. November Herman Küppinger sein Frau zwischen 2 Soldaten mit einer Bürden Weitzen am Rathhauß gestanden.[586]

<1049> [17]94, den 28. Mertz sein von den Hamburger Truppen hier ankommen ein Oberleutenant, ein Fendrig, 2 Pferdt, zusammen 128 Man, den 29. des Morgens 6 Uhr auf Wickeräth marschirt.

<1050> Den 18. [April? 1794] noch 30 Man Hamburger ein Nacht hier gewessen, den 19. wider nach Hauß marschirt.

<1051> [17]93, den 4. April hatt der Arnolts, Orgellmacher von Kölen, die Orgel bey den Patren angefangen, die alte, welche vor 4 Jahren neu gemacht[587], wider ausgenohmen, umbgeschmoltzen, die neue in 117 Täg mit den Sartägen wider aufgesätz, im Manual ist die Lade geblieben, auch die Belch, vor 712 Reichstahler.[588]

<1052> [33r] [17]94 ist das Korn von [17]93 von dem Herbst an so theur gewesen, 7, 7 ½, acht im Mertz, April hatt es 8 ½ Reichstahler gekost, die Butter 17 Stüber in den Winckelen, am Endt Mertz hat man Kornahren gesehen, Osteren, den 20. April, Korn-Blüh.

<1053> [17]94, den 14. April seind die Jungesellen, Zons, Stürtzelberg et Horm, zu Bonn gezohgen worden, von Zons 3, Stürtzelberg 2, Horm 1 Man, alle gekaufft worden, vor Zons Henrich Gülich[589], Baurs Halffen sein Knecht, Wittib Bungartz[590] ihr Knecht, jeden 150 Reichstahler. Den 19ten auffm Rathhauß den Jungen gesagt, der Gülich wär bey den Excescisten, er bekäme er kein Geld, so ist Henrich Schwieden vor das Gelt mitgegangen, Gülich sich gleich der Statt heraus gemacht. Herman Küppinger solte auch mit aus der Statt heraus, doch des Abendts wider kommen, Scheffen Hugo allein mit den 3 Recruten Extrapost mit 3 Pferdt gefahren.

<1054> Den 28ten Maii [1794] ist Theod[or]us Nelles mit Schützen von Grefrath nach Thelerath gebracht und durch Herrn Wachtmeistern mit 2 Soltaten da geholt und in die Kreuzen-Thurn, den 29ten des Abendts Johannes Stelsman geholt, Wachtmeister et 2 Soltaten auff die Wacht, des Morgens 4 Uhr auff einer Karrig durch den Wachtmeister, 3 Soltaten et Humpertz auff Bonn geführt. Den 26. Junius Stelsman wider nach Zons kommen, wegen Alterthum nit zu brauchen war.[591]

<1055> 2. Julii [17]94 ist Johannes Rodenkirchen durch den Wachtmeister, 2 Soltaten des Nachts vom Beth geholt, des anderen Morgens auf Bonn geführt. Den 22. dieses Peter Joseph Bös, auff Bonn gezogener Recruth, bekommet 20 Reichstahler von den Bürger und Jungesellen. Rodenkirchen durch sein Mutter im September bey Thrier wider geholt.

<1056> Den 13. dieses [Juli 1794] ist ein Abt mit 15 Herren, ein Wagen, worin der Abt mit 3 alten Herren, und 5 Karrigen, ein Wagen mit Baga[g]e hier auffs Schloß ankommen, wegen dem Francösischen Krieg sich geflücht aus Lüttig, hernach noch so viel kommen, 22 an der Zahl aus Genth, 2 Geistlichen bey Johannes Wolter, im Closter ein Guardian, ein Definitor, aber in weltlichen Kleider, beyde aus Franreick.

<1057> Den 6. September [1794] sein 20 zweyspannige Karrigen nach Mastrich gefahren, am 11. widerkommen, pro Pferdt alle Tag 2 Reichstahler.

<1058> Den 12. [September 1794] sind 120 Man von Latur[592] hier ankommen, den 21. abmarschiert nach Bilck.

<1059> [33v] [17]95, vom 17. bis den 18.[593] ist hiesige Pfahr-Kirch bestohlen worden. Weilen sie die Thüer nicht außwendig mit Eysen nicht konten auffbrechen, so haben sie die oberste Wenster an den Rathsherren-Stühl den 4ten Theil ausgenohmen, ein Thoten-Bahr, womit sie eingestiegen, das Schloß an dieser Seyten inwendig abgeschraub, den Armen-Stock auffgebrochen. Ich hab noch 2 dicke Fetmenger darin gefunden, worauf noch gelbe Wacks-Tropfen waren. Die Sacrystay nicht eroffnet, da hat noch ein höltzeren Pack gestechen, das Tabernackel aus dem Körner gehoben, die kleine Hostigen ins Tabernackel auf das Corporal geschüttelt, die grosse hat auf dem Altar gelegen, die Monstrantz stunde auff der Erden, der heilige Ohl lag auff der 2ten Sitz Banck, hier hinten der Thür, also, das kleine silberen Ciborium, so nach den Krancken gebraucht, wurde mitgenohmen und 7 oder 9 Pfennigen von der Monstrantz.

<1060> [17]96, den 8. Decembris ist zu Düsseldorff die fransösische stehende Brück, den 9. zu Grimlinghausen diese beyde durch das Eyß abgestochen worden.

<1061> [17]97, den 28. October ist in hiesiger Pfahrkirch das Messen-Klocklein gebarsten, so [1]667 gegossen worden, also 130 Jahr alt gewesen, waget 52 ½ Pfunt. Und den 4. November hab ich dieses nach Köln transpotirt, und wir haben noch 8 Pfunt an Verlust geschickt, das neue ist schwerr 53 ¼. Den 20. dieses ist es von unserem Herrn Pastor in hieser Kirch benedicirt worden und auch gleich mit eingehenckt worden, wobey von der Kirch 24 Stüber an Drinckgelt gegeben worden. Die Auffschrifft ist diese: "Omnio ad maiorem Dei gloriam Christian Zimmerman me fecit".

<1062> 14. December [1797] ist der Verwalter Niesen[594] hier gewessen, so haben unsere Scheffen und Rath den Fransosen-Eyt abgelegt im Dunckelen des Abendts, der Schultheiß Aldenhoven[595] aber nit, ist nit hier gewesen, hatt nit wollen schweren.[596]

<1063> Einige Täg hernach haben auch die 4 Beambten, 2 Zollknechten geschwohren auffm Cantor, auch im Dunckelen.

<1064> [17]98, den 15. Januarii ist einer geschickt worden vom Verwalter Niesen, so hiese Patres alle auffgeschrieben, ihre Kercker zu besehen, ungesagt keinen forthzuschicken ohne dessen Vorwissen, Schwieren et Wilhelm Flick qua testis.

<1065> [34r] [17]98: Weilen wir vom Verwalter Niesen so viele Befelcher bekommen, so ist von der Kirch ein Garten gegeben worden der Witwe Westhovens[597], und der Westhowens-Garten ist den 24. Mertz zur Grabstatt geweyt worden, zugleich ist auch Gerardi Zimmerman sein Kindt mit Namen Christina zum 1sten da begraben.[598]

<1066> [17]99 nach dem Wasser wider den alten.

<1067> 31. Maii [1798] ist zu Dormagen ein Baum aufgerichten worden von der Municipalitaet, diesen Baum wird zwar genehnt ein Freyheits-Baum. Diesen Tag hatt man im gantzen Canton feyren müssen, das Tags zuvor von 11 bis 12, des Abends von 7 bis 8, des Dags von 7 bis 8, von 11 bis 12, von 7 bis 8, den 3ten Tag vieder von 7 bis 8, von 11 bis 12 und von 7 bis 8 zum Beschluß.[599]

<1068> Weilen das öffentliche Krancken-Versehn und Begraben wie alle catholische Gebräucht und Kirchen-Ceremonien verbothen waren, so ist Peter Weber sein Frau[600] den 28. Junii [1798] in der Still versehn und den 1ten Julii begraben worden. Diese Leicht ist von den Nachtbahren in die Kirch getragen worden, von Herrn Pastoren in der Kirch eingesegne und ohne Geistliche heraus gedragen und begraben worden. Requiscat in pace.

<1069> [17]98, den 15. December ist hier den, wie man sagt, den Freybaum geflantz worden, 1tens ein Fahn, hernach truge ein Jung ein Fahn, so folgte ich mit der Schull, hernach die Mätcher-Schult mit einem Fahn, wie auch der Praeceptor[601] mit den Kinder, Wilhelm Hindrig Hackenbroig mit einem Fahnen, vor dem 4-spandigen Wagen, worauff der Baum gelegen, mit gulden Fändelen geziehret. Nun folgte auch die gantze Municipalitaet, bey Meyer[602] würde auch ein Tractament gehalten vor die Municipalitaet, die Kinder haben ein Stüber Weißbrott bekommen von Stats-Mittelen, die Mätcher haben müssen ziehren, aber die Jungesellen wolten nichts thun, allein Theodor Hugo und Anton Schimmelpfennig haben sich allein bemuth.[603]

<1070> [34v] 1799, den 2. Januarius hatt der Rhein sich gesetz hier, den 28. des Mittags halber 12 ist er wieder angerückt, das werte ¼ Stundt, des Abendts 7 Uhr wider angerückt und stehn geblieben. Den 29. ist das Wasser so gewachssen, das man am 30. des Morgens mit Nachen durch die gantze Statt gefahren. Wegen dem starcken Frost konte man nit mehr an alle Heuser fahren wegen dem Eyß. Den 31., des Abendts 9 Uhr wusse das Wasser 4 Zoll, 10 Uhr der Rhein auffgebrochen[604], den 1. Februar konte man wieder gehen bis in mein Hauß, den 4. finge das Wasser wider an zu wachsen, das man ohne Stiefelen der Pfelt-Pforten nit konte heraus gehen, den 25. hatt es wider gestanden bis an Johannes Vehr sein Hauß, den 26. gefallen. Gott behute uns alle vor solchen Wasserschaden!

<1071> Den 28. Februar [1799] haben wir den ersten Dicate-Tag müssen feyren, dieß der Franzou-Sondag.

<1072> Den 25. [Februar 1799][605], der Nachts ist ein schweres Ungewitter gewessen, wobey auff einigen Örter ein Erdbiebung sich hatt lassen spüren, auff vielen Orter sind die Bäum vom starcken Wind aus der Erden gegagt, einige Gebau zusammen gefallen.

<1073> Den 31. Maii [1799] ist ein junger Wallfisch hier zu Wasser gewesten in einem Kohlnachen, 5 Fuß lang, schwartz, das Ingeweyd ausgenohmen, den Gerucht war thran.

<1074> Donnerstag, den 26. Septembris [1799] ist kein Frühmeß gehalten worden, der Pontani zahlt nit, als immer verspricht und nichts gibt, im October ist einig Gelt geschickt und wider angefangen.

<1075> Den 7. April [1799], weilen alle Processionen verbotten waren, so sind auff dem Kirchhoff 4 Altär gemacht worden, wo auch die Stationen gehalten worden.

<1076> Den 18. October [1799] sind zu Dormagen 5 Scheuren in Aschen gelegt und einen Stantarmen sein Pferdt.[606]

<1077> Den 18. November [1799] haben wir die Exequiae gehalten vor den abgelebte Pabst Pius VI. mit 3 Geistlichen, ein Thron oben dem Tumba, das Tumba weiß, ein Seiden, worauff den pabstliche Stab mit Mütz, ein Stulam, die Schlußelen.

<1078> [35r] 1800.[607] Vom 22. biß den 23. December, des Nachts hatt sich der Rehin hier gesetz. 1800, von 5. bis den 6. Januarii des Nachts halber 12 ist er wider loßgangen, alles gutt gangen, ümb 11 Uhr hat noch kein Mensch daran gedacht, weil kein Wasser wahr, auch wenig kommen ist.

<1079> 22. April [1800], des Morgens 4 Uhr sind zu Rommerskirchen 41 Häuser und die Kirch abgebrendt, die Klocken zerschmoltzen, die Sacrystey und den hohen Altar seind stehen blieben.[608]

<1080> Den 3. Junii [1800] ist zu Horm dem Wolff sein Scheur und Stell verbrendt.[609]

<1081> Im September [1800] hab ich die Tauffen-Bücher von Dormagen wider hiehin geholt im einem Sack, welche die Municipalitaet weg genohmen hatt, weilen die Municipalitaet abgesetzt war.

<1082> Im October [1800] ist Matthias Aldenhoven als Me[610] gesetz worden, den 26. die erste Bletter gemacht.

<1083> 1801. Den 26. Mertz ist der Herr Pastor gestorben, Beda Cleven, den 28ten begraben worden, 31. die Exequier gehalten worden vom Herrn Praelaten selbst in pontificalibus, die Schult-Kinder 205 Stutten, jeden 4 Stüber, ausgetheilt worden, die Bürger verzehrt bey Heinrich Bos 26 Massen Brandewein pro 20 Stüber, facit 6 Reichstahler 40 Stüber. Michael Heideman[611] 16, facit 5 Reichstahler 20 Stüber, im Schwanen 1 Reichstahler 50 Stüber, in jedem Hauß 100 Britzelen, ohne was die Bürger noch geholt ohne Wissen, die Armen 3 Malder Korn, facit 29 Reichstahler ohne Brott und waß die Bürger geholt haben.

<1084> Den 16. April [1801] ist der Herr Capellan Gereon Löhr[612] plurima vota von den Bürger erwohlt worden. Wegen der franslösischen Zeit hatt der Statt-Diener die Stimmen schriftlich eingeholt, des Tags zuvor hatt er auff allen Gassen dieß verkündigt. Des Morgen 9 Uhr der Herr Pastor instellirt würde, so ist des Morgens nach der Donnersttagsmeß der Titz Johannes et Henrich Schneider in die Pastorath kommen zum Official und anderen anweßenden Herren und haben dargegen prodestirt. Bey der 2ter Meß hatt der Herr Aldenhoven mir befohlen, unter der Halbmeß die Bürger-Klock zu ziehen, nach der Meß hatt der Herr Aldenhoven als Marie den Bürger noch vorgestelt ein freye Wahl oder bleibet ihr noch bey dem, waß ihr geschrieben hatt, da riefe alle: "Ja, wir wollen den Herrn Cappellein zum Herrn Pastor haben!" "Nun, so gebe ich [35v] dem Herrn Official die Einführung nach Gebrauch, wie es pflegt zu geschehen", die Bürger geruffen: "Ja." Die Gegen Partie waren aber abwesend, sie sahen, das 10 oder 12 doch nichts könten ausrichten. Bey diesen haben die Bürger verzehrt bey Henrich Bös 5 Reichstahler 40 Stüber, Weißbrott 70 Stüber, Heideman 6 Reichstahler 40 Stüber Weißbrott 100 Stüber, beym Meyer 5 Reichstahler 34 Stüber, beym Geuer 2 ½ Ahm Bier, 15 Reichstahler, Simons 2 Ahmen, 12 Reichstahler, Stürtzelberger im Schwanen, ein beym Schnee, ein Ahm facit 12 Reichstahler, die Muttergottes-Methger 2 Cron, die Anna ein Cron, die Jungesellen 6 Reichstahler, dem Chor ein Cron und dem Offerman 2 eysene Bänth, wo vor er aber dem Herrn Pastor zahlt hatt 20 Stüber, bey dem Bier auch Pfeifen und Taback, hier in Zons 2 Reichstahler 11 Stüber, Stürtzelberg weiß aber nit wie viel, facit 69 Reichstahler 43 Stüber. Nota bene: Den 1. Julii hab ich ein Brabändische Cron bekommen, facit 76 Reichstahler 34 [Stüber], ohne die letzte Cron.

<1085> Nota bene: Weilen aber die Schneiders-Familie Titz et Kiepels nicht zu Frieden waren und nach Achen zu dem Praefect[613] sich gewendet, als wäre diese Wahl nit recht gehalten worden, so ist ein Befehl kommen, ein neue Wahl anzustellen, und der Jacob Sturm von Dormagen als Beysitzer, das die Stimmen abgehört worden, Mathias Aldenhoven als Merie, Matthias Schmitz Secreter, alle Stimmen waren Gereon Löhr, Pastor, Adolphus Kolgen, Capellan[614], aber die andere sind aus der Kirchen gegangen, haben ihre Stimm nit abgegeben, weilen sie kein Zufahl hatten, der Jacob Sturm sagt aber, das ist schlecht, sie hätten nur angestiefft und kämen nit zum Vorschein. Man vor Man legte sein Stimm ab in der Sacristey. Die Bürger haben noch diesen Morgen 22 Reichstahler, etliche Stüber an Brandewein et Weißbrott.

<1086> [1]801, den 29ten September ist der Pannes von Dormagen[615], Jacob Steinberg et Küppers[616] auff Köln gefürth worden, hernach der Steinberg[617] nach dem Schloß Hamm, den 5. November ist der Custor von Nievenheim[618] nach Koln geführt, hernach auch nach dem Schloß Hamm, mit dem Illekauser Christian[619], der ist da gestorben. Pannes, Küpper et Udesheimer Anton Baden sind wider kommen.[620]

<1087> [36r] [1]801, den 10. Decembris ist das Wasser so hoch gewaxen, das es an Wilhelm Muller seiner Träp gestanden, gefallen und wider gewaxen, aber nit aller so hoch.

<1088> [1]802, den 11. Maii sind die Gefangene wieder kommen, welche auff dem Schloß Hamm gesessen, als Custor von Nievenheim, Steinberger von Dormagen und andere.

<1089> Den 15. et 16. [Mai 1802] sind die Ärtäpfel, Bohnen und viel Korn verkahlet, ein Malder kost 11 ad 12 Reichstahler, ein Broth 40 Stüber, im Junii ein Malder 12 Reichstahler auff allen Örteren, 1 Pfund Brott 43 Stüber.

<1090> Den 25. Junii [1802] sind die Bohnen und Artäpfel wider verkahlt, aber der Buchweitzen auff einigen Örteren gantz verdorben.

<1091> Den 4. September [1802] sind alle Pfahrkirchen, Clöster und Stietfkirchen versiegelt, hiesige Pfahr durch den Maire Aldenhoven et Saecretaer Schmitz, das Closter durch den Friedens-Richter Meyer[621] et Dümmeling[622], Saecretaer, den 4. September durch den Domän-Empfänger[623] alles nachtgesehen und wider versiegelt, angekündet, über 10 Täge das Closter zu verlassen und weltliche Kleidung. Den 13. sind die Patres ausgangen, die Ausweisung ist aber auff einigen Örter als geschehen gewesen, die Kasten in der Pfahr seind zu geblieben bist den 2. October. So ist der Domin-Empfänger und Notar Dünbier[624] hier gewesen, in der Pfahr alles auffgeschrieben, das Closter verpfacht vor 260 Frang dem Herrn Besehr Fischer[625], und in der Pfahr alles auffgeschrieben, so Bücher, die Pulten auff den Altar und Chor-Leuchter und Pollen, kurtz alles. Hernach durch den Duminemfenger und Dünbier auffgebrochen und alles angeschrieben, was sie gefunden.[626]

<1092> Vom 24. auff den 25. September [1]803, des Nachts ist Johannes Bergheim, Johannes Meuter, Frans Gussenhoven[627] vom Stürtzelberg mit einem Nachen Fruchten abgefahren, auff dem Rhein aber ein Nachen mit 9 Duwanen, welche auff der ander Seit gewesen, sie aretirt und mit Schlägen tractirt, Fran et Bergheim ins Wasser gesprungen, Frans haben sie heraus gezogen, Bergheim aber verunglückt, Neus begraben.

<1093> [1]804, den 15. Maii haben alle Pastores des Canton Dormagen vor dem Hauptpastor[628] und Mair[629] zu Dormagen ihr Juramentum ablegen mußen.[630]

<1094> Den 16. [Mai 1804], in Vigilia assensionis, ist unser Herr Pastor von Dormagen hier in der Kirchen wider instellirt worden, eben wie vorhin, wen ein neuen Pastor Possescion ge[nohmen].

<1095> Eodem [16. Mai 1804] ist durch den Herrn Pastor von Dormagen mit Beyseyn unseres Herrn Pastor et Herrn Trimbor[631] von Worringen die Capell auff dem Stürtzelberg zugethan worden und den 29. dieses durch Herrn Capellan wider auffgethan.

<1096> [1]802 ist der Bonabarte[632] zum ersten Consul ernenth worden, das folgende [1]804 zum Französischen Kaeyser und vom Pabst Benedicto 7[633] gesalbet worden in Paris.[634]

<1097> [36v] [1]804, den 22ten Decembris, abendts ¼ auff 8 ist mein Scheur und Stell in Asche gelegt worden, aber durch Gottes Gnadt und durch die Hulff der viele Menschen in Zeit einer Stundt geloschen worden. Gott behute uns und alle!

<1098> [1]805, den 2. Januarii seind zu Dormagen dem Delhoven, Hambloch[635] und Zandern[636] Scheuren abgebrenth, auch ein Hauß, welches 2 Wohnungen ausmachte. Gott etc.[637]

<1099> Den 20. Januarii [1805] ist von der Cantzel publicirt worden, das an den abgesetzten Feyrtagen kein Gottes-Dienst mehr solte gehalten werden wie zuvor.

<1100> Den 17. Aprilis [1805] hatt Johannes Schüller den Anfang als Leyendecker hiesige Franciskaner-Kirch abzubrechen, welche [1]662 gebauet worden, durch die Franzosen an den Steinberger von Dormagen[638] verkauffet, den Thurn glücklich abgenohmen, das Dach vor der Kirchen ein Seith all, die andere auff das Schloß von unten bist an das Chor, so ist er in der Mitt vom Dach, wo 3 Dachstühl, gehangen, den Mittel mit Seyl und Krampf herunter kommen, in den Closter-Hoff, wo er die letzte Öhlung und Generalabsulution bekommen, und sein Geist auffgegeben.[639]

<1101> 13. Septembris [1805] ist Theodorus Kirsch abgegangen in francosische Diensten, welcher gekauff ist gewessen vor ungefehr 4 Jahr.

<1102> Eodem [13. September 1805] hatt Zons et Sturtzelberg ein Wagen, 4 Pferdt, 2 Knechten abgeschickt nach Maintz in den Parck, Henrich Ausem aus Zons et [...][640].

<1103> [1]806, den 24. Januarii hatt das Wasser gestanden in der Mullen-Gaß biß Wilhelm Fleischhaeuer in der Kallen, über die Rheinstraß konte man nicht mehr gehen, bist 26. hatt es angefangen zu fallen.

<1104> Im Februarii [1806] hatt Herr Aldenhoven angefangen, den Marck gleich zu machen und die Goß auffzubrechen, so Graff Truxes, gewessener Ambtherr[641], hier zu hatt laßen machen, so Magistrat ihm erlaubt hatt, den 26. Februar das gantze Conseil zusammengetrotten, dem Herrn Aldenhoven gesagt, dieß soll nit geschehen, sie könten nichts von der Gemeinde laßen abnehmen.

<1105> Den 21. Mertz [1806] war das Wasser wider so hoch wie zuvor weniger 3 Zoll.

<1106> Den 10. Maii [1806], des Nachts 2 Uhren hatt es bey Wilhelm Fleischhaeuer gebrenth, das gantze Tach vom Hauß, dem Juth Abrahm Levi das halbe, auff den ersten Allarm ich gleich auff die Klock geschlagen, allein im Hempt, vor kein Heller mehr, mein Tochter mir hernacht die Kleidung in die Kirch gebracht, Gott sey Dank aber gleich gelöscht. Gott behute uns![642]

<1107> Weilen das 50. Jahr zu Nievenheim dieß Jahr [1806] ist[643], also sind wir mit der Procession den 5. Junii, des Donnerstag nachmittags ein Uhr da hingegangen. Die Nievenheimer auch des Nachmittags die Procession gehalten, bey des Biltnuß waren zwey Standaren, 2 Schwenckfahnen, die übrig Jungeselle aber mit dem Gewähr, ebenso war auch die selbe Staadt bey dem Hochwürdigen, wie auch beym Bilt, 6 Geistliche mit Levitten, so das Bilt getragen, 2 und 2 auff einer Bahr, 4 Geistliche mit Pluvial. Ich hab selbst mich müssen anziehen und mit den umgehen.

<1108> [37r] [1]806, den 11. Junii haben sie angefangen, die Kirch zu belegen und gleich zu machen, 1. Julii fertig worden, den 2ten haben sie angefangen zu weisten, in dieser Zeit ist auch der Kirchhoff gleich gemacht, Wilhelm Scheus den 9. abgegangen, also 24 Täg, 2. Augus[644] Peter Schullmeister darvon, 8. Augus Gülich[645] fertig worden. Gülich per Tag 32 Stüber, facit 30 Reichstahler 56 Stüber, Schulmeister per 24 Stüber, 20 Reichstahler 48 Stüber, Scheus per 22 [Stüber], facit 9 Reichstahler 54 Stüber. Was Hupertus verdient mit Arbeit, weiß nit. Sum 61 Reichstahler 38 Stüber. Meister Flick vor die Gröth anzustreichen 85 Reichstahler, mit Stuncken gearbeith, balt 3, balt 4, 8, auch 14 Tag nit kommen, also weiß man nit, wie viel Täg. Ich hab ein Kahr Kalck geholt zu Rating, den Überrest von dem Kalck verkaufft, also es die Kirch nichts an Kalck gekost von dieser Kahr. Sie hat aber etwas am Rhein gehabt.

<1109> [1]807, morgens halber 7 den 1. Januarii sind zu Dormagen dem Pannes seine Stell mit dem Brennes abgebrenth.[646]

<1110> Den 13. Februarii [1807] hatt das Wasser in der Statt gestanden bist um dem Küpper[647] sein Kantt am Hauß, am Marck haben sie mit einem Nachen gefahren.

<1111> Den 10. Februarii [1807] ist dem Welferhalfen sein Scheur vom Wind über Hauf geworffen worden, auff den 3 Thenner haben Karren und Wagen und ein Schese gestanden, alles verdorben.[648] [17]67 ist diese gebauet worden.

<1112> 1. Mertz [1807] ist das Wasser ein Zoll höher gewesen wie den 13. Februarii.

<1113> [1]807, den 15. Mertz hatt Jacob Scheus sein Frau mit Nahmen Wilhelmina Bitzeler ihre Glaubens-Bekendtniß gethan, Herr Capellan et Herr Aldenhoven et Baden als Zeugen, 7 Methger mit weiße Kertz, 2 mit Fenger, ein truge das Kreuz, ein die Agent, mit den 3 Herren an ihrem Hauß abgeholt, hier an der Roster das Chor, wobey "Veni Creator" gesungen worden. Nach der Predigt hatt Herr Capellan vor dem Hohen Altar ihre den Eyt abgenohmen. Gott gebe, waß ihr seelig!

<1114> [1]807, den 7. Maii ist dem Wilhelm Schneider sein Rinthvieh in den Pütz in seinem Hauß gesprungen, Heinrich Gulich, weilen die Hörner noch nit starck gnug waren, ein Seyl ihm ümb den Haltz gethan und glücklich heraus genohmen.

<1115> Am Endt September [1807] hatt ein Cometh Stern gestanden bist am Endt October abendts 8 Ühr zwischen Nievenheim und Diehberath.

<1116> [1]808, den 12. Januarii ist Wilhelmus Zimmerman in die betrubte Kranckheit gerathen, so sich nenth den Wasserscheu. Dieser Jüngling ist gleich vor Allerheiligen von einem rasen Hundt gebissen worden, die Mutter[649] sich beklagt: "Ach, leider Gottes wir haben 4 mahl das Gebeth vergessen". Dieß hatt gedauret vom 12ten bist den 14. des Morgens ha[l]ber sieben gestorben. Gott behute uns alle![650]

<1117> Im Mertz [1808] ist Cornelius Hindrigs[651] und Caspar Könen in französischen Dienst gegangen, hernach Johannes Reusrath, [1]809 Peter Könen, Henricus Kirsch, Peter Wimmer et Joseph Deutzenberg.

<1118> [37v] [1]809, den 28. Januarii hatt das Wasser so hoch gestanden, das man mit Nachen gefahren an die Liebs Kanth, alda ausgestiegen, ins Hauß und den Hoff gegangen. Nota bene: Am 27. ist es zur Feltpfort hinein kommen, so starck, das man um 10 Uhr langst mein Hauß konte fahren, des Tags zu konte man noch bist Wilhelm Müller sein Hauß gehen. Was dieß die Ursagt war, weiß man nit, das es so starck herein kommen ist. Die Kelleren seindt von oben ab hier versoffen auff dieser Straß.

<1119> 16. Maii [1809] ist mein Väter Hermanus Scherges ihn Diensten gegangen von hier nach Achen, von da nach Landresy.

<1120> 22. Decembris [1809] ist Wilhelm Erckelens durch 2 Chandarm geholt nach Dormagen, den 27. nach Kölen geführt, einige Täg wider kommen, hernach wider nach Köln gemüß.

<1121> 1810. Im Februarii ist auch die Frau Füngelings[652] nach Kölln gehollt worden ins Praesong.

<1122> Den 12. Jenner [1810] fing es an zu frieren, bis den 19ten hat sich der Rhein hier abens 9 Uhr gesetzt. Sonntag, den 21ten, seynd hier sehr viele Menschen druber gegangen, bis den 14ten Februarii, abends halber 11 glücklich losgegangen.

<1123> Den [... 1810][653] ist Elisabetha Haas[654] nach Koln ins Praesong gefuhrt, einige Tag wider gekommen, bist den 19. October haben die Zeugen nach Köln gemust.

<1124> Den 5. October [1810] ist den Tham hier von der Pfelt-Pforten auff das Hagel-Kreutz[655] an zuerst angefangen worden, jede Karrig mit einem Pferdt 70 Stüber, anfangs November aber 1 Reichstahler, am Endt December ein Halt gemacht.

<1125> Den 28ten Decembris [1810] hatt es angefangen zu frieren, bist [1]811 vom 8ten auff den 9. hatt der Rhein sich hier gesetz, den 10. seind einige darüber gegangen, den 11. des Abends angerückt, den 12. zwischen den Orth bist ans Loch durchgegangen, den 14. vom Stürtzelberg bist an die Grindts-Kanth alles abgegangen, den 15. unter der ersten Meß glücklich alles forthgegangen, doch sehr viel Eiß an Uferen an beyden Seiden stehen blieben. Gott behüte uns weider!

<1126> 1811. Den 9ten April ist Michel Wimmer et Andreas Haan[656] von Zons und Korrig et Bernartz[657] von Stürzelberg in französische Dienste gegangen.

<1127> Den 26. Mäii [1811] ist Peter Wolter auf dem Grend im Loch durch ein Unglück erdruncken, den 30ten auf derselben Platz wieder gefunden und abends halb sieben begraben.

<1128> [38r] 1811, den 23. Juni haben wir die Ex[e]cution[658] nach Zons bekommen wegen dem Wilhelm Fleischheuer, und den 24ten haben sind die Eltern[659] und Bruder vom Vatter mit einer Tochter nach dem Gefängniß geführt, und den 2ten Juli ist der Bruder Wilhelm Fleischheuer von Hermann Fleischheuer zurückgekommen, und den 16ten seynd alle wiederkommen, dafür hat die Gemeinde alle 5 Täg 90 Franc müssen zahlen. Es wurd gesagt, daß Peter Wimmer vom Regiment seyn sollte, weswegen sie gleich dahin schrieben, und in der Zeit, da die Brief auf- und abwechselten, hat seine Famili wircklich 50 Franc müssen zahlen.

<1129> Den 24. Juli [1811], morgens 6 Uhr, zwischen der heiligen Meß des Herrn Caplan Cölgen, ist zuerst die silberne Kron von der unbefleckten Empfängniß Mariä von hohen Altar gesehn worden, daß diese vom Haupt weg war, wobey man keinen Einbruch erkennen konnte.[660]

<1130> Im October [1811] ist Fridericus Bock von den Standarmen geholt und nach Köln 40 Täg in Praesaun gesessen, weilen er sein Frau[661] geschlagen.

<1131> Im November [1811] Henrich Könon[662] wegen einem Päckelgen, Jacob Lenden 3 Taback nach Köln, und ihr Urtheil vor ein halb Jahr im Praesaun.

<1132> [1]812. Den 25. Februarii Lambert Burbach (N. 6)[663], Kastenholtz (46) et Falckenberg[664] (13) haben müssen gehen, den 26. Mertz Aretz[665] (84) allein fort in Diensten.

<1133> Den 3. April [1812] ist das Wasser so starck gewacksen, bist den 7. hatt es in der Mühlen-Gaß langst den Brunnen gestanden.

<1134> Diesen Winder [1812] ein Malder Korn hier Zonß 10 Reichstahler, Weitzen 16, Haber 4 Reichstahler, ein Pfund frisch Speck 11 Fettmencher ad 6 Stüber.

<1135> Dieß Frühjahr [1812] so schlecht Wetter, immer geregnet und Schnee gefallen. Den 23. April bin ich mit Herrn Capellan Kölgens nach Nievenheim gegangen, so starck geschneet, wie wir nach Nievenheim kamen, hatt man die Farb nit an unser Kleidung gekendt, den 24. wider starck Schnee gefallen.

<1136> Den 4ten Maii [1812] ist Herr Capellan Adolphus Kölgen von hier nach Widersdorf abgegangen und Possession genohmen, weillen Herr Fischerman[666] durch ein Schlag Fluß gedroffen und den 16. November im Herrn endtschlaffen. Im Junius ist Herr Maurus Anckenbranth[667] hier hin kommen als Capelan.

<1137> Den 4. Decembris [1812] ist zu Dormagen Schmitz Christ[668] et Strohschneister Adamus[669] hiehre Scheuren abgebrenth des Abendts halber 7.[670]

<1138> [1]813, den 3ten Junii, als den Tonnerstag nach Pfingsten, hatt Christophorus Rubert, gewesener Protestant, in der Hochmeeß nach dem "Domino non sum dignus" sein Glaubens-Bekändnuß gethan, Herr Baden et Mathias Aldenhoven als Zeug.

<1139> [38v] [1]811, im Frühjahr ist den Dahm angefangen worden hier von der Pfelt-Pforten bist durch die Enger-Gaß und pro Tag vor Pferdt und Karrig ein Reichstahler. N. Spelthann.[671]

<1140> [1]813 ist das Rehin Fehr erstens angefangen von den Bürger zu fahren, weilen die Fleischhaeuer auff Jahr der Statt keinen Pfacht gegeben hatt.

<1141> Den 31ten October [1813] hatt Herr Capelan Maurus Anckenbranth die erste Meeß gehalten an dem hohen Altar, welchen wir zu Neus im Gaß-Hause gekaufft vor 50 Species-Reichstahler, doch ist hier noch veranderdt worden.

<1142> Den 3ten November [1813], zwischen der Hochmeeß ist der Rhein durch die Stantdarmen geschloßen worden, und alle Nachen von hier nach Köln wegen hohem Wasser und wegen Eyß-Gefahr seind 3 Nachen auff dem Stattgraben in Kohl-Hütte geschlept worden, mit einer Schaalen und Koll-Nachen, weiß man nit.

<1143> Den 2ten December [1813] seind 40 vel 50 Cosacen, wie viel Preussen des Nachts zu Grimlinghausen und zu Neus ohne Canon über den Rhein gekomen, und auff dem Waltscheider Hoff dem Cornell sein 9 Pferdt geholt, und weil er teutsch gesprochen und den Secreter von Halffen sein Über-Rock angehabt, und mit diesen Wordten, der Cornell wäre fordt, mit diesen Wordten hatt er durch gemach bist Dormagen, in Neus 50 Pferdt, 150 Man zu Praesonir und mitgenohmen, keinen Bürger waß genohmen, als auff den Beuro alles, auch beym Notaer Dunbier das Gelt, man rechnet 20 Man Todte ohne die Plescirte.

<1144> [1]814, den 13. Januar sind des Abendts 10 Uhren die letzte Posten Dragoner vom Rhein abgeritten, den 14., des Morgens 5 Uhren noch 40 Man Füßer von hier nach Gülich, auch die Camissen mit Frau und Kinder. Hiesige Landts-Kinder sind balt alle disendirt, eben den 14ten sind Cosacen et Preusen zu Düsseldorf über kommen, den 15. sind 4 Cosacen hier kommen, beym Herrn Kaulen[672] was zu Mittag gessen, vor dem Essen kamen sie zu reiten bist an St. Peter, und wider mit Herrn Kaulen um gegangen. Sonntag, den 16. mit allen Klocken gebayert und das "Te Deum" gesungen, [39r] wobey die 3 Herren Geistlichen mit dem Pluvial, 8 Bürger mit weißen Fackelen an dem hohen Altar beygewohnt.

<1145> [1]814, den 11. Februar ist Herr Pastor und ich von 2 Männer von Rheinfelt hier abgeholt, um ein Man mit Namen Wilhelm Stammel mit den heiligen Sacramenten zu versehen, weil Herr Pastor von Dormagen lange Jahren unpesslich, Herr auch sehr kranck gewesen.[673]

<1146> Einige Täg hernach dessen Schwiegermutter versehe.

<1147> 10. Mertz [1814] Peter Esser auch den Abendt gestorben.

<1148> 11. Merz [1814] Henricus nomine:[674]

<1149> 9. Mertz [1814], abendts 4 Uhr sindt 170 Man Rüssen zu Pferdt hier eingerückt[675], den 10. ümb halber 7 nach Achen marschierdt.

<1150> Den 8. April [1814] 12 Man, 24 Pferdt, den noch 26 Pferdt und viele Bagage.

<1151> Von 10. auff den 11. [April 1814], nachts 1 Uhr ist ein Ordinanz von Dormagen kommen und schrifftliche Nachricht bracht, das den Frieden geschloßen wär, wobey mit Klocken geleudet worden und viele Menschen sich versammelt, und Herr Capellan Anckenbrandt mit dem Hochwürdigen, dieselelbe Nacht die Procession gegangen, bey 60 Menschen mit brennen Kertzen in der Handt vor die Rhein-Pfordt an Kreuz Station gehalten und über den Marck durch die Lange Gaß und bist an das gewessene Closter und langs den Zehnhofft und wieder langs den Marck und in die Mühlen-Gaß, und mit Absin[g]ung des "De Deum" diese Feyerlichkeit beschlossen.[676]

<1152> Nota bene: 27. Mertz [1814] sind zu Dormagen 5 Scheuren abgebrendt morgens umb 4 Uhr, Herr Vicarius[677] hatt es angefangen.[678]

<1153> 18. November [1814] zu Dormagen 2 Scheuren abgebrendt abendts ha[l]ber sieben, Pannes et Posthalter[679] sein Scheuer.[680]

<1154> [1]815, den 10. April hatt man Korn-Ähren gehabt.

<1155> Den 11. [April 1815] ist mein Sohn Johannes Peter, Cornelius Hindrigs, Wilhelm Worringen, vom Stürtzelberg Schiefer et Klein von Herrn Lingens nach Düsselderg[681] begleitet unter Militaer, Hindrigs ist unten die Husaren, Schwieren bey die Musicanten, die andere 3 unter die freywillige Jäger.

<1156> [39v] [1]814[682], den 29. Junii seind hiesige Jungesellen in Preusische Diensten genohmen worden, die Dienstbothen sowohl als auch Hiesige, von den Zonser Gerhard Haeckhausen, Wilhelm Bastian, Tampier, Aretz, Johannes Kuppinger, Lenden, Humpertz, Berrens, Bungartz, Schneider, Henrich Fleischhaeuer, Wilhelm Rodenkirchen, auch abgewiesen wegen mangelhaft 2 Juden, wobey viele Umstände, aber doch 1816 alle wider zurückgekomen.

Der erste Raddampfer auf dem Rhein 1816, "The Defiance".

<1157> 1816, den 12. Junii ist ein Engelisches Schieff zu Wasser herauff gefahren ohne Ferdt und ohne Seegellen, sonderen durch zwey Rähder im Wasser, welche durchs Feur getrieben worden, und die Menschen hier aus Zonß nach dem Reihn gegangen, um dieß zu sehen.[683]

<1158> [1]816, Maii, Junii immer Hochwasser gewessen, so das den 7. Julii, Sondag, Zons, Dormagen, und weilen Hackenbroig et Delfen under Dormagen gehorten, derwegen auch mit auffgebothen, alle dienstweiß hinter der Müllen mit Pferdt und Karrig zu dienen, die Schleuse mit Bordt besetz und mit Grundt zugeworfen, und die Benden und Haustätte erhalten, 1 ¾ gefallen, bist den 11. wider angefangen zu waxen, den 14. wider gefallen, und den 8. Julii solte dem Schuller[684] sein Graß verfachtet werden, weilen aber das Wasser auff dem Mehresten gestanden, so ist die Verpfachtung nit ehender geschehen bist den [...][685].

<1159> Im Julii [1816] kost ein Malder Korn 14 Reichstahler, 12 ½ Pfund Brott 40 Stüber, den 13. aber kost ein Malder 13 Reichstahler 20 Stüber, im Septembris Malder Korn 11 Reichstahler 20 Stüber.

<1160> Vom 27. Junii bist den 20. Julii [1816] haben wir nachmittags Rosenkrantz gehalten wegen vielfaltigem Regen, 1stens Benedition, den Rosenkrantz und die Lytaney, hernach 5 "Vater unser", bist den 21. ein 13 stundtiges Gebeth gehalten in allen Fareyen, den 7ten Septembris haben wir geschloßen mit dem Rosenkranz.

<1161> Den 9. Septembris [1816] sein zu Dusseldorf 4 Malder Buchweitz zahlt worden mit 100 Reichstahler, den 15. September hat man das letzte Korn eingefahren, der Weitzen ist aber noch nit all abgenacht, Korn 13 ad 14 Reichstahler.

<1162> 12. October [1816], nachts 2 Uhr zu Dormagen im Adler et Fix[686] ihre Scheuren abgebrendt.[687]

<1163> [1]817, den 13ten Merz das Wasser so hoch gewesen, in der Müllen-Gaß gegen Peter Hackhausen[688], und über die Rhein-Straß hatt man nit mehr können gehen, bist den 15. hatt es angefangen zu fallen.

<1164> [40r] Nota bene: [1]817 hatt man die Butter zahlt 18, 20, 24, 26 Stüber, das Korn 14, 16, 18, 20, 22, auch hatt Johannes Schmitz zu Neus zahlt 23 ½ Reichstahler, das Brott 12 ½ Pfund 1 Reichstahler 12 [Stüber], den 1. Julii zu Köln des Morgens 18, des Nachmittags 16 Reichstahler, den 2ten 15 Reichstahler, den 3ten dieses 10 Reichstahler, den 10. dieses ist das Brott zahlt worden mitt 40 Stüber, ich hab selbst holen lassen bey dem Gotfrit Lingen, beym Schmitz aber noch 44 Stüber. Nota bene: Das Gemüß ist so rahr gewessen, viele haben Kleh, Brennessel gekocht und gegessen, Hetterich von viellen Menschen alle Tag gegessen worden, ein Pfund Haber güth kost 8, auch 9 Stüber, das Malder Haber 8 ½ Reichstahler, das war morgens, mittags und abendts Haber guth. Von diesem Jahr wär noch Vieles zu notiren, doch sehest du genugt, wie es war.

<1165> Im Junii [1817] hatt die Wacht wider angefangen, und alles visitirt, was herein gekommen, Viele wegen Dieberey im Arest, einige auch mit Gelt gestrafft. Den 13ten Julii hatt Margaretha Hatzheim[689] mit einen Erbsen-Krantz am Rathhauß gestanden, und 4 Man Wacht mit Lantzen dabey.

Der von Lambert Schimmelpfennig 1818 gefertigte Hahn des Kirchturms von St. Martinus, heute in der Tourist-Info.

<1166> 1818, den 15. Maii hatt Meister Ludewicus Wassenberg den alte Hann vom Kirchthurn genohmen, dieser war abstendig. Den neuen hatt Lambert Schimmelpfennig nach dem alte gemacht, wolte 3 Cron haben, Johannes Schmitz sagte, es wär zu viel, hatt aber gegebe 2 Cron, und ist zu Neus vom Meister Schürenberg vergolt worden vor 3 Cron, und der Wassenberg bey der Arbeit auffm Thurn gefunden das silberene Pectorahl, welches ich 1794, den 5ten October im Thurn allein verborgen, das andere Silber-Werck, wie es Nahmen hatt, auff die Abhenge, das ein hier, das ander da verborgen in grosser Eyl und Forcht, in Einrücken waren, nota bene: weilen die Franzen und die gantze Staat in grosser Unruh und Angst waren, dem Herrn Pastor ein klein Korbgen mit Cron und ein Taschen-Uhr, dem Herrn Capelan auch sein Uhr und etliche Cron, und aus Forcht das Silber-Werck in 4 oder 5 Jahr mit zum Gebrauch war, so wuste ich nit mehr, woh das Pectorahl hin gesteckt war, der Wassenberg aber, wie er dieses gefunden, nichts gemelt, von einander gebrochen, und wie er den vergulten Krantz mit dem Lauffwerck sowie die Biltnuß Martini, war zu Düsseldorf beym Golt-Schmit wolte verkauffen, so ist er und seine Frau von der Policey in Arest genohmen. So nota bene: am Andt des Jahr ich das Silber, welches auseinander war, am Tribunal wider bekommen, die alte Plate hatt der Wassenberg verkaufft und ein neu gekaufft, welche aber nit konte gebraucht werden. Ich hab das Silber zu Düsseldorf wider geholt aus Commission der Herren Kirch-Meister, und ich hab es nach Köln getragen bey Sitman, Goltschmit, mit noch anderen alte Silber, der hatt es wider hergestellt und zusammen gemacht.

<1167> 1817 hatt ein Brott ad 13 Pfund schwer hatt man müssen zahlen 1 Reichstahler 12 Stüber, sage 72 Stüber, und hier hatt man öfters kein Brott haben können, so hatt man von Düsseldorf, Neus, Benrath, Urdebach et Stürtzelberg es holen müssen, ein Weißbrott ad 2 Stüber 4 Loth. Nit einige, die mehreste haben Selderig, Brännesseln, Kleh, Flätter[690] aus dem Saamen gegessen.

<1168> [40v] 1819, den 25ten Decembris hatt das Wasser so hoch gestanden, hier in Zons durch die Gosse langs mein Hauß, oben am Brunnen haben die Nachbaren aus der Müllengaß ein Dahm von anderhalben Fuß gemacht, und das Wasser dadurch auffgehalten, damit das Wasser nit hier konte lauffen, welches uns hier auff der Felt-Straß guth gethan hatt, den 26ten, auff Stephanus-Tag, finge es an, etwas zu fallen.

<1169> 1820 hatt das Wasser wider angefangen zu wacksen, und in kurzen Tägen so starck, das es auff Sebastiani-Tag [20. Januar] wider in die Statt kommen ist, und aus der Müllen-Gaß wider bis hier am Hauß gestanden, und dieß war die Ursagt, weilen in der Müllengaß die Kahl nit versorgt gewesen, und so hatt es oben am Henrich Schmitz seinem Hauß gestanden, und bey diesem letzten Wasser so viel Eyß gekommen, das einige Obelandische Schift[691] und kleine Nachen gekommen sind, auch hatt man einige Bäum wie andere Sachen gefisch, und den 24. hatt es angefangen zu fallen.

<1170> [1]820, den 31. December, des Morgens 8 Uhr hatt der Rhein sich gesetzt gegen Zons, den 1ten Januarii sind einige junge Kinder und auch Alte darüber gegangen, den 6ten Januarii, morgens 8 Uhren hatt er ein halbe Stundt gegangen, den 7ten, des Nachmittags 2 Uhr hatt er widerumb gegangen, den 8ten, morgens ½ zehn Uhren hatt er wider recht guth gegangen.

<1171> [1]821 hatt Anton Wimmer zu Krevelt Arest gehabt wegen Frau Meyer.[692]

<1172> Den 26ten December [1821] ist Anton Neander durch einen Standarm geholt worden aus dem Closter, und im Ancker die Händt geschloßen und nach Dusseldorf geführt, den 26. Maii [1]822 wider kommen.

<1173> [1]822 ist die Druckenheit so groß gewesen, und die Mäuß so starck im Felt und in den Garden, das vor Pfingsten einige Stücker Korn als umbgebaued worden, kein Kleh gewesen, die Kleh-Stücker, das keiner konte sagen, waß darauff gewesen war, einige Ackers-Leuth vor kein 6 Wochen Brott Korn gehabt. Den 20. Junii hab ich angefangen, Häu zu kauffen von Herrn Pastor. Diesen Mäuß-Schaden kan ich gnug ansetzen, den Morren, Ärdepfen, Haber und Sommer-Garsten, auch einige Stücker umgebaudt in den Garden, wen die Köhl 4 ad 5 Stundt gepost waren, auch einige abgefressen und in die Locher geschlept. Ich hab 3 kleine Kahren Korn, 2 Man können es in 6 Täg dreschen. Den 9. Julii haben wir angefangen, den Rosenkrantz zu bethen umb 1 Uhr mit Aussetzung des Hochwürdigen, guts 12 Täg nacheinander, den 8. Julii hatt Fridericus Schmitz ein grosse Ratt-Mauß aus dem Felt mitgebracht, den 9ten Hugo und ein Dormager Man noch ein tott geschlagen, im Junii hatt man als neu Brodt gebacken, halben Julius hatt man noch einigen Weitzen geholt, das Korn war vor 14 Täg, als eingescheürd, wegen der grosse Drückenheit alles vernothreifft.[693]

Die "Wundermadonna" steht heute in der Kapelle "Maria von den Engeln".

<1174> Annotatio, was für wunderliche Begebenheit hat sich hier in der Kirche zugetragen, Maurus Ankentbrant, gewesener Caplan hier in Zons, Benedictiner aus der Abtey Brauweiler, im Jahr [18]13 ein neues schönes Maria-Bild von Wax hier in die Kirch geschenckt. Dieses Bild hat mehr auf dem Altar gestanden, aber nichts gesehn, bis den 16ten Juni [1822] habe ich dieses aufgestellt bey dem 13-stündigen Gebeth wegen Ihro Päbstlicher Heiligkeit, [41r] stehen geblieben bis den 9ten Juli, des Nachmittags, Rosenkranz gehalten worden wegen großer Truckenheit und wegen der vielfalltigen Mäußen 8 Täg, am 3. Tag aber viele Menschen ein Licht gesehen in der Kron von der Mutter-Gottes, den 22ten von Worringen die erste Procession hieher gekommen.[694]

<1175> Allerheiligen [1. November 1822] hat der Herr Vicarius Brings[695] von hier nach der Langeweh fort gemüßt auf Befehl des General Vicarius von Achen[696], und einige Tage nachher ist Herr Schiefer aus Butscheid hieher an dessen Stell als Vicarius angekommen.

<1176> Anmerkung: 1823, den 9ten Januar hat sich hier der Rhein gesetzt, allein auch noch einmahl angerückt, bis er sich fest zusammen gesetzt hat.

<1177> Den 30ten Januar [1823] ist der Rhein abends 8 Uhr los gegangen, und bis 10 Uhr hat er sich wieder gesetzt, und zwischen 1 und 2 Uhr wieder durchgegangen, und das Wasser in 3 Stunden die ganze Wiesen überschwemt, allein dabey gleich wieder gefallen und glücklich fortgegangen.

Notizen auf den Umschlägen der Hefte

Erstes Heft

[Auf der Umschlagaußenseite vorne]

<1178> [...] in cenum [?].[697]

<1179> De

1733

Johannes Petrus

Schwieren

custos

[...] sis mecum

<1180> Amor mora oram ramo

roma arom maro omar

orma armo arom maor

roam raom moar omra

amro[698]

<1181> [1r] 1738, den 11. Maii hab ich als Brudermeister nach Bethlehem abgedanckt.

<1182> Jesus, Maria, Joseph

<1183> Annus habet menses 12

hebdomadas 52

dies 365

horas 8760

minuta 525000[699]

<1184> Annotatio,

was durch das Jahr geschehet

und sich zugetragen hatt

anno 1733

Johannes Petrus Schwieren,

pro tempore custos Zontinensis,

pro cupreis cupreas nummis lege clerice missas

<1185> Nota bene, nota bene, nota bene: 1741, im Septembris ist der Rosenkrantz, so den zweyten Sondag im Monath [10.09.] in der Pfahrkirchen mit Singung der Litany Beatae Mariae Virginis zum ersten Mahl gehalten worden, und vom Herrn Vicario Werren ist zahlt worden, und ich denselben bedienet bis 1748 in dem Decembris mit Stiffelung des Altars und Singen, und doch nichtß einmahlen etwas bekommen.

<1186> Ausgab: die Zonser Herrschafft thut in uno Simplo 220 Gülden, 1735 scripsi.

Empfang in einem Simpel ist 272 Gülden, 21 Albus, 1 ½ Heller.

Ob populum multum crimen pertransit multum.

Hiesiger Heckhoff gibt in jedem Simpel 19 Gülden, 10 Albus, 8 Heller, hoc scripsi ex annotatione Herrn Georgii Coenen, Heckhalbwinner und Scheffen zu Zonß, Schultheiß zu Kentenich.

Das Schatzbuch ertracht sich in toto 295 Gülden 20 Albus 7 Heller


Zweites Heft

[Auf der Umschlaginnenseite vorne:]

<1187> [...]t sich in toto

[...]us 7 Heller


[...]l ertracht sich

[...] 1 - 1 ½ Heller

[...] erstrecket sich


[...] Simpel ad

[...] annotatione

[Sc]heffen zu Zonß

[...] ich

[...]lanths bringet

[...] 29 Albus, 4 Heller

[...] 80

[Auf der Umschlagaußenseite hinten:]

<1188> Wir kommen alhier auff eine reine Bahn

und thuen Ihnnen praesentiren die Kirchen Fahnn

welcher soll stehen im Winth und Wetter mit Gedult,

und ist gemacht worden von reinem Golt,

auffm Thurn muß er stehen ohne Sprach,

er haltet hier mit an ümb ein Drinckgelach.[700]


Notizen in den Küsterbüchern im Pfarrarchiv Zons

PfAZ, 302

[Bemerkung: Seitenzahlen hier durch ein vorgesetztes „p.“ (= pagina) kenntlich gemacht]

<A1> [p. 267] N.B.: 1760, den 2. Octobris hatt unser ehrwürdiger Herr Pastor Martinus Rheden in hiesiger Pfahrkirchen und am 3. Octobris zu Bürgel in der Kirchen solemniter Possessionem genohmen, in praesentia Domini Cellerarii Theodori Lutterborn et Henrici Spex et Sacellani Placidi Thomas.


PfAZ, 304

<A2> [p. 2] Sum ex libris Joannis Petri Sch[wie]ren ex Zons, anno Domini 1762, den 1. Januarii

<A3> Annus habet menses 12

hebdomadas 52

dies 365

horas 8760

minuta 525600

<A4> Johannes Hermanus Schwieren, Custos, 1775, den 17ten October

<A5> [p. 3] Joannes Petrus Schwieren, Custos Zontinensis, est verus possessor hujus libri.

Spes mea, spes Jesus, spes altera Virgo Maria, tertia Josephi, spes mea semper erit.

In hoc libro scripta sunt omnia nomina baptizatorum, mortuorum et copulatorum ab anno millesimo septingentesimo sexagesimo.

<A6> 1771, den 15. Februarii seint die drey Bußh[erren], nemblich Herr Pater Müllenweg, Schuhmächer [und Beuth] als Missionarii abents hierhin kommen vo[n Grimlinghausen]. Den 16. dito angefangen und seint den 28. dito abmarschieret, und Herr Pater Beuth mir eigen[...] beschrieben, was diejenige Menschen müssen jetz tuen, so sich in ihre Versamlung haben einschreiben lassen, als nemlich wie folgt: erstlich am Festag der unbefleckte Empfangnus beichten und communicieren, item jährlich 3 heilige Messen hören für die Abgestorbenen und ein heilige Meeß hören für die noch Lebendige, item jahrlichß 3 Rosenkräntz betten für die Gestorbenen und einen für die Lebendige, und in ihrem Gebet [...] viel missionieren [...] und einen [...].[701]

<A7> [p. 4] Johannes Petrus Schwieren, Custos Zontinensis, est verus possessor hujus libri.

Spes mea, spes Jesus, spes altera Virgo Maria, tertia Josephi, spes mea semper erit.

In hoc libro scriptus est ritus et ordo omnium ceremoniarum Zontinensis parochialis ecclesiae, similiter specificatio mei salarii, postremo scripta sunt omnia nomina baptizatorum, mortuorum et copulatorum ab anno millesimo sexcentesimo nonagesimo sexto.

<A8> Modo Johannes Hermanus Schwieren anno 1775, den 17. October.

<A9> [...] erstreckt sich ad 94 Reichstahler, 32 Albus, 8 Heller [...]. [...] Februarii ist in der Pastorath hier zu Zonß den [trückenen W]einkauff wegen der Zonser Pfahrkirche-Landerey gegeben [worden, ...] aber im Jahr 1734 hette müssen gegeben werden, von jedem [...] trückenen Weinkauff von den Einwöhner sowohl Auswendigen gleiche vill gegeben worden 1 Dahler Species. Item der Kirche-Kampff an drückenen Weinkauff 1 Reichstahler pro 80 Albus, [...]lbe Graff aber 2 Dahler Species. Jeder Garten hatt getahn [an] trückenen Weinkauff die Halbscheit des jährlichen Pfachtß, [wel]che Einwöhner so woll als Auswendige, so übergeschrieben seint worden, haben pro Morgen 1 Maaß Wein mit 20 Albus zahlen müssen extra, in praesentia Domini Pastoris Leonardi Marx, Domini Sacellani Damiani Cremer, Praetoris Georgii Mappius, Consulis Jacobi Schieffer, Herrn Kirchmeister, Herrn Scheffen Petri Nolten, beyde Herren Scheffen Mey et Schulmeister, Rathsverwanten Renerus Schmitz et Henrig Schmitz et Scriba Aldenhoven[702] [...] Johannes Petrus Schwieren [...].[703]

<A10> [p. 5] Folget nun die Ordnung deren Ceremonien der Zonsischer Pfahrkirchen durchs gantze Jahr et incipit a prima Dominica adventus. Mane wird allezeit das signum angelicum mit der gröster Glocken 3-mahl gekleppet und mit der kleinster geleutet, des Mittags datur signum angelicum tertio maxima campana und mit der an der Trappen hangender Klocken geleutet, alle Abents similiter mit der groster gekleppet, mit der kleinster geleutet und demnechst mit der an der Trappen hangender Glocken pro memoria defunctorum 3 mahl gekleppet.

<A11> [p. 9] Den 9. dito [November 1762] ist unser hochwürdiger Herr Pastor Ferdinandus Bodife des Abents nach Zonß kommen und hatt am 10. dito in hiesiger Kirchen und in festo Sti. Martini, als den 11. dito, zu Bürgel Possessionem genohmen in praesentia Domini Cellerarii Theodori Lutterborn[704]. Erstlich thut Herr Pastor die Kirchthur an den Rathsherren-Stühlen selbst auff, darnach in der Sacristey das Röcklein und Stolam angetahn, darnach vor dem Altar stehen bleiben, bis der Herr Keller ihn dem Volck [p. 10] vorgestehlt, darnach thut er das Tabernacul auff, darnach die Tauff, und mit der gröster Klocken geklept, in den Beichtstuhl, auff den Predigstuhl und alstan dar vondan bis vor den Hohen Altar und also solemniter "Te Deum Laudamus" angefangen. Ita factum est anno 1739, den 14ten Januarii,[705] 1753, den 20. Novembris,[706] 1760, den 2. Octobris,[707] und wird geleuth mori dominicalis.

<A12> [p. 28] Nota bene: 1765, den 22. Aprilis, als auff unser Hagelfeyrs-Dag, ist getaufft worden der Sohn Mathaei Gabrielis Andernach und Mariae Catharinae Richraths mit Nahmen Henricus, wie im vorigen Jahr zu siehen ist. Und weilen dem Scheffen Jacobi Vögeling sein Fraw[708] Goth und der Rathsverwanter Henrig Assemächer Path bey diesem Kint gewesen und aus Haß und Zorn die Goth mir gegeben für mein Praesentz 6 gantzer Füsse und der Path mir gegeben 3 losse Fetmenger, derhalben hab ich diesen beyden gleich für der Kirchthür diese Praesentzen in Gegenwarth aller Anwesenden widergegeben und gesagt: "Ich hab so ville Kinder ümb Gottes Willen helffen tauffen, wan ich mein Praesentzen nit alle haben soll, so will ich hiervon auch nichtß haben und will dieß auch ümb Gottes Willen getahn haben!" Und sie haben diese Praesentzen wider angenohmen und mir nichtß gegeben.

<A13> [p. 167] Den 6. Septembris [1782] sepultus Johannes Leonardus Hermges, adolescens, aetatis 29, von Dhalen gebürtig, welcher hier auff der hindersten Landtstraß dott geschlagen nechts am Balchheimer Weg, den Kopff gantz zerschlagen, die Taschen spulirt, doch hatt man bey der Besichtigung noch 1 ½ Carolin bey ihm gefunden. Gott behüte uns all!

<A14> Den 8. [September 1782] seint zu Worringen 21 Häuser, 15 Scheuren in Aschen gelegt worden, pro dolor.

<A15> [...] Den 24. [Oktober 1782] sepultus Albertus Wentzeler, maritus Sabina Commerden, gewessener Rentmeister zu Bürgell. Pastor cum 2 Ministranten, Offerman, 5 Chor Socii und 4 Drägen mit gewessen biß Baumberg auff dem Kirchhoff, und alles richtig zahlt. An den Limitten thut unser Herr Pastor sie erst dem Monheimen übergeben.

<A16> [p. 177] 16. [März 1783] sepulta Antonetta Sibilla Josepha Sophia Spelts, virgo. Aus Befehl des Vatters[709] hatt man nicht müssen singen, das alle Menschen uns ausgelacht haben und laut geruffen: "Offerman, pfeiff ein Stückelgen!" Er wolte auch nicht geleuth haben, welches aber der Herr Pastor nit wolte eingehen.

<A17> [p. 197] 14. [Mai 1785] ist unser Herr Pastor Beda Cleven nach Zons kommen, und den 19. hatt er Possescion genohmen. Erstens hatt Ihro hochwürdiger Herr Praelath Anselmus Aldenhoven[710] ihn dem Volck vorgestelt, alda hab ich den Schlüssel praesentirt, so hat er die Kirchthür auff gethan, das Rocklein angethan, vor dem Hohen Altar, in die Tauff, mit der grossen Klocken geklept, in den Beichtstuhl, das Tabernacul auffgethan, auff den Predigstuhl, hernach die Donnerstagsmeß gehalten, post elevationem das "Te Deum". Den 23. zu Bürgell Herr Capellan et ich. Suche [17]39, den 14. Januarii[711], [17]53, den 20. Novembris[712], [17]60, den 2. Octobris[713], [17]62, den 10. Novembris[714]. Und wirt geleut mori dominicali.

<A18> [p. 262] 30. [Januar 1789] sepulta in Baumberg ancilla zu Bürgell nomine Gertrudis Müller, vidua Hermani nomen nescio, so wegen dem hohen Wasser und Eyßfahrt nicht wohl hie hin könte gefuhrt werden, so hatt Herr Pastor Beda Cleven mich dahin geschickt, so ich hier an der Rein-Pforten eingestiegen, und haben uns hin und her durchgearbeit biß nach Bürgel an die Pfort, und ich ihnen angesagt, sie mögten wegen dieser Ursacht so gut thuen wie sie könten. Nachgehens ich da gewesen, wegen ihrer Armuth ihr alles geschenckt worden, ausgenohmen vor mich das Vehrgelt ad 15 Stüber, vor diejenige, so geleuth, auch 15 Stüber, alles pro notitia angeschrieben. Certum est.

<A19> [p. 326] [nach dem 6. August 1795] Nota: Weilen der Rhein gespert war von den Franzosen auf dieß Seid und auff der ander Seit die Kayserliche, so ist durch hiesige Pater Vicarius, welcher immigrirt war zu Bürgel.[715]

<A20> [p. 401] 16. [April 1801] ist der Herr Capellan Gereon Löhr vom Herrn Official dem Volck vorgestelt worden als Pastor, hatt er die Kirchthur auffgethan, mit der großen [p. 402] Klocken geklept, in die Tauff, in den Beichtstuhl, an den hohen Altar, das Tabernacul umgewenden und auff den Predigstuhl, wider an den hohen Altar und das "Te Deum" angefangen worden von Herrn Official, der Herr Capella[n] ein Rocklein angezohgen und das Venerabel ausgesetzt und die Collect gesungen, und auch die Benediction gesungen. So war alles geendiget. Suche weiter den Verlauf im grossen Buch[716], wegen das der Titz Johannes et Henrich Schneider vor der Meß in der Pastorath dagegen protestirt haben. Den 18. Julii wider auff neu erwöhl[t] worden.

Nota: 17. zu Bürgel, so hat der Herr Lector Joseph Meurer[717] aus Commission des Herrn Official i[h]m Possession gegeben. Ich bin mit gewesen.


Konkordanz

Es werden in chronologischer Folge alle in den Autografen genannten Daten – in der Reihenfolge Jahr, Monat (in römischen Ziffern: I-XII) und Tag – aufgelistet mit dem Hinweis auf den entsprechenden Eintrag in spitzen Klammern. Zeiträume werden dementsprechend mit Bindestrich angegeben. Liegen keinerlei nähere Angaben vor, werden Umschreibungen wie "Ende" oder "Anfang" (des Monats bzw. Jahres) o.ä. gebraucht. Umfassendere Zeiträume stehen vor den darin enthaltenen Zeitpunkten oder Zeitabschnitten, so z.B. "1735–1738" vor "1735", "1740" vor "1740, III", "1735, Sommer" vor "1735, VIII", "1741, X 13-21" vor "1741, X 13-16".


Datierung <Eintrag>

1404 <258>

1630 <168>

1630 <433>

1630 <434>

1640–1641 <432>

1662 <1100>

1667 <169>

1667 <1061>

1680 <199>

1700 <168>

1710 <168>

1723 <424>

1732, ca. IV 13 <6>

1733, ca. IV 5 <6>

1733, VII, Ende <2>

1733, VIII <3>

1733, XI 10 <4>

1734, I <5>

1734, III <1015>

1734, III 15 <10>

1734, III 23 <10>

1734, IV 2 <7>

1734, VI 29 <8>

1734, VII 3 <9>

1735 <1186>

1735, I 19 <11>

1735, I 31 <12>

1735, II <A9>

1735, II 11 <13>

1735, II 12 <13>

1735, III 16 <14>

1735, III 24 <15>

1735, VI 11 <16>

1735, Sommer <25>

1735, VII 18 <17>

1735, VIII <19>

1735, VIII 22 <18>

1735, X 19 <20>

1735, XI 5 <21>

1735, XI 24 <22>

1735, XI 24 <23>

1736 <581>

1736, I 1 <24>

1736, I 16 <26>

1736, I 19 <26>

1736, IV 5 <28>

1736, IV 6 <27>

1736, IV 12 <29>

1736, IV 20 <30>

1736, V–VI <32>

1736, V 2 <30>

1736, V 26 <31>

1736, V 28 <31>

1736, VI 22–23 <33>

1736, VIII <34>

1736, IX 18 <39>

1736, IX 21–23 <35>

1736, IX 28–30 <36>

1736, X 11 <37>

1736, X 17 <38>

1736, XI 1 <37>

1737 <57>

1737 <74>

1737 <131>

1737, II 1 <40>

1737, II 23–24 <41>

1737, II 24–25 <41>

1737, III 4–5 <41>

1737, III 11–12 <41>

1737, IV 3 <42>

1737, IV 19–20 <43>

1737, IV 25 <44>

1737, V 7 <44>

1737, V 9 <44>

1737, V 9–10 <45>

1737, V 23–24 <46>

1737, VIII 6–8 <47>

1737, VIII 8 <48>

1737, VIII 23–25 <49>

1737, VIII 29 <50>

1737, IX 1 <50>

1737, IX 13–19 <51>

1737, IX 23–30 <52>

1737, IX 23 <52>

1737, IX 26 <53>

1737, IX 28–29 <55>

1737, IX 30 <52>

1737, IX 30 <55>

1737, XI 27 <56>

1737, XII 16 <58>

1737, XII 25–26 <59>

1738 <75>

1738, I 1–3 <60>

1738, I 1 <61>

1738, I 9 <62>

1738, I 21–24 <63>

1738, II <63>

1738, II 21 <64>

1738, III 3 <65>

1738, III 5 <66>

1738, III 5 <80>

1738, III 7 <67>

1738, III 9–10 <68>

1738, III 15 <69>

1738, IV 10 <70>

1738, IV 20 <71>

1738, IV 23 <72>

1738, V 1–2 <73>

1738, V 10 <71>

1738, V 11 <1181>

1738, VI 1 <76>

1738, VI 14–17 <77>

1738, VI 22 <78>

1738, VII 13 <79>

1738, VII 14 <80>

1738, VII 15 <81>

1738, VIII 7 <82>

1738, IX 1 <83>

1738, IX 22 <84>

1738, IX 28 <85>

1738, X 2 <85>

1738, X 17–18 <86>

1738, X 24 <87>

1739 <92>

1739, I 9–10 <89>

1739, I 9 <91>

1739, I 12 <89>

1739, I 14 <88>

1739, I 15 <90>

1739, I 23 <91>

1739, I 26 <93>

1739, II 22 <94>

1739, II 24 <94>

1739, III 3 <95>

1739, III 3 <98>

1739, III 13–14 <99>

1739, III 14 <96>

1739, III 16 <95>

1739, III 29–31 <97>

1739, IV 18 <100>

1739, IV 18 <103>

1739, V 6 <101>

1739, V 10 <101>

1739, V 12 <100>

1739, V 24 <102>

1739, VII 12–13 <104>

1739, VII 24 <98>

1739, VII 24 <105>

1739, VII 27 <106>

1739, VII 30 <107>

1739, VIII 2–3 <108>

1739, VIII 23 <111>

1739, VIII 24 <106>

1739, VIII 25 <109>

1739, VIII 27 <110>

1739, IX 8 <112>

1739, IX 20 <112>

1739, Anfang XI <114>

1739, XI 5–6 <113>

1739, XII <115>

1740 <136>

1740 <139>

1740 <140>

1740 <141>

1740 <142>

1740 <164>

1740 <173>

1740, I 5 <117>

1740, I 24–III 12 <117>

1740, II 9 <117>

1740, II 10 <116>

1740, II 12 <116>

1740, II 12 <117>

1740, II 19 <117>

1740, II 22 <117>

1740, III 5 <117>

1740, III 9 <116>

1740, III 10–12 <117>

1740, III 10 <117>

1740, IV 1 <118>

1740, IV 2 <118>

1740, IV 25 <119>

1740, Anfang V <119>

1740, V 3–7 <120>

1740, V 18 <121>

1740, V 20 <122>

1740, Ende V <121>

1740, VI–VII <124>

1740, VI <123>

1740, VI 12 <122>

1740, VI 17 <123>

1740, VII 9 <125>

1740, VII 11 <125>

1740, VII 27 <126>

1740, VIII <129>

1740, VIII <130>

1740, VIII <148>

1740, VIII 1–8 <127>

1740, VIII 4 <127>

1740, VIII 13 <127>

1740, VIII 15 <127>

1740, VIII 16 <127>

1740, VIII 18 <127>

1740, VIII 27 <128>

1740, VIII 29 <128>

1740, VIII 30 <128>

1740, VIII 30 <128>

1740, IX 6 <131>

1740, IX 15 <132>

1740, Ende IX <135>

1740, Anfang X <132>

1740, Anfang X <137>

1740, X 6 <134>

1740, X 11 <133>

1740, X 11 <134>

1740, X 24 <138>

1740, XI 27 <143>

1740, XII <144>

1740, XII <147>

1740, XII 9–12 <145>

1740, XII 13 <145>

1740, XII 14 <146>

1740, XII 18–21 <149>

1740, XII 23–27 <149>

1740, XII 30 <149>

1741 <156>

1741, I 4 <149>

1741, I 8 <149>

1741, I 12–13 <149>

1741, I 16 <149>

1741, I 28 <150>

1741, II 1 <150>

1741, II 4 <149>

1741, II 6 <151>

1741, II 7 <150>

1741, V 14 <152>

1741, VI–VIII <156>

1741, VI <157>

1741, VI 7–10 <153>

1741, VI 12 <153>

1741, VII 27 <157>

1741, VII 28 <154>

1741, VII 29 <154>

1741, VII 30 <154>

1741, VII 30 <157>

1741, VII 31 <157>

1741, VIII 3 <155>

1741, VIII 7–12 <158>

1741, VIII 17 <158>

1741, VIII 20 <158>

1741, IX–1748 XII <1185>

1741, IX 9 <159>

1741, IX 10 <1185>

1741, IX 16 <160>

1741, IX 21 <161>

1741, IX 22 <161>

1741, IX 24 <161>

1741, IX 25 <161>

1742 <166>

1742, I 24 <165>

1742, II 8 <165>

1742, II 12 <165>

1742, II 26 <165>

1742, II 27–28 <165>

1742, III <199>

1742, IV 8 <167>

1742, VII 10 <163>

1742, VIII 12 <162>

1742, VIII 14 <162>

1742, VIII 15 <167>

1742, VIII 26 <166>

1743, II (11–16) <169>

1743, II 12 <168>

1743, III 2 <170>

1743, IX 1 <171>

1743, X 10 <172>

1744, I–II <173>

1744, Anfang III <173>

1744, III 5 <173>

1744, III 9 <173>

1744, Frühling <175>

1744, IV 27 <174>

1744, V 13 <174>

1744, V 17 <174>

1744, V 18 <174>

1744, VI <200>

1744, Nov.–Dez. <176>

1744, XII 19 <182>

1744, XII 26 <182>

1745, I 11 <177>

1745, I 12 <177>

1745, I 13 <177>

1745, II 11 <177>

1745, II 22 <178>

1745, II 25 <179>

1745, II 26 <179>

1745, IX 13 <180>

1745, X 4 <180>

1745, X 30 <185>

1745, X 30 <181>

1745, XI 1 <299>

1745, XI 22 <183>

1746, III 11 <184>

1746, III 31 <186>

1746, IV 17 <187>

1746, V 1 <189>

1746, V 3 <188>

1746, V 21 <190>

1746, V 22 <191>

1746, VI 30 <192>

1746, IX 5–8 <194>

1746, IX 7 <193>

1746, IX 14 <195>

1746, IX 14–15 <195>

1746, X 24 <196>

1746, XII 18 <197>

1746, XII 19 <198>

1746, XII 21 <197>

1747 <201>

1747, Anfang <208>

1747, IV 13 <230>

1747, V 14 <202>

1747, V 14 <209>

1747, VII 17 <203>

1747, VII 17 <306>

1747, XI 30 <204>

1747, XII 1 <205>

1747, XII 5 <207>

1747, XII 7 <206>

1747, XII 16 <210>

1748 <208>

1748, I 2–V 13 <222>

1748, I 8 <213>

1748, I 11–IV 6 <214>

1748, I 20 <215>

1748, I 22 <215>

1748, I 29 <215>

1748, II 5 <215>

1748, III 19 <205>

1748, III 23 <205>

1748, V 5 <216>

1748, VI 9–10 <211>

1748, VI 17–31 <217>

1748, VI 26 <218>

1748, VII–X 15 <222>

1748, VIII 2 <218>

1748, VIII 12–14 <219>

1748, VIII 16 <212>

1748, VIII 16 <220>

1748, IX 11 <221>

1748, XI 8 <204>

1748, XI 30 <223>

1749 <234>

1749, II 2 <224>

1749, II 5 <224>

1749, II 13 <225>

1749, II 14 <225>

1749, III 16 <226>

1749, III 21 <227>

1749, III 23 <228>

1749, III 24 <227>

1749, III 26 <228>

1749, IV 24 <229>

1749, V 18 <232>

1749, Sommer–Ende VI <234>

1749, VI 16 <231>

1749, VII 7 <233>

1749, VII 13 <236>

1749, VII 14 <993a>

1749, VII 15 <241>

1749, VII 18 <235>

1749, VIII–X <237>

1749, X 12 <236>

1749, XI 6 <223>

1749, Ende XI <238>

1749, XII <239>

1749, Ende XII <235>

1750, I–Mitte II <242>

1750, I 8 <235>

1750, I 8 <509>

1750, I 11 <510>

1750, I 11 <511>

1750, I 23 <512>

1750, I 28 <513>

1750, I 28 <514>

1750, I 31 <515>

1750, I 31 <516>

1750, I 31 <519>

1750, II 3 <517>

1750, II 5 <518>

1750, II 14 <519>

1750, II 18 <242>

1750, II 22 <243>

1750, II 23 <238>

1750, II 23 <520>

1750, II 23 <535>

1750, II 24 <243>

1750, II 27 <521>

1750, III 2 <522>

1750, III 2 <523>

1750, III 5 <524>

1750, III 9 <241>

1750, III 10 <260>

1750, III 10 <261>

1750, III 20–21 <240>

1750, III 20–21 <250>

1750, III 23 <240>

1750, III 23 <250>

1750, III 31 <525>

1750, III 31 <527>

1750, IV 1 <517>

1750, IV 1 <525>

1750, IV 1 <526>

1750, IV 2 <526>

1750, IV 3 <527>

1750, IV 8 <528>

1750, IV 20 <529>

1750, IV 22 <530>

1750, IV 28 <531>

1750, IV 29 <531>

1750, IV 29 <532>

1750, IV 30 <523>

1750, IV 30 <533>

1750, V 3 <534>

1750, V 14 <244>

1750, V 15–16 <253>

1750, V 20 <244>

1750, V 23 <536>

1750, VI 5 <254>

1750, VI 11 <254>

1750, VI 11 <537>

1750, VI 15 <538>

1750, VII 1 <262>

1750, VII 5 <539>

1750, VIII 12 <247>

1750, VIII 16 <540>

1750, VIII 20 <247>

1750, VIII 26 <541>

1750, IX 3 <248>

1750, IX 4 <541>

1750, IX 10 <541>

1750, IX 10 <542>

1750, IX 16–18 <249>

1750, IX 26 <543>

1750, X 1 <544>

1750, X 5–6 <250>

1750, X 8 <251>

1750, X 9 <549>

1750, X 10 <545>

1750, X 22 <546>

1750, XI 12 <547>

1750, XI 23 <548>

1750, XI 27–1751 II 19 <255>

1750, XI 29 <549>

1750, XII, 14–15 <550>

1750, XII 15–16 <252>

1750, XII 16 <550>

1750, XII 27 <551>

1750, XII 27 <553>

1751 <263>

1751, I 2 <552>

1751, I 2 <554>

1751, I 2 <556>

1751, I 2 <561>

1751, I 12 <252>

1751, I 14 <555>

1751, I 16 <556>

1751, I 26 <557>

1751, I 27 <256>

1751, I 31 <256>

1751, I 31 <558>

1751, II 1 <554>

1751, II 11 <559>

1751, II 12 <560>

1751, III–Mitte IV <259>

1751, III 1 <561>

1751, III 7 <562>

1751, III 8 <562>

1751, III 12–20 <270>

1751, III 16 <563>

1751, IV 5 <564>

1751, IV 12 <565>

1751, IV 16 <257>

1751, IV 17 <566>

1751, IV 19 <566>

1751, IV 27 <567>

1751, IV 28 <568>

1751, V <265>

1751, V 7 <569>

1751, V 14 <570>

1751, V 21 <259>

1751, VI 5 <571>

1751, VI 8 <572>

1751, VI 23 <573>

1751, VI 28 <263>

1751, VI 29–XII 27 <266>

1751, VII 1 <264>

1751, VII 4 <574>

1751, VII 6 <574>

1751, VII 11 <575>

1751, VII 12 <265>

1751, VII 13 <265>

1751, VII 14 <273>

1751, VII 18 <576>

1751, VII 22–VIII 14 <263>

1751, VII 22 <576>

1751, VIII 12 <265>

1751, VIII 16 <577>

1751, VIII 22 <578>

1751, VIII 22 <579>

1751, VIII 23 <578>

1751, VIII 25 <265>

1751, VIII 26 <265>

1751, VIII 26 <579>

1751, VIII 26 <581>

1751, VIII 27 <265>

1751, VIII 28 <580>

1751, VIII 31 <581>

1751, IX 6 <581>

1751, IX 6 <582>

1751, IX 7 <583>

1751, IX 8 <584>

1751, IX 12–13 <267>

1751, IX 16 <267>

1751, IX 19 <267>

1751, IX 21 <585>

1751, X 1 <586>

1751, X 16 <268>

1751, X 16 <269>

1751, X 18 <587>

1751, X 19–23 <271>

1751, X 25 <588>

1751, X 28 <588>

1751, X 29 <588>

1751, XI 6 <263>

1751, XI 6 <588>

1751, XI 8–9 <588>

1751, XI 8 <274>

1751, XI 10 <588>

1751, XI 13 <241>

1751, XI 15 <263>

1751, XI 15 <589>

1751, XI 18 <272>

1751, XI 21 <590>

1751, XI 30 <591>

1751, Mitte XII <592>

1751, XII 29 <275>

1752, II 22 <593>

1752, II 27 <594>

1752, III 10 <595>

1752, III 15 <257>

1752, IV 3 <596>

1752, VI 19 <597>

1752, VIII 4 <598>

1752, IX 4 <600>

1752, X 2 <599>

1752, X 13 <601>

1752, X 16–Jahresende <276>

1752, X 21 <602>

1752, XI 5 <277>

1752, XI 12 <278>

1752, XI 25 <603>

1752, XII 22 <604>

1753, I 21 <605>

1753, III 4 <606>

1753, III 5 <606>

1753, III 8–ca. IX <279>

1753, III 28 <607>

1753, III 29 <608>

1753, IV 8 <609>

1753, IV 13 <280>

1753, IV 15 <609>

1753, V 19 <610>

1753, VI 25 <611>

1753, VII 26 <612>

1753, IX 5 <282>

1753, IX 5 <613>

1753, IX 17 <282>

1753, IX 30 <617>

1753, IX 30–X 1 <614>

1753, X 1 <615>

1753, X 1 <616>

1753, X 2 <617>

1753, X 11 <281>

1753, X 16–1754, VII <280>

1753, X 18 <618>

1753, X 20 <618>

1753, X 21 <619>

1753, XI 4 <620>

1753, XI 8 <283>

1753, XI 11 <285>

1753, XI 16 <284>

1753, XI 16 <621>

1753, XI 17 <621>

1753, XI 17 <622>

1753, XI 20 <283>

1753, XI 23 <283>

1753, XI 27 <283>

1753, XII 1 <286>

1754 <291>

1754 <293>

1754, I 22 <287>

1754, I 31 <623>

1754, II 5 <288>

1754, II 5 <624>

1754, II 5 <625>

1754, II 5 <626>

1754, III 1 <627>

1754, III 4 <628>

1754, III 5 <289>

1754, III 20–21 <629>

1754, III 26 <290>

1754, ca. IV 14 <622>

1754, IV 17 <630>

1754, IV 21 <631>

1754, IV 22 <632>

1754, IV 30 <292>

1754, V 4 <631>

1754, V 4 <633>

1754, V 6 <294>

1754, V 8 <294>

1754, V 20 <634>

1754, V 27 <635>

1754, V 30 <294>

1754, VI 10 <296>

1754, VI 12 <636>

1754, VI 17 <637>

1754, VI 24 <638>

1754, VI 29 <639>

1754, VII <274>

1754, VII 1 <297>

1754, VII 12 <298>

1754, VII 13 <297>

1754, VII 16 <640>

1754, VII 20 <294>

1754, VII 22 <641>

1754, VII 25 <642>

1754, VII 26 <643>

1754, Ende VII <297>

1754, VIII <301>

1754, VIII 2 <295>

1754, VIII 5 <295>

1754, VIII 15 <299>

1754, VIII 19 <644>

1754, VIII 25 <645>

1754, IX 15 <646>

1754, IX 21 <647>

1754, X 1 <648>

1754, X 9 <649>

1754, X 21 <650>

1754, X 22 <300>

1754, X 23 <300>

1754, X 26 <300>

1754, XI 10 <651>

1754, XI 11 <302>

1754, XI 13 <652>

1754, XI 19 <303>

1754, XII 1 <306>

1754, XII 24 <653>

1754, XII 28 <304>

1754, XII 28 <654>

1754, XII 29 <654>

1755, I 6 <305>

1755, I 29 <655>

1755, II 4–7 <308>

1755, II 12–13 <307>

1755, II 15 <307>

1755, II 21 <656>

1755, II 23 <657>

1755, II 26 <657>

1755, II 28 <658>

1755, III 22 <659>

1755, III 22 <660>

1755, IV–Jahresende <311>

1755, IV 5 <661>

1755, IV 6 <662>

1755, IV 7 <663>

1755, IV 8 <310>

1755, IV 10 <662>

1755, IV 10 <663>

1755, V 5 <664>

1755, VI 7 <308>

1755, VI 17 <308>

1755, VI 18 <308>

1755, VII 8 <306>

1755, VII 14 <665>

1755, VII 28 <666>

1755, VIII 4 <667>

1755, VIII 5 <668>

1755, VIII 10 <669>

1755, VIII 24 <670>

1755, VIII 25 <671>

1755, IX 22 <672>

1755, X 1 <673>

1755, X 2 <674>

1755, X 18 <309>

1755, XI 10 <675>

1755, XI 17 <676>

1755, XII 15 <677>

1755, XII 16 <677>

1755, XII 18 <678>

1755, XII 24 <684>

1755, XII 26–27 <312>

1755, XII 31–1756 I 1 <312>

1756, I 26 <313>

1756, I 29 <314>

1756, II 6 <679>

1756, II 7 <320>

1756, II 7 <680>

1756, II 9–III 20 <320>

1756, II 11 <320>

1756, II 12 <320>

1756, II 18 <315>

1756, II 18 <317>

1756, II 19 <316>

1756, II 20 <318>

1756, II 21 <319>

1756, II 23 <681>

1756, III 1 <682>

1756, III 3 <683>

1756, III 8 <682>

1756, III 14 <684>

1756, III 15 <321>

1756, III 18 <684>

1756, III 18 <685>

1756, III 21 <685>

1756, III 22 <686>

1756, III 24 <321>

1756, IV 3 <687>

1756, IV 8 <322>

1756, IV 20 <323>

1756, IV 21 <688>

1756, IV 27 <689>

1756, IV 30 <690>

1756, V 10 <691>

1756, V 23 <324>

1756, VI 8 <325>

1756, VI 19 <326>

1756, VII 11 <327>

1756, VII 16 <692>

1756, VII 20–21 <328>

1756, VIII 9 <693>

1756, IX 14 <694>

1756, X 1 <695>

1756, X 2–18 <329>

1756, X 11 <695>

1756, X 12 <695>

1756, X 24 <330>

1756, X 25 <330>

1756, X 27 <330>

1756, X 28 <331>

1756, XI 2 <332>

1756, XI 9 <330>

1756, XI 9 <696>

1756, XI 12 <334>

1756, XI 19 <333>

1756, XII 12 <330>

1756, XII 30 <334>

1757, I 9 <335>

1757, I 18 <334>

1757, I 18 <697>

1757, I 22 <698>

1757, I 24 <698>

1757, I 25 <335>

1757, I 25 <698>

1757, II 3 <335>

1757, II 3 <699>

1757, II 4 <702>

1757, II 7 <700>

1757, II 10 <701>

1757, II 14 <701>

1757, II 22 <336>

1757, III <694>

1757, III 26 <703>

1757, III 28 <703>

1757, IV 1 <704>

1757, IV 14 <705>

1757, IV 15 <705>

1757, IV 16 <705>

1757, IV 21 <706>

1757, IV 21 <707>

1757, IV 22 <707>

1757, V 1 <336>

1757, V 5 <708>

1757, V 10 <709>

1757, V 13 <710>

1757, V 15 <711>

1757, V 18 <712>

1757, V 19 <712>

1757, V 21 <713>

1757, V 22 <713>

1757, V 23 <714>

1757, V 24 <714>

1757, V 24 <715>

1757, V 25 <716>

1757, V 26 <716>

1757, V 26 <717>

1757, V 27 <718>

1757, V 28 <718>

1757, VI 1 <719>

1757, VI 3 <719>

1757, VI 3 <720>

1757, VI 4 <719>

1757, VI 4 <720>

1757, VI 4 <721>

1757, VI 11 <722>

1757, VI 12 <723>

1757, VI 12 <724>

1757, VI 14 <721>

1757, VI 21 <725>

1757, VI 25 <720>

1757, VI 30 <726>

1757, VII 7 <727>

1757, VII 8 <728>

1757, VII 16 <729>

1757, VII 17 <729>

1757, X 1 <730>

1757, X 5 <338>

1757, X 5 <732>

1757, X 11–13 <337>

1757, X 14 <731>

1757, X 19 <339>

1757, X 19 <732>

1757, XI 4 <733>

1757, XI 5 <734>

1757, XI 6 <735>

1757, XI 14 <338>

1757, XII 8 <736>

1757, XII 9 <736>

1757, XII 10 <736>

1757, XII 27 <739>

1758, I 31 <740>

1758, II 8 <741>

1758, II 14 <742>

1758, II 16 <743>

1758, II 22 <744>

1758, III 5 <745>

1758, III 5 <746>

1758, III 12 <745>

1758, III 12 <748>

1758, III 16 <749>

1758, III 27 <747>

1758, III 29 <750>

1758, III 30 <751>

1758, IV 1 <752>

1758, IV 7 <340>

1758, IV 8 <340>

1758, IV 8 <753>

1758, IV 9–VI 2 <341>

1758, IV 9 <341>

1758, IV 11 <341>

1758, IV 13 <341>

1758, IV 15 <341>

1758, IV 16 <372>

1758, IV 17 <341>

1758, IV 19 <341>

1758, IV 30–V 2 <372>

1758, VI 4 <341>

1758, VI 4 <342>

1758, VI 5 <342>

1758, VI 11 <343>

1758, VI 14 <343>

1758, VI 15 <343>

1758, VI 20 <344>

1758, VI 24 <345>

1758, VI 25 <345>

1758, VI 26 <346>

1758, VI 27 <347>

1758, VI 29 <348>

1758, VI 29 <349>

1758, VI 30 <349>

1758, Anfang VII <373>

1758, VII 3 <350>

1758, VII 5 <351>

1758, VII 6 <352>

1758, VII 12–13 <353>

1758, VII 14 <354>

1758, VII 16 <355>

1758, VII 17 <356>

1758, VII 17 <357>

1758, VII 17 <358>

1758, VII 18 <359>

1758, VII 21 <360>

1758, VII 22 <361>

1758, VII 22–23 <362>

1758, VII 23 <363>

1758, VII 25 <364>

1758, VII 30 <365>

1758, VII 30 <366>

1758, VII 31 <366>

1758, VIII 1 <367>

1758, VIII 8 <368>

1758, VIII 9 <368>

1758, VIII 10 <369>

1758, VIII 15 <370>

1758, VIII 16 <370>

1758, VIII 20 <371>

1758, VIII 21 <371>

1758, VIII 22 <371>

1758, VIII 23 <371>

1758, IX 15 <754>

1758, X 2 <755>

1758, XI 17 <756>

1758, XI 20 <757>

1758, XII 15 <758>

1759 <337>

1759, I 6 <374>

1759, I 8 <374>

1759, I 13 <375>

1759, I 27 <375>

1759, I 30 <759>

1759, II 4 <375>

1759, II 23 <760>

1759, II 28 <761>

1759, III 20 <376>

1759, III 22 <376>

1759, IV 8 <375>

1759, IV 22 <377>

1759, IV 22 <380>

1759, IV 22–V 6 <378>

1759, IV 23 <377>

1759, IV 27 <376>

1759, IV 30 <377>

1759, V 12 <379>

1759, V 13 <379>

1759, V 14 <380>

1759, V 20 <381>

1759, V 21 <381>

1759, V 26–27 <382>

1759, VI 7 <386>

1759, VI 9 <386>

1759, VI 11 <774>

1759, VI 12 <774>

1759, VI 16 <383>

1759, VI 28 <762>

1759, VI 28 <799>

1759, VII 8 <384>

1759, VII 10 <385>

1759, VII 13 <763>

1759, VII 25 <764>

1759, VIII 19 <775>

1759, VIII 26 <776>

1759, IX 1 <776>

1759, X 1 <765>

1759, X 1 <766>

1759, XI 1 <777>

1759, XI 2 <777>

1759, XI 3 <777>

1759, XI 25 <778>

1759, XI 26 <778>

1759, XI 28 <779>

1759, XII 22 <779>

1759, XII 24 <779>

1760 <390>

1760 <391>

1760, I 3 <779>

1760, I 6 <767>

1760, I 7 <780>

1760, I 8 <768>

1760, I 8 <780>

1760, I 13 <781>

1760, I 16 <781>

1760, I 18 <782>

1760, I 19 <782>

1760, I 19 <783>

1760, I 19 <784>

1760, I 20 <783>

1760, I 20 <784>

1760, II 6 <785>

1760, II 11 <769>

1760, II 14 <388>

1760, II 16 <785>

1760, II 23 <770>

1760, II 26 <786>

1760, II 27 <771>

1760, III 20 <772>

1760, IV 14 <773>

1760, IV 17 <339>

1760, IV 20 <389>

1760, IV 29 <787>

1760, V 20 <788>

1760, V 22 <789>

1760, V 23 <789>

1760, V 25 <790>

1760, VI 1 <791>

1760, VI 21 <792>

1760, VII 15 <818>

1760, VII 18 <793>

1760, VII 20 <800>

1760, VII 21 <801>

1760, VII 23 <802>

1760, VII 27 <794>

1760, VII 30 <795>

1760, VIII 30 <795>

1760, IX 20 <803>

1760, X 2 <A1>

1760, X 3 <804>

1760, X 3 <A1>

1760, X 4 <804>

1761, X 13 <805>

1760, X 13 <806>

1760, X 14 <806>

1760, XI 20 <807>

1760, XI 22 <807>

1760, XII 12 <808>

1760, XII 21 <809>

1761 <401>

1761 <403>

1761, I 1 <810>

1761, I 11 <811>

1761, I 20 <796>

1761, I 21 <812>

1761, II 1 <813>

1761, II 2 <813>

1761, II 5 <392>

1761, II 6 <392>

1761, II 7 <392>

1761, II 10 <819>

1761, II 11 <814>

1761, II 19–III 25 <392>

1761, II 21 <815>

1761, II 24 <797>

1761, II 26 <815>

1761, II 27 <816>

1761, II 28 <816>

1761, II 28 <817>

1761, III 1 <817>

1761, III 2–4 <819>

1761, III 2 <798>

1761, III 31–IV 1 <392>

1761, III 31 <392>

1761, IV 1 <392>

1761, IV 1 <393>

1761, IV 5 <405>

1761, IV 6 <820>

1761, IV 10 <820>

1761, IV 22 <821>

1761, IV 23 <821>

1761, V 3 <821>

1761, V 4 <822>

1761, V 8 <822>

1761, V 8 <823>

1761, V 11 <846>

1761, V 12 <846>

1761, V 25 <847>

1761, V 26 <847>

1761, V 29 <848>

1761, V 30 <848>

1761, VI 2 <402>

1761, VI 11 <824>

1761, Ende VI <404>

1761, Anfang VII–X 31 <403>

1761, VIII 14 <849>

1761, VIII 25 <395>

1761, IX 26 <849>

1761, IX 1 <825>

1761, IX 11 <398>

1761, X 15 <399>

1761, XI 6 <406>

1761, XI 9 <849>

1761, XI 9 <850>

1761, XI 25 <850>

1761, XI 25 <851>

1761, XI 26 <826>

1761, XII 1 <852>

1761, XII 10 <827>

1761, XII 11 <853>

1761, XII 17 <854>

1761, XII 21 <854>

1761, XII 21 <855>

1761, XII 21 <856>

1761, XII 25 <855>

1761, XII 25 <857>

1761, XII 26 <857>

1761, XII 27 <828>

1762, I 1 <858>

1762, I 1 <A2>

1762, I 11 <859>

1762, I 15 <829>

1762, I 17 <860>

1762, I 19 <860>

1762, I 21 <861>

1762, I 22 <861>

1762, II 1 <862>

1762, II 11 <863>

1762, II 15 <830>

1762, II 21 <864>

1762, III 1 <865>

1762, III 11 <866>

1762, III 21 <867>

1762, III 22 <831>

1762, III 22 <832>

1762, III 22 <833>

1762, IV 1 <868>

1762, IV 11 <869>

1762, IV 21 <870>

1762, V 1 <410>

1762, V 2 <407>

1762, V 2 <871>

1762, V 11 <872>

1762, V 15 <834>

1762, V 21 <873>

1762, V 25 <873>

1762, V 26 <874>

1762, V 30–31 <408>

1762, VI <400>

1762, VI 11 <875>

1762, VI 21 <876>

1762, VI 24 <877>

1762, VII 1 <878>

1762, VII 11 <879>

1762, VII 21 <880>

1762, VII 23 <414>

1762, VII 25 <409>

1762, VII 26 <409>

1762, VII 31 <415>

1762, VIII <948>

1762, VIII 1 <880>

1762, VIII 2 <881>

1762, VIII 6 <835>

1762, VIII 8 <882>

1762, VIII 16 <836>

1762, VIII 16 <882>

1762, VIII 18 <836>

1762, VIII 18 <883>

1762, VIII 22 <884>

1762, VIII 27 <885>

1762, IX 1 <886>

1762, IX 6 <887>

1762, IX 11 <888>

1762, IX 16 <889>

1762, IX 21 <890>

1762, IX 26 <891>

1762, IX 30 <837>

1762, IX 31 <411>

1762, X 1 <892>

1762, X 6 <893>

1762, X 11 <894>

1762, X 16 <895>

1762, X 21–22 <416>

1762, X 21 <896>

1762, X 26 <897>

1762, XI 1 <898>

1762, XI 6 <899>

1762, XI 9 <A11>

1762, XI 10 <412>

1762, XI 10 <A11>

1762, XI 11 <900>

1762, XI 11 <A11>

1762, XI 16 <900>

1762, XII 27 <838>

1763, I 6 <839>

1763, I 7 <901>

1763, I 8 <901>

1763, I 14 <840>

1763, I 22 <902>

1763, I 23 <413>

1763, I 23 <902>

1763, II 9 <841>

1763, II 10 <842>

1763, II 14 <417>

1763, II 14 <843>

1763, II 14 <844>

1763, III 18 <418>

1763, V 10 <903>

1763, V 16 <845>

1763, VIII 16 <904>

1763, VIII 17 <905>

1763, VIII 29 <906>

1763, IX 4 <907>

1763, IX 23 <908>

1763, IX 26 <909>

1763, X 1 <910>

1763, X 23 <911>

1763, XI 6 <912>

1763, XI 10 <913>

1763, XI 10 <914>

1763, XI 13 <913>

1763, XII 4 <419>

1763, XII 17 <915>

1764, I 1–2 <422>

1764, I 5 <422>

1764, I 6 <420>

1764, I 26 <422>

1764, I 27 <423>

1764, I 30 <422>

1764, I 31 <423>

1764, II 6 <422>

1764, II 7–13 <421>

1764, II 8 <422>

1764, II 13 <916>

1764, II 16 <916>

1764, II 23 <917>

1764, III 5 <918>

1764, III 5 <919>

1764, III 14–17 <960>

1764, IV 18 <920>

1764, um IV 22 <428>

1764, VI 11 <921>

1764, VI 18 <921>

1764, VI 29 <429>

1764, VI 30 <172>

1764, VI 30 <424>

1764, VII 1 <429>

1764, VII 8 <426>

1764, VII 18 <427>

1764, VIII 3 <922>

1764, VIII 11 <923>

1764, VIII 17 <924>

1764, VIII 26 <925>

1764, X 22 <926>

1764, XI 12–18 <430>

1764, XI 23 <431>

1764, XII 5 <431>

1764, XII 6 <431>

1764, XII 22 <431>

1765, I 30 <927>

1765, III 26 <928>

1765, III 27 <929>

1765, III 27 <930>

1765, III 27 <931>

1765, III 28 <932>

1765, IV 7 <439>

1765, IV 14 <439>

1765, IV 22 <A12>

1765, V 3 <439>

1765, VII 25 <440>

1765, VIII 1 <933>

1765, VIII 15 <435>

1765, IX 4 <934>

1765, X 1 <935>

1765, X 28 <936>

1765, XI 10 <937>

1765, XI 30 <938>

1765, XII 23 <939>

1765, XII 25 <427>

1766 <990k>

1766 <992e>

1766, I 19 <940>

1766, I 19 <941>

1766, II 6 <942>

1766, II 6 <943>

1766, IV 3 <944>

1766, IV 13 <436>

1766, V 1 <441>

1766, VIII 18 <945>

1766, IX <437>

1766, IX 27 <438>

1766, X 1 <946>

1766, X 3 <947>

1766, X 25 <948>

1766, XI 30 <949>

1766, XII <452>

1766, XII 24 <950>

1767 <960>

1767 <1111>

1767, I <452>

1767, I 7–8 <442>

1767, I 10 <442>

1767, I 13 <442>

1767, I 20 <444>

1767, II 2 <443>

1767, II 4 <443>

1767, II 15 <951>

1767, III 5 <952>

1767, V 3 <445>

1767, V 3 <446>

1767, V 10 <451>

1767, VI 25 <448>

1767, VIII 2 <447>

1767, VIII 3 <447>

1767, VIII 31 <953>

1767, IX 3 <954>

1767, X 31 <955>

1767, XI 10 <956>

1767, XI 11 <449>

1767, XI 12 <956>

1767, XII 1 <960>

1767, XII 3–1768, IV 2 <960>

1767, XII 24 <957>

1768 <961>

1768, I 8 <450>

1768, I 10 <450>

1768, II 22 <958>

1768, III 7 <959>

1768, VIII 11 <962>

1768, IX 15 <963>

1768, IX 16 <963>

1768, XI 15 <964>

1768, XI 30 <965>

1768, XII 4 <966>

1769 <454>

1769 <979>

1769, I 9 <969>

1769, I 30 <967>

1769, II 2 <455>

1769, II 6 <968>

1769, II 9 <968>

1769, II 21 <456>

1769, III 20–IV 15 <970>

1769, IV 8 <457>

1769, V 10 <971>

1769, VII 28 <972>

1769, IX <458>

1769, X 16 <973>

1769, X 17 <974>

1769, X 17 <975>

1769, XII <460>

1769, XII <978>

1769, XII 27 <460>

1769, XII 28 <460>

1770 <460>

1770, I 1 <459>

1770, I 12 <976>

1770, I 12 <980>

1770, I 20–24 <460>

1770, I 23 <977>

1770, I 27 <460>

1770, I 30 <983>

1770, II 4 <981>

1770, II 4 <982>

1770, II 4 <984>

1770, II 13 <985>

1770, II 24 <992h>

1770, zw. III 7–Apr. 15 <998>

1770, IV 18 <999>

1770, IV 28 <991>

1770, IV 28 <993b>

1770, V 2 <986>

1770, V 4 <991e>

1770, V 5 <992i>

1770, V 6 <993d>

1770, V 8 <999>

1770, V 9 <992>

1770, V 9 <993>

1770, V 12 <993g>

1770, V 23 <993a>

1770, VI <288>

1770, VI <460>

1770, VI <990>

1770, VI 25–28 <987>

1770, VII 4 <989>

1770, VII 12 <989t>

1770, VII 14 <989t>

1770, VII 15 <989t>

1770, VII 19–29 <1000>

1770, VII 31 <1000>

1770, VIII 4 <1001>

1770, VIII 8 <994>

1770, X <1003>

1770, X 11 <1002>

1770, Anfang XI <1003>

1770, XI 5 <995>

1770, XI 18 <1004>

1770, XI 26 <1000>

1770, XI 28 <1000>

1770, XI 29 <1000>

1770, XI 30 <1000>

1770, XII 2 <1005>

1770, XII 16 <1000>

1770, XII 19 <1006>

1771, I 7 <996>

1771, II 3 <1014>

1771, II 4 <997>

1771, II 15–19 <1015>

1771, II 15–28 <A6>

1771, II 19 <1017>

1771, II 21–22 <1018>

1771, II 26 <1015>

1771, II 27 <1015>

1771, II 28 <1015>

1771, III 9 <1016>

1771, III 10 <1007>

1771, III 10 <1016>

1771, IV <1009>

1771, IV 10 <1008>

1771, Ende IV <1010>

1771, V 5 <1012>

1771, V 23 <465>

1771, Ende V <468>

1771, Ende V <1010>

1771, VI 12 <1019>

1771, VI 28 <1012>

1771, VI 29 <1012>

1771, VII <468>

1771, VIII 8 <1011>

1771, X 28 <467>

1772, V 24 <410>

1772, V 26 <410>

1772, VIII 26 <1021>

1772, XII 17 <1022>

1773, III 7 <1024>

1773, V <470>

1773, XI 15 <471>

1773, XI 22 <1026>

1773, XII 10 <474>

1774–1776 <484>

1774, I 24 <1027>

1774, II <473>

1774, II 9 <1028>

1774, II 16 <472>

1774, IV 20 <1029>

1774, VI 20 <475>

1774, VI 30 <1030>

1774, VIII 9 <1031>

1774, XI 17 <1032>

1775, I 3 <1033>

1775, III 19 <1034>

1775, vor IV 16 <476>

1775, IV 27 <1035>

1775, VI <478>

1775, VI 9 <477>

1775, Ende VII <478>

1775, VIII 3 <1036>


[Ab hier Johannes Hermann Schwieren]

1775, X 17 <A4>

1775, X 17 <A8>

1776, I 27 <479>

1776, I 28 <479>

1776, II 6 <479>

1776, IV 7 <480>

1776, V 11 <481>

1776, VII 8 <482>

1776, VII 15 <484>

1776, IX 24 <483>

1777, I 16 <486>

1777, III 18 <488>

1777, IV <485>

1777, V 26–VI 25 <487>

1781, VIII 27 <490>

1782, IX 6 <A13>

1782, IX 8 <A14>

1782, X 24 <A15>

1783, III 16 <A16>

1784 <492>

1784 <493>

1784, IV 15 <491>

1785 <1039>

1785, V 14 <A17>

1785, V 16 <489>

1785, V 19 <A17>

1785, V 23 <A17>

1788, III 23 <151>

1788, X 1 <1037>

1789, I 30 <A18>

1789, VI 21 <1037>

1789, VI 22 <1037>

1792, I 26 <1038>

1792, I 26 <1040>

1792, I 27 <1038>

1792, I 29 <494>

1792, I 30 <494>

1792, I 30 <1040>

1792, II 1 <1040>

1792, II 6 <1040>

1792, III 12 <494>

1792, III 12 <1040>

1792, III 22 <1040>

1792, VI 27 <494>

1792, VI 27 <1040>

1792, IX 9 <1040>

1792, XII 15 <494>

1792, XII 15 <1040>

1793, I 23 <1041>

1793, I 25 <1041>

1793, II 2 <1042>

1793, II 3 <1042>

1793, II 3 <1043>

1793, II 4 <1044>

1793, II 6 <1045>

1793, II 26 <1046>

1793, II 28 <1047>

1793, III 1 <1047>

1793, IV 4–VII 30 <500>

1793, IV 4–V 13 <495>

1793, V 27–VI 14 <495>

1793, Hbst.–1794, Anfg.<1052>

1793, Herbst <501>

1793, IX 27–XI 14 <495>

1793, XI <1037>

1793, XI 15 <497>

1793, XI 15 <1048>

1793, XI 18 <495>

1794 <501>

1794, III–IV <1052>

1794, III 28 <1049>

1794, III 29 <1049>

1794, Ende III <1052>

1794, IV 1 <498>

1794, IV 4–VII 30 <1051>

1794, IV 14 <1053>

1794, (IV?) 18 <1050>

1794, (IV?) 19 <1050>

1794, IV 19 <1053>

1794, IV 20 <1052>

1794, IV 24 <499>

1794, V 28 <1054>

1794, V 29 <1054>

1794, V 30 <1054>

1794, VI 26 <1054>

1794, VII 2 <1055>

1794, VII 13 <1056>

1794, VII 22 <1055>

1794, IX <1055>

1794, IX 6 <1057>

1794, IX 11 <1057>

1794, IX 12 <1058>

1794, IX 21 <1058>

1794, X 5 <503>

1794, X 5 <1166>

1794, X 7 <503>

1794, X 8 <503>

1795 <502>

1795, (?) 17–18 <1059>

1795, I 27 <504>

1795, I 29 <504>

1795, I 29 <505>

1795, II 1 <504>

1795, II 5 <504>

1795, nach VIII 6 <A19>

1796, II 24 <508>

1796, II 29 <508>

1796, II 29–III 2 <508>

1796, III 14 <506>

1796, III 17 <507>

1796, XII 8 <1060>

1796, XII 9 <1060>

1797, X 28 <1061>

1797, XI 4 <1061>

1797, XI 20 <1061>

1797, XII 14 <1062>

1797, nach XII 14 <1063>

1798, Anfang <1065>

1798, I 15 <1064>

1798, III 24 <1065>

1798, V 30 <1067>

1798, V 31 <1067>

1798, VI 1 <1067>

1798, VI 28 <1068>

1798, VII 1 <1068>

1798, XII 15 <1069>

1799 <1066>

1799, I 2 <1070>

1799, I 28 <1070>

1799, I 29–30 <1070>

1799, I 31 <1070>

1799, II 1 <1070>

1799, II 4 <1070>

1799, II 21–22 <1072>

1799, II 25 <1070>

1799, II 26 <1070>

1799, II 28 <1071>

1799, IV 7 <1075>

1799, V 31 <1073>

1799, IX 26 <1074>

1799, X <1074>

1799, X 18 <1076>

1799, XI 18 <1077>

1799, XII 22–23 <1078>

1800, I 5–6 <1078>

1800, IV 22 <1079>

1800, VI 3 <1080>

1800, IX <1081>

1800, X <1082>

1800, X 26 <1082>

1801, III 26 <1083>

1801, III 28 <1083>

1801, III 31 <1083>

1801, IV 15 <1084>

1801, IV 16 <1084>

1801, IV 16 <A20>

1801, nach IV 16 <1085>

1801, VII 1 <1084>

1801, VII 18 <A20>

1801, IX 29 <1086>

1801, XI 5 <1086>

1801, XII 10 <1087>

1802 <1096>

1802, V 11 <1088>

1802, V 15–16 <1089>

1802, VI <1089>

1802, VI 25 <1090>

1802, IX 4 <1091>

1802, IX 13 <1091>

1802, X 2 <1091>

1803, IX 24–25 <1092>

1804 <1096>

1804, V 15 <1093>

1804, V 16 <1094>

1804, V 16 <1095>

1804, V 29 <1095>

1804, XII 22 <1097>

1805, I 2 <1098>

1805, I 20 <1099>

1805, IV 17 <1100>

1805, V 8 <1100>

1805, IX 13 <1101>

1805, IX 13 <1102>

1806, I 24 <1103>

1806, I 26 <1103>

1806, II <1104>

1806, II 26 <1104>

1806, III 21 <1105>

1806, V 10 <1106>

1806, VI 5 <1107>

1806, VI 11 <1108>

1806, VII 1 <1108>

1806, VII 2 <1108>

1806, VII 9 <1108>

1806, VIII 2 <1108>

1806, VIII 8 <1108>

1807, I 1 <1109>

1807, II 10 <1111>

1807, II 13 <1110>

1807, II 13 <1112>

1807, III 1 <1112>

1807, III 15 <1118>

1807, V 7 <1114>

1807, Ende IX–Ende X <1115>

1808, I 12–14 <1116>

1808, III <1117>

1809 <1117>

1809, I 27 <1118>

1809, I 28 <1118>

1809, V 16 <1119>

1809, XII 22 <1120>

1809, XII 27 <1120>

1810, I 12 <1122>

1810, I 19 <1122>

1810, I 21 <1122>

1810, II <1121>

1810, II 14 <1122>

1810, Okt. 5–Ende Dez. <1124>

1810, vor X 19 <1123>

1810, X 19 <1123>

1810, XII 28 <1125>

1811, I 8–9 <1125>

1811, I 10 <1125>

1811, I 11 <1125>

1811, I 12 <1125>

1811, I 14 <1125>

1811, I 15 <1125>

1811, Frühjahr <1139>

1811, IV 9 <1126>

1811, V 26 <1127>

1811, V 30 <1127>

1811, VI 23 <1128>

1811, VI 24 <1128>

1811, VII 2 <1128>

1811, VII 16 <1128>

1811, VII 24 <1129>

1811, X <1130>

1811, XI <1131>

1812, Anfang <1134>

1812, II 25 <1132>

1812, III 26 <1132>

1812, IV 3 <1133>

1812, Frühjahr <1135>

1812, IV 23 <1135>

1812, IV 24 <1135>

1812, V 4 <1136>

1812, VI <1136>

1812, XI 16 <1136>

1812, XII 4 <1137>

1813 <1140>

1813 <1174>

1813, VI 3 <1138>

1813, X 31 <1141>

1813, XI 3 <1142>

1813, XII 2 <1143>

1814, I 13 <1144>

1814, I 14 <1144>

1814, I 15 <1144>

1814, I 16 <1144>

1814, II 11 <1145>

1814, nach II 11 <1146>

1814, III 9 <1149>

1814, III 10 <1147>

1814, III 11 <1148>

1814, III 27 <1152>

1814, IV 8 <1150>

1814, IV 10–11 <1151>

1814, XI 18 <1153>

1815, IV 10 <1154>

1815, IV 11 <1155>

1815, VI 29 <1156>

1816 <1156>

1816, V–VI <1158>

1816, VI 12 <1157>

1816, VI 27–VII 20 <1160>

1816, VII <1159>

1816, VII 7 <1158>

1816, VII 8 <1158>

1816, VII 11 <1158>

1816, VII 13 <1159>

1816, VII 14 <1158>

1816, VII 21 <1160>

1816, IX <1159>

1816, IX 7 <1160>

1816, IX 9 <1161>

1816, IX 15 <1161>

1816, X 12 <1162>

1817 <1164>

1817 <1167>

1817, III 13 <1163>

1817, III 15 <1163>

1817, VI <1165>

1817, VII 1 <1164>

1817, VII 2 <1164>

1817, VII 3 <1164>

1817, VII 10 <1164>

1817, VII 13 <1165>

1818, V 15 <1166>

1818, Ende <1166>

1819, XII 25 <1168>

1819, XII 26 <1168>

1820, Anfang I <1169>

1820, I 20 <1169>

1820, I 24 <1169>

1820, XII 31 <1170>

1821 <1171>

1821, I 1 <1170>

1821, I 6 <1170>

1821, I 7 <1170>

1821, I 8 <1170>

1821, XII 26 <1172>

1822, V 26 <1172>

1822, vor Pfingsten <1173>

1822, VI <1173>

1822, VI 16 <1174>

1822, VI 20 <1173>

1822, VII 9–16 <1174>

1822, VII 11 <1174>

1822, VII 22 <1174>

1822, Anfang VII <1173>

1822, VII 8 <1173>

1822, VII 9 <1173>

1822, VII 9–20 <1173>

1822, XI 1 <1175>

1822, nach XI 1 <1175>

1823, I 9 <1176>

1823, I 30–31 <1177>


Wichtige Übersichten

Zonser Amtsträger 1730–1825

Die folgende Liste basiert hauptsächlich auf den Angaben in der Monographie von A. Hansmann (1973), wo sich noch zahlreiche weitere Funktionsträger aufgelistet finden. Zum Teil sind diese Listen hier anhand weiterer Quellen wie der Kirchenbücher, der Domkapitelsprotokolle usw. korrigiert und ergänzt. Die hier erstmals abgedruckten Listen der Schöffen und Ratsherren basieren vor allem auf den Schwieren-Autografen, den Kirchen- und den Gerichtsprotokollbüchern. Sie können hier nur als grobe Orientierung dienen und sind anhand weiterer geeigneter Quellen zu ergänzen.


Pfarrer

1727–1738 Leonhard Marx

1738–1753 Beda Groten

1753–1760 Damian Cremer

1760–1762 Martin Rheden

1762–1785 Ferdinand Bodifé

1785–1801 Beda Cleven

1801–1826 Gereon Joseph Löhr


Amtsleute

1731–1748 Graf Johann Karl Philipp von Fugger in Kirchberg

1748–1756 Graf Joseph Maria Sigismund von Königsegg Rotenfels

1756–1761 Graf Maximilian Friedrich von Königsegg Rotenfels

1761–1786 Graf Joseph Karl Wunibald Erbtruchsess von Zeil Wurzach

1786–1796 Graf Karl Aloysius von Königsegg Rotenfels

1796– Ernst von Königsegg Aulendorf


Schultheißen

1679–1733 Georg Matthias Nolden

1726–1745 Johann Georg Mappius

1745–(1750?) Lic. Klein (Verwalter)

1750–1780 Franz Bernhard Mappius

1780–1792 Peter Josef Mappius

1793–(1795) Franz Aldenhoven


Gerichtsschreiber

1728–1737 Martin Aldenhoven

1737–1755 Johannes Peter Schullmeister

1755–1799 Johannes Eberle


Schöffen

(1714)–1743 Johannes Päffgens

(1729)–1737 Peter Nolden

(1729)–1762 Lorenz Häring

(1730)–1737 Jakob Schieffer

(1731)–1744 Heinrich Titz

(1735)–1754 Johannes Peter Schullmeister

(1736)–1737 Johannes Heinrich Mey

1737–1753 Heinrich Schülgen

1737–1748 Johannes Wilhelm Dahl

1737–1757 Reiner Umblauff

–1740 Georg Sigismund Münchrath

1745–1764 Lambert Braun

1745–1756 Hermann Hugo

(1749)–(1770) Werner Boes

1754–1757 Johannes Mathias Aldenhoven

1754–1765 Johannes Ferdinand Lieb

1756–1799 Johannes Eberle

1757–1800 Wilhelm Assenmacher

1761–1779 Johannes Beyer

1763–(1797) Jacob Füngeling

1767–1791 Georg Cönen

1767–(1780) Franz Bernhard Mappius

(1774)–(1797) Wilhelm Schmitz

(1780)–(1783) Heinrich Boes

(1786)–(1797) Josef Hugo

1782–1791 Johannes Schmitz


Ratsherren

(1735) Heinrich Schmitz

(1735) Reiner Schmitz

–1740 Georg Münchrath

1740–1754 Johannes Mathias Aldenhoven

(1744) Wilhelm Sand

–1746 Engelbert Stelzmann

–1748 Heinrich Scheuss

–1748 Johannes Frohn

1748–1749 Michael Arnoldsweiler

1748–(1768) Lambert Flehn

(1750)–1757 Wilhelm Assenmacher

(1750)–1758 Wilhelm Sand

(1750)–(1774) Johannes Georg Schimmelpfennig

(1750)–1765 Heinrich Schmitz

1750–1775 Johannes Peter Schwieren

1754–1770 Heinrich Assenmacher

1757–(1774) Johannes Schlebusch

1758–(1792) Adam Schneider

1765–(1775) Wilhelm Schmitz

(1770)–(1781) Albert Scheuermann


Zöllner

1727–1756 Hubert Wiesen

(1751)–1799 August Wiesen


Beseher

1726–1743 Alexander Steverts

1743–1760 Cornelius de Bruin

1758–1795 Johann de Bruin

1795–1799 Johann Wilhelm Fischer


Kontrolleure

(1726) –1767 Heribert Entenich

1758–1799 Hieronymus Bertram Heribert Steverts (seit 1758 Adjunkt)


Nachgänger

1726–1742 Conrad Spelt

1745 (?)–1785 Heinrich Anton Spelt

1770–1785 Franz Karl Spelt

1785–(1797) Johann Theodor Lenders


Erläuterungen von Begriffen und Redewendungen

7 Fußfäll = um 1665/66 angelegter Prozessionsweg mit 7 Stationen um Zons, eine davon das noch heute als Nachfolgebau des 19. Jahrhunderts existente "Rochushäuschen" am Weg von Dormagen nach Stürzelberg (Rochusweg)[718]; das Gebet an den Bildstöcken oder Kreuzen, die den verschiedenen Stationen der Passion Christi gewidmet waren, sollte einem Sterbenden in der Familie oder in der Nachbarschaft zu einem leichteren Übergang verhelfen[719]

Ab ante rationibus = gemäß altem Recht

Abbas = Abt

Abbawen = Abbau, Abtragung

Abbettung = Abbitte, Bitte um Vergebung eines Fehlers

Abforderaschierung = Hinwegnahme von Lebensmitteln, hier vor allem Feldfrüchte, auch Stroh für die Pferde (Furage = Truppenverpflegung)

abfuit = er/sie ist abwesend gewesen

abgetrotten = abgetreten, fortgegangen

Abhang, Abhenge = Dach(flächen)

abivit = er ist fortgegangen

abscheren = abschneiden

absentes = Abwesende

absque = außer, ausgenommen

abstrahendo = abgesehen/unabhängig von der Frage, (ob)

Abthuung = Abschluss

accediret = (bittend) angetragen

accepit = er/sie hat angenommen

Accies = Akzise: städtische Verbrauchssteuer, vor allem auf Lebensmittel (Bier, Wein, Brot etc.), auch Steuer auf die Produktion im Handwerk[720]

Acciesheber = Person, die für den Einzug der Akzise zuständig war. Er musste über die Einnahmen eine Rechnung führen und ablegen; das Amt wurde meistbietend verpachtet und war schon von daher eine wichtige städtische Einnahmequelle

Accort(h) = Akkord: Stücklohn

Achen = Stadt Aachen

Achß = Achse

AciesAccies

acortirtveraccordirt

actum = gehandelt

ad 6 Schillingen = zu 6 Schillinge

ad gloriam Dei Joan Lehr me fecit' = zur Ehre Gottes hat Johannes Lehr mich geschaffen

ad libitum = nach Belieben

ad locum unde = zurück

ad protocollum = zu Protokoll

ad senatum = zum Magistrat

ad votandum = zur Stimmabgabe

adfuit = er ist anwesend gewesen

adhaerentes = Anhänger

adhibirt = hinzugezogen

adjunctum = Gehilfe, auch: Anhang

adolescens = Jüngling (unverheiratet)

advisiren = (auf etwas) aufmerksam machen, benachrichtigen

Advocaten = Rechtsanwälte

aedili = (unter dem) ⇒ Kirchmeister

Ärtäpfel, ÄrdepfenErtaepffel(en)

Äst, Ästen = Esse: Feuerherd, Schornstein

Agent = Agenda: gottesdienstliches Formelbuch

Agenter(e)y = Günstlingswirtschaft; der Agent besorgte keine öffentlichen, sondern nur Privatgeschäfte

Ahl = Aal

Ahm(en) = Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

(Korn-) Ahr(en) = (Korn-) Ähre(n)

Albus = Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

alda = (genau) dort

alias locus communis sensim sine sensu ejusdem juris particularis et privativi werden = oder (auch genannt) Gemeindeplatz allmählich, ohne dass dies wahrgenommen wird, eine Sache des rechtmäßigen Teil- und Privateigentums werden (dürfte)

"Alles meinem Gott zu Ehren" = allgemeiner Eingangs-Messgesang

alsoforth = unverzüglich

alternative = abwechselnd

alterniren = abwechseln, einander ablösen

Ambt = Amt: Verwaltungsbezirk, ursprünglich der Sprengel eines niederen Landgerichts; das Amt Zons z.B. umfasste neben der eigentlichen Festung Zons auch Stürzelberg und einen Teil von Horrem

Ambtherr = Amtsherr oder Amtmann: ein vom Landesherrn, in Zons vom Domkapitel eingesetzter besoldeter Beamter (Gerichtswesen und Verwaltung); er leitete das ⇒ Herrengeding und hielt das ⇒ Brüchtenverhör ab; in Zons handelte es sich im 18. Jahrhundert hauptsächlich um Domherren aus dem süddeutschen Hochadel[721]

Ambtsverwalter = vom Amtmann (⇒ Ambtherr) mit der Ausübung der Amtsgeschäfte betraute Person

anbragt = benachrichtigt, mitgeteilt

Anbringer = Hinweisgeber, Zeuge

ancilla = Magd

im Ancker[ß-Hoff] = Schankwirtschaft (und Brauerei) in der Zonser Rheinstraße, um 1832 für einen Neubau abgerissen[722], heute Standort des Hauses Rheinstraße 4

Andt = Ende

Andung = Ahndung

angestiefft = angestiftet

Anhalten = hier: der am Heu anhaftende Dreck

anhero = bisher

anno = im Jahr

anno currente = diesen (laufenden) Jahres

Annotation, Annotatio = Aufzeichnung

annotirt = annotiert: aufgezeichnet

annue = alljährlich, von Jahr zu Jahr

pro annum = jährlich

Annus habet menses 12 = das Jahr hat 12 Monate

Antecessor(es) = Vorgänger

Antiphon = liturgischer Wechselgesang

Sancti Antonii Hillgen-Häußgen ⇒ St. Thönes-Häußgen

Antzel = Anstel, Gemeinde Rommerskirchen, Rhein-Kreis Neuss

Anzöpfflichkeiten = von anzapfen: mit anzüglichen Worten auf jemanden zielen, jemanden mit Sticheleien anzapfen

aparte = apart: gesondert, getrennt

St. Aperen-Kloster = ehemaliges dem hl. Aper geweihtes Zisterzienserinnenkloster an der Ehrenstraße in Köln, im Zuge der Säkularisation 1802 aufgehoben; die Gebäude sind nicht mehr erhalten[723]

Appell = Appellations-, Berufungsschreiben

Arensberg, Arentzberg = Stadt Arnsberg, Hochsauerlandkreis

aretirt = arretiert: angehalten

Arme-Provisor = ehrenamtlicher Verwalter der Armengelder (Gelder zur Unterstützung Bedürftiger); über die Verwendung der Geld- und Sachzuwendungen – Gelder wurden auch gegen Zinsen zugunsten der Armen verliehen – musste Rechnung geführt werden

Armen-StockOpffer

Arntzeit = Erntezeit

Arrestant = Gefangener

arrestirt = verhaftet, weggesperrt

ArtäpfelErtaepffel(en)

Artlanth = Ackerland und Weideflächen

Asche(n) = Achse(n) (zum Aufhängen der Kirchenglocken)

Asperg = Aspergill: Weihwasserwedel

Attollere(y) = Artillerie: Truppengattung mit meist schweren Geschützen

auffgetahn = angegeben

Auffschläge = bei Uniformen wurde der Stoff der Ärmel über dem Handgelenk umgeschlagen, so dass das bunte Futter zum Vorschein kam

auffwarths gezogen = aufwärts gezogen, den Rhein hinauf, also in südliche Richtung

Ausburch = Stadt Augsburg

ausgelehnet = verpachtet

ausgestochen, ausgesteckt = durch Holzpfähle markiert

ausgetreschen = ausgedroschen

ausgeweyet = ausgewichen, aus der Fuge geraten

ausheimisch, ausstättisch = auswärts

ausweis = ausweislich

"Ave Maria gratia plena" = nach dem "Ave Maria", dem verbreitetsten Mariengebet

Baal = (Fest-) Ball

Bagasche, Bagage = Gepäck, Tross

Bänck = Bänke

BärmBerm

Bahr = Bahre

Balbierer = Barbier: Bartscherer, Friseur, in der Frühneuzeit häufig auch auf medizinischem Gebiet tätig

Balcheimer Weg = Balgheimer Weg, ehemaliger Weg, der von der heutigen Zonser Aldenhovenstraße abzweigte und zum ehemaligen Balgheimer Hof nahe Straberg führte[724]

Bareeth = Barett oder Birett: baskenmützenartige Kopfbedeckung, Rangabzeichen und allgemeiner Bestandteil der klerikalen Amtstracht

BarmBerm

Batailion = Bataillon, Truppenverband aus mehreren Kompanien

Batzen = mundartlich für Oberschenkel

Baumberg = Baumberg, Stadtteil von Monheim, Kreis Mettmann, rechtsrheinisch

Baumnüß = Walnüsse (Juglans regia)

Baumöhl = Olivenöl

Bausch(en) = Bündel

baus(s)en = außerhalb

Baw = Abbau, Ernte

Beckeren = Bäcker

Beckers-Kämmergen, -Kämmerchen = Gefängnis im Torturm des Zonser Schlosses, wohl die kleine vergitterte Kammer im Erdgeschoss neben der Tordurchfahrt, die ursprünglich der Torwächter benutzt hatte; der Name dürfte auf den Familiennamen eines ehemaligen Schlosssoldaten namens Georg Becker zurückgehen[725]

Bedingnus = Bedingung

Befelch(er) = Befehl(e), Verordnung(en)

begnadiget = beschenkt

Begräbnus = Begräbnis

begrieffen = festgehalten

beheute = behüte

Behueff = Zweck

zu behuff = zwecks

Beinhäußgen = kleines Gebäude zur Aufbewahrung der ausgegrabenen Totengebeine; in Zons befand sich das "Beinhäuschen" in der südöstlichen Ecke des Kirchhofs[726]

Belch = Bälge der Kirchenorgel (zur Erzeugung des Luftstroms für das Pfeifenwerk)

Beletter = Einquartierungszettel (Billet); sie legten bei Truppeneinmärschen fest, wie viele Söldner in den jeweiligen Häusern unterzubrigen waren

Belettirung = das Ausfüllen von Einquartierungszetteln (⇒ Beletter)

bemelte = genannte, erwähnte

Benden = Heuwiesen; in Zons befanden sich ausgedehntere Benden (Flurnamen "Zonser Benden", "Herrenbenden", "Galgenbenden") in der Altrheinniederung zwischen Zons und Dormagen an der heutigen Aldenhovenstraße

Benedicamus = "Benedicamus Domino" (Entlassungsruf), wörtlich: "Lasst uns den Herrn loben"; heute üblich: "Dank sei Gott, dem Herrn"

benedicirt = gesegnet

Benediction = Segen, Segnung

BenhdenBenden

Benrath = Stadtteil von Düsseldorf, gegenüber Zons-Stürzelberg auf der rechten Rheinseite

Berchheim = Stadt Bergheim, Erftkreis

im Bergischen = im Herzogtum Berg

berichten = die Beichte abnehmen

Berm Hew = Heuschober, Haufen Heu

besähmen = säen

besähnt = besät

Beseher, Bescheher = Zollbeseher: einer der vier Zollbeamten (⇒ Zollbeambte); er besah die Schiffsfracht, wie auch der Kontrolleur (⇒ Controleur) und ⇒ Nachgänger, woraufhin die Zollgebühr berechnet wurde

Bestech = Besteck

betaget = vorgeladen

Betbur-Riferscheit = Stadt Bedburg, Erftkreis; der zweite Namensteil bezieht sich auf das dort ansässige Geschlecht der Herren von Reifferscheidt

Beth = Bett

BethburBettbürdick

Bethlehem = bei Bergheim, Erftkreis gelegenes Franziskanerkloster; Ende des 16. Jahrhunderts begann im sogenannten Bethlehemer Wald die Verehrung des Gnadenbildes Mater Dolorosa (Schmerzhafte Mutter); das Franziskanerkloster wurde 1636 gegründet und 1803 aufgehoben; das Gnadenbild befindet sich seitdem in der Bergheimer Pfarrkirche St. Remigius[727]

betrubte KranckheitWasserscheu

Bettbürdick = Bedburdyck, Gemeinde Jüchen, Rhein-Kreis Neuss

sich betten = beten

Beuro = Büro

bewagt = bewacht

bewahren = bewachen, überwachen

Bilck = Bilk, Stadtteil von Düsseldorf, rechsrheinisch

am Bildenstöckelgen = verschwundener Bildstock am Rhein, Standort unklar

BiletterBeletter

Bilten-Stöcklein = Bildstock

Blätzen = Stellen

Blaffert(en) = Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Blath = der in Längsrichtung unter dem Meiler (Mauerziegelofen) verlaufende Feuerkanal; auch das Schreibpapier

blawe Frantzosen = blaue Franzosen (auf die Uniform bezogen)

Bleichart = Wein von blasser Farbe

Bleichplatz = Platz zur Wäschebleiche

Blessierte = Verwundete (frz. blesser = verletzen)

BletterBeletter

Bley = hier: die den Dachfirst bedeckenden Bleiplatten

Bleye-Kallen = Dach- oder Regenrinne aus Blei

Bloch = schwerer, ungespaltener Holzstamm, hier: Art der Last oder Abgabe (nicht näher bekannt), die auf einem Grundstück oder Gebäude ruht

bloe = blaue

Blüh = Blüten

Blumen-Scheffer = Blumen-Schaff(t): Gestell für Topfblumen (am Fenster)

bluthrüstig = blutrünstig

Bönsche = Bonner

Bohr = Bohrer

Borth, Bordt = Holzbretter

Bosselar = Boslar, Stadt Linnich, Kreis Düren

Bottmässigkeit = Befehlsgewalt, Herrschaft

Brabäntische Cron = Krone aus Brabant, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Bräwer = Brauer

Brahden = Braten

Branth = Brand, auch: Brennmaterial

Braww(e)iler(ensis) = Benediktinerabtei St. Nikolaus Brauweiler (Stadt Pulheim, Erftkreis), 1802 aufgehoben; 1361 wurde die Zonser Pfarrkirche dort inkorporiert und gleichzeitig festgelegt, dass nur Mönche von Brauweiler Pfarrer in Zons werden sollten; sie wurden durch die dortigen Äbte und Offizialen ernannt und eingesetzt

Brawweiler Hoff = Hof der Benediktinerabtei Brauweiler in der Straße "Burgmauer" in Köln; er wurde in den 1890er Jahren abgerissen

Bredder = Bretter

Brennes = Backhaus

Breuhauß = Brauhaus

brewen = (Bier) brauen

St. Brigitae-Kirch = ehemalige, der hl. Brigida geweihte Kölner Pfarrkirche, 1803 durch die französische Verwaltung geschlossen und 1805–1824 niedergelegt; sie befand sich neben Groß-St. Martin (am heutigen "Brigittengässchen")[728]; die nordirische Heilige Brigitta von Kildare war u.a. Patronin der Kühe und des Viehs[729]

Brill = Brille

Britzelen = Brezeln

Bröt(h)ger = Brötchen

Brott = Gesinde

Brudermeister = Person, die sich um die (religiösen) Belange einer Bruderschaft kümmerte; zugleich war er häufig für die Bruderschaftseinnahmen und ausgaben zuständig und führte die Jahresrechnungen[730]

Brüchten (-Verhör) = Brüchte waren Vergehen, die im öffentlichen Brüchtenverhör unter Vorsitz des Amtmanns oder seines Stellvertreters (Kommissars) abgeurteilt wurden, wobei in der Regel Geld- oder alternativ Wachsstrafen (Abgabe einer bestimmten Menge Wachs) festgesetzt wurden; das Brüchtenverhör fand häufig im Anschluss an das ⇒ Herrengeding statt

Brück = Brücke

Bruell, Brüell = Stadt Brühl, Erftkreis, mit dem kurfürstlichen Schloss Augustusburg

Büdden, Büthen = Fass, Zuber, Wanne

Bürde = ein großes Bündel (z.B. Weizen)

(Hauß) Bürgell = Haus Bürgel, rechtsrheinisch (bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts linksrheinisch) im Altrheinbogen gegenüber Zons, zwischen Baumberg und Urdenbach, auf ein spätrömisches Kastell zurückgehender Gutshof mit einer dem heiligen Maternus geweihten Kirche, bis zur Erhebung der Martinskapelle in Zons zur Pfarrkirche 1593 Mutterkirche von Zons; eine enge kirchliche Beziehung zwischen Zons und Bürgel blieb noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts bestehen – regelmäßig zog eine Prozession von Zons dorthin zur Abholung und Segnung des Weihwassers; erst 1841 wurde die Pfarrei endgültig aufgehoben[731]

Bürgelt, Bürgeltgelt = Bürgergeld, musste neben der Ableistung des Bürgereides (⇒ Bürger-Eyt) zur Erlangung des Bürgerrechts und damit zur Teilnahme an den Gemeindenutzungen bezahlt werden; das Bürgergeld wurde je nach Vermögenslage des Aufzunehmenden bemessen und konnte auch in Naturalien abgeleistet werden oder wurde in besonderen Fällen sogar erlassen

Bürgen = Bürger

zum Bürger gestehlt = zum Bürgen gestellt

Bürger-Eyt = Bürgereid, musste zur Erlangung des Bürgerrechts und der damit verbundenen Teilnahme an den Gemeindenutzungen geschworen werden, daneben war die Zahlung des Bürgergeldes (⇒ Bürgelt) notwendig

BürgerdingBürgergeding

Bürgerfahne = die gesamte Bürgerschaft bildete nach außen eine Art Korporation, die z.B. beim Empfang hoher Persönlichkeiten zusammentrat und sich hier mit Waffen wie auch mit einer eigenen Fahne präsentierte; diese Korporation hatte militärischen Charakter, da mit dem Bürgerrecht die Pflicht zur Bewachung und Verteidigung der Stadt verbunden war

Bürgergeding = Versammlung der Bürger unter Vorsitz des Bürgermeisters zur Bekanntgabe, Beratung und Beschlussfassung über neue Gesetze und Verordnungen, insbesondere hinsichtlich der bürgerlichen Rechte und Pflichten; evtl. wurden hier auch noch im 18. Jahrhundert kleinere Vergehen abgeurteilt

bürgerlicher Glockenschall, Bürger-Klock = Glocke auf der Pfarrkirche zum Zusammenrufen der Bürger

BüschbücherBüschrechnung

Büschrechnung = vom Bürgermeister geführte Rechnung über die Pacht- und sonstige Einnahmen (Holzschlag und Vieheintrieb) aus dem ⇒ Stüttger Busch; Grundlage für die regelmäßigen Erhebungen waren die im "Buschbuch" verzeichneten Pächter und Parzellen

Büschweeg = Buschweg: ehemaliger Weg von Zons zum namengebenden Stüttger Busch, dessen Verlauf teils noch in der heutigen Stürzelberger Straße erhalten geblieben ist[732]

Büthgen = Büttgen, Stadt Kaarst, Rhein-Kreis Neuss

Burchert = Flurname östlich von Rheinfeld (⇒ Rheinfelt), in dem Areal befindet sich heute die Mülldeponie

BurgergedingBürgergeding

Burggrieff = Burggraf

Busch = ohne Zusatz ⇒ Stüt(t)ger Busch

Buschförster = siehe Stüt(t)ger Busch

Bußherren = Bußprediger: zur Buße mahnende Prediger, die zur Erhöhung der Wirkung häufig auch Selbstgeißelungen durchführten; als Volksmissionen lange erhalten geblieben

Butscheid = Stadt Burscheid, Rheinisch Bergischer Kreis

Caetera et particularia dabit praesentia civium = Zu den übrigen Dingen und Einzelheiten wird eine Bürgerversammlung (schon) das Ihrige beitragen können

Camein = Kamine

Camesahl = Kamisol: langes Unterhemd

Caminorum VisitatioVisitatio Caminorum

Camissen = Sekretär, Schreiber (frz. Commis)

Cammeren = Kammern: kleine Geschütze, auch Kanonenschläge

campieret = das Lager aufgeschlagen

Canonicus = Kanoniker, Dom- oder Stiftsherr

CantertKanter Käß

Cant(h)or = Schreibstube, Faktorei (frz.: comptoir)

Cantzel = Kanzel (in der Kirche), diente nicht nur zur Predigt, sondern auch der Bekanntmachung von Verordnungen, Zusammenkünften etc.

Capell = Kapelle

CapellanSacellan(us)

Capitäin, Capitain = Kompaniechef

Thumb-Capitul = Domkapitel

Capitul Sancti Andreae = das Kölner St. Andreas-Kapitel bzw. -Stift

Illustrissimi Capituli Metropolitani = des sehr angesehenen Metropolitankapitels (⇒ Thumb Capitul)

Carmina = Lieder

Carol(e)in = Karolin, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

cassirt = entlassen, des Amtes enthoben

Casull = Kasel, Messgewand

Capitain = Hauptmann, Anführer einer Kompagnie

Caton = Kattun, Baumwolle

cel(l)erarius = Kellerer, Kellner: Beamter zur Beaufsichtigung und Verwaltung der Einkünfte aus Domänen (⇒ Domän), Steuern und sonstigen Gefällen (Wirtschaftsverwalter); hier häufig der Offizial des Klosters Brauweiler

Centner = Zentner, Gewichtseinheit, s. Münzen, Maße und Gewichte

certum est = dies ist mein Beschluss

ChandarmStandarmen

Charten-Spill = Kartenspiel

Chor = Gruppe von Sängern (Kirchenchor), auch der Chorraum der Kirche, entweder unmittelbar vor oder auf einer Empore gegenüber dem Altarraum; der Chorraum war gegenüber den allgemein zugänglichen Teilen der Kirche häufig durch Chorschranken oder -gitter abgegrenzt (⇒ Letter)

Chorbischof = Choraufseher des Domkapitels, zuständig für Ritualwesen und Liturgie

Chorhutt = Churhut: mit Hermelin ausgeschlagener roter Hut als Zeichen der kurfürstlichen Würde

Chori Socii = die (Kirchen-) Chormitglieder

Chorwächter, ChurwächterKuhrwächter

christliche Lehr = Predigt

Ciborium, Ciboria = Ziborium: gedeckter Kelch zur Aufbewahrung der geweihten Hostie

Circul = Gebiet, Bezirk

Citatio(n) = Zitation, Vorladung

citiren = vorladen

citra consequentiam = ohne Folge, nur für einmal

cives, civis = Bürger, des Bürgers

civitas = Bürgerschaft

Cölnisches Lant = Kurköln

Cöllen, Collen = Köln

Coleuren = Farben

Collect = kurzes Amtsgebet des Priesters in der Messe, heute Tagesgebet genannt

colligirt = sammelt, zieht zusammen

colludierend = Absprache treffend

Coloniensis = in Köln

Comes = Graf

Commendant = Kommandant, Befehlshaber einer Truppe

Commissarius = Verordneter, Beauftragter

Commissarii Hilgen-Häußgen = unbekanntes Heiligenhäuschen, das dem Namen nach wohl von einem "Commissarius" gestiftet worden ist

Commission = Ausschuss

aus Commission = im Auftrag

commune consilium = wörtlich: (beratende) Versammlung der Bürgerschaft; das ⇒ Bürgergeding

communiciren = mitteilen

Complet = Komplet, Abendgebet

Composition = Schmuck (von lat. compositio)

computiret = zusammenziehen

Concionator = Prediger

conclusum, conclusa = Regelung, Beschluss

concordiren = sich einigen

condemniren = jemanden verurteilen, verdammen

Confert = Zusammenstellung mehrerer Schreiben

confirmir(e)t = bestätigt

Confiscation = Konfiskation, entschädigungslose Enteignung

Confrater = Mitbruder, hier: Ratskollege

Congregatio = Versammlung

Conseil = Stadtrat

consensum = Einigung, Zustimmung

constituiren = jemanden (als Zeugen) bestimmen, vorladen

Consul = Bürgermeister

Consulat = Bürgermeisteramt

Consumation = Verzehr

contentiosa = Bestrebungen, Leidenschaften

continuiret = fortgedauert

Contract = Vertrag, Abmachung

contradictio, Contradiction = Widerspruch

Contribuenten = Abgaben-, Steuerpflichtige

Controleur = Zollkontrolleur: einer der vier Zollbeamten (⇒ Zollbeambte); er untersuchte zusammen mit dem ⇒ Beseher und dem ⇒ Nachgänger die zu verzollenden Waren

Conventio = Zusammenkunft (des Magistrats)

Convention = Vertrag, Übereinkunft

Convocation = das Zusammenrufen

copeylich = abschriftlich, in Kopie

copiam = Kopie, Abschrift

coram = in Gegenwart von, vor

coram omnibus = in Gegenwart aller (Herren)

Cordigath = Kuddegard (von frz. corps du garde): Wachtstube, häufig zugleich Gemeindegefängnis

Cornell = Colonel, Regimentschef, Oberst

Corporal = niederer Unteroffizier, auch: Korporale, Leinentuch als Unterlage für Hostie und Hostienteller

Corporis Christi = Fronleichnam

Cosacen = Kosaken, russisches Militär

creatio = Ernennung, Wahl

Credo = Glaubensbekenntnis, in gesprochener oder gesungener Form Teil der lateinischen Liturgie an Sonntagen und Hochfesten

cre(i)er(e)t = ernannt, gewählt

Creutzwoche = die zweite Woche vor Pfingsten

Crevelt, Crefelt = Stadt Krefeld

Crippen-Commissarius = der Kribben-Kommissar als domkapitularischer Beamter beaufsichtigte die Deichbauarbeiten

die Cron = höchst gelegene Stelle in der Zonser Altstadt; ein Vorgängerbau des heutigen Hauses Hubertusstraße 13 trug diesen Namen[733]

Cron = Krone, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Cronen-Dahler = Kronentaler, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

CudegartCordigath

CüstorCustos

cujus iussu = auf wessen Geheiß, Befehl

cujus loco ivit (fuit) = für den stellvertretend gegangen ist (dabei war)

cum adjunctio = mit Hinzufügung

cum expensis = mit den Gerichtskosten (Expensen)

cum expressione termini = mit Angabe des Termins

cum gratioso subsidio = mit freundlicher (finanzieller) Unterstützung

cum ministris = mit Gehilfen

cum omnibus aliis = mit allen anderen, in Anwesenheit aller anderen

cum refusione expensarum = mit Aufwandsentschädigung

cum termino = mit Frist

Curassierreuhter = Kürassiere, schwere Reiter (mit Brustharnisch)

curirt = kuriert, geheilt

Curpfelsicher = Kurpfälzischer

custos, Custor, custodis = Küster

dafern = insofern

Dag = Dach, auch: der Tag

Dahler (Coranth, Species) = Reichstaler, Kuranttaler, Speciestaler, s. Münzen, Maße und Gewichte

Dahm = Damm

darauffgezelt = hinzugefügt, addiert

datur signum angelicum tertio maxima campana = das Zeichen (Läuten) zum Gebet "Engel des Herrn" wird dreimal mit der größten Glocke gegeben

DauffTauff

de anno = vom Jahr

de festo = aus Anlass des Festes

de nove = neu

de verbo ad verbum = von Wort zu Wort, wörtlich

votis declaratis = abgegebene Stimmen

deductis binis subjectis seu votis passivis = abzüglich der zwei Personen bzw. Nichtwähler

Definitor = Vorsteher eines kleineren Ordensbezirks

Deflorationssache = Fall des vorehelichen Beischlafs

defuncti Consulis = des verstorbenen Bürgermeisters

Delfen = Delhoven, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss

Deliquenten = Delinquenten, Gefangene

dementüren = dementieren, widerrufen

Dennenmarck = Königreich Dänemark

denuo = noch einmal, von neuem

Deputati, Deputirten, Deputandos = Gesandte, auch: Vertreter

der(o)halben = deshalb

des Ents = am Ende, Schluss

desuper = de super: über das Obere (das oben Geschriebene)

Detachement(er) = abgesonderter Trupp Soldaten, Kommando

Deutz = Deutz, Stadt Köln

Dhalen = Rheindahlen, Stadt Mönchengladbach

DheurTheur

Dhiel(l)rath = Delrath, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss

Dicate-Tag = im republikanischen Kalender anstelle des Sonntags eingeführter Ruhetag alle 10 Tage (décadi)

Di(e)ch = Deich

dichen = einen Schutzdamm aufschütten

Dicker Lant = Gebiet der Reichsherrschaft Dyck, im Wesentlichen die heutigen Orte Bedburdyck (Gemeinde Jüchen, Rhein-Kreis Neuss) und Hemmerden (Stadt Grevenbroich, Rhein-Kreis Neuss) umfassend

die Sabbathi = am Samstag

dies = Tage

DiehberathDhiel(l)rath

diemühtig = demütig

Dienst-Kahr = Karren oder Wagen zur Verrichtung der bürgerlichen Dienst-Pflichten

dienstweis = im Rahmen der bürgerlichen Dienstpflichten [Hand- und Spanndienste (Hantdiensten, Schüppen Diensten, Spann-Diensten) für den Grund- oder Landesherrn]; in der Regel waren dies Arbeiten am Rhein (Deichbau), Wegebauangelegenheiten, das Zur-Verfügung-Stellen von Pferden als Vorspann für die Dienstkarren oder -wagen, aber auch der Wachtdienst (⇒ Wachten), das Läuten der Glocke etc.

Dieten = Sitzungs-, Tagegeld (Diäten); auch die Aufwandsentschädigung

Dingbanck = Gerichtsbank: Bank (als feststehender Platz), auf der der Richter oder Schultheiß und die Schöffen Platz nahmen; hier die Gerichtsbank des Holzgedings im ⇒ Stüttger Busch

DioetDieten

disertirt, disendirt = desertiert, entlaufen

disputiret = disputiert, diskutiert, ein Streitgespräch geführt

District = Distrikt, Bezirk

am 10. dito = am 10. desselben Monats

Division = Unterabteilung eines Regiments

Dörn = Dornen

Domän = Domäne: Nationalgut, -besitz im weitesten Sinne, einschließlich besonderer Rechte und Einkünfte (Regalien)

Domestiquen = Gesinde, Diener

DominDomän

Dominica = Sonntag

in Dominica in albis = erster Sonntag nach Ostern

Dominica jubilate = dritter Sonntag nach Ostern

dominicalis = vermutlich der Pater, der am Sonntag den Hauptgottesdienst feierte

"Domino non sum dignus" = Gebet vor Empfang der Kommunion ("Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eintrittst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.")

Dominos sequentes = wörtl. die (einen Ort) aufsuchenden Herren, hier: die die Schornstein-Untersuchung durchführenden Herren

Dominus = Herr (für eine ehrenwerte, angesehene Person)

Dormagen = Dormagen, Rhein-Kreis Neuss

in Dotesnöhten = im Sterben

dott = tot

dott geblieben = gestorben, verunglückt

Dottenkopff = Totenkopf , Bez. für die hannoverischen Husaren

dottgefallen = erschlagen

Douceur = Trinkgeld

Dragoner = leichter Reiter

Dranck = Getränk(e)

Dreckgaß = heutige Museumstraße in Zons

Drinck-Gelach = Trinkgelage

Drinckgelt = Trinkgeld

Druckenheit = Trockenheit, Dürre

drücken = trocken, ausgetrocknet

Drunck Bier = Trunk Bier

Dubeneyer = Taubeneier

Ducaten = Dukat, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

DüppenbeckerTüppenbecker

Dürren = Türen

DuminDomän

duppeln = doppelte

Duwanen = Zollbeamte (frz.: douaniers)

ego = ich

ego accepi pro me = ich habe (für meine Person) erhalten/angenommen

Eiche-Stahlen = junge Eichen-Setzlinge

Eichelskampffs-Patt = Pfad bzw. Weg, der zu einem begrenzten Stück Wald zur Eichelmast führt; über diesen Weg wurden die Schweine zur Mast getrieben[734]

einbelettiretBeletter

eingeliebert = eingefügt

eingeschewret = Getreide eingefahren

eingezohgen = verhaftet

eins werden = sich einigen

Einsassen = Eingesessene

Einsehen = Rüge

einstochen = den Kohleofen befeuern

eligiret = gewählt

eltister = ältester

Elumination, eluminirt = illuminiert, festlich beleuchtet

nach Emaus gehen = noch heute in vielen Pfarreien am Ostermontag üblicher Zug von der Pfarrkirche zu einer Gebetsstätte (in der Regel innerhalb der Pfarrei), wo eine kleine Andacht gehalten wird, in Anlehnung an den Gang der Jünger nach Em(m)aus (Lk 24, 13ff.)

Empfangnüs- = Empfangs-

Engelant = Königreich England

Engergasse = Enggasse, heutige Wiesenstraße in Zons

Ent = Ende

mit entecktem Haubt = mit entblößtem Haupt

eodem = zugleich

eodem anno = im selben Jahr

eodem die = am selben Tag

eodem dito = zur gleichen Zeit

eodem facta reproductis = der ebendort gefertigten Protokolle

Equipagen = Ausrüstungsgegenstände

erat = es war

Erb = Erbe, häufig Wohnerbe; auch der Besitzer eines erblich verliehenen Gutes

Erbgenohmen = Erbnehmer, Erben

Erbpfacht = Erbpacht: erbliche Verleihung eines Grundstücks gegen Zins

Eremit-Bruder = Einsiedler, Eremit; Mönche, die gesondert in besonderen Klosteranlagen (Einsiedelei) lebten, häufig Terziaren der Bettelorden

erga cautionem = gegen Bürgschaft

ergo = daher, also

sich erköhnt = sich erkühnt

Gelt erlegt = Geld entrichtet, bezahlt

ernente = genannte

ersprießlich = nützlich, vorteilhaft

Ertaepffel(en) = Kartoffeln

Ertbebung, Ertbiebung = Erdbeben

erwohlt, erwöhl(e)t = gewählt

Esch = Esch, Stadt Köln

Eschtag = Aschermittwoch

Esser = Achsenmacher, Wagenbauer

et = und

etiam = noch einmal

ex annotatione = aus einer Niederschrift

ex commissione = im Auftrag

ex passione = aus Leidenschaft, auch Wut

ex senatu = aus dem Rat

Examination = Untersuchung, Prüfung

examinir(e)t = befragt, prüfend untersucht

excepto, exceptis = ausgenommen, bis auf

Excescisten = Söldner in der Ausbildungsphase

excluso = unter Ausschluss (von)

excusieren = entschuldigen

excutiren = (zu einer Handlung) zwingen

Executions-Bescheit = Strafbescheid

Exequiae, Exequier = Exequien, Begräbnisfeier, Totenmesse

exhibitum = schriftliche Eingabe bei einer Behörde

expresse = per Eilbote

Extrapost = Sonder-Postkutsche

Extract, Extractum = Extrakt, Auszug, auch Zusammenfassung

Ey = Ei

Eyl = Eile

Eymer = (lederner) Eimer: zur Feuersicherheit musste seit 1737 jeder Zonser Bürger über einen Eimer zum Löschen verfügen (siehe <55>); die Beschaffung eines Eimers bzw. die Zahlung des hierfür notwendigen Geldbetrags wurde zur Erlangung des Bürgerrechts vorausgesetzt

eysene Bänth = Bedeutung unklar

Eythumb = Schwiegervater, -sohn

eytsweis = unter Eid

Ezarin = die (russische) Zarin

facit pro annum = das macht jährlich

facta = getan, durchgeführt

Fahl = Sturz

Fareyen = Pfarreien

Faß = Fass, Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

fast = fest

Fastelabent = Karneval; Donnerstag vor Estomihi (7. Sonntag vor Ostern) bis zum Dienstag danach

Fasten = Fastenzeit vor Ostern (ab dem Aschermittwoch)

Fehl = Holzpfähle, -pfosten

Fehr = Fähre (über den Rhein)

Fehrschall = breiter, platter Fährnachen (Schale)

Feltpforten, Felt-Pfortz = ehemaliges Zonser Feldtor (Westtor), 1841 abgebrochen

Feltscheerer = Wundärzte bei der Armee oder beim Regiment

Feltschütze = Meister der Feldgeschütze

Fendrig, Fenderich = Fähndrich: Unterleutnant; ursprünglich der Fahnenträger der untersten Infanterie- und Kavallerieeinheit (Fähnlein) und Stellvertreter des Hauptmanns, als Unterleutnant hatte er im Wesentlichen nur noch die Aufsicht über die Kranken und versah Ordonanzdienste bei höheren Offizieren

Fenger = Fähnchen (mundartlich "Fähncher")

Ferckesstahl = Schweinestall

Festen = (Stoff-) Fetzen

festo ascensionis = Christi Himmelfahrt (Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern)

festo assumptionisfesto ascensionis

festo assumptionis Beatae Mariae Virginis = 15. August

festo Corporis Christi = Fronleichnam

festo Mathaei = 24. Februar

festo omnium sanctorum = Allerheiligen

festo Petri et Pauli = 29. Juni

festo RemigiiRemigii-Dag

festo Sanctae Crucis = inventio crucis (3. Mai)

festo Sanctissimae Trinitatis = Sonntag nach Pfingsten

festo St. Andreae = 30. November

festo Sti. Joannis = 24. Juni

festo Trinitatisfesto Sanctissimae Trinitatis

Fet(t)menger, Fettmencher, Fetmengens = Fettmännchen, s. Münzen, Maße und Gewichte

Fewr = Feuer

Fewr-Hammer = Schmiedehammer

Feyrtäg = Feiertage

Finster(en) = Fenster

Finsterheit = Dunkelheit, Finsternis

Flätter = (Garten-) Nelken

Wachs-Flambawen = Flambeau, Kerzenleuchter mit Windschutz aus Glas

flegt = pflegt

Fleischbeseher(en), -besichtiger = Ratsherren, die die Besichtigung der Metzgereien oder Schlachtereien zur Überwachung der Hygienevorschriften durchführten; jeweils ein Schöffe und ein Ratsverwandter

Fleisten = Fliesteden, Stadt Bergheim, Erftkreis

Fle(h)renFlieren

Fleschweins = Flaschenwein

Fleur = Pracht, Glanz

flicken = das Entfernen von überschüssigen Trieben an Bäumen oder Hecken

Flieren = Holunder (Sambucus)

Fohrtter Hoff = ehemaliger Fuhrter Hof bei Hackenbroich, am Pletschbach gelegen

Forcht = Furcht

forth = ferner

Fraaß = Klumpen Wurzelerde oder dicht wuchernde Pflanzen

Franckfurth = Stadt Frankfurt a.M.

Frang = Franc (Währung)

fransoschisser = französischer

Frantze = Franzosen

Frasen = Gras, Rasen

Frater = Bruder, hier auf den Ordensgeistlichen (Abtei Brauweiler) bezogen

Fratris ejus = dessen Bruders

Freißheim = vermutlich Frixheim, Gemeinde Rommerskirchen, Rhein-Kreis Neuss

Freuchte = (Feld-) Früchte

Friedens-Richter = ordentlicher Kantons-Richter erster Instanz in Zivil- und Strafsachen

fruhe Stuck = Frühstück

Fudder = Futter

Fuderasche = Furage, Lebensmittel, Verpflegung

Füchtigkeit = Feuchtigkeit

für = vor

fürde(r)ste Heyden = bei der Zonser Hannepützheide unterschied man einen vorderen Teil, am Verbindungsweg Dormagen-Stürzelberg (Rochusweg) gelegen, und einen hinteren Teil an der heutigen Bundesstraße 9 mit dem Gebiet "Wahler Berg"; beide waren durch zwischengelegene Ackerflächen deutlich voneinander getrennt

fürgestehlt = vorgestellt

FürspannVorspann

gantzer Füsse = Fuchs, Foß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Füsser, Füßer = Infanterie

fuit = ist gewesen

fur = auch: vor

furderster Finger = Zeigefinger

Furage = Truppenverpflegung und Futter für die Pferde

furbracht = berichtet, erklärt

Fuß, Füß = Längenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Fuß-Völcker = Infanterie, Fußtruppen

Gähes-Ufer = Steilufer

Gängeler = Hausierer, Wanderer

Gaffel(en) = (Heu-, Ess-) Gabeln

Garnison = Gesamtheit der Truppen eines gemeinsamen Standorts

Garsten = Gerste

gauß = goss

gawischer Käß = die Käseart konnte nicht festgestellt werden

gebarsten = von bersten: brechen, zerbrechen (von Metall o.ä.); das getötete oder verendete Vieh wurde vom Schinder oder Abdecker vor dem Abziehen der Haut "gebarstet", also aufgeschnitten

gebayert = von beiern: Anschlagen des Klöppels an den Rand der ruhenden Glocke in einem bestimmten Rhythmus[735]

Gebitt = Bitte, Gesuch, Wunsch

gedicht = einen Deich aufgeschüttet

gefachtet = gepachtet

Gefängnuß = Gefängnis

gefieret = von gefahren: auflauern, ein Vergehen beabsichtigen

gefleuhtet = geflüchtet, in Sicherheit gebracht

geflicktflicken

gefühlt = (an)gefüllt

gehöcht = das Bodenniveau durch Erdaufschüttungen angehoben

gehört, gehürt = gehütet

geläntter[t] = angelandet

Geld-Horten = Geld-Anhäufung

geliebert = gebracht, geliefert

Gellar = Stadt Geldern, Kreis Kleve

gemeine Bürger, Gemeinsmänner, Gemeine = Gemeindemitglieder (mit Bürgerrechten und -pflichten); im militärischen Sinne die einfachen Soldaten im Gegensatz zu den Offizieren

gemeine Reuther ⇒ Gemeine

gemelt = genannt, angeführt

gemiedet = zu Dienstleistungen gegen Entgelt verpflichtet

Generalabsolution = sakramentale Lossprechung in Notfällen ohne Einzelbeichte

generalis receptor = Generaleinnehmer

Generalissimum = Oberbefehlshaber

GeneralVisitation = von der Zentralstelle über die gesamte Diözese sich erstreckende Besichtigung der Pfarreien, insbesondere zwecks Aufdeckung von Abweichungen, Häresien etc.

"Genitori" = Genitori Genitoque, 6. und 7. Strophe des Liedes "Tantum ergo sacramentum"

Genth = Stadt Gent im heutigen Belgien

gepoß, geposte = gepflanzt(e)

Gerechtigkeiten = Rechte, Vorrechte

Gerechtsa(h)m(er)Gerechtigkeiten

Gereider = Gereute: Immobilien, insbesondere Landbesitz

gereynet = geregnet

Gericht = auch: der städtische Galgen (Hochgerichtsbarkeit)

Gericht(s)schreiber = Schreiber des städtischen Schöffengerichts (⇒ Scheffen); er war zugleich Stadtschreiber

Gerichtß-BotteGerichtßdiener

Gerichtßdiener: Diener des städtischen Schöffengerichts; er verrichtete im Auftrag des Gerichts Botengänge, lud Personen vor, zog Gerichtskosten oder Geldstrafen ein usw.

geriemet = gefroren (von "riemern")

Geriß = Kohlegebrösel, -mehl

geschoren = abgeurteilt

Geschüß = Gewehre

geschweidetSchweith

gestalten = in der Form

gestechen = gesteckt

Gesteiger = (Bau-) Gerüst

Geträith = Getreide

getrotten = getreten

gewacht = gewogen

nichts gewahr worden = nichts (davon) bemerkt

gewahret = gewährt, angedauert

Gewang = der Flurname "Gewang" bezeichnete eine Flur nördlich des heutigen Zonser Margarethenhofes zwischen der Aldenhovenstraße und der Hannepützheide (Gewann: abgegrenztes Stück Land als Unterabteilung der Flur)

geweist = gekälkt

gewetterl(e)ucht(et) = geblitzt

gewissen = gewiesen

Gezeugen = Zeugen

giesen = gießen

Gipffel = Spitze oder oberer Teil eines Bauwerks, Giebel

St. Girtrudis-Kirch = Klosterkirche des Dominikanerinnenklosters St. Gertrud am Kölner Neumarkt; hier bestand seit 1449 der Ablass für die Andächtigen am Gertruden-, Heiligkreuz- und Katharinenaltar; 1802 wurde das Kloster aufgehoben, 1808 fand die Versteigerung der Gebäude statt, die kurz darauf niedergelegt wurden[736]; die Heilige Gertrud, Äbtissin von Nivelles, war Patronin gegen die Ratten- und Mäuseplage und für die Feldfrüchte; sie wird mit Äbtissinnenstab, auf dem Mäuse klettern, dargestellt[737]

Glach = Gelage

Gläser = Fensterscheiben

Glaßmächer = Glaser

Gnadentahl = Gnadental, Kreisstadt Neuss

GoldguldenGulden

Goß = Gosse

Gossen-Löcher = die seitlichen Rinnen in der Straße zum Abfließen des Regenwassers und des Unrats verliefen durch Kanäle unter den Haus-Eingangstreppen

Goth = Patin

Gottestragt = Fronleichnam

Gotthen = Patinnen

Graduale = Messgesangbuch

Gradus, Grath = Gradus, Längenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Gränsen = Grenzen

Graff = eigentlich Graben, hier vermutlich das etwas tiefer gelegene Stück Land

grath = genau

Gravamen, Gravamina = Beschwerden, Vorwürfe

Grefenbroich, Grevenbroich = Stadt Grevenbroich, Rhein-Kreis Neuss

GrendGrindt

Grieffrath, Grefrath = Grefrath, Kreisstadt Neuss

GrienthGrindt

Grim(me)linghausen = Grimlinghausen, Kreisstadt Neuss

Grindt = Grind, Landzunge zwischen Zons und Stürzelberg

gröne = grüne

im Grönenwalt = ehemalige Schankwirtschaft, namengebend für die heutige Zonser Grünwaldstraße – die ehemalige ⇒ Lange Gaß – (heute Standort des Hauses Grünwaldstraße 6); in den 1750er Jahren war der Schöffe Hermann Hugo Besitzer der Schankwirtschaft, noch im 18. Jahrhundert ging sie an die Wirtfamilie Haller über[738]

grönes Schweinefleisch, Grönfleisch = frisches, ungeräuchertes Fleisch

Gröth = Architekturteile im Innern der Kirche, vermutlich die Streben

Gromet = Grummet: das Gras, das nach dem ersten oder zweiten Abmähen auf einem Stück Land neu wächst bzw. das hieraus gewonnene, minderwertigere Heu

Groschen = Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Grunt gestochen = Erde abgegraben

Guardian = Vorsteher des Franziskanerkonvents

Gülden ⇒ Gulden

Gülich = Stadt Jülich, Kreis Düren

im Gülischen = im Herzogtum Jülich

güth = gut

Gulden = Goldgulden, s. Münzen, Maße und Gewichte

Guten-ThurnJuden-Thurn

Gutt = (Feld-) Frucht

den Haal schürtzen = der Hahl, der Kesselhaken über dem Herdfeuer, spielte brauchtümlich eine zentrale Rolle bei der Einweihung eines neuen Hauses oder der Einrichtung oder Inbesitznahme einer neuen Haushaltung[739]

Haber = Hafer

hac = hier

Hackenbroig = Hackenbroich, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss

Hagelfeyrs-Dag = die Hagelfeier wurde in der Zonser Pfarrkirche am Montag nach der Gottestracht (2. Sonntag nach Ostern) gehalten

Hagelcreutz = Hagelkreuz, Wegekreuz, an der Ecke Hagelkreuz-/ Aldenhovenstraße

Halbscheit(h) = Hälfte

HalbwinnerHalffman

Haleces = Heringe (lat. allec)

Halffman, Halffen = Gutspächter, der die Hälfte des Ertrages als Pacht abgeben musste (Halbbau); später häufig in eine feste Geldabgabe umgewandelt

Hamecher = Friseur

Schloß Hamm = das Schloss Hamm im rheinland-pfälzischen Eifelkreis Bitburg-Prüm, das zu der Zeit als Gefängnis diente

Hann = Hahn

Hantdiensten = Arbeiten im Rahmen der bürgerlichen Dienstpflichten (⇒ dienstweis)

Hantgelt = Geld, das der sich zu Leistungen und Diensten Verpflichtende bei Eingehung des Vertrages erhält

Haustätte = Hofstädtchen, Flurname am heutigen Grünen Weg in Zons; die Straße "Im Hofstädtchen" weiter westlich erinnert heute an diese Flur, deren Name wohl auf die frühere, früh- bis hochmittelalterliche Besiedlung nahe der Zonser Altstadt hindeutet[740]

Haw = Holzschlag, gefällter Waldschlag

hebdomadas = Wochen

an den Hecken = Flurname östlich der heutigen Kölner Straße in Dormagen; der Straßenname "Unter den Hecken" erinnert an diese Flur

Heckhalffen, -halbwinner = Pächter des Heckhofes, zwischen Zons und Stürzelberg

Heckhoff = Heckhof, noch existierendes ehemaliges Rittergut zwischen Zons und Stürzelberg

Heebregisteren = Heberegister, Verzeichnis der Grundstücke mit den daraus fließenden Einkünften

Heert = Heerdt, Stadt Düsseldorf

Heith = heutige Hannepützheide ("Hahnepützheide") bei Zons; der Name "Hannepütz" bezieht sich auf einen dort noch vorhandenen Brunnen, der noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts intakt war

Helffgen = Helfchen, Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Heller(s) = Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Hempt, Hembder = (Nacht-) Hemd(en)

herbragt = traditionell, üblich

Herbringen = Tradition, Brauch

Herrengeding = unregelmäßig abgehaltene Versammlung unter Vorsitz des Amtmanns (⇒ Ambtmann) oder seines Stellvertreters, zu der alle Bürger erscheinen mussten; hier wurden allgemeine polizeiliche Verfügungen bekanntgegeben und Belange der Herrschaft und der Bürgerschaft besprochen

Herren-Brüchten-Straff = die im Anschluss an das ⇒ Herrengeding im ⇒ Brüchten-Verhör gegen ein Vergehen ausgesprochene Strafe

Herschell = die Bedeutung ist unklar

Herschleyen = Flurname "In der Herschlei" unmittelbar westlich der Bundesstraße 9 zwischen Dormagen und St. Peter gegenüber dem Naturschutzgebiet "Wahler Berg"[741]

Herth = Herde

Hetterich = vermutlich die Kohldistel (Cirsium oleraceum), die auf feuchten Wiesen oft massenhaft vorkommt; die jungen Blätter wurden zu Gemüse verarbeitet[742]

Hetzel = Fetzen, Kleinteile

Hew = Heu

Hewr = Heuer: Miete, Pacht

Hex = Hexe

Heygen = heigen: pflanzen, schützen, pflegen, hier wohl auch anpflanzen

hiemitten = hiermit

Hiert = Hirt

den Himmel tragen = das Tragen des Baldachins, unter dem bei der Fronleichnamsprozession der die Monstranz tragende Priester geht

Himmelgeist = Stadtteil von Düsseldorf

hinc doc[e]atur de reali et convenabili solutione et non ficta = es wird hier über eine wirkliche und praktikable Lösung berichtet und nicht über eine unrealistische

hinderste Heyt(h)fürde(r)ste Heyden

hinführo = zukünftig

hoc = dies

Hönereyer = Hühnereier

HörmerHormer

Hoff = Hof, Anwesen

Hoffrath = Hofrat: landesherrliche Ratsversammlung in Bonn, Kollegium zur Beratung von Regierungsangelegenheiten und Appellationsinstanz in Gerichtssachen; auch: das Hofratsmitglied

hohes Örthgen = höchst gelegene Stelle in der Zonser Altstadt, heute Straßenname "Hohes Örtchen"

Holtzem = Holzheim, Kreisstadt Neuss

Holtzgrieffen = Holzgrafen, siehe Stüt(t)ger Busch

Holtzhewer = Holzarbeiter

hora alias consueta = zu einer anderen als der gewohnten Zeit

horam primam = zur ersten Stunde, um ein Uhr

Hor(re)m = Horrem, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss

Hormer = Einwohner von ⇒ Horrem

Hospes = wörtl. der Gastfreund, hier: der Gastwirt

Hoßpitallplatz = Hospitalplatz an der heutigen Turmstraße in Zons; bereits 1619 wird ein Hospital innerhalb der Stadtmauern erwähnt, höchstwahrscheinlich das für den Platz namengebende (heute Standort des Hauses Hospitalplatz 1)[743]

Hoßpitium = Unterkunft bzw. Verpflegung

Hostigen = Hostien

Hülff = Hilfe

Hüllichrath = Hülchrath, Stadt Grevenbroich, Rhein-Kreis Neuss; früher Hauptsitz des kurkölnischen Amtes Hülchrath

huius, hujus = dieses (Monats)

Husaar, Husaren = Reiter, ursprünglich ungarische, später allgemein in ungarischer Uniformierung

ibidem = ebendort

illa = jene

Illekausen = Illinghausen, Neuss Allerheiligen

illustrissimus = sehr vornehm, angesehen

Im Schiffgen = heutiges Haus Turmstraße 10 in Zons (bzw. Vorgängerbau)

in absentia = in Abwesenheit von

in adjunctio = im Anschluss

in bona fide = in gutem Glauben

in casu = nach dem Zufallsprinzip, ungeordnet

in causa = betreffend

in continenti = sogleich

in Conventione = in der (Rats-) Versammlung

in curia = im Rathaus

in desert gelauffen = ausgelaufen, abgelaufen

in domo consulis = im Haus des Bürgermeisters

in domo scriba(e) = im Haus des Gerichtsschreibers

in duplo = in doppelter Ausfertigung

in ecclesia Zontinensi = in der Zonser Pfarrkirche (St. Martinus)

in fine = (am) Ende

in forma = in aller Form

in forma juris = gerichtlich, auf dem Gerichtswege

In hoc libro scripta sunt omnia nomina baptizatorum, mortuorum et copulatorum ab anno millesimo septingentesimo sexagesimo = In dieses Buch sind alle Namen der Getauften, Verstorbenen und Vermählten seit dem Jahr 1760 niedergeschrieben

In hoc libro scriptus est ritus et ordo omnium ceremoniarum Zontinensis parochialis ecclesiae, similiter specificatio mei salarii, postremo scripta sunt omnia nomina baptizatorum, mortuorum et copulatorum ab anno millesimo sexcentesimo nonagesimo sexto = In diesem Buch ist der Brauch und die Ordnung aller religiösen Feierlichkeiten der Pfarrkirche niedergeschrieben, zugleich auch eine genaue Darstellung meiner Einkünfte, schließlich sind alle Namen der Getauften, Verstorbenen und Vermählten seit dem Jahr 1696 verzeichnet

in indesinenter = unablässig

in initio = am Anfang

in judicialibus = in gerichtlichen Belangen

in judicio = in einer gerichtlichen Auseinandersetzung

in mensa = im Monat (falsche Schreibweise für lat. mense)

in ordinaria = regelmäßig, ordentlich

in pace = friedlich, in Eintracht

in pleno senatu = in einer sehr gut besuchten Ratsversammlung

in politicis = in politischen Belangen

in pontificalibus = im Bischofsornat

in praesenti hypothesi discordiae = unter der Voraussetzung einer Uneinigkeit

in praesentia = in Anwesenheit (von)

in puncto = betreffend, hinsichtlich

in reservo = in Rücklage (für später)

in scriptis = schriftlich, in Schriftform

in senaculo = im Sitzungssaal des Rathauses

in senatu = im Rat(haus)

in specie = insbesondere, im einzelnen

in senatu plenoin pleno senatu

in statu quo = im gegenwärtigen, bisherigen Zustand

in toto = insgesamt

in uno et in una eademque persona = bei ein und derselben Person

in uno simplo = in einem ⇒ Simpel

in Zumma = insgesamt

incipit a prima Dominica adventus = es beginnt am vierten Sonntag vor Weihnachten

Inconvenientzien = Ungehörigkeiten, Unschicklichkeiten

infra = weiter unten

ingelieberteingeliebert

sich ingeriren = sich aufdrängen

Ingeweyth, Ingeweyd = Eingeweide

inhaesive = darauf bestehend

initioin initio

inivit = er hat (dies) übernommen

Injurien = Unrechtmäßigkeiten, auch die Beleidigungen durch Worte oder Taten

Inquisition = gerichtliche Untersuchung

inseriret = eingetragen, eingefügt

Insiegel = Siegelabdruck

insienirt, insinuir(e)t = gerichtlich (amtlich) zugestellt, auch für schriftlich dargestellt

insinuiren = (ein Schriftstück) einreichen, zustellen

instellirt = in das Amt eingeführt

Instruction = Unterrichtung

instrumentum notariale = Notariatsurkunde

intimirt = gerichtlich angekündigt, mitgeteilt

Intritß = Eintritts

invitiren = einladen

Invocavit = der erste Fastensonntag (6. Sonntag vor Ostern)

ita testor = dies (dass es sich wie angegeben verhält) bezeuge ich

italienischer Gipffel = seit der Italienischen Renaissance fand der Giebel als dekoratives Motiv im Hausbau, beispielsweise bei der Fensterbedachung, Verwendung; am ehemaligen Zonser Rathaus ist noch heute der mittig zur Straßenseite hin angebrachte Dreiecksgiebel erhalten

item = ebenso, ferner

Itter = Stadtteil von Düsseldorf

ivit = er ist gegangen

Jenner = Januar

"Jesu, zu dir schreyen wir" = "Jesu, zu Dir rufen wir", Bußgesang für die Fastenzeit

Herren Jesuiter = der katholische Regularklerikerorden der Jesuiten; er wurde im 16./17. Jahrhundert zum wichtigsten Träger der katholischen Reform; aus theologischen und politischen Gründen gerieten die Jesuiten im 17./18. Jahrhundert zunehmend in Misskredit, und nach Verboten in Portugal, Frankreich und Spanien löste der Papst den Orden 1773 formell auf, 1814 wurde diese Entscheidung wieder zurückgenommen

Jesuitessa = Jesuitin; die Jesuitinnen entstanden im Zuge der katholischen Reform des 16./17. Jahrhunderts formell unabhängig vom Jesuitenorden, orientierten sich jedoch an deren Lebensweise und Selbstverständnis; einen Schwerpunkt bildete auch bei ihnen die christliche Unterweisung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, und der Schulunterricht

Sancti Joannis Baptistae-Kirch = Pfarrkirche St. Johann Evangelist am Kölner Domhof; sie ist 1703 anstelle der niedergelegten maroden Vorgängerkirche mit Unterstützung des Kurfürsten Joseph Clemens größtenteils in Fachwerk errichtet worden; bereits ein Jahr nach dem Brand 1743 erfolgte ein massiver Neubau an gleicher Stelle, der 1828/29 aufgrund des steigenden Platzbedarfs für den Dom niedergelegt wurde[744]

Judenberg = Hügel in der Zonser Hannepützheide, auf dem sich der jüdische Begräbnisplatz befindet

Juden-Thurn = Juddeturm, stadtseitiger massiver Eckturm des Zonser Burgareals

judicatum = richterliches Urteil

Judicii Scriba = Gerichtschreiber

Jüchen = Gemeinde Jüchen, Rhein-Kreis Neuss

Jülische Limitten = Grenze des Herzogtums Jülich

JütJut

Junckers-Platz = ehemaliger Platz an der heutigen Hubertusstraße in Zons; er befand sich zwischen der imaginären westlichen Verlängerung der Straße "Hohes Örtchen" auf die Stadtmauer zu und der Mündung der Wendelstraße in die Hubertusstraße

Jungergesell = die Junggesellen schlossen sich korporativ zusammen, etwa als Untereinheit der St. Sebastianus Schützenbruderschaft; sie besaßen eine eigene Fahne

Jungfer(en) = Jungfrau(en)

jura = Gebühren

juramentum = Eid

juravit = er schwor (den Eid)

Justificationen = Bescheinigungen, Belege (zu den Jahresrechnungen)

Jut = Jude

juxta annotationem = gemäß der Niederschrift

Kaar(en)Kahr

Kaarspor = Karrenspur (im durch Kies befestigten Weg)

Kährgen = Schubkarre

Kämpffger = Rheinwiesen; auch das eingefriedete (umzäunte) Stück Wiese oder Feld

Käntger = Kännchen

Käpger = Käppchen, Mützen

Käß = Käse

Käyserswerth, Käysertwerth = Kaiserswerth, Stadt Düsseldorf

Kahr = Karren

Kahr-Runge = aufrecht stehende Holzstäbe an den vier Ecken eines Leiterwagens zur Befestigung der seitlichen Leitern

Kalle(n) = Dachrinne

KambKämpffger

KampgerKämpffger

Kanter Käß = mit Gewürznelken verarbeiteter Käse

KanterthKanter Käß

Kanth = Ecke

Kappes = Weißkohl, Sauerkraut

Karosche = Streitwagen

KarrigKahr

Kasten = Kisten, auch für Schrank

Kauffliberanthen = Kaufleute, Händler

Kellersteinen = Bodensteine oder -fliesen des Kellers

Kentenich = Kendenich, Stadt Hürth, Erftkreis

Kercker = hier Bezeichnung für die Schlaf- und Aufenthaltsräume der Zonser Franziskanerpatres

Kertz = Kerze

Keuf(f)en = Fass, Bottich

Kevela(e)r = Stadt Kevelaer, Kreis Kleve: einer der berühmtesten Marien-Wallfahrtsorte; alle 50 Jahre wird das Marienbild (Consolatrix Afflictorum – Trösterin der Betrübten) von 1640 feierlich durch die Straßen getragen; die Hauptwallfahrtszeit liegt zwischen 1. Mai und 1. November[745]

kieren = wenden, kehren

Kinderlehr = Religionsunterricht der Kinder vor ihrer Einsegnung durch den Geistlichen

Kint = Kind

Kirche Kampff = Fl., abgegrenzte, regelmäßig verpachtete Grundstücke der katholischen Zonser Pfarrkirche; an ihre Lage erinnert heute der Weg "Am Kirchpfad"

Kirchmeister = Verwalter des Kirchenvermögens und der Einkünfte, worüber er eine jährliche Rechnung ablegte

Kirchroster = eisernes Gitter am Eingang der Kirchhöfe, über das man lief; durch dieses wurden Hunde und Schweine daran gehindert, über den Kirchhof zu laufen

Kirspell = Kirchspielsgemeinde, aus mehreren Bauernschaften bestehende Dörfergemeinde

Kleinenbroich = Stadtteil von Korschenbroich, Rhein-Kreis Neuss

Klepper = Klöppel (der Glocke)

Klock(en) = Glocke(n)

Klock 12 Uhren = um Punkt 12 Uhr

Knechtstäden = Prämonstratenser-Abtei Knechtsteden, Stadt Dormagen

Knechtstäder Hoff = Knechtstedener Hof (auch "Herpertzhof" genannt): bereits im 12. Jahrhundert belegter Hof der Abtei Knechtsteden in Horrem, Stadt Dormagen, Weilerstraße 1; in den 1950er Jahren wurden dort Pfarrkirche und Pfarrhaus errichtet[746]

Kneith = Kreide

KölenCöllen

Körner = wohl ein Schränkchen oder eine andere Vorrichtung in der Kirche zur Aufbewahrung des Tabernakels; die genaue Begriffsbedeutung konnte nicht festgestellt werden

Kohl-Hütte = städtisches Kohlenlager; es befand sich in der heutigen Straßenkrümmung Parkstraße/Herrenweg[747]

Kohl-Sümber(en) = Sümmer, Hohlmaß; s. Münzen, Maße und Gewichte

Kohlliberanthen = Kohlenhändler

Kohlmaaß = Maß für Kohlen

Kohlmü(h)dder, Kohlmüther, KollmühdderMödder

Kopffholtz = dünne Zweige des Baumes

Krampf = Krampe, U-förmig gebogener Metallhaken

Krancken-Versehn = Kranken-Kommunion

Kranen-Orth = Flurname unmittelbar südlich der Zonser Altstadt an der Straße in Richtung Rheinfeld

Kranß = Krantz

Krauth = Blattwerk, auch speziell Kohl, Weißkraut (Sauerkraut)

Kreuzen-ThurnKrötsch-Thurn

KreveltCrevelt

Kriegslästen = direkte Steuer für militärische Zwecke, an Grundstücke gebunden

Krötsch-Thurn = Krötschenturm; Rundturm in der Nordwestecke der Zonser Stadtmauer; der Name lässt sich etymologisch von "Kreuzturm" mit der Zwischenform "Kreutschturm" (beides urkundlich belegt) herleiten; noch heute trägt das Areal um diesen Turm den Flurnamen "Kreuzgärten"; möglicherweise befand sich in diesem Areal ehemals ein namengebendes Wegekreuz

kromme Wall-Grath, krumme Wall-Gratt = ehemaliger Wall nahe dem Zonser Feldtor (⇒ Feltpforten); wahrscheinlich unmittelbar südlich der Wiesenstraße

Kuckuchß Halbwinner = Halbpächter (⇒ Halffman) des Kuckhofes, heute Wohnplatz Kuckhof, Kreisstadt Neuss

KüfenKeuf(f)en

Küheweith, Kuhe-Weith = Küheweide, Flurname rheinseitig unmittelbar an der heutigen Zonser Deichstraße gegenüber dem Rheinauenhof; die Weide war nicht Teil der Gemeinde, sondern befand sich im Besitz mehrerer Erben und konnte gegen ein Entgelt durch Nichtbeerbte mit benutzt werden[748]

Kuhehi(e)rt = von der Stadt eingesetzter und bezahlter Hirt, der die Kühe der Gemeinde hütete

Kuhetrifft = Weg, über den die weidenden Kühe getrieben wurden, auch die Wiede selbst

Kuhrwächter = Nachtwächter; sie wurden auch als "Kuren" bezeichnet

kuntbahrer Dingen = wie zu erfahren ist

Lade = Windlade der Kirchenorgel, auf der das Pfeifenwerk ruht

LägerbuchLegerbuch

Lämbgen auff der Breider Strassen = Franziskanerinnenkloster "St. Anna zum unteren Lämmchen" in der Kölner Breite Straße; 1802 wurde das Kloster aufgehoben, kurz später versteigert und in Wohnungen umgewandelt[749]

Lästen = Lasten, Abgaben

Laetare = Letare, 4. Fastensonntag (Introitus)

Lanck = Lank-Latum, Stadt Meerbusch, Rhein-Kreis Neuss

Landresy = Landrecies in Nordfrankreich, etwa 25 km von der französisch-belgischen Grenze entfernt

Lange Gaß = heutige Grünwaldstraße in der Zonser Altstadt

Langeweh = Gemeinde Langerwehe, Kreisstadt Düren

Lanthmilitz = Landmiliz, Miliz im heutigen Sinne im Gegensatz zum stehenden Heer (regulierte Miliz)

Lantstände, Lantstänt = Landstände: durch rechtliche Stellung (Städte) oder Geburt (Adel) zur Teilnahme am Landtag (⇒ Lanttag) berechtigte Gruppen eines Territoriums

Lantstraß = heutige Bundesstraße 9

Lanttag = Landtag: vom Landesherrn einberufene Versammlung der Vertreter der Landstände (⇒ Lantstände) zur Behandlung regionaler Angelegenheiten, insbesondere des Finanzwesens

lastbahr = abgabenpflichtig

Lauffwerck = aus Metall nachgebildetes Laubwerk, Rahmen

Laus Deo semper = Lob sei Gott allezeit

Lazareth = Lazarett: Lager für verwundete oder erkrankte Söldner

Lector = Lektor: in Ausbildung und Studium beschäftigte Person

lediger Kaaren = leerer, unbeladener Karren

Legerbuch = Lagerbuch: Verzeichnis von Liegenschaften, häufig mit Angabe der hieraus fließenden Einkünfte

Lehnboth = Lehenbote: er führte die Aufsicht über die Lehengüter und sonstigen Ländereien des Domkapitels

Lehnstückeren = verpachtete Grundstücke

Lehnung = Löhnung, Lohn

Leim(en) = Lehm

Leimkuhl/ Leimkaul = Flurname unmittelbar südwestlich der Zonser Stadtmauern in der Altrheinniederung; er bezeichnet die ehemalige dortige städtische Lehmgrube (Leim = Lehm)

Leinen-Path = Treidelpfad, über den die Schiffe durch Seile mittels Pferden rheinaufwärts gezogen (getreidelt) wurden

Leithlein = Liedchen

Leth = Schlamm, Lehm

Letter = Lettner: Trennwand des erhöhten Chorraumes (für die Chorsänger) in den Pfarrkirchen, meist zwischen Vierungspfeilern oder im Langhaus

Letztgemelte = Letztgenannte

ohne Letzung = unversehrt, unverletzt

Leutenant = Leutnant, Stellvertreter des Offiziers oder Hauptmanns

Levitenröcke, Levitten = Kleidung der an einem "levitierten Hochamt" beteiligten Priester, die die liturgische Rolle des Diakons und Subdiakons einnehmen

Ley-Dach = Schieferdach

Ley(en)decker = Schieferdecker

Leyderen = Leitern

LeymkuhlLeimkuhl

Libberig = Liedberg, Stadt Korschenbroich, Rhein-Kreis Neuss

Liberantzen = (Be-) Lieferungen

li(e)beren = liefern

lichter = leichter

Lietger = Lieder

Limitten = (Amts-) Grenze

Li(h)nn = Linn, Stadt Krefeld

liquidirt = hier wohl im Sinne von ausstreichen aus einem Register

LitanyLytaney

Loch = Bezeichnung für Kerker; auch Flurname: möglicherweise die Flur "Wasserloch" östlich der Zonser Altstadt zwischen dieser und dem Rhein

loco = an Stelle von

loco ejus fuit = an dessen Stelle ist gewesen

loco exceptionis = anstelle einer Einrede, eines Protestes

locum tenens = stellvertretend

Lösser = Lose

Logimenter = Einquartierungen (frz.: logement)

Loh-Mühl = Mühle, in der Lohe (Rinde) für die Gerber gemahlen wird

Longerig = Longerich, Stadt Köln

Lonhte(n), Lonthe = Lunte

Loß = Leinwand?

Loth = Lot, Massenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Lück, Lüttig = Stadt Lüttich, Belgien

Lutischer = Protestant

Lytaney = Litanei, wechselnd gesungenes Fürbitten- und Anrufungsgebet im Gottesdienst

Maaß, Massen = Maß, Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Machlohn = Herstellungskosten

Mägtges- (Mätgers-) Schull = Mädchen-Schule

Mähler = Maler

Magas(e)in, Magesein = Magazin, Vorratskammer

Magestrat, Majestrat(h), Majistrat = Magistrat: Kollegium, das die Verwaltung einer Stadt führte, bestehend aus den beiden Bürgermeistern, den sieben Ratsherren (⇒ Rathsverwanter) und den fünf restlichen Schöffen (⇒ Scheffen) (die beiden Bürgermeister gehörten dem Schöffenkollegium an); der Magistrat oder Stadtrat vertrat die Stadt und stellte die Beamten an

Magistrales, Magistratsglieder = Mitglieder des Magistrats (⇒ Magestrat)

mahlen = malen, anstreichen

Maire = Bürgermeister

Major = Wachtmeister bzw. Feldwebel eines Regiments

majora = Mehrheit

Malder = Malter, Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Mandat, mandatum = Erlass, auch: Verwarnung

mane = am Morgen

Manual = Handklaviatur der Kirchenorgel

manutiniren = beschützen, bewahren (lat. manutenere)

Marck = Markt(platz): er befand sich ursprünglich vor dem Herrenhaus der Burg Friedestrom (heutiges Kreismuseum)[750]; der Platz wurde 1829 an den Eigentümer des Burggeländes Franz Aldenhoven verkauft und bildet seitdem den Eingangsbereich des Herrenhauses[751]

Marck = Mark, s. Münzen, Maße und Gewichte

Sanctae Margarethae Capelgen = ehemalige St. Margarethenkapelle in Köln auf einem Grundstück im Winkel der Heerstraße "Unter Fettenhennen" und der Wallgasse "Auf der Burgmauer", 1802 aufgehoben und 1815 zum Abbruch verkauft[752]

MarieMaire

Martis = Dienstag

Martii, Martio = März

MassenMaaß

Mast(e)rich(t) = Stadt Maastricht, Niederlande

medicineren = ärztlich behandeln

medio = mittels

Meeß, Meessen = Messe(n)

Meeßopffer = Messopfer, Gabe für die Kirche

mehrgedachter = mehrfach erwähnter

Meistbeerbte = Wohlhabendste

Meisterkoch = eine Person, die die Bürgermeisterwähler (auch mit unrechtmäßigen Mitteln) für einen bestimmten Kandidaten zu überzeugen sucht

Menge(n) = (Wäsche-) Bütte

Mercurii = Mittwoch

Merheim = Stadtteil von Köln

MerieMaire

meritiren = verdienen

MerremMerheim

Met(h)gers-SchullMägtges-Schull

Metten = (Christ-) Mette, Frühgottesdienst

den Mey auf die Mauren gesetzt = das noch heute beim Richtfest häufig praktizierte Aufstecken eines bebänderten Fichtenstämmchens auf den Dachfirst, ursprünglich zum Schutz des Hauses und seiner Bewohner vor Krankheiten und sonstigem Unheil

Meyleuhten = das Läuten der Kirchenglocken im Mai, um damit die Nachtfröste zu vertreiben

Mildelen = Mittel

ministiriret = ministriert: bei der Messe geholfen

minuta = Minuten

Miraculößbilt = Wunderbild

Mission = Verbreitung der religiösen Lehre

modo = jetzt

Mödder = vereideter Frucht- oder Kohlenmesser; die Müdde ist ein anderer Ausdruck für das Sümber; s. Münzen, Maße und Gewichte

Mörsch = Stadt Moers, Kreis Wesel

Molestien = Belästigungen (frz. molester = belästigen)

Morgen = Flächenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

mori dominicali(s) = wie an Sonntagen

Morian = Hausname (auch "Morion"); ehemaliges Eckhaus Schlossstraße/ Grünwaldstraße (heute Schlossstraße 20); in den 1750er Jahren war der Bürgermeister Johannes Matthias Aldenhoven Besitzer des Hauses[753]

Morren = Möhren, Karotten

Müllengass(e) = heutige Mühlenstraße in Zons

Münth = Schürlöcher unter dem Feldbrand-Ziegelofen

müntzerische = aus Münster

per mulierem = durch seine Ehefrau (stellvertretend)

Wintmullen = Windmühle

Mullengraben = Teil des Zonser Stadtgrabens um die Mühle

Municipalitaet = Stadtobrigkeit, Gemeinderat

MuntMünt

Muthwillen = Willkür

Mutz = Mütze

Nachgänger = der Nachgänger oder Nachbeseher war einer der vier Zollbeamten (⇒ Zollbeambte); er führte neben Kontrolleur (⇒ Controleur) und ⇒ Beseher eine Kontrolle des Frachtgutes durch

naths = nachts

Neus = Kreisstadt Neuss

Newe Gaß, Newer-Gaß = nördlicher Teil der heutigen Museumstraße zwischen Zehntgasse und Turmstraße

Newenbürgische Soldath = Soldat unter dem Kurfürsten von Pfalz Neuburg

Newkirchen = Neukirchen, Stadt Grevenbroich, Rhein-Kreis Neuss

Nie(h)l = Niehl, Stadt Köln

Nievenheim = Stadtteil von Dormagen, Rhein-Kreis Neuss

nihil = nichts

Nippes = Stadtteil von Köln

nit = nicht

NivenheimNievenheim

nomen nescio = den Namen weiß ich nicht

nomine = mit Namen, auch im Namen von (stellvertretend)

Norff = Norf, Kreisstadt Neuss

noster = unser

Nota bene = (be)merke wohl (Erklärungshinweis)

Nothgeding = Notgericht, in dringenden und schwerwiegenden Fällen, mit abgekürztem Verfahren

nothtringlichste = drückendste, dringendste

Nothturfft = Bedrückung

notificirt = angezeigt, benachrichtigt

novum opus = das neue Werk

Nüß = Nüsse

Nußbaums Halffen = Halbpächter (⇒ Halffman) des Nussbaum-Hofes (späterer Lindenhof) in ⇒ Horrem, Knechtstedener Straße 36; der Hof wurde 1972 abgerissen[754]

ob defectum majoritatis votorum et ex causis supra tactis de plano = wegen fehlender Stimmenmehrheit und aus den oben dargelegten (berührten) Gründen kurzerhand

Ob populum multum crimen pertransit multum = wörtl.: wegen des zahlreichen Volkes zieht ein großes Verbrechen umher; möglicherweise eine Abwandlung eines klassischen Zitats

obbemeldete, obengemelte = oben genannte

Obelandische Schift = Oberländer: das vom 15. bis zum 18. Jahrhundert in unserem Raum gebräuchlichste Frachtschiff von 15-20 m Länge und bis zu 6,5 m Breite mit hoher Heckhütte, das 100-150 t trug; ein starker Pfahlmast diente zur Befestigung des Treideltaues für die Bergfahrt, es trug aber seit um 1600 gelegentlich auch ein Segel

Ober-Schloß = der Kernbereich der Burg Friedestrom, in dem sich heute das Internationale Mundartarchiv Ludwig Soumagne befindet

Oberquartiermeister = an der Spitze der Techniker der die Ingenieurarbeiten leitende Offizier, der die Lager absteckte und die Sicherung des Lagers und des Marsches vornahm; ihm oblag die gesamte Vorbereitung und Einleitung der kriegerischen Aktionen

obgehörter Massen = unerhört, unüblich

obgeschwebten = vorhandenen

Obligation = Verpflichtung, Schuldverschreibung

obligirt = verpflichtet

obrück = zurück

ObservantenPatres observantiae

Observanten-Kirch = ehemalige Kirche der Zonser Franziskaner (⇒ Patres observantiae) neben dem Juddeturm auf dem Platz vor dem Zonser Bürgerhaus; die Kirche ist 1662–1666 errichtet, 1802 im Zuge der Säkularisation verkauft und 1805 niedergelegt worden

Observantz = Gewohnheit, Regel

Obsichter = Aufsichtführende, Aufpasser

obtrudirt = aufgedrängt

Örteren = Orten

oet = oede

Ofer = (Rhein-) Ufer

Offerbrott = Offerbrot: Art der Abgabe an den Küster, die von jedem Haushalt des jeweiligen Pfarrsprengels (auch von jüdischen Mitbürgern) jährlich zu entrichten war, ursprünglich in Brot, später in Geld; die Höhe der Abgabe ist nicht bekannt

Offerman = Küster

Official(en) = ursprünglich Offizial, vom Bischof eingesetzter richterlicher Beamter, hier Bezeichnung für den einem Archidiakonat vorstehenden Geistlichen

Officianten = Amtsträger

Officiers = Offiziere: militärische Rangstufe, die vom Leutnant bis zum General reicht

ohnvergreifflich = unangreifbar

Ohssen = Ochsen

Ommergahn = Zuckererbse

omnes fuerunt praesentes = alle (Magistratsmitglieder) sind anwesend gewesen

Omnio ad maiorem Dei gloriam Christian Zimmerman me fecit = Gänzlich zur größeren Ehre Gottes schuf mich Christian Zimmermann

Opffer = Opferstock

Oranier-Soltahten = Soldaten aus Holland

Oratorische Herren = Sänger

Ordenbach(er) = Urdenbach(er); ⇒ Urdenbach

Ordern = Befehle, Anordnungen

Ordinanz = Ordonnanzsöldner (Kavallerie)

ordini(e)ren = regeln, vorschreiben

Orgelsstücks Graß = zur genauen Lage liegen leider keine Angaben vor; noch heute existiert in der Zonser Pfarrei ein Organistenfonds, der als Kapitalie Land aufweist

Orth = Flur nahe dem Grind zwischen Zons und Stürzelberg (die genaue Lage ist unklar)

Orths-Miswacks = die im Ort schlecht ausgefallene Ernte

höltzeren Pack = Packstock: ein starker runder Stock zum Transport größerer Bündel oder Ballen, die mittels Stricken fest angezogen werden

Paeckelgen = Päckchen

Pafäung, Pafäyung, PafeyungWegen-Pafäung

Palmdag = Sonntag vor Ostern

Paramenta = Paramente: für den Gottesdienst gebrauchte, oft kostbar bestickte liturgische Bekleidung wie auch Tuche für den Altar, die Kanzel und die liturgischen Geräte

parcellenweis = in Teilen, teilweise

Parier-Pfortz = kleine Seitenpforte neben dem Stadttor, an der Einlass gewährt oder verweigert wurde

Parition = Vorbereitung

particulair = in Teilen (der Bevölkerung)

particulariter = nacheinander, Mann für Mann

Partie = Partei

Patent = Ernennungsurkunde, auch die beurkundete Erlaubnis

Pater = Ordensgeistlicher, hier in der Regel auf die in Zons ansässigen Franziskaner bezogen

Pater-Kirch = Kirche der Zonser Franziskaner

Path = Pate

Patre, PatresPater

Patres observantiae = Observanten ist ein Sondername für einen der drei aus der Stiftung des hl. Franz von Assisi hervorgegangenen selbstständigen Männerorden, auch Minoriten oder Schwarze Franziskaner genannt (lat. observantia = Beobachtung der Klosterregel); gemeint sind hier die Zonser Franziskaner

Patten = Paten

Pectorahl = Pektorale, Brustkreuz katholischer geistlicher Würdenträger

Pedall = Petal: Ausbuchtung in der Wand, Nische

Pedell = Bote des geistlichen Gerichts (Gerichtsdiener)

Peiffen-Ert = feiner Ton zur Pfeifen-Herstellung

Pension = jährliche Bezüge bzw. Abgaben an Naturalien oder Geld; jährliches Dienstgeld; auch das Geld für Kost und Wohnung

per applicationem remediorum opportunorum et executivorum signanter cassationis vel suspensionis ab officio et denegandae eo usque audientiae vel alias = durch Anwendung geeigneter und exekutiver Mittel, im Klartext einer Entlassung oder Enthebung aus dem Amt und der Verweigerung einer Anhörung bis dahin oder andere Dinge

per expressen = durch einen Eilboten

per licentiam = mit Erlaubnis

per misericordiam = aufgrund von Mitleid, durch Barmherzigkeit

per plurima vota = durch Stimmenmehrheit, Mehrheitsentscheid

per vota = durch Stimmenabgabe, Abstimmung

perillustris = sehr angesehen

Permitten = Heiligenfiguren neben dem Ostensorium (innerer Glas- oder Kristallbehälter) der Monstranz

St. Peter(s-Hauß) = Eckhaus Rheinstraße/ Turmstraße in Zons, heute Turmstraße 2, erbaut wohl 1630

Santh Peters-Thurn = St. Peters-, Zoll- oder Rheinturm in der Nordostecke der Feste Zons

Petitum = Bittschrift

Pfacht = Pacht

in der Pfahr = in der Pfarrkirche

Pfelt-PfortenFeltpforten

Pfennig = Münznominal; s. Münzen, Maße und Gewichte

Pfunt, Pfund = Massenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

piae memoriae = zur frommen Erinnerung

Pilaar = Pilaster: ein flach aus der Wand hervortretender Pfeiler

Pingapffel = Pinapfel: Metallkugel im unteren Teil des Kreuzes auf der Kirchturmspitze

PingenPinth

Pinth, Pinten = Pinte, Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Pistohl(en) = Pistole, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Piwib = Piwipp: Fährhaus an der Rheinkrümmung linksrheinisch gegenüber der Stadt Monheim (Kreis Mettmann), zur Stadt Köln gehörig

Placken = alte Lumpen, alte Papiere

Plasier = Freude, Belustigung (frz.: plaisir)

PlescirteBlessierte

Pliester-Höltzer = Holzbrettchen oder -latten zum Verputzen mit Kalk (pliestern)

Plister = Verputzmaterial

Pluchß-Büschgen = die Flur "Unter dem Bluchs Büschgen" liegt heute ca. 250 m nordöstlich der Raststätte Nievenheim an der A57

plus offerenti = dem Meistbietenden

Pluvial = Pluviale, liturgisches Obergewand des katholischen Geistlichen für feierliche Gottesdienste außerhalb der Messe

politica = Gegenstände der Politik

Pollen = Kännchen für Wein und Wasser (zum katholischen Gottesdienst)

portirt = eingestellt, beeinflusst

Portion = Anteil, Teil, die abgemessene Menge (einer Speise o.ä.)

Portz(en) = Tor

possen = (an)pflanzen

Possession = Besitz, hier: Besitz eines Rechts

Possessionem genohmen = förmlich Besitz genommen von einem Amt

possessorium = Besitzklage

post = nach (zeitlich)

post electionem = nach der Wahl

post elevationem = nach dem Erheben der Hostie (nach der Wandlung und vor der Kommunion)

post factum = nach Durchführung, Erledigung

post missam = nach der Messe

post Septuagesimam = nach Septuagesima (3. Sonntag vor Beginn der Fastenzeit)

postea = später

Postilion = Postillion: Postreiter bzw. -kutscher oder Postknecht

Praeceptor = Lehrer

Praecidenz = Vorsitz

praedorpraetor

praefectus, praefecti = Vorsitzende(r), Anführer, Aufseher, in französischer Zeit oberster Verwaltungsbeamter eines Departements

praefecti telonii Zontini sunt mei domini = die Vorsteher (Aufseher) des Zonser Zolls sind meine Herren (Stifter)

Praelat(h) = hoher geistlicher Würdenträger

PraesaunPraesong

praesentatum et publicatum = überreicht und bekannt gegeben

praesentes = die Anwesenden

praesentibus omnibus = in Anwesenheit aller (Magistratsmitglieder)

Praesentz, Praesens = wörtl. Anwesenheit, hier im Sinne von Sitzungsgeld für die Teilnahme an den Magistratssitzungen

praeses, praesidi, praesidem = Vorsitzender

Praesong = Gefängnis (frz.: prison)

Praesonir = Gefangene (frz.: prisonnière)

praetendieren = fordern, beanspruchen

Praetext = Vorwand

praetor = Schultheiß

Pregadier = Bregadier: Befehlshaber einer Brigade (größere Truppenabteilung)

Prior = Klostervorsteher

privative = für die eigene Person, selbst

pro = häufig in der Verwendung "für", auch "je"

pro annum = für jedes Jahr

pro communitate = für die Gemeinde, das Gemeinwesen

pro cupreis cupreas nummis lege clerice missas = Wortspiel: für kupferne Münzen lies, Kleriker, kupferne Messen (hier wohl als Bescheidenheitstopos: man erhält nur Entsprechendes zurück)

pro dolor = zum Ärgernis (Schmerz)

pro extra ordinarias diaetas = für außerordentliche, ungewöhnliche Tagegelder (Diäten)

pro extractu protocolli = für den Auszug des Protokolls

pro futuro = für die Zukunft, zukünftig

pro hac vice = aufgrund dieses Umstandes

pro hoc anno = für dieses Jahr

pro impetranda pace = für den zu erlangenden Frieden

pro juribus = als Aufwandsentschädigung

Pro Memoria = Promemoria, Eingabe an eine vorgesetzte Stelle

pro memoria defunctorum = zum Totengedächtnis

pro notitia = zur Erinnerung

pro tempore = zur Zeit

pro urbe = für die Stadt(kasse)

Probbier = Bierproben

procidir(e)t = eine Auseinandersetzung gehabt, einen Prozess geführt

proclamirt = (er) ruft aus

Procurator = bevollmächtigter Stellvertreter einer Person in einer gerichtlichen Auseinandersetzung

proponirt = vorgeschlagen, beantragt

Proposition = Antrag

propter filium = wegen des Sohnes

Protestation = Beschwerde

provisionaliter = einstweilen

provisionaliter respective et suis spoliantis sumptibus = vorsorglich bzw. auch auf Kosten des Schädigers (wörtl.: des Raubenden)

provisionelle Remedeur = einstweilige Abhilfe

Provisor = Vorsteher, Verwalter

publicatum = bekannt gegeben

Pütz = Brunnen

Pulheim = Stadt Pulheim, Erftkreis

Pulten = Lesepulte

Pumb = Pumpe

punctatim = Punkt für Punkt, einzeln

qua testis = als Zeugen

quaestioniert = in Rede stehend

Quantum = Anteil

qua(r)taliter = vierteljährlich

Quart(en) = Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Quartal(l) = Vierteljahr, auch die Quartalgelder (Quartalien)

Quartiermeister = Offizier, der neben seiner Offiziersfunktion zusätzlich die Marsch- und Lagersicherung und etwaige Befestigungen beaufsichtigte

Quasi modo = erster Sonntag nach Ostern

Quetschen-Baum = Zwetschge (Prunus domestica)

quod nemo consul confirmetur nisi redditis = dass niemand zum Bürgermeister ernannt werde, der über keine Einkünfte verfügt

quoram nomine subscripsit = in wessen Name unterschrieben hat

quoscunque = welche (Personen) auch immer

Rampart = (Erd-) Wall

rasen Hundt = tollwütiger Hund

Rathsglieder = Ratsmitglieder

Rathsverwanter, Rathwanter = Ratsherr, Mitglied des Stadtrats; das Amt war nicht erblich, sondern der Aufzunehmende wurde durch das Ratskollegium ernannt oder gewählt

Rating = Stadt Ratingen, Kreis Mettmann

ratione = wegen

Ratt-Mauß = Ratte

Recess(us) = Rezess, Vertrag, Vergleich

recessirt = verglichen

Rechtsahm = Gerechtsame, (Vor)recht

Recreatio, Recreation = hier: Verköstigung, (Magistrats-) Essen

Recruten, Recruth = Rekruten, Söldner in der Ausbildungszeit

refirirt, referiret, refireret = referiert, berichtet

Regale, regali = Regalien: Rechte allgemein (niedere); der Name bezeichnete ursprünglich nur die Hoheitsrechte

Rege = Anregung, Antrag

Regent = auch: Regiment

Rehin = Rhein

reichen = riechen

Reichstahler Coranth = Kuranttaler, s. Münzen, Maße und Gewichte

Reichstahler Species = Speciestaler, s. Münzen, Maße und Gewichte

Rei(h)n = Rhein

Reiser = Holzstöcke

relicta copia = mit Zurücklassung (Überlassung) einer Abschrift

remediiren = abstellen, abhelfen

Remigii-Dag = 1. Oktober

renomirt = renommiert, angesehen

renovata super domino = erneuert unter Herrn

Rentmeister = Verwalter eines grundherrschaftlichen Vermögens

Repartition = Verteilung

Reproduction = Abschrift

Reprodue = Abschrift, Kopie

requiescat in pace = er/sie möge ruhen in Frieden

resiniret = resigniert: (das Amt) abgetreten

respective = beziehungsweise

responsum = Antwort

Restant(en) = zahlungsrückständige(r) Schuldner, auch für Gefangener

resti(e)ren = zurück bleiben, übrig bleiben, schulden

restitutionem spolii et rei ad pristinam faciem = die Wiederherstellung des Weggenommenen und der Verhältnisse gemäß dem früheren Zustand

Reuschenberg = Reuschenberg, Kreisstadt Neuss

Reut(h)er, Reuhter = Reiter

reverendissimus = hochehrwürdig

reverendus, reverendre = ehrwürdig

Rheinfehr = Rheinfähre

Rheinfelder Hoff = Rheinfelder Hof: noch existierender Gutshof an der Andreasstraße in Rheinfeld (⇒ Rheinfelt)

Rheinfelt = Rheinfeld, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss

Rheinpforts = Rheintor

Rheinstrum = Rheinstrom

Riethstöcke = (Amts-)Stöcke der Ratsherren

RiferdenRheinfelt

Rinderhi(e)rt = von der Stadt eingesetzter und bezahlter Hirt, der die Rinder der Gemeinde hütete

RindertrifftKuhetrifft

Sancti Rochi-Bildenstöckelgen = Bildstock in der Zonser Heide, am Weg von Dormagen nach Stürzelberg (Rochushäuschen)

RodenVogelsroth(en)

Röck = (Uniform-) Jacken

auffm Rohren Örthgen = auf dem Hohen Örtchen, Straße in Zons

Rohrisches Maaß = das im Gebiet an der Ruhr gebräuchliche Maß

RohtenVogelsroth(en)

Romm = Rom (Italien)

Rommerskirchen = Gemeinde Rommerskirchen, Rhein-Kreis Neuss

Rosellen = Rosellen, Kreisstadt Neuss

RoßwagenRüßwagen

RosterKirchroster

RothVogelsroth(en); auch: Rute, Längenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Rotheych = Roteiche (Quercus robur); hier: Art der Last oder Abgabe (nicht näher bekannt), die auf einem Grundstück oder Gebäude ruht; vgl. <39>

Rubohl = aus Raps oder Rübsen (⇒ Rübsahm) gewonnenes Öl

Rübsahm(en) = Same des Rapses (Brassica napus), des Rübsens (Brassica rapa) oder die Pflanze selbst; sie dienten als Futter- oder Gemüsepflanzen und zur Ölgewinnung

Rüssen = Russen

Rüßwagen, Rüstwagen = Rüst-, Leiter-, Plan- oder Frachtwagen

RuhdenVogelsroth(en)

RungenKahr-Runge

Ruth(e)Vogelsroth(en); auch: Rute, Längenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Sabbathi = am Samstag

Sacellan(us) = Kaplan, Hilfsgeistlicher des Pfarrers; der Zonser Kaplan erhielt traditionell einen Teil des dem Kloster Brauweiler zustehenden Zehnten (⇒ Zehnt) als einen Teil des ihm zustehenden Gehalts[755]

Sack-Uhr = Taschenuhr

Sacksische Gotha-Völcker = Söldner des Herzogtums Sachsen Gotha Altenburg

Sacristey = Sakristei, Nebenraum in der Kirche für den Geistlichen und als Aufbewahrungsort für Gegenstände, die für den Gottesdienst benötigt werden

Sahm(-Rüben)Rübsahm(en)

Saltzgassen-Pfort = Tor an der Kölner Salzgasse, die das Nordende des Heumarktes mit dem Rheinufer verbindet

salva venia = mit Verlaub (gesagt)

salvo regressu = unter Vorbehalt des Ersatzanspruchs

Sancti Romani Imperii = des Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation)

Sartägen = vermutlich von lat. sartago (Hexenkessel, Tiegel) – gemeint sind hier demnach wohl das Pfeifenwerk oder die Windrohre (Kanäle) der Kirchenorgel

Satisfaction = Entschuldigung, Rechtfertigung

sattsahm, satzsahm = genügend, ausreichend, groß

Saw = Sau

Saxigotische Beletter = die Unterbringung der sächsischen Söldner regelnde Einquartierungszettel (⇒ Beletter)

scabinus, scabini, scabino, scabinorumScheffen

schären = scharen: ernten

Schaaffs-Schweiff, -Schweit = gemeinschaftliches Weiderecht für Schafe

SchaalenFehrschall

Schaff = Schrank

SchaleFehrschall

Schall, Schalen = Schale (der Frucht), auch für Baumrinde

Schaslör = Jäger (frz. chasseur)

Schatz = direkte Steuer, die zweimal jährlich von den Untertanen an den Landesherrn gezahlt wurde; die Höhe der Abgabe richtete sich nach der Größe des Grundbesitzes; normalerweise war ein Schatz in einfacher Höhe zu entrichten (Simplen), unter besonderen Umständen oder in Notzeiten wurde auch ein Mehrfaches erhoben; eine indirekte Form der Besteuerung war die Akzise (⇒ Accies), eine Verbrauchssteuer

scheeren = abschneiden (z.B. junger Zweige an einem Baum, einer Hecke etc.)

Scheesse = leichte Kutsche

Scheffen = Zonser Schöffen: Mitglieder eines ständigen Ausschusses von 7 Urteilern im Schöffengericht unter Vorsitz des Schultheißen (⇒ Schultheiß), das über niedere Gerichtssachen urteilte und in der Gerichts- und Ratsstube des Rathauses tagte; der Bezirk des Zonser Schöffengerichts deckte sich mit der Amtsgrenze; neben ihrer juristischen Funktion vor Gericht nahmen die Schöffen als Mitglieder des Stadtrates (⇒ Magistrat) auch politische Aufgaben wahr[756]

ScheseScheesse

Scheur, Schewren = Scheune

schier = nahezu, fast

SchießpfortzSchoßpfortz

Schildereyen = Bilder, Gemälde

Schilling(en) = Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Schilt = Schützenschild, an der Königskette

Schilt-Loisdor(en) = Schildgulden, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Schilt-Pistohl = Pistole, Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Schincken = hier: die menschlichen Oberschenkel

Schinders-Kuhle, Schinnerskuhle(n) = Abdeckerei-Grube unmittelbar nördlich an der heutigen Aldenhovenstraße in Zons, etwa in Höhe Raabe-/ Wilhelm-Busch-Straße; die Grube wurde zwischen den beiden Weltkriegen verfüllt und diente noch bis zuletzt als Abfallgrube; heute befindet sich in dem Areal u.a. ein Spielplatz

Schinner = Abdecker, auch Ausdruck für eine unehrenhafte, verachtenswerte Person

Schlag-Fluß = Schlaganfall

Schlave = Sklave

Schlebuschroth = Schlebuschrath, Stadt Leverkusen

Schlechter = Schlachter, Metzger

Schloßmächer = Schlosser

Schluchten = grüne Äste und Zweige des Baumes

Schluys(g)en = Schleuse(n)

Schmickenhalffen = Halbpächter (⇒ Halffman) des "Schmickenhofes" in Stürzelberg, ein bereits im 13. Jahrhundert erwähntes Gut des Zisterzienserinnenklosters Gnadental; er befand sich an der heutigen Oberstraße, wahrscheinlich auf dem Gelände der Gaststätte "Vater Rhein" am Kapellenberg[757]

Schnacken = Ferkel

Schnubtuch = Taschentuch, auch das Hals- oder Schultertuch

Schnurgassen = Straße in Köln mit der 1716 vollendeten Kirche "St. Maria in der Schnurgasse" (nach dem Zweiten Weltkrieg in "Maria vom Frieden" umbenannt) des Konvents Unbeschuhter Karmeliterinnen; die Kirche besaß eine Marienstatue aus dem Holz eines Baumes, der einst in Scharpenheuvel (Brüssel) ein wundertätiges Marienbild getragen hatte, gestiftet von Maria de Medici, der entmachteten, 1641 nach Köln geflohenen und im folgenden Jahr verstorbenen Königin von Frankreich; die Statue wurde ab 1643 öffentlich verehrt; 1942 brannte die Kirche und mit ihr die gesamte barocke Einrichtung einschließlich der Marienstatue ab; nach dem Krieg erfolgte der Neubau von Kirche und Kloster[758]

Schobben, Schop, Schöbb, Schöpp = Schuppen

Schorre(n)stein = Schornstein(e)

Schorrensteins-Visitation = regelmäßige (vierteljährliche) Untersuchung der Schornsteine zwecks Feuervorbeugung durch eine Kommission, bestehend aus dem Bürgermeister (oder seinem Vize), einem Schöffen (⇒ Scheffen), einem Ratsherrn (⇒ Ratsverwanter), dem ⇒ Gerichtschreiber (als Protokollant) und dem Stadtdiener (⇒ Statt-Diener)

Schoßpfortz = Falltor

ein Schüpp gegraben = eine Schaufel tief gegraben

Schüppen-Diensten = Arbeiten im Rahmen der bürgerlichen Dienstpflichten (⇒ dienstweis)

SchützStatt-Diener

Schull(en) = Schule(n)

Schultheiß = Vorsitzender des städtischen Schöffengerichts (⇒ Scheffen), der auch über die Beachtung der hoheitlichen Gerechtsame des Domkapitels und die Umsetzung der Verordnungen wachte; vor Gericht konnte er vom ältesten Schöffen vertreten werden[759]

Schupfen, Schuppen = Schaufeln

Schußekönig = Schützenkönig

Schwärtz-Hoff = der Schwiertz Hof (auch Schwertzhof) des Kölner Domkapitels in ⇒ Nievenheim, nahe der St. Pankratius Kirche, heute Salvatorstraße 9

im Schwanen(-Hauß) = in Zons befand sich die Gastwirtschaft und Brauerei in der Feldstraße (heutige Schloßstraße) nahe dem Feldtor, wahrscheinlich auf dem Standort des heutigen Hauses Schloßstraße 49[760]; das Gebäude der Gastwirtschaft "Im Schwan" in Dormagen existiert noch heute (Kölner Straße 20)

Schwebel = Schwefel

Schweinshi(e)rt = von der Stadt eingesetzter und bezahlter Hirt, der die Schweine der Gemeinde hütete

Schweith = das gemeinschaftliche Weiderecht als Teil der Allmende

schweren = schwören

ScribaJudicii Scriba

scripsi = ich habe (dies) geschrieben

Sancti Sebastiani-Bruderschaft = Zonser Schützenbruderschaft St. Sebastianus, 1460 erstmals belegt; das Königsvogelschießen war traditionell am Sonntag vor Pfingsten, daneben feierte die Bruderschaft auch den Sebastianustag (20. Januar); die Mitglieder traten auch bei besonderen Anlässen wie dem Besuch des Kurfürsten geschlossen auf; die Vereinigung ging in der Französischen Zeit unter[761]

Sancti Sebastiani-Chor = die Zonser St. Sebastianus-Schützenbruderschaft besaß traditionell einen eigenen Altar in einem durch einen hölzernen "Chor" oder Lettner abgetrennten Teil der Pfarrkirche St. Martinus; der Altar bestand bis 1825[762]

Secretarius = Sekretär

Seil = Wald- oder Flächenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

seint, seind = sind

Selderig = Sellerie (Apium graveolens)

Senator(es) = Ratsherr(en)

Sententz = rechtliches Urteil

Sentiment = Einschätzung, Beurteilung

sepultus, sepulta = wurde beerdigt

sequentes dominosdominos sequentes

Sergant(en) = Unteroffizier(e)

Session = Sitzung

SeylSeil

Seythen-Banth = Seidenband

Si duo faciunt idem, non est idem = wörtlich: Wenn zwei das gleiche tun, ist es nicht das gleiche (es hängt davon ab, wer die handelnde Person ist)

sicut factum est = wie es behandelt (abgesprochen) worden ist

signanter = ausdrücklich

signatum = unterzeichnet

signum angelicum = das Läuten zum Gebet "Engel des Herrn" am Mittag: drei einzelne Schläge und anschließendes Dauerläuten

similiter = in gleicher Weise

Simpel, Simplen, SimplaSchatz

Simples-Fuß = die der Berechnung des Schatzes (⇒ Schatz) zugrunde liegende Regelung

pro simposio = für das Gastmahl (das bei Vertragsabschlüssen den Teilnehmenden zugute kam)

sine expressione termini = ohne Angabe eines Termins

Sinteren = Sinthern, Stadt Pulheim, Erftkreis; über die Sintherner Pfarrkirche besaß die Abtei Brauweiler das Patronatsrecht

sis mecum = sei mit mir

Snitten = Einschnitte

Sohlen = Grundbalken, Fuß; Vorrichtung gegen Umkippen der Vogelstange

Sohlingen = Stadt Solingen

solemniter = festlich, feierlich

solvit = er/sie hat bezahlt

Sommer = möglicherweise auf Soma: Last, Bürde (ital. Somma) zurückgehend; Art der Abgabe an den Küster

Sommer-Wicken = wahrscheinlich die Saat Wicke (Vicia sativa): mit Hafer oder Klee vermischt, wurde sie als Grünfutter verabreicht

sothanen = genannten

-spandig = -spannig

Spann-Diensten = das Zur-Verfügung-Stellen von Pferden als Vorspann für die Dienstkarren im Rahmen der bürgerlichen Dienstpflichten (⇒ dienstweis)

Specification = Einzelaufzählung, genaue Nachweisung

specificespecificirlich

specificirlich = besonders, einzeln aufgezählt

Spes mea, spes Jesus, spes altera Virgo Maria, tertia Josephi, spes mea semper erit = Meine Hoffnung, Hoffnung (ist) Jesus, andere Hoffnung (ist) Jungfrau Maria, dritte Josephs, meine Hoffnung wird er immer sein

Spiltag = Ferien

Spinhauß = von Kurfürst Clemens August 1737 in Kaiserswerth eröffnetes Zuchthaus, das vor allem der Unterbringung herrenloser "Zigeuner, Bettler und Vaganten" (Männer und Frauen) diente, die hier mittels Arbeit – die Bezeichnung "Spinhauß" ist ein Hinweis auf die dort unterhaltenen Spinnerei-Arbeiten (neben Weben, Trassklopfen u.a.) – diszipliniert werden sollten; 1769 ging das Zuchthaus an Kurpfalz[763]

spoliative = durch unrechtmäßigen Entzug, Raub

Sportelen = (Gerichts-) Kosten

Spotgelt = Spottgeld, Kleinigkeit

Kloster-Spreches = Kloster-Sprechhaus: der Teil des Klosters, wo die Konventsmitglieder Angehörige sprechen durften

Spreutz = Spritze

spuliert = von spolieren: (be)rauben, plündern

Staadt = prachtvoller Aufzug; vgl. "Hofstaat" (Schützenfest)

Sta(a)b = Stab eines Truppenteils (wie nhd.)

Stähl, Ställ = Ställe

stätige = stetige

Stahl = Stall

Standar(t)en = Standarte: ursprünglich die große Schlacht- oder Sturmfahne; im übertragenen Sinn die Reiterabteilung, die eine Standarte besitzt

Stan(t)darm(en), Stantarm(en) = Landjäger, leicht bewaffnete Reiter

Stangketten = Stakette: Gitter aus senkrecht stehenden dünnen Eisenstangen, auch mit Holzlatten

Statt-Diener = der Stadtdiener ("Schütz") war ein vereideter Amtsträger der Stadt, der die unterschiedlichsten Aufgaben (auch Exekutivfunktionen) im Interesse der Stadt wahrnahm; in der Chronik wird er u.a. als Gehilfe bei Wahlen oder bei der Besichtigung der Schornsteine erwähnt[764]

Stattfendrig = Fähndrich (⇒ Fendrig), der unter dem Hauptmann die Unteraufsicht bei den bürgerlichen Wachdiensten (⇒ Wachten) hatte

Stattkohlsümber = städtisches Maß für Kohle (⇒ Sümber)

StattschreiberGericht(s)schreiber

Stecken = hier: Bohnenstange

Bruderschaffts-Stefe, -Steff = Brudermeister-Stab

SteigerGesteiger

Steinstraß = Steinstraße, heutige Deichstraße zwischen Zons und Stürzelberg

StellStähl

Stertz = Schwanz

Stietfkirchen = Stiftskirchen

Stiffelung = von stibeln: aufräumen, aufbauen, ordnen, hier: die Ausstattung der Altäre mit Kerzenständern usw.

Stiffts-Kirchthurn = Westturm des Quirinus Münsters in Neuss

Stockhauß = Gefängnis, Zuchthaus (zu Kaiserswerth ⇒ Spinhauß)

Stolam = Stola, Teil des priesterlichen Messgewands

Stommel = Stommeln, Stadt Pulheim, Erftkreis

Straßburg = Stadt Straßburg im Elsass, Frankreich

Ströhe-Hälm = Strohhalme

Struch = Strauch

StuberStüber

Stuck, Stux = wahrscheinlich die beheizte Stube oder der Stubenofen

Stucks-Kleith = Kleid aus silberdurchwirktem Prunkstoff oder aus Seide

Stüber = Währung, s. Münzen, Maße und Gewichte

Stück = Kanone(n)

Stücker = Stöcke

Stückgiesser = Kanonengießer

Stütgen = Stüttgen, Kreisstadt Neuss

Stütger = Stuten, (längliches) Weißbrot

Stüt(t)ger Busch/ - Walt = ehemaliger ausgedehnter Wald zwischen Stürzelberg und Uedesheim; obwohl nur zum Teil auf Zonser Amtsgebiet gelegen, war das Domkapitel Erb- und Grundherr; holzberechtigt waren die gemeinen Erben aus Zons und Grimlinghausen; ein dort tagendes Holzgericht[765] unter Führung der zwei Zonser Holzgrafen behandelte Vergehen, die von den zwei Buschförstern verzeichnet und dem Domkapitel gemeldet wurden[766]

StulamStolam

Stumpff, Stümpff (Brahten) = Oberschenkel des Schlachttieres und Fleischstück aus diesem

Stuncken = Stuck: mörtelartiges Gemisch aus Gips, Kalk, Marmorstaub usw.

Sturtzelberg, Stürtzelberg = Stürzelberg, Stadt Dormagen, Rhein-Kreis Neuss; im Berichtszeitraum zu Stadt und Amt Zons gehörig

StuttenStütger

StuxStuck

sub executione = unter Strafandrohung

sub novo Praeside = unter einem neuen Vorsitzenden (Wahlleiter)

sub poena exclusionis = unter (Straf-) Androhung des Ausschlusses

sub regimine moderno adhibirt = zu der jetzigen Verwaltung (Magistrat) hinzugezogen werden

sub titulo = unter dem Rechtsanspruch

subjecta passiva = hier: die nicht stimmberechtigten Personen

submittiret = sich stützen, beugen (auf)

Sühler = Söller, Dachboden

Sümber = Sümmer, Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Sum = Summe

sum ex libris = ich bin aus den Büchern (von)

summarum = insgesamt

sumptibus civitatis Zontinensis = auf Kosten der Stadt Zons bzw. der Zonser Bürgerschaft

sumptibus Dominorum batronorum et civitatis = auf Kosten der Patronatsherren und der Bürgerschaft

Suppli(c)que/ Supplic(ation) = Supplik, Bittschrift

suppliciret = gebeten

supra = oben

Symposiums-Gelder ⇒ pro simposio

Syndicus = Rechtsvertreter

Tambaur = Tambour, Trommler

tamen accepit juram suam = dennoch hat er seine Aufwandsentschädigung bekommen

Tapeten = Teppiche oder Stoffe mit großen Stickereien

Tauff = Taufbecken; auch das (geweihte) Taufwasser

Tauffen-Brieff, -Schein = (katholische) Taufbescheinigung, mussten zur Erlangung des Bürgerrechts vorgelegt werden

Tax = Abgabe, Steuer

"Te Deum Laudamus" = Lobgesang des Ambrosius

termineret, terminiret = Almosen gesammelt

termino = zum Termin

Teute = große, längliche und schmale Kannne aus Metall oder Holz mit kupfernen oder eisernen Reifen mit Ausgussröhre für Milch, Kaffee, Wasser, Bier usw.; im Gegensatz zur Kanne mit weiter Öffnung

Thalar-Rock = bis zu den Knöcheln reichendes, weites Amts- oder Festgewand

Tham = Damm

theatrum, theatro = Schauplatz

ThelerathDhiel(l)rath

Thenner = Tenne

Theur, Thewr(en) = Tür(en)

St. Thönes-Häußgen = die Kapelle der Zonser Antoniusbruderschaft (die Vereinigung ist bereits im 15. Jahrhundert nachgewiesen); eine Nachfolge-Kapelle, errichtet im 20. Jh., steht noch heute an der Mündung des Herrenwegs in die Deichstraße

thran = nach Tran (flüssiges Fett von Seesäugetieren oder Fischen) riechend

Thrier = Stadt Trier

Thumb-Herr = Domherr

Thumb Capitul = Domkapitel: es nahm u.a. die Rechte des Erzbischofs wahr; Zons war vom 15. Jahrhundert bis um 1800 eine Art Unterherrschaft des Kölner Domkapitels (Metropolitankapitel)

Thumb-Kirchen = Kölner Dom

Thumb-Syndicus = Rechtsvertreter des Domkapitels

Thumbaffter-Dechant = Subdekan des Domkapitels

Thumdechant = Dekan des Domkapitels

Thumhoff = Domhof

Thumsecretarius = Sekretär des Domkapitels

ThurTheur

thurificirt = das Weihrauchfass geschwenkt

Thurn = Turm

Tinstags = dienstags

Tortschen = Tortsche: Kirchenleuchter mit Wachskerze, bei Prozessionen auf einem Stock vom Messdiener getragen

totaliter = gänzlich, völlig

Tractament = (Fest-) Essen

tractir(e)t = gequält, misshandelt

TräpTrap(p)

TragonerDragoner

Traguners-Confange = kleiner Trupp ⇒ Dragoner

Trap(p), Trappen = Treppe

Trappe-Klock = die mittlere der Kirchenglocken über der Treppe (vgl. <168>)

Tribunal = Gerichtshof

tricenarium = eine alle 30 Tage zelebrierte Messe für die in dem zurückliegenden Monat Verstorbenen; heute ist das Sechswochenamt üblich

TrifftKuhetrifft

trückener Weinkauff = bei Vertrags- oder Geschäftsabschlüssen musste der Käufer oder Pächter ein bestimmtes Quantum Wein hergeben; später wurde diese Abgabe in eine Geldzahlung ("trockener Weinkauf") umgewandelt

Trummenschlag = Trommelschlag

Trumpetter = Trompeter

Tüppenbecker = Irdentöpfer

Türckische Bohnnen = Feuerbohnen (Phaseolus coccineus)

Tumba = Katafalk, Trauergerüst

tubbelter = doppelter

Über-Rock = Männerrock, den man früher beim Ausgehen über das im Haus getragene Wams (⇒ Wämmesgen) zog (Überzieher, Mantel)

übergölden = vergolden

Üdesheim, Udesheim = Uedesheim, Kreisstadt Neuss

ümb = um

ümb Willen = da, weil

Udesheim ⇒ Üdesheim

Uertingen, Ürdingen = Uerdingen, Stadt Krefeld

Uhrweisen, Uhr-Weiß = Zeiger der Uhr

ulterius = weiter unten

umb Nachsagens halber = wie man sagt (berichtet)

umb ordinarie Zeit = zum vorgeschriebenen (gewöhnlichen) Zeitpunkt

Umblag = Umlage (zur Finanzierung)

umbtrint = um etwa

Unbilligkeiten = Ungerechtigkeiten

ungerechnet = ohne Ablegung der (Jahres ) Rechnung

Unschlicht(ß)-Kertzen = Kerzen aus tierischem Fett (Talg)

Untersagung = Verweigerung

Unterschläg = Querbalken unter einem Hauptbalken, die diesen stützen

unterzeigenen = unterzeichnen, unterschreiben

Urdenbach = Urdenbach, Stadt Düsseldorf

urkunth = urkundlich

Urlaub = Erlaubnis

Ursagt = Ursache

ut supra = wie oben

Väter = Vetter

vel = oder, beziehungsweise

Venerabel = Monstranz; wörtlich: das Verehrungswürdige

Veneris = Freitag

"Veni Creator" = Pfingsthymnus

"Veni Sancte Spiritus" = Pfingsthymnus

venit = er kam

verabhandelt = behandelt, besprochen

Verabsaumung = Vernachlässigung

veraccordir(e)t = zum Akkordlohn ausgestellt

veranderdt = verändert

Vernehmlassung = Äußerung

verdruncken = ertrunken

verdubbelt = verdoppelt

vergenehmet = angenommen, akzeptiert

verkahl(e)t, verkaltet = erfroren

vernothreifft = wegen großer Dürre vorzeitig, noch unausgewachsen gereift (Getreide)

verordinneret/ verordiniret = festgelegt, geregelt, auch im Sinne von verfertigt

Versagung = Verweigerung

verschalt = mit Holzlatten verschlossen (von "verschalen")

verschossen = ausgegeben

verspilt = verloren, verspielt

verstattet = verboten

Verstör(h)nus = Beunruhigung

versus "Emitte Spirit" = Vers: "Sende aus Deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu"; Teil des Gottesdienstes in der Zeit nach Ostern (vor der Liturgiereform)

verte folium = wende das Blatt um

verühig = unruhig, beunruhigt

verus possessor hujus libri = der wahre (eigentliche) Besitzer dieses Buches

verwintschlaget = nicht beachtet, in den Wind geschlagen

verwissen, verweist = verwiesen, ausgewiesen

Vesper = Gottesdienst am frühen Abend

vexiren = irreführen

via regia = Königsweg; das am besten zur Erreichung eines Zieles geeignete Verfahren

Vicariae, Vicarie, Vicarii-Hauß, Vicariath = Haus des Vikars (Stellvertreter des Pfarrers)

Vicarii generalis = des Generalvikars (Stellvertreter bzw. Beauftragter des Bischofs in der Diözesanverwaltung)

vide = siehe

vidua = Witwe

Viehefall = Viehseuche, hauptsächlich die Maul- und Klauenseuche

ViehetrifftKuhetrifft

an den vier Rähder = Flurname an der Stelle, wo die A57 über den Holzweg zwischen Dormagen und Dormagen-Delhoven verläuft; dort schnitten sich im 18. Jahrhundert mehrere Wege und grenzten verschiedene Territorien (Kurfürstentum Köln – Herzogtum Jülich) bzw. Ämter (Zons – Bergheim – Hülchrath) aneinander; der Flurname könnte auf eine ehemalige Richtstätte ("Rädern") an dieser markanten Stelle hindeuten[767]

Viertel = Volumenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Vigilia ascensionis = Mittwoch vor Christi Himmelfahrt

vill = viel

virgo = Jungfrau

Visitatio CaminorumSchorrensteins-Visitation

Visitation = Besichtigung, Untersuchung

Visitator = kirchlicher Würdenträger, der die Besichtigung der Pfarreien zwecks Aufdeckung von Missständen durchführte (⇒ GeneralVisitation)

visitirt = besichtigt

Vogelsroth(en), Vogelsruth = Vogelrute, Holzstange, von der man den Königsvogel schoss; Rute = Pfahl, Stange

Volckes-Haw = Bezeichnung für einen Teil des Stüttger Busches (⇒ Haw)

vor = auch: für

vorbescheiden = vorladen, zitieren

vorbragt = berichtet, erklärt

Vorspann = Pferde oder andere Zugtiere, die einem Wagen vorgespannt werden (⇒ Spann-Diensten)

Vota activa = zu zählende Wahlstimmen

votando contraire = dagegen stimmend

votiren = wählen

Votum, Votorum = Wahlstimme(n)

Waag = Waage, Massenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte; auch: die Waage

Waall = (Erd-)Wall

Waasen = Rasen

Wachelder Körner = Wacholderbeeren (Juniperus communis)

Wachten = zu den bürgerlichen Dienstpflichten (⇒ dienstweis) gehörte auch der Wachtdienst, in Friedenszeiten zum Schutz vor Brand oder Diebstahl; hiervon waren nur die Ratsmitglieder befreit, die jedoch die Aufsicht führten, sowie der Müller; die Bürger, die mit eigenem Gewehr erscheinen mussten, wurden in Rotten eingeteilt und auf die verschiedenen Wachtposten (hauptsächlich das Rheintor und das Feldtor) verteilt; die Bürger aus Stürzelberg waren nur in Notzeiten zum Wachtdienst verpflichtet

Wämmesgen = kurze Jacke, Weste

Wännläpper = Kesselflicker

waget = wiegt

Wahl-consensionum = der Wahlverschwörungen

Waltscheider Hoff = der noch heute existierende Hof Alt Waldscheid unmittelbar nordwestlich von Neuss-Uedesheim

Wasser-Gosse = Wasserrinne am Straßenrand

Wasserfall = Wassergefälle auf der Straße, Regenfall

Wasserkämpff = Wasserkämpe: Flurname etwa 550 m südsüdöstlich der Zonser Stadtmauer

Wasserscheu = Synonym für die Tollwut: nach der Infektion durch den Biss eines wutkranken Tieres (v.a. Hund, Katze, Wolf, Fuchs) können Tage oder Monate bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen, die sich in Niedergeschlagenheit (daher "betrübte Kranckheit") und rasch zunehmenden Schluckbeschwerden bemerkbar macht, so dass die erkrankte Person schließlich bereits beim bloßen Anblick von Wasser heftigste Krampfanfälle erleidet (daher "Wasserscheu"); die Wutkrankheit endete in der Regel nach ein bis vier Tagen mit dem Tod

Wax = Wachs

Wegen-Pafäung = Wegepflasterung bzw. -befestigung mit Pflastersteinen oder Kies (von frz. paver = pflastern)

We(e)ggelt = Wegzoll (häufig verpachtet) der für Karren, Vieh und Waren gefordert wurde; die Einnahmen dienten der Instandhaltung der Wege; in Zons wurde das Weggeld "auf dem Stürzelberg" erhoben[768]

Weißbrötgen = Brötchen

weissen, weisten = kälken, weiß anstreichen

Weith, Weyth = Weide, hier im Zusammenhang mit der Allmende

Weitz = Weizen

Welche FrüchteWachelder Körner

Welf(f)er Hoff = Walhover Hof: ehemaliges, bereits im 13. Jahrhundert belegtes Hofgut des Kölner St. Andreas-Stifts zwischen ⇒ Dormagen und Rheinfeld (⇒ Rheinfelt); das noch erhaltene Hofkreuz ("Andreaskreuz") erinnert an den ehemaligen Standort, wie auch der Flurname "Walhof" am parallel zur Walhovener Straße verlaufenden Wirtschaftsweg

Wenster = Fenster

Werff = Ufer, Damm, Böschung, auch der zum Schutz vor Überschwemmungen aufgeworfene Erdwall, schließlich auch die Schiffswerft

werte = währte, dauerte

Rhein-Werth(er) = Rheininsel(n)

Wesel(l) = Kreisstadt Wesel

inß Westen-Grath = in westlicher Richtung

Weyen = "Wey": ehemaliger Gutshof bzw. Wirtshaus ("Zur Weyen") an der Kreuzung der heutigen Straßen "In Ückerath" Hindenburgstraße/Heerstraße-Südstraße in ⇒ Nievenheim, der namengebend für die dortige Ansiedlung wurde[769]

WeythWeith

Weyerstrassen = Straße am Kölner Barbarossaplatz

Wickerath = Wickrath, Stadt Mönchengladbach

Widersdorf(f) = Widdersdorf, Stadt Köln

Wiefelinghofen = Wevelinghoven, Stadt Grevenbroich, Rhein-Kreis Neuss

Wieler = Weiler, Stadt Köln

WieselWesel

WifelekofenWiefelinghofen

willmühtig = willkürlich, mutwillig

wilt = will

Winckelen = Krämerläden, Spezereiläden

Winckels-Waaren = Kramware, Spezereiware

Winder = Winter

Wintersahm = Winter Rübsen (⇒ Rübsahm(en))

Wintschläg = vom Wind abgerissene Äste und Zweige

Wittib = Witwe

wöhlen = wählen

wöhlbahr = wählbar

wohe = wo

woll = wohl, gut

Wor(r)ingen = Worringen, Stadt Köln

Wüllen = Wolle, Wolldecken

wusse = wuchs, stieg

Zabul = Säbel

Zang = Gezänk, Streit, Auseinandersetzung

Zehnessen = die Pächter des Zonser Zehnthofes (⇒ Zehnhoff(s Hauß)) bzw. des großen Zehnten (⇒ Zehnt) waren verpflichtet, einmal jährlich ein Zehntessen zu veranstalten

Zehngasse, Zehn-Gaß = heutige Zehntgasse in Zons mit dem namengebenden Zehnthof

Zehn-Herr = der den Einzug des Zehnten (⇒ Zehnt) Beaufsichtigende

Zehnhoff(s-Hauß) = Zehnthof, heute noch das Haupthaus (Zehntgasse 6) erhalten; die Einsammelstelle des großen Zehnten (⇒ Zehnt) durch das Kloster Brauweiler (⇒ Braww(e)iler(ensis))

Zehnhüter = Bediensteter, der den Einzug des Zehnten durchführte

Zehnplatz = ehemaliger Platz am Zehnthof in Zons (⇒ Zehnhoff(s Hauß))

Zehnt, Zehnden = Abgabe des zehnten Teils der landwirtschaftlichen Erzeugnisse an die Pfarrkirche, aufgeteilt in großer Zehnt (Getreide und Großvieh) und kleiner Zehnt (Obst, Gemüse und Kleinvieh)

Zeicher = Zeiger

Zeug = Zeugen

Ziehrat, Ziert = Zierde, Schmuck

Zitz = geglättete Baumwolle zur Herstellung von Kleidung

Zohl, Zoll = Zoll, Längenmaß, s. Münzen, Maße und Gewichte

Zollbeambte = im 18. Jahrhundert zählten zu den Zollbeamten der ⇒ Zollverwalter (Vertreter des Zöllners), ein ⇒ Beseher, ein Kontrolleur (⇒ Controleur) und ein ⇒ Nachgänger; sie waren keine Bürger und hatten daher keinen Anteil an den bürgerlichen Rechten und Pflichten

Zollhauß = eigentliches Zollgebäude neben dem Zonser Zoll- oder Rheinturm, in dem sich die Schreibstube befand (Rheinstraße 1)

Zol(l)verwalter = Vertreter des Zöllners, einer der vier Zollbeamten (⇒ Zollbeambte); er stand dem Kollegium vor und führte die Protokollbücher

Zontinensis = von (in) Zons

Zufahl = Zustimmung

Zung = Zunge

Zupffen-Löffel = Suppenlöffel

zupleisterenPliester-Höltzer

Zwigelgen = kleiner Zweig

Münzen, Maße und Gewichte

Im Folgenden werden die im Kölner Raum üblichen Maße wiedergegeben. Grundlage hierfür ist im Wesentlichen die Übersicht von C. L. W. Aldefeld: Die älteren und neuen Maaße und Gewichte der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Aachen/ Leipzig 1835.

Ahm = Volumenmaß für Wein oder Bier; eine Ahm oder Ohm entsprach 141,86 l

Albus = silberne Groschenmünze im Wert von 24 Pfennig = 3 Stüber, eine der Hauptmünzen im Kölner Raum seit dem 14. Jahrhundert

Blaffert = Bezeichnung des 4 Albus-Stücks seit dem 17. Jahrhundert in Köln und Jülich-Berg

Dukat = verbreitetste europäische Handelsmünze in Gold, erstmals Ende des 13. Jahrhunderts in Venedig geschlagen, seit 1556 offizielle Goldmünzeinheit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; ein Dukat entsprach 1 Reichstaler 50 Stüber

Fass = Volumenmaß für Flüssigkeiten und Getreide; ein Kölner Fass entsprach ca. 8,96 Liter

Fettmännchen = volkstümliche Bezeichnung der 8 Heller-Stücke (= ¼ Stüber) am Niederrhein vom 16. bis in das 18. Jahrhundert

Fuchs = im rheinisch-westfälischen Raum umgangssprachlicher Ausdruck für verschiedene Kupfermünzen des 18. und 19. Jahrhunderts – der Name bezieht sich auf die rötliche Farbe –, hauptsächlich die 4 Heller-Stücke der Stadt Köln sowie die Viertel- und Halbstüber-Stücke von Kurköln und Jülich-Berg

Fuß = eines der ältesten Längenmaße; ein Kölner Fuß entsprach 28,74 cm

Goldgulden = deutsche Bezeichnung für die seit der Mitte des 13. Jahrhunderts in Florenz geprägten Goldmünzen, seit Beginn des 14. Jahrhunderts auch im Heiligen Reich Deutscher Nation nachgeschlagen; der Rheinische Goldgulden wurde für viele Gebiete Rechnungseinheit; er entsprach 12 Stüber

Gradus = antikes römisches Längenmaß (ein Gradus = 73,9 cm)

Groschen = silbernes Geldstück, auf den Solidus zurückgehend, seit 1570 im Wert von 1/24 Taler oder 12 Pfennig

Helfchen = Volumenmaß für Flüssigkeiten, vermutlich zwei Viertel = 14,18 l

Heller = ursprünglich leichter Pfennig der Reichsmünzstätte Hall in Schwaben, seit dem 12. Jahrhundert auch an anderen Münzstätten geprägt; aufgrund des abnehmenden Silbergehalts galt der Heller später nur noch ½ Pfennig

Karolin = Bayrische Goldmünze, 1726 nach dem Muster des Louis d’or im Wert von 10 Goldgulden eingeführt, zur Zeit des 7-jährigen Krieges 11 Goldgulden wert

Krone = Münznominal verschiedener europäischer Staaten von unterschiedlichem Wert; im Kölner Raum entsprach sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts 1 Reichstaler 25 Stüber

Kronentaler = Talermünze von hohem Feingehalt, 1755 in den habsburgischen Niederlanden eingeführt und in den folgenden Jahren stark verbreitet; er entsprach 152 Albus = 456 Stüber

Kuranttaler = nicht ausgeprägter Rechnungstaler im Rheinland; er entsprach ab 1658 80 Albus = 240 Stüber

Lot = kleines Massemaß zu 1/32 Pfund oder 1/16 Mark (ca. 14,61 g)

Malter = Volumenmaß für trockene Schüttgüter, insbesondere Getreide; ein Malter entsprach 143,28 l

Mark = ursprüngliche Gewichtseinheit, seit um 1500 Münznominal; eine Mark entsprach 16 Schilling = 192 Pfennig

Maß = Volumenmaß für Flüssigkeiten und trockene Schüttgüter; sie entsprach 4 Pinten, also 1,31 l

Morgen = Flächenmaß (Feldmaß); ein Morgen entsprach etwa 31,7163 a oder 3.171,63 m²

Pfennig = Münznominal im Wert von zwei Hellern

Pfund = Massemaß von 467,6 g

Pinte = Volumenmaß für Flüssigkeiten; die Kölner Pinte entsprach 0,33 l

Pistole = ursprüngliche Bezeichnung des seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts geprägten spanischen Doppelescudors, nach dessen Vorbild in Frankreich unter Ludwig XIII. (1610–1643) der Louis d’or geschaffen wurde; die Münze wurde von vielen deutschen Münzprägestätten nachgeahmt; sie entsprach 5 Talern

Quart = Volumenmaß für Flüssigkeiten; es entsprach 4 Pinten = 1,31 l

Reichstaler = Taler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts geprägt; 1566 wurde sein Wert auf 68 Kreuzer = ca. 60 Albus festgelegt

Rute = Längenmaß; die Rute entsprach 4,6 m

Schildgulden = die am Niederrhein gebräuchliche Bezeichnung des französischen Ecu d’or bzw. seines Nachfolgers Louis d’or ⇒ Pistole

Schilling = ursprüngliche Rechnungsmünze, seit dem 13. Jahrhundert ausgeprägt; der ursprünglicher Wert betrug 12 Pfennig, im 18. Jahrhundert nur noch 8 oder 6 Pfennig

Seil = Waldmaß; es bezeichnete das Areal, das man mit einem Seil von ca. 25 m Länge umspannen konnte

Speciestaler = die im Gegensatz zum ⇒ Kuranttaler tatsächlich ausgeprägte Münze; sie entsprach in dieser Zeit wie der Kuranttaler 80 Albus = 240 Stüber

Stüber = die deutsche Bezeichnung des niederländischen Stuiver; er gelangten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in die deutschen Gebiete und wurden im rheinisch-westfälischen Raum nachgeprägt; ein Stüber entsprach 8 Pfennig = 16 Heller

Sümber = Volumenmaß für Getreide und andere trockene Güter; das Zonser Kohlen-Sümber wurde 1762 auf 43 ½ Pinten kölnisches Weinmaß festgelegt[770], also auf 14,29 l

Viertel = Volumenmaß für Flüssigkeiten; es entsprach 1/20 Ahm = 7,09 l

Waage = Massemaß für Eisen und Stahl, auch für Kohle; die Waage entsprach 120 Pfund = 56,11 kg

Zentner = Gewichtseinheit, im Kölner Raum etwa 46,76 kg

Zoll = Längenmaß; ein Zoll entsprach 2,39 cm

Quellen und Literatur

Literaturverzeichnis

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Benutzte Archive

Archiv der Kölnischen Franziskanerordensprovinz (Mönchengladbach), heute Archiv der Deutschen Franziskanerordensprovinz (Paderborn)

Hauptstaatsarchiv Düsseldorf (HstAD), heute Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland

Historisches Archiv des Erzbistums Köln (HAEK)

Historisches Archiv der Stadt Köln (HAStK)

Katholisches Pfarrarchiv St. Martinus Zons (PfAZ)

Katholisches Pfarrarchiv St. Pankratius Nievenheim (PfANie)

Stadtarchiv Dormagen (StADo), heute AiRKN

Register

Personenregister

Zum Register: Zwischen den Verweisen zum ersten und zweiten Autografen bzw. zum Anhang steht ein „//“. Verheiratete Frauen werden nicht unter ihrem Geburtsnamen, sondern dem Familiennamen des Mannes aufgeführt. Die Schreibweise des Familiennamens orientiert sich an der in den Kirchenbüchern üblichen. Vornamen werden in der heutigen Schreibweise wiedergegeben, mit Ausnahme latinisierter Vornamen bei Klosterangehörigen. Die Angabe "aus Zons" kann sich in einigen wenigen Fällen auch auf Einwohner Stürzelbergs beziehen, da nicht immer eine klare Zuordnung möglich war (z.B. bei Neubürgern). In den Fällen, in denen eine Person in den Aufzeichnungen nur mit Standes- oder Berufsangabe genannt wird, wurde deren Name nach Möglichkeit recherchiert. Wo allgemein eine Gruppe von Personen erwähnt wird (z.B. "Scheffen") musste selbstverständlich davon abgesehen werden, diese zu recherchieren und einzeln aufzuführen. Die Verweise werden für jeden Quellenteil in chronologischer Folge wiedergegeben. Bei in den Anmerkungen genannten Personen erfolgt ein Verweis auf den entsprechenden Haupteintrag.

Abkürzungen:

geb. = geborene

gen. = genannt

jüd. = jüdisch

Wwe. = Witwe

u. = und

v. = von

Z. = Zons


Abels, Christian, aus Z. 383 (1759)

Adams, Adolf, aus Z., Bürgerhauptmann 29 (1736) // 697 (1757)

Aldenhoven [Aldenhofen], Anselm (Johann Nikolaus), Abt der Abtei Brauweiler // A17 (1785)

–, Christian, aus Z., Bürgerhauptmann 226 (1749), 349 (1758), 417 (1763) // 541, 542 (1750), 599 (1752), 616 (1753), 648 (1754), 666, 671, 673 (1755), 691, 696 (1756), 707, 719 (1757), 766 (1759), 980, 989o, 990d, 990e, 990g (1770)

–, Franz, aus Z., Schultheiß // 1062 (1797)

–, Johannes Mathias, aus Z., Ratsherr, Schöffe u. Bürgermeister 146 (1740), 287, 296, 301, 304 (1754), 306 (1754–55), 323 (1756), 335, 336 (1757) // 509, 513, 519, 522, 536, 544 (1750), 557, 562, 564, 566, 567, 573, 588, 592 (1751), 599, 602 (1752), 611, 615, 616, 618, 621 (1753), 632, 635, 636, 637, 638, 640, 642, 644, 645, 652, 653 (1754), 657, 658, 659, 661, 662, 663, 665, 667, 668, 669, 670, 671, 672, 674, 677, 678 (1755), 679, 680, 681, 682, 684, 685, 686, 687, 689, 690, 693, 695 (1756), 697, 698 (1757), 756 (1758)

–, Maria Catharina geb. Umblauff, aus Z., Frau des Schöffen Johannes Mathias A. // 698 (1757), 756, 757 (1758)

–, Martin, aus Z., Gerichtsschreiber // A9 (1735)

–, Mathias Melchior, aus Z., Bürgermeister // 1037 (1789), 1070 (1799), 1082 (1800), 1084, 1085 (1801), 1091 (1802), 1104 (1806), 1113 (1807), 1138 (1813)

Aldenrath, Heinrich, aus Z., Sohn des Nagelschmieds Peter A. 248 (1750)

–, Peter, aus Z., Nagelschmied 248 (1750)

Alstorff, Gabriel, Z.er Kaplan 163 (1742), 182 (1744)

Andernach, Heinrich, aus Z., Sohn des Gerichtsdieners Mathias Gabriel A. // A12 (1765)

–, Maria Catharina geb. Richrath, aus Z., Frau des Gerichtsdieners Mathias Gabriel A. // 990e (1770) // A12 (1765)

–, Mathias Gabriel, aus Z., Gerichtsdiener // 990e, 993g (1770), 1022 (1772) // A12 (1765)

Ankenbrandt, Maurus (Adam), Z.er Kaplan // 1136 (1812), 1141, 1174 (1813), 1151 (1814)

Anna, russische Kaiserin (Zarin) 141 (1740)

Are(n)tz, Johannes, aus Z. // 1132 (1812), 1156 (1815, 1816)

Arnolts, aus Köln, Orgelbauer 495, 500 (1793) // 1051 (1793)

Arnoltsweiler, Michael, aus Z., Ratsherr 223 (1748–49), 228 (1749) // 509 (1750)

Assenmacher [Assemächer], Heinrich, aus Z., Schreiner u. Ratsherr 272 (1751), 288, 304 (1754), 337 (1757), 418 (1763) // 538, 552 (1750), 616 (1753), 624, 626, 635, 638, 648, 653 (1754), 657, 659, 663, 669, 672, 673, 677, 678 (1755), 680, 685, 686, 687, 693, 694 (1756), 697, 709, 725, 731 (1757), 739, 740, 744 (1758), 768, 771 (1760), 824, 825 (1761), 836, 838 (1762), 840, 915 (1763), 916 (1764), 927, 931, 932 (1765), 941, 945, 948 (1766), 966 (1768), 971 (1769), 987, 989s, 990c, 990d, 990e, 990g, 991d, 991e, 992h (1770) // A12 (1765)

–, Jacob, aus Z. // 1037 (1789, 1793)

–, Wilhelm, aus Z., Brudermeister, Ratsherr u. Schöffe, Kramladen-Betreiber, Schwager des Chronisten Johannes Peter Schwieren 221 (1748), 269 (1751), 335 (1757), 349 (1758) // 509, 519, 526, 536, 545, 547 (1750), 562, 564, 566, 571, 580, 583, 586, 592 (1751), 599, 601, 603 (1752), 609, 613, 618, 621 (1753), 623, 632, 636, 643, 648, 651, 654 (1754), 668, 669, 674 (1755), 683, 686, 691 (1756), 698, 699, 704, 722, 731, 734, 737 (1757), 739, 753, 755 (1758), 760, 763 (1759), 769, 771, 788 (1760), 824 (1761), 835, 836 (1762), 842, 905, 915 (1763), 927, 935, 939 (1765), 941, 944, 948, 950 (1766), 957 (1767), 959 (1768), 971 (1769), 980, 986, 987, 990d, 990e, 990g, 990m (1770), 1008 (1771), 1013, 1023 (?), 1027 (1774), 1035 (1775)

August III., König von Polen 141 (1740)

Aussem [Ausem], Heinrich, aus Z. // 1102 (1805)

Baaden [Baden], Anton, gebürtig aus Uedesheim, Halbpächter des Heckhofes u. Z.er Bürgermeister // 1086 (1801), 1113 (1807), 1138 (1813)

Bailly-Latour, Charles-Antoine-Maximilien-Joseph Graf von, österreichischer Feldmarschall-Leutnant // 1058 (1794)

Barth, Anton, gen. "Raben Dockter", aus Z. 77 (1738)

Bastian, Werner, aus Z. // 942 (1766)

–, Wilhelm, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

Baum, Anton, aus Rheinfeld 67 (1738)

–, Bernhard, Subdiakon, gebürtig aus Rheinberg 202 (1747)

–, Hermann, aus Z. // 819 (1761)

–, Johannes, aus Z., Ratsherr 168 (1710)

Baur, aus Z., Halbpächter // 1053 (1794)

Bechem, Andreas, Pater aus der Abtei Brauweiler 88 (1739)

Beck [Boeck], Joseph Ignatz, aus Z., Stadtdiener, Schwiegersohn des Stadtdieners Heinrich Dock 339 (1757, 1760) // 731 (1757), 752 (1758), 793 (1760)

Becker, Johannes, aus Z. // 1007 (1771)

–, Lambert, aus Z. // 747 (1758), 920 (1764)

Bellen, Daniel, aus Z., Kühehirt u. Stadtpförtner // 521 (1750)

Benedikt XIII., Papst 141 (1740)

Bennerscheid, Johannes Wilhelm, kurkölnischer Hofrat u. Domsyndikus 303 (1754), 411 (1762) // 917, 921 (1764), 953 (1767), 990d, 993d, 993f (1770), 1012 (1771)

Bequerer, Joseph Peter v., Domherr in Köln 168 (1710)

Beren [Behren, Beehren, Bähren], Caspar, Dom-Syndikus, kurkölnischer Geheimrat 39 (1736) // 513, 521, 545, 549 (1750), 563 (1751), 618 (1753), 669 (1755)

Berens [Berrertz, Berrens], aus Z. // 1156 (1815, 1816)

–, Johannes Caspar, aus Z. // 911 (1763)

Bergheim, Johannes, aus Stürzelberg // 1092 (1803)

Bernartz, Wilhelm, aus Stürzelberg // 1126 (1811)

Beuth, Bußprediger // 1015 (1771) // A6 (1771)

Beyer, Johannes, aus Z., Schöffe u. Bürgermeister 398 (1761) // 699 (1757), 827 (1761), 836 (1762), 908 (1763), 939 (1765), 941, 946, 948 (1766), 952, 955 (1767), 962, 964 (1768), 974 (1769), 987, 990d, 990m, 993d, 993f, 994 (1770), 1011, 1012 (1771), 1013, 1020, 1023, 1025 (?), 1027, 1028, 1029 (1774), 1036 (1775)

–, Maria Anna Catharina, Lehrerin an der Mädchen-Schule 393 (1761)

–, Wilhelm Heinrich, aus Z. // 981 (1770)

Biesenkamp [Beisenkamp(ff)], aus Z., Jungfrau 445 (1767)

–, aus Z. // 1040 (1792)

–, Peter, aus Z. // 620 (1753)

Bilgen, Z.er Kribbenkommissar // 588 (1751)

Blasius, Pater aus dem Z.er Franziskanerkloster 495 (1793)

Bochem [Buchem], Peter, aus Z. // 951 (1767)

Bock, Friedrich, aus Z. // 1130 (1811)

–, Gertrud geb. Schieffer, aus Z., Frau des Friedrich B. // 1130 (1811)

–, Martin, aus Z., Knecht des Heribert Entenich 78 (1738)

–, Melchior, aus Z. 159 (1741) // 538 (1750)

Bodifé, Ferdinand, Z.er Vizepastor, später Z.er Pfarrer 91 (1739), 412 (1762), 421, 422, 424, 428, 430 (1764), 442, 451 (1767), 460 (1769), 481 (1776), 484 (1776) // 980, 989t, 990e, 990g, 999 (1770), 1019 (1771), 1021 (1772) // A11 (1762), A15 (1782), A16 (1783)

Boes [Boß, Böß], Heinrich, aus Z., Schankwirt // 1083, 1084 (1801)

–, Peter Josef, aus Z. // 1055 (1794)

–, Werner, aus Z., Schöffe // 509, 512, 513, 516, 536, 537, 540, 542, 546, 548, 551 (1750), 555, 556, 558, 559, 560, 561, 563, 568, 571, 572, 578, 582, 586, 588, 589, 591, 593 (1751), 594, 600, 601, 602, 603 (1752), 608, 609, 610, 619, 621 (1753), 628, 629, 630, 633, 634, 635, 636, 638, 639, 640, 645, 646, 647 (1754), 655, 656, 657, 658, 666, 667, 668, 669, 671, 672, 677, 678 (1755), 681, 683, 686, 691, 692, 695 (1756), 700, 705, 706, 722, 725, 732, 734, 737 (1757), 743, 744, 756 (1758), 761, 762, 764, 766 (1759), 767, 769, 770, 795 (1760), 830, 836 (1762), 840, 842, 904, 906, 907, 909, 911, 912 (1763), 921, 923, 924 (1764), 937 (1765), 941, 947 (1766), 955 (1767), 987, 990e, 990m (1770)

–, Wolter, aus Rheinfeld // 1018 (1771)

Bolder, Winand, aus Z., Schlosspförtner // 1047 (1793)

Bollich, Johann Heinrich, Domsekretär, Schöffe u. Hofrat // 987, 989t, 992j, 993g (1770)

Bongartz [Bungartz], aus Z. // 1053 (1794)

–, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

–, Caspar, aus Z. // 523 (1750), 686 (1756), 990e (1770)

Braun, Bernhard, aus Horrem // 1004 (1770)

–, Heinrich, aus Horrem // 1080 (1800)

–, Lambert, aus Z., Stadtfähnrich, Kirchmeister, Schöffe u. Bürgermeister 29 (1736), 181 (1745), 211, 212 (1748), 229, 231, 237, 238 (1749), 304 (1754), 336, 337 (1757), 352 (1758) // 509, 520, 521, 522, 523, 524, 525, 526, 527, 532, 533, 534, 535, 536, 537, 540, 541, 542, 543, 544, 545, 546, 547, 548, 550, 551, 553 (1750), 554, 556, 561, 562, 564, 565, 568, 570, 571, 573, 576, 578, 580, 581, 583, 588, 591, 592, 593 (1751), 597, 598, 599 (1752), 607, 608, 609, 615, 621 (1753), 633, 634, 636, 637, 638, 640, 648, 649 (1754), 658, 661, 669, 677, 678 (1755), 683, 686, 687, 693, 696 (1756), 697, 700, 707, 711, 719, 723, 724, 725, 726, 731, 734 (1757), 739, 740, 743, 744, 747, 754, 758, 759 (1758), 760, 761 (1759), 768, 771, 772 (1760), 824, 826 (1761), 832, 836, 837 (1762), 907, 913 (1763), 920 (1764), 941 (1766), 956 (1767)

–, Wilhelm Heinrich, Vikar in Dormagen // 556 (1751)

Bremer, Wolter, aus Rheinfeld // 1017 (1771)

Brewer, Peter, Schultheiß von Deutz u. Kellner des Domkapitels 168 (1710)

Brings, Jacob Reiner, Z.er Vikar // 1175 (1822)

Bruin [Breun], Cornelius de [le], aus Z., Zollbeseher 238 (1749), 348, 349 (1758)

–, Johann de [le], aus Z., Zollbeseher u. Präfekt der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft 503 (1794) // 991c, 992b, 992c (1770)

Bürfenich, Fernandus, Klostervorsteher (Guardian) der Z.er Franziskaner 157 (1741)

Bürgel [Bürgell], Heinrich, aus Z. // 542 (1750)

Bürrig, Gottfried Josef, Pfarrer in Dormagen 451 (1767)

Bungs, Adamus, Klostervorsteher (Guardian) der Z.er Franziskaner 34 (1736), 84 (1738)

Burbach [Baurbach], aus Z. 465 (1771)

–, Heinrich, aus Z. // 745 (1758)

–, Lambert, aus Z. // 1132 (1812)

–, Wilhelm Heinrich, aus Baumberg, Schweinehirt 89, 91 (1739)

Busch, Johannes Conrad, aus Z. // 990e (1770)

–, Lucas, aus Z., Jäger 488 (1777)

Kahlenberg, kaiserlicher Regimentschef // 1043, 1044 (1793)

Karl I., Herzog v. Braunschweig 26 (1736)

Karl VI., deutscher Kaiser 141, 143, 164 (1740)

Karl VII., deutscher Kaiser 165 (1742), 447 (1767)

Carris, Anton, aus Z. // 1007 (1771)

Kastenholtz, aus Z. // 1132 (1812)

Kauhlen, Lambert Josef, aus Z., Arzt // 1144 (1814)

Kellerhofen, Bußprediger 10 (1734)

Kiepels [Kippels], Andreas, aus Z. // 965 (1768), 1037 (1789, 1793), 1085 (1801)

Kirberg, aus Stürzelberg // 990k (1766, 1770), 990f, 993g (1770)

Kirsch, Heinrich, aus Z. // 1117 (1809)

–, Johannes, aus Z. // 1022 (1772)

–, Theodor, aus Z. // 1101 (1805)

Classen, Mathias, aus Stürzelberg // 990f (1770)

Klauth, Mathias, aus Z. // 582, 593 (1751)

Klein, aus Stürzelberg // 1155 (1815)

–, Lic., Z.er Schultheiß (Verwalter) // 521, 522 (1750)

–, Heinrich, aus Z. // 949 (1766)

–, Johannes, aus Z., Nachtwächter u. Rinderhirt // 608 (1753), 628 (1754)

–, Johannes Theobald, aus Z., Schweinehirt // 642 (1754)

–, Michael, aus Z., Maurer // 640 (1754), 694 (1756)

Klemens XII., Papst 141 (1740)

Klemens XIII., Papst 378 (1759), 455 (1769)

Clemens August von Bayern, Kölner Kurfürst 6 (1732, 1733), 30 (1736), 44 (1737), 71, 86 (1738), 100, 101, 115 (1739), 142, 144 (1740), 155, 158, 161 (1741), 174 (1744), 188 (1746), 383 (1759), 391 (1760), 392 (1761) // 524 (1750), 559, 560, 561 (1751), 601 (1752), 703 (1757)

Clerg, de la, Kommissar des Z.er Amtmanns 39 (1736), 51 (1737)

Cleven [Leven], Beda, Z.er Vizepastor, später Z.er Pfarrer 409 (1762), 503 (1794) // 1038 (1792), 1166 (1794), 1061 (1797), 1068 (1798), 1083 (1801) // A17 (1785), A18 (1789)

Knoch, aus Z., Frau des Johannes K. 498 (1794)

–, Johannes, aus Z. 58 (1737)

–, Johannes, aus Z. 498 (1794)

Kobben [Köbben], Mathias, aus Z. // 930 (1765)

Kochs [Kocks], Arnold, Z.er Kaplan 436 (1766) // 980 (1770), 1021 (1772)

Cöllens, aus Z. 349 (1758)

Cönen [Conen, Könen, Könon], Caspar, aus Z. // 1117 (1808)

–, Christian, Halbpächter des Walhovener Hofes 502 (1795) // 1111 (1807)

–, Georg, aus Z., Schöffe u. Halbpächter des Heckhofes, Schultheiß in Kendenich 168 (1710), 1186 (1735)

–, Georg, aus Z., Schöffe // 796 (1761), 956 (1767), 967 (1769), 977 (1770), 997 (1771), 1032 (1774)

–, Heinrich, aus Z. // 1131 (1811)

–, Peter, aus Z. // 1117 (1809)

–, Severin, aus Z. // 1014 (1771)

Königsegg-Aulendorf [Ollendorff], Karl Aloys Graf zu, Kölner Domdechant, Weihbischof 508 (1796) // 987 (1770)

–, Joseph Maria Sigismund Graf v., Z.er Amtmann, Kölner Diakonsenior u. Domdechant 219 (1748), 238 (1749), 243 (1750), 256, 267 (1751), 278 (1752), 320 (1756) // 993a (1749), 512, 515, 519, 520, 522, 535, 539, 545, 552 (1750), 555, 582, 583, 588, 590 (1751), 597, 598 (1752), 611, 618 (1753), 669 (1755)

–, Maximilian Friedrich Graf v., Z.er Amtmann, Kölner Domdechant, später Kurfürst 320, 321, 332 (1756), 394 (1761), 491 (1784) // 686, 696 (1756), 735 (1757), 820, 821, 822, 823 (1761), 921 (1764), 1016 (1771)

Köppinger [Küppinger], Anna Margarethe geb. Hövels, aus Z., Frau des Hermann K. 497 (1793) // 1048 (1793)

–, Anton, aus Z. // 1037 (1789)

–, Hermann, aus Z. // 1048 (1793), 1053 (1794)

–, Johannes, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

Kolgen [Cölgen], Adolph (Benedikt Heinrich Josef), Z.er Kaplan // 1085 (1801), 1095 (1804), 1113 (1807), 1129 (1811), 1135, 1136 (1812)

Kollerbroich, Peter, aus Dormagen 490 (1781)

Kolvenbach [Colvenbach], Johann Josef, Amtsverwalter von Hülchrath // 562, 572, 576 (1751)

Korrig [Korrich], aus Stürzelberg // 1126 (1811)

Crapohl [Crapo, Krapol], Gerhard, aus Z. // 558 (1751)

–, Heinrich, aus Z. // 797 (1761)

–, Johannes, aus Z. // 797 (1761)

Kratter [Krater], Joseph, aus Z., Zollknecht u. Kirchmeister 349 (1758), 399 (1761), 424 (1764) // 755 (1758)

Cratz [Cretz], aus Z. 210 (1747)

–, Heinrich, aus Z., Ratsherr 168 (1710)

–, Jacob, aus Z. 257 (1751–52)

Cremer, Damian, Z.er Kaplan, Pastor in Sinthern bzw. Z. 13 (1735), 39 (1736), 87 (1738), 95 (1739), 283 (1753), 299, 304, 306 (1754), 306 (1754–55), 305 (1755), 323, 324, 325 (1756), 337 (1757), 348, 349 (1758), 385 (1759) // 632 (1754) // A9 (1735)

–, Josef, aus Z. // 981 (1770)

–, Johannes, aus Z. // 651 (1754)

–, Peter, aus Stürzelberg 507 (1796)

Kroscht, Gottfried, Pastor in Nievenheim 98 (1739)

Küpper [Kupper, Kuber], aus Z. 503 (1794) // 1038 (1792)

–, Ferdinand, aus Z. // 925 (1764), 1110 (1807)

–, Jacob, aus Dormagen // 1086 (1801)

–, Johannes, aus Stürzelberg 507 (1796)

Kux, Adam, aus Z. (gebürtig aus Wevelinghoven), Schlachter // 747 (1758), 907 (1763)

Dahl, Johannes Wilhelm, aus Z., Schöffe u. Buschförster auf dem Stüttger Busch 48 (1737), 70 (1738)

Dahmen, Lambert Josef, Dormagener Pfarrer (Kantons Hauptpfarrer) // 1093, 1095 (1804), 1145 (1814)

Daubendahl [Dubendahl], Johannes, aus Z. 103 (1739), 249 (1750)

Deden [Däten, Daeden], Frau des Martin, aus Delrath 198 (1746)

–, Johannes, aus Z. // 934 (1765)

Delhoven, Thomas, aus Dormagen, Bürgermeister // 1093 (1804), 1098 (1805)

Derendorff [Berrendorff], Heinrich, aus Z. // 538 (1750)

Deusterwaldt, Johannes Heinrich, Halbpächter des Kuckhofes 208 (1747)

Deutz, Margarethe, aus Z. 388 (1760)

–, Paul, aus Z. // 542 (1750)

Deutzenberg, Josef, aus Z. // 1117 (1809)

Dock, Heinrich, aus Z., Stadtdiener 211 (1748), 338 (1757) // 514, 545 (1750), 611 (1753), 657 (1755), 717, 732 (1757)

Doeren [Dorren], Wilhelm, aus Stürzelberg 507 (1796)

Ducker [Dücker], Johannes, aus Z. // 920 (1764)

Dumoulin [Dümmeling], Sekretär des Friedensgerichts Kanton Dormagen // 1091 (1802)

Dümpel, Hilger, aus Nievenheim, Z.er Schweinehirt // 744 (1758)

Dünnbier [Dunbier], Everhard, aus Neuss, Notar // 1091 (1802), 1143 (1813)

Duppelgarten, aus Z. 154 (1741)

Eberle [Ebeler], Johannes, aus Z., Lehrer, Gerichtsschreiber, Schöffe u. Bürgermeister 308 (1755), 334 (1756), 337 (1757), 383 (1759), 439 (1765), 437 (1766) // 564 (1751), 667, 670, 674 (1755), 679, 684, 685, 686, 688, 692 (1756), 701, 702, 704, 705, 711, 725, 726, 731, 734, 735 (1757), 739, 740, 753, 758 (1758), 760, 763, 764, 765 (1759), 768, 770, 772, 773, 788, 791, 792, 793, 794, 803, 804 (1760), 798, 825, 826 (1761), 829, 830, 834, 835, 836, 837, 838 (1762), 840, 842, 843, 845, 904, 905, 906, 908, 909, 913, 914 (1763), 917, 919, 920, 921, 923, 926 (1764), 927, 928, 929, 933, 936, 939 (1765), 941, 944, 945, 947, 948, 950, 992e (1766), 952, 957 (1767), 962, 964 (1768), 967, 971, 972, 974 (1769), 977, 980, 983, 986, 987, 989t, 990c, 990d, 990e, 990f, 990g, 990j, 990m, 991a, 991b, 991e, 992a, 992h, 992j, 993b, 993d, 993e, 993g, 994, 995, 997 (1770), 1008, 1011 (1771), 1013, 1020, 1023, 1025 (?), 1029 (1774), 1036 (1775), 1037 (1789), 1038 (1792)

Edel, Johann Peter, Kurpfälzischer Kanonengießer aus Straßburg 168 (1710)

Ehmans, Mathias, Landvermesser u. Kartograf des Domkapitels // 677 (1755)

Eichhorn, Johannes, aus Z. // 542 (1750)

Eingelgen, Peter Josef, Prokurator beim Offizialgericht // 547, 548 (1750)

Engels, Lambert, aus Z. 367 (1758) // 676 (1755)

–, Paul, Z.er Kaplan // 906 (1763)

Engelskirchen, Nikolaus, Z.er Pfarrer 168 (1710)

Entenich, Anna Maria, aus Z., Tochter des Zollkontrolleurs Heribert E. 157 (1741)

–, Franz Jacob, aus Z., Sohn des Zollkontrolleurs Heribert E. 157 (1741)

–, Heribert, aus Z., Zollkontrolleur, Kirchmeister, Schützenkönig u. Brudermeister der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft 74 (1737), 75, 78 (1738), 101, 102, 115 (1739), 130, 140 (1740), 150, 157 (1741), 185, 299 (1745), 208 (1747), 277 (1752), 284 (1753), 299, 306 (1754), 349 (1758) // 517 (1750), 821 (1761)

Erasman, Peter, aus Z. // 558 (1751)

Erkelen(t)z [Erckelens], Hilger, aus Z. // 741 (1758)

–, Margarethe geb. Hartzheim, aus Z. // 1165 (1817)

–, Wilhelm, aus Z. // 1120 (1809)

Esken, Jacob, aus Z., Schöffe 168 (1710)

–, Peter, aus Z., Ratsherr 168 (1710)

Esser, Heinrich, aus Z. // 981 (1770)

–, Johannes, aus Z., Fährpächter 206 (1747) // 542, 545, 546 (1750), 564 (1751), 828 (1761)

–, Johannes, aus Z. // 1037 (1789)

–, Johannes Hermann, aus Z. // 794 (1760), 935 (1765)

–, Peter, aus Z. // 585 (1751)

–, Peter, aus Dormagen? // 1147 (1814)

–, Wilhelm, aus Z. // 605 (1753)

Esterhazi, Anton, kaiserl. Regimentschef // 1041 (1793)

Falckenberg, Heinrich, aus Stürzelberg, Halbpächter des Schmickenhofes // 684, 686 (1756)

–, Johannes, aus Z. // 1132 (1812)

–, Johannes, Halbpächter des Heckhofs // 906 (1763)

–, Johannes Heinrich, aus Stürzelberg, später Schwanen-Gastwirt in Z. u. Fährpächter 152 (1741), 242 (1750) // 684 (1756), 707, 719 (1757), 762, 799 (1759), 910 (1763), 990d, 990e, 990g, 990j (1770)

Fausten, Johannes, aus Z., Müller // 791 (1760)

Vehr [Fehr], Christina, aus Z. 268 (1751)

–, Gerhard, aus Z., Bierbrauer 60, 61 (1738), 376 (1759)

–, Gerhard, aus Z. 376 (1759)

–, Johannes, aus Z. // 1070 (1799)

Verhagen, Adolf, Posthalter in Dormagen // 1153 (1814)

Finck, aus Nievenheim 506 (1796)

Fischer, Johannes Peter Theodor, aus Z., Sohn des Metzgers Paul F. // 590 (1751)

–, Johannes Wilhelm, aus Z., Zollbeseher // 1070 (1799), 1091 (1802)

–, Maria Sybille, geistliche Lehrerin an der Mädchenschule in Z. 295 (1754)

–, Paul, aus Z., Metzger // 590 (1751)

–, Peter, aus Z., Brudermeister der Muttergottes-Bruderschaft 390 (1760)

Fischermann, Aemilianus (Gerhard Adam), Pfarrer in Widdersdorf // 1136 (1812)

Fix, Wilhelm, aus Dormagen // 1162 (1816)

Vlatten [Flatten], Peter, aus Z., Kellner der Abtei Brauweiler 484 (1776) // 1007 (1771)

Flehn, Lambert, aus Z., Ratsherr 223 (1748), 304 (1754) // 509, 512, 513, 516, 522, 527, 528, 536, 537, 539, 540, 542, 545, 546, 548, 550, 551 (1750), 556, 559, 564, 566, 580, 582, 587, 588, 591 (1751), 595, 603 (1752), 605, 611, 613, 621 (1753), 633, 637, 648, 669 (1754), 673, 678 (1755), 679, 680, 681, 686, 695 (1756), 697, 724, 725, 726, 731 (1757), 739, 742 (1758), 763 (1759), 835, 836 (1762), 915 (1763), 923 (1764), 939 (1765), 941, 946, 948 (1766), 955 (1767), 962 (1768)

Fleischhauer [Fleischhäwer], aus Z., Jungfrau 445 (1767)

–, aus Z., Fährpächter // 1140 (1813)

–, Anna Sophia geb. Meuser, aus Z., Frau des Peter F. // 1037 (1789)

–, Elisabeth geb. Zöllers, aus Z., Frau des Johannes F. 410 (1762, 1772)

–, Heinrich, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

–, Hermann, aus Z., Fährpächter // 517 (1750)

–, Hermann, aus Z. // 1128 (1811)

–, Johannes, aus Z. 410 (1762)

–, Maria Eva geb. Zimmermann, Frau des Hermann F. // 1128 (1811)

–, Peter, aus Z. 442 (1767) // 1037 (1789)

–, Wilhelm, aus Z., Fährpächter // 517 (1750)

–, Wilhelm, aus Z. // 1103, 1106 (1806), 1128 (1811)

–, Wilhelm, aus Z. // 1128 (1811)

Flick, Michael, aus Z. // 605 (1753)

–, Wilhelm, aus Z., Glaser u. Anstreicher // 1064 (1798), 1108 (1806)

Foenen, aus Z., zwei Jungfrauen 445 (1767)

Förster, Conrad, aus Z., Nachtwächter, Stadtpförtner, Kühehirt u. Rinderhirt 260 (1751), 328 (1756) // 518, 520, 536 (1750), 603 (1752)

Fonck, Martin Wilhelm, Generalvikar in Aachen // 1175 (1822)

Franken [Francken], Matthias I., Abt des Klosters Brauweiler 168 (1710)

Franken Siersdorf, Franz Kaspar v., Kölner Weihbischof 265 (1751)

–, Johann Andreas v., Kölner Generalvikar 91 (1739)

–, Peter Gerwin v., Kölner Generalvikar 406 (1761)

Franz I. Stephan, deutscher Kaiser 180 (1745)

Friedrich I., König von Schweden 141 (1740)

Friedrich Wilhelm I., König v. Preußen 141 (1740)

Fuchs [Fuchß, Fucks], Johannes, aus Köln, Glockengießer 265 (1751) // 575, 580 (1751)

Führnen, Mathias, aus Z. // 564 (1751), 597 (1752), 684, 686 (1756)

Füngeling [Vögeling, Fingeling], Anna Christina geb. Cremerius, aus Z. // 1121 (1810)

–, Anna Gertrud geb. Baur, Frau des Schöffen Jacob F. // A12 (1765)

–, Jacob, aus Z., Schöffe u. Bürgermeister // 773 (1760), 841, 914, 915 (1763), 916, 923 (1764), 933, 936 (1765), 941, 945, 947, 948 (1766), 962, 964 (1768), 972 (1769), 980, 990d, 990e, 990g, 992b, 992c, 995 (1770), 1020, 1025 (?), 1031 (1774) // A12 (1765)

Fugger in Kirchberg, Johann Karl Philipp Graf v., Z.er Amtmann u. Kölner Chorbischof 2 (1733), 39 (1736), 47, 52, 55 (1737) // 990g (1770)

Fuß, Johannes, aus Stürzelberg 499 (1794)

Gall, Lambert Deodatus v., Offizial (Dechant) des Dekanates Neuss 86 (1738)

Gassen [Gasen], Paul, aus Stürzelberg 507 (1796)

Geis [Jais, Gäiß], Mathias, aus Z., Stadtdiener // 795 (1760), 926 (1764), 963 (1768), 968 (1769)

Geuer [Gewer], aus Z., Schankwirt // 1084 (1801)

–, Christian, aus Z. // 525 (1750)

–, Lambert, aus Z. // 844 (1763)

Geyer, Rudolphus de, Kölnischer Generaleinnehmer 168 (1710)

Grein, Matthias, Abt des Klosters Brauweiler 39 (1736), 282 (1753)

Groten, Beda, Z.er Pfarrer u. Abt des Klosters Brauweiler 88, 89, 91, 93, 106 (1739), 117, 127, 140 (1740), 185 (1745), 195 (1746), 203 (1747), 208 (1747), 211 (1748), 272 (1751), 280 (1753), 282 (1753), 312 (1755), 330 (1756) // 566 (1751), 614, 617 (1753)

Güsgen [Güßgen], aus Z., Jungfrau 445 (1767)

–, Johannes, aus Z. // 542 (1750)

Gütten, Bartholomäus, Sekretär des Offizials (Dechanten) des Dekanates Neuss, Pfarrer in Linn 86 (1738)

Hackenbroich, Wilhelm Heinrich, aus Z. // 925 (1764), 1069 (1798)

Häring, Lorenz, aus Z., Schöffe u. Bürgermeister 304 (1754), 337 (1757) // 509, 536, 541, 550 (1750), 564, 566, 572, 578, 586, 587, 592, 593 (1751), 603, 604 (1752), 611, 618 (1753), 644, 645, 649 (1754), 655, 656, 669, 672 (1755), 679, 680, 681, 686, 692, 695 (1756), 704, 709, 714, 724, 725, 726, 728, 731 (1757), 740, 744, 752, 753, 754 (1758), 765 (1759), 793 (1760), 825 (1761), 956 (1767)

Hahn [Haan], Andreas, aus Z. // 1126 (1811)

Hahnen, Peter, Pfarrer in Gohr 68 (1738)

Haller, Mathias, aus Z. // 1022 (1772)

Hambloch, Hermann, aus Dormagen // 1098 (1805)

Hamecher, Johannes, aus Z. // 745 (1758) Hann, Johannes, aus Z. // 542 (1750)

Hansen, Casimir, aus Z., Franziskanerpater 225 (1749)

Harnischmächer [Harnerßmächer], Ambrosius, Z.er Kaplan 96 (1739), 117 (1740), 163 (1742)

Heck, Georgius, Pater aus dem Kloster Brauweiler, Gehilfe des Abtes Amandus Herriger 411 (1762)

Heckhausen, Gerhard, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

–, Peter, aus Z. // 1163 (1817)

–, Wilhelm, aus Horrem, Achsenmacher 254 (1750)

Hehnen [Heenen], Franz, aus Z. 278 (1752)

Heiden [Heyden], Wilhelm, aus Z. // 764 (1759), 993g (1770)

Heinemann [Hinnemann, Heideman], aus Z. // 980 (1770)

–, Jacob, aus Z., Brudermeister der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft u. Betreiber der Schankwirtschaft "Im Anker" 304 (1754), 324 (1756), 337 (1757) // 684 (1756), 992b, 992h (1770)

–, Johannes, aus Z. // 561 (1751)

–, Mathias, aus Z. // 542 (1750)

–, Michael, aus Z., Schankwirt // 1083, 1084 (1801)

Helling, Johannes, Glockengießer 168 (1630)

Henck, Martin, aus Z. // 1037 (1789)

Hendrichs [Henrigs, Hindrigs], aus Stürzelberg // 990f (1770)

–, Cornelius, aus Z. // 1117 (1808), 1155 (1815)

Herckenrath, Johannes Peter, Pfarrer in Bilk 113 (1739)

Hermanns, Bußprediger 10 (1734)

–, Andreas, aus Z. // 925 (1764)

–, Johannes, aus Z., Abdecker // 553 (1750)

Hermges, Johannes Leonard, aus Rheindahlen // A13 (1782)

Herriger [Herreger], Amandus, Abt des Klosters Brauweiler 330 (1756), 411 (1762)

Hiersch, Heinrich, aus Worringen, Zimmermeister des Domkapitels 65, 66 (1738)

Hilden, Maria Catharina, aus Z. 431 (1764)

Hittorff, Jacob von, aus Z., Zollbeseher u. Kirchmeister 168 (1700)

Hohnrath, aus Köln, in der kaiserlichen Kammer immatrikulierter Notar 91 (1739)

Homan, Joseph, aus Z. 206 (1747), 418 (1763) // 542 (1750), 684, 686 (1756), 827 (1761), 935 (1765), 946 (1766)

Horn, Aemilian, Kellner der Abtei Brauweiler 88 (1739)

Horn Goldschmidt, Johann Philipp Jakob v., Kölner Generalvikar 475 (1774)

Hugo [Hügo], aus Z. // 1173 (1822)

–, Hermann, aus Z., Schöffe u. Betreiber der Schankwirtschaft "Im Grünen Wald" 181 (1745), 304 (1754), 334 (1756) // 509, 536 (1750), 557, 559, 561, 566, 577, 584, 586, 587 (1751), 595 (1752), 610, 611, 618, 619, 620, 621 (1753), 623, 628, 634, 635, 648, 654 (1754), 661, 669, 673, 678 (1755), 681, 683, 686, 692, 695, 696 (1756)

–, Josef, aus Z., Schöffe // 1037 (1789), 1053 (1794)

–, Theodor, aus Z. // 1069 (1798)

Humpertz, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

–, Heinrich Josef, aus Z., Wachtmeister // 664 (1755), 684, 686, 696 (1756)

–, Nicolaus, aus Z., Stadtdiener 491 (1784) // 1054 (1794)

Hupertus, aus Z. // 1108 (1806)

Huppert, Johannes, aus Z. // 1024 (1773)

Immendorff, Gallus, Z.er Kaplan 13 (1735)

Jabach [Gabach], Johannes Engelbert v., Kölner Domherr u. Hofgerichtspräsident 39 (1736)

Jacobs, Johannes Wilhelm, Pfarrer in Lank, Sekretär des Neusser Offizials (Dechanten) 409 (1762)

Jansen, aus Stürzelberg // 990f (1770)

–, Cornelius, aus Z. // 925 (1764), 992d, 993g (1770)

Jodocus, aus Z., Franziskanerpater 221 (1748)

Johann IX. Philipp v. Walderdorf, Trierer Kurfürst 392 (1761)

Johann Theodor, Bischof v. Regensburg, Freising u. Lüttich, Kardinal 44 (1737)

Josefa, deutsche Kaiserin, Gemahlin Kaiser Josefs II. 447 (1767)

Josef II., deutscher Kaiser 447 (1767)

Jülich [Gülich], aus Z. // 1108 (1806)

–, Heinrich, aus Z. // 1053 (1794), 1114 (1807)

–, Peter, aus Z. // 1037 (1789)

Jungbluth, Gerhard, aus Z., Fährpächter // 545 (1750), 564 (1751)

Justenhoven [Jussenhoven, Gussenhoven], Franz, aus Stürzelberg // 1092 (1803)

–, Winand, aus Dormagen 490 (1781)

KC

Langen, Chrysantus, Vorsteher (Guardian) des Z.er Franziskanerklosters 225 (1749)

Laque, Lambert, aus Z. // 675 (1755)

Lauterborn [Lutterborn], Theodor, Kellner der Abtei Brauweiler // A1 (1760), A11 (1762)

Lehnen, Johannes Wilhelm Gerhard, aus Z. // 1034 (1775)

Lehr, Johann, Glockengießer aus Köln 169 (1667)

Lemer, Clara, aus Z. // 839 (1763)

Lemper, Adolph, aus Z. // 949 (1766)

Lenden, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

–, Elisabeth geb. Haas, aus Z., Frau des Jacob L. // 1123 (1810)

–, Jacob, aus Z. // 1131 (1811)

Lenders, Theodor, aus Z., Zoll-Nachgänger 503 (1794)

Levi, Abraham, aus Z., jüd., Sohn des Heymann L., Betreiber eines Krämerladens 349 (1758) // 514 (1750), 1106 (1806)

–, Heymann [Heuman], aus Z., jüd. 149 (1740) // 554 (1751)

–, Jordan, aus Z., jüd. // 943 (1766)

Lieb, aus Z., Jungfrau 445 (1767)

–, aus Z. // 1118 (1809)

–, Anna Gertrud geb. Schullmeister, aus Z., Frau des Schöffen Johannes Ferdinand L. // 687 (1756), 996 (1770)

–, Johannes Ferdinand, aus Z., Schöffe 300 (1754) // 616 (1753), 657, 666, 668, 669, 673, 674, 678 (1755), 680, 686, 687, 691, 692, 693 (1756), 700, 728, 731 (1757), 739, 740, 758 (1758), 760 (1759), 764 (1759), 772 (1760), 798 (1761), 830, 833, 834, 836 (1762), 840, 842, 845, 910, 915 (1763), 921, 926 (1764), 941 (1766)

Lierfeld [Lierfelt], Wilhelm, aus Z. // 542 (1750)

Lingen(s), aus Z. 465 (1771)

–, aus Z. // 1155 (1815)

–, Gottfried, aus Z., Bäcker // 1164 (1817)

Linnartz, Balthasar, aus Z. // 966 (1768)

–, Martin, aus Z., Kühehirt // 628 (1754)

Löhr, Gereon (Josef), Z.er Kaplan, später Pfarrer // 1084, 1085 (1801), 1094, 1095 (1804), 1145 (1814), 1173 (1822) // A20 (1801)

Lommertz, Jacob, aus Z. // 561 (1751)

Mäntzer, Z.er Vikar 481 (1776)

Malskorn, Gerhard, aus Z. // 965 (1768)

Manderscheid Blankenheim, Johann Moritz Gustav Graf v., Kölner Dompropst 277 (1752)

Mappius, Franz Bernhard, aus Z., Schultheiß u. Schöffe 294, 304 (1754), 306 (1754–55), 305 (1755), 337 (1757), 383 (1759) // 544 (1750), 556, 560, 564, 573, 582 (1751), 613 (1753), 639, 640, 654 (1754), 669 (1755), 719, 727, 728, 731 (1757), 739 (1758), 770 (1760), 841, 842 (1763), 956 (1767), 966 (1768), 980, 984, 985, 990b, 990e, 990m, 991a, 991b, 991c, 991e, 992a, 992d, 992e, 993e, 1002 (1770)

–, Johann Georg, Z.er Schultheiß 80 (1738), 158 (1741) // A9 (1735)

–, Peter Josef, aus Z., Schultheiß // 1038 (1792)

Maria Amalie Josefa Anna, deutsche Kaiserin 165 (1742)

Maria Josefa, Königin v. Polen 141 (1740)

Marx, Leonard, Z.er Pfarrer 84 (1738) // A9 (1735)

Matheisen, Christian, aus Illinghausen (Allerheiligen) // 1086 (1801)

Meinertzhagen, Adolf, Klostervorsteher (Guardian) der Z.er Franziskaner 484 (1776)

Mendel, Salomon, aus Z., jüd. // 990g, 990h (1770)

Mercken, Jacob, Z.er Burggraf 104 (1739)

Mettmann, Joseph, aus Z., Maurer // 525 (1750)

Meurers, Josef (Josef Matthias), Mönch der Abtei Brauweiler u. Lektor // A19 (1801)

Meuter, Franz, aus Z. 209 (1747)

–, Johannes, aus Stürzelberg // 1092 (1803)

Mey, Johannes Heinrich, aus Z., Schöffe u. Bürgermeister 47 (1737), 349 (1758) // 739 (1758) // A9 (1735)

Meyer [Mayer], aus Z. 465 (1771)

–, Johannes Jacob, Friedensrichter des Kantons Dormagen // 1091 (1802)

–, Lambert, aus Z., Schankwirt u. Ratsherr // 1069 (1798), 1084 (1801)

–, Maria Josephine geb. Causemann, aus Z., Frau des Ratsherrn Lambert M. // 1171 (1821)

–, Wilhelm Heinrich, aus Z., Glaser 76, 78 (1738) // 695, 696 (1756), 836 (1762)

Moers [Mörsch, Mörs], Christian, Krimineller 494 (1792) // 1040 (1792)

Motgen, aus Z., jüd., Vätter des Heymann Levi 211 (1748)

Müllenberg, Jacob, aus Stürzelberg // 993g (1770)

–, Johannes, aus Z. // 542 (1750)

Müllenwe(e)g, Bußprediger // 1015 (1771) // A6 (1771)

Müller, Anton, aus Z. // 694 (1756)

–, Gertrud, Magd auf Haus Bürgel // A18 (1789)

–, Wilhelm, aus Z. // 1087 (1801), 1118 (1809)

Müllers, geistliche Lehrerin an der Mädchenschule in Z. 294 (1754)

Münchrath, Bertram, aus Z. // 686 (1756)

–, Georg, aus Z., Ratsherr 146 (1740)

Muhlman, Bußprediger 10 (1734)

Napoleon I. Bonaparte, Konsul, später Kaiser Frankreichs // 1096 (1802, 1804)

Neander, Anton, aus Z. // 1172 (1821)

Nelles, Theodor, aus Z. // 1054 (1794)

Nesselrode in Reichenstein, Bertram Carl Graf v. 168 (1710)

Neukirchen [Newkirch(en)], Johannes Wilhelm, aus Z. // 559 (1751)

–, Ludwig, aus Z., Maurermeister // 668 (1755)

Niesen [Niessen, Neesen, Niehsen], Josef Wilhelm, Verwalter des Kantons Z. // 1062 (1797), 1064, 1065 (1798)

–, Nicolaus, aus Z. // 1024 (1773), 1038 (1792)

–, Wilhelm, aus Z. // 620 (1753)

Nix, Caspar, aus Z. // 694 (1756)

–, Heinrich, aus Z., Stadtdiener u. Nachtwächter // 963 (1768), 976, 992h (1770)

Nobel, W., Krimineller // 1047 (1793)

Nolden [Nolten], aus Z., Kirchmeister 25 (1735)

–, aus Z. // 739 (1758)

–, aus Z. 465 (1771)

–, Agnes geb. Falckenberg, Frau des Peter N. // 513 (1750), 622 (1753)

–, Georg Matthias, aus Z., Schultheiß 168 (1710)

–, Heribert, aus Z. 101 (1739)

–, Peter, aus Z., Schöffe u. Bürgermeister, Fährpächter 29 (1736), 47 (1737) // 512, 513, 515, 520, 539, 549 (1750), 556, 569, 571 (1751), 609, 611, 613, 618, 619, 622 (1753) // A9 (1735)

Oberster, Peter, aus dem Bergischen 489 (1785)

Obladen, Anton, aus Z. // 745 (1758)

–, Johannes Paul, aus Z. 388 (1760)

–, Maria Hieronimus, aus Z. 388 (1760)

Offer [Opffer], aus Z., Jungfrau 445 (1767)

Olligschläger, Reiner, aus Z., Schöffe 168 (1710)

Otto, Adam, aus Dormagen // 1137 (1812)

Pannes, Peter, aus Dormagen // 1086 (1801), 1109 (1807), 1153 (1814)

Peffgens, Gallus, Z.er Kaplan 474 (1773), 480, 481 (1776), 484 (1776)

–, Johannes, aus Z., Schöffe u. Holzgraf auf dem Stüttger Busch 70 (1738)

Peltzer, Paul, aus Z., Burggraf 104 (1739), 158 (1741)

–, Wilhelm Heinrich, aus Z. // 1026 (1773)

Peters, Gerhard, aus Z., Sohn des Johannes Peter P. // 990e (1770)

–, Gertrud geb. Gärtner, aus Z., Frau des Johannes Peter P. // 990e (1770)

–, Johannes Peter, aus Z. // 605 (1753), 819 (1761), 992e (1766, 1770), 990e, 991b, 992d (1770)

Pius, Z.er Franziskanerpater 424 (1764)

Pius VI., Papst // 1077 (1799)

Pius VII., Papst // 1096 (1804), 1174 (1822)

Pliester, Gertrud geb. Jämmertz [Jamer], aus Z. // 561 (1751)

Pohl, Theodor, aus Z., Junggesellenhauptmann 383 (1759), 429 (1764)

Ponthani // 1074 (1799)

–, Johannes Heinrich, aus Z., Vikar am St. Antonius-Altar 399, 406 (1761) // 820 (1761)

Pross [Prost], Jacob, aus Z., Müller u. Kellner des Domkapitels // 588, 591 (1751), 593, 594 (1752), 702 (1757)

Rangen, Theodor, aus Z. // 646 (1754)

Reinartz, Simon, aus Z. 117 (1740)

Rensing, Johannes Christoph Joseph, aus Köln, Kanoniker, Syndikus u. Sekretär des Domkapitels // 547 (1750), 591 (1751), 602 (1752)

Reuschenberg, Jodocus Edmund Franz, Freiherr v. u. zu 168 (1710)

Reusrath, Johannes, aus Z. // 1117 (1808)

Rheden [Rehden], Martin, Z.er Vizepastor, später Pfarrer 211 (1748), 395, 399, 401 (1761) // 820, 821 (1761) // A1 (1760)

Richrath, Thomas, aus Z. 376 (1759)

Rixen, Cornelius, aus Z. // 925 (1764), 992d (1770)

Rode(n)kirchen, Gerhard, aus Z., Organist // 542 (1750), 1038 (1792)

–, Johannes, aus Z. // 1055 (1794)

–, Wilhelm, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

Rosarius, Edmundus, Pater der Abtei Brauweiler, Zehntherr 484 (1776) // 934 (1765), 1021 (1772)

Rubert, Christoph // 1138 (1813)

Saarwerden, Friedrich v., Kölner Kurfürst 258 (1404)

Sahl, Christian, aus Z. 264 (1751) // 564 (1751)

Salm Reifferscheidt Dyck, Johann Franz Wilhelm, Altgraf von 456 (1769)

Sand [Santh], Jacob, aus Z. 479 (1776)

–, Maria geb. Schorn, aus Z., Frau des Wilhelm S. 322 (1756)

–, Wilhelm, aus Z., Postkutscher u. Ratsherr 279 (1753), 289 (1754), 322 (1756) // 509, 511, 513, 536, 548 (1750), 562, 564, 572, 573, 574, 577, 582, 586, 587, 588, 589 (1751), 602, 603 (1752), 608, 610, 615, 616, 621 (1753), 630, 632, 634, 635, 638, 639, 640, 643, 654 (1754), 667, 669, 670, 677 (1755), 686, 691, 692, 694 (1756), 704, 731, 735 (1757), 738 (1758)

Scampar, Friedrich Ludwig v., Kölner Domherr // 987 (1770)

Schauman [Schawman], aus Z., jüd. // 818 (1760), 916, 924 (1764)

Scheben, Benedictus, Pater aus dem Kloster Brauweiler 39 (1736)

Scherges, Hermann, aus Z. // 1119 (1809), Neffe des Chronisten Johannes Hermann Schwieren // 1119 (1809)

Scheuermann [Schürman], Albert, aus Z., Ratsherr // 977, 980 (1770), 1011 (1771), 1027 (1774), 1035 (1775)

Scheuß, Jacob, aus Z. // 1113 (1807)

–, Wilhelm, aus Z. // 542 (1750), 827 (1761)

–, Wilhelm, aus Z. // 1108 (1806)

–, Wilhelmine geb. Bitzeler, aus Z., Frau des Jacob Sch. // 1113 (1807)

Schief(f)er [Schiffer], aus Stürzelberg // 1155 (1815)

–, Z.er Vikar // 1175 (1822)

–, Christian, aus Z. // 565 (1751)

–, Heinrich, aus Z. // 605 (1753)

–, Heinrich, aus Z. // 791 (1760)

–, Jakob, aus Z., Bürgermeister, Schöffe u. Holzgraf auf dem Stüttger Busch 7 (1734), 20 (1735), 47 (1737), 63, 70 (1738) // A9 (1735)

–, Johannes, aus Z. // 767 (1760)

Schilberg, Wilhelm, aus Z. // 646 (1754)

Schimmelpfenning, aus Z. // 1040 (1792)

–, Anton, aus Z. // 1069 (1798)

–, Johannes, aus Z., Ratsherr 168 (1710)

–, Johannes, aus Z. 102 (1739)

–, Johannes Georg, aus Z., Ratsherr 304 (1754), 305 (1755) // 509, 511, 513, 516, 536, 541, 543 (1750), 557, 566, 586 (1751), 603, 604 (1752), 605, 608, 611 (1753), 640, 645 (1754), 655, 657, 661, 669, 672, 678 (1755), 686, 687 (1756), 700, 706, 709, 719, 724, 731 (1757), 739, 742, 755, 757, 758 (1758), 760 (1759), 793 (1760), 836 (1762), 914, 915 (1763), 920, 924 (1764), 936, 937 (1765), 941, 948 (1766), 959 (1768), 986 (1770), 1023 (?), 1029 (1774)

–, Johannes Peter, aus Z., Organist // 1038 (1792)

–, Lambert, aus Z., Schmied // 1166 (1818)

–, Peter, aus Z., Nachtwächter // 554, 585, 588 (1751), 603 (1752), 611 (1753), 671 (1755)

Schlebusch [Schlebüsch], Johannes, aus Z., Brudermeister u. Ratsherr 221 (1748) // 699, 722, 728, 732 (1757), 739, 753 (1758), 762 (1759), 772, 792, 795 (1760), 825 (1761), 836 (1762), 845 (1763), 920, 921, 924 (1764), 935 (1765), 941, 947 (1766), 967, 971 (1769), 995 (1770), 1020 (?), 1032 (1774)

Schlemm, Johannes, aus Worringen // 1174 (1822?)

Schmitz, Jesuitin, Lehrerin an der Z.er Mädchenschule 23 (1735)

–, aus Z., Jungfrau 445 (1767)

–, aus Z. 465 (1771)

–, aus Nievenheim, Witwe eines Halbpächters, Pächterin der Z.er Schafstrift // 992f (1770)

–, aus Z., Sekretär // 1091 (1802)

–, aus Z., Bäcker // 1164 (1817)

–, Christian, aus Z. // 1137 (1812)

–, Friedrich, aus Z. // 1173 (1822)

–, Heinrich, aus Z., Ratsherr u. Fährpächter 81 (1738) // A9 (1735)

–, Heinrich, aus Z., Armenprovisor u. Ratsherr 304 (1754), 305 (1755), 337 (1757) // 509, 512, 516, 526, 536, 544 (1750), 557, 566, 568, 580, 581, 585, 591 (1751), 599, 603 (1752), 607, 610, 617 (1753), 636, 640, 648 (1754), 661, 668, 669, 673 (1755), 680, 686 (1756), 700, 709, 724, 725, 731 (1757), 739, 758 (1758), 761 (1759), 834, 836 (1762), 904, 908 (1763), 919 (1764), 937 (1765), 941 (1766)

–, Heinrich, aus Z. // 1169 (1820)

–, Johannes, aus Z. // 904 (1763)

–, Johannes, aus Z., Schöffe // 996 (1771)

–, Johannes, aus Z. // 1007 (1771)

–, Johannes, aus Z. // 1164 (1817), 1166 (1818)

–, Lorenz, aus Z., Schöffe 168 (1710)

–, Mathias, aus Z. // 1085 (1801)

–, Michael, aus Z., Stadtfähndrich 226 (1749) // 542 (1750), 641 (1754), 684, 686 (1756)

–, Peter, aus Z. // 925 (1764)

–, Peter Josef, Vikar in Dormagen // 1152 (1814)

–, Reiner, aus Z., Ratsherr // A9 (1735)

–, Simon, aus Z. // 1037 (1789)

–, Wilhelm, aus Z. 12 (1735)

–, Wilhelm, aus Z., Ratsherr 267 (1751) // 938 (1765), 952 (1767), 974 (1769), 996, 1008 (1771), 1033 (1775)

–, Wilhelm, aus Z., Schöffe u. Bürgermeister 491 (1784), 499 (1794) // 1035, 1036 (1775), 1038 (1792)

–, Wimmar, aus Z. // 585 (1751)

Schnee, aus Stürzelberg // 1084 (1801)

–, Heinrich, aus Stürzelberg // 684, 686 (1756)

Schneider, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

–, Adam, aus Z., Ratsherr // 738, 739, 742, 754 (1758), 764 (1759), 788 (1760), 826 (1761), 836 (1762), 905 (1763), 920, 924 (1764), 933 (1765), 941, 946, 948, 950 (1766), 968, 972 (1769), 980 (1770), 997 (1771), 1033 (1775), 1038 (1792)

–, Anna geb. Offer, aus Z. Frau des Ratsherrn Adam Sch. // 968 (1769)

–, Heinrich, aus Z. // 1084 (1801) // A20 (1801)

–, Wilhelm, aus Z. // 1114 (1807)

–, Wimmar, aus Nievenheim, Küster u. Bürgermeister // 1086 (1801), 1088 (1802)

Schönen [Schön], Michael, aus Z. // 951 (1767)

Schorns, Maria Catharina, Lehrerin an der Z.er Mädchenschule 125 (1740)

Schoss, Peter Rüdiger, Vikar der Z.er Bruderschaft "Beatae Mariae Virginis", Halbpächter des Hauses Bürgel 168 (1710), 85 (1738)

Schül(t)gen, Heinrich, aus Z., Fähndrich der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft, Schöffe 48 (1737), 101 (1739), 287 (1754) // 509, 536, 543, 544, 548 (1750), 564, 566, 568, 580, 587 (1751), 594, 601 (1752), 607, 611 (1753)

–, Johannes, aus Rheinfeld 69 (1738)

Schüller, Johannes, Schieferdecker // 1100 (1805)

Schürenberg, aus Neuss, Goldschmied // 1166 (1818)

Schürmann, Lambert, aus Z., Brudermeister der Muttergottes-Bruderschaft 390 (1760)

Schütz, Konrad, aus Z. // 831 (1762)

Schuhmacher [Schuhmächer], Bußprediger // 1015 (1771) // A6 (1771)

Schuller, Johannes, aus Z. // 1158 (1816)

Schullmeister, Küster in Benrath, Bruder des Z.er Schöffen Johann Peter Sch. 306 (1754–55)

–, Anna Gertrud geb. Itteren, aus Z., Frau des Gerichtsschreibers Johannes Peter Sch. // 562 (1751)

–, Anna Margarethe geb. Eck, Frau des Franz Arnold Sch. // 605 (1753)

–, Franz Arnold, aus Z. 78 (1738) // 544 (1750), 586 (1751), 605 (1753)

–, Johannes Peter, aus Z., Schöffe, Bürgermeister u. Gerichtsschreiber 60, 80, 89 (1738), 91, 115 (1739), 158 (1741), 189 (1746), 208 (1747), 300 (1754), 306 (1754–55) // 509, 513, 520, 523, 525, 526, 528, 530, 531, 533, 536, 538, 539, 540, 542, 543, 545, 550, 552 (1750), 557, 558, 559, 560, 561, 562, 563, 564, 566, 567, 570, 577, 579, 581, 585, 586, 588, 592, 593 (1751), 595, 599, 600, 602, 604 (1752), 607, 610, 611, 612, 615, 617, 618, 621 (1753), 630, 631, 632, 633, 634, 635, 636, 637, 643, 644, 645, 646, 647, 649, 653 (1754), 655, 656, 657, 662, 666 (1755), 691 (1756) // A9 (1735)

–, Peter, aus Z. // 1108 (1806)

Schult, Johannes, aus Z. // 996 (1771)

Schuten, Max, aus Jüchen, Orgelbauer 493 (1784)

Schwab [Schwaab], Arnold, aus Z. (gebürtig aus Dormagen), Schlachter // 796 (1761), 919 (1764), 990h (1770)

Schwidden [Schwint, Schwieden], aus Stürzelberg // 990f (1770)

–, Heinrich, aus Z. // 1053 (1794)

–, Stephan, aus Z. 252 (1750–51)

Schwieren, Agnes, Schwester des Chronisten Johannes Peter Sch. 281 (1753)

–, Hubert Reiner, Vikar in Bedburdyck, Sohn des Chronisten Johannes Peter Sch. 441 (1766)

–, Johannes Hermann, aus Z., Küster, Chronist u. Lehrer, Sohn des Johannes Peter Sch. 442 (1767), 467 (1771), 481 (1776), 484 (1776), 491 (1784), 504 (1795) // 1039 (1785), 1038 (1792), 1166 (1794), 1059 (1795), 1061 (1797), 1064, 1069 (1798), 1070 (1799), 1084 (1801), 1097 (1804), 1106, 1107, 1108 (1806), 1118, 1119 (1809), 1135 (1812), 1145 (1814), 1166 (1818), 1168 (1819), 1169 (1820), 1173, 1174 (1822) // A4, A8 (1775), A15 (1782), A16 (1783), A17 (1785), A18 (1789)

–, Johannes Peter, aus Z., Küster, Chronist, Lehrer u. Ratsherr 1179, 1184 (1733), 21, 1186 (1735), 55, 56 (1737), 60, 72, 82, 1181 (1738), 91 (1739), 117 (1740), 1185 (1741–48), 169, 172 (1743), 200 (1744), 208, 230 (1747), 211, 212 (1748), 235 (1749–50), 247, 262 (1750), 269 (1751), 294, 306 (1754–55), 337 (1757), 399 (1761), 413, 417, 419 (1763), 424, 427 (1764), 441 (1766), 442 (1767), 467 (1771) // 509, 519, 523, 524, 536, 538, 543 (1750), 564, 566, 579, 580, 581, 583, 584, 587 (1751), 600, 603 (1752), 611 (1753), 634, 644 (1754), 669, 672, 678 (1755), 680, 686, 690, 695 (1756), 709, 724, 725, 731, 734 (1757), 739, 742 (1758), 765 (1759), 771, 772, 792, 794 (1760), 798, 820 (1761), 836, 837, 838 (1762), 906, 909, 910, 915 (1763), 920, 924, 926 (1764), 941, 944, 948 (1766), 957 (1767), 964 (1768), 980, 987, 990d, 990m, 994 (1770), 1013, 1025 (?), 1031 (1774), 1036 (1775) // A9 (1735), A2, A5, A7 (1762), A12 (1765), A6 (1771)

–, Johannes Peter, aus Z., Sohn des Chronisten Johannes Hermann Sch. // 1155 (1815)

–, Maria Elisabeth geb. Cremers, Frau des Chronisten Johannes Peter Sch. 471 (1773)

–, Peter, aus Z., Küster u. Lehrer, Vater des Chronisten Johannes Peter Sch. // 538 (1750)

Settegast, Johannes Conrad, Offizial (Dechant) des Dekanates Neuss, Pfarrer in Linn 406 (1761), 409 (1762)

Simon, Niclas Sébastien, Präfekt in Aachen // 1085 (1801)

Simons, aus Z., Schankwirt // 1084 (1801)

Sitman, aus Köln, Goldschmied // 1166 (1818)

Sourilliot, Franz Anton, aus Z., Lehrer an der Lateinschule // 1069 (1798)

Speck, Daniel, Zoll Nachgänger in Z. 168 (1700)

–, J. P., aus Urdenbach, Holzhändler // 992i (1770)

Spelt, Antonetta Sibilla Josepha Sophia, aus Z., Tochter des Zoll-Nachgängers Heinrich Sp. // A16 (1783)

–, Conrad, aus Z., Zoll Nachgänger 157 (1741)

–, Heinrich Anton, aus Z., Zoll-Nachgänger 272 (1751), 284 (1753), 292 (1754), 349 (1758) // 990m (1770) // A16 (1783)

–, Maria Josephine, aus Z. // 912 (1763)

–, Sibilla, aus Z., Tochter des Zoll-Nachgängers Conrad S. 157 (1741)

Spelthann // 1139 (1811)

Spenrath, aus Rheinfeld 67 (1738)

Stamm, Heinrich, aus Stürzelberg 507 (1796)

–, Mathias, aus Z., Schöffe u. Kirchmeister 168 (1710)

–, Wilhelm, aus Z. // 646 (1754)

Stammel, Wilhelm, aus Rheinfeld // 1145 (1814)

Stattfelt, Heinrich, aus Z. 304 (1754), 305 (1755) // 515, 520, 522, 528, 539, 549 (1750), 556 (1751), 684, 686 (1756), 836 (1762)

Steigermann, Johannes, aus Z. // 542 (1750)

Steinberger, Jacob, aus Dormagen // 1086 (1801), 1088 (1802)

–, Josef, aus Dormagen, Notar // 1100 (1805)

Steltzmann [Stelsman], aus Z. // 990k (1766, 1770)

–, Johannes, aus Z. // 1037 (1789, 1793)

–, Johannes, aus Z., Buschförster auf dem Stüttger Busch 499 (1794)

–, Johannes, aus Z. // 1054 (1794)

–, Johannes Heinrich, aus Z., Buschförster auf dem Stüttger Busch 70 (1738)

Steverts [Stefert], Alexander, aus Z., Kirchmeister u. Beseher des Zolls 148 (1740), 157 (1741)

–, Gertrud, aus Z., Tochter des Zoll-Besehers Alexander St. 157 (1741)

–, Hieronymus Bertram, aus Z., Zoll-Kontrolleur 503 (1794)

–, Johanna Sophia geb. Tilmetz, aus Z., Frau des Zoll-Besehers Alexander St. 157 (1741)

–, Johannes Jacob, Kanoniker in Xanten, Sohn des Z.er Zoll-Besehers Alexander St. 440 (1765)

Stoltzenbach, David, aus Z., Rinderhirt u. Nachtwächter, Sohn des Schweinehirten Joseph St. // 518 (1750), 608 (1753)

–, Joseph, aus Z., Schweinehirt // 518 (1750), 627, 642 (1754)

Stommel [Stummel], Engelbert, aus Z. 149 (1740)

–, Jacob, aus Z. 227 (1749)

–, Johannes, aus Z. // 981 (1770)

–, Odilie geb. Pütz, Frau des Jacob St. 227 (1749)

Strauch, Marius, Vorsteher (Guardian) des Z.er Franziskanerklosters 494 (1792), 500 (1793)

Strunts [Struncks], zwei Lehrerinnen gleichen Nachnamens an der Z.er Mädchenschule 125 (1740)

Sturm, aus Z., Franziskanerpater u. Prediger 221 (1748)

–, aus Dormagen, Schöffe // 588 (1751), 739, 748, 749 (1758)

–, Jacob, aus Dormagen // 1085 (1801)

–, Maurus, Vorsteher (Guardian) des Z.er Franziskanerklosters 3 (1733)

Tampier, aus Z. // 1156 (1815, 1816)

Thomas, Placidus, Z.er Kaplan 182 (1744), 183 (1745), 203, 208 (1747), 211 (1748), 272 (1751), 280, 304 (1754), 306 (1754–55), 322 (1756), 337 (1757) // 540, 541 (1750), 572 (1751), 630 (1754), 803 (1760), 820 (1761) // A1 (1760)

Thünninger, Heinrich, aus Z. // 612, 620 (1753)

Thurn, Andreas, aus Köln, Schwager des Chronisten Johannes Peter Schwieren 269 (1751)

–, Andreas, Pfarrer, Sohn des Andreas T. 459 (1770)

Titz, Johannes, aus Z. // 1084, 1085 (1801) // A20 (1801)

Töller, Reiner, aus Z., Schieferdecker 424 (1764) // 741 (1758)

Tolles, Wilhelm, aus Z. // 981 (1770)

Trimborn, aus Worringen // 1095 (1804)

Ubber, Arnold, aus Z. // 647 (1754)

Umblauff [Ümblauff], aus Z. 210 (1747)

–, Reiner, aus Z., Schöffe u. Bürgermeister 53 (1737), 129 (1740), 158 (1741), 238 (1749), 336 (1757) // 509, 519, 520, 521, 535, 536, 543 (1750), 562, 564, 570, 572, 574, 577, 579, 580, 583, 584, 587, 588, 589, 590, 591, 592, 593 (1751), 595, 596, 600, 602, 604 (1752), 609, 610, 611, 615, 616, 618, 621 (1753), 629, 637, 653 (1754), 667, 669, 674 (1755), 680, 683, 685, 686, 690, 695, 696 (1756), 698, 699, 700, 701 (1757)

VF

Waldburg–Zeil-Wurzach, Auguste Gräfin von, Frau des Johann Franz Wilhelm, Altgraf zu Salm-Reifferscheidt-Dyck 456 (1769)

Wassenberg, Ludwig, aus Z., Dachdecker // 1166 (1818)

Wasser, Wilhelm, aus Z. // 612, 620 (1753)

Weber, Anna Mechthild geb. Neuss, Frau des Peter W. // 1068 (1798)

–, Gottfried, aus Z., Eremit 285 (1753)

–, Peter, aus Z. // 1068 (1798)

–, Wolter, aus Z., Bürgermeister 168 (1710)

Weedt, de, Kompaniechef 162 (1742)

Weiler, Heinrich, aus Horrem // 822 (1761), 909 (1763)

Wentzeler, Albert, Verwalter des Hauses Bürgel // A15 (1782)

–, Sabine geb. Commerden, Frau des Verwalters des Hauses Bürgel, Albert W. // A15 (1782)

Werren, Johannes Hermann, Z.er Vikar Beatae Mariae Virginis 87 (1738), 1185 (1741), 405 (1761)

Westhoven [Westhofen], Christina geb. Weber, aus Z., Frau des Engelbert W. // 609 (1753)

–, Engelbert, Soldat aus Z. 53 (1737)

–, Engelbert, aus Z. 413 (1763), 494 (1792) // 1065 (1798)

–, Maria Catharina geb. Müllenberg, Witwe des Engelbert W. // 1065 (1798)

Wickraht, Johann, aus Köln, Glockengießer 168 (1700)

Wiesen, Andreas, Pfarrer in Bedburdyck, Vätter des Chronisten Johannes Peter Schwieren 427 (1764–65)

–, August, aus Z., Zöllner 503 (1794) // 1012 (1771)

–, Hubert, aus Z., Zöllner 157 (1741) // 591 (1751)

–, Maria Agnes geb. Tappers, aus Z., Frau des Zöllners Hubert W. 157 (1741)

–, Maria Catharina, aus Z., Tochter des Zöllners Hubert W. 157 (1741)

Wimmer, Anton, aus Z. // 1171 (1821)

–, Mathias Gerhard, aus Z., Töpfer u. Ziegler // 523 (1750), 593 (1751), 982 (1770)

–, Michael, aus Z. // 1126 (1811)

–, Peter, aus Z. // 1117 (1809), 1128 (1811)

Winckels, Johannes, aus Z. 45 (1737)

Wingens, Jacob, aus Z. // 1030 (1774)

Witgens, Adolf, aus Stürzelberg // 990f (1770)

Wolff, Jacob, aus Z. 72 (1738)

–, Peter, aus Z. 60, 62 (1738)

Wolter(s), Adam, aus Z. // 940 (1766)

–, Gerhard, Zollbeseher in Z. 168 (1700)

–, Johannes, aus Z. // 628 (1754)

–, Johannes, aus Z. // 1056 (1794)

–, Maria geb. Mentz, Wwe. des Zollbesehers Gerhard W. 55 (1737)

–, Peter, aus Z. // 1127 (1811)

–, Peter Joseph, aus Z., Fährpächter 37 (1736), 81 (1738)

Worringen, aus Z., zwei Jungfrauen 445 (1767)

–, aus Z., Sohn des Jacob W. // 510 (1750)

–, Caspar, aus Z. // 625 (1754)

–, Jacob, aus Z. // 510, 540 (1750), 697 (1757)

–, Jacob, aus Z. // 1038 (1792)

–, Wilhelm, aus Z. // 1155 (1815)

Wüllenweber, Johannes Heinrich, aus Z. // 1024 (1773)

Yves, Domänenempfänger aus Neuss // 1091 (1802)

Zanders, Caspar, aus Z. // 612, 620 (1753)

–, Reiner, aus Dormagen // 1098 (1805)

Zaum, aus Nievenheim 504 (1795) // 1005 (1770)

Zeil-Wurzach, Joseph Karl Wunibald Erbtruchsess Graf v., Z.er Amtmann, Kölner Dompropst 397, 402 (1761) // 992e (1766, 1770), 449 (1767), 987 (1770), 1104 (1806)

Zimmermann, Christian, aus Köln, Glockengießer // 1061 (1797)

–, Gertrud geb. Wolters, aus Z. // 1116 (1808)

–, Wilhelm, aus Z. // 1116 (1808)

Ortsregister

Zum Register: Zwischen den Verweisen zum ersten und zweiten Autografen wie auch vor denen zum Anhang steht ein „//“. Dem Register liegen im Wesentlichen die gegenwärtig gültigen Stadt- und Gemeindegrenzen zugrunde. Entsprechende Verweise erleichtern das Auffinden einzelner Orte. Auch in einigen Fällen, in denen sich ein Eintrag nur indirekt auf einen bestimmten Ort oder ein bestimmtes Gebäude bzw. die hiermit verbundene Institution bezieht (z.B. Glockenläuten = Pfarrkirche; Lehrer = Schule), erfolgte ein entsprechender Eintrag. Das Ortsregister erfüllt damit ansatzweise die Funktion eines Sachregisters.

Abkürzungen:

Fl. = Flurname

Gm. = Gemeinde

Hs. = Hausname

Kgr. = Königreich

Kr. = Kreis

St. = Stadt

Z. = Zons

Aachen [Achen], St. // 639, 1085, 1119, 1149

AllerheiligenNeuss-Allerheiligen

AnstelRommerskirchen-Anstel

Arnsberg [Arentzberg], St. (Hochsauerlandkreis)

–, Gefängnis [Stockhauß] 494 // 1047

BaumbergMonheim-Baumberg

BedburdyckJüchen-Bedburdyck

Bedburg, St. (Erftkreis) // 781

BenrathDüsseldorf-Benrath

Berg, Herzogtum [Bergisches Land] 124, 142, 161

Bergheim, St. (Erftkreis)

–, Bergheim // 991b

–, Bethlehem, Franziskanerkloster 187 // 1181

–, Bergheim-Fliesteden [Fleisten] // 521, 522

Bergisches Land // 992c

BilkDüsseldorf-Bilk

Bonn, St. 44, 100, 138, 392 // 552, 556, 703, 719, 723, 833, 1016, 1053, 1054, 1055

–, Kapuzinerkloster 312

–, Landtag 336 // 525, 565, 574, 596, 606, 631, 662, 682, 684, 685, 687, 698, 701, 743, 759, 770, 843, 913, 928

–, Schiffsbrücken 392

BoslarLinnich-Boslar

Braunschweig, Herzogtum 26

Brauweiler, BenediktinerabteiPulheim-Brauweiler

Brühl [Bruell], St. (Erftkreis) 30, 174 // 823

BürgelMonheim, Haus Bürgel

BüttgenKaarst-Büttgen

Burscheid [Burtscheid], St. (Rheinisch-Bergischer Kreis) // 1175

Dänemark [Dennenmarck], Kgr. 22

DelhovenDormagen-Delhoven

DelrathDormagen-Delrath

DeutzKöln-Deutz

Dormagen, St. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Dormagen 55, 123, 150, 166, 345, 372, 377, 407, 426, 438, 451, 483, 506 // 525, 556, 707, 717, 718, 729, 739, 748, 749, 796, 919, 1019, 1067, 1076, 1081, 1086, 1093, 1094, 1095, 1098, 1100, 1109, 1120, 1137, 1143, 1145, 1151, 1152, 1153, 1158, 1162, 1173

– –, Adler, Wirtshaus // 1162

– –, Fischerei "an den Hecken" 150

– –, Pfarrkirche 41, 407 // 1019

– –, Piwipp [Piwib] // 881

– –, Schwanen, Gastwirtschaft 109, 506

– –, Windmühle 490 // 1002

–, Dormagen-Delhoven [Delfen] // 1158

–, Dormagen-Delrath [Dhiellrath, Diehberath, Thelerath] 138, 198 // 1054, 1115

–, Dormagen-Gohr

– –, Pfarrkirche 68

–, Dormagen-Hackenbroich 40, 345 // 1158

– –, Fuhrter Hof [Fohrtter Hoff] 108

–, Dormagen-Horrem 55, 66, 80, 161, 177, 222, 240, 250, 377, 383 // 519, 520, 521, 522, 560, 576, 588, 591, 635, 649, 650, 656, 676, 681, 687, 691, 703, 705, 716, 718, 719, 720, 721, 756, 819, 820, 821, 822, 909, 960, 969, 1004, 1016, 1053, 1080

– –, Knechtstedener Hof // 598

– –, Nussbaum Hof 426

– –, Wege allgem. // 761

–, Dormagen-Knechtsteden [Knechtstäten], Prämonstratenserabtei // 526, 552, 569, 578, 579, 610, 739

–, Dormagen-Nievenheim [Nivenheim] 155, 183, 213, 375, 506 // 729, 744, 992f, 1086, 1107, 1115, 1135

– –, Pfarrkirche 59, 98, 183, 213, 372 // 1107

– –, Salvator-Umweg 183

– –, Schwiertz-Hof [Schwärtz-Hoff] 56

– –, Wey [Weyen], Gutshof u. Wirtshaus bzw. Siedlung 504

– –, Zaums-Hof // 1005

–, Dormagen-Rheinfeld [Riferden] 64, 123, 372 // 749, 820, 1017, 1018, 1145

– –, Burchert, Fl. // 881

– –, Fuhrweg [Fohrweeg] 419

– –, Rheinfelder Hof 419

– –, Walhover Hof [Welffer Hoff] 438, 502 // 1111

–, Dormagen-Stürzelberg [Stürtzelberg, Sturtzelberg] 55, 80, 117, 143, 153, 161, 177, 194, 222, 261, 320, 343, 359, 375, 383, 392, 401, 409, 436, 491, 499 // 536, 560, 576, 588, 600, 652, 655, 658, 659, 660, 663, 692, 703, 705, 709, 716, 718, 719, 720, 721, 806, 820, 821, 822, 915, 953, 960, 969, 987, 989a, 990a, 990d, 990f, 992f, 993c, 993d, 993f, 993g, 1016, 1045, 1053, 1084, 1092, 1102, 1125, 1126, 1155, 1167

– –, Kapelle 266, 409 // 1095

– –, Schmickenhof // 684

– –, Schwanen, Schankwirtschaft // 1084

–, Dormagen-Zons

– –, Abdeckerei [Schindskuhle, Schinners-Kuhlen] 123, 145, 173, 259 // 537, 566, 960, 1124

– –, am Bilderstöckchen 117

– –, Amt, Grenze // 991d

– –, Anker [Ancker], Schankwirtschaft u. Brauerei 52, 55, 83, 102 // 588, 599, 628, 638, 683, 744, 1172

– –, St. Antoniuskapelle 43, 215, 266, 276, 297, 310 // 588

– –, Balghemer Weg [Balchemer Weg] // A13

– –, Begräbnisplatz (außerhalb der Stadtmauern) // 1065

– –, Benden, Fl. 259, 292, 345 // 1000, 1158

– –, Bleichplatz vor dem Rheintor 238 // 990b, 991b, 992d

– –, Bluchs Büschgen [Pluchß B.], Fl. 235

– –, Brauhaus des Gerhard Fehr am Kirchhof 60

– –, Brunnen vor dem Haus St. Peter 239

– –, Bürgergefängnis // 804

– –, Buschweg [Büschweeg] // 1016

– –, Damm vor dem Feldtor // 1124, 1139

– –, Deiche (allgem.) // 536, 574, 601

– –, Deich an der St. Antoniuskapelle bzw. Steinstraße (heutige Deichstraße) 276, 297, 310 // 588

– –, Deich durch die Küheweide zum Rhein 311

– –, Deich an der Schindskuhle 145, 173, 274, 276, 297 // 588

– –, Deich hinter der Mühle 250, 259, 372 // 588, 602, 603, 820, 1158

– – –, Wegekreuz am // 820

– –, Deichstraße [Steinstraße] 311 // 960

– –, Doppelter Adler [Duppelen Adler], Hs. 413

– –, Dreckgasse ⇒ Museumstraße

– –, Eichelkamps-Pfad [Eichelskampffs-Patt], Fl. // 566

– –, Enggasse ⇒ Wiesenstraße

– –, Fähre 37, 81, 307 // 512, 513, 515, 517, 545, 548, 564, 569, 571, 609, 762, 799, 882, 990j, 1140

– – –, an der 386

– –, Feldstraße ⇒ Schlossstraße

– –, Feldtor [Felt-Pfort(en)] 76, 78, 145, 149, 158, 162, 210, 211, 228, 270, 332, 353, 355, 386, 388, 422, 437, 446, 460, 503 // 680, 749, 804, 820, 823, 960, 1000, 1016, 1070, 1118, 1139

– – –, Kreuz vor dem 310, 446 // 1016

– –, Franziskanerkloster 34, 49, 50, 77, 149, 195, 198, 204, 221, 225, 228, 353, 460, 494 // 746, 820, 821, 1000, 1016, 1040, 1056, 1064, 1091, 1151, 1172

– – –, Brunnen vor dem 422

– – –, Franziskanerkirche [Pater-Kirch, Closter-Kirchen] 3, 60, 94, 112, 116, 143, 149, 157, 158, 186, 197, 210, 225, 266, 270, 416, 422, 495, 500 // 807, 1091, 1100

– – –, Garten 157

– – –, Kreuz vor dem 3, 248

– – –, Sprechhaus 45

– – –, Winterstube 46

– –, Gerichtsplatz, beim Stüttger Wald 80, 107, 350

– –, Gerichtsplatz, an der Dormagener Windmühle 80, 490 // 1002

– –, Gewanne [Gewang], Fl. // 537, 566

– –, Grind [Grinth, Grendt], am Rhein 20 // 512, 529, 1125, 1127

– –, Im Grünenwald [Grönenwalt], Schankwirtschaft // 540, 563, 564, 566, 575, 617

– –, Grüner Weg 372

– –, Grünwaldstraße [Lange Gasse] 149, 435 // 1151

– –, Hagelkreuz // 588, 1124

– –, Herschlei, Fl. // 934

– –, Hannepützheide [Heith] 290, 303, 350, 503 // 537, 572, 660, 672, 677, 678, 682, 684, 915, 990g

– –, Heckhof 173, 297 // 1186 // 560

– –, Hinter der Mauer 149, 328

– – –, mittleres Wachttürmchen, Wohnung des Rinderhirten 328

– –, Hofstädtchen [Haustätte], Fl. // 1158

– –, Hohes Örtchen [Rohren Örthgen] 149, 435

– –, Hospitalplatz [Hoßpitallsplatz] 130

– –, "Im Schiffgen", Hs. 145

– –, Juddeturm [Guten-, Juden-Thurn] 193, 494

– – –, Gefängnis 254, 376, 494 // 819, 1040

– –, Judenberg, Fl. // 992a

– –, jüdischer Friedhof 211

– –, Junckersplatz // 523, 582, 593, 982

– –, Kämpen [Kämpffger], Fl. 454 // 979

– –, Kirchen-Kämpen [Kirche-Kampff], Fl. // A9

– –, Kloster ⇒ Franziskanerkloster

– –, Kohlenhütte, vor dem Rheintor 129 // 1142

– –, Kranenort, Fl. 345

– –, "Krone" [Cron], Hs. 149

– –, "krummer Wall Grad" [krommen Wall Grath], vor dem Feldtor 154 // 961

– –, Krötschenturm [Kreuzen-Thurn] // 1054, 1070

– –, Küheweide, Fl. 311 // 512, 989p

– –, Landstraße // 1037

– – –, hintere // A13

– –, Langgasse ⇒ Grünwaldstraße

– –, Leimkuhl [Leymkuhl, Leimkauhl], Fl., Fischereigrube 2, 158, 242, 477 // 542, 628, 657

– –, Leinpfad [Leinen Path], Treidelpfad 422 // 1000

– –, Marktplatz [Marck] 101, 145, 158, 210, 246, 270, 422 // 714, 990e, 1012, 1037, 1104, 1110, 1151

– –, Morion [Morian], Hs. // 635

– –, Mühle 158, 232, 376, 422, 503 // 588, 591, 593, 594, 596, 791, 1000, 1006

– – –, Graben an der 2, 40, 270

– – –, Haus des Müllers 173

– –, Mühlenstraße [Mullen(n)gassen] 12, 16, 149, 270, 460, 491 // 838, 990c, 991d, 992d, 1103, 1133, 1151, 1163, 1168, 1169

– –, Museumstraße [Dreckgaß] 145

– –, Neugasse [Newe Gaß], heutige nördliche Museumstraße 435 // 978

– –, "Orgelsstücks Graß", Fl. // 918

– –, St. Peter(s Hof), Hs. 145, 239 // 821, 1144

– –, St. Peters-Turm ⇒ Rheinturm

– –, Parkstraße (ehem. Gartenstraße) // 960

– –, Pfarrhaus u. -hof 106, 149, 195, 280, 304, 305, 306, 337, 409 // 654, 999, 1084, 1091 // A9, A20

– –, Pfarrkirche 21, 25, 35, 49, 50, 60, 79, 86, 87, 88, 94, 97, 112, 127, 143, 148, 149, 153, 158, 167, 168, 172, 185, 186, 194, 195, 197, 198, 207, 208, 212, 215, 217, 220, 222, 241, 245, 258, 263, 265, 266, 273, 275, 285, 299, 302, 306, 320, 323, 324, 325, 327, 329, 337, 343, 378, 384, 385, 389, 392, 403, 405, 406, 407, 409, 410, 416, 417, 419, 420, 421, 424, 430, 431, 432, 433, 434, 435, 442, 444, 445, 446, 447, 449, 451, 460, 470, 473, 476, 480, 481, 487, 489, 491, 492, 493, 495, 508, 1185 // 561, 571, 572, 574, 575, 657, 807, 820, 821, 822, 903, 980, 987, 989t, 990d, 1015, 1016, 1019, 1021, 1038, 1059, 1061, 1065, 1068, 1074, 1077, 1081, 1085, 1091, 1094, 1099, 1106, 1108, 1113, 1129, 1138, 1141, 1142, 1144, 1151, 1160, 1166, 1173, 1174, 1188 // A1, A6, A9, A10, A11, A12, A17, A20

– – –, Kirchhof 60, 77, 149, 184, 342, 409, 422 // 1015, 1075, 1108, 1113

– – – –, Beinhäuschen 60, 409

– – –, Sakristei 195

– –, Prozessionsweg "7 Fußfäll" 215, 372

– –, Rathaus 158, 229, 238, 296, 301, 497, 498 // 637, 638, 668, 671, 689, 694, 714, 742, 752, 836, 921, 948, 954, 989g, 990d, 990i, 990m, 991d, 993c, 1012, 1015, 1048, 1053, 1165

– – –, Häuschen neben dem // 554, 609

– –, Rheininseln [Wertheren] 158

– – –, obere 240

– –, Rheinstraße 145, 173, 210, 270, 435 // 1070, 1103, 1163

– – –, Mauer an der // 639

– –, Rheintor [Rheinpforts] 66, 99, 102, 129, 149, 158, 162 // 960, 1000 // A18

– – –, Falltor [Schoß-, Schießpfortz] 99, 404

– – –, Gefängnis 77

– – –, Kreuz vor dem // 752, 1151

– – –, vor dem 238 // 535

– – –, Wachtstube [Cordigath] 404

– –, Rheinturm [Santh Peters-Thurn] 65, 74, 258 // 544, 992b, 1070

– – –, Gefängnis 376

– –, Rheinufer bzw. -werft [Werff] // 639

– –, Rheinwiesen [Kämpffger] 345

– –, St. Rochus Bilderstöckchen 255

– –, Schindskuhle ⇒ Abdeckerei

– –, Schleusen hinter dem Schloss 237 // 1158

– –, Schloss Friedestrom 39, 57, 66, 101, 158, 196, 229, 309, 332, 370, 371, 488 // 588, 686, 819, 820, 821, 916, 1016, 1040, 1042, 1044, 1056

– – –, Beckers-Kämmerchen (Gefängnis im Schlossturm) // 819, 1040

– – –, Mauer // 924

– – –, Wiesen hinter dem // 821

– –, Schloßstraße 270, 422 // 1000, 1016, 1118, 1168

– –, Schule, für beide Geschlechter 264 // 564

– –, Schule, für Jungen (Küsterschule) 86 // 1015, 1069

– –, Schule, für Mädchen 23, 86, 125, 294, 295, 393 // 1069

– –, Schwanen, Gaststätte u. Brauerei 70, 172, 184, 195, 242, 270 // 1083

– –, Spicher [Speicheren], Fl. 292

– –, Stadt-Platz am Zehntgarten 58, 206

– –, Stadtmauer // 554

– –, Steinstraße ⇒ Deichstraße

– –, Stüttger Busch 70, 80, 107, 158, 221, 350, 391, 448, 465, 499

– –, Tor zwischen Rathaus u. Schloss 229

– –, Treidelpfad ⇒ Leinpfad

– –, Viehtrifft von Z. durch die Heide 290 // 566, 572, 660, 672, 683, 761

– –, vier Rädern, an den, Fl. 240, 250

– –, Vikarie 86, 87, 149, 481 // 999, 1015

– –, Vogelstange vor dem Rheintor 65, 75, 101, 102, 152, 158, 174, 267, 277 // 752, 821, 822, 985, 989a, 990c, 990g, 991a, 991c, 992b, 992h

– –, Volckes Hau [Haw], Fl. am Stüttger Busch 107

– –, Wallgraben // 567, 752, 932, 984, 985, 989a, 990b, 990c, 990h, 991a, 991b, 991d, 992a, 992b, 992d, 992h, 1142

– –, Wasserkämpe, Fl. 345

– –, Wege außerhalb der Stadtmauern // 969

– –, Wiesen hinter dem Schloss 346

– –, Wiesenstraße [Engergassen, Enggasse] // 820, 1139

– –, Zehntgasse 411, 435 // 970, 978

– –, Zehnthof [Zehnhoff] 14, 32, 39 // 1151

– – –, Zehntgarten 58

– – –, Zehntplatz ⇒ Stadt Platz am Zehntgarten

– –, Zollhaus 158 // 621, 1063, 1070

Düren, St. (Kr. Düren)

–, Düren 312

–, Düren-Langerwehe [Langeweh] // 1175

Düsseldorf, St.

–, Düsseldorf 82, 111, 338, 341, 342, 370, 371, 375 // 677, 678, 714, 774, 776, 777, 779, 806, 836, 849, 850, 1060, 1144, 1155, 1161, 1166, 1176

– –, Gefängnis // 1172

– –, Ratinger Tor 369

– –, Rheinufer bzw. -werft [Werff] 450

–, Düsseldorf-Benrath // 1167

– –, Pfarrkirche 306

–, Düsseldorf-Bilk [Bilck] 113

–, Düsseldorf-Heerdt // 789

–, Düsseldorf-Himmelgeist

– –, ungarisches Lager 192

–, Düsseldorf-Kaiserswerth [Käyserswerth, Käysertwerth] 26, 218 // 720

– –, Zuchthaus [Stock , Spinhauß] 218, 253, 268

–, Düsseldorf-Urdenbach [Ordenbach, Urdebach] 55, 225, 307 // 529, 992i, 1167

Dyck, Reichsherrschaft 124, 456

England [Engelant], Kgr. 216

FliestedenBergheim-Fliesteden

Frankfurt a.M. [Franckfurth], St. 180

Frankreich [Franreick], Republik // 1056

FrixheimRommerskirchen-Frixheim

Geldern [Gellar], St. (Kr. Kleve)

–, Pulverturm 17

Gent, St. (Belgien) // 1056

GnadentalNeuss-Gnadental

GohrDormagen-Gohr

GrefrathNeuss-Grefrath

Grevenbroich, St. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Grevenbroich // 1041, 1046

–, Grevenbroich-Neukirchen [Newkirchen] // 562, 576

–, Grevenbroich-Wevelinghoven [Wiefelinghofen] // 747

GrimlinghausenNeuss-Grimlinghausen

HackenbroichDormagen-Hackenbroich

Hamm, Eifelkreis Bitburg-Prüm (Rheinland-Pfalz)

–, Schloss (Gefängnis) // 1086, 1088

HeerdtDüsseldorf Heerdt

HimmelgeistDüsseldorf-Himmelgeist

HolzheimNeuss-Holzheim

HorremDormagen-Horrem

Hülchrath [Hüllichrath], Amt 276, 505 // 552, 562

Hürth, St. (Erftkreis)

–, Hürth-Kendenich [Kentenich] // 1186

Jüchen, Gm. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Jüchen 493

–, Jüchen-Bedburdyck [Bethbur] 427, 441

Jülich, Herzogtum [Gülische Lanth] 161 // 992f

–, Grenze 240, 250 // 990c

Jülich, St. (Kr. Düren) // 1144

Kaarst, St. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Kaarst-Büttgen // 1015

KaiserswerthDüsseldorf-Kaiserswerth

KendenichHürth-Kendenich

Kevelaer, St. (Kr. Kleve) 131, 140, 194, 221, 390

–, Kirche, neue 194

KleinenbroichKorschenbroich-Kleinenbroich

KnechtstedenDormagen-Knechtsteden

Koblenz [Coblentz], St. 392

Köln, Kurfürstentum // 992f

Köln [Cöllen], St.

–, Köln 9, 80, 115, 116, 142, 161, 165, 168, 169, 173, 243, 265, 294, 312, 321, 326, 330, 366, 371, 379, 381, 383, 392, 452 // 519, 520, 521, 522, 524, 547, 549, 552, 555, 562, 578, 611, 618, 645, 659, 663, 678, 681, 698, 778, 779, 780, 784, 785, 786, 789, 800, 801, 802, 808, 809, 810, 815, 816, 817, 821, 833, 851, 873, 880, 881, 901, 902, 920, 987, 989t, 1012, 1037, 1040, 1051, 1061, 1086, 1120, 1121, 1123, 1128, 1130, 1131, 1142, 1164, 1166

– –, Brauweiler Hof // 1003

– –, Dom 312, 392 // 820

– –, Haus des Weihbischofs 265

– –, Kapelle St. Margarethen 441

– –, Kloster "St. Anna zum unteren Lämmchen", Breite Straße // 578, 584, 591

– –, Kloster St. Aper, Ehrenstraße 330

– –, Klosterkirche St. Gertrud, am Neumarkt 166, 327, 385 // 1021

– –, Klosterkirche St. Maria in der Schnurgasse 212

– –, Lohmühle 486

– –, Pfarrkirche St. Brigiden, Brigittengässchen // 1019

– –, Pfarrkirche St. Johann Evangelist, am Domhof 171

– –, Salzgassentor 392

– –, Stift St. Andreas // 520, 573

– –, Wassermühle 128

– –, Weyerstraße 116

–, Köln-Deutz 168

–, Köln-Esch 28

–, Köln-Longerich 179, 374

–, Köln-Merheim [Merrem] 177, 380

–, Köln-Niehl [Niel] 380 // 1041

–, Köln-Nippes 177

–, Köln-Weiler [Wieler]

– –, Pfarrkirche 41

–, Köln-Widdersdorf [Widersdorff] 283 // 1136

–, Köln-Worringen 55, 65, 66, 345, 494 // 813, 1040, 1047, 1095, 1174 // A14

– –, Bruch [Broich] 65

Korschenbroich, St. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Korschenbroich-Kleinenbroich // 790

Krefeld [Crevelt], St.

–, Krefeld 345, 365 // 782, 783

– –, Gefängnis // 1171

–, Krefeld-Linn 86, 114

– –, Pfarrkirche 114

–, Krefeld-Uerdingen 486 // 836

Kurbayern [Churbeyeren] 165

Kurköln [Cölnisches Land] 142, 161

–, Grenze 240, 494 // 525, 588, 820

Landrecies [Landresy], St. (Frankreich) // 1119

LangerweheDüren-Langerwehe

Lank-LatumMeerbusch-Lank-Latum

Leverkusen, St.

–, Leverkusen-Schlebuschrath [Schlebuschroth] 10

Liedberg [Libberig], Amt 276

Linn ⇒ Krefeld-Linn

Linnich, St. (Kr. Düren)

–, Linnich-Boslar [Bosselar] 205

Lissabon, St. (Portugal) 312

LongerichKöln-Longerich

Lüttich [Lück], St. (Belgien) 24 // 1056

Maastricht [Mastrich(t)], St. (Niederlande) 205, 503 // 1057

Mainz, St. // 1102

Meerbusch, St. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Meerbusch-Lank-Latum [Lanck] 409

MerheimKöln-Merheim

Mönchengladbach, St.

–, Mönchengladbach-Rheindahlen [Dhalen] // A13

–, Mönchengladbach-Wickrath [Wickeräth] // 1049

Moers, St. (Kr. Wesel) 377

Monheim, St. (Kr. Mettmann)

–, Monheim 89

–, Monheim-Baumberg 55, 85, 89, 307, 488 // A18

– –, Kirchhof // A15

–, Haus Bürgel 85, 89, 91, 92, 93, 117, 222 // 560 // A1, A11, A15, A17, A18, A19, A20

– –, Maternuskapelle 89, 91, 92, 93, 283, 372, 442, 480, 484 // A1

– –, Kirchhof 91, 92

Münster, St. // 721, 778

NeukirchenGrevenbroich-Neukirchen

Neuss [Neuß], St. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Neuss 9, 26, 82, 86, 160, 162, 177, 195, 345, 368, 409 // 705, 708, 712, 713, 715, 729, 806, 836, 847, 848, 1092, 1143, 1164, 1166, 1167

– –, Franziskanerkloster (Zeughaus) 312

– –, "Gaß-Haus" // 1141

– –, Quirinus-Münster 151

–, Neuss-Allerheiligen

– –, Illinghausen [Illekausen] // 1086

–, Neuss-Gnadental 364

–, Neuss-Grefrath [Grieffrath] // 713, 1054

–, Neuss-Grimlinghausen 116 // 1060, 1143 // A6

– –, Brücke // 1015

–, Neuss-Holzheim [Holtzem] 160

–, Neuss-Kuckhof 208

–, Neuss-Norf [Norff] // 846

–, Neuss-Rosellen 208

–, Neuss-Uedesheim 195 // 1045, 1086

– –, Hof "Alt Waldscheid" // 1143

Niehl ⇒ Köln-Niehl

NievenheimDormagen-Nievenheim

NippesKöln-Nippes

NorfNeuss-Norf

Paris, St. (Frankreich) // 1096

Pulheim, St. (Erftkreis)

–, Pulheim

– –, Pfarrkirche 41

–, Pulheim-Brauweiler, Benediktinerabtei 39, 58, 282, 289, 312, 317, 330 // 542, 614, 617, 643, 650, 1174 // A17

–, Pulheim-Sinthern 95, 283

–, Pulheim-Stommeln [Stommel]

– –, Pfarrkirche 41

Ratingen, St. (Kr. Mettmann) // 1091, 1108

Rheinberg, St. (Kr. Wesel) 202

RheinfeldDormagen-Rheinfeld

Rom [Romm], St. (Italien) 257

Rommerskirchen, Gm. (Rhein-Kr. Neuss)

–, Rommerskirchen // 1079

– –, Pfarrkirche // 1079

–, Rommerskirchen-Anstel [Antzel] 359

–, Rommerskirchen-Frixheim [Freißheim] 253

RosellenNeuss-Rosellen

SchlebuschrathLeverkusen-Schlebuschrath

SinthernPulheim-Sinthern

Solingen [Sohlingen], St. // 922

StommelnPulheim-Stommeln

Straßburg, St. (Frankreich) 168

StürzelbergDormagen-Stürzelberg

Trier [Thrier], St. // 1055

UedesheimNeuss-Uedesheim

UrdenbachDüsseldorf-Urdenbach

WeilerKöln-Weiler

Wesel [Wiesel], St. (Kr. Wesel) 374 // 719, 721, 1040

Westfalen // 1016

WevelinghovenGrevenbroich-Wevelinghoven

WickrathMönchengladbach-Wickrath

WiddersdorfKöln-Widdersdorf

WorringenKöln-Worringen

ZonsDormagen-Zons

Belege

  1. Schwabach, Thomas: Die Schwieren-Chroniken aus Zons. Bemerkenswertes aus einer niederrheinischen Kleinstadt und ihrer Umgebung 1733–1823 (= Veröffentlichungen des Kreisheimatbundes Neuss e.V. Nr. 15), Köln 2005.
  2. LAV_NRW_R, Sammlung Guntrum, Akten II, Nr. 92.
  3. LAV_NRW_R, BR 2093, lfd. Nr. 373 (p. 93-94).
  4. G. Vollmer, Carl Guntrum (2000).
  5. 1866 wurde er um Angaben für einen Lacomblet-Nekrolog gebeten (Sammlung Guntrum, Akten II, Nr. 53).
  6. E. von Schaumburg, Die Schlacht bei Crefeld (1857), S. 192f., 196.
  7. Heimathskunde – Zeitschrift für niederrheinische Geschichte und Alterthumskunde, Nrs. 17-18 (1880).
  8. Düsseldorfer Sonntagsblatt, Nrs. 4-5, 7-8, 10, 12, 15, 17, 19-21, 26 (1881). Ein stark poröses und zerfallenes Exemplar der letzten Nummer liegt in der Akte mit den Schwieren-Autografen.
  9. Der Niederrhein. Zeitschrift für niederrheinische Geschichte und Alterthumskunde, Nrs. 22, 24-35, 38-40 (1885), 41-42, 44 (1886), 46 (1887). Mit Nr. 46 wurde das Erscheinen der Zeitschrift und damit auch der Editionsreihe abrupt abgebrochen; die unter dem letzten Teilauszug angekündigte Fortsetzung kam nicht mehr zustande.
  10. T. Schwabach, Aus der Chronik (1992). Das "Sonntagsblatt" war zu diesem Zeitpunkt leider nicht greifbar. Mittlerweile besitzt das Archiv im Rhein-Kreis Neuss Kopien dieser Ausgaben.
  11. Siehe <1184>.
  12. Siehe <1188>.
  13. Unklares Mengen- oder Gewichtskürzel.
  14. Vgl. A. Hansmann, Geschichte Zons (1973), S. 324.
  15. Siehe <1184>.
  16. Genealogische Aufzeichnungen des ehemaligen Zonser Pfarrers Johannes Klüwer im AiRKN, Bestand Zons, Nr. 169-171. Diese Angaben basieren auf den heute leider nur noch bruchstückhaft erhaltenen Familiennotizen des Peter Schwieren im Küsterbuch (s.u.).
  17. AiRKN, Sterbeurkunde Zons Nr. 5/1826.
  18. T. Schwabach, Aus der Chronik (1992), S. 52f., S. 79.
  19. Aufzeichnungen Peter Schwierens mit der Überschrift "Nahmen deren, welche aus meiner Verwandtschaft gestorben, geheyrahtet und in den geistlichen Stand sich begeben haben" im Küsterbuch, Pfarrarchiv St. Martinus Zons, Nr. 302, p. 1-2, p. 272. Hier schreibt Schwieren z.B.: "Anno 1696, den 10ten Junii hab ich erstmall als Offerman auff den heiligen Pfingstag mein Ambt angetretten und die Meeß gesungen." "Anno 1697, den 13. Januarii bin ich, Petrus Schwieren, mitt meiner Hausfrau Margaretha Schwieden in den heiligen Ehestand eingetretten." Bei der Restaurierung des Bandes durch das Landessippenamt 1944 wurden die Blattfragmente leider in der falschen Reihenfolge eingebunden.
  20. Siehe PfAZ, 884, fol. 74v (zum Jahr 1759) und LAV_NRW_R, Kataster B 532-534 (zum Jahr 1821).
  21. Siehe <427>. Das genaue Verwandtschaftverhältnis ist nicht bekannt. Der Begriff "Vätter" diente im Berichtszeitraum jedenfalls zur Bezeichnung verschiedener Verwandtschaftsbeziehungen.
  22. Siehe <441>.
  23. Siehe <459>. Andreas Thurn (* 1743) war der Sohn der Agnes geborene Schwieren und des Andreas Thurn aus Köln [Janssen/Lohmann, Der Weltklerus (1935/36), Sp. 1447, Nr. 194].
  24. W. Lorenz, Gohr, Nievenheim, Straberg, Bd. 2 (1974), S. 207, Nr. 1098.
  25. H. Schäfer, Name und Beruf des Küsters (1902), S. 163f., 171-173.
  26. J. Ch. Nattermann, Das Küsterbuch (1963/65), S. 201.
  27. H. Schäfer, Name und Beruf des Küsters (1902), S. 163, 171-174. Vgl. R. Pick, Ein Tagebuch (1865), S. 140.
  28. J. Ch. Nattermann, Das Küsterbuch (1963/65), S. 209.
  29. Domkapitelsprotokoll im HAStK, Best. 210, A 295A, fol. 335v-336r.
  30. Siehe <23>, <125>, <264>, <294> <295>, <393> und <564>.
  31. Siehe <294>.
  32. HAStK, Best. 210, A 290, fol. 97r.
  33. Ch. Gladden, Schulwesen Zons (1987), S. 17f.
  34. Inventarliste vom September 1826 anlässlich der Erbteilung des Nachlasses von Johannes Hermann Schwieren, in: LAV_NRW_R, Not. Rep. 428, Nr. 6027.
  35. Siehe <172>.
  36. Hierzu z.B. <25>, <106>, <148>, <153>, <167>-<168>, <184>-<185>, <203>, <217>, <241>, <263>, <265>, <273>, <424>, <470>, <487>, <493>, <999> und <1108>. Visitationen: <86>, <195> und <409>.
  37. Siehe <1061>.
  38. Siehe <1108>.
  39. Siehe <1059>.
  40. Siehe <1129>.
  41. Siehe <1166>.
  42. Johann Peter Delhoven berichtet in dem Zusammenhang, es werde Gold und Silber zur Madonna geschenkt.
  43. PfAZ, 302, p. 123.
  44. Siehe <A12>.
  45. Siehe <A16>.
  46. Siehe <1181> und <200>.
  47. PfAZ, 228, p. 9; PfAZ, 233, p. 28.
  48. PfAZ, 228, p. 24.
  49. Siehe <55>.
  50. Siehe <1106>.
  51. Siehe <536> und <538>.
  52. Dieser (Wilhelm) hatte in erster Ehe eine Schwester Johannes Peter Schwierens, Anna Elisabeth, geheiratet. Im Oktober 1751 hatte sich Johannes Peter Schwieren mit ihm über die väterliche Teilung geeinigt (<269>).
  53. Siehe <771>.
  54. HAStK, Domstift, Akten 290, fol. 97r, fol. 107r v.
  55. Siehe <980>.
  56. Siehe <1185>.
  57. Siehe <1038>.
  58. PfAZ, 560.
  59. D.h. Schwieren hat in der Vergangenheit mehrfach gegen die Meinung der anderen gestimmt.
  60. Siehe <306>.
  61. Siehe <504>.
  62. Siehe <509>.
  63. Im Vergleich hinsichtlich Schriftbild, Schreibstil und Orthografie war Johannes Hermann Schwierens weniger geübt als sein Vater. Seine Texte sind nicht so leicht verständlich. Lateinische Zitate oder sogar Wortspiele (Anagramm: <1180>), wie sie der Vater gelegentlich notierte, finden sich in den Notizen des Sohnes nicht.
  64. Sehr deutlich wird dies an einer Notiz seines Sohnes, in der dieser den Leser direkt anspricht: "Von diesem Jahr wär noch vieles zu notiren, doch sehest du genugt, wie es war." <1164>.
  65. Beispielsweise "wegen der Dörn auszurupfen" <512>.
  66. Z.B. <682> und <683>.
  67. Siehe z.B. <651>.
  68. Siehe z.B. <646> und <695>.
  69. Siehe <735>.
  70. Siehe <670>.
  71. Siehe <684>-<685>.
  72. Siehe <705>.
  73. Siehe <711>.
  74. Siehe <714>.
  75. Siehe <792>.
  76. Siehe <794>.
  77. Siehe <838>
  78. Siehe <917> und <941>.
  79. Siehe <439>.
  80. Siehe <669>.
  81. 1748 berichtet er beispielsweise über eine Kometenerscheinung über England <216>.
  82. Siehe <258>.
  83. Siehe <434>.
  84. Siehe <467>.
  85. Siehe <230>.
  86. Siehe <247>.
  87. Nachdem der Graf von Nesselrode im April 1750 eine Person aus Bürgel durch Schützen nach Monheim hatte führen lassen, stellte das Domkapitel fest, dass er hierdurch "eines hochwürdigen Dohm-Capituls Zonser Ambts Jurisdiction violiret" habe. [HAStK, Best. 210, A 270a, fol. 131] Vgl. hierzu auch den Mordfall bei Haus Bürgel 1739: <89>, <91>.
  88. Vgl. A. Hansmann, Stadt Zons (1973), S. 66.
  89. T. Schwabach, Die Matrikeln (1993), S. 60 64.
  90. A. Hansmann, Stadt Zons (1973), S. 149.
  91. P. Heidkamp, Mönche aus Brauweiler (1995), S. 66f.
  92. A. Otten, Zons (1903), S. 16 23.
  93. P. Tutlies, Haus Bürgel (1985), S. 84.
  94. M. Braubach, Vom westfälischen Frieden (1976), S. 274.
  95. Ebd., S. 275 277.
  96. Siehe <345>.
  97. Die Belastungen des Amtes Zons durch die Aufenthalte der Alliierten von Juni bis Juli 1758 bezifferten sich nach einer Beschwerdeschrift Kurkölns beim Regensburger Reichstag auf insgesamt 3.515 Reichstaler 35 Stüber und 4 Heller. [E. v. Schaumburg, Die Schlacht bei Crefeld (1857), S. 195] Die unzähligen Notizen Schwierens zu den Einquartierungen zeigen die hohen wirtschaftlichen Belastungen für die lokale Bevölkerung.
  98. M. Braubach, Vom Westfälischen Frieden (1976), S. 277-279; K. Müller, Unter pfalz-neuburgischer und pfalz-bayerischer Herrschaft (1988), S. 31-33. Zu den Ereignissen in und um Düsseldorf sei auf die Abhandlung von Tönnies, Die alliierten Truppen (1887), hingewiesen.
  99. Siehe <903>.
  100. Siehe <503>.
  101. A. Hansmann, Geschichte Zons (1973), S. 166, 168 171, 180.
  102. Siehe <1151>. Am 6. April hatte Kaiser Napoleon abgedankt, am 10. April waren die Bourbonen zurückgekehrt.
  103. Siehe <989s>.
  104. Siehe <820>.
  105. Eigentlich waren die Simpeln eine allgemeine Landsteuer. Hieraus floss jedoch ein Teil in die städtische Kasse, da mehr Simpeln eingenommen wurden als an die Landeskasse abzuführen waren. Vgl. A. Hansmann, Geschichte Zons (1973), S. 119.
  106. Siehe <650>.
  107. Siehe <520>.
  108. Siehe <553>.
  109. Siehe <585>.
  110. Siehe <836>.
  111. Siehe <586>.
  112. Siehe <602> und <603>.
  113. Siehe <677>.
  114. Siehe beispielsweise <521>.
  115. Siehe <301> und <694>.
  116. Siehe <984>-<985>.
  117. Diesem gingen eine Reihe von Schreiben voraus. Bereits am 6. April hatte das Domkapitel den Magistrat erstmals aufgefordert, den ursprünglichen Zustand innerhalb von vier Wochen wiederherzustellen. Am 28. April wiederholte das Kapitel diese Weisung. Vgl. T. Schwabach, Geschichte Schützenvereinswesen Zons (1998), S. 31-35.
  118. Siehe <991>.
  119. Siehe <992>. Das Domkapitel beriet in diesem Jahr häufig über die Angelegenheit. Auf den entsprechenden Protokollband im Historischen Archiv der Stadt Köln (Best. 210, A 290) sei daher ergänzend hingewiesen. Vgl. auch A. Otten, Zons (1903), S. 137; zum Standort der Vogelstange: C. Kohl, Zons (1904), S. 88.
  120. Siehe <993>.
  121. Siehe <987>.
  122. Siehe <990>.
  123. Siehe <989>.
  124. Siehe <1012>.
  125. Siehe <1037>.
  126. Siehe z.B. <382>, <408>. Im April 1812 gingen Johannes Hermann Schwieren und der Kaplan Adolphus Kolgen nach Nievenheim, und als sie dort ankamen, so Schwieren, seien sie dermaßen voller Schnee gewesen, dass man die Farbe ihrer Kleidung nicht mehr habe erkennen können <1135>.
  127. So beispielsweise im Mai 1746 <190>.
  128. Siehe <82>.
  129. Siehe <17>.
  130. Siehe <151>.
  131. Siehe <1006>.
  132. Siehe <490>.
  133. Siehe <1072>.
  134. Siehe <1111>. Wahrscheinlich verursachte dieses schwere Unglück den Niedergang des viele Jahrhunderte alten Gutes: Auf der Topographischen Karte von 1844 (Uraufnahme) ist der Walhover Hof nicht mehr eingezeichnet.
  135. Erwähnt werden u.a. Hochwasser im Januar 1735 <12>, Dezember 1740-Januar 1741 <145>, <149>, Dezember 1747 <210>, März-April 1751 <259>, Januar 1764 <422>, Dezember 1769-Januar 1770 <460>, Juli-Dezember 1770 <1000>, Januar-Februar 1799 <1070>, Januar 1806 <1103>, Januar 1809 <1118> und März 1817 <1163>. Auffälligerweise berichtet Johannes Hermann Schwieren nicht über das größte Hochwasser des 18. Jahrhunderts, nämlich das von 1784. Er war offenbar weniger konsequent in der Führung der Aufzeichnungen als sein Vater.
  136. So 1744 <173> und 1750 <242>.
  137. So z.B. im Januar 1810 <1122>.
  138. Siehe <307>.
  139. Siehe <1173>.
  140. 1742 nahmen wegen einer schweren Mäuseplage über 1.000 Personen aus Zons und Dormagen an einer solchen Prozession teil <166>. Weitere Prozessionen aus diesem Anlass fanden statt im Juli 1756 <327>, Juli 1759 <385> und August 1772 <1021>. Zu den Mäuseplagen 1756 und 1759 im Raum vgl. K. B. Mouchard, Beda Groten (1981), S. 25; P. Schreiner, Abtei Brauweiler (2001), S. 152.
  141. Siehe <236>.
  142. Siehe H. v. Rudloff, Schwankungen des Klimas (1967), S. 106; D. Ebeling/ F. Irsigler, Getreideumsatz 2 (1977), S. XXXIV.
  143. Siehe <123>. Das Notleiden der Bevölkerung dauerte noch Monate an; siehe <124>, <126>-<127>.
  144. D. Ebeling/ F. Irsigler, Getreideumsatz 2 (1977), S. XLIV.
  145. Siehe <1003>Zur genaueren Analyse konjunktureller Verläufe sei hingewiesen auf die Vitalstatistiken der Pfarrei St. Martinus Zons von 1664 bis 1850, abgedruckt in: T. Schwabach, Die Matrikeln (1993), S. 56-59.
  146. Siehe <1164> und <1167>.
  147. So am 22. August 1735 <18>, 26. Dezember 1755 <312>, 26. Januar 1756 <313>, 18., 19., 20. und 21. Februar 1756 <315>-<316>, <318>-<319>, 28. Oktober 1756 <331>, 19. November 1756 <333> und am 31. Juli 1762 <415>.
  148. So im Juni 1734 <8>, März 1735 <15>, März 1742 <199>, September 1769 <458> und im September 1807 <1115>.
  149. Siehe <1019>. Über weitere Prozessionen im Zusammenhang mit Viehseuchen wird im November 1745 <183>, April 1746 <187>, Januar 1748 <214>, November 1750 <255> berichtet. 1748 war eine große Viehseuche, die fast das ganze Jahr währte und der insgesamt in Zons, Stürzelberg, Horrem und Haus Bürgel 552 Stück Hornvieh zum Opfer fielen <222>. Im Januar 1751 wütete eine Viehseuche in Dormagen <556>.
  150. Siehe z.B. <131>.
  151. Siehe <1075>.
  152. Siehe beispielsweise <36> oder <49>.
  153. Siehe <1174>-<1175>.
  154. Siehe z.B. <88> und <283>.
  155. Siehe <13>, <87>, <95> <96>, <163>, <182>, <474>, <481> und <1136>.
  156. Siehe <86>, <195> und <409>.
  157. Siehe <10> und <1015>.
  158. Siehe <280>.
  159. Siehe <999>.
  160. Siehe <484>.
  161. Siehe <1065.
  162. Der heutige Friedhof ist erst 1841 angelegt worden; vgl. A. Hansmann, Stadt Zons (1973), S. 192.
  163. So z.B. eine umfangreiche Straßenerneuerung 1734 <7>, desgleichen ab Juni 1754 <296>, von März bis April 1762 wurde die Zehntgasse erstmals gepflastert <970>, im Dezember 1769 begann die Pflasterung der Neugasse, also des nördlichen Teils der heutigen Museumstraße zwischen Zehntgasse und Turmstraße <978>, ab Februar 1806 ließ Bürgermeister Aldenhoven den Marktplatz einebnen <1104>.
  164. So weigerten sich die Stürzelberger z.B. im November 1754, die Wege vor den Stadttoren auszubessern <652>. 1767 gewann Zons gegen die Stürzelberger einen entsprechenden Prozess <953>, der sich offenbar über längere Zeit hingezogen hatte <960>.
  165. Siehe <960>.
  166. Siehe <961>.
  167. Über Deich- oder Dammbauarbeiten wird immer wieder berichtet, so z.B. 1754 <297>, 1755 <310>, 1810 <1124> und 1811 <1139>.
  168. So 1761 <820> und 1771 <1016>.
  169. So u.a. 1732 und 1733 <6>, 1736 <30>, 1737 <44>, 1738 <71>, 1739 <100> und 1744 <174>. Zur Reiherbeize Clemens Augusts siehe A. Beckers, Die kurkölnische Falknerei (1999).
  170. Johannes Peter Schwieren berichtet häufig über das Vogelschießen der Schützenbruderschaft, u.a. 1737 <74>, 1738 <75> <76>, 1739 <101>, 1741 <152>, 1744 <174> und 1751 <267>.
  171. Siehe <101> und <174>.
  172. Während Schwieren von 70 Soldaten schreibt <158>, ist bei A. Hansmann, Stadt Zons (1973), S. 70, von nur 50 Soldaten die Rede.
  173. A. Hansmann, Stadt Zons (1973), S. 69-71; siehe <158> und <161>. Hingewiesen sei auf die umfangreichen Unterlagen der Pfandschaftseinlösungs- bzw. -regulierungskommission um 1740–1744: LAV_NRW_R, KK II, 2149; KK IV, 1304; KK IV, 4471. Auch zahlreiche Kapitelsprotokolle behandeln diese Thematik: HAStK, Best. 210, A 261 (1741) ff.; diese wurden ausgewertet von W. Paetzer, Verhältnis des Domkapitels (2000), S. 231-233.
  174. Im März 1735 brannte der Zehnthof in Zons <14>, im April 1736 kam es zu einem Großbrand in Köln-Esch <28>, im September 1737 stand der Zonser Ankershof in Flammen <55>, im November 1737 der Nievenheimer Schwiertz Hof <56>, im Januar 1738 wurden mehrere Scheunen in Zons in Brand gesteckt <60>, im Februar 1738 brannte ein Haus in Rheinfeld <64>, im Monat darauf brannten dort wieder mehrere Scheunen und ein Wohnhaus <67>, <69>, im August 1739 wurde der Further Hof in Hackenbroich in Brand gesteckt, der komplett niederbrannte <108>, und im August 1739 brannten Scheunen und Ställe der Wirtschaft "Schwanen" in Dormagen <109>.
  175. Im Juli 1739 brannten über 50 Morgen des Stüttger Buschs ab <107>, im März 1740 brannte es in der Kölner Weyerstraße <116>, im September 1743 brannte in Köln die Pfarrkirche St. Johann Evangelist vollständig ab <171>, dann folgten wieder gehäuft Brände in den 1760er und Anfang der 1770er Jahre: im Januar 1763 ein Haus in Zons <413>, im Dezember 1763 brannte der Rheinfelder Hof fast vollständig nieder <419>, im September 1766 waren Scheune und Ställe des Walhover Hofes betroffen <438>, im November 1770 ein Haus in Horrem <1004>, im Monat darauf ein Hof in Nievenheim <1005>, im Februar 1771 brannte es in Rheinfeld gleich zweimal, wobei jeweils ein Wohnhaus betroffen war <1017> <1018>, im September 1776 wurden mehrere Häuser und Scheunen in Dormagen ein Raub der Flammen <483>, im September 1782 kam es zu einem Großbrand in Rommerskirchen, bei dem 21 Häuser und fünf Scheunen niederbrannten <A14>, im März 1796 wird über einen großen Brand in Dormagen berichtet <506>, im selben Monat desgleichen in Stürzelberg <507>, im Oktober 1799 brannten wieder mehrere Scheunen in Dormagen <1076>, im April 1800 kam es zu einem Großbrand in Rommerskirchen, der auch die Pfarrkirche nicht verschonte <1079>, im Juni des Jahres waren eine Scheune und ein Stall in Horrem betroffen <1080>, im Januar 1805 kam es erneut zu einem Großbrand in Dormagen <1098>, dann werden noch mehrere Male Brände in Dormagen erwähnt: im Januar 1807 <1109>, Dezember 1812 <1137>, März <1152> und November 1814 <1153>.
  176. Siehe <1097>.
  177. So sind im Februar/März 1737 die Pfarrkirchen in Stommeln, Pulheim, Weiler und Dormagen betroffen <41>, im Dezember 1737 die Nievenheimer Kirche <59>, im März 1738 die Gohrer Kirche gleich zum dritten Mal <68> und im November 1739 die Kirche in Linn.
  178. Siehe <113>.
  179. Siehe <43>, <45>-<46>.
  180. Siehe <1059> und <1129>.
  181. Siehe <497>-<498>, <1048>.
  182. Siehe <1165>.
  183. Siehe <968>.
  184. Siehe <975>.
  185. Siehe <1130>.
  186. Siehe <1131>.
  187. Siehe <1092>.
  188. Siehe <89> und <91>.
  189. Siehe <150>.
  190. Siehe <A13>.
  191. Siehe <77>, <819>, <494> bzw. <1040> und <1047>.
  192. Siehe <42>.
  193. Siehe <286>.
  194. Siehe <1157>.
  195. Siehe Anhang 2.
  196. Ein schönes Beispiel für die Verzahnung und interessante Ergänzung beider Autografen sind die Einträge <265> und <575>, in denen über eine neue Glocke für die Pfarrkirche berichtet wird.
  197. Eintrag <709> zu einer Einquartierung ist die erste Notiz, die sich nicht auf die Tätigkeit des Rates bezieht.
  198. Der Notizzettel, die Rückseite eines Brieffragments, das nur noch die Unterschrift "Johann Schlemm, Worringen" enthält, gibt den Eintrag <1174> fast wortgleich wieder.
  199. Es wird jeweils in Anmerkungen auf die entsprechenden Delhoven Einträge verwiesen.
  200. Empfehlungen zur Edition frühneuzeitlicher Texte, in: Arbeitsgemeinschaft außeruniversitärer historischer Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland (Hg.): Jahrbuch der historischen Forschung in Deutschland, Berichtsjahr 1980, Stuttgart 1981, S. 85-96.
  201. Johann Karl Philipp Graf von Fugger in Kirchberg, Zonser Amtmann und Kölner Chorbischof
  202. Das Kreuz steht heute auf dem Kirchplatz von St. Martinus Zons.
  203. Jakob Schieffer
  204. Über die dort noch im Mai 1736 sichtbaren Zerstörungen berichtet Claas ter Meer aus Krefeld: "Ueberall auf den Straßen lagen Trümmer des durch Explosion zerstörten Pulverturmes. Dieser stand auf dem Kevelaerer Tor und war am 18. Juli 1735 durch Blitzschlag entzündet; viele Menschen verloren dabei ihr Leben und ihre Häuser; nur wenige Wohnungen behielten ihre Dachziegel und Fensterscheiben heil." [Kulturgeschichtliche Streiflichter (1932), S. 162]
  205. Karl I., Herzog von Braunschweig
  206. Peter Nolden; vgl. <611>
  207. Johannes Engelbert von Jabach, Kölner Domherr und Hofgerichtspräsident
  208. Caspar Beren, Dom Syndikus, kurkölnischer Geheimrat
  209. Johann Theodor, Bischof von Regensburg, Freising und Lüttich, Kardinal
  210. Johannes Heinrich Mey
  211. Siehe <131>.
  212. Maria Wolters geb. Mentz, Witwe des Zollbesehers Gerhard Wolters
  213. Vehr
  214. Johannes Peter Schullmeister
  215. Heinrich Hiersch
  216. Bereits in einer Sitzung am 27. September 1737 hatte das Domkapitel den Beschluss gefasst, dies nicht mehr zuzulassen, da es für den Rheinturm "hochschädlich" sei. Durch diesen Brauch war u.a. das Dach des Turmes stark in Mitleidenschaft gezogen worden. [HAStK, Domstift, Akten 257, fol. 296r]
  217. Außer der Vogelstange und den beiden Hochgerichten hatte der Zimmermeister Heinrich Hiersch auch 12 neue Fensterrahmen für das Zonser Schloss hergestellt (vgl. <57>). Die Kosten wurden aus der Zonser Zollkasse beglichen. [HAStK, Domstift, Akten 258, fol. 57r-57v]
  218. Peter Hahnen
  219. Am 5. Juni 1738 heiratet Johannes Peter Schwieren Christina Daners aus der Pfarre Bedburg. Es ist bemerkenswert, dass der Chronist dieses Ereignis nicht notierte.
  220. Er flüchtete also von einer Freistatt, wo er vor dem Zugriff sicher war, zur nächsten.
  221. Franz Arnold Schullmeister
  222. 1736 hatte sich Österreich, das durch den Polnischen Thronfolgekrieg geschwächt war, mit Russland gegen die Osmanen verbündet. Im Frieden von Belgrad am 18. September 1739 musste Österreich Nordserbien und die Kleine Walachei wieder an die Osmanen abtreten. An den vorangegangenen Kämpfen hatten auch zwei Infanterieregimenter des Kölner Kurfürsten Clemens August teilgenommen, die im Februar 1739 losmarschiert waren. [G. Bönisch, Clemens August (2000), S. 148] Vgl. <94>, <112>.
  223. Johann Georg Mappius
  224. Die Einwohner des zum Amt Zons gehörigen Teiles von Horrem waren traditionell zur Errichtung der Zonser Galgen und zur Bestattung der Hingerichteten wie auch zum Gefangenentransport verpflichtet; vgl. A. Hansmann, Geschichte Stadt und Amt Zons (1973), S. 73.
  225. Lambert Deodatus von Gall
  226. Bartholomäus Gütten
  227. Ein Visitationsprotokoll findet sich in: HAEK, Decanatus Novesiensis A, fol. 5.